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zul-a. Donnerstag, den 11. Februar 1904
31. Jahrgang.
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Deutsches Reich
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Mitglieder keine „Art weltliche Mönche" find und keine Propaganda streiben, wäre vergebene Mühe, er will ja nicht belehrt sein. Großmütig erklärt er: „Wollen die Katholiken die Schüler höherer Lehranftalten religiös und kirchlich pflegen, so haben wir gar nichrS dagegen, angesichts des vielfach vorhandenen naturalistischen Einflusses der höheren Schüler sind wir ganz damit einverstanden, aber dann sollen sie es in einer Weise tun, — ähnlich wie wir in unfern Bibelkränzchen, die sich mit dem Charakter der Schule verträgt." Immer dieselbe Geschichte! Die Protestanten tollen zu bestimmen haben, wie die Katholiken ihr religiöses und kirchliches Leben pflegen sollen. Alles soll gestattet fein, nur gerade das nicht, was die Katholiken selbst für" gut und richtig halten. Glücklicherweise, möchten wir fast sagen, verlangt die liberale Preffe, daß aus Gründen der Parität auch die protestantischen Bibelkcänzchen verboten werden. Das wird die protestantischen Eiferer doch zu einiger Vorsicht im Kampfe gegen die Kongregationen nötigen.
* Dem Mitteleuropäische« Wirtschafts. Verein entzieht die .Deutsche Tageszeitung' ihre Huld. Der deutsche Landwirtschaftsrat hat sich in seiner gestrigen Sitzung mit dem Vereine beschäftigt und ein Befchluß gefaßt, in dem er feine Unterstützung empfiehlt. Professor Wolf, der Gründer des Vereins, führte aus, daß die Zukunft der Industrie auf dem Auslandsmarkt hege, und daß et kein Verständnis dafür habe, wenn eine gegenteilige Auffassung im deutschen Landwirlschaftsrat Anklang finde. Damit hat er meint die »Deutsche Tagesztg/ den direkt entgegengesetzten Standpunkt von demjenigen vertreten, den bisher sämtliche konservative Wirtschaftspolitiker anerkannt und verfochten hätten. Es sei wohl der wesentlichste unb wirksamste Grundsatz der konservativen Wirtschaftspolitik, daß der Jnlandsmarkt auch für die Industrie am bedeutsamsten sei, und daß die Zukunft der deutschen Industrie auf der Stärkung und dem Ausbau dieses Jnlandsmarktes beruhe. Der Landwirtschaftsrar habe die Resolution, in der die Gründung des Vereins mit Freude begrüßt wurde, angenommen, weil sie vor den Ausführungen des Herrn Professors schon festgestellt war. Ob man ihr allgemein zugestimmt hätte, wenn Profeffor Wolf seine Darlegungen früher gemacht hätte, könne zweifelhaft erscheinen. Jedenfalls müffe man jetzt ihn für bedenklich halten, solange Profeffor Wolf in ihm eine ausschlaggebende Rolle spiele.
** Der Beirat für Arbeiterstatistik ist sum 29. Februar zu einer Sitzung zusommen- berufen. Auf der Tagesordnung stehen folgende Gegenstände: 1) Ergänzungswahl für die Anschüsse. Diese ist nötig geworden, weil die rüheren Abgg. Letocha und Jakobskötter auch aus dem Beirat ausscheiden mußten. 2) Die Sicherung der Zuverlässigkeit arbeitsstatistischer Erhebungen betr. die Arbeitszeit in gewerblichen Fuhrwerksbetrieben. 3) Ausschußbericht über die Fortsetzung der Erhebung, betr. die Arbeits- eit im Fleischergewerbe. 4) Mitteilung über >en Stand der Erhebung, betr. die Arbeitszeit im Binnenschifffahrts- Gewerbe.
*# Im Monat Dezember v. I. find auf deutsche» Eisenbahner» — ausschließlich der bayerischen und der Bahnen mit weniger als 50 km Betriebslänge — 6 Entgleisungen aus freier Bahn (davon 4 bei Personenzügen), 14 Entgleisungen in Stationen (davon 4beiPerfonen- zügen), 22 Zusammenstöße in Stationen (davon 7 bei Personenzügen) vorgekommen. Dabei wurden 7 Bahn bedienstete getötet, 16 Reisende, 23 Bahnbedienstete und 1 Postbeamter verletzt.
