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monotsbeiiage: „zuldaer SeschichtsbMer".

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Druck und Verlag de' Zuldaer Aetiendmckere in Zulda (Harmonie; Zernsprecher Nr.».

31. Jahrgang.

Hulda, Mittwoch, den 3. Februar 1904.

Deutsches Reich.

Berlin, den 1. Februar 1864.

((( Der Besuch des Königs der Belgier am Berliner Hofe scheint für König Leopold nicht de« Erfolg gehabt zu haben, den er davon erhofft hatte. Die deutsche Regierung hat sich nicht dazu bereit finden lassen, in der Frage des britischen Feldzugs gegen Handelsmonopolwirt- fchaft im Kongostaate sich auf die Seite des letzteren zu schlagen. Aus Brüssel wird dem .Standard' bericht: „In hiesigen Hofkreisen wird freimütig eingeräumt, daß die Reise des Königs der Belgier nach Berlin erfolglos war. Der König bot Deutschland wichtige ZugestLnd« nisse einschließlich eines großen Teils des Kiou- seegebietS an unter der Bedingung, daßDeufichland künftighin als Beschützer des Kongostaates auftrete, aber Graf Bülow lehnte dieses Anerbieten ab und erklärte, Deutschland be­absichtige sich von allen nur möglichen afrikanischm Verwickelungen fernzuhalten. Unter diesen Um­ständen ist zweifelhaft, ob der Kaiser dem belgischen Hof einen Gegenbesuch machen werde." Die zwischen Deutschland und dem Kongostaate schwebende Streitfrage über das Kiougebiet hatte die Entsendung einer deutschen und einer kongo- staatlichen Kommission zur Folge, die jetzt ihre Arbeiten beendet haben. Das wissmschaftliche Ergebnis dieser Arbeiten ist noch nicht bekannt Geworden; nach iym werden sich die beiderseitigen lnsprüche auf das strittige Gebiet regeln. In Berliner kolonialen Kreisen glaubt man, daß Deutschland das Ostufer des Sees einschließlich der großen Insel inmitten des Sees zustehe.

* Ei» Pistolevduell hat am Kaisers Geburtstage im Brandenburger Stadtforst zwischen einem Offizier und einem Herrn au 8 Berlin, welcher früher bei dem Regiment als Einjähriger gedient hatte, stattgefunden. Es erfolgte ein einmaliger Kugelwechsel, bei dem niemand verletzt wurde. Die Veranlassung zu dem Zweikampfe soll in Vorkommnissen aus der Dienstzeit des Einjährigen liegen. Bemerkens­wert ist, daß die Duellanten ihren Streit gerade «n KaiserSgeburtstage zum Austrage gebracht haben.

* Feinde des Reichstagswahlrechtes wütern die Sozialdemokraten an allen Ecken und Enden, wahrscheinlich weil sie selber in diesem Punkte ein schlechtes Gewissen haben. Wohl mag ihnen das Geschrei über die ihm drohenden Gefahren zugleich als wirksames Agitationsmittel gelten, aber offenbar haben sie das Gefühl, daß sie selbst seine schlimmsten Feinde sind, und vor allem deshalb schreien sie so laut und unabläffig: Haltet den Dieb! Ihre skrupellose Agitation, der jedes Mittel zur Verhetzung der Maffen und zum Wählerfange recht ist. hat dem ReichStagswahl-

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wilbmeifters Röschen.

Eine Novelle von C. Pfaff.

------ (Nachdruck verboten.)

„Mehr als Phantafiegebilde, Heinrich! Du wüst sehen, daß die Ahnung meines nahen Endes in Er- Mung geht. Meine Sophie ruft mich, ihrem Rufe werde ich Folge leisten müssen," bemerkte Hauptmann von Maierhof und stützte den Kopf auf seine Hand.

„Deine Sophie ruft Dich! was soll das, mein Bester? Laß die Toten ruhen und beschwöre den Geist Deiner trefflich.« Gattin in dieser verhängnis­vollen Stunde Mcht aus seiner stillen Gruft."

