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31. Jahrgang.
zulda, Mittwoch, den 9. März 1904.
(Schluß des Berichtes im ersten Blatt.)
HetUmett« *a> »«zeigeAteU.
.Wer kann wissen/ sagte sie für sich, „ob ich nicht
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wartete.
Gesellschafterin ihre Gedanken gebracht hatte, sonderte ihr warmes Herz als schwärzesten Punkt die Grausamkeit ab, die man der einsamen alten Frau angetan hatte, und die sie ohne Zeitverlust wieder gut machen wollte.
auf ihr erstes Klopsen einige Sekunden warten mußte. Endlich hörte sie langsam schlürfende Schritte näher kommen. Die Tür wurde geöffnet, und bie alte Witwe stand knixend vor ihr. Die trotz ihrer 70 Jahre noch lebhaften braunen Augen blickten zu der Besucherin auf mit den geduldigen, halb schüchternen Ausdrucke btn Doralice oft an ihrer Mutter gesehen hatte, wenn diese auf irgend eine Aeuße-ung ihres Vaters
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trschelirt täglich, mtt »ii5nah«r der Son«« mo stitttage. viertel- jährl.verug»pr«l» rhne vrtngerlohn un» SeAellgtldinSuldaun» ms»8rti 11111.50 Pff-
die Neuigkeit verbi eiten oder geheim halten/ Doralice fehlte ihren Sio z aufs tiefste verwund t,
Beim Durcheilen des letzten Gäßchens stolperte sie in ihrer Hast beinahe über ein kleines rotwangiges Kind, das auf dem Boden saß und eifrig im Sande spielte.
^Aus dem Wege, Kind !" — rief sie in scharfem
Fragen benuroorkn
8. Kapitel.
Ohne zu ledenken, daß sie zu dem wichtigen Schritte, den sie vor hatte, der Einwilligung ihrer Eltern bedürfe, eile Doralice, so rasch ihre Füße sie tragen wollten, nach Frau LtirlingS Hütte in Brück- heim. Aus der Verwi rurg, in die die Erzählung der
; in Fulda in den letzten Jahren immer nur )0 versteuerte Hunde gibt (Heiterkeit). Eine esentliche Erhöhung der Einnahmen (um 2000 11. erwartet die Verwaltung von der am 1. April ; Kraft tretenden neuen Hundesteuerordnung, ite Einnahmen aus der Lustbarkeitssteuer sind iederum gestiegen. Das Jahr 1903 brachte ; Tanrbelustigungen, 91 Konzerte hauptsächlich dem Stodtsaal zu verdanken) und )3 Theatervorstellungen.
Im Schlachthause habe sich die Zahl der chafschlachtungen entsprechend der Abnahme der idpfjudjt im hiesigen Kreise bedeutend ver- indert. Zugenommen hat die Zahl der Ziegen»
beitaebern und 55 von Arbeitern. Die Zahl der Volksschüler betrug 2040, davon entfielen auf die Dompfarrschule 900 (500 Knaben und 400 Mädchen), auf die Stadtpfarrschule 709 (371 Knaben und 338 Mädchen). Die evangelische Volksschule zählte 430 Schüler (202 Knaben und 228 Mädchen).
Die gewerbliche Fortbildungsschule wurde im Jahre 1903 von 381 Schülern besucht. Für Ostern wird eine neue Klaffe errichtet, auch beabsichtigt die städtische Verwaltung die Schule mehr nach Fachklasten zu ordnen Die Unterhaltungskosten betrugen 6207 Mk. 79 Pf., der Staats- zuschuß belief sich auf 3580 Mk. Die Frequenz der Handelsschule beziffert sich auf 78 (43 Fuldaer und 25 Auswärtige). Der Zuschuß der Stadt für die Ober-Realschule, welche nunmehr seitens der Behörde als Vollar-stalt anerkannt worden ist, beträgt 28,115 Mk, der des Staates 10,000 Mk. An Schulgeld wurden 21,010 Mk eingenommen. In allernächster Zeit wird ein neuer Direktor gewählt werden, da die Pensionierung des jetzigen genehmigt ist. Wie die Ober-Realschule, so nimmt auch die Vorschule langsam, aber stetig an Schülerzahl zu.
