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31. Jahrgang.

zulda, Samstag, den 30. Januar 1904.

Reklume«- n»> Anzeigenteil.

> Drittes Blatt <

fünf vom Hundert, welche für Vergütung der im Monat Januar 1904 verabreichten Fourage maßgebend sind:

M-Ztiertage. Viettti- Mrl.vez»g»preir »hne vringerloh« w*6

anrwärtr 1 wk. 50 Pf-.

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Verantwortlicher

Anzei-en: Vie tim fpalti-e Petitzeile oder deren Raum 15 Pf,. Reklamen die petitzekl» 25 pfg.; bei Wiebe«- Holungen »ttb entspr. Rabatt gewährt.

Druck und Verlag der ZulbaerAettenbrnckerti in Zulda (Harmonie).

Zernfprecher Hr. 9.

vemischtes.

* Zum Schutz -er Schulkinder gegen Erkältungen hat die Regierung in Düffeldorf bei den Gemeinden die Einführung einer empfehlenswerten gesundheitlichen Maßregel angeregt. Danach sollen in den Volksschulen auf Gemeindekosteu einfache Stcfi- oder Holzlchvhe bereit gehalten werde«, die solchen Kindern zur Verfüge ng stehe», die mit durch- naßter Fußbekleidung ankommen. Ein zwetteS, trockenes Paar Strümpfe müssen die Kinder selbst mitbringen, und die Eltern werden diese gern her­geben, wenn Re wffen, daß die Kinder ihre «affen Schuhe ablege» und durch trockene ersetzen können.

* Ein österreichischer Soldat ging mit einer brennenden Tabake pfeife bei einem Wachtposten vor­über, dieser machts ihm begreiflich, daß dies verbot« sei und fordert ihn auf, die Pfeife cui8 dem Munde zu nehmen, andernfalls würde er ihn anzeigen und er würde 35 Stockprügel bekommen. Der Soldat kehrt sich hieran jedoch nicht, sondern g ht ruhig rauchend Wetter. Als er am nächsten Wach'post« vordeikommt, wiederhott sich dasselbe Gespräch wie beim ersten, doch werden dem Soldaten diesmal nur 10 Stockprügel in Aussicht gestellt; hierauf erwiedert der Soldat aber ganz trocken: Nee für 10 Slockprt- gel tu' ich's erst recht nicht, eS find mir ja schon 25 geboten worden.

* Ter größte Zuckeifabrikaut Rußlands, Leopold König ist in Charkow im Alter von 88 Jahren gestorben. Man schätzt sein Vermög« ans 100 Millionen Rubel. Er war ein Deutscher al» den baltischen Provinzen und hat seine Laufbahn au» Arbeiter in einer Zuckerfabrik begonnen. Er war ein überaus fleißiger und sparsamer Mann uud in ge­schäftlichen Dingen von eiserner Strenge. Ausseb« machte es seinerzeit, daß er über s'.inen Sohn, der eine große Baumwollwarenfabrik in JekaterinoSlÄv besaß und ihm eine Million Rubel schuldete den Konkurs eröffnen ließ, als er ihm dm schuldig« Bettag nicht rechtzeitig zurückzahlte.

* Ein scharfes Ohr. Die kleine Lilli, ein Etadtmädchen, brachte einige Tage bei ihrer Groß­mama auf dem Lande zu. Eines Tages hörte sie das Gackern einer Henne im Winkel des Gartenz«- nes, und in'S HauS laufend, rief sie: „O, Großmama, draußen am Zaun ist ein Ei I' — „Wie weißt Du denn ba8?M fragte diese. „D, ich hörte die Herme es legen," antwortete die Kleine.