„Ach das brauche ich nicht, ich habe ja die mir Unvergeßliche in ihrer ganzen Berklärtheü gesehen, dreimal ist sie mir erschienen in den drei vorhergehen­den Rächten. Sie war so schön - so schön — wie damals, als ich da» achtzehnjährige Mädchen auf dem Gut« ihre« Vater» zum ersten Male sah. Ja recht deutllch schwebte die hohe, edle Gestalt mit den sanften freundlichen Blicke« vor mir, sie winkte mit der Hand, al» mellte sie sagen. Lothar, folge mir! Ich er­faßte ihre Hand, sie war weiß wie Alabaster und nsig kalt wie die Hand de» TodeS. O lieber Heimich, tiefe dreimal wiederkehrenoe Erscheinung war mehr als ein bloßer Traumgebilde."

Der Rittmeister hatte aufmerksam dieser Erzählung «; „sonderbar!" sagte er halblaut und schüttelte f.

.Nun für Oesterreich und den Kaiser Serbe ich gerne, de« letzten Tropfen meine» Bluter gebe ick mit Freuden dafür hin!" sprach in begeistertem Tone der Hauptmann."

„Da» hast Du mir au» der Seele geredet," er- nriberte der Rittmeister nab reichte dem Freunde die Hmü».

SS trat eine kleine Unterbrechung in de» Gespräche tr beiden Offiziere ein. Nach einer Welle sagte Baren

'e mit

flusdem fancktsg'

Fleischbeschaugesetzes, vom 28. Juni 1902) aus- dehnen, nur dort aufrecht erhalten werden, wo ei« dringendes Bedürfnis dafür nachge- wieseu ist. 2. Daß die Gebühren für Fleisch­beschau und Trichinenschau wesentlich herabgesetzt

recht so viele Gegner verschafft. Da liegen die „Mißstände" und Mißbräuche", ton denen der Rbg. Dr. Bachem jüngst im Abgeordnetenhause sprach. Stall nun aber anzuerkennen, daß diese dem Reichstagswahlrecht schaden, erhebt bte sozialdemokratische Presse ein Zetergeschrei gegen denjenigen, der darauf hinweift, und beschuldigt ihn, daS Reichstagswahlrecht beseitigen zu wollen. Also der Arzt, der jemand auf die Schädlichkeit seiner Lebensweise hinweist, wird bezichtigt, ihn vergiften zu wollen. Der .Vor­wärts' hat sich die Mühe gegeben, eine Rede deS Abg. Dr. Bachem aus dem Jahre 1892 nachzuschlagen, worin die Einführung deS Reichstagswahlrecht« in Preußen befürwortet wird, und jetzt: „Bachem Apostat»6! Wir dächten doch, es wäre sehr natürlich, wenn Dr. Bachem heute Mängel an dem Reichstags­wahlrecht fände, die ihm vor 11 Jahren noch nicht so ausfielen. Die Sozialdemokratie hat sich in der Zwischenzeit wahrlich nicht gebeffert, sondern ist immer rücksichtsloser und gewiffen- loser in ihrer Agitation geworden. DaS ist aber nicht der eigentliche Grund, warum Dr. Bachem heute nicht mehr so wie vor 11 Jahren für die Ersetzung des DreiklaffensystemS durch das ReiaMagswahlrecht eintritt. Er hat sich vielmehr überzeugen müssen, daß eine solche Forderung völlig aussichtslos ist. Man kann sie erheben so oft und so laut, wie man will, sie wird doch nicht erfüllt. Es wäre also leere Demonstration, darauf zu be- stehen, und könnte nur dazu beitragen, überhaupt jede Reform des Dreiklaffensystems hintanzuhal­ten. Für eine solche Demonstration war daS Zentrum schon vor elf Jahren nicht zu haben, such damals hat eS die Verbefferungen ange­nommen, die es erreichen konnte, und sie nicht etwa deshalb abgelehnt, weil daS Reichstags­wahlrecht unerreichbar war. Daß Dr. Bachem oder daS Zentrum das Reichstagswahlrecht be­seitigen wollte, glauben die Sozial­demokraten selbst nicht. Roch in seinem letzten Wahkausruf hat das Zentrum erklärt, daß e» an dem Wahlrecht nicht rütteln lrssen werde. Die Zentrumsmitglieder find keine Volksbetrüger und ehrlose Lügner. Die Sozialdemokraten sollten doch froh sein, daß die ausschlaggebende Partei ihnen die Erhaltung des Wahlrechts sichert. Wahrscheinlich aber verdächttgen sie es deshalb so unablässig, weil sie wiffen, daß es sich auch dadurch nicht beeinflußen lasten wird, sie also ungestraft den Versuch machen können, seine Wähler gegen es aufzuhetzen. Wenn daS Reichstagswahlrecht jemals sollte abgeschafft wer­den, so wird nicht das Zentrum die Schuld tragen, sondern einzig und allein die Sozial­demokratie.

