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31. Jahrgang

te wie die Militär-

utn so bezeichnender, als so ökonomisch Wirts . Verwaltung, es sei also kein Borwurf gegen diese Berwaltung, wenn er hier gewisse Posten streichen wolle.

40. Sitzung vom 23. Februar 1904.

Eröffnung: l1,« Uhr.

In erster und zweiter Beratung wird der Gesetz­entwurf betr. den Schutz von Erfindungen, Mustern und War en z eich en auf Ausstellungen unverändert angenommen.

Es folgt der Etat für das Reichseifenbahn­amt. Hierzu liegt eine Resolution Auer und Ge­noffen vor, wonach der Betrieb und die Berwal-

nur die Hälfte von derjenigen für Ostaflen. Das sei keine Berwaltung

parlamentarische Nachrichten.

* Die Brrdgettomrrrifsiorr des Reichs­tags erledigte von der Forderung nach Ostasien in der Spezialdiskuffion einige Positionen nach der Regierungsvorlage. In der voraufgegangenen Generaldiskuffion führten die Abgg. Gröber (Z.) und Müller-Fulda (Z) Beschwerde über die großen Kosten, welche Ostasien verursachen.

Abg. Müller-Fulda (Zentrum) führt aus: Gewiß habe der Mord unseres Gesandte» in China durchaus nicht ohne Sühne bleiben können und dürfen, aber seines Erachtens sei doch zu viel Militär aufge­boten worden. Die dort vertretenen deutschen Jn- tereffen entsprächen keineswegs solch'kostspieligen Maß­nahmen. Das militärische Aufgebot habe keineswegs eine Erhöhung der Jntereffen gebracht. Im Etat steht nicht die Vermehrung der Reichsschulden um zirka 9 bis 10 Millionen, welche das Bild des Etats durchaus ungünstig gestalten werde. Es werde in China zu teuer gewirtschaftet; nach den Auslagen zu urteilen müsse in China eine ganze Division liegen, in Wirklichkeit seien nur etwa 12 Kompagnien dort, also nach unseren Begriffen ein Regiment. Die Kosten ent­sprächen aber mindestens dem Etat einer Brigade. Es sei also durchaus nötig, zu überlegen, wo Erspar- nisfe gemacht werden können. Diesem Zwecke diene

gierde für viele und deS ganz besonderen Interesses für Frau Dr. Wilson.

Denn, überlegt« sie für sich, die arme alte Dame schien wirklich vom ersten Tage ihres Hierseins an eine Vorliebe für uns zu fassen, obschon wir uns gewiß nicht um ihre Gunst bewarben. Sir war meinem Manne so dankbar, daß er ihre Behandlung übernahm, obschon er sich eigentlich bereits zur Rübe gefetzt hatte. O, wenn sie wüßte, daß er das ärzt­liche Honorar stets seinem armen Kollegen Polt über­läßt! Ich glaube, ihr Sohn ist tot, oder wenigstens enterbt; so würde ich mich nicht wundern — ich würde mich wirklich nicht wundern, wenn--

Es schienen in der Tat sehr angenehme Gedanken zu sein, die der guten Dame durch den Sinn gingen; denn ihre Miene drückte große Befriedigung aus. Das Erbauen von Lustschlössern war ihre Leidenschaft und half ihr, im Verein mit einem lebhaften Interesse für anderer Leute Angelegenheiten — böse Zungen nannten es „Emmischen" — über manche einsame Stande leicht hinweg. Aber diesmal hatte ihre Phantasie fie in die Irre geführt; die Rückkehr ihres Gatten sollte fie hierüber belehren.

Während Dr. Wilson mit dem Verwalter durch daS stille Dörfchen fuhr, erkundigte er sich, war wohl den neuen Anfall der Dame herbeigeführt Haber, könne und hörte, daß Fräulein Bassin, die Gesellschafterin, ihn einer Erkältung zuschreibe.

