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Hulda, Freitag, den 12. Februar 1904

31. Jahrgang.

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aeworfen wird. Zu gegebener Zeit wird es trotz aller Neutralitä soersicherunzen schon Rußland in den Rücken fallen und seine Interessen wahren. Großbritannien wird um so weniger Bedenken tragen, Rußland seine gewaltige Macht zur See fühlen zu lassen, al« das beiderseitige Verhältnis schon längere Zeit kein freundliches ist und die englische Expedition nach Tibet keineswegs den Frieden gefördert hat.

Für Deutschland besteht vorläufig feine andere Gefahr als die wirtschaftliche Unsicherheit, die sehr leicht mit der Störung des Friedens zwischen zwei Mächten verbunden ist. Wir haben gar keine Veranlassung, den Kopf zu verlieren weder in wirtschaftlicher noch in politischer Hin­sicht. Von einer eigentlichen Panik bei uns zu Lande kann noch gar keine Rede sein, wenn fctr Krieg auch bereits an der Börse einen Preissturz der Staatspaviere und Aktien hervor- gerufen hat und verschiedene Jndustriewertr 5 bis 6 Prozent verloren haben.

sollen, wclcke das Studium vor dem 28. Mai 1901 begonnen und die Prüfung nicht vor dem l. April 1906 nickt vollständig bestanden haben.

' TaS Kapitel „Patentamt" wird auf Antrag des Abg. Pamy-Potsdam (t.) an die Budget- Ko ru in i s s i o n zurückverwiesen zwecks ecner gründlichen Prüfung der Besoldungen im Patentamt.

Beim ReichsversicherungS-Amt weift

Abg. Molkenbnhr lsozd.) auf die Zunahme der Unfälle mit tätlichem Ausgange, namentlich ut der Landwirtschaft, hin. v ,

Die Abgg v. Gerkach (fr. Agg.) und Trimdor« (Z.r.) wandten sich dagegen, daß im Widerspruch mit den Willen des Gesetzgebers in einem Einzrltalle die Hilflosenrente einem Arbeiter versagt ist, der beide Beine verloren hat.

Abg. Trimborn empfahl gleichzeitig warm die Selbstoerstcherung. Er ersuchte die Jnvalidilälsanstalten Propaganda dafür zu machen. Die Bevölkerung mache leider von dieser Einrichtung, sowie von der Weit.r- versicherung viel zu wenig Gebrauch Von sozial­demokratischer Seite würde die Richtsprechung in Bersickerungs acken scharf kritisiert.

Abg. Dr. Spahn (Ztr.) bat um eine Auskunft über die Höhe oer Darlehen an evangelische und katholische Anstalten. Weiter beklagte er sich, daß bet den Krankenanstalten der Veisicherungsanstalten die Diakonifien bevorzugt würden. ,

Staatssekretär Graf Posadowsky teilt hierauf mit; daß im Ganzen an evangelische Anstalte» 7‘.'« Millionen, an katholische 8 Mllio»en Mark ausgeliehe« seien. Einen Gir.fl-'f; auf die Beachtung der Parität

uer Anstellung von Krankenpflegepetsonale habe das Reichsversicherungsamt nicht; das se l^ikUch »rage des religiösen Takts. Weiter teilt Redner mit, daß die landwirtschaftliche BerufZgenofsrnsch.ast Unjall- verbütungZoorschriften ausgearbeitet habe, die zur Zeit dem Reichsversicherungsamt zur Genehmigung vorlägen.

Hierauf wird die Weiterberatuny auf Freitag l14 Uhr vertagt.

Schluß 7 Uhr.

Vorstand wich 'N wesentlichen Punkten von diesen Vorschlägen ab und fordene seine Ver­treter auf, die in der Versammlung zum Aus­druck gekommenen Ansichten in der am 15. d. M. statt findenden ersten Sitzung des^ Komitees gellend zu machen. Int besondere wurden die neueren Unterlagen für eine Sireckenlschädigung in Form einer Rückversicherung derjenigen Arbeitgeber» verbände, die bereits eine Streilkaffs gebildet haben, als eine geeignete Grundlage für dieGe- samtorganisation der Arbeitgeber angefehen.