Sodann berichtete der Herr Oberbürgermeister über die städtischen Einrichtungen. Die Einlagen der Sparkaffs sind seit 1899 stetig gestiegen. Die städtische Vorschußkaffe wird wesentlich stärker als früher in Anspruch genommen. Im Jahre 1903 entnahmen 59 Personen Darlehen in Höhe von 27 775 Mark. Hinsichtlich des Steuer wesens bemerkte der Herr Berichterstatter, daß das Einkommensteuersoll übermäßig in die Höhe gegangen ist, weil die Fabriken in den letzten 3 Jahren wesentlich schlechtere Erträge zu verzeichnen hatten. Eine Steigerung der' Einkommensverhältnisse würde in diesem Jahre nicht erfolgen, trotzdem die physischen Personen mehr Einkommen versteuern, wie in früheren Jahren. Der Grund liege in der schlechten Konjunktur in der Industrie. Man werde sich auf nicht mehr wie etwa 134600 Mark Einkommen gefaßt halten müffen. Der Herr Oberbürgermeister kündigt sodann an, daß er eine Neuregelung der Grundsteuer nach dem Verhältnis des gemeinen Wertes der Grundstücke beabsichtige. Die Vorlage sei bereits fertig. Dadurch werde wahrscheinlich erreicht, daß die kleinen Häuser weniger, die herrschaftlichen Häuser mehr zur Steuer herangezogen würden. — Das Einkommen aus der Fleischsteuer hat sich in den letzten Jahren stets vermehrt, es betrug 1900 rund 30000 Mk., 1901 32000 Mk. und 1902 33881 Mk. De, Reichstag hat bekanntlich beschloffen, diese Steue, vom Jahre 1910 ab in Fortfall kommen zr lassen. Der Herr Oberbürgermeister hofft jedoch daß die Steuer in irgend einer Form erhalter bleibe oder daß eine andere Steuer dafür gefunden werbe. — Die Verbrauchsabgaben von Bier uni Branntwein ständen merkwürdigerweise still, trotz dem in Fulda nicht weniger als sonst getrunker werde (Heiterkeit). Bei der Hundesteuer erschein es dem Herrn Oberbürgermeister wunderbar, das
Schweigend dachte Doralice einige Minuten über ihre Lage nach - Minuten, die Fräulein Bassing fast eine Ew gleit dünkte». Endlich schien fi; einen Entschluß gefaßt zu haben. .
„Sind Sie vollkommen von der Wahrheit Jgrec Aussage überzeugt?" fragte sie.
„Vollkommen "
„Wie kam es, daß sie davon erfuhren und sonst niemand?"
Der Ton war herrisch, wie der einer echten Gram. Fräulein Basfing'S erste Neigung war, sich beleidigt zu zeigen; aber fie besann sich -mer Besserem
Ich kam etwa einen Monat nach dem W.'ggehen Ihres Vaters hierher," antwortete sie. „Ich war in diesem Z-.mmer anwesend, als Ihre Großmutter seinen Brief erhielt, mit der Nachricht, daß er das Mädchen das er liebte, geheiratet hake. Es war ein fast tödlicher Schlag für fie, und in ihrer ersten Schwäche und Erschütterung teilte sie mir den Inhalt des Briefes mit. Obgleich sie der verkörperte Stolz war, würde es fie, glaube ich, getötet haben, ihren Kummer allein zu tragen."
„Und Sie waren Ihre einzige Vertraute?"
„Die einzige."
