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8ulda, Donnerstag, den 10. März 1904

31. Jahrgang

Arbeits- oder Versicherungsverhältniffe auch

53. Sitzung vom 9. März 1904.

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। ■ Zweites Blatt i

flusdemReiebstag

-Bureaus und steht noch mit zwei auswärtigen VolksbureauS in Verbindung zwecks Erteilung von Rechtschutz an die Milglieder des Vereins.

am 31. Dezbr. 1903 194 263,81 Mk., dazu

Wert des Vereinshauses, die Darlehen (16 700

Dann folgte eine große Abrechnung mit dem Abg. Stöcker, wobei aber Bebel nicht gut abschnitt, obschon er alle möglichen Dinge ins Feld führte u. a. den Scheiterhaufenbrief, Luthers Anschauungen über die Ehe, die Doppelehe deS Landgrafen Philipps deS Groß­mütigen usw.

Prozeßkosten vorgeschoffen und eventuell getragen.

Vom christlichen Textilarbeiterverband ist zu berichten, daß im vergangenen Monat die verschiedenen Verbandsbezirke ihre Generalver­sammlungen abgehalten haben, auf denen über den Stand der Organisationen in den einzelnen Bezirken berichtet wurde.

Existenzfähigkeit beweisen, je mehr es ihr gelingt, die große Masse christlicher Arbeiter, die sich aus Lauheit und Gleichgiltigkeit von der gewerkschaft­lichen Organisation noch fernhalten, zu dieser heranzuziehen. Eine energische Werbetätigkeit in christlichen unorganisierten Arbeiterkreisen ver­bunden mit einer zähen Kleinarbeit innerhalb ...... _ der Organisation selbst muß das nächste und

Es werden bei wichtigen Prozessen aus dem stete Ziel der christlichen Gewerkvereine sein.

Mark), Bureaueinrichtungen und Bibliothek er­gibt ein Gesamtoermögen von 247 763,81 Mk. Der Verein hat vier Rechtschutzbeamte und

düse einen Schemel herbei, schob den Hut von ihrer erhitzten Stirn zurück und fragte:

„Müssen Sie allein sein? Kann niemand von den Ihrigen bei Ihnen bleiben?"

Frau Stirling schüttelte traurig ihr grauer Haupt. „Fast alle die Meinigen find tot, Fräulein. Unsere drei Männer liegen droben bei der Kirche begraben, und meine Jungen hinterließen niemand."

„Aber Sie hatten — eine Tochter? Wo ist diese?"

„Ach, wenn ich es wüßte — och, wenn ich er wüßte! Oft denke ich, ich wäre froh, wenn ich fie sicher da droben bei den übrigen wüßte."

So mitleiderregend war der Anblick der zusammen­gesunkenen Gestalt, ein solch herzzerbrechender Kummer klang durch diese Worte, daß Doralice die Wahrheit nicht länger zurückhalten konnte. Heber den Tisch hinüber reichend, legte fie ihre kräftige, junge Hand auf die zitternde Rechte der alten Frau.

„Ich kann Ihnen sagen, wo Ihre Tochter ist; in Marppoint in Australien ist fie, und fie ist — meine Mut« er!"

Ein seltsamer, fast erschreckter Schrei entfuhr der armen Alten. Einen Moment erfaßte fie TorellicenS Hand, gab fie aber sofort wieder frei. Sie wagte ihren Ohren nicht zu trauen, aber an allen Gliedern zitternd, wi-.derholte fie leise: „Ihre Mutter! Fräu­lein GrawS Mutter? O nein, nein, Fräulein, es ist nicht wahr, es kann nicht wahr sein!"

„Aber es ist wahr," beharrte Doralice und er­zählte nun auf's genaueste alles, was fie von Fräu­lein Bassmg erfatren Hütte, ohne deren Namen zu verschweig-». Verwirrt, wie aus einem Traume er­wachend, saß die Zuhörerin da, ohne fie bis zum Ende auch nur einmal zu unterbrechen. Dann sagte fie:

„Gott sei gelobt! Meine Tochter ist eine ehrliche Frau!" Damit wandte fie ihren K Pf zur Seite, um vor ihrem vornehmen Enkelkinde die Gemütsbewegung zu verbergen, die fich in Tränen Luft zu machen suchte.

