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lvochenbeiiage:„Illustrierte§onntag;zeitong" Monakbeuage: „Saldier Seschichirblätter". "sS^Tt1
zulda, Freitag, dm 11. März 1904. 31. Jahrgang.
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। erstes Blatt ,
Iwei Krbinnen
Bon Klara Rheinau.
* weiteres Mer die Aufhebung des § 2 des Zesuitengesctzes.
Wenn das „ganze evangelische Deutschland" hinter dem Evangelischen Bunde stünde, wie er immer behauptet, dann hätte der Bundesrats beschieß vom Dienstag einen einmütigen Schrei der Entrüstung int protestantischen Volke Hervorrufe« müssen. Soweit die Presse die öffentliche Meinung widerspiegelt, ist das aber ganz und gar nicht der Fall. Die liberalen und zesuitenfeindlicken Blätter sind zwar recht ärger- Üch, aber bei allem Zorn find fie meist gleich bemüht, Vas Unvermeidliche mit Würde zu tragen. Sie wollen sich nicht in die Unkosten einer zwecklosen Entrüstung stürzen, sondern denken mit der,Post', daß an dem Beschlüsse nun nichts mehr zu ändern sei und man sich in die Aufhebung des § 2 des Jesuitengesetzes als eine vollendete Tatsache fügen müsse. So denkt auch offenbar die große Masse des pro- testantlschen Volkes, die sich durch die Agitation des Evangelischen Bundes überhaupt keinen Augenblick hat erregen und mit der Jesuiten- ßefahr ängstigen lassen.
SDit im Geiste des Evangelischen Bundes geschriebene Presse tobt allerdings unbestellt sich an, als ob nun alles zu orundk gehe. Nur will es ihr nicht recht gelingen, ihren Zorn sachlich zu begründen. Mil einem Gesetzesparagraphen, der nach ihrer eigenen Behauptung keine oder nur ganz geringe praktische Bedeutung hatte und feit Jahren keine Anwendung mehr fand, der als g eh ä ss ig es und verletzendes Ausnahmegesetz längst sogar von nationalliberalen Kulturkämpfern verurteilt worden war, ist doch nicht viel anzufangen. Man mag ihn drehen und wenden, wie k:3R will, tra t vermag nicht nachzuweisen, daß sich mit seiner Aufhebung an den be- Sehenden Zuständen etwas nennenswertes ändere. So nimmt man denn seine Zuflucht zu geschwollenen Phrasen, bei denen man sich zwar nichts Greifbares denken kann, die aber bei dem urteilslosen Leser Zorn und Entsetzen zu erwecken geebnet find. Da ist „der Staat vor den Ansprüchen der römischen Hierarchie zurückgewichen", der „Ultramontanismus treibt die Flutwelle seiner Herrschaft über Deutschland hinweg"; „in Scharen, »erden bald die Jesuiten kommen und im Land der Reformation an deren Vernichtung arbeiten, des Deutschen Reiches Größe in seinen Wurzeln lockern"; der Bundesratsbeschluß „wirkt für die Mitglieder der evangelischen Kirche wie ein Stoß ins Herz und wie ein Schlag ins Gesicht dec evangelischen Kirchendrhörden"; er ist „der Zusammenbruch" ; die Regierung ist damit „auf den bedauerlichen Standpunkt eines haltlosen Geschäfts- Ministeriums herabgesunken, das sich jeder sittlichen «nd kulturellen Förderung der Station begeben
18 --------- (Nachdruck verboten.)
Fortsetzung aus dem zweiten Blatt.)
,0, Fräulein Förster hat ganz andere Pläne," schattete Frau Lindemann h-stig ein. Die Aussicht, einiger Schülerinnen beraubt zu werden, war eine Folge des Gesanges, auf die sie nicht gerechnet ha'te. „Ich glaube nicht, daß Geldvorteile fie abwendig machen könnten, von ihren — Träumen!“
Es war eine taktlose Anspielung die Elly wohl verstand, denn Frau Lindemann pflegte über ihre Belobung, von der Fräulein Oswald sie in Kenntnis «setzt hatte, stets spöttische Bemerkungen zu machen. Im Aug'nblick hatte ihre kleine Bosheit den gewüwch- ren Erfolg; denn Elly zog sich rasch in ihre Ecke Srück, wo fie still im Zwielichte saß, bis die Hender- is kamen, um sich von ihr zu verabschieden.