** Die sozialdemokratische Reichs­tagsfraktion hat beschloffen, zum Militär- Etat eine Resolution einzubringen, wonach all­monatlich die wegen Soldateumifthandlungerr kriegsgerichtlich ausgesprochenen Bestrafungen den Offizieren und Mannschaften zur Kenntnis gebracht werden; ferner sollen bei dieser Gelegenheit die Mannschaften regelmäßig auf ihr Beschwerderecht hingewiesen werden, endlich sollen die wegen Mißhandlung ihrer Untergebenen kriegsgericht. lich verurteilten Offiziere aus der Armee bezw-, Marine enilafsen werden.

(§) Die Kommuualkommissio« des Herrenhauses hat Stellung genommen zu den Petitionen der Stadtversrdnrten von Remscheid u. a. um Aendevung des ß 49 h?s KyMVuNal- abgaber^rhtS in der Fassung vom 30. Juli 11895 behufs Heranziehung des im Auslande ' aewonnenen Einkommens zur Hinkommensteuer tu der Wohnsitzgemeinde. Oberbürgermeister Schneider-Magdeburg referierte über dieselben und stellte den Antrag, sie der Staatsregierung als Material zu überweisen. Die Kommission ftii. mte dann diesem Antrags zu.

Berlin, den 11. Februar 1904. ।

** Nach einer telegraphischen Meldung des kaiserlichen Gouverneurs von Kamerun ist.der Leiter der Station Ossidinge, Graf Pückler, im Kampfe mit den Eingeborenen bei Basso gefallen. Eine Strafexpedition befindet sich unterwegs, Breitere Einzelheiten sind noch nicht bekannt? Wahrscheinlich ist Graf Pückler ge­legentlich einer Erkundigungsreise in die noch roer.ig bekannten Teile dieses Bezirks in Streitig­keiten mit dem der deutschen Herrschaft noch nicht unterworfenen Stamme der Anfangs geraten, in deren Gebiete Basso gelegen ist.

*— Die freisinnige Volkspartei hat im Abgeordnetenhause beantragt, die Staats­regierung zu ersuchen, alsbald einen Gesetzent­wurf zur Abänderung des Gewerbestener- gesetzes vom 14. Juni 1891 vorzulegen, durch welchen unter progressiver Gestaltung der Steuer die beiden unteren Steuerklassen erleichert und bei Berechnung des Betriebs- und Anlagekapitals die Abzugsfähigkeit der Kapitalschulden gewähr­eistet wird.

