zulda, Dienstag, dm 1. März 1904
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Literarischer
im Wechselverkehr der deutschen Bahnen als unwirtschaftlich und dem Verhältnis der deutschen Bahnen zu einander nicht entsprechend ohne Entschädigung alsbald zu beseitigen sind. 3. Wie u-uer Beachtung der Grundsätze zu 1 und 2 der Verkehr zusammenzusaffen und über die wirtschaftlich vorteilhaftesten Linien zu leiten ist, wird unter den Verwaltungen unter billiger Berücksichtigung der Jntereffen der Einzelverwaltungeri vereinbart. 4. Die erforderlichen Verarbeiten sind alsbald einzuleiten und derart au beschleunigen, daß im Laufe des Juni cme Beschlußfassung zu 3 in einer neuen Konferenz hier erfolgen kann. — Von süddeutscher Seite wurden zum zweiten Punkt hinsichtlich des Zeitpunktes der Aus- führung noch Vorbehalte gemacht Für die Verkehrsleitung soll also in Zukunft die wirtichaftlich vorteilhafteste Route gewählt werden. Für dfe Auswahl ist aber als äußerste Grenze des Umwegs gegen den kürzesten Weg 20°/o festgesetzt worden. Durch eine angemessene, diesen Gesichtspunkten Rechnung tragende Beteiligung der leistungsfähigen Routen und dadurch ermöglichte wirtschaftliche Betriebssührur-g wird es sich vorausfichilich erzielen lasten, die Jntereffen der einzelnen Verwaltungen, wie es billig ist, an- gemesten zu berücksichtigen.
Deutsches Reich.
Berlin, den 29. Februar 1904
* lieber die Umleiirrrrg deS Güterver kehrs äußerte sich der Eisenbahnminister Budde in der heutigen Sitzung der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses auf eine Anfrage Über das Ergebnis der Konferenz von Vertretern der süddeutschen und der sächsischen Regierung. Wie er mitteilte, wurden von sämtlichen Ber- tretern die in der Preste und parlamentarischen Verhandlungen gegen Preußen erhobenen Vorwürfe als unberechtigt bezeichnet, und es wurde anerkannt, daß Preußen die Vereinbarungen aus das loyalste beobachtet hat. Ferner haben sich die Kommistacirn, vorbehaltlich der Genehmigung ihrer Regierungen, über folgende von preußischer Seite oorgeschlagenen Leitsätze verständigt, wobei nur bezüglich des Wechselverkehrs zwischen Baden, Württemberg und Bayern noch eine besondere Prüfung vorbehalten werden mußte: 1. Ts wird anerkannt, daß grundsätzlich der wirr'chaftlich beste Weg im Güterverkehr zu wählen ist, der nicht immer her kürzeste sein kann; 2. Man ist einta, daß Umwege von «ehr als 20 Prozent
Erscheint täglich, mit Rnriahme bet Sone- axb Feiertage, viertel- MrUveru-rprei« ohne vringerloh« web Veßellgelö in Hulda nnb «erwart; rrm. 5« M-
worden; durch die Post bezogen kostet sie pro Vierteljahr inkl. Bestellgeld 72 Pfg.
* Bom Lake-Superior. Man schreibt der ,Frkf. Ztg/ aus Montreal, vom 16. Febr.: Seit Mensche» gedenken ist es nicht vorgekommen, daß der Lake Superior, der größte der amerikanischen Binnenseen und der Erde überhaupt, in seiner ganze.. Aus- dehnung zugefrorrn wäre, aber in diesem ungemein fh engen und anhaltenden Winter wird eS soweit kommen; alle Berichte, von dem amerikanischen und kanadische, User sümwen dann überein, daß nirgends auf der gewaltigen Fläche eine Spur von Wüster zu sehen ist. Der Lake Superior umsaßt 31,420 englische Q mdratmriien und liegt 6023/i Fuß über dem Meeresspiegel. Sein Master ist auch in der heißesten Jahrcszeft so kalt, daß nur wenige Menschen darin zu baden Pflegen, die Indianer haben eine abergläubige Scheu vor dem See, der nach chrer Meinung niemals einen in ihm Ertrunkenen wieder herausgibt.
