31. Jahrgang
gnföa, Dienrtag, den 1. März 1904.
je *»
«w*8rts(®L6OPfi.
cg machte die Mehrheit der Lehrer von dem chte des Einjähriyfreiwilligen- Dienstes keinen brauch; so in Westpreußen von 78 nur 4, in ecklenburg von 37 nur 2, in Ostpreußen 18 u 112, in Posen 18 von 66, in Schlesien 52 i 144. Indessen hat sich in den meisten Längsten die Zahl der Einjähriafreiwilligen er- st Die von den Lehrer • Vereinen gebildeten rlitär - Kommissionen unterstützen die jungen ster hierbei nach Kräften.
'München, 29. Febr. 1904. Die Abge- dnetenkammer stimmte heute über daS ahlgesetz ab. Von 156 Anwesenden stimm- i 96 für, 60 gegen die ganje Wahlgesetzvor- ;e. Da Zweidrittel-Mehrheit, also 104 Stirn» n, zur Annahme nötig waren, ist daS Wahl- etz gefallen. Die Liberalen stimmten gelösten gegen das Gesetz. Mit dem Zentrum d den Sozialdemokraten stimmten mit Ja der gservatioe Bauernbündler Lutz, der liberal« Indler Gebhardt und der Demokrat Koehl. Ein andat ist erledigt, Abg. Huber (Ztr.) ist krank, >g. Memminger fehlte, Äbg. Heim fuhr trotz phöien Fiebers zum Landtag, um an der Ab- mmung t.ilzunehmen.
„ge »her, desto liebet*, versetz e Reginalv ertreut bei dem Gedanken, was solche Eile für ihn bedeute. „Ich werte ihr sehr hob weinen Besuch machen. Ist sie angenehm? In welchem Alter ungefähr?*
„O, ziemlich jung', enigegn-te grau Wilson gleich- giltig. „Si • wird nächstens bei uns fp ifeit, dann kannst du selbst urteilen Sieh*, fuhr sie fort, als sie an einigen Hütten vorüber kamen, deren Bewohner die vornibmste Dome „aus tiefer Seite de» Waffe,S* höflich grüßten, „Brückheim hat ich gar nicht verändert, fR'ginalb Hier sind wir bei der Billa — so haben die Serie unser Wohnhaus geteu't — und hier kommt auch schon Rolert cur ;einem Arb itSzimmer, eine volle Stunde früher al» sonst, um Dich zu begrüben, eine Ehr», die Du zu schätzen wiflen wüst.*
U d R gica'd Rare ste n wußte gewiß die herzliche Begrüßung seire» Schwa-er» zu schätzen, berat er fühlte klar, daß ein gute» Einvernehmen mit seinen Berwandten dem geliebten Wesen, das er so balb bei ihnen einzuführen gebachte, tie -v'ge ebnen würbe. Den ganzen Abenb temühte er sich redlich, au» seiner gewohnten Zurückyaltu g herauSzutretgn und sich wög- lichst liebenswürdig zu zeigen; und da» glückliche Er- Sebni» wa-, daß feine Gapsteunde später unter vier lugen einstimmig fein Lob sangen.
„Er war ein wenig zu rauh, zu bärenhaft*, bemerkte feine Echmester. „Aber er hat sich unendlich zu seinem Borteil verändert. Jetzt ist er ein Mann, ous den jede Frau wirklich stolz sein könnte.
Sie lächelie bei dem Gebaick n an ihren Liebling»» plan, bet feirer Erfüllung ein gute» Stück näher gerückt schien. Aber den Gatten wollre fie vorläufig nicht in» Vertrauen ziehen; fie sürchtue eine uozeitige Anipieluvg, die die ganze Seche ve, baten fünf te.
Ah ungtlo», in welcher Weise feine Schwester sär ibn zu sorgen gedacht-, durckschlies Reginald die erste Nacht feiner Rückkehr, bi» ibn beim Morgengrauen schwere quälende Träume anftn-ckten. Ellu schien ihm eus der anb-ren Seite eine» Flvffe» zu rufen, und
»«zeige,: die ete- tnaltig« petHjeile oba deren la#* IS psg. leNamendtepetttreS» 25 Pfg.; bei Wiederholungen wirb entspr. Rabatt gewährt.
druck und vertag bei 8uldaerActienbrnckerei i« Knlda (Harmonie^. Zernsprecher Nr. 9.
in den Berwögenkverhälin ffen ober Aussichten sollt bech immer vorhonben fein.“
„War auch Wilson dieser Ansicht?" fragte ih Bruder etwa» boshaft.