§ Die Umgestaltung des neuen Arbeit- geberbnudes zu einer allgemeinen Slreik- verstcherungsanstalt hat, wie schon erwähnt, nicht den Beifall der «Deutschen Arbeitgeberzeitung'. Der Gesamtoorstand des Bundes der Industriellen dagegen stellte sich in seiner Sitzung vom Dienstag dem Plan einer Streikentschädigung in Form einer Rückversicherung sympathisch gegenüber. In der Sitz'.ng berichtete der Generalsekretär Dr. Wendlandt als Vertreter des Bundes im Komitee für die Errichtung eines allgemeinen Arbeitgeberverbandes über die Verhandlungen der Arbeitgeber. Versammlung vom 17. Januar und über gedruckt vorliegende Vorschläge für die Organisation einer „Zentralstelle". Der Gesamt- Freundes vor. Ich erbrach das Schreiben, Junker Hnnrich teilte mir mit, daß die Rückkehr seiner Mutter noch immer nicht erfolgt 'sei, er werde ihr deshalb entgegeneilen >,nd wenn sie, wie er scheine, roch längere Z-it im Kreise ihrer Angehörigen ver­bleiben wove, werde er sie doch um Ausfertigung ihrer schriftlichen Zustimmung bitten und mit derselben in wenig Tagen zurcckkehren; er suche mich auf das Dringendste, angesichts dieses Schreibens nach Hrsil- stein z« eilen und den Wildmeist-r zu bewege», daß er die festgesetzte Frist um fünf Tage verlängern möge, dann werde Janker Heinrich selbst seinem känstigen Schwiegervater die Einwilligung seiner Mutter zu seiner Heirat mit Rsrchen überbringe.-. Ich erschrak, als ich das Schreiben las, ich kannte den Wlldmeister nur zu put; unwillkürlich drängte sich mir der Gedanke auf: „E» ist zu spät!" aber den Wunsch meines Freundes mußte.ich erfüllen. Ich nahm ein gutes Psero, einen Renner, vor dem ich wußte, daß er mich in ein und einer halben Slunde nach Haselfiein bringen konnte. Ich habe schon manchen wilden Rckt gemacht, aber so noch keimn; der Dorfwächter bUeS gerade die Zehn, als ich vor Hffelstein anlargte. AuS der Wohnung deS Wildmeisters schimmerte wir Licht entgegen, eS mochte in der Arbeitsstube deS fleißigen Mannes sein, die sich im untersten Stockwerke deS Hauses befand. Ich ritt vor das HauS und klopfte an da» Fenster, durch besten Scheiben der Lichtschimmer drang. Unvergeß­lich ist wir ter Augenblick, wo der Wildmeister am Fenster erschien und fragte, wer da und was mein Begehren sei In halblautem Tone trug ich ihm meinen Auftrag vor, der Wlldmeister schob seine weiße Nacht­mütze über den Kopf hin und her, und fuhr ein Mal über das andere Mal mit der Hand über sein Gesicht; als ich auSgeredet batte, schwieg er eine Weile, dann sagte et in einem Tone, der fast wie jener beginnender Reue klang: .Lieber Leopold! Ihr kommt zu spät, morgen wird meine Tochter mit dem neuen Propsteijäger in Holzkirchen, dem

30. Sitzung vom 11. Februar 1604.

Eröffnung l1/« Uhr. — Erster Gegenstand der Tagesordnung ist der Gesetzentwurf betr. A end er ung der ReickSschuldenordnung.

Staatssekretär Freiherr v. Stengel führt auS, daß der Entwurf nur eine formale Bedeutung habe.

Abg. Kämpf (freis. Bp.) ist der Ansicht, daß der Gesetzentwurf auck materielle Bedeutung habe. Daher fei Kommissionsberätung notwendig; er beantrage Ueber- weisung an die Budgetkommisston.

Abg. Dr. Spahn (Z.)- Etatsrechtlich und vom Standpunkte deS Reichstags sei es völlig unbedenklich, dem Reichskanzler die Ermächtigung zu geben, die Schatzanweisungen zu prolongieren; daher könne man von der Kommissionsberatung wohl absehen.

Die Abgg. GamP (Rp.), Dr. Paafche (ntl.) und p. Norman« (t.) treten der Auffassung des Abg.Spahn bei, daß eine «owmiffionsberatung überflüssig fei.

Nach weiter en unerheblichen Bemerkungen der Abgg. Kämpf (freis. Bp.), Singer (Soz.) und GamP (Rp.) schließt die erste Beratung.

Der Antrag auf .Berweisung an die Kommission" wird abgelehnt und die Vorlage in zweiter Beratung ohne Debatte angenommen.