* Trumpf. — Ein Student, welcher im Hause ein-S Kommerzienrates die Stellung eines Hauslehrers bekleidet, ist dessen Einladung zu einem Femilien- Ball nachgekommen. — Junge Dame (während der Tanzpause hochmütig) „Misten Sie auch, mein Heer, daß es Leute gibt, welche die Hauslehrer zur Gesellschaft gar nicht zurechnen?* — Srudent: „Gewiß, gnädiges Fräulein, diese Leute find eben: --unzurechnungsfähig I*
♦ Kindermund. — Drei kleine Mädchen sprechen von ihren Müttern, und suchen sich gegenseitig ztl überbieten. Die Erste behauptet, ihre Mutter könne bester kochen als andere, die Zweite erklärt, ihre Mutier sei die beste Tänzerin, aber die Dritte schießt den Bogel ab, indem sie sagt: „Und meine Mam» hat mehr Mut als die ruderen — gestern abend bat sie sich alle Zähne auf einmal auSgeriff«."
reform ausgesprochen, wie im deutschen Reichstag. Unter lebhaftem Beifall seiner Parteifreunde trat d r Abg. Bachem in der Sitzung des preußischen Abgeordnetenhanses am 18. Februar dem freikonservariven Vorstoß gegen die Sozialpolitik des Reiches entgegen und führte dabei u. a. aus:
Nicht rückwärts, sondern vorwärts muffen wir mit unserer Sozialpolitik. Wir werden tat Sinne des Abg. Gamp die Sozialdemokratie nur dann überwinden, wenn wir die Beschwerden der Arbeitnehmer aus dem Wege räumen, soweit daS möglich ist. Unsere Soztal- volitik ist nicht überstürzt, sie geht einen ruhtzen Sang, wir müssen eher fördernd, als verlangsamend auf sie einwirken, wenn ich mir auch die Schwierigkeiten, mit der die Sozialpolitik verknüpft ist, bewußt bin. Ich bitte, der Sozialpolitik des Reichstages und der Verbündeten Regierungen in vollem Umfange die Sympathie zu bewahren und nicht dazu überzugehen, auf diese Sozialpolitik hemmend einzuwirken.
Roch eines der sozialdemokratischen Presse zur Erinnerung! Vor den Reichstagswahlen las man anders! Da war es gerade die Sozialdemokratie, die mit dem Hute in der Hand, das Erfurter Programm mit der Lehre von dem „naturnotwendigen Untergang" des Mittelstandes sorgfältig in der Tasche verborgen, loszog, um die Stimmen des Bruders „Handwerkers, des Bürgers und Bauern" zu betteln. Da spielte sich die Sozialdemokratie nicht allein als Freund' des Arbeiters, sondern auch des gewerblichen und bäuerlichen Mittelstandes auf. Sie scheute sich nicht, die dreisteste Bauernfängerei zu treiben.
Wenn die sozialdemokratische Preffe bei Gelegenheit einer Partei einmal wieder Doppelspiel vorwerfen zu müssen glaubt, dann möge sie es ehrlicherweise dort tun, wo es cm besten angebracht ist, nämlich bei sich selbst. Die doppelte Moral kommt bei der Sozialdemokratie nur zu oft zum Vorschein.
Das „voppelgestcht des Zentrums".
