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Fulda, Samstag, dcn 2. April 1904.
31. Jahrgang.
StßrllMW eif das 2. Aartal 1904 der »Fuldaer Zeitung^ werden fortwährend von allen Postanstalten, Land, briesboten, ZeitungSträgern und von nuferer Expedition (Harmonie) entgegen« genommen.
X Lan-erziehungsheims.
Das herrliche Schloß Bieberstein ist, wie bekannt, vom Lande^tehungsheim Haubinda bei Hildburghausen angekaust und damit leider den vielen, die alljährlich durch den schattigen Buchenwald diesem reizenden Aussichtspunkte zu- flrebten, nicht mehr zugänglich. V-elen unseren Lesern wird das Wort Landerziehungsheim be; der Nachricht vom Verkaufe Biebersteins zam erstenmal begegnet sein und so dürfte es manche mteressteren, «was von dieser modernsten pädagogischen Schöpfung zu hören.
Die Landerziehungsheime können erst öu: wenige Jahre ihres Bestehens zurückblicken. 1897 erschien ein Bucy von dem Dr. Hermann Lieh unter dem Titel „Emlohstabba, Bilder aus dem Schulleben der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. „Emlohstabba- ist die Umkehrung des Namens Abbaisholme, ein Landgut in der englischen Grafschaft Derbyshire, wo sich eben- falls ein Landerziehungsheim befindet. Der erste Teil des Buches bringt die Schilderung dieser Anstalt, der zweite eine scharfe Kritik des heutigen Unrerrichtswesens und die Entwickelung eines neuen Systems. DaS Werk erregte Aufsehen und bald sanden sich Gönner, die Henn Dr. Lieh auch finanziell so tatkräftig unterfiütztcn, daß er schon im Jahre 1898 ein Erziehungsheim noch den von ihm ausgestellten Grundsätzen bei Elsenburg im Harz eröffnen konnte. Bald erwieS sich die Anstalt als zu klein und ein zweites Er- ziehungsheim wurde auf dem Landgute Haubinda bei Hildburghausen gegründet im Jihre 1901. Auch diese Anstalt hatte bald einen so zahlreichen Besuch aufzuwetsen, so daß an die Errichtung eines dritten Landerziehungsheims gedacht werden mußte. Diese ist nun durch den Ankauf von Bieberstein vollendete Tatsache geworden.
Die Grundsätze, auf denen die Lander, ziehungsheime beruhen, sind nach Dr. Lieh kurz folgende: „Ueberall wechselt Unterricht mit Spiel und Arbeitin geist- und körperstählender Weise ad. Der Unterricht beginnt früh am Morgen. Keine Lektion dauert länger als dreioiertel Stunden. Dazwischen liegen Pausen von fünfzehn dis dreißig Minuten. Der Nachmittag ist zum größten Teile
Wcrria Angela.
Bon Komtesse de Beaurepaire-Louvagny Genehmigte Uebersetzung aus dem Französischen.
4 ------ (Nachdruck verboten.)
Nach dieser Vereinbarung wurde letzterem gestattet, als Verlobter ZsabellmS die Familie oft zu besuchen.
Es ist unnötig, zu sagen, daß der schlaue Gesell im Stillen vorhatte, diese Festsetzung baldigst umzustoßen und die Stunde zu beschleunigen, welche ihm die Mitg'ft seiner Braut in die Hände brachte
Bald nach xer Verlobung der ältesten Tochter trat ein trauriges Ereignis ein: da« Kindermädchen, welches alle im Hause liebten und achteten, wurde krank und starb. Jeder empfand diesen Verlust schmerzlich als den eines lieben Familieng.ieds.
Diese Prüfung sollte nur die Vorläuferin n-uer Sorgen und Unruhen sein.
Von der Summe, welche Herr Mareskat mitgebracht hatte, blieb nickt viel übrig, ja sie wäre längst vollständig verausgabt gewesen, wenn nicht Herr Cordova, rer Verwalter, zur bestimmten Zeit einen Teil der seit der Abwesenheit seines Herr» erzielten Gewinne eingeschickt hätte.
Ganz genaue Abrechnungen logen jedesmal bei den Sendungen, doch die Totalsumme blieb bedeutend hjpte. der Geschästsbilanz der vergangenen Jahre zurück.
Herr Mareskat gab seiner schmerzlichen Verwunderung darüber Ausdruck.