Doralice blieb noch fast eine Stunde in der kleinen Hütte. Da fie nun selbst ruhiger geworden war,

Aus der christlichen Gewerischasts- bewegung.

Die christlichen Gewerkschaften entwickeln fich, wenn auch langsam, so doch stetig weiter, sowohl was die Mitgliederzahl der einzelnen Verbände anbetrifft, als auch hinsichtlich ihres inneren Ausbaues. Nach dieser Richtung liegen für die letzten Monate eine Reihe erfreulicher Erschei­nungen vor.

Der christliche Holzarbeiterverband hatte im 4. Quartal eine Zunahme von gut 600 Mit­gliedern mit 13 neuen Zahlstellen. Auch im 1. Quartal 1904 hielt die Steigerung an. — Der Verband der nicht gewerblichen Arbeiter mit dem Sitz in München hat in den letzten Monaten mehrere Dutzend von Ortsgruppen gegründet. Eine Anzahl von Ortsgruppen konnte die Beiträge erhöhen. Daneben prospe­riert die Krankenkasse des Verbandes vorzüglich. — In ähnlicher Weise schreiten die dem Ge­samtoerband angeschlossenen kleineren Verbände voran. So der christliche Tabakarbeiterverband. — Der christliche Lederarbeiterverband hat in letzter Zeit etwa 15 neue Z chlstellen gegründet Der Verband christlicher Blci, Zink- und chemi­scher Fabrikarbeiter (Sitz Stolberg) ist durch Beschluß der Mitglieder vom 14. Februar mit dem christlich-sozialen Metallarbeiterverband ver­schmolzen worden. Also ein Schritt weiter in der Zentralisation! — Im Elsaß hat sich die Zahl der christlich-organisierten Textilarbeiter seit Oktober verdoppelt.

Der stärkste christliche Gewerkoerein ist noch immer der Gewerkverein christlicher Bergarbeiter Deutschlands mit dem Sitze in Alteneffen, der soeben seinen Geschäftsbericht für 1903 veröffent­licht hat. Aus demselben geht hervor, daß unter stetigen Kämpfen, und zwar unter stärkster Befehdung durch die Sozialdemokraten der Ge- werkoerein christlicher Bergarbeiter Deutschlands langsam aber stetig gewachsen und in sich ge­festigt worden ist. Sein Bestand ist bei den 39 000 Mitgliedern und den zirka 1/* Million Mark Vermögen auch für alle Folgen gesichert.

Die Einnahmen des Gewerkoereins beliefen sich i. I. 1903 auf insgesamt 421 941,23 Mk., die Gesamtausgaben auf 227 677,42 Mk. An Mitgliederbeiträgen, gingen 209 232,40 Mark ein. Der Kaffenbestand betrug 185 527,75 Mark. Hinsichtlich der Ausgaben ist erwähnens­wert, daß der Gewerkoerein 35 300 Mark an Sterbegeld bezahlte (706 Fälle ä 50 Mark). An Unterstützungen für Streiks und Aussperrungen wurden 13 403,30 Mk. gezahlt, für Rechtsschutz der Mitglieder 11 397,43 Mk. Zum Ankauf eines Bereinshauses sind 2400 Mk. ausgeworfen worden. Der Barbestand betrug

vermischter.

(*) Kleine Nachrichten. Berlin. Der Leutnant a. D. Beseke, Geschäftsführer des gleichnamigen

erscheint täglich, mit ■

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nndZeiertage. viertel- M, 9 FM.

jührl. Bezugspreis II 9 M MM M MM 91

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§christleiter:Iof.vaum,

z. pmzeLer "n znlda. Wochenbellage; „Illustrierte Soimtagrzeitung

Zwei Erbinnen.

Bon Klara Rheinau.

------ (Nachdruck verboten.)

Abg. Stöcker (wildkons.) erklärte, BebelS Theorie von der Ehe bedeute die Zugrunderichtung der sittlichen Institution der Ehe und die Auflösung der Menschheit in eine Tierwüste oder in einen zoologischen Garten. (Sehr gut!) Die SozialdernoKatie ist die Berderberin unseres gesamten religiösen und sittlichen LebenS und da gibt eS keine Anerkennung und kein Kompromiß, sondern nur einen Kampf bis aufs Messer, einen Kamps, bei dem der eine oder der andere auf dem Platze bleibt.