Das Zentrum ist eine Partei, die alle Stände des Volkes umfaßt, und die den Grundsatz vertritt, daß mit einer alle Stände gleichmäßig berücksichtigenden Politik dem Wohle der Gesamtheit am besten gedient wird. So tritt das Zentrum mit demselben Eifer für die Jntereffen der Arbeiter ein, wie diejenigen des gewerblichen Mittelstandes und der Landwirtschaft. Eine derartige Politik ist natürlich der Sozialdemokratie, der Vertreterin der „reinen Klaffenintereffen" unverständlich. Und da sie sich nicht zu der Einsicht in die Möglichkeit einer Politik der ausgleichenden Gerechtigkeit, wie sie das Zentrum verfolgt, aufzuschwingen vermag, dichtet sie in her ihr eigenen Ehrlichkeit dem Zentrum einmal wieder politische Heuchelei an. In einem Artikel „Vom arbeiterfreundlichen Zentrum" in Nr. 42 der ,Rhein. Ztgft heißt eS:
,Jm Reichstage überstürzt sich daS Zentrum in »rb eiterfreundlichen Bemühungen, im Landtage redet »S dem Krämer- und Zünftlertum daS Wort. DaS kommt daher, daß eS für feine Landtagsmandate der Arbeiter nicht in dem Maße bedarf, wie für feine Sitze im Reichstage, wo es die großen Städte nur halten kann, wenn ihm die Arbeiter helfen. Daher das Doppelgeficht des Zentrums, je nachdem eS im Haufe d«S allgemeinen Wahlrechts oder im Hau e deS Drei. klaffenwahlfystemS auftritt."
Die sozialdemokratische Preffe weiß ebenso gut wie wir, daß das Zentrum nur deshalb hauptsächlich im Reichstage für die Jntereffen der arbeitet eintritt, weil die ganze Arbeiterschutz- wie Versicherungsgrsetzgebung der Reichs- Gewerbeordnung untersteht, also Sache des Reiches ist. Daß das Zentrum im Reichstage auch die Sache des Handwerks nicht ver- geffen hat, bewerfen doch wohl die Debatten anläßlich der Etatsberatung deS Reichsamrs des Innern. Dagegen unterstehen z. B. die Gewerbe- befleuerung und die Gewerbeförderung der Landesgesetzgebung; ihre Regelung ist daher Aufgabe der Einzelregierungen und Landtage. Aber auch im Landtage hat sich das Zentrum der Jntereffen der Arbeiter angenommen, so weü es von dieser Stelle aus möglich war. In der Wahrung der Jntereffen der Eisenbahnangestellten und Bergarbeiter z. B. har das Zentrum in erster Linie gestanden. Das Zentrum bringt seine Wünsche" und gesetzgeberischen Forderungen dort an, wo der rechte Platz ist; sowest sie daS Reich angehen, im Reichstage, soweit sie Sache der Bundesstaaten sind, im Landtage. Diese» Verfahren ist ganz selbstverständlich und nut sozialdemokratische Berleumdungsfucht kann es fertig bringen, hier dem Zentrum aus taktischen Gründen ein Doppelspiel vorzuwerfen.
Uebrigens hat sich auch das Zentrum im preußischen Landtage mit der gleichen Entschiedenheit für eine Fortführung der Sozial-
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ihr« «licken entschwunden bange Ahnung aas ihr ® .
kommenden Unheils schnürte ihr dar Herz zusammen. Sie empfand er als eine Erleichterung, als sie zu Haufe sngekowm« »er und in ihrem stillen Zimmer ihren Tränen freien Lauf kaffen konnte.
4. Kapitel.
Im Bahnhof von Darsuw, der nächsten Bahnstation bei Brückheim, saß Frau Dr. Wilson in ihrem bub,ch« Landauer und erwartete fteudig erregt die Ankunft ihres Bruders.
„Ich will die £üg<I halten, gehen Sie auf ben Bahnsteig und empfangen Sie Herrn Ravenstein", Peß sie den Diener; und da der Zug Verspätung
„Aber vorher werde ich natürlich Llly abgeholt haben," sagte Reginald zuversichtlich. „Da ich sie also für jetzt zurücklassen muß, danke ich Ihn« von ganzem Herzen für Ihr Anerbieten." Noch während er mit der Dame ein« warmen Händedruck wechselte, kehrte Elly zurück.
„MeS in schönster Ordnung, Llly," sagte Fräulein Oswald lebhaft. „Sie bleib« hier unter mein« Fittichen, bis Herr Ravenstein sich die Sache drübm einmal angesehm hab« wird. Dann packen wir alle ein und reifen zusammen nach Deutschland ab."