* Z«m Landwirtschaftsetat ist von Herold (Ztr.) folgender Antrag eingebracht worden: l.Daß die Polizeiverordnungen, welche die Fleischbeschau und Trichinenschau auch auf Hausschlachtungen (§ 2 des Reichsge­setzes, betr. die Schlachtvieh- und Fleischbeschau, vom 3. Juni 1900 und § 1 des preußischen Ge­setze-, betr. Ausführung des Schlachtvieh- und

werden.

* D-ffan, 1. Febr. 1904. Die heute mittag durch ein Extrablatt des Staatsanzeigers bekanntgemachte Amnestie-Verordnung des Herzogs Friedrich II. verfügt den Straf- erlaß für alle Strafen, welche verhängt find wegen Beleidigung der Mitglieder des herzog­lichen Hauses, der Behörden und Beamten, w gen Hausfriedensbruches und llebertretungen aller Art. Wegen sonstiger Vergehen verhängte Strafen werden nur dann erlast en, wenn die erkannte Strafe nicht höher ist al 8 sechs Wochen Gefängnis oder 150 Mk. Geldstrafe. Bei Körperverletzung und Beleidigung bedarf es der Verzichtleistung der Verletzten bezw. Beleidigten.

• Hamburg, 1. Febr. 1904. Nach der vom Bureau Beritas heute veröffentlichten Statistik sind in den vielen Stürmen des vergangenen Jahres insgesamt 1167 Schiffe vollständig verloren gegangen, und zwar 836 Segel­schiffe mit 339,384 Registertonnen und 331 Dampfschiffe mit 481,905 Registertonnen, darunter waren 57 deutsche, nämlich 35 Segelschiffe mit 14,638 Registertonnen und 22 Dampfschiffe mit 25,078 Registertonnen. Außerdem weist bte Statistik noch 5754 durch Unfälle beschä­digte Schiffe auf, darunter 449 deutsche: 106 Segelschiffe, 343 Dampfschiffe.

Maierhof: „Aber eine Angelegenheit ruht schwer auf meinem Herze«, Heinrich; ich möchte Dir gerne die Besorgung derselben übertragen."

„Mit Freuden werde ich Deinen Auftrag erfülle», falls nicht eine feindliche Kugel die Erfüllung meine» Versprechen» unausführbar macht," entgegnete der Dragoneroffizier.

„Du weißt, ich habe ein einziges Kind, das teuerste Andenken, waS Sophie mir hinterließ, mein Clemens, ein hoffnungsvoller Jüngling von sechzehn Jahren, mit dem guten Herzen seiner Muller, die ihm zu stütz entrissen wurde; er ist jetzt bei weit- lävfigen Verwandten in Gratz; wäre Friede geblieben, so hätte ich ihn als Kadett in einem Regimente unterge­bracht, denn er will dem Beispiel feines Vater» folgen und Soldat werden. Der Krieg verhinderte die Ausführung meines Vorhabens, ob ich es über­haupt noch anssühren werde, steht in der Hand de» Allerhöchsten. Würdest Du, lieber Freund, wenn der morgige Tag in meinem Leben und in unserer lang­jährigen Freundschaft der letzte sein sollte, die Stelle eine» Vater» bei meinem Sohne übernehmen?" fragte der Hauptmann, mit forschendem Blicke in den Gc- fichtSzügen de» Rttttneister» lesend.

