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Druck und Verlag de» Fuldaer Rettendruckerei in Fulda (Harmonie). Fernsprecher Nr. 9.

M 62.

§ulda, Mittwoch, dm 16. März 1904.

31. Jahrgang.

Stadtverordneten-Versammlung.

D Fulda, 15. März 1904.

An der gestrigen Sitzung der Stadtverord­netenversammlung nahmen 25 Mitglieder des Kollegiums sowie die Herren Stadtbaurat S chir - meyer und Schlachthofdirektor Dr. Lemgen teil. Der Magistrat war durch Herrn Oberbürger meister Dr. Antoni vertreten. Den Vorsitz führte Herr Stadtverordneten-Vorsteher Gegenbaur.

Der einzige Gegenstand der Tagesordnung laulete: Fortsetzung der Etatsberatung, Nebenpläne und Hauptplan. Zunächst wird der Etat der Armenoerwaltung beraten, der in Einnahme und Ausgabe mit 72575 Mark gegen 71798.50 Mark im Vorjahre abschließt. Der Zuschuß der Stadrkasse beträgt 22 275 Mk. — Der Elat des Waisenhauses schließt in Einnahme und Ausgabe mit 12 500 Mk. (11750 Mart i. V.) ab. — Der Etat des Friedhofs schließt mit 19486.63 Mark (113775.63 i. V) ab. Der Zuschuß der Stadtkasse ist mit 665 Mark eingestellt gegen 1050 Mark im Vorjahre. — Der Etat des Stadtsaales schließt mit 13,628 Mk. (14,000 Mk. im Vor­jahre) ab. Der städtische Zuschuß ist mit 6410 Mk. (7100 Mk. im Vorjahre) eingesetzt. Sämt­liche vorstehend benannten Nebenpläne wurden wie aufgeführt, ohne erhebliche Debatte geneh­migt, nachdem die Referenten zu den einzelnen Positionen die Beschlüsse der Kommission mit­geteilt hatten.

Das Kollegium trat sodann in die Beratung des Haupt et als ein. Diese wurde vom Herrn Berichterstatter Stadtv. Künstler mit dem Be­merken eingeleitet, daß die Ausgaben von Jahr zu Jahr wachsen, während die Einnahmen mit diesen nicht gleichen Schritt halten. Das erscheine aber bei einem in fortschreitender Entwickelung begriffenen Gemeinwesen, wie es die Stadt Fulda sei, nicht auffallend. Trotzdem sei die größte Sparsamkeit bei der Aufstellung des Etats er­forderlich. Im Namen der Kommission müsse er sagen, daß der Etal mit Vermeidung aller über­flüssigen Ausgaben auf das sorgfältigste aus- geardeitet worden sei.

Der Hauptetat der ordentlichen Verwal­tung wurde in Einnahme und Ausgabe mit 779,150 Mk. (765,998 Mk. i. V.) abschließend festgesetzt. In der außerordentlichen Ver- waltung schließt der Hauptetat mit 448,246 Mk. (431,566.44 Mk. i. V.) Im ganzen wurde der Hauptetat in Einnahme und Ausgabe aus 1,227,896 Mk. (1,197,564.94 Mk. i. V.) festg«. stellt. Die einzelnen Titel und Positionen fanden eine glatte Erledigung, ohne nennenswerte Dis­kussion.

Wir heben aus dem Hauptetat die folgenden Zahlen hervor: Für Besoldungen und Renume- rationen sind 66,558 Mk. eingestellt, für Ruhe­gehälter und UnterstÜMNgen 7,494.14 Mk. Für die Schulden der Stadt sind 99,378.39 Mk. an Zinsen zu zahlen. Die Kosten für das öffent­liche Abfuhrwesen sind zu 24,660 Mk. veran- anschlagt. Die Straßenbeleuchtung beziffert sich auf 34,575.45 Mk. Armenpflege und Wohl­tätigkeit steht mit 22,351 51 Mk. verzeichnet. Für die Volksschulen werden aus der Stadtkasse gezahlt 103,362.79 Mk., für die Alterszulage­kasse der Lehrer und Lehrerinnen 18 500 Mk., für die Ooerrealschule sind 27,280 Mk. einge­stellt, für die Vorschule der höheren Lehranstalten 5300 M., gewerbliche Fortbildungsschule 2550 M., kaufmännische Fortbildungsschule 3950 Mk. Die Gesamlkosten für das Schulwesen belaufen sich cuf 187,028 79 Mk. Die Ausgaben für die Steueroerwallung 20,351.48 Mk., unvorher­gesehene und unbestimmte Ausgaben 10,136 Mk