„Da sieht man schon die Folgen meiner Abwesenheit,* seufzte er. „Zum Glück kann ich bald heim- kchren und wein k eines Reich selbst regieren."
Jedoch d'eses „bald* rückte in immer weiiere Ferne und der letzte Ausspruch des Arztes verlangte noch ein volles Jahr zur gänzlichen Wiederherstellung der kranken Augen, wenn nicht alle bisherige Mühe ui.b Sorge vergebens sein sollte.
der Arbeit gewidmet. Die nötigen Geräte werden von den Schülern feldst angefertigt und so dem HandfertrgkeitSunterricht rein praktische Ziele gewiesen. Gemeinsam beratene und beschlossene Gesetze regeln das Leben in dem Schulstaat. Auf Reisen lernen die Schüler die Außenwett, wichtige Jndustriestätten rc. kennen. Innerlich und äußerlich frei und selbständig können sich die jungen Bürger im Landerziehungs- beim entfalten. Jede Arbeit soll und muß sie interessieren. Aller Zwang, wie ihn Srrafen ausübeu, fällt weg. Schlechte Zensuren, Zurückbleiben ist nicht vorhanden (!), weil Trockenheit, Pedanterie und Einseitigkeit dem Unterricht fern bleiben müssen. Die Sprachen werden z. B. wirklich sprechend gelernt. Das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern ist auf Vertrauen und Freundschaft gegründet und hat mchts von Vorgesetzten und Untergebenen an sich. (!) Das Gefühlsleben der Zögling»-wird geweckt und gestärkt bei jeder sich ungesucht bietenden Gelegenheit, draußen in freier Natur, in der Kapelle der Anstalt, in der allabendlich die Herzen durch Proben aus den Schätzen der Literatur, Musik, Malerei und Bildh auerei erhoben werde n."
Es wird allo besonderen Wert gelegt auf die Pflege von Spiel und Sport und auf den ausgedehnten Betrceb körperlicher Arbeit, ferner auf die Weckung des natürlichen Interesses der Zöglinge an dem Unternchte, auf das entwickelnde Verfahren im Unterricht und endlich auf die ausgiebige Benutzung der Anschauung. Wie man steht, sind dies alles Ideen, die manches Berechtigte in sich tragen und allgemeinere Beachtung verdienen. Hoffentlich kommt die Zeit, wo auch die Volksschule den guten Kern, den diese Einrichtungen in sich tragen, in sich auf- r immt. — Aber nie und nimmer können wir Katholiken damit einverstanden fein, daß jeder Reltg io nsunterrichtindiesen Erziehungsheimen wegfällt Darin find alle gläubigen Protestanten mit uns eins. Die Religion muß der Mittelpunkt und die ganze Grundlage des Unterrichts bilden, und so lange dies nicht auch in den „Erziehungsheimen" der Fall ist, müssen wir solchen Anstalten schroff gegenüberstehen. Was solche Schulen heranziehen und Herangehen wollen, sind moderne Heiden. Daß auch die Leiter und Lehrer dieser Anstalten auf heidnischem Boden stehen, und das Christentum als längst abgetan betrachten, ist ja selbstverständlich. Und in solche Hände ist. das stolze, -eirliche Schloß Bieberstein, das inmitten einer Ireng katholischen Bevölkerung trutzig in die lande schaut, gefallen!
Römischer Wochenbries.
[**] Rom, 29. März 1904.
In der geräumigen Jgnatiuskirche haben die gemeinsamen Gesangproben der Schola can- torum und des Chores für die am 11. April
Man mußte sich also fügen. Was blieb ander- übrig ?
Aber die Lage wurde beder klich
W eder waren Gelder fällig, der Termin schon um Wochen verflri yen, und von Cordova hörte man nicht-.
Mebrere Anfragen blieben ohne Antwort.
„WaS mag doch geschehen sein?* fragte Herr MareSkat, den die Sache furchtbar erregte.