* Dem Abgeordnetenhause ist der diesjährige Bericht der Eisenbahnverwaltung über den Stand der Eisendahnbanten zugegangen. In dem langen Bericht ist von der Provinz Hessen-Nassau nur an einer Stelle die Rede; es wird dort mitgeteilt, daß bei den Bahnen Winterberg in Westfalen nach Frankenberg in Heffen-Naffau und Usingen-Weilmünster die gesetzlichen Vorbedingungen erfüllt, bkzw. als gesichert anzusehen sind. — In dem Bericht wird weiter mitgeteilt, daß die Herstellung elektrischer Sicherungsonlagen planmäßig fortgeführt ist, daß von 1900—1903 rund 1300 Wohnungen für Eisenbahnbedienstete in den östlichen Grenzgebieten errichtet find. Bezüglich der Schnellfahrversuche wird mitgeteilt, daß die Versuche mit dem elektrischen Antriebe zu dem gehofften Erfolge geführt haben und die Schnellfahrversuche mit Dampflokomotiven erst in nächster Zeit erfolgen könnten.
* Der deutsche Landwirtschaftsrat ist vorgestern im Branöenburgifchcn Landeshause in Berlin zusammengetreten. In feiner ersten Sitzung nahm et einstimmig eine Resolution an, in der im Hinblick auf den wünschenswerten engeren wirychastlichen Zusammenschluß der europäischen Staaten die Gründung eines mit teleuropäischenWirtschafts Vereins freudig begrüßt und ferner die Notwendigkeit ausgesprochen wird, in die neu abzufchließenderr Zolltarifoerträge die Bestimmung aufzu- nehmen, wonach die von den vertragschließenden Staaten einander eingeräumleu Vergünstigungen dritten Staaten nicht auf dem Wege der allgemeinen Meistbegünstigung, sondern nur auf gründ gleichwertiger tarifarischer Gegenkonzessionen zu-' gestanden werden dürfen. Die Resolution bittet schließlich den Reichskanzler dringend, das landwirtschaftliche Gewerbe wenigstens für das Jahr 1905 vor großem Schaden zu bewahren und alle mit längerer als dreimonatiger Kündigungsfrist ablaufenden Handelsverträge unverzüglich zu kündigen. — Am zweiten Tage nahm -bet Landrvirtschaftsrat eine Resolution an, in der die Aufrechterhaltung und weitere Ausgestaltung des RechSinstitutes der Familien-Fid ei- kommissr für wünschenswert erklärt und die Vorschläge für eine etwa vorzunehmende Revision der bundesstaatlichen Fideikommisgesetzgebung gemacht werden.
* „Oberschlefien" betitelt sich ein längerer offiziöser Leitartikel der ,Norddeutschen All- gemeinen Zeitung', in welchem empfohlen wird, der großpolnifchen Propaganda in Oberschlesien einerseits durch weiteren Ausbau des deutschen Genoffenschaftswesen entgegen zu wirken, „um im Wettbewerb gegen die Polenbanken den
Verantwortlicher tzchriftlettenZos.Vaum 3. ÄhÄ. woch-nbeiiM:„Mlstrirrte Sonntagszeitung
rückständ ge Gage mußte ich einem braven Kameraden anweisen, gegen den ich Berpflichiungei, hatte. Dieser letzte Feldzug war meinen Finanzen nicht förderlich — oder doch, wen« man will, denn er brachte mir ein Mojoratrpatent", sagte Remmert.
,Es ist ein edler Mann", dieser Herr von Truchseß, und ein würdiger Sohn seine»hochseligen BaterS. O ich erinnere mich recht wohl, 'wie er einst an dem Balle teil nahm, den ich auf Martini veranstaltet hatte. Er war der schmuckestr und gewandteste Tänzer unter allen Gasten, und hier in diesem S ale tanzte er mit des WlldmeisterS von Haselstein Tochter, nachherige Wolfmaierin." bemerkte der Löwenwirt.
„Ja, mit de» Wildmeister» Röschen tanzte er damals zum e sten und letzten Male", sagte mit lang gedehntem Ausdrucke Leopold G.
„Weiß man denn gar nicht, Herr Revierjäger, wo der frühere Probsteijäger in Holzkirchen und feine Frau sich befinden? Ich habe dem Wolimaier noch ein paar Jagdschutze gefertigt, als er auf die Propstei kam, später ist er noch einmal bei mir gewesen und dann nicht wieder. Ach, seine Frau, das Röschen, war ein Engel. Wenn sie bei ihrer Tante in Fuld' zu Besuch war und da» Mädchen ging morgens an meinem Hause vorüber in die Frühmeffe, da glaubte man da» Bild der Unschuld vor sich zu sehen", sagte Meister Fröhlich, der neben seiner neuen Schwiegertochter saß.!