einen großen Nutzen daraus ziehen, sondern dürfen auch für die Zukunft, wenn wirklich eine allgemeine ZwangSversicherung eingeführt werden sollte, auf besondere Vorteile rechnen, da ihre einmal erworbenen Ansprüche unter allen Um< ständen berücksichtigt werden. Zudem wird ja aller Voraussicht nach kaum eine eigene besondere Versicherung für die Handwerker ins Leben ge­rufen werden. Was für die selbständigen Hand­werker etwa zu stände kommen könnte, wird sich vielmehr an die schon bestehende Invalidenver­sicherung anlehnen oder besser gesagt, diese wird wahrscheinlich nur einen weiteren Ausbau er­halten und zwar hauptsächlich nach der Richtung hin, daß die eine oder andere höhere Verfiche- rungSklaffe neu eingefügt wird. Damit würde zugleich auch anderen Berufsklaffen, wie z. B. Kleinbauern, Kleingewerbetreibenden, Privatbe­amten usw. ein Dienst erwiesen, indem auch ihnen Gelegenheit gegeben würde, sich eine höhere Invaliden- und Altersrente zu sichern. Daß wenigstens ein solcher Ausbau nicht aussichtslos ist, das war wieder aus den Worten des Herrn Staatssekretärs PosadowSky bei seiner Be­antwortung der Interpellation zu entnehmen, wie es schon vorher bei anderen Gelegenheiten von Regierungsvertretrrn als ein gangbarer und möglicher Weg angedeutet worden ist.

"Vollauf berechtigt schon aus diesen Gründen und vom Jntereffe für die Handwerker ein­gegeben war deshalb auch die Bemerkung deS Abg. Trimborn, daß es „geradezu eine Schande sei, wenn ein Geselle, nachdem er jahrelang Bei­träge gezahlt hat, in dem Augenblicke, wo er Meister wird, diese Beiträge einfach in den Dreck wirft", statt die Versicherung freiwillig fortzusetzen. Sehr viele Gesellen find nicht in der Lage, sobald selbständig zu werden. Oft müffen fie bis zu einem ziemlich hohen Alter warten, ehe fich ihnen eine günstige Gelegenheit dazu bietet. Sie haben dann eine ziemlich hohe Summe von Beiträgen geleistet und sich dadurch auch schon einen Anspruch auf eine recht hohe Rente erworben. Diesen aber so ohne weiteres aufzugeben, ist mindestens sehr leichtsinnig. Ein angehender Meister, der fürsorglich in die Zu­kunft schaut und die Verhä tniffe in seinem Stande einigermaßen kennt, muß sich doch sagen, daß eS schwierig ist und es glücklicher Umstände bedarf, um fich in wenigen Jahren eine geficherte Existenz zu erwerben und fie zu bewahren. Ab- gesehen davon, daß er, wie die Erfahrung zeigt, gezwungen werden kann, sein selbständiges Ge­schäft wieder aufzugeben und in eine abhängige verfich-rungspflichtige Stellung zurückzukehren, wer bürgt ihm dafür, daß er nicht bald dauernd erkrankt und arbeitsunfähig wird, ehe er sich so- weit emporgearbeitet hat, daß er sich dann selbst helfen kann und nicht durch seine Erwerbs. Unfähigkeit seine ganze FamÜie vollständig in Armut und Elend bringt? Wie wird er fich dann freuen, durch eine, wenn auch mäßige, so doch fichere Rente vor der äußeren Not bewahrt zu sein. Es sollte deshalb jeder aus dem ver- sichkcungspfiichtigen Verhältnis ausscheidende, fich selbständig niederlaffendr Handwerker dem Gebote der Klugheit folgen und fich freiwillig weiterversichern und zwar möglichst in der höchsten Klasse, zumal er dann alle Vorteile und Rechte der Verficherungspflichtigen behält. Aufgabe und Pflicht der Innungen und Handwerkervereinigungen ist eS, in dieser Be­ziehung erzieherisch auf den jungen Nachwuchs einzuwirken.

Wenn man von dieser freiwilligen Ver- ficherungspflicht allgemein Gebrauch machte, dann würde eine obligatorische Handwerkeroerficherung durchaus kein so dringendes Bedürfnis sein, denn alle angehenden Handwerker find als Lehrlinge und Gesellen der Verficherungspflicht unter- warfen. Die gesetzgebenden Körperschaften würden bann aber auch eher geneigt sein, die Invaliden­versicherung zu gunften der selbständigen Hand­werker noch weiter auszugestalten. Wer in der letzten Zeit selbständig geworden und nicht mehr verficherungspflichtig ist, möge fich schnell zur Weiteroerstcherung entschließen, ehe die rechtlich erworbenen Ansprüche erloschen find, und ebenso mögen fich diejenigen, welche schon länger selbst­ständig find und daS 40. Lebensjahr noch nicht erreicht haben, fteiwillig von neuem versichern. Das Gesagte gilt auch mehr oder weniger von allen anderen Berufsständen, für deren Angehörige die Wetteroerficherung und freimütige Versicherung gesetzlich gewährleistet ist.