„ES ist sewiß nichts von Bedeutung,* antwortete Pepa. „Höchst wahrscheinlich hat sich die Sendung veripätet und werden wir wohl bald darüber aufgeklärt werden.* Trotz ihres Bemühen-, den Gatten zu be- uhigen, war letztere selbst in peinvoller Sorge. Ihr Vater hatte eben eine längere Geschäftsreise an da- ordere Ende de- amerikanischen Kontinentes unttrnnm- u,en und konnte ihr deshalb keine Auskunft erteilen. So wandte sie sich an ihre Brüder. Die Mitteilurgen, welche nach Verlauf der nötigen Frist eintrafen, hatten wahrlich nichts Erfreuliches. Die Erttägniffe de- Besitztum» waren immer gleich gut, w-nn nicht noch besser als ehedem. Aber . . . . da- Gebühren des Verwalters gab zu allerlei Bedenken begründeten Anlaß. Er hatte die Verbindungen mit den feit langer Zeit bewährten Häusern abgebrochen und m.t anderen Handels-Ftrmen der Küste angrküüpft. Da man bi- etzt geglaubt hatte, dies geschehe aus Befehle hin, die er von Pari- aus erhalten habe, so war eine groge Mißstimmung gegen Herr» MsreSkat die natürliche Folge ravoa.
Zum Glück hatte Pepa ihrem Gatten keine Mit- teilttng von dem Briefe an ihre Brüder gemacht und konnte daher auch seiner Kenntnis die Antwort entgehen, welche ihm sicherlich großes Herzeleio bereiter hätte.
Eie dachte nach, bat Gott um Erleuchtung und kam zu schnellem Entschlüsse.
„Ich muß hin,* sagte fie zu sich; „aber wird mein Mann mich reisen lassen? Ich muß ihm die Notwendigkeit dieses Sckritte- klar machen und seine Einwendungen widerlegen. ES geht nicht ander-. Und Ecke tut not.*
in der Peterskirche stattfindende Papstmeffe ihren Anfang genommen. Die Schola wird von 70 Benediktinern gebildet, der Chor auS fast Eintausend Klerikern und Alumnen hiesiger Kollegien, Seminare, Mönchsorden und Unterrichtsanstalten. Die Zahl der mitfingenden «ermaniker beträgt 90, diejenigen der Salvatorianer 36.
Augenbl.cklich weilt hier eine Pilgerschaft von Professoren und Studenten der Universität Freiburg in der Schweiz. Sie wurden heute früh vom hl. Vater nach der hl. Messe empfangen. Unter den Professoren befindet sich auch der Historiker Schnürer sowie der Musikgelehrte Wagner^ einer der Hauptvorkämpfer für die gregorianisch;n ttaditionellen Melodien, Direktor der gregorianischen Akademie in Freiburg, welche mehrfach durch Papst Leo XIII. sowie durch Papst Pius X ausgezeichnet wurde.
Ganz Italien beschäftigt sich selbstverständlich mit der Reise des deutschen Kaisers, welcher mit großem Enthusiasmus in Neapel empfangen wurde. Jedenfalls wurde durch sein Ei scheinen in Italien kurz vor der Ankunft des Präsidenten der französischen Republik, den Übergroßen sranko-italienischen Verbrüderungsergüssen ein Dämpfer auferlegt Stellenweise befand Italien fich in Sachen der Loubetreise wie in einem Taumel. Von diesen vier Tagen des prästventschaftlichen Besuches versprechen die Italiener sich die wunderbarsten Dinge. Die innerpolitische Lage soll sich bessern und der Handel und die Industrie sollen neuetblfiben. Die Begeistertsten träumen von einem Bündnisse zwischen Italien und Frankreich und ihre Blicke schweifen bis nach England und nach Rußland hinüber, wobei über die zu Wasser gewordene Gegenvifite des Zaren in Rom ein liebevoller Schleier des Vergessens gelegt wird. Aus derartigen Träumereien hat nun die Ankunft des deutschen Kaisers und Bundesgenossen diese Enthusiasten erweckt. Und somit ist ein großer Teil der Italiener vernünftiger geworden. Im Uebrigen hatte diese eigentümliche Begeisterung für die „antiklerikale Schwesternation" ihren Höhepunkt erreicht. Es gibt fast lerne italienische Stadt, keine Korporation mehr, welche dem Präsidenten Loubet nicht irgend ein Ehrengeschenk oder eine Willkommadreffe Überreichen will. In den letzten Tagen wurden hier sogar „Einfrankensammlungen* unter verschiedenen Be- amtenklaffen sowie eine,Zehncentefimi-Sammlung" unter der römischen Gesamtbevölkerung veranstaltet, um aus den Erttägnissen derselben Ehrengeschenke für Herrn Loubet anzukaufen.
