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M 32.

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$ulöa, Mittwoch, den 10. Februar 1904.

31. Jahrgang.

Das ttinoerschutz-Gesetz.

(Reichsgesktz bett. Kinderarbeit in gewerbl. Betrieben.)

I. Ursache und Zweck des Gesetzes.

Von Stadtrat Julitz.

------ (Nachdruck «ravten.)

Am 1. Januar 1904 ift das Reichsgeseh vom 30, März 1903, belr. Kinderarbeit in gewerb­lichen Betrieben, das sogen. Kinderschutz-Gesetz, in Kraft getreten. Dasselbe wird zu zahlreichen Gewerbebetrieben wesentlich andere Verhältnisse schaffen, als solche bisher bestanden haben; tritt doch zum ersten Male die Svzialreform nicht nur in die Fabrik, in die Werkstätte, sondern auch in das Haus, in die Familie des Staatsbürgers und ergreift mit ihrer schützenden Gewalt außer den in gewerblichen Betrieben beschäftigten Kin­dern Anderer auch die eigenen Kinder des Gewerbetreibenden oder des gewerblichen Arbei­ters selbst.

Mehr als eine halbe Million schulpflichtiger Kinder werden durch das Kinderschutz-Gesetz unter Hut und Aufsicht des Staates und seiner Organe gestellt und vor den schwersten Gefahren in körper­licher, geistiger und sittlicher Beziehung bewahrt.

Das Kinderschutz Gesetz ist deshalb eines der wichtigsten und bedeutungsvollsten Gesetze auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge, seine segensreichen Folgen werden sich in kurzer Zeit an dem jungen Nachwuchse unseres Volkes zeigen.

Die Ursache für das Kinderschutz-Ge­setz waren die in hohem Grade bedenklichen Er scheinungen der gewerblichen Kinderarbeit. Die Arbeiterschutz-Gesetzgebung des Jahres 1891 hatte zwar die Fabrikarbeit von Kindern verhmdert, aber immer noch mußten Hunderttausevde von Kindern in gewerblichen Betrieben, in Werkstätten oder auf der Straße in einer Art und Weise tätig sein, welche die schwersten gesundheitlichen und sittlichen Gefahren für die betreffenden Kinder mit sich brachte und ihre geistige Entwickelung hemmte.

Die angestellten Ermittelungen über die Be schäftigung von Kindern in gewerblichen Betrieben ergaben die traurige Tatsache, daß vielfach Kinder in zu jugendlichem Alter zu Arbeiten herange­zogen wurden, ferner daß die Arbeiten von Kin­dern in gesundheitsschädlichen oder gesuridherts gefährlichen Arbeitsstücken zu verrichten waren, ferner daß die Arbeiten wegen der damit ver­bundenen Anstrengung und der Dauer und der zeitlichen Lage der Beschäftigung für die Kinder ungeeignet waren. Viele Kinder mußten beim AuStragen und bei sonstigen Botengängen mor­gens in aller Frühe und abends spät tätig sein. In verschiedenen Gegenden hatten Kinder lang­andauernde Nachtarbeit.

Verschiedene deutsche Staaten und Städte hatten wohl die Mißstände der Kinderarbeit er­kannt und erließen polizeiliche Vorschriften, welche die Beschäftigung von Kindern in gewerblichen Betrieben während der Schulzeit, während der Nachtzeit und den frühen Morgenstunden ver­boten, z. B. das Kegelaufsetzen, das Austragen von Nahrungsmitteln, von Zeitungen u. a.; durch diese polizeilichen Vorschriften erfolgte indessen immer nur eine örtliche, keine einheitliche Rege­lung, auch konnte nach den Bestimmungen der Gewerbeordnung die Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben nur insoweit polizeilich untersagt wer­den, als die Gewerbeordnung oder die auf Grund der Gewerbeordnung erlassenen Bestimmungen dies zuließen, so daß die Rechtsgiltigkeit der er- laffenen polizeilichen Vorschriften oft angezweifelt und bestritten wurde. Es mußte deshalb an eine allgemeine Regelung durch die Reichsgesetzgebung gedacht werden.

Reichsaesetzliche Bestimmungen bestanden be­reits für die Kinderarbeit inFabriken und einigen ungeeigneten Beschäftigungsarten und gesundheits­gefährlichen Gewerbebetrieben.