^Rach Deutschland! mdlich!" rief Elly, während Schatten und Sonnenschein auf ihrem ausdrucksvollen Gesichtchen wechselten. „Ich möchte wiffen, ob wir einmal dieselbe Szenerie vor Auzen bekomm«, die Papa so oft für mich matte."
Richard'« Blick folgte attbald dem ihrig« zu zwei Skizzen, die über der att« Staffelet hmgen: em Gewässer mit überhänzend« Hollunderzweig« — auf d« Wellen schaukelt« Wasserlilien, oder m einer später« Jahreszeit, mü hohen Buchen, herbstlich gefärbte« Laub widerspiegelnd. „Er sagte mir nie, ob sich eine besondere Erinnerung für ihn daran knüpfe. Aber Reginald," fuhr sie, einem ander« Sedan?«- gange folg«d fort: „Du erzähltest mir nie, daß Du eine Schwester besitzest. LS scheint mir ord«tlich undankbar, daß ich von ihrem Dasein nichts wußte, jetzt, da fie in Form einer wohltätigen Fee an uns schreibt."
,Fee!" wiederholte Reginald vergnügt. „Mathilde hat nicht viel Fe«hafte« an sich. Sie ist hochgewachsm und war schon vor Jahren, wie bie Landleute sag«, „behäbig" anzuseh«."
„Teuer al» Du?"
.Ja. Zwei Brüder zwisch« uns find in Amerika. Nach dem Tode unserer Stotter führte Mathilde das Regiment im Hause, und kettete uns alle — hm — mit etwas zu fester Hand vielleicht. Die Folge war, daß wir uns sobald wie möglich frei zu machen suchten. Mein Baier verheiratete fich wieder, und so kam die Familie auseinander. Mathilde ist sehr gut’
31. Jahrgang
„So ist er. Diese Sachen in Bremen können Wochen, ja Monate in Anspruch nehmen. In meiner jetzig« unsiche« Lage mich zu verheirat«, wäre unrecht ; ich kann aber auch meine zukünftige Frau nicht ohne genügmde Mittel Lier lassen, und doch fühlen wir beide, daß fie kein Recht hat. Ihnen zur Last zu fallen. Darf ich also —"
„Rein, Sie dürfen nicht", unterbrach ihn Fräulein Oswald mit Bärme. „Bedenken Sie, ich war Mys Freundin, lange, ehe Sie 'dieselbe kannten, Herr Ravenstein von der ersten Stunde an, da ihr Bater sie mir brachte, ein schüchternes kleines Kind von neun Jahr«, und mich bat, ihr eine gute deutsche Erziehung zu geb«, ist fie mir immer wehr ans Herz gewachsen Wenn ich nicht eil halbes Dutzend Richt« in Deutschland hätte, die mich alle beerb« wollm, so hätte ich Sllo abopiitri, damals als das Unglück über sie her» etior«ch «ad ich ihr« voll« Wert so recht tranea
Also darf von Bezahlung zwischen unS keine Rede sein. Elly» Keine» vermögen ist auf ihr« und “ .der, belgischen Bank hinterlegt, bi»
^^SSr^n^tü=nä^en «ugust. Ihr beschiene» anjugreiftn, solange fie £ »kJL Sie AMdigt mich reichlich, Herr Raven- «eil, durch ihre Hilfe in dresem schwierig« Haushalt, «ff« ich so müde dm; tut schön mit meinen Lehrerinnen, hilft den Zöglingen und wirft Wunder mit meinen Dienstmädche.i, die mein Französisch nicht versteh« Öniro., Also vertrauen Sie mir das «ind an bis August, und ich werde Ihn« dankbar daftr fein. Dann fetze ich mich zur Ruhe, nach fünfundzwanzig- jähriger tätigtet, gebe meine Schule aus und kehre nach Deutschland zmück."
würdig halten."
„Ach nein, so pflegt fie mich nicht zu überschätz«. Aber," fügte er bei, tu der Erinnerung an manch' voreilige» Urteil seine» Schwester, „es ist nötig, daß ich fie gleich am erst« Tage in» Vertrauen ziehe. Beruhige Dich hierüber. Ich werde meine Zett gut wählen, um ihr die Nachricht mitziteil«, vielleicht nicht früher, als bi» fie selbst Dich sieht. Dann wttd sie sicherlich mehr al» befriedigt fein."