Am nächsten Mittwoch beginnen die Sitzungen )es Gelehrtenkongreffes anläßlich des Kahr- hundertfestes Gregors des Großen. Die Leitung der Sektion für gregorianischen Gesang wurde dem Jesuitenpater de Santt übertragen.
Das -rutsche Beispiel in Zrankreich.
Anläßlich eines im Februar in Puris abgehaltenen
Kongresses der Bereinigung der Fabrikanten und
Nach Beendigung des Frühstücks bat fie: „Ich möchte mit Dir reden, lieber Joseph." Herr Mareskat zeigte sich erstaunt und unruhig.
„War host $u mir zu sagen? Handelt es fich um Jabella?"
.Nein. Komme mit mir; hier können wir nicht plaudern "
Beide begaben fich in da- Wohnzimmer, wo fie ich einschlossen.
„Mein Freund," begann Pepa, „ich habe viel über unsere auaenbtickliche Lage Nachdenken müssen."
„Ick kann Dir nicht verhehlen, daß dieselbe auch mir sehr ungünstig erscheint *
»O, ich meine nicht, daß Veranlossung zu irgend einer Besorgnis vorliegt."
„Dann bist Du eine glückliche Optimistin."
„Ich gebe in zu, daß es gebot-n ist, der Sache mit aller Vorsicht und Besonnenhett auf den Grund zu gehen und un» über die nächsten Schritte schlüssig u w-rden.
„Da gibt eS nur einen Weg. Ich hätte ihn löngli eingeschlagen, wenn ich nicht gefürchtet hätte, Dich zu betrüben."
„Und der wäre?"
„Heimkehren l"
„Dar meine ich eben auch."
„Da-»n laß uns also reisen. Je eher, desto besser."
„Gewiß, die Lage gebietet er, aber Du darfst nicht fort, Deine ganze Hetlkur wäre in Frage gestellt.*
„Was ist dann zu machen?*
„Laß mich allein reisen I Ich kann Und muß da drüben noch dem Rechten sehen."
„Du den'st doch im Ernst nicht daran?" rief Joseph.
„Doch, doch; nur weil ich reiflich über dielen Plan nach gedacht, habe ich mich entschlösse..', ihn Dir zu unterbreiten."
„Ab-r er ist unausführbar, liebes Weib!"
„Warum denn? Ich finde ihn klvg und nicht schwierig."
Kaufleute Frankreichs bringk ,Le Petit Parisien, aus der Feder von Lucien Bnly einen bemerkenswerten Artikel mit der U-berschrist ,L'Exemple Allem and' („Das deutsche Beispiel"), der, sowett hier weniger int-ressterende politische Fragen berent werde», allerdings sofort den in den bekannten fron« zösischm Anschauungen befarg nen Franzosen verrät, rn wirtschaftlicher Beziehung dagegen manche Wahrheften enthält, welche auch auderhalb der französischen Grenze als zutnffend anerkannt werden dürfe».
Als man Herrn von BiSmarck, so hebt der Artikel an, im Jahre 1875 verhindert habe, Frankreich von neuem den Krieg zu erklären, um eS völlig zu zermalme», habe er gesagt: „Da wir unserem Kanonen nicht da» Wort geben können, mögen es unsere Frbrttanten unb Kaufleute erhalten, dann wird dem Siege unserer Waffen bald der wirtschaftliche Sieg folgen." Mesen Grundsätzen seien die Deutsche» treu geblieben mit dem Erfolg, daß fie Frankreich ix wirtschaftlicher Beziehung vollständig über flflgelt hätte», und zwar nickt zum wenigsten dank der Tatsache, daß ihr GelckSfisfinn dem der Franzosen wohl um das hundertfache überlegen fei. Dies könne jedoch nicht so Wetter gehen. Frankreich müsse sich wieder austaffen. Ein großer Fehler der französischen Kaufleute, führt Brily aus, sei, daß fie schon zusriede» seien, wenn sie fich ehrlich durchs Leben schlagen könnten und ihre» gewohnheitsmäßigen Komfort nicht zu entbehren brauchten. Ihr Ehrgeiz sei meistens gestillt, wenn fie sich mit einem kleinen Vermögen zur Ruhe setzen könnten. Frankreich müsse wieder ein exportierendes Land werden. Um dies zu er- reichen, müsse man vom Sieger lernen. Die deutsches Kaufleute hätten vor allen Dingen den