Nach § 135 der Gewerbeordnung dursten in Fabriken Kmder unter dreizehn Jahren überhaupt nicht, Kinder über dreizehn Jahre nur dann — und zwar bis zur täglichen Höchstdauer von sechs Stunden — beschäftigt werden, wenn sie nicht mehr zum Besuche der Volksschule verpflichtet waren. Durch Verordnungen des Bundesrats und besondere Reichs ge setze ist das Verbot auf die Werkstätten der Kleider- und Wäschekonfektion und auf die Werkstätten mit Motorenbetrieb, ferner für Kinder unter vierzehn Jahren auf verschiedene gesundheitsgefährliche Betriebe oder ungeeignete Beschäftigungsarten (Bleifarben- und Bleizuckerfabrtten, Bürsten- und Pmselwachereren, Zichorienfabriken, Glashütten und Glasschleife­

reien, Gummiwarenfabriken, Hechelräume, Stein­brüche m:b Hte nhauereien, Walz- und Hammer­werke, Ziegeleien, Zinkhütten u. a.) ausgedehnt worden. Außerdem enthielt die Gewerbeordnung noch Bestimmungen über den Ausschluß von Kindern im Hausierhandel und bei dem Feilbieten von Gegenständen und Waren auf öffentlichen Straßm und Plätzen.

Das Kinderschutzgesetz will diese reichs gesetzlichen Bestimmungen ergänzen und lehnt sich an sie an; es witr nicht jegliche gewerdlrche Erwerbsarbeit von Kindern ausge­schlossen sehen, es geht vielmehr von dem Gesichtspunkte aus, daß eine mäßige, begrenzte Beschäftigung geeignet rst, die Klnder an körper- liche und gelstrge Tätigkeit zu gewöhnen, den Smn für Fleiß und Sparsamkeit zu erwecken und sie vor Müßiggang und anderen Abwegen zu bewahren, das Kinderschutzgesetz soll also kein Verbot der gewerblichen Kinder- ar'»eit sein, sondern dem Gesitzgeber kam es in erster Linie darauf an, Vorschriften zu schaffen, aus denen die Eltern ersehen können, welches Maß und welche Art von Arbeit sie ihren Kindern ohne Gefahr zvmuten können. Nicht also die gewerbliche Kinderarbeit an und für sich, die den kindlichen Charakter stählt, und mit der jeder vernünftig D nkende sich einoeestanden erklären wnd, soll verbannt werden, nein, das Kinder schutzgeietz will die Kinderarbeit in ge­werblichen Betrieben nur auf ein rich­tiges Maß zurückführen, die Ausbeutung der kindlichen Arbeitstrafr bekämpfen, die Kinder vor Ueberarbeitung und den mit ihrer Beschäfti- gung tn geweiblichen Betrieben verbundenen gesundheitlichen und sittlich, n Gefahren schützen und die Hindernisse überwinden helfen, welche die gewerbliche Kinderarbeit der erfolgreichen Eifüllung der Schulpflicht enlgegenstellt.

Das ift der Zweck und die Aufgabe des Kinderschutzgesetzes.

Soll das Kinderschutzgesetz sein Ziel erreichen, so bedarf es der tatkräftigen Milhülfe aller, die durch ihren Beruf oder ihre ehrenamt­liche Tätigten Einblick in die Verhältniffe der Kinder und der Familien gewinnen, um die eS sich handelt, vor allem der Lehrer, der Geist- tichen, der Aerzte, der Organe der Armen- und Waisenpflege, der Vereine für Kinderschutz und Jugendfürsorge, der Arbeitervereine, der Innungen und Gewerkschaften u. a. Ihre Aufgabe wird es sein, die zur Aufsicht über die Durchführung des Gesetzes berufenen Behörden, die Polizeibe Hörden und die Gewerdeaufsichtsbeamten, zu unlelstützen und dazu beizulragen, daß das Kinderschutzgesetz in seinen segensreichen Zielen allgemein erkannt, gewissenhaft durchgeführt und von den Eltern und Arbertgebern befolgt wird.

