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_ Die Reifeprüfung der Abiturienten de- KSnial. Gy««afiu»S ging heute mittag «u Ende. “ Sämtliche 32 Oberprimaner haben bai Zeugnis der Reife erhalten, davon 6, wie schon gemeldet, unter Befreiung von der münd­liche» Prüfung. Die Namen der Abiturienten <daS gewählte Fachstudium ist in Klammern bei- geftlgt) find in alphabetischer Ordnung: Acker- ntenw, Jos., aus Zillbach (Philologie); Beck, Ottomar, auS Somborn (Theologie und Mathe­matik); Bellinger, Eddy, aus Fulda (Jura); Etienne, Karl, aus Fulda (Philologie); Goldbach, Emil, aus Gackenhof (Theologie); Grünspecht * Adolf, aus Fulda (Medizin); Hecht, Sigismund, aus Kaltennordheim (Medizin); Hergenröther, Karl, aus Hosen- feld (Jura); Hoffmann, Franz, auS Fulda (Medizin); Horst, Fritz, aus Schröck (Mrchemaük); Kauth, Wilh., aus Frank­furt a. M. (Philologie); Kircher, Franz, aus BordelS (Chemie); Le hm er, Rich. Alwin, aus Hünfeld (Medrzin); Müller, Ludwig, aus Tal- mtntter (Theologie); Nebel * Adolf, auS AwSneburg (Theologie); Quell, Gregor, aus Jaffa (Theologie; Quell, Wilhelm *, aus Jossa (Theologie); Reinhard *, Ferdinand, aus Müs (Philologie); Roßbach, Heinrich, aus Fulda (Theologie); Schaub, Amond, aus Lauppen (Theologie); Schön seid, Siegfried, aus Fulda (Jura); Spiro, Semi, aus Fulda (Philologie); Szymanski *,sTheodor, aus Fulda (Philologie); Toph off, Alfons, aus Fulda (Jura); Wankel, Ignaz, aus Fulda (Jura); Wankel, Joseph, au« Fulda (Jura); Weber*, Christoph, aus Luxhagen (Theologie); Weber, Konrad, aus Sargenzell (Mathematik); Wesen er, Eduard, aus Wiesbaden (Jura); Witzel, Nikolaus, aus Soisdorf (Theologie); Za- dilsky, Peier aus Stork (Medizin) und Zappe, E-ich, aus Fulda (Jura). Die mit etwem * Bezeichneten wurden von der mündlichen Prüfung befreit. Von den 32 Lbiturienten waren 18 Zöglinge des bischöflichen Konviktes; vier von diesen wurden von der mündlichen Prüfung befreit.

? Ju der gestrigen Monats-Versammlung des St. Josephs - Vereins, die gut besucht war, hielt der hochw. Herr Generalvikar und Diözesan Präses Dr. Arenhold einen Vortrag über die Pflichten des christlichen Arbeiters in der Er­ziehung seiner Kinder; Redner stellte den heil. Joseph als Vorbild eines guten Familienvaters vor. Mit lautloser Stille folgten die Anwesen­den den schönen und praktischen Ausführungen und lohnten sie am Schluffe mit lebhaftem Bei­fall. Der Herr Präses des Vereins dankte im Ramen der Mitglieder dem hochw. Herrn Redner und teilte dann mit, daß am nächsten Freitag (Mariä Verkündigung) die General-Kommunion für die Mitglieder in der Severikirche morgens 7 Uhr statifindet. Sodann machte der Herr Diözefan-Präses Dr. Arenhold noch die Mitteilung, daß a» demselben Tage eine Versammlung des Volksvereins für das kathol, Deutsch­land im Gesellenhause mittags 4Ve Uhr statt­findet und lud sämtliche Mitglieder zu reger Be­teiligung ein.