„Der Sohn meine» besten Freunde» wird mein Sohn fein! nur wünsche und hoffe ich, daß ich diese Vaterstelle nicht anzutreten brauche; ist e» aber nötig, so werde ich dafür sorgen, daß Clemens ein so braver Soldat wird wie sein Vater; e» gelingt mir vielleicht, ihn in unserem Regimente unterzubringen und so könnte ich feine militärische Bildung wie seine «wralische Erziehung selbst leiten. Habe ich ja doch keine Familie; ei sollte mir nicht vergönnt sein, ein Familienglück zu gründen, wie ich ei wünschte."

„Du denkst wieder an Deine Jugendliebe; wäre dieselbe glücklich getttefen, so febtte dem Keift jetzt ein tüchtiger Reiteroffizier, und die dritte Schwadron Eures Regimentes verehrte ht ihrem Rittmeister vielleicht nicht ihren Battr."

betreffenden Leuten geschehen, wovon sollen fie leben Die Leute wären, sobald die Einnahme au» dem Siche»' schälwalde fortfällt, einfach ruiniert. Die einzige Möglichkeit, den Untergang be» Sichenschälwaldbetriebei zu verhindern, sei ein ausreichender Quebrachozoll.

Äbg. Dr. Fnuck (fr. Bp) vertritt im Segensatz zum Vorredner die Anschauung, daß der Zoll de» Eichenschälwald nicht rette, dagegen die deutsche Leder­industrie ruiniert werde.

Abg. Heckenrsl («.) bittet ebenfalls, den Sichen- schälwald zu erhalten, von dem eine Unmenge kleinerer Dauern leben müsse.

Abg. Engelmann (ntL): Die HandelSvnträge werden nur etne kleine Erhöhung deS Quebrachozoll» bringen. Damit ist dem Sichenschälwald nicht geholfen, Soll er wie früher blühen und gedeihen, so müßte die Militärvkrwallung sich entschließen, nur mit Sichenlohe gegerbtes Leder zu verwenden.

Nachdem noch Abg. Lotichins (utl.) für den Schutz deS SichenschSlwaldks eirg>trete»,schließtdie allgemeine Besprechung.

Zum Kapitel „Obersörster" liegen die Anträge Hofmann (ntL), Kaute (Z.) und Krause Walden­burg (k.) vor, wonach für die nächsten 15 Jahre den Forftaffefforen eine die Dauer von 6 Jahren überschreitende Zeit der diätarischen Beschäftigung bei der Festsetzung deS BesoldungS- dienstalter» in Anrechnung gebracht werden soll.

Abg. flaute (Z.) führt die den Forstaffefforen ge­währte Konzession der lluwiderruflichkeit der Beschäftt- gung vom ö Dienstjahre ab, welche die Budgetlommh- fion zu einem ablehnenden Verhalten gegen den Antrag veranlaßt hatte, auf ihren wahren Wert zurück. Sie bedeute lediglich eine moralische Stärkung der PoAt-on derForstaffefforen, verbeffere in keinerWeise die schlechten Anstellungs- und Besoldungsverhältniffe der Oberförster. Die Wartezeit der Zivilforstassefloren fei gegenwärtig eine 12jährige, fie werde noch auf 16 Jahre steigen und die jüngsten der vorhandenen Affefloren würden nach 11 Jahren zur Anstellung gelangen. Dagegen sei die Wartezeit der Feldjäger gegenwärtig nur eine 4jährige. Der vorliegende Antrag solle einen Ausgleich herbeiführen. Ein Vergleich der Besoldungsverhältniffe mit denen der übrigen, den Oberförstern gleichstehenden Beamtenkategorien ergebe, daß die Oberförster Ine schlechtes besoldeten Beamten feien, was Redner durch Vergleich mit den Gehältern der richterlichen Beamten, Oberlehrer und Bauinspektoren im Ginzelnen nachweist Mit verhältnismäßig geringen Summen würde die vorgeschlagene Maßregel durchzuführen, würde man i» Stande sein, ein langjähriges Unrecht wieder gut zu machen und um das Staatswohl hochverdienten Be­amten die beeinträchtigte BerufSsreudigkeit wieder zu stärken.