Der Fehlbetrag im diesjährigen Hauptetat beläuft sich auf 212 492.10 Mk (210 647.82 Mk. L V.), welcher durch direkte Steuern wie folgt aufzubringen ist: 150°/0 Zuschlag zur Grund­steuer (2254 50 Mk.), 15O°/o Zuschlag zur Ge> bäudesteuer (58 860 Mk.), 109°/0 Zuschlag zur Gewerbesteuer (24 910 Mk ), lO9°/o Zuschlag zur Betriebssteuer (1917.60 Mk.), 109% zur Ein­kommensteuer (124 550 Mk). In diesen Zu­schlägen sind 15«/, für die Hebung der Kreis- und Bezirkssteuer, welche mit 32,900 Mk. im Etat figuriert, enthalten.

Der Etat des Kasernen-Neubaues kann nicht festgestellt werden, da bekanntlich die Abrechnung noch nicht vorliegt. Das ^Kolle­gium nimmt daher lediglich von der Aufstellung dieses Etats Kenntnis. Es gelangte einstimmig ein Antrag des Finanzausschusses zur Annahme,

den Magistrat zu ersuchen, bei der Intendantur auf Beschleunigung der Abrechnung über den Kasernen-Neubau hinzuwirken.

Bei der Beratung des Schlachthaus­et als, den die Versammlung in Einnahme und Ausgabe auf 222 197 Mk. (216 339 Mk. i. V) festsetzt, wird ein Antrag der Kommission auf Elnrrchtung eines Trichinen - Schauamtes im STlachthause genehmigt. Kosten entstehen der Stadt durch diese Einrichtung, die sowohl im Interesse der Metzger wie der Trichinenbeschauer liegt, nicht. Es werden 5 Trichinenbeschauer endgiltig und ein Hilfs-Trichinenbeschauer ange­stellt.

Schluß der Sitzung: 101/* Uhr. Nächste Sitzung: Samstag, den 19. März.

[] ver hereroausftand in veutsch- Züdwestasrlka.*)

In Windhuk, dem Hauptorte der Kolonie Deutsch-Südwestofrika, haben bekanntlich die Oblaten eine Missionsstation, die seit Jahren eine segensreiche Wirksamkeit entfaltet. Durch den Aufstand der Hereros ist nun auch diese Mission stark in Mitleidenschaft gezogen. Nachstehend veröffentlichen wir nun eine Reihe von Briefen, oie von den Angehörigen der Mission in der ersten Zeit 'der kriegerischen Vorgänge geschrieben worden sind:

Absender: P. Krein, 0. M. I.

Windhuk, 5. Febr. 1904.

Krieg! Wer hätte es gedacht, daß ich so kurz nach meiner Ankunft die Schrecken des Krieges erfahren würde. Die Hiobspost ist sicher in alle Welt hinausgedrungen, aber die Tat­sachen getreu wiedergeben, kann sie nicht. Ohne Kleider kamen einige Flüchtlinge nach hier und meldeten einfach Haarsträubendes. Mit welcher Grausamkeit die wilden Horden die armen Farmer binghschlachtet und verstümmelt haben, spottet jeder Beschreibung.

Eine junge Katholikin, die wir vor kurzem einem kalholftchen Farmer angetraut hatten, mußte sehen, wie man ihren Mann gegen die Wand und aleich einem tollen Hunde mit Kirris totschlug. Sie selbst entging mit Not den Ver­folgern.