„Allerdings nicht,* lachte feine Schwester. .Abe Robert befaß selbst genug, um seiner Neigung folge zu können.*
Unb wie geht e» meinem Schwager?" erkunbigi sich Reginald, um von einem Thema abzuleaken, da ihm peinlich war.
„O, vortrefflich; er schreibt eben ein Buch übe „Einheimische Bügel* und möchte Dich etwa- übe die Störche in Holland srag-n. Diese literarisch Beschästigung nimmt ihn so ein, daß ihm die Ze leid tut, die er für Westfeld opfern muß.*
„Für Westield? Ja welch.r Weise nimmt ih die« in Än>pruch?
„F ou Gram bestimmte ihn doch zu ihrem Testi mentSvollst ecker; schrieb ich Dir nicht, daß fie gi storben sei?*
Tu lemetlefl nur, Westfeld fei in andere Hän! übergegangen, abit ich Latte keine Adnu-g, in welch, Weise. Jetzt verstehe ich, tie» schließt wahrschewss bte lledergabe der Besitzung au den Erben in fich
„Bon dessen Dasein ro r feine Ahnung hatte Eme — Person au» Auflrolieu.*
„Ach, dieser Herr tohb vermutlich ’n großem S: Brrbefferungen dorrehwe», urd die» ist der Grur warum man «einer bedarf. Ba» für ein Mar ifi et?* „
„Gar fein Mann*, •ntirotle'e Frau W l'i lach'lnd. „Westfeld hat obermal» rur enr Herri Ftäulttn Doraiice vram.*
„Versteht fie etwa» von derartisen Geschäften, tt< e» ,hre eigene Idee?* t m
„Da» nicht gerade Schwitten, der B»rwalte »achte chr den Vorschlag, und fie sag sog'eich btjf, Vorteile ein. Ich glaube, sie wird e» sehr eilig habe daß Tu mit der Arbeit beginnst.*
diensteS zu Lande soll jetzt hei uns angebahnt werden. Wie das,Berl. Tagebl.' hört, sollen demnächst die Grenz - Provinzen mit einem Netz Stationen für Funken-Telegraphie überzogen werden. Die Errichtung dieser Stationen erfolgt, um den Behörden zu ermöglichen, in besonderen Fällen von der Drahttelegraphie unabhängig zu sein.
** lieber die vorbereitenden Schritte zur Ein- leitung der Handelsvertrags-Verhandlungen zwischen Deutschland und Oester reich-Ungar« wird aus Wien gemeldet, daß dort am Sonntag im Ministerium des Aeußern in 1 ^»stündiger Beratung die Grundzüge für die am 2. März zusammentretende Zoll- und Handels-Konferenz festgelegt wurden; u. a. berichtete Botschafter v. Szögyeny über bte Stimmung in Berlin. Er legte dar, daß die deutsche Reichs- regterung zwar von vertr-rgL freund lichen Absichten beseelt sei, daß jedoch die in Deutschland herrschende Strömung und die Parteioerhältniffe im Reichstage die Verhandlungen schwierig gestalten dürften. Die Verhandlungen sollen schriftlich ein- geleitet und mündlich in Berlin fortgesetzt werden.
*„ Der deutsch italienische Handelsvertrag wird morgen unterzeichnet werden. Ob beide Staaten mit Oesterreich, Belgien, der Schweiz gemeinsam ober gesondert weiter verhandeln, steht noch nicht fest.
» Am 7. März wird im Gewerkschaftshause in Berlin ein Heimarbeiterschntz Kongreß abgehalten, zu dem bis vorige Woche 157 Delegierte angemeldet waren. Als Gäste werden nach dem ,Vorra/außerdem erscheinen: Gewerbe- tnspektor Dr. Fischer-Berlin, Gewerbeinspeklions- Assistentin Frl. Reichert-Berlin, Gewerberat Professor Meute-Berlin, Dr. A. Vatter Wien von der Geraerbeförderung des österreichischen Handelsministecuuns.