wie zritzReuter beinaheprügel bekam, erzählt Gust. Raatz in der im Hinstorff'schen Verlage in Weimar erschienenen hochinteressanten Schrift „Wahrheit und Dichtung in Fritz Reuters Werken" (geb. 4 Mk.) Die Ge­stalten Fritz Reuters in allen seinen Schriften treten so außerordentlich lebendig und wahr Heils - frisch vor den Leser, daß die Frage in den Krei­sen der Reuterfreunde: „Haben diese Leute wirk­lich gelebt?" von Anfang an laut wurde. Und in der Tat, die Urbilder von vielen seiner origi­nellen Gestalten haben gelebt. Der Verfasser des eigenartigen Buches ist mit vieler Mühe und Ausdauer den Spuren Reuters nachgegangen und hat auf Grund authentischen Materials für viele Reutergestalten die Personen festgestellt, die dem Dichter bei seinen Werken oorgeschwebt haben, und aus deren charakteristischen Eigen­heiten er schöpfte, wenn er sie nicht getreu nach dem Leben porträtierte. Allen Reuter-Verehrern wird dieses Werk in hohem Grade interessant sein, aus dem sie erfahren, ob Bräsig wirklich gelebt hat und wer er gewesen, — wer der alle Moses war, — wer es war, der Reuter die An­regung zu seinem Fritz Triddelfritz, Rudolf Kurz, Rektor Baldrian, Pastor Behrens, Möller, Voß, Conrektor Aepinus, Mamsell Westfalen, Köster Suhr und für viele andere Gestalten gegeben, die dem deutschen Publikum durch die Stromtid, die Franzosentid, Dörchläuchting rc. rc. lieb und vertraut geworden sind.

Als Probe der Darstellung geben wir Nach­stehendes, welches die bekannte „Grugelige Ge­schichte (Nr. 45 im 2. Bd. von „Läuschen und Riemels") betrifft. Ter Scherz ist an sich ganz harmlos, und seine Wirkung liegt nur in den drolligen Red.nsa ten, die dessen Held im Munde führt. Diese allerdings kennzeichneten ihren Mann mit unfehlbarer Sicherheit. Der Zimmer­meister urb Bauunternehmer Benduhn in Malchin hatte es denn auch sogleich weg, wer

mit jenem „oll Herr Penkuhn" gemeint fei, und spie Feuer und Flammen, obwohl er sich im Grunde zugestehen mußte, daß der Dichter just nichts Unwahres über ihn berichtet hatte. Aber dennoch, sein Zorn war groß. „Wat? Will de Kierl sick in sin Bäucker äwer mi lustig malen! Nu süh mal, süh! Aewer ick ward em betahlen! Verstehst Du mir? Verstehst Du? Wie? Ich ward ent dat verdütschen, Etcetra pp. un in der­gleichen Sachen!" — Am nächsten morgen in aller Frühe fuhr er nach Neubrandenburg mit der festen Absicht, den frevelhaften Dichter gründ­lich zu „verhauen".

Er kehrte im Gasthof „Zur goldenen Kugel" ein, wo zu dieser Stunde noch niemand zugegen war. Beim Wirt Fritz Reichert bestellte er sich ein frugales Frühstück und eine Flasche Wein, um sich, wie er erklärte, „aufzustärken zu einer gewissen Arbeit".

„Zu was für einer Arbeit?" forschte Reichert, dem das Gebühren des Fremden gleich aus­fällig war.

„Kurz und gut! Sie haben hier in Neu­brandenburg einen Hallunken, versteh'n Sie mir? Versteh'n Sie? Wie? De Kierl schriwwt Bäucker, Elcetra pp. un in dergleichen Sachen! Un der Hut nu da fein Vergnügent an, daß er ehrliche Leute in seine Bücher lächerlich machen will! Wie? — Nu süh mal süh! Und mir hat er auch lächerlich gemacht und wegen dem bün ich hier! Versteh'n Sie mir? Versteh'n Sie? Wie? Aewer de Düwel fall em Halen! Ick ward em mit den Krüzdurn dor in de Eck up'n Puckel kwirtiren, bat hei sin Lewlang an mi denken fall? Wie? — Un nu sezgen Sei mi blaß, wo de Kierl wahnt. Jn'n Viertelstu.m' möt i e Sok awmakt sin."

„Wer sünd Sei denn, wenn ick fragen därf?" „Benduhn is mei Name. Zimmermeister Benduhn aus Malchin."