„Sehen Sie, Herr Doktor", erzählte der Mann treuherzig, „Frau Gram hat ihren eigenen Kopf. Sie blieb abends zu lange draußen, als es schon kühl und nebelig wurde. Aber da hilft kein Einrede», sogen läßt fie fich nich:S, daS wissen wir alle. 6o hatte fi» denn ihren Willen und muß jetzt dafür büßen — wie es früher schon oft gegangen", fügte er nochdenllich bei. „Mehr als einmal hat fie ihren Wille» durchgesrtzt und wie teuer mußte fie es be­zahlen ! Sie erinnern fich unsere- jungen Herr« nicht mehr, Herr Doktor?"

mal anfachend „Traurig ist's doch, so verlassen da zu liegen, im letzten Stündchen niemand von feinem eigenen Fleisch und Blut bei fich zu haben."

„Sie ist nicht verlassener als ich", versetzte die andere hart, und eine solche Bitterkeit sprach aus ihrer Stimme, daß Frau Brunting schnell das offen­bar gefährliche Thema abbrach.

Inzwischen war das Gefährt, daS die Bewohner von Brückheim in solche Aufregung versetzte, an dem bescheidenen Hüttchen vorübergefahren und hielt jetzt vor dem Tore eines stattliche» Hauser an. Der Kutscher stieg eilends ab, zog heftig die Schelle an und schickte dem Hausherrn eine Botschaft, die diesen rasch von dem soeben begonnenen Mahle auf­schreckte.

„Es ist nicht zu ändern, liebe Frau", sagte Dr. Wilson, nachdem er mit dem Boten Rücksprache ge­nommen hatte. „Frau Gram hat einen neuen Schlag- anfall erlitten und ich mußte sofort zu ihr. Der Vervalcer ist selbst herüber gefahren; er glaubt, Fräu­lein Baflivg verstanden zu haben, daß man auch wegen geschäftlicher Sachen meiner bedürfe Iß nur rurig wetter, ich komme so bald wie mögiidj zurück."

„Wir entsetzlich unangenehm!" ries Frau Wilton gavz niedergeschlagen. „Die ersten Rebhühner und die letzten Pfirsiche de- Jahres und man läßt fie Dich mcht einmal genießen!"

„Sie werden fich halten", versetzte ihr Gatte leichthin, und knöpfte seinen Ueberrock zu. „Ab r er­warte mich nicht, ich muß vielleicht bi» »ach Mttter- nacht bleibe», wenn sonst niemand dort ist. Lebe wohl!"

In voller Hast eilte ec weg und überließ seine Frau ihrem Grübern. Diese beschäftigte fich weniger mit der medizinischen Krifi» — diese war lange vorauSznsehen! — al» mit den gesetzlichen Be­stimmungen dieser vielleicht letzte» Stunde: mit and em Worten, mir der mögliche» Verfügung über Fra» Gram» prächtige- Besitztum, ei» Gegenstand bei Reu-

zum Zwecke der Erhebung deS Differenzeinwandes nicht auf ihre Nichteintragung in das Börsen- regtster berufen dürfen. Aus der anderen Seite aber wird die Institution des Börsenregisters dadurch gekräftigt, daß die EintragunbZgebühr herabgesetzt wird. Weiter wird durch Einfügung eines neuen Absatzes an den § 48 des gelten­den Gesetzes die Definitive deS Börsentermin. gefchäfteS erweitert und bestimmt, daß als Bö^entermingeschäft nicht gilt der Kauf oder die sonstige Anschaffung von Waren, wenn der Abschluß nach Geschäftsbedingungen erfolgt, welche der Bundesrat genehmigt hat, und wenn es sich um Geschäfte zwischen Erzeugern, Verarbeitern und Händlern handelt, zu deren Geschäftsbetrieb der Kauf »der Verkauf von Waren der bezeichneten Art gehört. Eine weitere wichtige Bestimmung beschränkt die Frist zur Anfechtung von Verbindlichkeiten aus Börsentermingeschäften auf sechs Monate, wenn der Schuldner die Weigerung nicht schon vorher dem Gläubiger erklärt hat. Diese Vorschrift gilt für die in Börsen- und Handelsregistern einge­tragenen, wie für die nicht eingetragenen Personen. Schuldenerkenntniffe sollen pur dann Giltigkeit haben, wenn sie in ganz bestimmter Form ab­gegeben worden sind. Auch ist unter gewissen Umständen die Möglichkeit der Kompensationen von Verlusten gegen Gewinn aus Börsentermin­geschäften zugelassen worden. Der Gläubiger kann seine Befriedigung aus einer für die For­derung bestellten Sicherheit suchen, sofern der Be­steller ihnen gegenüber schriftlich erklärt hat, daß die Sicherheit zur Deckung von Verlusten aus Börsen­termingeschäften dienen soll.