„Warum teilte man den Stirlings nichts hrervon
) wochmbeuage: „Illustrierte Sonntagzzeitung
Die vor kurzem dem Reichstag vorgelegte Denkschrift der Deutsch-Ostafrikabahn mahnt das Reich an die politische und moralische Pflicht energischer Pflege unserer ostafrikanischen Kolonie. Energisqe Pflege ist aber gleichbedeutend mit dem Bau der lange geplanten Bahn, über deren Möglichkeit und Aussicht sich der bekannre Reich? gerichtsrat und Reichstagsab- gcordneter Spahn sich verbreitet. Mit Rücksicht auf die wohl demnächst beginnenden Reichstagsverhand- lunzen über dir Bahn weisen wir auf die Mittellungen Svahns ausdrücklich hin; sie finden sich in dem Februar- und dem soeben erschienenen Märzheft der von Karl Muth herausgegebene» Monatsschrift „Hochland/' Bet dieser Gelegenheit anerkennen wir gerne auch den übrigen gediegenen Inhalt dieser vornehmen Revue und heben aus ihrem genannten neuesten (est besonders hervor eine von großen christlichen Gesichtspunkten aus geschaute Betrachtung des Faustproblems: „Goethes Faust im Lichte deS Christentums" vonllniv.-ProfefforDr. Englert; Vcn ernstester Bedeutung ist eine sozialpolitische Studie über „Massenelend und Kulturentwicklung" von Privatdozent und Kantonstatistiker Dr. F. Buomberger; nicht minder interessant find die Mitteilungen des Privatdozenten Dr. A. Gockel über „Strahlende Materie", sie finb recht geeignet, über das Rabium, bas ja Fachmänner wie Laien her- vorragenb beschäftigt, grünblich zu unterrichten. Schaut man noch auf ben belletristischen Teil, bet di-Smal eine reizenbe, sonnige Novelle unb einige wertvolle Gedächte enthält, so muß man sagen, daß „Hochland" in seiner Reichhaltigkeit unb Vornehmheit des Inhalts unb bet Ausstattung — wi? bürfen bie brei prächtigen Kunstbeilagen nicht vergeffe» — bedeutend ist. Diesen Eindruck vermittelt deutlich auch dar dem Märzheft beigeg-bene Inhaltsverzeichnis des damit abgeschlossenen HalbjahrsbandeS, für bett bet Verlag eine ebenso seine wie billige Einbanbdecke (Preis Mk. 1.—) ausgegeben hat.
Monatrbeilage: »Luldaer GeschichtrblStter"
heim halten?"
„Ganz cntschicben."
„Da-n werbe ich Sie „ganz entschieden" zu nichts betortigcm verpflitten!" rief Doralice verächtlich. Ihre Mitteilung ist keine angenehme, bas gesteh, ich. Aber ich bin nicht so feig , um noch längeres Schweigen zu eit ufen und adnrch deren Pein zu verdoppeln. Wir werden unser Geschick zu V agen wissen, ich unb die Meinen. Sie können ganz nach Ihrem Betieben
teile, teils wegen seiner leichten Verdaulichkeit ober die Vorstellung davon, daß et ganz besonders ernährend auf das Gehirn und auf die Nerven wirkt, muß nun einmal aufgegeben werden.
* Selbstanklage. Gattin: „Ich muß mich vor den Nachbarn schämen, daß Du diese Nacht betrunken heimgekcmmen bist." — Gatte: „Aber liebe Fra«, wer hat mich denn gesehen?" — Gattin: „Niemand, aber man hat mich doch gehört — schimpfen!"
* Ein guter Mensch. Schreiber: „Meine Füße find tote ein Stück Eis, so kalt ist'S hier!" — Chef: „Na mit den Füßen schreib-« Sie doch nicht!"