Eine Mutter, die auch noch entkam, mußte noch sehen, wie man ihren kleinen Liebling zwischen Tür und Pfosten zu Brei drückte

Herr Pfinster, ein guter Freund der Mission, ist mit Kirris halbtot geschlagen worden. Die Brust durchschossen, hielt man den Besinnungs­losen für tot, entkleidete ihn und ließ ihn liegen. Mit dem Kleide einer neben ihm erschlagenen Kaffernsrau angetan, entkam er den Herero, die ihn später mehrere Tage hindurch suchten. Er entkam ihnen nur, weil er hinter Klippen Deckung suchte und die Dunkelheit der Nacht ausnützte.'

Doch wozu in's einzelne übergehen. Ganz Mittel- und Nord-Deutsch-Südwestasrika ist Augenzeuge eines Blutbades geworden, wie es einzig in der Geschichte der Kolonien dastehen dürfte. Nicht einen der vielen hingeschlachteten Katholiken haben wir bisher in gesegnete Erde begraben können.

Epukiro ist verlassen. Eine Betschuane brachte uns die Kunde, daß der Distriktschef Streitwolf von Gobabis einige Soldaten nach Epukiro ge­schickt hatte, die Missionäre zu holen. Im Nu war alles reisefertig; aber schon halbwegs empfing die kleine Karawane heftiges Feuer aus den Büschen. Man kämpfte um's Leden und der Feind hatte einen Verlust von drei Toten.

Ob Ammuis rechtzeitig von P. P. Weiler und Jäger verlassen worden ist, ist fraglich, aber wohl zu hoffen. Nachrichten haben wir ke ne. Wir wissen nur, daß einige Soldaten nach dort geritten sind.

Augenblicklicy find gegen 40 Soldaten in den vielen, teils großen Gefechten getötet oder ver­wundet worden. Schon in den ersten Tagen hatten wir hier ganz in unserer Nähe 7 Tote und mehrere Verwundete.

Unsere 13 Brüder stehen unter der Fahne. Wir 4 Patres von Groß- und Klein-Windhuk find Sanitätspersonal.

Bitten wir, daß der Friedenseiigel wieder bald über unser liebes M-sstonSfeld tzernieder- schwebe und uns ruhigere Tage beschießen sind.

')(BuSführltcheBerichte,wiesieausder Feder der Missionäre stammen, über den Äufstmd und das Herelovolk in seinen Sitten und Gebräuchen finden sich in der Marien- und Missionszeilschrift ,Maria Immaculata', Redaktion unv Verlag m Hünfeld bei Fulda Ein Abonnement dieser Zenschrist — pro Jahr 2 Mark — sei warm empfohlen. Es wäre ein Scherfl-in für die schwergeprüfte Mission in Deutsch

Absender: Bruder Fr. Rietsch 0. M. I. Windhuk, 6. Febr. 1904.

Teile in kurzen Worten mit, daß ich seit dem 13. Januar Soldat bin bei der Besatzung von Windhuk. Wir sind noch alle am Leben. In Epukiro soll P. Watterott mit den an­deren beschossen worden und geflüchtet sein. Jetzt sind sie alle in Sicherheit. Vielen Gruß.

Absender: Bruder Aug. Perkasch 0. M.L, Landsturmkompagnie.

Windhuk, 8. Febr. 1904.

Vielleicht haben Sie auch schon was von dem hiesigen Kriege gehört. Es geht hier toll zu. Man zählt bis jetzt 200 Ermordete und Gefallene. Auch unseren Brüdern hat es ge­blüht, die Uniform anzuziehen. Windhuk ist ziemlich verschont geblieben. Hingegen sind die meisten Ortschaften zerstört, geplündert, das Vieh gestohlen, die Eisenbahn zerstört. Hoffentlich wird es bald besser gehen. 200 Mann sind schon von Deutschland hier, andere unterwegs. Bruder Ob er le ist Koch in der Truppenküche und muß hier für ganz Windhuk kochen. Gruß an alle Patres.

Absender: Bruder Lehnert O. M. I, Landsturmkompagnie.

Windhuk, 10. Febr. 1904.

Ich übersende diese Karte. Bei dieser Ge­legenheit einige Neuigkeiten. Gegenwärtig herrscht hier eine große Unruhe. Es sind schon an 80 Leute gefallen und ermordet. Dazu kommen noch Unbestimmte 90, und Verwundete weiß ich noch nicht. Jetzt bin ich Soldat.