)—( Ei« Ergänzungsetat zum Etat für 1904 wird nach der ,Norddeutschen All­gemeinen Zeitung" demnächst eingebracht werden. Darin wird ein ausreichender Betrag zur Ent­schädigung der im Schutzgebiet von Südwest­afrika auS Anlaß des Mngeborenen-Ausstandes erlittenen Vermögensverlustr angefordert werden.

der Antrag, den er mit Dr. Paasche gestellt habe, der einzelne Positionen schon jetzt streichen will, andere da­gegen als künftig wegfallend bezeichnet. Der jährliche finanzielle Effekt dieses Antrages würde eine Ersparnis von etwa 2'/» Millionen Mark im Jahre sein In Kiautschou betragen die Kosten der Bekleidung und Ausrüstung pro Kopf 140 M.; inOst- afien aber sind die Kosten pro 1902 480 M., 1903 200 Mark, 1903 330 Mark pro Kopf. Hierzulande kämen auf den Kopf zirka 60 Mark. Es seien jetzt schon 17 Millionen Mark für diesen Zweck der Bekleidung und der Ausrüstung auf Ostasien verwendet worden. Redner weist gleiche gewaltige Unterschiede in den Preisen für Pferde nach (1800 gegen 380 M.). Hätte man die Berwaltung der ostastatischen Expedition mit der Berwaltung in Kiautschou verbunden, so wären ganz bedeutende Ersparniffe möglich gewesen. AuS den angegebenen Gründen bittet Redner um Einzel­beratung, nicht um Paujchalbewilligung. — Auf die Ausführungen verschiedener Redner hin bemertte Abg. Müller-Fulda weiter: Wenn wir eine Kolonialarmee hätten, würde fie in den Kolonien, aber doch nicht in China tätig fein, das keine demsche Kolonie sei. Herr Dr. Arendt habe, seit ihm das Pferd des Bimetallismus totgeschoffen sei, das Bedürfnis, das Ponny der Kolo­nialarmee zu reiten. (Schallende Heiterkeit.) Wenn wieder ein Pauschale bewilligt werde, werde in der Sache garnichts geändert werden. Das Oberkommando koste 172 000 M. Das sei zu hoch. Pro Kopf betragen die Kosten in Ostasien 5000 M., in Kiautschau nur 2500 M. Die Verwaltung in Kiautscbou erfordere

Nach Schluß der Generaldiskussion wurden noch die drei ersten Positionen erledigt. Darauf vertagte fich die Kommission auf Mittwoch vor­mittag 10 Uhr.

[*] Die Kommission des Reichstags betr. Kanfmaunsgerichte beriet heute die §§ 16—19 der Vorlage. Ein Antrag Müller- Meiningen (f. Vp), welcher die Zulassung der Kaufmannsgerichte als Einigungsämter bezweckte, wurde mit allen gegen eine Stimme angenommen. Abg. Semmler (ntl.) beantragt Beseitigung deS Rechtes dieser Gerichte zu Gutachten und An­trägen. Abg. Müller unterstützt den Antrag, der jedoch gegen diese beiden Stimmen fiel. Ein Antrag Henning (kons.), das Recht der Kauf­mannsgerichte zu Anträgen auszuschließen, da­gegen das Recht zu Gutachten ihnen zu belassen, fiel gegen 5 Stimmen. Der § 16 wurde darauf mit starker Mehrheit nach der Vorlage ange­nommen. Die übrigen §§ wurden ohne wesent­liche Debatte angenommen und dann die erste Lesung geschloffen. — Nächste Sitzung Donners­tag den 3. März.