Genau eine Woche später hatte Ravenstein alle Vorbereitung« zur Abreise von Brüssel getroff«. Diese letzten Tage, in v«« er jede freie Stunde Elly gewidmet hatte, haft« sie einander immer näher gebracht. Sie empfand« ihre Trennung nun doppelt hart, obgleich diese vielleicht nur einige Wochen dauern sollte Unter Fräulein Oswald'» mütterlichem Schecke begleitete Elly den Verlobt« an das Dampfschiff, um ein« letzt« schmerzlichen Abschied von ihm ztl nehm«. LlS da» Schiff ihr» Blick« entschwunden war, legte es fich wie bange Ahnung aus ihr Gemüt, und ein Vorgefühl
(*) Berlin, 28. Febr. 1904. Sinen Mahnruf über die ungünstige Lage des Pflegepersonals der Berliner städtischen Krankenhäuser erhebt Dr. Landsberger in der nsuestm Nummer der .Deutschen Medizinischen Wochenschrift'. Bisweilen wechselt fast daS gesamte Bersonal einer Anstalt tanerhalb eines JabreS, ein Zustand, der begreiflicherweise die größte» Unzuträg- lrchkeiten mit fich bringt. Ts rekrutiert fich auS den Arbeitslosen aller möglichen Berufe, während ein vorgebildetes, qualifiziertes Personal gänzlich mangelt. Das Personal ist neuerdings selbst in eine Bewegung zur Berbrfferung seiner Bienst- und Sehaltsverhält- uiffe eingetreten und führt namentlich Klage über das Uebennaß an Dienstzeit — 14 bis 15 Stunden täglich —, über mangelhafte Kost und geringe Löhne. Dr. Landsberger erachtet die Forderung ständiger freier Tage, eins jährliche Ferienzeit und eines zehnstündigen Arbeitstages für durchaus gerechtfertigt, da der Betrieb der Krankenhäuser fich nur dann segensreich gestalt« kann, w«n eine gewisse Zufriedenheit deS WarteperfonalS besteht und damit eine Stetigkeit desselben verbürgt wird.
[] Katholische Zeitung für italienische Arbeiter. Von der jüngst angekündet« Wochrnzeitnng für die italienischen Arbeiter ,La Patna’ (herausgegeben vom CharitaSverbande) find jetzt 8 Probenummern erschienen. Dieselben zeichnen fich durch große Reichhaltigkeit und BolkStLmlichkeit aus und find ganz auf die Verhältniffe der italienisch« Arbeiter zugeschnitten. Erfreulicherweise bringt man der Zeitung viel Interesse entgegen; vielfach wird fie von solch« bestellt, die sich m der italienischen Sprache vervollkommnen woll«. Da bereits allenthalben die Simvauderirng der italienisch« Saisonarbeiter beginnt, so wolle man diese auf die .La Patria1 aufmerksam machen. Nachahmenswert ist daS Beispiel einiger angesehen« Damen, die für ihre Rechnung die Zeitung bestellt hab«, um sie dann an die italienifchen Arbeiter weiter zu verteil«. .La Patna' ist in de» am 6. Februar d. I. erschtm«« neuesten Nachtrag zur PostzettungSlistr ausg«omm« herzig und hatte stet» die besten Absicht«. Ihr Gatte ist ein vortrefflicher Mann von etwa fünfzig Jahren. Also, Elly wirst Du es nur mit älteren,', gesetzt« Verwandten zu tun hab«."
»Ich fürchte fie," erftärte fie, bang errötmd. „Wenn Frau Wilson erfährt, daß ich noch jung bin und — und arm — wird sie mich Deiner nicht für
EtSdeu-Album. Tongers Tasch«-Albuw, 26. Band, 110 Etüden von Carl Czern!', zum Gebrauch nebcn jeder Klavierschule fortschreitend gevrdnÄ von Heinrich Burg nt. Verlag von P. I. Tanger, Köln. Preis 1 Mk.