Durchschnittspreise sür Hafer, heu il Stroh.

Das Amtsblatt der königl. Regierung bringt folgende Nachweifung der für die Lieferungsver­bände des Regierungsbezirks Kaffel festgestellten Durchschnittspreise der höchsten Tagespreise für Hafer, Heu und Stroh mit einem Auffchlag von

—* Invalidenversicherung der selb­ständigen Handwerker.

Die Interpellation im Reichstage betr. die Alters- und Jnvalidenversicherüng für selbständige Handwerker hat diese in letzter Zeit in Handwerkeroersammlungen so ost und eingehend besprochene Frage noch mehr in den Vordergrund der Erörterung gerückt. Einig über dieselbe ist man fich nicht einmal in dm Handwerkerkreisen selbst. Daß die Frage aber durch die Besprechung im Reichstage ihrer Lösung näher gekommen, läßt sich auch nicht bthaupten. Wohl muß jedem, der die Verhandlungen vorurteilslos verfolgt hat, die Ueberzeugung sich ausdrängen, daß eS am guten Willen, den Handwerkern entgegenzukommen, nicht fehlt. Bor allen Dingen müffen aber nach wie vor die Handwerker selber ihre Sache in die Hand nehmen. Leider ist es ja eine Tatsache, daß die Gegner des Handwerkerstandes nicht ganz Unrecht haben, wenn fie sagen, daß die Handwerker vielfach ihre mißliche Lage selber verschuldm, indem die Einfachheit, Rührigkeit und Sparsamkeit der alten Meister verschwunden ist. Hier energisch Hand anzulegen würde man­chem angehenden Meister eher den goldenen Boden des Handwerks wieder herbeischaffen, als alle Verficherungm und sonstigen staatlichen Hilfsmittel.

Was nun die Invalidenversicherung angeht, so sind sowohl die Regierung wie auch die meisten Parteien, also die Mehrheit des Reichstages, gerne bereit, nach Möglichkeit dem Handwerker­stände die Vorteile der Verficherung in erhöhtem Maße zugänglich zu machen. Doch stehen der Durchführung einer obligatorischen, also einer allgemeinen Zwangsversicherung sür das ganze Handwerk so schwerwiegende sozialpoli­tische Bedenken und so große finanzielle Schwierigkeiten im Wege, daß in absehbarer Zeit an eine allseitig befriedigende Erledigung nicht zu denken ist. Deshalb war der warme Appell des Abg. Trimborn, des verdienstvollen Vorkämpfers für die Hebung des Handwerker­standes, sehr am Platze, vorläufig die schon be- siehende Möglichkeit der Weiterverficherung und der freiwilligen Selbstverficherung mehr und eifriger auszunutzen.

„Sollte auch der Sache," so führte der Zenttum»- retmer aus, „jemals etwas werden, das eine ist sicher: den wenigsten von uns, die wir hier in diesem Saale fitzen, wird «8 brschtrden sein, t>a< noch zu erleben und auch die wenigste» der gegenwärtig noch lebende» selbständigen Handwerksmeister würde» in de» Genuß dieser verficherung komme». Deshalb, glaube ich, ist eS angezeiat, a» die gegenwärtige Generation der selb­ständige» Handwerker wieder und wieder die Mahnung zu richte», fich in höherem Maße als bisher dir Woh!- tat der freiwillige» Versicherung nutzbar zu machen."