S D>e Versammlung des laudwiLtschaft- liche« Kreisvereius am SamStag >,en 19. März gewann durch die Anwesenheit deS Herrn LandrstS, ferner des Generalsekretärs der Landwirtschaftskammer Herrn Oekonomierat Ger land und deS Tierzuchtinspek-ors Herrn Amtsrat Vaupel besonderes Jntercffe. Di? Herren referierten über die Bedingungen, welche der Bezirkstierschau zugrunde gelegt werden müffen. Diese Bedingungen werden demnächst zur Veröffentlichung gelangen. Ganz besonderes Gewicht wurde auf die rechtzeitige Anmel­dung der Tiere gelegt. Im weiteren Verlaufe der Sitzung teilte der Vorstand mit, daß mit dem Vertriebe der Lose begonnen werden könnte. JedeS Mitglied deS Vereins erhält zum Verkaufe 60 Lose, je nach Wunlch mehr, die der Kammer angeschloffenen Landwirtschaftlichen Vereine, 21 an der Zahl, wünschten be>eüs früher Quanti­täten vou 100 bis 300 Stück, dre sie an ihre Mitglieser abgeben wollten, und einzelne Ge­werbetreibend e Fuldas, die dem Verein ang'e- hören, bestellten freiwillig Posten von 200 und mehr Stück Auch gab Herr Landrat Sprin- gorum gerne seine Zustimmung dazu, daß die Herren Bürgermeister der einzelnen Ortschaften Üch ebenfalls des Verkaufes der Lase annehmen. Der Vertrieb beginnt al«o unter den günstigsten Anzeichen und es ist als sicher dahinzustellen, daß vor Ostern gegen 7000 Lose im Verkehr sein werben. Die Zuversicht der Besteller, ihre Lose absetzen zu können, ist allgemein sehr groß. Das Los kostet 1. Mk. Bestellungen find an den Schrrftführer des landwirtschaftlichen KreisvereinS

Stuckmann in Fulda, ssch.kAstraße 1 zu richten. Weiterhin wurde in der Versammlung besch'offen, die Preise (welche einen Gesamtwert von 4500 Mk. haben müssen) nur bei Mitgliedern des Verein« arzakausen. Auch wurde daS Festprogramm be-oten, dessen endgiltige Festsetzung aber erst im Mai erfolgen wird.

4- An der hiesigen landwirtschaftliche« Winterschnle fumt am Mittwoch den 23 ds. Mts. vormittags von 10 bis 12 U.br die öffent­liche Schlußprüsung statt. Freunde und

Gönner der Landwirtschaft werde« zu derselben freundlichst eingeladen. — Wie wir dem von Herrn Direktor Schoppmann herauSoegebeneu Jahresberichte entnehmen, betrug die Zahl der Schüler in diesem Wintersemester 52, davon 17 auS dem Kreise Fulda, je 9 auS den Kreisen Hünfeld und GerSfeld, 8 aus dem Kreise Hers­feld, je 3 aus den Kreisen Schlüchtern und Kirch­hain, 2 aus dem Kreise Gelnhausen und 1 aus Hamburg. 18 Schüler gehörten der Oberklaffe, 34 der Unterklaffe an; 40 waren katholisch, 12 evangelisch. Das Lehrerkollegium besteht aus Herren, von denen 6 den Unterricht im Neben­amte erteilen. Vom 18. bis 23. April ds. IS. veranstaltet die Winterschule einen Obstbau - kursuS. Anmeldungen hierzu find an Herrn Direktor Schoppmann zu richten, der auch zur Erteilung von Auskunft über den ObstbaükursuS über die landwirtschaftliche Winterschule jederzeit bereit ist.