„Wir wollen mit unserer Bella noch ein« Tour über den alten Kontinent machen, ehe wir fie hier lassen", sagte der Vater. „Wie uns Frau Lindemann «itteilte, werden Sie vor unserer Rückkehr weggehen, B müßte denn gerade sein, daß Sie über mem Anerbieten noch anders denken lernen. Wäre dies der Hall, lo {ragen Sie nur in den nächsten drei Tagen an Hotel Britanniqae nach Ralph Hevderson und bringen Eie ihm die angenehme Nachricht. Und nun kben Sie wohl, Fräulein Förster, icy wünsche Ihnen «Les Angenehme für die Zukunft.“
Herr Hende.son hatte mehr im Scherze gesprochen und legte seinen Worten auch keine weitere Bedeutung bei. Beide ahnten nickt, daß schon die nächsten Stunden töte unerwartete Annäherung für sie bringen sollten.
Die erste Post des folge*bei Tage» brachte Elly Wieder nicht». Aber al» fie vm elf Uhr das Hau» »erließ, um fich woMöglich vei Freu Werfe ein Unter
hat"' sie „beging am sittlichen Gedanken des Deutschtums ein Verb.echen", „unrühmlichen Verrat"; man sieht als „Schluß der Entwicklung" bereits, wie „die Hohenzollern, reumütig zurück- gekchrt in den Schoß der römischen K rche, ihre Krone vom Papst zu Lehen nehmen" usw.
Derartige Wutausbrüche bezeugen nur, wie schwer man im Evangelischen Bunde die Niederlage empfindet. Sich weiter mit ihnen zu beschäftigen lohnt fich nicht. In ein paar Wochen regt sich doch niemand mehr über den § 2 des Jesuitengesetzes auf. Die Bündler bemühen fich umsonst. Protestantische Abgeordnete haben die Aushebung der Ausnahmebestimmung beantragt und dem Anträge eine Mehrheit verschalst. Mit dieser einen Tatsache fallen alle die wütenden Behauptungen von dem „Stoß tn's Herz", dem „Verrat am Protestantismus" u. f. w. zusammen. Die schrecklichen Folgen, die der BundesratSbeschluß hrben soll, werden durch die nüchtere Tatsache als Gespenster erwiesen, daß nach vielen Zeugnissen von protestantischer Seite an dem bestehenden Zustande in der Praxis so gut wie nichts geändert wird. Was will man denn also eigentlich mit dem ganzen Spektakel?
„Ja, aber die Nachgi b gkeit der Regierung gegen das Zentrum", heißt es überall. Zunächst Haden wir es mit einem wiederholten Beschlüsse nicht des Zentrums, sondern der großen Mehrheit des Reichstages zu tun, dem der Bundesrat zugestimmt hat. Man sollte meinen, daran könnten am allerwenigsten liberale Blätter Anstoß nehmen, die doch selbst verlangen, daß die Regierung die Wünsche der Mehrheit erfüllen müsse. Allerdings ist die Aufhebung des § 2 vorzugsweise dem Zentrum zu Gefallen geschehen. Aber warum soll das ein Verbrechen sein? Ist die Aufhebung nicht schon ein Gebot der einfachsten Gerechtigkeit? Man wird doch nicht den Grundsatz aufstellen wollen, daß eine cerechte Forderung deshalb unerfüllt ble ben müsse, weil auch das Zentrum dafür emlrefo Es mag ja manchem nicht gefallen, daß die Regierung auf das Zentrum einige Rücksicht nimmt. Aber sie ist' doch nun einmal auf dasselbe angewiesen, und jede Partei, bei der das der Fall ist, verlangt Rücksichtnahme und erfährt sie. Wenn die Regierung dem Zentrum zu Liebe etwas täte, was dem allgemeinen Wohle schädlich wäre oder die Rechte und Interessen eines Teils der Bevölkerung verletzt, so wäre der Unwille darüber durchaus berechtigt. Die Aufhebung des § 2 des Jesuiiengesetzes aber bedeutet doch keine ungerechtferti-te Bevorzugung der Katholiken, sondern die Beseitigung eines gehässigen Aus- nahmegesetzes. Andere Parteien, die im Parlamente ausschlaggebend find, pflegen nicht so bescheiden zu sein.