Mag nun a'ier eine obligatorische Hand- werkerverficherung kommen ober nicht, keinenfallS werben biejenigen, welche schon jetzt vorsorglich von bet freiwilligen Versicherung Ge­brauch machen, Nachtelle zu erwarten haben. Im Gegertteil, fie können nicht nur schon zurzeit

de» Gesetzentwurf gerichtet, in welchem auch den ge- nehmigtrn Schulkongrrgationeu die Erlaubnis zur Erteilung von Unterricht entzogen werden soll Natürlich wird da» nicht» nütze». Loubet hat ja überhaupt nicht» zu sagen. —

Der sozialistische Verband des Seine-Departement» hatte bekanntlich jüngst den früheren Handelsminister Millerand au» der Partei ausgeschlossen, weil er die Parteidisziplin verletzt habe, indem er gegen den Ab­rüstungsantrag stimmte. Die sozialistische Gruppe der Kammer hat nun einen Beschluß gefaßt, worin fie den gegen chn erhobenen Borwurf als unbegründet zurückweifl.

In England haben in letzter Zeit drei Parla­mentswahlen stattgefunden, in denen die liberalen Freihändler siegten, indem fich entweder ihre frühere Minderheit in eine Mehrheit verwandelte oder ihre frühere Mehrheit ansehnlich verstärkte. Die Gegner Chamberlains schließen varau», daß es um seine zoll- politischen Bestrebungen im Lande schlecht bestellt sei. — Oberst Lynch, der al» Führer einer irischen Brigade im Burenkriege gegen die Engländer ge­fochten hatte und vor Jahresfrist zum Tode verurteilt, aber zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden war, ist jetzt in Freiheit gesetzt worden. Wie es scheint, handelt es sich dabei vor allem um die Spe­kulation der Regierung auf irische Stimmen bei Er­satzwahlen zum Parlamente. Uebrigen» scheinen fich die Gegensätze im Kabinett Balfour wieder bedenklich zugespitzt zu haben; drei Minister, darunter der Minister des Auswärtigen, Marquis cf Lansdowne, sollen ihre Entlassung nehmen wollen.

In Ostasien scheinen fich die Dinge mehr und mehr friedlich zu gestalten, indem Rußland die Forderungen Japan» in bezug auf Korea in allem wesentlichen anerkennt, wofür dann fteilich auch Japan die Ansprüche Rußlands auf die Mandschurei an­erkennen mußte. Die Antwort Rußlands auf die letzte japanische Note ist indes bis jetzt nicht erfolgt Neben den friedlichen Nachrichten laufen auch kriegerische her. In Korea scheint es ziemlich bunt herzugehen.

Sotterdlenftordmmg in §ulda.

Sonntag, 31. Januar. Dom. */*6, 6 und 7 Uhr hl. Messer, 8 Uhr Pfarramt und Predigt, '/»10 Uhr Kathedralamt, 11 Uhr Christenlehre, 12 Uhr hl. Meffe, l1/« Uhr Andacht und Ehristenledre, 4 Uhr Predigt und Andacht, 7 Uhr Andacht in der Marienkapelle. — Stadt- Pfarrkirche. 5'/« Uhr hl. Meffe und Predigt, 6 Uhr hl. Meffe, 7 Uhr hl. Meffe und Kommunion der chrifte»« lehrpfl. Jungfrauen, 8 vhr hl. Meffe und Predigt, 9>/i phr Amt und Predigt, 11 und l1/« Uhr Christen­lehre, 3 Uhr MichaelS-Bruderschast. — Michaelskirche. 2 Uhr Jesu-Maria-Joseph-Bruderschast. — Pfarr­kirche zum heil, «eiste. 8 Uhr Hochamt mit PrÄigt, 5 Uhr Andacht mit Segen. — jf»ra»e»sterst. Heil. Meffe» um 5, ■ */*6 und J/»7 Uhr; 8 Uhr Rosenkranz- meffe, 9 Uhr Hochamt, 2 Uhr feierliche veSper mit falram. Segen.

•Frauen seid gewarnt!

y Die echten Herknlu • Spiralfeder ■ CereetM «regen

• alle entsprech. Stempel oder Etikette. Alle andere» weise man, weil minderwertig, zurück.

Wochen-Rundschau.

□ Fulda, 30. Ja«. 1904.