© Tierschutzverein. Im Ballhause hielt gestern abend Herr Magnus Schwantje aus Berlin vor einer wobl infolge deS herrlichen FrühlingSwetters nur kleinen Zuhörerschaft einen anderthalbflündigen Vortrag über die Pflichten der Menschen gegen dir Tiere. Redner -widerlegte die Behauptung von der geringen Leidevsfähigkeit der Tiere und verbreitete sich dann eingehend über die Quälereien der Pferde durch das sogenannte Sägegebiß, das Schweif- toupieren und durch falsche oder schlecht sitzende Geschirrstücke. Ferner schilderte der Vortragende auch die Qualen der Tiere beim Schlachten, beim Mästen durch vollständige Freiheitsberaubung, beim Transport und wies darauf hin, daß die Tierschutzbestrebungen zu den nützlichsten Be­strebungen unserer Zeit gehören. Zum Schluß ermunterte Herr Schwantje die Anwesen­den zu tatkräftiger Unterstützung des hiesigen Tierschutzvereins und zur Förderung seiner Ziele in den Kreisen der Bekannten. Die Geschäfts- sielle befindet sich im Bahnhofsgebäude. Herr Gymnasiallehrer Linz dankte dem Redner für seine fesselnden Darlegungen, welche die Ver­sammlung durch lebhaften Beifall auszeichnete, und empfahl angelegentlich den Beitritt zum Tierschutzverein. Auch bat et diejenigen Herren, welche bereit seien, ein Amt im Vorstand zu übernehmen, sich zu melden. Sämtliche An­wesende trugen sich in die aufliegende Mitglieder­liste, die bereits mit vielen Namen bedeckt war, ein. Der Vorstand wurde wie folgt gebildet: Gymnasiallehrer Linz, Vorsitzender; Guts- b-fitzer Wißl er, Stellvertreter; Frau Stations­vorsteher Blumen au, Schriftführerin; Frau Landmesser Kreis, Stellvertreterin; Land­messer Kreis, Kassierer. Außerdem gehören dem Vorstande noch 7 Beisitzer, Herren und Damen, an. Die erste Versammlung des Fuldaer Tierschutzvereins nahm tinen anregenden und abgesehen von dem schwachen Besuch, auch einen befriedigenden Verlauf.

A Geflügel - Ausstellung. Mit der während der Gewerbeausstellung statifindenden Bezirkstierschau wird im Einverständnis der Königlichen Landwirtschaftskammer in Kassel und des landwirstchaftlichen Kreisvereins Fulda auch eine Geflügelausstellung verbunden; diese Ausstellung wird die zweite Verbands-Aus­stellung des Verbandes der Geflügelzuchtvereine für den Regierungsbezirk Kassel sein. Die Aus­führung und Leitung der Ausstellung wurde dem Geflügel- und Vogelzuchlverein Fulda, als Derbandsoerein über tragen. Die Aussiellungibedinaungen werden demnächst be­kanntgegeben. Ille Anfragen und Anmeldungen sind an den Schriftführer des Vereins, Herrn A. Kuhn, Königstroße 13b, zu richten.

Neuhof, 20, März 1904 Heute nach­mittag fand im Saale der Gastwirtschaft zum Felserkeller eine Versammlung des Volks- vereins für das katdolische Deutschland talt, die sich eines äußerer demlrch starken Be­uche? zu erfreuen hatte. Der Vorsitzende Herr Dechant Hillen brand gab in teiger Be­grüßungsansprache seiner Freude über die starke Beteiligung, insbesondere von Seiten der jüngeren Leute, Ausdruck. Herr Benefizint Krieg-Fulda sprach über das Thema: „Das Christentum fördert auch das irdische Wohl be§ Arbeiters" in lehrreichen und wirkungsvollen Ausführungen Der Geschäftsführer des Volksvereins für dm Bezirk Fulda legte die Notwendigkeit dieses „Vereins aller Vereine" dar, der dem katho- liichen Volke als Rttgeber und Führer in allen wirtschaftlichen und kirchenpoluischen Fragen dienen soll. Herr Referendar Dr. Werbrunn- Fulda erörterte d?e wichtigsten Bestimmungen des Jnoalidttäts-Versicherungsgefttzes und gab eine Reihe von prakli'chen Winken und Ratschlägen für die einzelnen Falle, bei denen die auS diesem Gesetze sich ergebenden Rechte und Pfl-ch'en der Versicherten in Frage kommen. Der Vorsitzende dankte den Rednern und schloß bann die Ver­sammlung mit einem Hoch auf Kaiser und Pavst. Es meldeten sich zum Volksverein, der hier ichon eine recht ansehnliche Zahl von Mitgliedern gesaß, geoen 40 neue Mitatteder an.

