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ZuldaerWZeitung

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Druck und Verlag d« SuldaerAktiendruckere in Zulda (Harmonie) Fernsprecher Nr. 9.

Suita, Donnerstag, den 3. März 1904.

31. Jahrgang.

[:] wer treibt Volksverdummung?

Nach einer bis zum Ueberdruß oft wi-dcr- holten Hetzphrase ist es der KkerikaliSmus; sozial­demokratische Bläiter setzen ja einen wahren Feuer­eifer darein, dieses zugkräftige Schlagwort recht oft zu wiederholen, um das „geistesgeknechtete Volk" vor der „pfäffischen Nacht und Finsternis" möglichst gruseln zu machen.

Dem Kantigen entgeht es nicht, daß System in der Sache ist, nicht sowohl um die Religion und Kirche als Feinde d-S .Lichts" und der geistigen „Aufklärung" der O ffentlichkeit zu denunzi ren, als vielmehr die öffentliche Aufmerksamkeit von dem eigenen lichtscheuen volksoerdum- mentren Treiben abzulenken und eine gründliche Prüfung der eigenen Quertreibereien zu verhüten.

,Haltet den Dieb" — so schreit der oer folgte Dieb am lautesten, um die Vorüber­gehenden zu täuschen! Dieselbe Taktik befolgen die „Gelehrten", welche heute so laut über klerikale Volksverdummung reden.

An ihrer Spitze marschiert jene angebliche Wissenschaft, welche sich einbileet, alle Fragen beantworten zu können und welche die Windeier ihrer leichtsinnigen Hypothesen schleunigst in die große Maffe wirft. Ihr würdiger V-rtreter ist Ernst Häckel, deffen Schrift mit dem anmaßen­den Titel „Welträtsel" zu einer Art Volksbuch geworden ist! Mit großem Tam-Tam wird dem staunenden Publikum verkündet, daß hier der Schlüffe! Salomonis zu allen Rätseln der Welt gefunden und entdeckt, zu billigstem Preise man« niglich zugänglich sei. Lösung des Welträtsels des qualvoll uralten Rätsels

worüber schon manche Häupter gegrübelt, Häupter in Hieroglyphenmützen,

Häupter in Turban und schwarzem Barett, Perückenhäupter und tausend andere arme schwitzende Menschenhäupter.

für den gewiß billigen Preis von nur 1 Mark! Wer sollte nicht eilen, um schleunigst solche herr­liche Weisheit sich zu erwerben. Unglückseliger Faustus, daß du auch zu einer Zeit leben mußtest wo solche Leuchte der Wissenschaft noch nicht er­schienen, wo du dich noch zum Toren gegrübelt, darüber, was alle Welt im Innersten zusammen­hält, eine Kenntnis, die heute jeder grüne Junge in der Westentasche milträgt.

Lösung des Welträtsels: ja, ist das so leicht, wie es da hingestellt wird? „Nur ein Narr wartet auf Antwort!" hat Heine gespottet und auch Häckel ist dieser Spott entgegengehalt-n worden in der kleinen Abänderung: „Ein Narr gibt Antwort".

Volks brldung ist eine hehre und heilige Sache, die des Schweißes der Edelsten wert ist, ihr Grundsatz maß aber sein: Für das Volk ist nur daL Beste eben gut genug. Nur Wahr­heit, aber nichts als Wahrheit darf dem Volke geboten werden. Darauf hat es ein hei­liges Anrecht, und ebenso haben diejenigen, welche dem Volke die Bildung vermitteln in Unterricht und Presse, die heiligste Verpflichtung, Wahrheit und nichts als Wahrheit zu bieten.

Nun messe man an diesen Grundsätzen Leistungen, wie die von Hackel, oder Vorkomm­nisse wie die Verbreitung der Werke von Strauß und Renan in billigen Volksausgaben! Das heißt man: das Volk um sein Bestes betrügen.

Und diese Volksverdummung pflegt als würdige Gefolgschaft dieser Afterwifsenschaft die Sozialdemokratie! Alte abgestandene Ladenhüter, die längst von der wissenschaftlichen Forschung überholt und in die Rumpelkammer geworfen worden sind und aus ihr nur her or- geholt werden, wenn es gilt, von den Jcrgängen der Wissenschaft zu sp'echen, werden von den sozialdemokratischen Voltsbildnern als „Resul­tate", .feste Ergebniffe" der Forschung ange­priesen.