Aufhebung des § 2 des Jefuitengefetzes abgegeben worden sein. Andere Lesarten besagen, die Aufhebung sei mit ♦/» der Stimmen oder „mit großer Mehrheit" beschlossen worden. Die,Leipz. Ztg/ erklärt, daß die sächsischen Stimmen gegen die Aufhebung abgegeben worden seien. Das versteht sich von selbst. Die Meldung, Sachsen habe sich wie Hessen der Abstimmung enthalten, klingt nicht sehr glaubhaft. Denn die sächsische Regierung mußte doch erwarten, daß sie im Landtage über ihre Stellungnahme intet« pelliert werden würde, und dann würde es bei den konfessionellen Heißspornen doch sehr böses Blut machen, wenn sie bekennen müßten, sie hätten „nicht den Mut zu einem Nein gehabt". Im braunschweigischen Landtage ist bereits eine Interpellation der braunschweigischen Regierung über die Abstimmung eingebracht worden. Alle Interpellationen können indessen an dernollendeten Tatsache nichts ändern. Es wird versichert, daß der Reichskanzler sich jedes Versuches, einen Druck auf die Bundesrats-Mitglieder auszuüben, enthalten habe. Eine Mehrheit soll schon seit längerer Zeit sicher gewesen sein.
(?) Die Meldung, daß dem Reichstage in nächster Zeit eine Vorlage wegen Gewährung von Reichstags Diäte» zugehen werde, wird von verschiedenen Seiten sür falsch erklärt.
[*] Die Nebeubohvvorlage sieht neue Bahnoauten mit einem Kostenaufwande von rund 80 Millionen Mk. und außerdem 27 Millionen Mk. für die mit dem Neubau des Bahnhofs Hannover zusammenhängenden Bahnstrecken vor.
* Der Rücktritt des Genosse» Göhre von seiner iächstschen Reichstagswahlkandidatur ist, wie der .Reichsbote" von unterrichteter Seite erfährt, die Folge eines eigenartigen, echt sozialdemokratischen Handelsgeschäftes, das zwischen dem Vertreter des Berliner sozialdemokratischen ParteiiwrstandeS ReichstagSabgeord- Gerisch und dem sächsischen Agitationskomitee einerseits und dem Kandidaten Göhre und dem Kreiskomiiee in Chemnitz andererseits abgeschlossen morden ist. Auf Gruns dieses Kuhhandels erhält „Genosse" Göhre gegen seinen Verzicht auf die Kandidatur und „das bindende Versprechen, bis zum Wahltage im Kreise nach Kräften für Pmkan (das ist der von den Oberbonzen der Partei proklamierte Kandidat. D Red.) zu agitieren", die Zusicherung, daß ihm bei späterer Gelegenheit „von Parteivorstandsseite eine Kandidatur angetragen werden foU"._ Da dieser Handel perfekt geworden ist, so erhält nunmehr das Kreiskomitee „die Männer und Groschen zum Wahlkampfe", die ihm nämlich für die Kandidatur Göhre versagt worden waren. Trotzdem und alledem — und daS ist wieder charakteristisch für die Einheit der Partei — können aber die „Genossen" des Wahlkreises die Dikiatur der Parteigewaltigen noch nicht ganz verschmerzen. Denn eine sozialdemokratische Wählerversammlung in Olbernhan, in der Göhre als ein Mann, der sich mit kindlichem Gehorsam der Partei- raison unterwirft, für den „offiziellen" Kandidaten Pinkan eingetreten war, nahm folgende Resolution an: „Die im Gasthofe zum „deutschen lassen. Ich selbst, sowie viele andere haben die Bemerkung gewacht, daß eine Tame in unserer um mittelbaren Nachbar chaft, aus deren B sitzung mein Bruder seit feiner Rückkehr beschäftigt ist, eine warme, lebhafte Steigung für ihn zeii-t. Ich glaube fast, daß er diese Neigung erwidert und seine Erklärung nur ausschiebt, weil er daS Band noch nicht gelöst bat, das ihn an <S e binde'. Diese peinliche Aufgabe möchte ich hiermit zu erleichtern suchen. Ich bedauere unendlich, wenn ich Ihnen Schmerz bereiten muß. Aber ich denke sicher, daß ferne eigenen Briese Sie schon einigermaßen daraus vorbeiket haben. Ick Hesse zuversichtlich, daß Zeit und Entfernung Ihre Gefühle für ihn hinreichend beeirflußten, um Sie geneigt zu machen, auf Ihre Ansprüche zu verzichten Möge die Zukunft Sie reichlich daur em schädigen, daß Sie ihm tine Heirat ermöglichen, die in jeher Hinsicht so außerordentlich passend für ihn ist. Mit der Bitte um gütige Antwort verbleibe ich, verehrtes Fräulein
Ihre ergebene
Mathilde Wilson."