A, Großentaft, 20. März 1904. Wir leben in einer Zeit, welche in ihrer modernen Lebens, auffassmig Jubiläumsanlässe wie Pilze aus der Eide hervorzaubert und die Jubeltage wie Runkelrüben nach Bedürfnis und Geschmack nahe

aneinander setzt. Darum berührt es ein christ- liches Gemüt immer sehr angenehm, wenn auch unsere echtkirchlichen Ereignisse in die große JubiläumSurne kommen und chrer Bedeutung entsprechend gewürdigt werden. Ein solches Jubiläum konnten wir am 19. März in unserer Pfarrkirche feiern; war eS doch, wie eS in der Fefipredigt genannt wurde, ein „goldenes Josephsjubiläum" für unsere Pfarrei. ES waren am 19. März gerade 50 Jahre, seitdem zum ersten Male der „JosephStog" auf Wunsch der Gemeinde und mit Genehmigung der kirch­lichen Behörde als hehrer kirchlicher Feiertag be­gangen wurde. Aus diesem feierlichen Anlasse war der Empfang der hl. Sakramente sehr zahl­reich; der Gesellenverein, ein Schutzkind des hl. Joseph, hatte Generalkommunion. Herr Kuratus Froehlich aus Langenselbold hielt eine der Be­deutung des TageS entsprechende Festpredigt und brachte darauf unter Assistenz deS Herrn Pfarrers Hüber und deS Kaplans van den Locht aus Rasdorf ein feierliches Hochamt mit Te Deum dar. Der Gottesdienst wurde sehr gehoben durch exakt vorgerragene Lieder seitens der Schulkinder. Am Abend war im Gesellenhause eine kleine Feier, wo Herr Pfarrer Hüber durch eine Ansprache und Herr Kaplan Harnia durch einen lehrreichen Vortrag zur Feier des Tages beitrugen. Möge der hundertjährige Gedenktag von unteren Nach­kommen im selben kirchlichen Geiste gefeiert werden.

[] Zrörubach, 19. März 1904. Heute nach­mittag ereignete sich hier ein entsetzlicher Un­fall. Der "Sauer Joseph Wiegand aus Wölf, dem die Pftrde mit einem schwerbeladenen Wagen durchgingen, wurde auf dem Wege von Dittlofrod nach Körnbach überfahren. Der mit Baumstämmen beladene Wagen ging dem Unglücklichen über den Leib und verletzte ihn derart, daß er nach kurzer Zeit den Geist auf­gab. Die Herbeieilenden konnten den Schwer­verletzten nur als Leiche nach dem Dorfe bringen. Er hinterlaß eine Frau mit sieben unmündigen Kindern. Ein so plötzlicher Tod dürfte für viele ein ernster Mahner fein, sich immer bereit zu halten, vor dem Richter zu erscheinen.

—* Schleid-Motzlar, 19. März 1904. Am Mittwoch schied von hier unser allverehrter Herr Pfarrer Delmhorst, nachdem er fast 5 Jahre eine segensreiche Tätigkeit unter uns entfaltet hatte, um in feinen neuen Wirkungskreis als Pfarrer von Volkmarsen einzutreten. Es ist hier nicht der Ort, aufzuführen, wie frucht- btingenb der Scheidende als Seelsorger in hiesiger Pfarrei gewirkt, nur das eine sei hnvorgehoben, daß er "sich über die Grenzen der Gemeinde hinaus allgemeiner Beliebtheit erfreute. (Ein be­sonderes Verdienst erwarb er sich durch die Neuherrichtung der Kirche in Schleid und durch den Umbau der Filialkirche in Motzlar. Herr Pfarrer Delmhorst war auch der ^Begründer der Darlehnskasse Motzlar-Schleid, und mancher weiteren gemeinnützlichen Einrichtungen. Möge Gottes Segen auch seiner weiteren Tätigkeit beschieden sein!