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' W-il Ihr Vater der echte Sohn seiner Mutter war" Er konnte eine niedere Heirat schließen, die ihr fast das Herz brach; er konnte auf di- Hoffnung verzichten einst ihren Reichtum zu erben, aber diesen ------ . , , „ . ..
einen armseligen Trost gab er ihr aus eigenem Antrieb, und ein unmit e barer körperlicher Scbme-z schnürte So lange Du lebst," schrieb er, „wird keine Seele ihr während des Sprechens die Brust zusammen. Aber in d-r Heimat erfahren, wer meine Frau ist. Ich tavser hielt sie sich aufrecht, nahm ihrin Hui vom verspreche dies in ihrem und meinem Warnen." Unb j Tische und hatte das Zimmer verlassen, ehe Fräulem
Anzeigen: die einspaltige petitzeiie obtt deren Laum 15 pfg. Lettinnen die petttzrile 25 Pfg.; bei wieder- Holungen wird entspr. Rabatt gewährt.
druck und Verlag der ZuldaerAettendruckerel in Hulda (Harmonie).
Zernsprecher Nr. 9.
Bassing nur zu Atem gekommen war, um einen neuen Einwand zu erheben.
„Friedrich," erklang ihre Stimme in der Diele. „Wenn Herr Ravenstein kommt, sagen Sie ihm, ich würde in einer Stunde zurück sein und wünschte ganz besonders ihn heute zu sprechen." ,
Dann vertauschte fie rasch ihr Reitkletd mit einem andern und eilte zu Fuß in großer Hast dem Dorfe
Zwei Kr binnen.
Bon Klara Rheinau.
------ (Nachdruck verboten.)
Ztadtverordneten-Versammlung.
(£ Fulda, 8. März 1904.
An der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten - Versammlung nahmen 23 Mitglieder des Kollegiums, sowie die Herren Stadtbaurat Schtr- meyer und Gaswerks-Direktor Mewes teil. Der Magistrat war durch die Herren Oberbürgermeister Dr. Antoni und zweiten Beigeordneten Aug. Müller vertreten. Den Vorsitz führte Herr Stadtverordneten-Vorsteher Gegenbaur.
Vor Eintritt in die Tagesordnung machte der Vorsitzende Mitteilung von dem Eingänge einer Zuschrift der Ortsgruppe Fulda der freien Vereinigung deutscher Installateure, worin der Magistrat gebeten wird, das städtische Gas- und Wasserwerk anzuwei,en, „daß es der Ausführung von Installations- Arbeiten jeder Art, sowohl für Gas als für Wasser für Private innerhalb der Gebäude, sowie des Verkaufes von Leucht-, He,z- und Koch Apparaten, sowie zur Wasser-Installation gehörender Artikel aller Art sich zu enthalten habe." t ,
1) Verwaltungs - Bericht des Magistrates. Der Herr Oberbürgermeister Dr Antoni erstattete in IV» stündigem Vorträge den durch die Städteordnung vorgeschriebenen Bericht über den Stand und die Verwaltung der Gemeinde - Angelegenheiten im abgelaufenen Geschäftsjahre. Wie der Herr Berichterstatter einleitend bemerkte, wird der Verwaltungs-
Bericht noch im Laufe dieses Sommers
im Drucke erscheinen und zukünstig voraussichtlich jedes Jahr ausgegeben werden. Den
Ausführungen des Herrn Oberbürgermeisters
entnehmen wir das Folgende:
Die Einwohnerzahl ist in den 10 Jahren der hiesigen Amtstätigkeit des Herrn Berichterstatters von 14200 auf 18628, darunter 747 Militär- Personen, gestiegen. Im Jahre 1903 sind zugezogen 2845, verzogen 2306 Personen. Etwas mehr als 3000 Personen haben die Wohnung gewechselt. Die Zahl der Geburten betrug 572. Die Sterb- lichkeitsziffer hat sich trotz d« Zunahme der Bevölkerung nicht erhöht; sie belief sich auf 336, darunter 78 in den hiesigen Anstalten Gestorbenen. In die Wählerliste waren 2443 Personen eingetragen, gegen 1898 ein Mehr von 600. Im verflossenen Jahre haben o2 Magistrats- und 33 Stadtverordnetensitzungen statt- aefunden. Das Gewerbegericht hat in 67 Sitzungen 94 Sachen verhandelt. Eigentlich streitig war nur eine einzige Sache, alle übrigen find durch gütlichen Vergleich erledigt worden. Die Auskunft- und Vermittelungsstelle entfaltete auch im Jahre 1903 eine rege Tätigkeit. 173 der ihr gewordenen Aufträge stammten von Ar-