Abg. Böckler (Antis.) protestiert gegen die For­derung, Juden alS Offiziere einzustellen. In Italien und in Frankreich habe man damit die schlechtesten Erfahrungen gemacht. Auch in unseren letzten Kriegen hätten sich die Juden keineswegs mit Ruhm bedeckt.

Kriegsminister v. Einem nahm daraufhin Veran­lassung nochmals zu konstatieren, daß der Militär­behörde von den abnormen Vorgängen aus der Jugend des Prinzen Amberg absolut gar nichts bekannt gewesen sei, dienstlich habe er sich während seiner Dienstzeit in Münster auch nicht das Geringste zu schulden kommen lassen.

Abg. Rnegenberg (Ztr.) machte auf die fortgesetzt steigende Zahl von Geisteskrankheiten aufmerksam und regte an, um die Einstellung geistig Minderwertige in die Armee zu verhüten, auch über die Vergangenheit der Rekruten nach dieser Richtung Erkundigungen ein­zuziehen und vor allem für ein ausreichend psychiatrisch durchgebildetes Sanitätspersonal Sorge zu tragen.

Morgen Fortsetzung.

gericht soll mehr eine moralische Autorität gegen­über den streitenden Parteien geltend machen, nicht aber zur Fällung von verbindlichen Ent­scheidungen berufen sein.

In das Schiedsgericht wählt der Arbeitgeberver­band der Textilindustrie zu Aachen und der christliche Textilarbeiterverband (Bezirk Aachen) jeder aus seiner Mitte für jeden Streitfall vier Mitglieder. Das Schiedsgericht hat fich in jeder Sitzung um je zwei Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu verstärken, wobei auch Arbeitnehmer, die nicht dem christlichen Textil- arbeiteiverbande angehören, zugezogen werden können. Kein Arbeitnehmer darf ohne Zustimmung des christ­lichen Textilarbeiteroerbandes, kein Arbeitgeber ohne Zustimmung des Arbeitgeberverbandes hinzugezogen werden.

Sämtliche Generalversammlungen des Textil- arbeiterverbandes sprachen sich für die obliga­torische Einführung von Arbeiteraus- schüssen aus.

Dieses stetige Wachstum der christlichen Ge- werkoereinsbewegung, sowie ihre fortschreitende praktische Gegenwansarbeit ist um so erfreulicher, als ihre sozialdemokratischen Gegner sie gewiffer- maßen als eine „vorübergehende Erscheinung­hinzustellen suchen, als eine Bewegung, die schließlich im Sande verlauf,« würde. Die bis­herige Entwickelung der christlichen Gewerk­schaften hat diese sozialdemokratische Behauptung gründlich Lügen gestraft. Die christliche Gewerk- oereinsbewegunz wird auch in Zukunft ihre

fühlte sie fich im Stande, die freudige Aufregung der alten Frau zu beschwicht gen.

„Meine Tochter reich! Und seine Frau — deS jungen Gutsherrn Frau! Gott gebe, daß ich nicht aufwache und finde, daß alles nicht wahr ist! Meine Dora wohl und glücklich und geachtet, nicht wahr, so sagten Sie doch, Fräulein?"

„Nennen Sie mich Doralice", bat das junge Mäd­chen freundlich. „Ja, meine Mutier ist hochgeachtet, und sie verdient es auch. Ich hörte meinen Vater oft sagen, daß sie hart gearbeitet habe, um ein Ver­mögen iu ersparen. Meine Eltern find beide so gut, so ehrenhaft. Ich fasse nicht, daß fie dies tun konn­ten, daß sie Ihnen die Wahrheit vorenthalten, Sie in dieser Armut lassen konnten!" Vor Scham errötend barg fie ihr Gesicht in beiden Händen.

Heber Frau Stirlings runzelige Züge ging es wie eine plötzliche Erleuchtung. „Aber fie wollten es nicht tun, sie wollten mich nicht arm lassen," rief sie fast lebhaft. „Jetzt wird mir alles klar, jetzt verstehe ich alles! Sehen Sie hier, Fräulein — es wird mir noch so schwer, anders zu sagen — also sehen Sie hier, Doralice, nun weiß ich erst sicher, wer mir dies geschickt."