* „Und der Wolfmater war des Mädchen» so wenig würdig; Re sollte die Hand de» Manne» nickt ei beiten, der ihrer würdig w-r, e» war ein unglückselige» Verhängnis", bemerkte mit nachdenklichem Blicke Leopold und schau'e unverwandt auf da» Gemälde seine» porzellanenen Tellers. „Aber", fuhr* er nach einer Welle fort, „wo der Wolfmaier hingekommen ist, ob er und seine Gattin, diese» Muster christücher Tugend und stiller HäurlickMt. übertaupt noch leben, weiß ich in der Tat nicht. Bon Holzkirchen kam er zu einer adligen Herrschaft in Oberfranken, wo er sich an Sin-
Parlamentarische Nachrichte«.
* Im Abgeordnctenhanse haben die Frei- konservativen zur zweiten Lesung des Etats einen Antrag betr. das Halten'von Lehrlingen in Schankstätlen eingebracht.
* Dem Herrenhanse ist ein Gesetzentwurf betr. Bildung einer Genoffenschaft zur Regelung der Vorslut- und Abwässervereinigung im Emschergebiet sowie ei« Gesetzentwurf betr. Erweiterung des Stadtkreises Bonn zugegangen. Die Justiz- kommission des Herrenhauses hat den Gesetzentwurf betr. Aenderung von Vorschriften über daS Konsolidatior.sverfahren und dieBerrchtigung des Grundbuchs während desselben im Regierungsbezirk Wiesbaden mit einer Abänderung angenommen.
)( Zum Etat des Reichsjnftizamtes Haden die Abgeordneten Prinz Schönaich-Caro- lath (natlb.) und Dr. Bär winkel (natlb.) einen Antrag eingebracht, wonach die Verbindlichkeit zum Schadenersatz für die durch Automobile herbeigeführten Tötungen, Körperverletzungen und Sachbeschädigungen analog den Beftimmungen des Reichsgesetzes vom 7. Januar 1871 geregelt werden soll. — Zu demselben Etat hat die freisinnige Volkspartei im Reichstage folgende Resolution eingebracht: „Den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, behufs einheitlicher Regelung für das gesamte Reichsgebiet einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen den wegen politischer Vergehen xnb wegen Preßoergehen in Untersuchungshaft oder in Strafhaft befindlichen Personen gestattet wirb, sich während der Dauer ter Untersuchungs- ober Strafhaft selbst zu beköstigen und eine Tageszeitung zu halten, und solche Person«» nur mit Arbeiten beschäftigt werden dürfe«, welche ihrem bisherigen Berufe unb ihrem Bildungsgrad angemessen sind."
* Die Petitions-Kommission des Reichstages beriet heute vormittag unter Hinzuziehung von Rkgierungs-Kommiffaren mehrere wichtige Petitionen. Hebet die Eingabe der Kreis - synode Berlin II um Erlaß wirksamer Lar« schriften zur Unterdrückung schlechter Litteratur. und Kunsterzeugnisse hatte Dr. Marcour (Zentrum) das Referat über- nontmen. Geh. Oberregierungsrat Dr. von Tif chendorf vertrat den Standpunkt der Ber- bündeten Regierungen. Die Kommiffiou erschloß sich, diese Eingabe dem Reichskanzler zur
Mißbrauch der Kreditverhältniffe zu national- polnischer Agitation einzuschränken und den wirtschaftlichen Einfluß des Deutschtums auf die breiteten Schichten der Bevölkerung zu festigen." Anderfeits sollen „im Interesse der arbeitsamen Bevölkerung Oberschleftens wie zur Erhaltung des Friedens zwischen den Staatsangehörigen verschiedener Muttersprache die im Volksschulunterricht gebotenen geistigen Mittel voll ausgenutzt werden für die Erziehung der Heranwachsenden Jugend zu loyalen Staatsbürgern unb für ihre Bewahrung vor landesverräterischen Einflüffen."
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Ml-meisters Röschen.
Eine Novelle von T. Pfaff.
------ (Nachdruck verboten.)
hafte Verhängnis gebt», dos Ihr in meiner Ä.genwmn schon oft erwähnt habet."
„Zu 'wigcm Schweigen bin ich keineswegs verpflichtet, und jetzt nach achtzehn Jahren kann ich da» freiwillige Schwaigen, weiche» ich über die Sache beobachtet habe, brechen. Ich war die unmtttckbaee Ursache, daß Röschen die Gsitin Wolstvaier» wurde und nicht des BaronS Heinrich von Truchseß, ich war die nächsteUrsache, aber meine Schuld war es nicht," sagte mit tiefem Nachdruck Leopold G.