Reichert verließ die Stube und überlegte, Fritz Reuter war ein guter Freund von ihm, uno da galt es, sür ihn einzustehen und vor dem Wüterich da drinnen zu schützen. Vorderhand mußte er wenigstens gewarnt werden, weshalb er ihm sagen ließ, er möge kommen, aber nicht von der Straße her, sondern von hinten durch den Garten. Reuter war alsbald zur Stelle und erfuhr auf der Hausflur von der ihm zu- gedachten Strafe.

„L g, hell leg*) is bat," meinte er und kratzte sich bedenklich hinter den Ohren. Als er aber vernahm, daß er dem Zimmermeister noch eine unbekannte Persönlichkeit war, kam Zuver­sicht über ihn, und kurz entschloffen trat er in die Gaststube, forderte ein Glas Wein und ließ sich an einem Tisch in der Nähe des Fremden nieder.

„,,'n Morgen!"" sagte er plattdeutsch zu Benduhn.

„'n Morgen ok!" antwortete dieser. Nach einer Weile fuhr er fort: „Seggen Sei mal, min leim Mann, Sei sünd doch hier bekannt? Ver­steh'n Sie mir? Versteh'« Sw? Wie?"

„„Ja woll, bat fall ick doch woll glöwen.""

„Na, denn feggen Sei mi. Sei kennen woll, villichl en gewissen Fritz Reuter?"

„„Natürlich! Wer sall den'n nich kennen! Dei wahnt von hier grab ut, un denn linksch ürn be Eck, un denn rechtsch üm de Eck, un denn roebber en lütt Stück grab' ui, un Denn gohn Sei veldwas**) un denn fragen Sei fick man wieder.""

„Hm, hm."

„„Hewwen Sri Geschäften mit em? Wullen Sei wat von em?""

Benduhn schüttelte dem Gast, der ihm Ver­trauen einflößte, sein Herz aus, schob heftig den kaum geleerten Teller zurück, schenkte sich von neuem das Glas voll und schloß, indem er kräftig mit der Faust auf den Tisch schlug: „Un de Kierl, de fall fin Schacht*") kriegen, bat hei de Engel in’n Himmel flauten hürt. Etcetra pp. un in dergleichen Sachen. Versteh'n Sie mir? Versteh'n Sie? Wie?"

„„3, natürlich,"" rief Fritz, „„bat würd' ick grab so malen! So 'n Kierl, de sick gegen den preußischen König verswuren hadd, de Johrenlang up Festung fe.en hett und de bat in sin'n Deller noch tau nix wieder bröcht hett, as Böcker tau smeeren un ordentliche Lüd tau 'n Narren tau hollch! — So'n Minsch--""

„Sei sünd min Mann!" tief Benduhn. „Wahrhaftig. Sei sünd min Mann! Versteh'n Sie mir? Versteh'n Sie? Wie? Kamen'S 'ran an minen Disch; ick lat noch ’ne Buddel kamen!"

„„Ja, wenn Sei man nich Ehr Tid ver- sümen.""

*) etwa „schlimm", das münstersche „leige".

*•) — querüber.

•*♦) — Hiebe.

„O, den krieg ick woll nutzsten! Un denn äwer düchtig! Versteh'n Sie mir? Versteh'» Sie? Wie?"

Nach zwei Flaschen kam die dritte heran, dann die vierte und fünfte. Der aufmerksame Wirt sorgte dafür, daß Neuankommende dem Tisch der Beiden fern blieben und niemand Reuter mit Namen anrief.

Benduhn aber fand an feinem trinkfesten, aufgeweckten Nachbarn, der die lustigsten Schnurren erzählte und ein gar prächtiger Kerl zu sein schien, immer mehr Wohlgefallen. Von dem Zweck seines Kommens ward schon lange nicht mehr gesprochen. Sie waren gar fröhlich und gemüt­lich mit einander und bei einer neuen Flasche — „dat fäll nu äwer ok de letzt fin; versteh'n Sie mir? Verstehn Sie? Wie?" — zog Benduhn seinen Genoffen ans Herz, küßte ihn mitten ins Gesicht und trank Brüderschaft mit ihm.

„Nu süh mal, süh," rief er, als dieser feier­liche Moment vorüber war, „nu süh mal, süh! Nu heww ick mit Di Bräuderschast malt, un ick wett, Hal mi de Düwel, noch garnich mal, woans Du hetten oeihst."