So empfiehlt man Sachen, die längst ins Grab gelegt sind und vermodern, dem Volke als bedeutsame Dinge, ohne zugleich zu bemerken, daß die Behauptungen und Hypothesen jener Schriftsteller als haltlose Phantasiegebilde er­wies >n worden sind.

Dasselbe gilt von der Verbreitung der dar- winistischen Hyoothesen, für welche die Sozial­demokratie zur Zeit den Hauptoerschleiß über­nommen hat, nachdem die Männer der Wissen- schäft, die eia ft als Wanderprediger umherzogen, ein gewaltiges Haar in der Suppe gefunden haben.

Erfährt aber jemals ein sozialdemokratischer Gläubiger von seinem darwinistischen Volks­bildner, daß der Darwinismus selbst eine Hypo­

these und zwar eine bereits abgetane und über­wundene Hypothese ist?

In dasselbe Kapitel gehören die Broschüren, welche unter dem Sammeltitel: „Volksschriften zur Umwälzung der Geister" in dem Verlage der sattsam bekannten Bamberger Handels­druckerei erscheinen. Was da von freidenkerischen Predigern ä la Tschirn und atheistischen Bier- bankrednern ä la Rüdt dem Volke als Wiffen- schafi bargeboten wird, ist in der Regel „frei"- denkerisch, d. h. hat sich emanzipiert von allen Regeln fachlichen und vernünftigen Denkens, es ist frei von Denken, frei von Vernunft, frei von Wissenschaft.

Diese Leute haben es in der Tat notwendig, die öffentliche Aufmerksamkeit von ihrer geistigen Brunnenvergiftung abzulenken, indem sie das Verbrechen, deffen sie sich selbst fort und fort schuldig machen, das Verbrechen der Volksver­dummung, anderen nachsagen, damit ja niemand ihre Schliche wittert.

* Die Zunahme der tturzfichtlskelt

Dieses Thema behandelte der bekannte Mün diener Augenarzt Prof. v. Rolhmund in einem Feuilleton der.Münchener Neuesten Nachricht-n' tnbem <r die landläufige Ansicht, daß die Zahl dec Kurzsichtigen zunehme, zu widerlegen sucht. Die Kurzsichtigkeit ist teilte moderne Krankheit.

Prof Tulling hat nachgewiesen, daß selbe zu allen Zeiten unter den Kulturvölkern nicht nur bekamt, sondern auch sehr verbreitet gewesen sei. Er berichtet, daß es schon zu Aristoteles Zetten sehr viele Kurzsichtige gegeben haben müff-, da dieser sich mit der Frage beschäftigt, warum dieselben blinzeln und kleine Handschrift schreiben. Bei den Römern war die Kurzsichtig­keit sehr b.kannt und Hot sogar schon im römi scheu RechtSleden eine Rolle gespielt, indem ein eigenes Gesetz für kurzsichtige Sklaven geschaffen wurde. Im 16. Jahrhundert finden wir Be stimmunzen, welche den Zvei'ampf mit Kurz- sichtigen regeln und am Ende desselben wird viel geklagt über die Menge der Myopen (Kurz sichtrgkeü) in Italien rc. Als Beweis für die Zunahme der Kurzsichtigkeit durch erhöhte Nah- atbeii hat man die Statistik der einzelnen Be­rufsarten angeführt. Nun läßt sich allerdings nicht leugnen, daß diese Krankheit bei Ständen, die sich ausschließlich mit Naharbeit beschäftigen, viel häufiger ist, als bei anderen, endgiltig ist aber auch dieser Beweis nicht, denn wie oft wird der künftige Beruf ntch den jeweiligen Anlagen gewählt. Das myopische Auge ist äußerst dauerhaft für die Naharbeit und gerade diese Ausdauer bei Beschäftigung mit kleinen Gegenständen ist oft für die Zukunft entscheidend. Der kurzsichtige Bauernjunge z. B. ist ein fleißiges Schulkind, zeigt aber weniger Luft und Brauchbarkeit zur Feldarbeit, der Vater läßt ihn deshalb weiter ausbilde», der Junge wird Pfarrer ober Lehrer und vermehrt so die Zahl oer Brillenträger in diesen Ständen.