Hieraus wird die Beratung des Etats des R er chS- amtS des Innern fortgesetzt.— Beim Kapitel .Reichsgesundheitsamt" gelangt eine Resolution Muada« (freis. Bp.) zur Annahme, wonach die­jenigen Mediziner vom praktischen Jahr befreit sein

Wolfmaier, zum ersten und zweiten Male auSgerufen" Unbeweglich wie an allen Gliedern gelähmt saß ich auf meinem Pferde uub starrte ven Wlldmeister an, während dieser stumm und schweigend in die Nacht hinausbl ckte, deren Himmel mit Küstern Regenwolken überdeckt war. Endlich wendete ich mein Rößlein, lehnte freundlich die dringende Einladung des Wildmeisteis, doch in seinem Hanse einige Er­frischungen einzunehmen, ab, und ritt langsam nach der Stadt zurück; ich brachte die traurigste Antwort mit, welche ich je erholten hatte; ick wußte, welche« Eindruck sie auf meinen Freund machen würde. Zwei Tage nachher kam Junker Heinrich; er hatte mir nichts zu s.gen, als daß er dar Waidwerk mit d-m Waffenhandwerk vertauschen welle; der gute Pater Hermann Joseph hatte durch einen Zufall mich des unangenehmen Auftrages überhvben, der Trauerbvte für meinen Freund zu werden. Truchseß zeigte mir ein Schreiben von seiner Mutter an den Hlldmeister, worin die ed'e grau dem Wunsche ihre- liebsten und besten Kinde» willfahrte und RöSchenS Eltern ver­sicherte, daß sie und ihr Gen ahl „das fromm und christlich erzogene Mädchen, von bi ff en schätzbaren Eigenlasten sie so viel Rühmliches gehört," künftig als ihr eigen Kind betrachten und den Himmel bitten wollten, daß er zu der Wahl ihres Sohnes seinen Segen gebe, „damit er mit seiner zukünftigen Gattin einen recht christlichen und rechtschaffenen Hau,stand führe, Gott zu Ehren und dm Menschen zum Wohl­gefallen," wie es am Schlvsie diese» von d m treff­lichen Herze« der Freifrau ein rührendes Zeugnis gebende» Schreibers hieß. Einige Woche« nachher war mein Fr'und dem kaiserlichen Heere einverleibt, dem er alle E re machte, wie e» von einem Truchseß sich nicht anders erwarten ließ." _

Alle Hochzeitsgäste hatten mit größter Aufmerk­samkeit die Erzählung des RevierjäaerS gehört; feier­liche Stille herrschte in dem Kreise; eS schien, al» wage man nicht, diese Stille zu unterbrechen; endlich sagte Major Remmert: „Nun, meine Herren, da unS

wildmeisters Röschen.

Eine Novelle von E. Pfaff.

34 ------- (Nachdruck verboten.)

Der zwischen dem Wlldmeister und dem Baron sest- Hesetzt e Tag rückte immer nähir heran Junker Heinrich Hostie, seine Mutter werde bi8 zu demselben zurück- .g-kehrt jein, aber ihre Rückkehr verzögerte sich. Aw Vorabende jenes entscheidenden Saget gk.g ich mit dem Baron im Hofgarten spazieren; noch erinnere ich mich deutlich, wie Truchseß sagte: „ES ist Zeit, daß ich nach Hause gehe, denn heute abend wird meine Mutter einlr-ffen, dann soll der Haselfteiner morgen ihre Zustimmung schwarz auf weiß durch den AmtSboten erhalten." Diese Hoffnung war eitel, die Oberforfimeisteri« kam nicht, der verhänguisvclle Tag brach an und Junker Heinrich hatte die schrift- Äche Einwilligung seiner Mutter noch nicht in Händen. Int frühen Morgen diese- Tages mußte ich in Ge- lchäftsangelegenheiten in ein Revier abreisen; der Beseh! zu dieser Reise war eist am späten Abende «kommen, weil der Obersorstselrelär durch plötzlich-S •ntoDblfda verhindert worden war, daS Geschäft gzersöullch zu erledigen. Truchseß wußte also von meiner Abwesenheit nichts. Vergeblich halte er der Ankunft seiner Mutter von Stunde zu Stunde ent- gegenge'ehen. der Gedanke, daß er bis zum Abend dem Wlldmeister sein Versprochen einlösen müsse, beunruhigte ihn. Um acht Uhr morgens erschien ein Diener auS dem Hause des OberförstermeisterS in »einer Wohnung und übergab meinen Hausleute« «inen Brief an mich; ich hatte ii meiner Wohnung Werfoffen, daß ick, wenn nicht am selben Tag-, doch Wtestees am Vormittage des folgenden zurückkehren würde. Gegen meinen Willen verzögerte sich meine Aückkunft; ich kam erst am Abende des dritten Tages zurück und fand in meir.er Wohnung den «rief meine»