Igj* Der mißverstandene Fisch. Es ist fraglich, überharpt trgeab eines bet gewöhnlichen Nah- ngsmittel Bestandteile enthält, bie auf einen Teil des irpers mehr wirken als aus anbete. Maa spricht Erdings von Nerven- ober gar von Gehirn • Nah- ng unb meint bamtt Speisen, bie eine ganz besondere Währung bet Nerven g Währleisten sollen. Diese uffaffmtg kann nur insoweit in Betracht kommen, s leicht verbanliche Speisen, die bemeatsprechenb well vom gmzea Körper ausgenommen werben, ich für bie zeitige Versorgung bet Nerven mit uen Nährstoffen eine höhere Gewähr bieten. Je- nfalls ist aber bie Wirkung bet Nahrungsmittel ohl zu unterscheiden von bet Anwendung solcher ytcffe, wie Phosphor ober Eisen tu bet Medizin, chgleich diese Elemente auch in manchen Bestandteilen >er Hausmannskost enthalten find. Ain meisten lerbreitet find diesbezügliche Irrtümer in Hinsicht inf die Fische. Wer auch sonst nicht viel über Chemie weiß, hat davon gehört, daß im Fisch- leisch mehr Phosphor ist als in ben meisten anderen Speisen, unb wenn man nun außerdem noch gelernt >at, daß im Gehirn ein erheblicher Gehalt an PhoS- rhot sich vorfindet, so ist bie Beziehung gegeben, unb :s entsteht bet Glaube, daß man durch fleißiges Zischeflen besonders gut für sein Gehirn sorgt. Nun ;at bie Sache aber einen großen Haken. Selbst bie Fische, bereu Fleisch sich durch einen hohen Gehalt m Phosphor auszeichnet, was auch nicht bei allen Eieren dieser Klaffe der Fall ist, enthalten jenes Element sicher nicht in freiem Zustand, so daß es mch nicht als solches auf ben Körper einwirken kann, llebrigens hat ber Volksglaube über bie eigene Bedeutung bet Fischnahrung vermutlich seinen Ursprung in einem Irrtum. Faulige Fische leuchten ober phosphoreszieren bekanntlich im Dunkeln, unb biefe Erscheinung wirb von Laien bem Phosphor zugeschrieben. Sie rührt aber nicht von biefem her, [onbern ist ein Ergebnis ber Tätigkeit von Bakterien unb onberen Kleinwesen. Die Meinung, baß Fischfleisch eine rechte Nahrung für baS Gehirn sei, hat daher ungefähr bieselbe Berechtigung, wie ber anbere Volksglaube, daß dicke Suppen besonders nahrhast seien, weil sie gleichsam int Körper kleben bleiben ober, mit anderen Worten, „lange vorhalten". Fisch ist sicher ein ausgezeichnetes Nahrungsmittel, teils wegen bet nahrhaften Beschaffenheit feinet Bestcmb-
baran haben sie festgehalten unb wünschen dies ohr Zweifel auch für die Zukunft zu tun."
„Der jungen Dame ausdtuckvolle Züge zeigten ei Gemisch von Schmerz und Scham, als sie jetzt di Frage stellte: „Also jene einsame alte Frau in de Hütte da drunten weiß nicht, wo ober wer ihr Tochter ist?"
„Nein," versetzte Fräulein Baffing eifrig. „Si weiß gar nichts "
„Dann," sagte Doralice und erhob sich langsam denn der Boden schien unter ihren Füßen zu schwanker „dann ist es Zeit, daß sie es erfährt. Ich werde hin gehen unb ihr alles sagen!"