Noch viel weniger ist damit gesagt, wenn man die zunehmende Zahl der Brillenträger als Bewets für die Ausbreitung der Kurzsichtigkeit anführt. Es ist das fast, als ob man einem Meteorologen sagen wollte, das häufigere Tragen der Pelzröcke beweise eine Zunahme der Winter­kälte auf unserem Planeten oder es könne in früheren Zeiten nicht so viel geregnet haben, weil niemand einen Regenschirm besaß. Abge­sehen davon, daß nicht alle Brillenträger Ron» kao-Gläser für Kurzsichtige tragen — ein großer Teil trägt wegen anderer Änomolien Konvex ober Zylindergläser, prismatische oder hyper­bolische Gläser, letztere lauter Erfindungen der Neuzeit — abgesehen davon also, ift die Brille m ihnr Bedeutung erst in neuerer Zeit klar erkannt worden. Denn vor nicht so langer Zeit perhorreszierten sogar bedeutende Augenärzte viesilbe und in vielen älteren Werken findet man noch daS Rezept für ein gutes Wäfferlein ober eine Salbe, um sich der so schädlichen Brillen zu entwöhnen.

Wenn heutzutage jemand eine Brille bedarf, ist es ihm überdies gar leicht, diesem Bedürfnis abzubelfen. da gewiß in jedem Städtchen sich ein Optikus befindet, deffen Vorräte in allen Nummern in Jahren nicht erschöpft sind. Früher war das anders und Dr. Karl v. Weber, Direk­tor des Haupt-Staatsarchivs in Dresden, erzählt uns, wie kostspielig und zeitraubend es noch vor 300 Jahren selbst für ein gekröntes Haupt war, sich eine Brille zu verschaffen: „Kurfürst August von Sachsen besaß zwar schon einen Nasenquet- scher, eine große Brille oder Christalin, dessen er sich in der Kirche bediente und der daher seinen blatz im kurfürstlichen Betstübchrn hatte. Als aber feine Augen mit den zunehmenden Jahren an Schärf- verloren, wünschte er sich eines sol­chen Hilfsmittels auch außer der Kirche zu be­

dienen und beauftragte daher Paul Buchner, „den Schraubenmacher", er solle ihm einen Ring ums Haupt machen lasten mit einem Haken daran, daß man die Brille hineinhängen könne und nicht auf die Nase setzen dürfe und zwar so, daß man den Haken, darin man die Brille hänge, entweder zudrücken ober mit einem Schrüublein, wie sichs am füglichsten schicken werde, zuziehen könne damit die Brille ständig vor dem Gesichte hänge. Paul Buchner aber konnte damit nicht zustande kommen und wendete sich deshalb an einen Goldschmied, der den Ring so machen sollte, daß man ihn zu kleineren Brillen brauchen und vor die Augen hängen konnte. Nun kam es noch daraus an, geeignete Gläser zu erlangen. Der Bürgermeister Rauscher hatte zwar für den Kurfürsten 1572 zwei Paar Brillengläser erkauft und den Auftrag erhalten, noch mehrere „fein lauter' auf dem nächsten Leipziger Markt zu er­kaufen, allein er muß sie wohl nicht haben auf­treiben können, denn der Kurfürst sandte den Lakai Georg Berk nach Augsburg, einem Haupt­handelsplatz, wo man den seltenen Artikel wohl zu finden hoffen durfte. Doch war auch dort kein Brillenglas zu bekommen und mehrmonat­liche Bemühungen der angesehenen Firma Pbilipp Stammler daselbst blieben vergeblich. Im Som­mer 1574 reiste der Lakai, mit einem Reisegeld von 15 Dukaten versehen, nach Venedig. Er hatte eine unglückliche Zeit gewählt, denn auch dort war kein Brillenglas vorrätig und das Glasbrennen, wie gewöhnlich, in d-n Hundstagen eingestellt. Berl benutzte seine Mußezeit dazu, sich nach der praktischen Anwendung der Augen­gläser näher zu erkundigen und schrieb deshalb: .Ich hab wich befragt, wenn man das Glas auf die Schrift legt, ob es auch große Buchstaben macht machen; so haben mir alle Gebläser und Brillenmacker gesagt, daß es nicht möglich sei, daß die Buchstaben dadurch groß erscheinen mögen, sondern, wenn man es davor hält eine Spanne oder Querhand weit, so macht es große Buch­staben. so groß man es haben will und schadet dem Gesicht auch nichts "

Erft im Oktober 1574 konnte Berl melden, t>aß ihm der Kunstreichste im ganzen Lande, der das Glasmachen könne, „wodurch die Schrift scheine", versprochen habe, einige Gläser an zu fer­tigen. daß der Künstler jedoch für das Stück 50 Taler und für ein kleineres 20 Taler verlange. Kurfürst August zahlte gerne den hohen Preis, um nur endlich in den Besitz von Vergrößerungsbrillen zu gelangen, wie man sie jetzt in jeder Jahrmarkts­bude um wenige Groschen würde kaufen können.