Deutsches Reich.

Berlin, den 23. Februar 1904.

Aus dem Schutzgebiete Deutsch- Neu-tHuiuea kommt wieder einmal die Kunde wn einem mörderischen Ueberfalle der Eingeborenen. Auf den French (Franzosen-) Inseln, welche auf halbem Wege zwischen HerbertShöhe und Stephansort liegen, machten die Eingeborenen einen Angriff auf die dortigen Fremden. Die Kaufleute Reinhardt und Töll wurden erschlagen, ebenso zwei Chinesen, ein Malaie und einige schwarze Diener. Pater Hansen entkam auf einem Schiffe der Firma Hamilton u. Co., welche hauptsächlich auf den Admiralitätsinseln tätig ist. Herr Rauh entkam trotz mehrerer Speerwunden auf einem gedeckten Segelboot.

* Vediugte Begnadigung. Dem Reichs­tage ist eine die Zett bis Ende 1903 umfassende Zusammenstellung zugegangen, betreffend die An­wendung der in den Bundesstaaten für die be­dingte Begnadigung geltenden Vorschriften. Aus der umfangreichen Statistik führen wir nur an, daß in den letzten vier Jahren stets etwa vier Fünftel der Fälle einen günstigen AuS- lang gehabt haben. In diesen Fällen ist also eine Besserung der Verurteilten ohne Strafvoll­streckung herbeigeführt worden. Die Bewährungs­frist war in der großen Mehrzahl der Fälle (78 Prozent) auf weniger als drei Jahre be­messen. Nur bei 72 Proz. aller Fälle betrug sie drei Jahre oder mehr. Die strafbaren Hand­lungen, auf welche sich die bedingte Begnadigung bezog, waren in 66 Prozent aller Fälle ein Ver- «hen, in 21 Proz. ein Verbrechen und in 13 Prozent eit e Uebertretung. Im Jahre 1903 wurde in 13,779 Fällen die Aussetzung der Strafvollstreckung mit Aussicht auf Begnadigung Gewährt. Die Zahl dieser Fälle hat von Jahr i» Jahr zugenommen. Bis Ende ;1898 betrug sie durchschnittlich nur 6041.

* Die Novelle zum Börsengesetze ent­spricht in allen Punkten dem, waS darüber seit langem bekannt war. Sie beschränkt sich auf Xenderungen des vierten Abschnittes des Gesetzes, der den Börsenterminhandel betrifft. Das Börsen­register und das Verbot des Terminhandels in Getreide und in Anteilen an Bergwerks- und Zabrikunternehmungen bleibt bestehen. DaS verbot wird noch dadurch verschärft, daß die Er- Mlluug von Verbindlichkeiten aus einem ver­botenen Termingeschäft verweigert werden kann. Der Kreis der Personen, denen die Berufung «uf ihre Nichteintragung ins Börfenregister ver­sagt sein soll, wird wesentlich erweitert. Es wird bestimmt, daß nicht nur die in das Register Eingetragenen, sondern auch die berufsmäßig Börsen- und Bankiergeschäfte Betreibenden und die regelmäßigen Börsenbesucher, sowie alle in das Handelsregister eingetragenen Kaufleute sich

„Nicht gut möglich, Schmitten. Wir find frit achtzehn Jahren in Bröckheim, und er ist weg seit — zwanzig, nicht wahr?"

„Seit fünfundzwanzig Jahren, Herr Doktor. Es war eine unglückseiige Geschickte, ich rnuß es sagen, obschon fie mir eine gute Stille eintrug. Frau G am hätte keinen Verwalter gebraucht, wenn fie ihren Sohn zur Seite gehabt hätte. Er war ein gesche 'er Herr, unser Herr Arthur, und so gut und so a - genehm in se nem ganzen Wesen, oder so eigenfinn-g tote — nun, wie seine arme Mutter, besser läßt fick'S nicht ouSdrrcken. E« war ein trauriger Tag für Beide, als sie fich entzweiten."