Abg. Krause-Waldenburg (frt) tritt ebenfalls energisch für den Antrag ein. Nirgendwo bestehe eine so verschiedenartige Besoldung wie bei den höheren Forstb-amten.

Seheimrat Selten au3 dem Finanzministerrum bittet, den Anttag abzulehnen. Die Regierung werde ihm unter keinen Umständen beitreten. Der Antrag wolle auf einem Umwege daS Sehalt der Oberförster erhöhen. Man dürfe nicht vergessen, daß die Ober» förster hohe WohnungSentschädigung bekämen, daß fie Einnahmen aus Dienstland hätten und außerdem Stellenzulage. Würde man dem Anträge entsprech«, so würden bald die Zivilanwärter aus den unteren und mittleren Beamtenklassen nachfolgen.

Abg. Hofmann-Dillenburg (natlb.): Der Antrag wolle nur den normalen Zustand wieder herbeisübreu, daß die Affefloren nach 5 6iS 6 Jahren cngeSeOt würden.

Nachdem noch Ad,. Fnnck 'ffreis. Bp.) sär dem Antrag gesprochen, wird derselbe gegen konserva­tive und gegen 2 freikonservative Stimmen an­genommen.

Beim Titel „Förster" bemängelt

Abg. Hofmann-Dillenburg (natlb.) die Ungleich­mäßigkeiten in der Dotierung der Försterstellen.

Abg. LiiberS Grunau (freit.) regt an, der, Förste« statt des DienstlandeS eine feste penfiouSfähige Zulage zu gewähren.

hatte ein Tuch um (einen Kopf geschlungen, ein anderer trug den Arm in einer Binde, eia dritter hatte feinen Helm verloren und seine weiße Uniform war mit Blut und schmutz bedeckt. Eine kurze Strecke von der Mannschaft hielt der Rittmeister, « war im eifrigen Gespräch mit mehreren höheren Offizieren begriffen, die mit ihren Fernröhren den Fortgang der Schlacht verfolgten nnd zuweilen bett Ordonnanzen in ihrer Umgebung Befehle erteilte«, die schnell an den Ort ihrer Bestimmung gebracht werden wußten.

„Aber Ihnen, Herr Rittmeister, kann man im voraus zum Major gratulieren und ein Leopoldikr-nz zum wenigsten haben Sie heule morgen hera«»- gehauen. Da» haben Eie brav gewacht, ich habe Respekt vor Ihren Leuten: nicht wahr, eS find Deutsch- Böhmen?" sagte einer jener Stabsoffiziere.

„Za dienen, Herr General! Hätte selbst taa* geglaubt, daß sich meine junge Mannschaft so gar halten würde," erwiderte der Rittmeister und machte die Honneurs.

„Da kommt eben noch ein Trupp von Ihr« Eskadron herangeritt«', der Unteroffizier an bet Spitze scheint eine Meldung zu bringen," fahr der General fort.

„Was gibt e» neue», Wachtmeister?" rief der Dragoneroffizier.

„Herr Rittmeister! habe die Ehre z« meld«, daß unsere Dragoner, die noch Im Gefecht find, so­eben einen iranzöstschen Offizier gefangen habe«, der sich mit ausgezeichnetem Mute geschlagen hat. Drei Hiebwunden in den Kopf und Arm warfen den Mann erst vom Pferde, ich habe ihn vor der Wut unserer Leute, die über seinen verzweifelte« Wider­stand außer sich waren, gerettet und den schwer Verwundeten unseren Jägern al» Gefangenen über­geben; er ist ein Deutscher von Geburt und heißt Anton Remmeri."

(Fortsetzung folgt.)

Abgeordnetenhaus.