„Fräulein Gram!" rief Fräulein Bassing heftu — Denn alle Entschädigung für das Erbteil, das ih entgangen, alle die großartigen, gewinnbringende Pläne, bie fie auf biefe Eröffnung gebaut hatt schienen sich in Nichts aufzulösen. „Bitte bebenke Sie erst, was Sie tun wollen! Es hat nicht ben gi Ängsten Zweck, bie Sache bekannt zu machen. Lasse wir sie ruhen. Ich kann bas Geheimnis für S ebenso gut bewahren, wie ich es für F.au Gram tat.
„Für bie gleiche Bezahlung?"
„Ja," stimmte fie sehr eifrig bei, erfreut über b erneuerte Aussicht auf jenes behagliche Einkommen.
„Unb eS auch vor meinem — meinem Gatten g
zu. _ »Aus oem stiege, sitnb!" — rief sie in scharfem
Fräulein Bassing schäumte vor Wut, als Doralice Tone, kehrte aber nach wenigen Schritten wieder zurück sie verlaffen hatte. Ein so ebleS Unabhängigkeitsgefühl unb warf bem erstaunten Kinde all bie kleinen Münzen wie dieses junge Mädchen zeigte, hatte fie nie in ihre zu, bie sie bei sich hatte.
Berechnung gezogen. Nie hatte sie daran gezweifelt, „Wer kann wissen," sagte sie für sich, „ob ich nicht baß sie in b;m für Doralice so qualvollen Augenblicke vielleicht die Ehre habe, eine entfernte Verwandte sich einen Teil des Vermögens sichern werbe, für das dieses struppigen Geschöpfchens zu sein! Vielleicht sie so lange Jahre vergeblich gedient und Pläne ge- habe ich eine Menge derartiger Verwandten im Dorfe, schmiedet hatte. Wie töricht war sie gewesen, den ohne es zu wissen! O, mein armes, schönes Westfeld" Handel erzwingen zu wollen, ehe die Heirat des — wehmütig blickte sie über das Wasser nach ihrem Mädchens das Geheimnis kostbarer, ihr Schweigen Heim, das ganz in Laubwerk eingehüllt, kühl und preiswürdiger gemacht hatte. t friedlich in der Augusthitze balag — „wird mich dies
„Sie wollen mich wohl los werden, Sie gedenken oon Dir entfernen, oder werden wir Mut zum Bleiben hochfahrend alles ohne mich zu ordnen, Fräulein haben? Er soll für uns entscheiden, ihm will ich alles Doralice, nicht wahr?" dachte sie, mit einem dösen überlassen."
Lächeln der rasch dahineilenden Gestalt nachblickend. Die bescheidene Heimstätte der alten Frau war „Aber so gewiß wie Sie leben, mein gnädiges Fräulein, bald erreicht. Eine strohgedeckte Hütte mit bleig faßten so gewiß werden Sie den Tag verwünschen, an dem Fensterscheiben und sehr baufälligem Aussehen — die Sie sich Karoline Bassing zur Feindin machten!" Wohnung ihrer nächsten Verwandten auf heimischem
Wie kam es nur, könnte man hier fragen, daß die Boden. Ein schmales Sreifchen Garten trennte das enttäuschte Person ihre stärksten Ansprüche auf Fräulein Hänschen von Der Landstraße, zwei üppige vte Gram's Edelmut nickt zur Geltung brachte? Hatte fie Dahliensträucher wucherten zu beiden Se teil' der Tür, ben Rat des freundlichen Landarztes vergessen, oder umflattert von hübschen Schmetterlingen, die Doralice verzichtete sie freiwillig auf eine Waffe, die ihr ver- beinahe um ihre so glose Lebenslust beneidete, als sie mullich besser gedient hätte, als jene, die sie benutzte? r •' ~ - *
Nur ihr eigenes späteres Verhalten kann diese