Aber nicht nur die große Leichtigkeir, mit der man sich jetzt Brillen verschaffen kann; nicht nur die bessere Erkenntnis vieler durch das Tragen von Gläsern zu korrigierenden Augenkrankheiten hat dazu beigetragen, die Zahl der Brillentragen den zu vermehren, auch die Vorurteile gegen dieselben fangen mehr und mehr zu schwinden an, obwohl man bis in die neueste Zeit noch viele Beispiele davon berichten kann. In einzel nen Gegenden, z. B in England, ist es noch sehr stark und ebenso ist es bei uns auf dem Lande noch jetzt eb«.n so verbreitet, wie es früher in den Städten war. Allerdings ist die Kurz­sichtigkeit unter den Landbewohnern weniger häufig als bei den Städtern, doch ist sie auch bei diesen lange nicht so feiten als man glauben tonte. Aber wer könnte einen jungen Bauern - burschen oder gar ein Bauernmädchen dazu über- reden, zur Verbefferung bet Seeschäife eine Brille zu tragen? Sie ist für sie nur das Attribut der Alten, die sie beim Gebetbuch gebrauchen, des Herrn Pfarrers ober Lehrers.

Es ist übrigens noch nicht lange her, daß Brillen tragende junge Dffitiere mit schee en Augen von ihren Vorgesetzten angesehen wurden und ein etwas stark konservativ angelegter General soll einmal die Aeußerung getan haben: „Das viele Brillentragen bei b n Leutnants ist auch so eine Dummheit vom Jahre 48!" Daß subalterne Militärs beim Grüßen das Lorgnon fallen lassen miiffen, scheint noch das letzte Ueberbleibfel aus jener Zeit zu sein. Denn ein vernünftiger Grund, warum ein junger Mann sich eines T iles seiner Sehschärfe berauben muß, wenn er einem Vor­gesetzten begegnet, ist durchaus unerfindlich. Es erinnert das einigermaßen an den Brauch der Orientalen, die bei ähnlichen Gelegenheilen ihr Gesicht im Staub verbergen. Durch all das soll nun natürlich nicht gesagt fein, daß bei ange­borener Disposition die Kurzsichtigkeit nicht durch dir mancherlei von der modernen Kultur unzer­trennlichen Schädlichkeiten gefördert wird, mag diese Disposition nun in einer angeborenen Dünnheit der Lederhaut ober in der Beschaffen­heit der Augenhöhle und dem dadurch bedingten Länzsbau des Auges bestehen ober, wie dies neuerdings von Professor Stilling beobachtet wurde, durch den Ansatz bet Augenmuskeln be­dingt fein.