Mit diesen Worten hatte fie ein kleines Kästchen geöffnet und ein Päckchen herausgenommen, in dem sich lauter Banknoten befanden. „Sie kamen," erklärte sie jetzt flüsternd, „einige Zeit nach dem Tode meines Mannes. Ein fremder Bote brachte fie mir, und es lag ein Zettel dabei, auf dem stand, daß meine Dora wohl und glücklich sei. Aber mir war so bang zu Mut, ob es auch ehrliches Geld sei; und so saate ich niemmd davon und verbrauchte nur zwei Scheine, gerade um Leib und Seele zusammenzuhalten, ohne ins Armenhaus zu gehe». Die Leute glaubten, ich hätte das Geld von daheim, wo noch ein paar Ver­wandte von mir leben. „Jetzt aber" — mit zitternder Hand die Wertscheine glättend--

„Machen Sie nach Belieben Gebrauch davon," sagte Doralice. „Hnd sagen Sie, wem Sie wollen, woher das Geld kam und wer es schickte. Es muß

hart für Sie gewesen sein, die ganze Zeit darüber zu schweigen."

Die alte Frau blickte mit höchster Verwunderung auf das hochherzige Mädchen; aber in ihrem einfachen Sinne war fie weltklüger als ihr Enkelkind.

„Nein," sagte sie ernst, mit einer ablehnenden Geberde. „Ich bin schon zu lange still gewesen, als daß ich jetzt noch damit prahlen wollte. Ihre Nachricht hat mir das Herz warm und leicht gemacht, und das ist genug. Sie haben vielleicht nicht bedacht, Kind, was das Sagen für Sie bedeutet. Schweigen Sie noch darüber und lassen Sie auch das andere Frauen­zimmer schweigen, bis Sie Jemand um Rat gefragt haben. Von mir soll es niemand zuerst erfahren."

Durchaus nicht gewillt, auch nur eine Silbe von dem zurückzunehmen, war Fräulein Bassing gesagt hatte, gab Doralice keine direkte Antwort, sondern neigte sich herab und drückte einen Kuß auf die ge­furchte Stirn der Greisin.

„Ich werde bald wiederkommen — Großmutter," sagte sie und verließ die kleine Hütte mit einem Gefühl aufrichtiger Bewunderung füc Frau Stirlings große Hneigennützigkeit. Auf dem Heimwege beschäftigten sich ihre Gedanken eifrig mit der Frage, ob die Bassing das lange gehütete Geheimnis jetzt schon preiSgegeben habe und an wen, und wie es wohl der eine auf­nehmen werde, dessen Rat fie sofort einholen wollte. „Wenn Herr Ravenstein mir sagt . . ." dachte fie, als fie bei einer raschen Biegung des Weges dicht am Flusse die Spuren eines kürzlich stattgchabten Unfalls Demente.

„Mit einem Ausrufe des Schreckens erkannte fie nner ihrer eigenen Fahrzeuge - einen Wagen ohne Deichsel und halb zusammengebrochen, den man gerade einen steilen Abhang auf der einen Seite der Brücke heraufzog; der Grauschimmel, den Herr Ravenstein stets zu benutzen pflegte, stand schwer verletzt dicht daneben, und eine Anzahl Männer stritt lebhaft darüber, ob man das arme Tier nach Haifle bringen könne oder auf der Stelle töten müsse."

(Fortsetzung folgt)

„Darf ich eintreten?" fragte si-, plötzlich von einer nervösen Hnruhe und der Lust zu meinen be­fallen. „Ich möchte mit Ihnen sprechen, Frau Sii.riing Sind S-e ganz allein?"

„Ganz allein, Fräulein, und stolz auf Ihren Besuch," war die Antwort mt einem abermaligen Knix. „Ich rechnete schon die ganze Zeit darauf, daß Sie wieder einmal zu mir kommen würden "

„Hnd die Frau, die bei Ihnen wohnt, wo ist fie?" fragte Doralice, indem sie in die armselige, niedere Stube eintrat, die nur außerordentliche Reinlichkeit vor gänzlichem Verfall bewahrte.

„Sie ist znm Ährenlesen," war die Antwort. „Man sagte mir, die Ernte wäre vorüber. Gesehen habe ich dieses Jahr nichts davon, denn viele Schritte kann ich nicht mehr machen."