* Wächtersbach, 19. März 1904. Gestern morgen verf hied hier an den Folgen eines Herz­leidens Prinz Max zu Nsenburg-Büdin- gen-Wächtersbach. Er war der jüngste Sohn )es vor zwei Jahren verstorbenen Fürsten gerb. Max milian zu A senburg - Büdingen Wächters­bach und dessen ebenfalls verstorbener Gemahlin Auguste, geborene Prinzessin von Hanau. Der Verblichene war erst 37 Jahre alt und nicht verheiratet.

* Gelnhausen, 29. März 1904. Dem Gew.eindewaldschützen Michael Am end zu Kempfenbrunn wurde das Allgemeine Ehren- zetchen verliehen.

**. Frankfurt, 19. März 1904. Die Automobil-Ausstellung wurde heute vor­mittag durch Oititral von Chappnis in der landwirtschaftlichen Halle eröffnet. Obrr- präsident von Wind he im, welcher an Stelle des darch Trauerfall verhinderten Prinzen Heinrich erschienen war, brachte das Hoch auf d-rr Kaiser auJ. Die Ausstellung ist sowohl vom In- wie vom Auslande sehr reich beschick:. — Wegen betrügerischen Bankerotts wurde 6er Kaufmann Hansmann auS Mann- heim verhaftet, dem am 11. Februar auf dem riesigen Hauptbahnhofe angeblich 51000 Mk. abhanden gekommen waren. Er bat, so nimmt man an, das Geld beisr te geschasst und dann einfolge deS großen Verlustes" seinen Konkurs angemeltet.

* Hersfeld, 19. März 1904. In der heuti­gen Sitzung des Kreistages kam u. a. auch lasEisenbahn-ProjektHersfeldHeim- boldshausen zur Erörterung. Herr Geheimrat v. Schleinitz machte Mitteilung von einem Schreiben des Eisenbahn-Ministeriums in Berlin und brachte zur Kenntnis, daß am 7. April ein Kommando vom Eisenbahn-Regiment in Berlin zur Vornahme der Vorarbeiten hierher kommen wird. — De Metzger-Innung hielt gestern abend eine Versammlung ab, in welcher Herr Ernst Herda zum Obermeister gewählt wurde. Ferner wurde laut der ,Hersf. Ztg.' beschlossen, der Frage der Errichtung einer eigenen Schlachtvieh-Versicherung näher zu treten. Dieselbe wird voraussichtlich bereits am 1. Juli ins Leben treten.

* Kassel, 19. März 1904. I» der gestrigen Sitzung der Stadtverordneien-Versammlung wurde der Vorschlag der Etat-Kommission, die Kom­mun al - Einkommensteuer auf 100 Proz. (um 4 Prozent), die Grund- und Gebäudesteuer uns 150 Proz. (um 14 Proz) und die Gewerbe­

steuer auf 150 Prozent zu erhöhen, »um Be­schlüsse erhoben.

* Bo» der Werra, 19. März 1904. Ja Altenburschla starb die alleinstehende Witwe Marg. Di-tz-l, die sehr einfach lebte. Beim Oeff- nen eines Schrankes wurden gegen 50,000 Mk in bar und Wertpapieren gefunden.

* Marburg, 19. März 1904. In der letzten Sitzung deS Gewerbevereins wurde u. a. angeregt, daß es wünschenswert fei, wenn möglich, wie es bei den Handelskammern der Fall ist, sämtlichen Beitragspflichtigen zu ben Kosten der Handwerkskammer daS Recht ein» geräumt würde, sich an den Wahlen znr Handwerkskammer zu beteiligen, gleichviel, ob sie einer Handwerker-Korporation angehöre» oder nicht.

* Gießen, 19. März 1904. Aus dem „Taufstein", dem höchsten Punkte des Vogels bergeS, soll ein Bismarckturm gebaut werden Die Mittel (etwa 12000 Mark) werden haupt­sächlich von den Vereinen der Vogelsberger Höhenklubs aufgebracht.

* Bingen, 19. März 1904. Der Abge­ordnete für Bingen Stadt im hessischen Landtag, Herr Jakob Pennrich, Mitglted der CentrumS- Partei, wird am 27. März sein 25jährigeS Jubiläum als Mitglied deS hessischen Ab- gcordnetenhauses feiern.