D Deutschlands Interesse am russtsch- japamschen Kriege.

Wen« man bis vor kurzem die Frage aufwarf, welcher Staat im „europäischen Konzert" die erste Violine spiele, nach deren nicht immer schönen Weisen die übrigen Völker Europas ob gern oder ungern tanzen müffcn, so konnte die Antwort nur lauten: Rußland. Das -eutsch-östorreichische Bündnis in den 1880er Jahren hatte alsbald den Abschluß eines russisch- ftanzösifchen Bündnisses und die Verdrängung Deutschlands aus seiner bis dahin führenden Stellung in Europa im Gefolge. Ter Zar er« schien als der Gebieter der Welt. Man sprach ssgar von einem „Wettkriechen" Deutschlands und Frankreichs vor Rußland, und wenn das auch übertrieben sein mochte, teer cs doch be­zeichnend genug, daß eine solche Vorstellung Mrhaupt auf komm en konnte, Ee'-bsi der Ring des „Dreibundes" schien nicht stark genug zu sein, um bei den verbündeten Mächten die Vor­stellung zu beseitigen, daß sie die ersten unh Höchsten Rücksichten dem ruff;fu#rn Zaren schuldeten. So machte Kaiser Wilhelm II. feinen ersten Besuch nicht dem verbündeten Kaiser von Oesterreich, sondern dem Zaren, und der König non Italien suchte ebenfalls zuerst St. Peters­burg und nicht etwa Berlin auf. Unser Kaffer tnßerte sich ja auch jüngst beim Empfang des Reichstagspräsidiums, daß er während feiner gefährlichen Erkrankung den Zaren nur deshalb empfing, weil er feinem Sohne eine „gute Nachbarschaft" habe hinterlassen wollen.

Nachdem jetzt in Ostasien die Kanonen ge­brochen haben, ist der vorherrschende Einfluß Rußlands im europäischen Konzert plötzlich ge­brochen worden. Rußland ist vorläufig auf daS Wohlwollen der europäischen Mächte angewiesen und Deutschland wäre töricht, wenn es die Gunst her Stunde fich nicht zu nutze machen wollte. Da jede diplomatische Vermittlung aussichtslos geworden ist, werden wir uns wohl auf eine längere Dauer der Kämpfe in Ostasien gefaßt halten müssen. Zum Glück ist aber die Gefahr her Ausdehnung des Krieges und des Uebergreifens «uf Europa immer noch sehr gering und daß Deutschland in die ostasiatischen Wirren verwickelt werden könnte, daran ist vor der Hand gar nicht zu denken. Die Niederwerfung Japans voraus­gesetzt, käme zunächst das große Ringen zwischen Rußland und England um die Oberherrschaft m Asien. Ganz richtig führt die.Morning Post' aus, wenn Rußland siege, so beherrsche es Asien vom Kaspischen Meere bis zum Aantsekiang, und «g wäre das Ende alles britischen Einflusses «tßerhalb Jndi'ns und der Anfang seines Endes m Indien selbst. Weil es aber so ist, deshalb Mrd England eventuell auch nicht dulden können, daß Japan von Rußland vollständig zu Boden

Abgeordnetenhaus.

16. Sitzung vorn 11. Februar 1904.

Eröffnung 11'/« Uhr.