(Nachdruck verboten.)

Der deutsche Reichstag beriet in erster Lesung die Servttvorlage, welche da» Zentrum nur auf 3 bis S Jahre bewilligen wird, da e» den Wohnungs- ^ldz-ffchuß nicht neuregett. Bei der ersten Beratung de» Gesetzes über die Friedeaspräsenzstärke erklärte der Zentrumsredner, das Zentrum werde der im nächsten Jahre zu erwartenden Militärvorlage schwer- lich jUftimmen, wenn fie bedeutende Mebrforderungen entha'te. Bei der zweiten Lesung des Etats wurde «rttbtr der Antrag angenommen, daß den ReichStogS- abgeordneten Anwesenheitsgelder zu gewähren seien, aber der Bundesrat wird wohl wieder nickt zustimmen, da Preußen dagegen ist. Bei der Generaldebatte zum Etat de» Reichsamts de» Jauern sprach Abg. Trrm- born über die Kovflitte zwischen Berzten und Kranken­taffe» und befürwonete eine Ausdehnung der ver- fchiedeneuBerficherungSgesetze, Arbeitskammern, Zehn« stundeatag usw. DaS Gebahren der russische» P lizei- eganen wurde fast allseitig scharf verurteilt. Wenn die Regierung lästige Rusten aurweise, so brauche sie dieselbe» doch nicht der russischen Polizei ausznliesem.

DaS preußische Abgeordnetenhaus hat die erste Beratung des Etats erledigt. Die AuSfichte» für die Sanalvorlage scheinen günstiger geworden zu fern. Die Polenpolitik, die Graf Bülow selbst ver­teidigte, wird in dem alten Geleise weiter gehen. Abg. Dk. Bachem verurteilte dieselbe scharf. Nach einer Erklärung des Kultusministers S'.udt wird eia BolkS- schnlunterhal.urgrgesetz in dieser Tagung dem Hause »och nicht zugchen. Eine Reform des LandtagSwahl- »echtS ist vorläufig noch nicht in Sicht. Im Gegenteil sang der Minister de» JnnernHem jetzige» Dreiklaffen- shstenr, welches die öffeniliche Meinung so gut wieder- spiegele, wie kein anderes System, ein tönendes Lob­lied. Durch eine Novelle zum Vereinegesetze, die noch in dieser Tagung kommen wird, soll die polnische Sprache in Versammlungen verboten werden. Die Regierung will durch ihre Mißerfolge in der Polen- polttik immer noch nicht klug werden.

Der Herzog Friedrich von Anhalt ist am 24. d. Mt» im 72. Lebensjahr gestorben.

Au» dem füdwestafrikanischen Ausstands­gebiete lauten die Nachrichten einstweilen nicht günsti,. Windhuk ist nach einer Meldung vom 17. d. Mts. dauernd bedroht; fünf Haufen Hereros find aus dem Marsche dorthin. Di- Versuche, kkahandja zu ent­setzen, find mit großem Verluste gescheitert. Ja einem ErkundigunaSgefechte bei Farm Hoffnung fielen acht Deutsche. Otahandja ist aber bis jetzt nicht gefallen. Es soll fich auch noch längere Zeit halten können Die Hereros haben mehrere Ansiedler mit Frau und Kinder« ermordet. Die Zahl der ermordeten Per­sonen beträgt 16; 70 werde» vermißt. Wenn auch die mit großer Energie ergriffene» Maßregeln zur Aiederwerkung des Aufstandes sicher von Erfolg be­reiter sein werden, so bleibt den Hereros doch eine bedenklich lange Feist, in der fie viel Unheil anrichten können.

Der Geburtstag de» deutschen Kaisers wurde am 27. d. Mts im ganzen Reiche und überall wo Deutsche wohnen, festlich begangen. Kardinal Fischer von Köln wurde an diesem Tage aus be- foaberem allerhöchsten Vertrauen als lebenslängliche» Mttglied ia das Herrenhaus berufen.