% Die Freikonservativen habm tm Landtage einen Gesetzentwurf beantragt, der den preußischen Beteraue» aus dem 1864er Kriege gegen Dänemark eine jährl. Beihilfe von 120 * zuwenden will, soweit du damaligen KriegSteilnedmer unbescholten find unk weniger als 600 JU. Jahreseinkommen haben.
* lieber den Militärdienst der Volks schullehrer macht die Zentral Militär-Kommis sion des Deutschen Lehrer - Vereins einige intet effante Mitteilungen. Die Kommission hat di, Zahl der Volksschullehrer, die im Jahre 190: in den Militärdienst eintraten, für daS ganz, Reich mit Ausnahme von Altenburg, Baden Frankfurt a. M., Greiz, Großherzogtum Hessen Meiningen, Pommern, Provinz Sachsen, Schaum burg-Lippe, Waldeck und Hamburg festgestellt Es traten insgesamt, von den genannten Landes teilen abgesehen, 1757 Lehrer in den Militär dienst ein. Von diesen dienten 558, also elw, der dritte Teil, einjährig-freiwillig. In Berlin Koburg unb Gotha dienten sämtliche, in Braun schweig, Boyern und Schwarzburg - Rudolstad nahezu alle, im Regierungs - Bezirk Wiesbadei und Westfalen mehr als die Hälfte, in Hannover Lübeck und Sachsen - Weimar nahezu die Hälft der Lehrer einjährig-freiwillig. In den östliche, Landesteilen, sowie in Württemberg und Olden
b i Regierung getan habe, habe fetrerje t Bis war auch getan. Die Zulassung rufst cher Poliz«agevien sei nur wiberrufl-ch erfolgt in» unter bei Vorau»- setzung. baß diese Beamten fich streng auf dem «oben unserer Gesetze kielten. Einen würdigen Abschluß her Rebe daß Reichskanzlers bildete eine Schilderung be» Verhältnisses, in welchem KautSk, sich zu Bebel ver- hälr. Der Reichskanzler bezeichnete M alb einen Leibjournalisten Bebels. ...
Äußer bem Reichskanzler griffen noch Miu.üer Schönstedt und Frbr. v. Hammerpem M die Debatte ein; fie beschränkte siL aber im wesentlichen auf b« im preußischen Äbgevrdnetenhause und Reichstage gemachten Ausführungen.
Die Verhandlung dauerte bis 7‘/i Ubr.
Die fozialvemokratifche Resolution bett. Gestaltung des Fremdenrechtes wurde abgelehnt.
Morgen: Justizetat.
Ve»«Attvortlicher tzchriN!nter:>tt vaum w-chmbellag-: „Illustrierte Sonntagsjeitung“
45, Sitzung vom 29. Februar 1904.
Eröffnung: 1',« Uhr. .
Die Beratung be» «tat« be« Rerchk,ustrz- ;mt8 wird fortgesetzt mit der Resolution Auer ,. Gen. (sozd.) bett. Handhabung de» Fremdenrechts mb bett, den Königsberger Gehetmbundprozeß.
Die Redner der Rechten, und »war die Abgg. i. Normann (kons.), v. Rarboiff (Rp.) und Werner Antis.) stellten fich völlig auf die Seite der Regierung, ebenso der Abg. Dr. Gattler (natl.). .
ifibg. Spahn (Ztr.) führte au8, daß zweifellos der fieichStag zur Beurteilung dieser Frage kompetent sei. Sr würde eS nicht für zulässig erachtet haben, waS tber auch nicht der Fall sei, daß der Minister die kitten des «öragsberger Prozesse» eingesehen hätte. Unaufgeklärt scheine ihm noch die sozialdemokratische vehauptung, baß durch einen russischen Agenten Briefe m den Abgeordneten Herbert festgehalten worden seien. Wünschenswert sei, daß der zwischen Preußen und Rußland bestehende AuSlieferungSvertrag durch einen solchen zwischen Rußland und dem Reiche ersetzt werde.