„Hm, da» ist sonderbar, sonderbar be
merkte der Löwenwirt.
„Setzet," begann der Revierjäger wieder, „ich war der vertrauteste Freund des Baron Truchseß; zwischen «ir und ihm gab e» kein Geheimnis; ich wußte, daß sein Entschluß, die Tochter de» Wild- meister» von Haselstcin zu heiraten, unabänderlich test stand. Ich kannte He Schwierigkeiten, welche sich seinem Entscklufse entgegenstelltev: sie war« groß, sehr groß, sie schienen unüberwindlich. Aber Junker Heinricy überwand sie; auf sein und des hochseligen Propstes vom Johannesberg, des Herrn von Zobel, Zureden wurde seine Mutter, die Oberforß- Meisterin, erblich umgcstimmt; sie schien dem Borbabm ihres Sohne» nicht mehr abgeneigt zu sein. Da war aber der alte Wildmeister, der konnte nun einmal nicht daran glauben, daß seine Tochter einen Baron zum Manne bekommen würde; Wollmaier, der sich tu sein Zutrauen eingeschlichen hatte, bestärfte den Alten in seiner Ansicht. Der Wildmeister mußte, daß die Eltern der BaronS nud namentlich seine Mutter de« Vorhaben ihres Sohnes entgegen seien; daher »erlangte er von Junker Heinrich die schiistliche Zustim- mung seiner Mutter, und der Baron versprach, dieselbe di» zu einem bestimmten Tage beizuschoffen. Gerade em diese Zeit wurde die Frau Oderfvrst«ck- Betin durch eine dringende Famllreuangckegenheit in ihre Heimat nach Franken gerufen und reiste ab. (F. f.)
kommen weit geringer stand al» aus Cer Propstei; aber auch diese Stellung hat er nachher, obsteiwillig oder unsre willig, wieder aufgegeben, und wo er jetzt sich aufhält, ist unbekannt; er und seine Frau find wie verschollen. Der alte Wildmeister in Haselstein hat nicht viel Freude an seinem Schwiegersohn erlebt, vor dem er so sehr und ton so gewichtigen Stimmen gewarnt worden war, aber Vergeber». Es ist gut, daß der Wildmeister und seine brave Engelberta aus diesem Leben abgnufen ;wrrde; ich glaube, das Schicksal ihres Röschen hätte ihnen noch manche kummervolle Stunde bereitet."
„Ja, man hat sich damals sehr darüber gewundert, daß der Wildmeist-r seine Tochter dem Wolfmaier gab; ich mochte den Geck nicht leiden, wenn er in meine Wirtschaft kam und noch so freundlich und schmeichlerisch tat; er hatte gar nichts Ernstes in seinem Wesen," bemerkte der Löwenwirt.
Still und schweigsam hörte der Wildmeister von Marbach diese Unterredung an; die Finger seiner rechten Hand glitten einförmig an dem vor ihm stehenden Weinglase auf und nieder; seine Lmke hatte die auf dem Tesche liegende Serviette wohl schon viermal zusammeagelegt und wieder entfaltet. Endlich brach Kaufholz sein Schweigen: „Aber, lieber Leopold, Ihr sprächet vorhin von einem unglückseligen Ber- hängai», wodurch Röschen um die Hand des ihrer würdigen Manne» gekommen sei; ich weiß, daß dieser Mann niemand anderes war als unser edler, heute chon mehrfach erwähnter Landsmann Heinrich von Truchseß, aber jenes Verhängnis kenne ich nicht. Euch aber ist es wohl bekannt. Es liegen zwischen jener Zeit and heute achtzehn Jahre, und ich muß gestehen, ich bin neugierig, endlich einmal die eigentliche Ursache
erfahren, warum Junker Truchseß' Bewerbung um Röschen erfolglos war. Wenn Ihr, einst der beste Freund Junker Heinrichs, nickt zu ewigem Schweigen verpflichtet seid, so konntet Ihr uns in diesem traulichen Kreise nun einmal Auffchluß über diese» rätsel-
„Aber, meine Herren und Damen, wenn Sie deS Rett«» weine» Leben» gedenken, so dürfen wir auch deS großen Wohltäter» in meiner zweiten Gefangen- schast nicht vergkffen, zumal er unser Landsmann ist. Füllen Sie die Gläser bis zum Rand, leeren Sie dieselben bis zum Grund und rufen Sie mit mir: Vnser Landsmann, der kaiserliche Rittmeister Heinrich Truchseß von Wetzhausen, er lebe doch!" sprach in feierlichem Tone und mtt erhobener Stimme Major Remmert.