„Und jammerschade, daß fie fich nie wieder ver­söhnten", stimmte der Doktor kräftig Bei. „Er war sehr friedliebender Natur und stets geneigt, Schuir.ir- fetten jeder Art, die ihm in den Weg kamen, gü 1.4 beiznlegen, oder wenigstens den Versuch zu macken . Aber ich glaube, die» war einer jener Fälle, wo fein Fremder sich einmischen konnte. Uebeihaup: schien Frau Gram sich niemals von jemand beeinflussen zu lass

„Bon keiner Seele", bestätigte Schwitten mit Nach­druck. Bon der Zeit an, da sie als junge »Uwe hierher kam und von ihres Onkels Erbe Besitz eir.iff — e» finv jetzt vierzig Jahre, ich war damals noch ein Junge — trat fie ganz selbständig auf. Und sie hatte eine glückliche Hand, olles verstand fie vorlre flich, nur nicht ihre eiaene Familie zu behandeln. So lange ihr «sie» nach Wunsch ging, war gut mtt ihr ou zu> kommen; aber sobald sich jemand ihrem W llen widersetzte, wie es Herr Arthur getan haben muß, obschor wir e» alle nicht bestimmt wisse», trat ft - al» unerbitttiche Herrin auf. Sei» Verschwinden li q sie in einer Woche um Jahre aller» und Fri ulrin Beatrice'» Tod wachte fie frühzeitig zur Greisin

„O, e» war auch eine Tochter da?" fragt, Dr. Wilson überrascht. „Wäre fie am Leben gebt eben, so hätte fie gewiß Mutter und Bruder toiebn ver­söhnen können." , (F. '.)

Iwei Kr binnen.

Bon Klara Rheinau.

------(Nachdruck verboten.)

1. Kapitel.

I einem Dorfe in der nordwestlichen Tiefebene. BrLäheim mit Namen, hatte fich in den hohen Ulmen, die die S rche umstanden, eine Schar Krähen nieder­gelassen und ein eintönige» AbendlirS angefiimmt. Tin milder, stiller Septembertag ging zur SMge, ein Tag, der mit seiner warmen, einschläfernden Luft den «tschtoindenden Sommer nochmals vortäuschte, bis der Äharse Wind, der fich am Abend erhob, daran ex» «erte, daß man einer andern und traurig:rn Jahres­zeit entgegensetze. Hie und da schimmerte ein Licht durch die rasch hereinbrechende Dunkelheit. Die Stille der kommenden Nacht legte fich über die ein» fachen Heimstätten, Menschen und Tiere gaben sich der wohlverdienten Ruhe hin.

Eine volle Stunde herrschte tiefe» Schweigen ht dem Dörfchen. Da schreckte plötzlich da» Rollen von Wagenrädern auf der Landstraße fast sämtliche Be- wohner auf. Neugierige Gesichter erscheinen an den «wen Fenstern, jeder wollte sehen, wer die späten Äetfenben wären. T

-v- Staues Pferd und ein leichte»

Wägelchen, fogte SBittoe Brunting zu der alten .mitbewohnte. „Gewiß von Westfeld! Fra« Gram wird schirm«er geworden sein, die arme Sette!"

.Meinetwegen!' war die icharfe Entgegnung der All«. „Breie werde» fich n-.cht um sie grämen, ich toemdltt!» nicht."

„Aber fie tat niemand was zu 'ride, wem, sie Ich auch nicht viel um un» kümmerte," fuhr die Mng-re Frau fort, daS erlöschende Feuer noch ein.

tung der deutschen Eisenbahnen dem Reiche übertragen werden soll.

Die Kommission hat hierzu beschlossen, de« Reichskanzler zu ersuchen, im Interesse der Durch­führung in Art. 42 der Reichsverfassung auf die ver­bündeten Regierungen einzuwirken, baß sie Umleitungen deS Güterverkehrs möglichst einschränken und darauf bedacht sein sollen, an die durchgehenden Personen­züge an deren Haltepuntten die sonstigen Personen­züge anzuschließen.