„„Ja, wenn Du mi bat man tauglöwen deihst, wenn ick Dir's segg. Ja, wat meinst, wer ick bün? Ick bün kein anner, as de Satanskierl, den Du verschachten willst, — Fritz Reuter!"

Benduhn fuhr vom Stuhl in die Höhe, das heißt, er versuchte in die Höhe zu fahren, fiel enisetzt wieder zurück und starrte feinen Kame­raden mit offenem Munde an: „Nu süh mal, süh," sagte er ganz schwach. Dann aber tarn er doch mit einem energischen Ruck auf die Beine: „Herrgott, ne!" rief er, „wo is bat minschen möglich! Du büst Fritz Reuter? — So'n präch­tigen Minschen is Fritz Reuter?! Nu süh mal süh! Un Di wull ick döcchschachten. Etcetra pp. un in dergleichen Suchen? — Ne, Brauder ick segg nix »ich! De Knast, be kann ihre in sin' Eck versulen; up binen Puckel kümmt he nich! Verstehst Du mir? Verstehst Du? Wie?" — Und wieder schloß er Reuter in seine Arme, und in vollster Freundschaft Arm in Arm schoben sich beide zur Tür hinaus.

Reuter war überaus vergnügt nach Hause gegangen und streckte sich mit einem behaglichen »Nu süh mal, süh", zum Nachmittagsschläfchen aufs Sofa.

Benbuhn aber hatte außer seinem Stock noch etwas anderes in Neubrandenburg gelassen, das waren seine originellen Redensarten „Etcetra pp. und in dergleichen Sachen," und oft hieß es später bei Reichert, wenn etwas Wunderbares zur Sprache kam: „Nu süh mal, süh! — Ver­steh'n Sie mir? Versteh'n Sie? Wie?"

vermischter.

* lieber die Lage in Aalesund wird au» Hamburg gemeldet: Die Hülfsaktion der Dampfte .Phönicia" und „Weimar" an Ort und Stelle ist als beendigt mznsehen. Es find jedoch an die Lar.dmagazme große Pwviantvorräte abgegeben worden, welche zur Verpflegung der gesamten orl»- anwescnde» Bevölkerung auf etwa 14 Tage ausreichen. Die Ein wohn er benahmen fich an Bord und an Land trotz der risfigen Mssenanftmmlungen und der erklärlich n seelischen Erregung überall musterhaft; speziell an Bord, wo sich zeitweillig tauserde h-rum- biängten, sind keinerlei Ausschrei ungm vorgekommen. — DaS Bremer Hülfskomitee sür Aalesund kaufte einen ihm ursprünglich vom Armeeverwalturgs- departemrnt in Berlin zur Verfügung g stellten Feldkochapparat n-bst Backofen und schenkte ihn Aalesund, drsien Magistrat araushin ein herzliches Dankschreiben für die überwältigende Hülfe Bremens andte. — Wa» den Wiederaufbau Aalesunds angeht, so ist man sich in Norwegen nicht darüber 'ing, welche» Material man verwenden soll Die Bevölkerung möchte wohl aus verschiedenen Gründen am liebsten wieder zum Holzbau greifen, aber tu größere Feuergesährliü keit dieser Bauart schafft den Anhängern des Mauerzwangs immer weitere Freunde; namentlich die Brandverficherungen raten zur Mau­erung. Gewöhnliche Zicgelsteine eignen sich der scharfen Seeluft wegen n«cht besonders, und erwägt man daher, die neue Stadt fctoeit möglich aus natürlichen Steinen awzuführen; voraussichtlich wird darum das neue Aalesund au8 Felsen erbaut werden

* Der boshafte Gatte. Junger Ehemann: „Nein, wie die Zeit verfliegt, wenn man glücklich verheiratet ist. Dent' Dir. heute sind's schon drei Monate, daß der Knopf abzeriffen ist, der hier fehlt."

Kekl«m«r- Wuzeizeutsift

W üchlkimls UMaffee

tagtäglich auf dem Frühstückttische dampft, da werden die schlmmen Gäste: Herzklopfen, Nervenaufregung und Magenschwäche bald verschwinden und an ihrer Stelle die will­kommenen Freunde: Gesundheit, Ruhe und Heiterkeit einkehren.