Aber ist denn die Kurzsichtigkeit, fragen wir ein fo schädliches, den Beruf des Menschen überall hemmendes Gebrechen, wie von mancher Seite geltend gemacht wird? Vor allem müffen wir bedenken, daß dem Brillentragen kein Auge ent­geht. Das normale Auge braucht eine solche vom 45. Jahre etwa an für Näharbeit, das übersichtige (weitsichtige) Auge schon in der Jugend. (Wohl findet man manchmal Leute, die auch in hohem Alter noch keiner Brille bedürfen; solche sind entweder, ohne es zu wiffen, in geringerem Grade kurzsichtig ober sie haben zwei verschiedene Augen, von denen sie das eine kurzsichtige für die Nähe, das andere weit- ober übersichtige für die Ferne besitzen.) Das mäßig kurzsichtige Auge hat den Vorteil großer Ausdauer für Näharbeit, ein Vorzug, der für viele Berufsarten in einem Rulturftaate nicht hoch genug anzuichlagen ist. Der große Physiologe Donders, dessen klassische Arbeiten über diesen Gegenstand den ersten An­stoß zu weiteren Nachforschungen gegeben haben, spricht sich neuerdings bah in aus, daß, wenn ihm auch die Macht dazu gegeben wäre, er die Kurzsichtigkeit ihrer anderweitigen großen Vor­teile halber nicht aus der Welt schaffen möchte. Er sagt darüber: „Die Nachteile der Myopie werden von vielen übertrieben. Sie sind durch zeitige Verordnung geeigneter Gläser, ebenso durch gute Beleuchtung und richtige Haftung in den Schulen meistens abzuwenden, und die gerin­geren Grade bringen eine Fähigkeit für feine Handarbeit und wissenschaftliche Untersuchung mit sich die wir nicht miffen möchten. In der Myopie sehen wir eines der vielen Beispiele von — in gewissen Grenzen wünschenswerter — Adaption der Organe unter dem Einfluß der Hebung. Die Frage ist, ob man mit dem Be­kämpfen der Myopie nicht am Ziele vorbeistreifen könnte. Befremden würde es mich keineswegs, wenn sich schließlich ergäbe, daß kowohl der Gelehrte und Städtebewohner als auch der Bauer das zweckmäßigste Aug- für seinen Gebrauch hat." Wie oft habe ich ölte kickt kurzsichtige Beamte ihr Auge gegenüber anderen als ein ganz vor­zügliches pre seit hören. Nur eine Form der Kürzst ytigkeit ist bedenklich und kann selbst zur Erblindung fügten, die sogenannte progressive My pie. Während die gewöhnliche Kurzsichtigkeit zwar mit dem Wachstum des Auges fort!(breitet, bann aber, etwa mit bem 20. oder 22. Jahre stationär wirb, nimmt diese seltene Form, bie inbefj nach Tscherning kaum 1 pCt. betrifft, noch nach bem 40. Jahre zu und ist mit großer Ab­nahme der Sehschärfe verbunden. Sie ist übrigens eine auf ganz anderen Ursachen beruhende Krank­heit und steht in gar keinem Verhältnis zur Nah­arbeit, denn sie ist häufiger in b?n niederen Volksklaffen und auf dem Lande. Wegen dieser seltenen deletären Form hat man den ganzen Allarm gegen die Kurzsichtigkeit hauptsächlich in die Welt gesetzt. Die Zahl der Erblindungen bei progre ftoer Myopie beträgt nach MagnuS nur 0,649 pCt.

vermischtes.

[*] DaS Motorzweirad. Wob! selten hat eine neue Sache derart tuich Gebiet gewonnen, wie das Mot.rzweirad. Wenige Jahre find es her, daß diese Fahrzeuge vereinzelt aufiauchtrn unb h-ute kann man sie schon an allen Orten dutz ndweise beobachten.

kann keine schlechte Sache sein, die sich so rasch en wick-lt, und wenn man die leichte Handhabung, die G schwindigketten und das Nehmen vo: St-igungen ohne jede Anstrengung, den äußerst b'lligen Betrieb, die verhältnismäßig dilligeu Anschoffangskosten und das damit noch verknüp te Bergungen in Betracht zieht, so muß matt in der Tat gestehen, daß der Arzt, der Reisende, der Beamte, überhaupt der Ge­schäftsmann, der viel aus dem Lande ohne oder mit schlecht-r Zagverbindung za tun hat, sich kein ratio­nelleres Besörderungsmittel wünschen kann. Zar allgemeinen Einführung des Mowrzweirades Haven die Nekarsulmer Fahrradwerke (Akt.-G s Kgl Hof­lieferanten N ckarsula) sehr viel beigrlragen, die vor drei Jahren mit der ersten brauchbaren und grund­legenden Tyje auf d-m Markt erschienen sind. Wie diese We te weitergeschntten find, beweist urS der vor! egende Prachtkatalog mit äußerst gedtegenem In­halt und wohlgelungenen Abvildurg'n von ver­schiedenen Typen Touren - Motorräder, Ha.brern- «otorräber, Bollrennmotorräder, Borsteckwagen zur Mitnahme einer weiteren Person, Motordreiräder sar drei Personen, sowie zur G-packbesörderung Es scheint, daß außer den schon zu Tausenden einge- führten Mo: orzweirädern auch diesen kleinen Wägelchen mit dem billizen Anschaffungspreise und den geringen Betriebskosten eine große Zukunft tevsrsteht; sie sch-inen das Bolks-Autvmobil zu werden.

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