Wert der Krediterkundiguag richtig erkannt und geschätzt. AuS diesem Grunde hätten sie unter dem Ramm „Kreditreform" eine Vereinigung gegründet zum Zwecke der gegenseitigen Erteilung von geschästlichm Auskünften, deren Mitglieder heute nach Tausmdm zählten. Die deutschm Kaufleute verschafften fich auf diese Art Auskünfte auS den entlegensten Handelsplätzen des ErdkallS. Auch da- Einziehen von Forderungen sei bei den Vereinen Kreditteform in bewunderurgSwerter Weise organifiert, wie da» Ergebnis ihrer Stattstik ausweise. Durch die Liste der schlechten Zahler werde es den Kredftschwindlern unmöglich gewacht, fich noch wettere Opfer zu such«. Aber nicht genug damit, daß man fich einen Er» kundigungSdienst geschaffen, der e»rzig in seiner Art dastehe, habe man auch da- Bedürfnis gefühtt, a» alle» ausländischen Plätzen Vertreter deutscher Nationalität zu besitzen, die die deutschm Warm an dm Mann zu bringen hätten. Dann kommt bet Verfasser auf unser kaufmännisches Unter» r tchtswesenzu sprechen, welches seine Bewunderung erregt. Er spricht sich uiit rückhaltloser Anerkennung über die Leistungen der deutschen Konsulate und vor allen Siegen der deutsche» Hand- lungSreisenden aus, die eS verständm, die deutschen Erzeugnisse in dm weltentlegmsten Orten mit Erfolg einzusührm. De bisher übliche franzSfische Kreditfrist von 90 lagen wird in dem Artikel als nicht mehr zettgemäß bezeichnet mit dem Hinweis darauf, das andere handeltreibmde Nattonm, insbesondere die Deutschm, mit Hülse der Organisation des UeberseebankwesenS längere Kredite gewähren, wodurch fie die Kundschaft an fich ziehen. Man solle ferner nach dem Muster der D-u'schen fich zur Anstellung von Kollektiv- reisenden, welche verschiedene Frmm und »er« chiedene Branchen zuzl-ich zu vertreten haben, ent- Meßen, wenn der einzelne nicht in der L-ge fei,
„So meme ich eben nicht."
„Denke nur in Ruhe etwas nach. Du gibst doch zu, daß dieses Stillschweigen Cordovas befremdend ist."
„Mehr als befremdend."
„Ich bin überzeugt, daß schon meine Anwesenheit ')a drüben jeden an seine Stelle und alles wieder in Ordnung bringen wird."
„So hast Tu etwas erfahren?" fragte Herr Mareskat lebhaft.
„Ich weiß nichts bestimmtes. Mir tarnen |o einige Vermutungen, etwas Mißtrauen . . . ."
„Hast Du Nachrichten?"
„Ich habe das nicht gesagt. Ich glaube nur, daß Cordova trotz der günstigen Zeugnisse, die er un« vorgetegt hat, manchem anderen Verwalter gleicht; daß er, der ständigen Aussicht ledig, mehr an feine eigenen, als an unser: Interessen oenkt."
„Du sprichst da etwa-, was mir schon manche örgmvocke Stunde bereitet hat, und ich gäbe viele- »arurn, wenn ich nicht verpflichtet wäre, müßig zu bleibm."
„So wache, bitte, keine weiteren Schwierigkeiten und laß mich reifen 1"
„Diele Erlaubnis kann ich Dir nicht geben, Geliebte. Was würde aus mit ohne Dich ?"
„Deine Töchter werden wich ersetzen. Maria- Angela wird Dch pflegm und Dich zerstreuen."
„So wolltest Du ganz allein die Beschwerden dieser »eiten Reise auf Dich nehmen, ja möglicherweise wirklichen Gefahre» trotzen?"
„Gott wird mich schützen."
„Nein, ich kann eS nicht zugebm."
„ÄS muß aber sein. Lieber, guter Freund, das Wohl unserer Kinder, unser oller Schicksal hängt davon ad."
Herr Mareskat überlegte eine Weile. Er durfte ich der bitteren Notwendigkeit nicht verschließen. Seine Frau hatte leider Recht. Und die Trmumt» war unvermeidlich, denn er selbst schuldete e- bat ©einigen, die Heilung seine- Augenleidens abzuwartm, sür welche schon so große Opfer gebracht warm?