DaS Hauptinteresse deS TageS richtete sich auf sie Ausführungen des Abg. Bebel (soz) und die Erwiderung deS Reichskanzlers Grafen Bülow, der wie er zu Anfang seiner Rede erklärte, von seinem «rauten» »immer nach dem Reichstag gefahren sei, weil man ihm mttgeteilt habe, der Adg. Bebel wolle eine donnernde tHebe halten und er sich das Vergnügen nicht nehmen lassen wolle, ihm sofort zu antworten.
Die Ausführungen des Abg. Bebel (Soz) waren im großen unb ganzen nur eine Wiederholung bet schon mehrfach von sozialdemokratischer Seite auf« S-stellten Behauptungen. So hielt Bebel auch die Be- avptung aufrecht, daß in HarmSdorf durch die ruffische Polizei ein Einbruch verübt worden fei. Dem Justiz- Minister warf er vor, daß er unrechtmäßig in den Königsberger Geheimdund ei"gegriffen habe.
Reichskanzler Graf Bülow nahm sofort, al» Bebel geendet, dos Wort. Der leitende Faden in der Erwiderung des Reichskanzlers war der, daß die internationalen Mächte ein Interesse daran hätten, fich von Motdbuben freizvhalten, die in den letzten Jahren verschiedene Staatsoberhäupter ermordet hätten. WaS
Abgeordnetenhaus.
30. Sitzung vom 29. Februar 1904.
Eröffnung 11'/- Uhr
Gegenstand der Lagesordnung ist die e r ft e Beratung des Gesetzentwurfes bett, die Bewrllrzung weiterer Staatsmittel zur «erbefferung b er WohnnngSverhältnisse von Arbeitern, die in staatlichen Bttrieben beschäftigt sind, und von gering besoldeten Staatsbürgern, rn «erbrntuag mit der Beratung bet Denkschrift über die Ausführung der dieselbe Materie betreffenden Gesetz- von 1-98, 1899, 1900, 1902 unb 1908. „
In bet Debatte wurde vom Abg. Heisig (Zutr.) der GeficktSpunkt besonder» hervorgehoben, daß in edem Falle geprüft werden müsse, ob em Bedürfnis üt den Bau von Wohnungen vorliege. ES müsse auch die Möglichkeit der Unterstützung jener Privaten ge- chaffen werden, die dasselbe Ziel wie die Bau- aenoffen<<6aften, die Erbauung billiger und ge- ander Wohnungen für die Arbeiterbevölkecung, er- liebten. _ , . . „ .
Nach weiterer unerheblicher Debatte, an der sich die Abgg. Prietze (natl.), Feilsch (Zentr.)und von Riep en Hansen (kons) beteiligen, schließt die DiS-
Die Vorlage geht an die Bndgetkommi s f i o n.
Es folgt die Beratung be» Etats der Bauverwaltung.
Bei den Einnahmen fordert . .
Abg. Witzmann (ntl.) eine Förderung de» Fahrradsverkehr» durch besondere Radfahrwege.
Sin RegiernngSkommiffar erwidert, die An- egurg von Radfahrwegen fei Sache der Gememden und Kommunalverbände. , t
Abg. Hagen (Ztr.) forderte, unterstützt von Schmieding (ntl.), Frhr. v. Pappenhei« Lotz (K.), daß alsbald mit den Durchstichen der SmS- ttümmungen begonnen werde.
Minister Budde versprach daraufhm, daß Die Pro- jelte mit beschleunigter Energie vorbereitet werden soüen.
DaS HauS beschäftigte fich dann mit der Frage d« SchiffahrtSabgaben auf natürlichen Flüssen. Mmister Budde hatte hierzu in der Budgetkommrsfion eine Erklärung gegeben. Wie die heutige Diskussion ergab, beruhte diese Erklärung auf einem EtaatSwinisterialb^ schluß. Die Regierung hält eS danach für durchaus mit § 51 der ReichSverfaffung vereinbar, diese auch bei natürlichen Wasserstraßen, bei denen die Fahrrinne künstlich vertieft ist, eine «bgabenerHöhung -»lässig ist, soweit fie die Verzinsung deS für die Regulierung und die Unterhaltungskosten aufgewandten Kapitals zu beeren bestimmt ist. Auf den Boden dieser Erklärung «ellte sich heute auch die Mehrzahl der Redner au8 bem Hause, vom Zentrum sprach der Abg. Herold in diesem Sinne. Für die Abgaben erklärt fich auch Abg.