Auf dem Gebiete des Klavierspiels g^t es eine Reihe von Studienwrrk«, die wohl von all« benutzt worden find, welche jetzt als große Künstler die Welt erfreu«. Zu den wertvollsten Werk« dieser Art gehören fraglos die de» Attmeister» Czerny, nammtüch dessen Op. 139, 453, 481 und 599. Diese Etüden führ« den Anfänger mit sicherer Hand in da» ihm noch fremde Land und geb« ihm ein« zuverlässig« Stab mit auf den steil« Pfad zum Parnaß. Jeder Klavierlehrer weiß da», er kann ihrer nicht «treten, nach welcher Schule er immer unterrichtet. Mit Interesse wttd daher da» foeb« erschienene „Etüd«- Album" von Heinrich Bungart oufgtnomm« werd« Diese Ausgabe bringt eine Reihe der beliebtest« Nummern in neuzMicher Gewandung, d. h. d« modern« ftadierpädsgvksschen Ansordersug« gemäß mit Fingersatz und Phrasierung verseh«. Das, sowie bte unvergänglich« Jugendfrische der Tzernh'sch« Werke sichern dem Bändchen, da» fich so bequem in die Tasche stecke« läßt, einen unbeschränkten Krei» von Interessent«, zmnal auch der billige Preis bei prachtvollster Ausstattung ein nicht urigewichtigr» WSrichen mitredet.
hatte, blieb ihr noch hinreichend Zett, um sich da» bevorstH«de Wiedersehn auszumaleu.
Seit ihre» Bruders letztem Besuche in Brückheim war« über fünf Jahre vergana«, und damal» hatte eine ernstliche Meinungsverschiedenheit zwsschm ihn« feine Abreise beschleunigt. Ihre Sharaftere war« sehr verschied«, und sie hafte fich inzwischen ost vorwürfe gemacht, Reginalds Steigungen zu wenig Rechnung getrag« zu hab«.
Ihr Briefwechsel war in all d« Jahr« sehr spärlich gewes«, und nie hatte fich bisher ein triftiger Grund gefunden, ihn zurüüMSf«. Jetzt erst errat« eine glückliche Verkettung von Umstand« die best« Aussicht« ffir seine Zukunft zu biet«. Ihre Stiefmutter war tot und der Rest de» väterlich« vermöge«» fiel «blich d« Kinde« ja, spät allerdings, »och Veldbefitz kommt zu keiner Zett de» Beta» w erwünscht. Reginald» Anteil würde beinahe genüg», ihm d« Eintritt de jene Firma zu verschaffen, die ihm sofort eine angenehme Stelling sicherte. Aber konnte nicht auch all» viel glänzender sich gestalten? Bot nicht der Umstand, daß Bestfeld jetzt eine junge, liebenswürdige Heriiu besaß, eine herrliche Reite von Wöglichtet« dar, die sich unter geschickter Behandlung vielleicht in Tatsachen umwandeln ließ«? Dns prächtige Besitztum, ans da» sie einst selbst sich Hoffnung gemacht, konnte nun doch in ihre Famtttt komm«, und sie schmiedete tausend kleine unschuldige Pläne, um da» erwünschte Ziel herbeiznführ«. „Aber ich kann nicht vorsichtig genug feil*, überlegte sie. „die leiseste Andeutung Snnte Reginald verscheuchen. Meine Schul» soll e» nicht fein, wen» dieser Besick nicht angenehm beginnt und herrlich «bet. Acht endlich der Zug, und da ist er ja schon!*
Frau Wüson begrüßte ihren Bruder mtt so warmer Herz'ichkett, daß dieser au» seiner Bersunkenhett er* wachte, in die ibn die Trennung von Elly verietzl hatte. Er kam seiner Schwester mtt einer Freundlichtet «tgegm, die frühere Reiberei« vergess« ließ und an gutes LrnverstLidniS für die Zukunft versprach, (ö !•)
Maer W Zeitung
verantwortlich« MM .
wochmdMge: „Illustrierte Sonntagzzeitung" Mmmkbeiiage: „5u!daer Geschichtsblätter".