* Mainz, 19. März. Eine köstliche ve- richterstattung über die Konsekration bei hochw. Herrn Bischofs Dr. Kirstein von Mainz, dir bei den Katholiken stürmische Heiter­keit erwecken dürfte, hat sich das jüdisch-freisinnige Berliner Tageblatt geleistet. ES meldet aul Mainz: „Die feierliche Konsekration und In­thronisation des Bischofs Dr. Georgius Hemrick Kirstein wurde-heute vormittag im Dome durch den Provinzialdirektor Frhrn. v. Gager» vollzogen." — Daß eine Bischofsweihe nicht von einem Staatsbeamten, sondern stets von einem Bischöfe vollzogen wird, braucht natürlich dal Blatt von Moffe, Cohn & Comp. nickt zu roiffen. Dafür steht es stets aber in erster Reihe, wenn es gilt, die Einrichtungen der katholischen Kirche und ihre Diener zu verhöhnen.

vermischtes.

* London, 18. März 1904. DaS englisch« Unterseeboot »list gestern verloren gegangen. DaS Boot ist g-strrn nochwittag bei dem Leuchtschiff Nab von einem Dampfer überrannt worben. Die ganze Besatzung, darunter ein Leutnant und ein Unterleutnant, sird ums Leben getommen. Dal Boot, welches eine. Wasserverdrängung vou2V0 Tonne« hatte, war ein nach der neuesten Konstruktion gebautes Unterseeboot. — Wie amtlich bekannt gegeben wird, ist das untertzegangere Unterseeboot durch den Dampfer „Berwick Castle' wahrschewlich am Hinteren Trilr an der Steuerbordseile an gerannt, alS eS völlig «nter- getaucht war.

pTimste lrächnchlen wund Leiegrsmme.

W. Rom, 21. März 1904. Gestern starb hi.r der Nationalökonom Gerolamo Boc- cardo, Senator und Staatsrat. Er war der Vertreter Italiens auf der Berliner inter­nationalen Arbeiterschutzkonferenz im Jahre 1890.

W. Petersburg, 21. März 1904. Ritt­meister Jwkow vom Generalstabe, kommandiert ;ur Haupt-Jnter.danturvrrwaltung, ist nach vor­heriger Ausstoßung aus dem Heere zum Tode o erurteilt und hingerichtet worden. Jwkow bat militärische Geheimnisse und zwar die Pläne der Organisation der F-ldarmee an Japan verkauft. — Der am 10. ds. Mts. zum Tode veruree'lte Anstifter des Mordanschlages gegen Minister Ssipjagin, Veierinärarzt Gerschurri, ist ebenfalls hingerichttt worden. Die Meldungen, daß er um Gnade gebeten habe, bestätigen sitz nicht.

W Tokio, 21. März. 1904. (Reuter.) .Der Kaiser schloß die Rede, mit dec er gestern >en Landtag eröffnete, mit Worten der Aner­kennung für die Truppen, die jetzt unter unge­wohnten Beschwerden und Entbehrungen ihre standhafte Treue und Topferkeit an den Tag egten. Der Landtag nahm eine Adresse an den Kaiser an, die diesen der Ergebenheit des Parla­ments versichert und erwähnt, das Rußland )en Vertrag mit Clhina und seine den Mächten gegenüber abgegebenen Erklärungen verletzt habe.

w. wetter-veobachtunse».

21. März 1904. Temperatur 6 Uhr abends: 3,6" TetstrS. „ 7 „ morgens: —1,0’

„ 12 „ mittags: 6 2° „

Di« höchste Temperatur des »estrigen Tages de- trug 9,8r Te'stuS.

Dir niedrigste Temperatur in vergangener Nacht betrug —2,5' LelstuS

Barometerstand vsm 19 März mittag s 12 Uhr ,53, am 21. März ',51 mm.

Mutmaßliche Witterung für t>en 22. Mstrz; Nachts gelinder Frost; tagsüber sonnig, heiter.

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