Deutsches Reich.
Berlin, den 29. Februar 1904.
* Der Reichskanzler war infolge einer Erkältung genötigt, fich einige Tage Schonung «ifzuerlegen. Arn Sonntag Mittag sprach der Kaiser bei ihm vor; heute erschien er schon wieder im Reichstage.
Nach einer telegraphischen Meldung des Gouverneurs von Kamern« ist eine erste Kolonne der kürzlich aus Anlaß der Nachricht von dem Tode des Station» leiters Grafen Pücklec entsandten Strafexpedition unter Leutnant Nitschmann bereits am E oßflasse ein» getroffen, wo inzwischen der Mißerfolg der Pückler'schen Expedition zu weiteren Aus- Shreitungen der Eingeborenen gegen die dort br- ndlichen Niederlassungen der Gesellschaft „Nord- ivest-Kamerun" geführt hatte. Leider find bei dielen Unruhen drei Angestellte der Gesellschaft, die Herren Küster, Schoof und Schmidt um» Leben gekommen und die dortigen Faktoreien der Gesellschaft geplündert und zerstört worden. Es verlautet nach der ,Nordd. Allg. Ztg/, daß auch die Station Osfidingr zerstört werden sei, doch liegen hierüber keine amtlichen Meldungen vor. Das Gouvernement ist angewiesen, fortlaufend über die Angelegenheit drahtlich zu berichten.
' AuSSüdwestafrika telegraphiert Gouverneur Leutwein unter dem 28. ds. Mts: „Die Kolonne deS Majors v. Esin ff hatte am 25. Febr. ein zehnstündiges schweres Gefecht an der Wasserstelle Oijehjnnanapa 50 Kilometer öst- sich von Omaruru, gegen zahlreiche tapfer fech- rende HereroS in einer vorzüglichen Stellung, gegen welkte eine Artilleriewirkung unmöglich war. Abends winde die feindliche Stellung durch einen Sturm der Kompagnie Franke durchbrochen, worauf die Heieros fich in östlicher Mchtung zurückzogen. Die Verluste deS Feindes find unbekannt. Erbeutet wurden 500 Stück Großvieh und 2000 Stück Kleinvieh. Diesseitige Verluste: tot Oberleutnant Otto Schulze aus Krossen; schwer verwundet die Oberleutnants Freiherr von Schönau- Wehr, Schußwunde im linken Knie, und Hannemann vom Seebataillon, Leutnant »on Stülpnagel, beide Schuß durch den rechten Oberarm, Gefreiter Vollrath Friedrich aus UoSwig, Kreis Zerbst, Querschuß in den Unterkiefer. Gefreiter Ernst Binder auS Holzgerlingen in Schwaben, Schuß durch die linke Lange und den linken Oberarm; leicht verwundet: Sergeant Bernhard Becker auS Brackupönen « Ostpreußen, Streifschuß am rechten, Gefreiter Bruno Sputh auS Schönefeld, Kreis Leipzig, Streifschuß am linken Unterarm, Gefreiter Reinhold Meusel aus Wald, Kreis Zittau in Sachsen, Streifschuß am Kopf."
Die weitere Verwendung der drahtlose« Telegraphie im Interesse auch des Nachrichten-
ntrgtnb» foante er ein Boot ertdkcken, fca- >hn zu ihr brächte. „Ich komme, Liebling, ich komme!* rief et hinüber; uni cl« ihre Stimme immer fleqeoder wurde, stürzte er fich verzweiflungsvoll in die ouffltrgten Wogen unb — irwockte mit einem lauten Stöhnen, das aber sofort in itnrn Seufzer der Et lein ttr trag Übergang, während er mnrmette: „Nur ein T'aum, nur ein Alpdinck, G tt fei Dank!"