Absender: Derselbe.

Es sind viele weiße Leute gefallen und er­mordet. Gegenwärtig sind alle Brüder Sol­dat-n, und geht man fleißig Wache und Posten. Der Krieg dauert fort. Bald kommt Hilfe aus Deutschland. Gruß an alle.

Absender: Bruder Fr. Ritsch O. M. I., Landsturmkompagnie.

Windhuk, 18. Febr. 1904.

Zunächst viele Grüße aus Afrika. Heute sind wir wieder entlassen worden. Jeder hat das Gewehr behalten, wir auch. Wenigstens bin ich doch 4 Wochen Soldat gewesen und habe einen Krieg mitgemacht. Gott sei dank haben mich die Schwarzen nicht erwischt. Vielleicht später. Nun geht's wieder ans Schustern. Viele Grüße.

Absender: P. K ieger 0. M. L, Feldgeistlicher.

Auf dem Wege nach Karibib.

Ich verließ Swakopmund am 18. Januar mit den ersten Matrosen, welche uns von Kapstadt aus zu Hilfe eilten. Das ganze Land bis Windhuk ist verwüstet und eine gute Anzahl Kolonisten ermordet. Alle Plätze sind bedroht. Unsere Aufgave soll sein, Okahandja zu entsetzen. Leut­nant von Zülow mit seinen 80 Mann gelang es, Gott weiß unter welchen Schwierigkeiten uns Gefahren nach Okahandja zu kommen. Die Eisen­bahn ist zum Teil zerstört, die Brücken sind ab- gebrochen und unaufhörliche Regengüsse verhindern ungemein das VorwärtSkommen. Eine kleine Patrouille von 27 Mann wurde mit einem Ver­luste von 5 Mann, unter ihnen der junge Offizier Boysen, zurückgewoifen. Wir haben hier wettere 2 Mann verloren und 3 Schweroerwundete. Nur wenige Farmer konnten ihr Leben retten. In 2—3 Tagen wird der Feind bei AlbrechtShöhe angegriffen werden. — Welch trauriger Krieg! Die 360 Herero der Otaoibahn wurden an Bord eines Dampfers gebracht. Wo werden wir in 8 Tagen sein? Gott allein weiß es. Aber, Gott und die Pflicht. Betet für mich.

Absender: Derselbd.

Karibib, 23. Jan. 1904.

So bin ich denn mit einem Schlage als Feldgeistlicher im Feldzüge. Aufgebrochen von Swakopmund am 18. Januar mit dem ersten Matroientransport, die in aller Eile von Kap stadt kamen. Scyon gleich am ersten Tage be­fanden wir uns im feindlichen Lande. Eine Menge Hereros mit Gewehren und K rris be­waffnet, hatten die Eisenbahn zerstört. Wir besser ten die Schäden aas und beeilten uns nach Karibib zu kommen, das fest einigen Tagen bedroht wurde. Unsere Aufgabe hier besteht darin, die Eisenbahnverbindung w-ederherzustellen, die auch zum Teil durch die großen Regengüsse, die unaufdö'lich dies Jahr fallen, zerstört wurde; ferner Okahandja, den Hauptsammelort der Herero, zu befreien Aber schon gibts auch ringS um uns Kämpfe und G fechte. Man kennt noch nicht genau di- Anzahl der gefallenen Soldaten.

Ein Offizier und 3 seiner Leute, welche von Windhuk kamen, um Okahandja zu befreien, sind gefallen. Die übrigen wurden nach Windhuk zurückgeschlagen.

Ww haben noch keine Nachricht von unserer Landeshauptstadt und von dem hochw. P. Prä­fekten. P. Ziegenfuß ersetzt ihn im Süden. Die Farmer an der Strecke Karibik»-Okahandja sind zum größten Teil in die Hände der grausamen Herero gefallen. Hier haben wir 2 Leute ver­loren und 3 Schwerverwundete, andere werden vermißt. Wir gedenken in 2—3 Tagen auf den Feind zu stoßen. Aber wir sind so wenige gegen die Tausende. Der Orkanreaen hindert unsere Bewegungen. Was werden uns die nächsten Tage bringen? Gott allein ist es bekannt. Ich bin unter seinem Schutze auf meinem Posten. Gedenket meiner im Gebete.