Einige Minuten lang saß Ellh wie gelähmt. Die grausamen Wo te verschwommen in entsetzlichem Wirrwarr vor ihren Augen. „Repinold liebt fie nicht mehr! er toartde nur aus seine Befreiung von ihr, um einer andern seine Neigung zu erklären!" Ihre ganze Seele bäumte fich gegen eine solche Möglich- keck auf.
„Es ist ein« Lüge, eine Lüge! Er kann nicht falsch sein, während ich ihm treu bleibe", r cf es in ihr, uab all ihre Liebe, all ihr Bertranen wallten noch einmal leidenschaftlich in ihrem Herzen auf. Jede Fiber an ibr erzitterte in namenlosem Schrecken, und etn unsägliche» Weh drückte fich in ihren seinen Zügen au». Ein vorüberlaujoure» Kind deutete mit dem Finger auf fie.
„Mamsell ist krank", rief e» seinen Kameraden zu und voll Angst davor, noch weitere Aufmerksamkeit zu erregen, erhob Elly fich fest taumelnd und überlegte,
Deutsches Reich.
Berlin, den 10. März 1904.
** Im Bundesräte sollen nach einer Zeitungsmeldung über 40 Stimmen für die kommen zu sichern, touroe ihr unter der Tür ein Bries ein gehändigt. Sie erbl ck e die deutsche Marke, und ihr He-z schlug hoch auf,' al» fie ihren Schatz in die Tasche schob und weiter eilte, um ein ruhig- s Plätzchen im Park auszu^uchen, der um diese Stunde nur von einigen weißbehaubten Kindermädchen und deren Schützlingen belebt war. Ein Ausruf der Ueber- raschnng enisuhr ihren Lippen, eh-- fie nur ein Wort gelesen hatte. Sie betrachtete nochmal» die zerrissene Brieshülle und bemerkte letzt, wa» ihr zuerst entgangen war: weder Brief noch Adresse waren von Reg naldS Hand. Die Schriftzüge schienen ihr indessen nicht fremd, sie mußte dieselben schon einmal gesehen haben. Mit erbleichenden Wangen und an- gehaltenem Atem la» fie folgende seltsame Mitteilung:
„Brückheim, 9. August.
Wertes Fräulein!
Obschon wir einander nicht persönlich bekannt find, muß ich doch den sehr ernst n Schritt tun, Ihnen über eine Angelegenheit zu schreiben, die für mick und wohl auch sür Sie von tiefstem Interesse ist. Mein Bruder Reginald Ravenstein wvh»l seit seiner Abreise von Brüssel in meinem Hause, und obschon er Ihre» nie bei mir erwähnte, habe ich doch aui Umwegen erfaßten, daß Ihre gegenseitigen Beziehungen einst mehr als freundschaftlich waren. Mem Bruder ist von Natur so zurückbaltend, daß ich unmöglich mit ihm selbst über die Sache spreche» kann, obschon ich deutlich sehe, wie sehr ih« der Gedanke daran quält und martert. Ich b-trachte eS deshalb al» eine Mich', tu Ihrem beiderseitigen Inter, sie Ihnen zu sagen, daß er alle Ursache dazu hat Eine Heirat ohne Liebe ist für keine Frau ein beneidenswertes Los, ui d ich habe sichere Beweise, daß er Ihnen, tote auch einst seine Gefühle für Sie sein mochten, nicht mehr die Neigung entgegevbringen kenn, ohne die eine glückliche Ehe nicht denkbar ist. Ob verschfodene Gründe diese Aenderung seiner Gefühle verursachten, kann ich nicht sagen: aber einen Umstand darf ich nicht unerwähnt
Hause" in Olbernhan tagende össeniljche Volks» und Wählerversammluna erklärt fich, nachdem fie Kenntnis von den Vorgängen aus der letzte« Kreisversammlung in Gelenau genommen hat, mit der Berichterstattung der »VolkSfiimme' und des .Vorwärts" über diese nicht emoerstanden. Der Bericht verschweigt gänzlich den Inhalt der von verschredenen Genossen des Kreises in der erwähnten Versammlung gehaltenen Reden; insbesondere geht aus dem Bericht nicht deutlich hervor, daß die Versammlung von Anfang bis zu Ende für Genosse Göhre eine Vertrauens- kundgebung bildet. Die Kreisversammlung verzichtete auf die Kandidatur Göhres nicht um deff- n Person willen, dazu lag kein Grund vor, sondern, wie Göhre selbst, um der Einigkeit innerhalb der Partei willen."