8. Sitzung vom 1. Februar 1964.

Eröffnung 11 * *,« Uhr. 2. Lesung des Etats der Forstverwaltung.

Ävg. Fnnck (fr. Bp.) wendet sich g.-gen den in letzter Sitzung von Abg. Frhr. v. Wolss - Metternich verlangten Quebrachozoll. Auf eine Anregung de» Abg. Gamp (ft) erklärt

Oberlandforstmeister Wefrner: Die Forstbe­amten seien ausdrücklich angewiesen, auf die Bedürfnisse der kleinen Leute an Brenn- und Nutzholz Rücksicht zu nehmen. Bei Mißbräuchen bitte er, der Regierung Mitteilung zu machen. Die Erlaubnisscheine »um Beerensammeln tot Malischen Walde würden prinzi­piell immer erst erteilt, wenn die Beerenreife etogetreten sei. Der Ausschluß von Personen auS entfernter ge­legenen Ortschaften von der Beerensammlung soll in Erwägung gezogen werden.

Die Abg. Macca und Hofmann - Dillenburg (ntl) erklären pch für den Quebrachozoll. Die Industrie könne den Zoll sehr wohl tragen.

Abg. Böhlendorf (St.) bittet um die Förderung der Aufforstung von Oedländereien, besonders im Osten.

Abg. DaSbach (Z.) weist die Einwendungen der Lederindustrie zurück, daß sie dm Quebrachozoll nicht tragen könne. Die Industrie würde durch biefen Zoll mcht in Not geraten, höchstens würden die Dividmden eine Kleinigkeit sinken. Man sage, der Sichmschälwald könne in Hochwald umgewandelt werden, und die Re­gierung habe für biefen Zweck Beihilfe in Aussicht ge­stellt. Aber waS soll denn in der Zwischmzeit von 40 Jahren, bi» der Wald Erträgnisse bringt, mit den

„Hast wohl red)t, lieber Maierhof, aber die Er- imtemng an deS Wildmeisters Tochter taucht zuweilen schmerzlich in mir auf, seitdem mit — es war im vorigen Jahre und in Linz — Leutnant Binder von Fallbusch, mein Landsmann, mitteilte, daß eS Röschen nicht gut ergehe und fie in ungünst gen Verhältnissen lebe, wie ihr auch das Betragen ihres Mannes in früheren Jahren wenigstens viele« Kummer verursacht habe. Es war vorauszusehe« und doch wollte e» der Wildmeister nicht einsehen," sagte der Rittmeist-r und strich den vollen Schnurrbart, dessen spitze Enden unter dem Kinn ausliefen.

Einzelne Schüsse fielen in der Borpostenlinie, die beiderseitigen Tirailleure begrüßten sich, da» näch'liche Geplänkel schien lebhaft werden zu wollen, die Allarm­hörner schallten, der Tambour schlug Geueralmarsch. Schnell sprangen die beiden Offiziere von ihrem Stroh­lager auf und eilte« auf ihre Posten.

* *

Ter erste Tag der Schlacht von Aspern') war vorüber und die Ahnung de» Hauptmannes von Maierhof nicht in Erfüllung gegangen. Die Sonne de» 22. Mai schien, auf die Gefilde der Donau nieder, an deren Ufer die Heere zweier Kaiser in verzweifeltem Kampfe rangen. Unter dem Donner zahlloser Feuerschlünde bebte die Erde, Pulverdamps verfinsterte die Luft, um den Brfitz des Dorfe- Aspern wurde heftig gestritten, bald halten e» die Oesterreicher genommen, bald eroberten e» die Fran­zosen wieder.

Auf einer sanft aufsteigenden, stellenweise mit Buschwerk bewachsenen Anhöhe, von der au# man da» Schlachtfeld übersehen konnte, hielt ein Zug österreich sicher Dragoner. Man sah e» den Leuten an, daß sie noch nicht lange au» dem blutigen Ge­tümmel zmückgekehri waren. Mehrere der Retter trugen die frischen Spuren de» Kampfe». Der eine

*) 21. Mai 1809.