Nach diesem Auffchrecken kam jeloch fe-u Schlaf mehr in feine Äugen Er fing an zu berechnen, wie viele Meilen zwischen ihm unb dem Diarienbau» in Brüssel lägen, wie unzählige Stunden vergehen müßten, bi» er feine Braut von dort holen könne, und entfchlotz sich endlich aufzustehen, um den Ort feiner neuen Tätigkeit kennen zu lernen. . U1 , ...
ES schlug gerade sechs Uhr, als er in bte frische, kühle Morgenluft hinauSttat und da» Bootsbaus bet Billa aufsuchte, in der Absicht, fich selbst hinüber zu rudern. Der Fluß funfete und g itzerte im Sonnen- schein; gerade gegenüber lag Westfeld; da» Han-, ein stattliche», geräumige» Gebäude, halb versteckt hinter Fich: en und Ulmen, auk gedehnte Anpflanzun«n von smaragdgrünen angehauchten Lärchen, schlanken Birken im FrühlingSgewande unb stämmigen Eichen mit nock kahlen Aepen, zogen fich bi» an den Rand bei Wisse,» herab, während ostwärts ein langgestreckter Garten riesige Sträuße von Apselblüten answi 8 unb von allen Seiten ner durch fein schilfige» Ufer eingeschlossen war.
In wenigen Minuten hatte Reginald dies'n Punkt erreicht. Eine Strecke Wetter unten dehnte sich bte Soße Fläche auS, die seine Kunst wieder in tn Jene» nd umwandeln sollte; aber er zögerte, nur hi r m» ba leicht feine Rud r bewegend, bei d m hübschen alten Garten und malte fich au», wie seine Elly von dieftm Er denfleck entzückt st in würde. Mährend er m t ®r götzrn die glatt gefiederten Staate beobachtete, «e mit großem Esser auf dem Lase« nach eir em FrühMck snchien, unb die zwei reizenden Bachstelzen, tie zierlich
Maer
Zeitung
lUonatsbeilage: „$ulöaet ®Cjd),d)tSblÖtter“.
Zwei Krb innen.
Von Klara Rheinau.
----- (Nachdruck verboten.) (FortsetzMg au» dem zweiten Blatt)
M» da» Handgepäck untergebracht unb alle» wieder mif seinem P'atzr war, rrllte der Wage« zwischen ßtühenden HeckenzSunen bei in, an breiten, unregelmäßigen Feldern vorüber. Hoch in den ßflften fange., die Lerchen ein WillkommenSlied. In herzlicher Weife drückte grau Wilson immer wieder ibre Fr-ude über de» Brud.rS Rückkehr aus, so" aß dieser selbst einen Upflug von Befriedigung darüber fühlte, daß er ge- kvmmen war. Hierzu gesellte fich eine mächtige Sehn» sucht. Elly in dieser lieblichen frische» Umgebung an seiner Seite zu haben und ein stacke» Verlangen, von feiner süßen Braut zu sprechen, ihr Lod zu fi-gen, daß die Versuchung s-st Vorsicht mb Schüchternheit hätte vergessen machen. Aber in der nächsten Minute verschloß er sein Geheimnis wieder tief in die eigene Brust.
„Ich sah in den letzten Jahren unsere Sties. mutter nicht »ehr*, plauderte Frau Wilson. „Eie war ja im ganz » nicht so übel; aber daß fie Papa hebcalett, konnte ich ihr nie verzeihen, eS war eine traufame Ungerechtigkeit gegen ut S alle. Und wie Papa dazu kam, kann ich mir gar nicht erklären. Aber ft älter ich werde, desto mehr muß ich staunen über die lörrchten Streiche, die die SRänrtr bei ter «al chrer Lebensge.Shriinnen machen. Sine ganz ver- PögenSlose F au ist doch schließlich ein Hemmschuh Ste ihren Gttttn, denkst Du nicht auch so?*
„Heber diesen Punkt vermag ich nicht zu ent- scheiden*, verfitz'« er, wch tzeilSgerreuer, al» er chnt«. „Boer muß denn jedermann rach Geld he,» raten?*
„Nattelich nicht! Mer esse gewisse Gleichheit
Jfus dem fandtag