In Fran kr e ich kam am Freitag voriger Woche die Jnterp Hatton über die Ausweisung des elsaß- lothcinzffchen ReichStagStagSabgeordneten Delsor in der Kammer zur Verhandlung. An und für sich ist A ja blanker Humbug, fich über die Bezeichnung DelsorS als „deutscher Untertan"; und Ausländer zu «trüsteu und fich in der Fiktion zu gefallen, daß Elsaß - Lothringen zu Frankreich gehöre. Aber in Anbetracht bei Umstande», daß der natio­nale Chauvinismus eine» großen Teil der Franzosen zu kompletten Narren macht, handelten die Gegner der Regierung gar nicht so unklug, als fie den Ver­such machten, fie mittel» der Entrüstung über die „Anerkennung de» Frankfurter Vertrages" au» dem Satte! zu hebe«. Herr CombeS and seine Freunde hatten auch offenbar Angst genug, bis es gelingen könne. Aber er rettete sich wieder glücklich durch das •ft bewährte Mittel de» Appell» an die antiklerikalen Jnsttntte des „Block»". Er erklärte, es handele fich hier lediglich um einen Vorstoß der klerikalen Reaktion. Delsor sei nicht Franzose oder Protestler, sondern einfach ein Katholik, der fich im Interesse der Religion nett der Annexion abgefunden habe. Der Nationalis­mus habe sich unter das Patronat diese» ManneS gestellt und wolle den Vorfall anSnvtzen, um der Regierung Verlegenheiten zu bereiten. Da» genügte, um Eombes mtt 295 gegen 243 Stimmen em Ver­trauensvotum z» verschaffen Verschiedene revo­lutionäre Sozialisten und Radikale sittnmte» aller­dings gegen ihn. Aber seine Freunde behaupte», die überraschende Mehrheit habe da» Ministerium wesent­lich gestärkt. Rach dem Mißerfolge in der Kammer »ersuchte« die Rationalisten verschiedentlich Straßen­kundgebungen für Eisaß-Lothringen zu veranstalte». Ganz viel scheint nicht varau» geworden zu sein. — Die Erzbischöfe von Paris und Reims haben an den Präsidenten der Republik ein Protestschreiben gegen

Zuldaer P Zeitung

toriftkiter:Jof.Baum <*■ ... /r. -<■<■ >x

s.wochMtxttage-„IllustrierteSonntagrzeitung" Monamxuag-: „Hllldaer Seschichtrblattett.

Bezeichnung des Lieferungs- verbandes.

Haupt- marktort.

Durchschnittspreis pro Zentner Hafers Heu Stroh

Stadtkreis Kaffel

Kaffel

7

09

3

15

2

14

Landkreis Kaffel

dgl.

7

09

3

6Z

2

14

Kreis Eschwege

Eschwege

7

09

3

2

10

„ Witzenhausen

dgl.

7

09

3

68

2

10

„ Fritzlar

Fritzlar

7

09

3

6$

3

15

„ Homberg

dgl.

7

09

3

68

3

15

„ Ziegenhain

„ Fulda

dgl. Fulda

7

6

09

95

3

3

68

15

3

2

15

89

„ Hünfeld

dgl.

6

95

3

15l

2

89

„ Gersfeld

dgl.

6

95

3

19

2

89

„ Schlüchtern

dgl.

6

95

3

iä

2

89

Stadtkreis Hanau

Hanau

7

14

3

47

2

10

Landkreis Hanau

dgl.

7

14

3

47

2

10

Kreis Gelnhausen

dgl.

7

14

3

47!

2

10

„ Hersfeld

Hersfeld

6

44

3

1^

2

36

„ Hofgeismar

Hofgeismar

6

72

2

78

2

10

„ Wolfhagen

dgl.

6

72

2

78

2

10

„ Marburg

Marburg

7

35

3

68

2

68

„ Kirchhain

dgl.

7

35

3

68

2

63

„ Frankenberg

dgl.

7

35

3

68

2

68

„ Rotenburg

Rotenburg

7

35

3

54.

2

75

„ Melsungen

dgl.

7

35

3

54-

2

75

„ Rinteln

Rinteln

7

35

3

15

2

10

„ Schmalkalden

Schmalkald.

7

88

3

151

2

10