Bll das Lebin eines Gesichtes, dos vor einem halben Jahrhundert schön gewesen fein mußte, lag nun tn d.-n fragenden Augen der Frau Stierling. Sie sah so entsetzlich schwach und gebrechlich auS, daß Doralice unwillkürlich ihre Hilfe anbot, um fie an J. ? Ä . Hurückzuführen. B-friedigt bemerkte fie, daß sowohl die hagere, braune Hand, die auf ihrem

? ieber Frden des dürftigen Kleides von pemlicher ©anbeibit war

Mit vielen DankeSworten nahm' die alte F-au chren Platz vor einem runden Tische wieder ein. „S-it letztem Winter", bemerkte fie traurig, „als mich der Rheumatismus erfaßt-, bin ich hier festgebannt Nur manchmal krieche ich hinaus in die warme Lust, sonst fitze ich fast den ganzen Tag allein hier."

Sie sprach ohne Klage. Aber eS lag etwas Rührender in diesem letzten „allein", das dss junge Mädchen zum Sprechen drängle. Für fich selbst zog j

Die Mitgliederzahl deS Bezirks Barmen beläuft Eröffnung l1/« Uhr.

sich auf rund 533 am Schlüsse deS Jahres 1903. In , Die Beratung deS Militäretats wird fortge­letzter Zeit macht sich ein erfreulicher Aufschwung be- setzt beim Titel „Gehalt des Kriegsministers".

merkbar. — Der Bezirk Bocholt-Münster zählte am 1 I Abg. Dr. Braun (So*.) bespricht die dem Reichs-

Januar 1904 2934 Mitglieder, heute aber annähernd tage zugegangene Ueberstcht über die Arbeiterverhält- 4000. Die Bruttoeinnahmen betrugen 20 317,85 Mk. niffe im Bereiche der Marine-, der Militär- und der Hinsichtlich des lausenden Jahres hegt man gute Hoff- Reichseisenbahnverwaltung. Bei Vergebung vonLiefer- nungen. — Die Mitgliederzahl des Verbandes M - ungen spiele die rückständige Form der Heimarbeit, Gladbach beträgt zurzeit 3000. Diese brachten im namentlich so weit es sich um Aufträge der Bekleidungs- Jahre 1903 25 354 Mk. an Beiträgen auf. — Dem ämter handle, noch eine viel zu große Rolle.

Verbands bezirk Aachen gehörten Ende 1903 5284 Mit- . Abg. v. Kröcher (t.) versuchte, die heftigen An­glieder an, von denen 479 an den neu errichteten 7. griffe, die gegen das Ofstzierkorps erhoben worden sind, Bezirk (Elsaß-Lothringen und Baden) abgetreten wur- auf das richtige Maß zurückzuführen, er hoffe, die Mehr- den. Die Zunahme an Mitgliedern beträgt nach Ab- heitSparteien würden dafür sorgen, daß die leitenden zug obiger Zahl 287. Persönlichkeiten in der Regierung und in den Mehr

Nan her Npriammluna d-r lektern Rerirks heitsparteien die Konsequenzen aus den Tatsachen ziehen. .... er v. -Versammlung des tetziern Bezrrrs Äbg Bebel (Soz.) sprach über den „Fall Bautzen", tst besonders zu erwähnen, daß derselbe fich mit den „Fall Bissing" und den „Fall Prinz Arenberg". der Einsetzung eines „Schiedsgerichtes zur — '' " ' ' "

Beilegung von Streitigkeiten zwischen Arbeit­nehmern und Arbeitgebern der Textilindustrie zu Aachen" einverstanden erklärte. Dieses Schieds-