Abg. Gröber (Ztr.) bringt unter Hinweis ans die im preußischen Eisenbahnministerium stattgefundeue Konferenz deutscher Eisenbahnverwaltungen zur Sprache, daß die Umleitungen bei der Eisenbahn einen solchen Umfang angenommen hätten, daß es Zeit wäre, i» Reichstage über die dadurch geschehene Schädigung einzelner Bundesstaaten ein Wort zu sprechen. I» Verkehr Regensburg-Karlsruhe betrage der Umweg 31°/«, im Verkehr Nürnberg-Karlsruhe 30'/,, im Verkehr München-Heidelberg 35°/«. Aehnlich hoch fee die Umwege von Schlesien nach Baden. Systematisch »erde auch der Verkehr von den norddeutschen Seehäfen nach Tirol links und rechts von Württemberg geleitet, nur nicht durch Württemberg. Der württembergische Finanzminister habe ausgerechnet, daß Württemberg jährlich im Brutto- um 1 Million, im Nettobeträge um */» Million geschädigt werde. Aehnliche Beschwerde» seien auch anderSwo laut geworden, so in Sachsen ES werde geklagt, daß die preußische Eisenbahn Sachs« soweit wie irgend möglich umgehe. Sendungen voe Thüringen nach Schlesien würden auf große Umweg um Sachsen herumgeführt. DaS Reichseisenbahnaw müsse Sorge tragen, daß diese Umleitungen beseitig würden, Es genüge die Anwendung der geltend« Bestimmungen der Reichsverfaffung, um djeS zu er­reichen, Durch das bisherige Verfahren werde auch der Reichsgedanke m der Bevölkerung geschädigt.

Präsident des Reichsersenbahnamt» Dr. Schulz bestreitet, daß innerhalb der deutschen Eifenbahnverwaltungen fine illoyale Konkurrenz statt­finde. Die Umleitungen fänden schon in viel geringe­rem Umfang statt, al? früher, Von illoyaler kurrenz könne man nicht sprechen. Auf den sozial­demokratischen Antrag erwiderte der Präsident, er fet alS Bismarck 1876 die Frage der Reichseisenbahn« anregte, dafür begeistert gewesen. Ob heute die Hinder­nisse beseitigt seien, die damals die Verwirklichung d« Reichseisenbahnen unmöglich machten, wisse er nicht. Er kenne auch nicht die Haltung, die der »unbeSrat dem Antrag gegenüber einnehmen werde.

Abg. Hildebrandt (Soz) befürwortet den Antrag Auer.

Abg. Dr. Hieber (natlb.) befürwortet den Korn- misfionsbeschluß.

Präsident des ReichseisenbahnamteS Dr. Schnls legt die Befugnisse des ReichseisenbahnamteS bar. ®» könne nicht befehlen, fonbern nur auf gewisse Ziele hinwirken. Das meiste, waS die Verwaltung erreiche, trete in die Erscheinung alS Maßnahmen der einzelnen Eisenbahnverwaltungen. Zu dem Antrag Auer könne er keine Stellung nehmen, weil er die Stimmung der Verbündeten Regierungen nicht kenne,

Abg. Stvrz (südd. Vp.) macht der bayerischen Bahnverwaltung zum Vorwurf, daß sie sich nicht vom Berlehrsintereffe, sondern von fiskalischen Gesichts­punkten leiten lasse.

Abg. v. Norman» (kons.) erklärt fich fettens seiner Partei gegen den sozialdemokratischen Antrag.

Abg. DreeSbach (Soz.) hält den Württembergern vor, daß fie fich Umleitungen ebenfalls zuschulden kommen ließen.

Abg. Gamp (Rp.) nimmt die preußische Sisen- bahnoerwaltung in Schutz. Bei der Uebernahrne bet hessischen Bahn habe Preußen sogar finanzielle Opfer gebracht.

Nach weiterer unerheblicher Debatte schließt die Diskusfion.

Der Antrag Auer wird abgelehnt, der Rom rnissionsantrag angenommen. Der Etat«iri bewilligt.

Hierauf vertagt sich das Haus.

Morgen 1 Uhr: Reichseisenbahnen- uni Reichsjustizverwaltung.

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