Absender: Derselbe.

Seeis, 8. Febr. 1904.

Ich führe das Feldzugsleben seit dem 18. Januar. Es fiel mir schwer, mich daran zu ge­wöhnen. Wir sind auf dem Marsche nach Gobabis mit starker Macht. Soeben vernehme ich, daß Leutnant Streitwolf die Patres von Epukiro in Sicherheit bringen ließ. Es ist sicher, daß sie sich nun in der Feste von Gobabis be­finden: Sie P. P. Watterott, Filliung, Krist und die Brüder Kieper und Bast. — Die Patres von Animuis befinden sich noch sehr wahrscheinlich auf der Station. — Gruß.

Absender: Hochw. Präfekt P. August Nachtwey 0. M. I.

Windhuk, 10. Jan. 1904.

Zwei Tage vor Weihnachten bin ich vom Kriegsschauplätze aus dem Süden zurückgekehrt. Einmal weil es mir meine Amtsgeschäfte nicht gestadeten, auf längere Zeit von Windhuk weg zu sein, und dann, weck das Kommando die ganze Kriegsgeschichte für erledigt hielt. Auf der einen Seite hatte das von Hauptmann von Koppy bei Sandfonlein gelieferte Gefecht den Feind in die Flucht geschlagen, ohne ihm aller­dings in die furchtbare Oede und Zerklüftung der Gebirge und Wüste t folgen zu können. Auf der anderen Seite meldete uns Hauptmann von Burgsdorf mit Hendrik Witboi und dessen Mannen, die Bondelswarts der Karrasberge seien ruhig und friedlich. Auch sei die Dürre und der Mangel an Futter so groß, daß sie von ihren Pferden keinen Nutzen mehr hätten und zu Fuß die Hottentotten in den Seitenrioieren aussuchen müßten, weil diese fich in ihren früheren Sitzen am Hauptwege nicht mehr hätten halten können.

Angesichts dieser Tatsachen machte ich mich auf den Heimweg nach Windhuk, das ich zwei Tage vor Weihnachten erreicht habe. Leider hat sich die Lage recht schnell geändert. Herr von Burgsdorf, der einen baldigen Frieden in Aussicht gestellt halte, mußte einen Angriff aus- halten, in welchen auf seiner Seite einige Farbige gefallen sind. Oberleutnant Böcklin soll auch ein Gefecht gehabt und von seinen Bastards, deren Führer er war, feige verlassen worden sein. Die Engländer haben ihm den Gefallens?!) erwiesen (da er sich jenseits des Orange-Fluffes befand) ihn zu entwaffnen. Daraufhin haben sich alle Bondelswafts zusammengeschlagen und behaupten fich nun in den unwegsamen Karras- Bergen. Was im Schutzgebiete an Soldaten hat aufgebracht werden Wunen, ist nach dem Süden abkommandiert worden. Sogar Omaruru im Norden hat feine Kompagnie unter Haupt­mann Franke dorthin geführt. Angesichts dieser Wendung des Geschicks ist der hochwürdige P. Ziegenfuß als Militärgeistlicher am 27. Dezember abgezogen.

Was man befürchtet, ist heute Tatsache ge­worden. Auch den Eingeborenen konnte die mangelhafte Bewaffnung der Schutztruppe kein Geheimnis bleiben. Die Herero, die ihre frühere Demütigung immer noch nicht verschmerzt haben, stehen bewaffnet da! Aus Okahandja, ihrem Hauptsitze, ist diese Nacht gedrahtet worden, daß 300 Herero angriffsbereit stehen. Was an Landwehr aufgeboten werden kann, geht in die Front. Wir schließen uns mit unseren Laien­brüdern nicht aus. Gebe Gott, daß die Gefahr bald vorüberzieht und die Entw cklung unserer Werke nicht allzusehr darunter leidet.

(Schluß folgt.)

WefUiaeti. -rud Anzeigenteil