** Im Monat Januar d. Js find auf deutsche« Eisenbahnen — ausschließlich der bayerischen und der Bahnen mit weniger als 50 km BetriebSIänge — 6 Entgleisungen auf freier Bahn (davon 3 bei Perfonenzügen), 18 Entgleisungen in Stationen (davon 5 bet Pertonenzügen), 1 Zusammenstoß auf freier Bahn (zwischen zwei Güterzügen), 18 Zusammenstöße in Stationen (davon 1 bei einem Personenzuge) vorgekommen. Dabei wurden 2 Bahnde- dienste getötet, 2 Reisende, 7 Bahnbedienstete und 1 fremde Person verletzt.
* Aus Deutsch Südwestafrika meldet Gouverneur Leutwein, daß durch Hauptmann Puderdie Kriegslage im Bezirke Otjirnbingwe festgestellt ist. Der Gegner steht zum T-il in starker Stellung bei Oruware, weitere schwächere Äoteilungen am Liewenberg, südlich von Oruware, Oberbävptling Maharero stehl östlich von Okahandja. Der Häuptling Tetjo ist vor der Kolonne des Majors v. Glasenopp auf dem Rückzüge den Nosod aufwärts noch Onjati. Im Westen räumte der Gegner die E tjober ge und zieht sich vor der Kolonne des Majors v. Erftoiff ebenfalls nach Ontjaii zurück. Von den Herero im Nordosten liegt keine Liech richt vor.
* Weimar, 10. März 1904. Den sämtlichen acht thüringischen Regierugen ging heute ein Protest der („liberalen") Jenenser Studentenschaft gegen die Gewährung der Zulassung farbentragender kath. Verbindungen an der „rein evangelischen" Universität Jena zu. (Hoch lebe die Toleranz!)
* Gero, 10. März 1904. Die .Geraer Ztg/ teilt mit: Die Vertretung des Fürstentums Reuß jüngere Linie stimmte im Bundesrate gegen die Aufhebung des § 2 des Jesuitengesetzes.
* Dresden, 10. März 1904. Die Regierung erklärt, der sächsische Bundesrats - Bevollmächtigte habe instruktionsgemäß gegen die Aufhebung des §2 des Jesuitengesetzes gestimmt.
Parlamentarische Uachrichte».
D>e Abg. Graf Strachwitz (Ztr.) und Busch (Ztr.) haben imAbgeordneienhause
wo fie fich vor der blendenden Sonne uud den neugierigen Augen der Menschen verbergen könne.
Da ertönte das Geläute von St. Gudulas Türmen. Es Hang tote ein Rus an das arme Stink, in den heiligen Hollen des Gotteshauses seine Zuflucht zu su-sien; Elly folgte dem Ruf--, kniete in einem der wohlbekannten Kapellchen nieder, vergrub ihr Geficht in beide Hände und sandte rin stumme« Gei-et zum Himmel emvor, ein G-bet um Kraft und Stärke, diese Bürde zu tragen — fich selbst zu vergessen, wenn es so fein mußte — ihm, den sie liebte, den Weg zu« Glücke fteizugeben.
Zum Glücke — ohne fie? O, war eS so? konnte fie mit diesem Bewußtsein werter leben? Hrtte fie vielleicht in ihren Träumen von irdischem Glück, in hrem Sehnen danach das höhere Ziel aus dem Auge verloren, den Geber alles Guten durch Undank beleidigt und war d:es ihre 6trrfe dafü' ?
Ely stellte eine ernste Selbsiprüfung an Nb»r fie durfte sich sagen, daß seit ihrer Verlobung mit Reginald Rave-stein toum rin Tag verging, an dem nicht ein warmes Dankempsfoden aus ihrem Herzen ewporge- st egen war. —
Doch nun war alles vorüber — alle Freude der Vergangenheit, alle Hoffnung für die Zukunft. Sie eriumrte fich mit bitterem Schmerze, wie oft Reginald davon gesprochen hatte, daß er die Armut fürchte — um ihretwillen; wie sein letzter Brief so km z, 'v zurückhaltend und von den letzten Worten seiner Schwester beleuchte», so talt gewesen; wie zum erstenmal seit seiner Abreise eite volle Wcche vergangen war, ohne cm Leber,szeicken vrn ihm zu bringen.
Ja trauriger Reihenfolge drängte» sich diese Erinnerungen auf. Aber was allem die Krone aussetzte, war dcr Gedanke an jene Andere, die ihren Ptctz in Reginald s Herzen eingenommen hatte und nur auf ihre E nwillixung wartete, um seine Frau zu werden.
Ihre Schiäse hämmerte», itre Äugen brannten; aber keine Däne brachte ihrem übervollen Herzen Er» leichtrrmig. Blkich und schmerzzerissen verlteß fie dis