Ein ,HochI" schallte durch den Saal, daß die Fenster zitterten.
€>• munter und aufgeräumt war die Stimmung de, Hochzertsgäste, welche an der festlich geschmückten Tafel im Saale deS Löwenwirts zu H......
saßen, worin wir vor vielen Jahren schon eii mal "rrweilt haben. Alle fanden die Bewirtung vortrefflich Geber« würdig; Alle hatten mit größter Aufmerksamkeit die Lebensschicksale de» Major» Remmert venwmmen, welche dieser beim Nachtische vorgetragen hatte und die unS bereit» bekannt find, v e* *K tole er ba9 s" gefügt hat, Herr Major, daß ste nack so langen Jahren der Abwesenheit nun lerabe zur HockzeitSfner Ihres Beiter», meines nun- »rhrigen Schwieger.ohneS aetemmen find", sagte der Löwenwirt, d. flen kräftige Hand eben die Schale einer Veilchen Ruß spr.ngke, deren Kern bekamttlich von Wttutrinkein sehr geschätzt wird.
„Ich würde ober nicht hier sein, würde diese» frohe Fest nicht mtifeiem können, wenn nicht Rittmeister von Truchseß auch hier mir förderlich gewesen wäre und mir Reisegeld vo^g-streckt hätte, denn meine
Berlin, ben 10. Februar 1904.
(*) Die bischöfliche Konsekration des karelischen Feldpropstes Heinrich Vollmar, Trtularbischof von Pergamon, ist heute vormittag in der Garnisonkirche St. Johannes in der Hasenheide durch den Kardinal-Fürstbischof Georg Kopp unter Assistenz der Bischöfe Dr. August Rosentreter-Kulm und Dr. Wilhelm Schneider-Paderborn vollzogen roorben. Außer ben beiden genannten Bischöfen hatte sich fast die gesamte Geistlichkeit von Berlin und Umgegend mit dem Prälaten Herrn Propst Neuber dazu eingefunden. Das Gotteshaus war mit Andächtigen und Ehrengästen aus dem Zivil- und Militärstande gefüllt. Man bemerkte den Generalobersten von Hahnke, Kriegsminifier von Einem, Generalmajor von Höpfner, den Erb Prinzen von Hohenzollern, Kommandeur des 2. Garde-Regiments zu Fuß, Vertreter des Reichs- Marineamts mit dem Adjutanten des Staats sekretärs von Tirpitz, Kapitänleutnant Grafen von Zeppelin, den evangelischen Feldpropst Dr. Richter, die Vertreter des Kultusministeriums u. a. — Am nachmittag fand im „Norddeutschen Hof" ein Festmahl statt, an welchem der Kardinal, die Bischöfe, die Spitzen der Behörden, der Klerus und die Verwandten des Feldpropstes teilnahmen. Gleichzeitig meldet der .Reichsanzeiger' heute amtlich, daß der Militäroberpfarrer des Gardekorps und des III. Armee- korps, Generalvikar des Katholischen Feld- vropsteiamtes, Titularbischof von Pergamon Bollmar zum katholischen Feldpropst der Armee ernannt worden ist.
* Der hochverdiente Zentrum sabgeordnrte raudgerichtsrat Gröber begeht morgen (Donnerstag) feinen 50. Geburtstag. Seine Fraktions- gencffen, die sich Donnerstags zu einem Bier- «benb im Reichstag zu versammeln pflegen, werden den morgigen Abend nicht vorübergehen kaffen, ohne des Geburtstagskindes und seiner Verdienste gebührend zu gedenken. Wir würden bas nicht verraten, wenn wir nicht sicher wären, baß diese Zeilen ihm vorher nicht zu Gesicht kommen werden. Denn dann wäre zu befürchten, baß er sich allem durch die Flucht entzöge und morgen abend nirgends aufzufinken wäre.
§ Die Marianischen Kongregationen bereiten dem duldsamen .Reichsboten' fortgesetzt große Sorge. Von einem Vergleich mit den protestantischen Bibelkränzchen will er selbstver- ständlich nichts wiffen, den duldet sein Sinn für Parität nicht. Er ist der Ansicht, daß durch He Kongregationen die „Schüler als eine Art weltliche Mönche in einen Orden ein gefügt werden, der auch eine kirchliche Propaganda zum Zwecke hat". Was soll man nun zu solchem Unsinn sagen? Den.Reichsboten' darüber belehren zu «ollen, daß die Kongregation kein Orden, ihre
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