, I Kartographischen Instituts, nebst Frau, einer 19- ; jährigen Tochter und zwei Söhnen (16- und 11- jährigen Kadetten in der Anstalt BenSberg) v e r - gifteten sich in der vergangenen Nacht in ihrer ■ Wohnung in der Wilhelmstraße. Der Grund ist rniß- ; liche Vermögenslage. Die gesamte Schuldenlast wird auf etwa 13003 Mark beziffert. — Leipzig. Der frühere erste Direktor der Leipziger Bank, E x n e r, hat die ihm auferlegte Geldstrafe von 20000 Mark be­zahlt, so daß er am 16. Juni d. I. zur Entlassung gelangt. — Der frühere zweite Direktor der Leipziger Bank, Dr. Gentzsch, der mit 3 Jahren Gefängnis bestraft worden war, ist vom König von Sachsen be­gnadigt worden. — Kiel. Der Bremer Dampfer „Rodensteins auf der Reise von Lübeck nach Bremen unterwegs, ist bei dem Friedrichsorter Leuchturm ge­strandet. — Saarbrücken. Auf dem Herapel, einer Anhöhe bei dem nahen Forbach, wurden in letzter Zeit Ausgrabungen vorgenommen, wodurch eine Reihe römischer Funde zutage gefördert wurden. In einer freigelegten Tempelanlage fanden sich u. a. gut erhaltene steinerne Bildwerke, Anschlußkapitäle und andere Säulenteile. Schon früher sind dort wieder­holt Funde aus römischer und vorrömischer Zeit ge­macht worden. AuS letzteren glaubt man den Schluß ziehen zu dürfen, daß schon vor der römischen Invasion eine Ansiedelung der Mediomatricer am Herapel be­standen hat. — Krakau. Bor dem hiesigen Schwur­gericht begann ein Prozeß gegen 11 Oberkondukteure und 4 Helfershelfer wegen zahlloser verwegener Eisenbahndiebstäble auf der galizischen Staats» bahnstrccke. — New-Fork. Ein furchtbares Lynch- verbrechen ist jetzt entdeckt worden. Im Jahre 1902 wurden bet Charleston drei Neger wegen an­geblicher Ermordung einer Frau lebendig ver­brannt. Der Ehemann hat jetzt auf dem Sterbe­bette bekannt, daß er selbst seinerzeit feine Frau ge­tötet habe und daß die Neger unschuldig waren. — Algier. Auf dem nach Ostasien bestimmten Kreuzer „d'SnaS" platzte bei der Ausfahrt aus dem hiesigen Hafen ein Keflelrohr. Bier Mann wurden schwer verletzt. Der Kreuzer mußte in den Hafen zu­rückkehren.

* Das Schweinefleisch. Unter den Gästen deS Mittagstisches im Hotel zum „Weißen Hirsch" befand sich ein Herr, dessen pöbelhaftes Benehmen den übrigen Tischabonnenten schon längst höchlich mißfiel. Seine Flegeleien, obgleich fie fortwährend den Unwillen der anderen erregten, wurden eine zeitlang mit Ruhe er­tragen. Eines mittags spießte er aber daS ganze Stück Fleisch, das ihm serviert worden war, auf die Spitze seiner Gabel, schwenkte eS in der Luft umher und tief wütend: „Soll das Schweinefleisch sein?" — Ein älterer, freundlicher Herr, der ihm gegenüber saß, sagte ihm darauf in ruhigem Tone: „An welchem Ende der Gabel meinen Sie denn?" — Bon dem Tage an wurde das Rauhbein manierlicher.

* Wann darf ein Hahn krähen? «US Köln wird der ,Franks. Ztg.' berichtet: In einer polizeilichen Strafverfügung, gegen welche Antrag ans gerichtliche Entscheidung bei dem hiesigen Amtsgericht gestellt wurde, ist wörtlich zu lesen: „Sie haben in der Nacht vom 4. bis 5. Oktober dadurch ruhestörenden Lärm verübt, daß Sie Ihren Hab« haben krähen lassen." Nach Auffassung der Polizeibehörde hat sich demnach der Eigentümer des ruhestörenden Hahnes dadurch strafbar gemacht, daß er diesem fein unzei­tiges Krähen nicht untersagt und ihn nicht über die Polizeivorschristen belehrt hat. Man darf gespannt sein, toi! das Gericht über diese Geschichte entscheiden wird.

* Blumensprache. Junge Witwe: „Verstehen Sie die Blumensprache, Herr Dokwr?" — Doktor Rauberg (emgefleichter Junggefelft): „Nein, gnädige Frau." — Junge Witwe: „Wissen Sie nicht, daß die gelbe Farbe Eifersucht bedeutet?" — Dottor Rauberg: „Nein, gnädige Frau. Gelbe Farbe be­deutet Gaüenfirber."

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