Fortsetzung der 2. Lesung des Etats der Landwirtschaftsverrvaltung bei Erörterung der Ausführung des schlesischen Hochwasser- gesetzes.

Die Abgg. Geisler (Z.) und Graf Strachwitz (Z.- betonten nochmals die Notwendigkeit einer Neuregelung der Waffersteuer im schlesischen Hochwaffergediete.

Abg. Stnll (Z.) stattete allen, die bei der letzt­jährigen Hochwasferkatastrophe den schlesischen Land­wirten zu Hilfe gekommen find, den herzlichen Dank der Bevölkerung des Kreises Neisse ad.

Auf eine Anfrage des Abg. Metzuer (Zentrum- erklärte

Landwirtschaftsminister v. Podbirlski, die dem­nächst einzurichtende Bersuchsmühle und BertuchS- bäckerei solle dem Handwerk keine Konkurrenz machen.

Zum Titel „Neubau eines Laboratoriums für Müllereierzeugnisse, einer Bersuchs­mühle und Versuchsbäckerei, l.Rate 120 000 Marl" entspann sich eine kurze, unwesentliche Debatte.

Die einmaligen außerordentliche« Aus­gaben des Landwirtschaftsetats werden un­verändert bewilligt. Damit ist die 2. Beratung deS Etats beendet.

Es folgt die 2. Beratung des GestütS- etatS.

Bon verschiedenen Seiten routbe die Förderung der Aaltblulzucht gewünscht.

der Herr Revierjcig-r die merkwürdige Veranlassung zu der jetzigen Laufbahn des edlen Baron Truchseß mitgeteitt hat, so will ich Ihnen von diesem Manne, der gewiß nicht denkt, daß wir heute so viel von ihm sprechen, einen andern hochherzigen Zog mitteilen, bet eigentlich auch nicht vor d-S große Publikum gehört, aber unter so 'guten Bekannten schon erzählt werden darf. Als ich.Abschied von unserem LandSmanne nahm, der mir so viel Liebe und Freundschaft erzeigt hatte, sagte Rittmeister von Truchseß zu mir: „Lieder Remmert, ich habe hier einen kleinen Geldbeittag" — es waren sechshundert Gulden — „mit desien Ver­wendung in meiner Heimat ich Sie beauftragen möchte. Die eine Hälfte dieser Summe ist zur Unterstützung Ihrer alten Base, die mir und meinen Eltern einst so teuer war, bestimmt, und Ihr möget, wenn Ihr in Eure Vaterstadt kommet, selbst entscheiden, wie dieses Geld am besten verwendet wird, um den Zweck seiner Bestimmung zu erreichen. Die andere Hälfte soll zur Unterstützung einer Familie unter meinen Landsleuten dienen, die, wie mir gesagt worden ist, in ungünstigen Verhältnissen lebt. ES ist die Familie des Propste jägerS Wolfmaier in Holzkirchen, dessen jetziger Aufenthalt mir unbekannt ist, aber mit leichter Mühe von Such ermittelt werden dürste. Wie ich höre, hat Wolfmaier seiner überaus braven Frau, einer Tochter de- WtldmiisterS von Haftlstein, durch teinen Lebenswandel viel Kummer verursacht; cs ist deshalb notwendig, daß Ihr bei Verwendung diffeS Geldes die größte Boisicht gcbiauchkt. damit er nicht am Ende seine cigemliche Bestimmung verfehle und ein schlechter Gebrauch davon gemacht werde. Sollte vielleicht, wenn Ihr in unser Vaterland kommt, einer der beiden Teile, zu deren Unterstützung ich da» Geld bestimmt hebe, nickt mehr cm Leben |ttn, so wendet den ganzen Betrag dem ncch überlebenden Teile, fei eS also Eurer Base Gertrud ober der Wolfmaier'schen Familie, beziehungsweise deren Hinterbliebrnen zu, fall- auch der Propsteijäger Unb seine Gattin nicht mehr cm Leden sein sevten/ Ich habe dem Ritt-

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