31. Jahrgang.
Zulda, Dienstag, den 26. Januar 1904
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Verantwortlicher
Deutsches Reich.
Berlin, den 25. Januar 1904.
8 Einjährig-freiwilliger Militärdienst der Volksschullehrer. Den militärpflichtigen LolVschulamtSbewerbern, die das wissenschaftliche Zeugnis zum einjährig-freiwilligen Dienst bis zum 1. April deS ersten MilitärpflichtjahreS nicht teibringe» können, ist eS meist nicht möglich, rechtzeitig den Berechtigungsschein zum einjährig- fteiwtllige« Dienst zu erlangen, well die Zeit zwischen dem Tage der Entlaffungsprüfung und dem darauffolgende« Einstellungstermin nicht ausreicht, um die erforderliche Genehmigung der Vrsatzbehörde dritter Instanz zur Erteilung des Berechtigungsscheine- herbeizuführen. Zur Behebung diese- Uebelstandes haben der preußische Ariegsminister und der Minister deS Inner« im Einverständnis mit dem Kulturminister folgendes dastimmt: —7~'~
»Die Kandidaten bei Bolksschulamti, welche di« Berechtigung zum einjährig-steiwilligen Militärdienst nachzusuchen beabsichtige«, aber das Wiffe»schaftliche Befähigungszeugnii nicht recht* zeitig erlangen, »erde« durch die Eeminardirek* tote« angewiesen, etwa drei Monate vor Ablegung der Lehrerprüfung bei der Prüfungskommission pst Einjährig-Freiwillige ordnungsmäßig die Ertellung des Berechtigungsscheine- zu beantrage». Dam Gesuche ist eine Bescheinigung bei Seminar*
vermischter.
* Die „Redaktion?wurst". Die .Nakeler Zeitung schreibt ganz beglückt: Ein willkommenes RedaktiousB exemplar in Gestalt einer — Wurst heute vo« einem treuen Abonnenten unseres Blattes auf unserer Redaktion hinterlegt als Erinnerungszeichen eine» häuslichen Schweines chlachtenS. Dieses Vorkommnis hübet eine ganz angenehme Abwechselung gegenüber be» .ersten Maikäfer-, .längsten Getreidehalm-, »zur späte« Schmetterlingen- rc., und wir erklären uns etac Annahme weiterer solcher „Seltenheiten- gern bereit. — Für die Abonnenten der ,Rakeler Zeitung' wäre e» geradezu eine Pflichtverletzung, wenn fie eingedenk dieser schönen Danksagung beim Schweineschlachten nicht auch kinmütig deS Leiters ihres Blattes wohlwollend gedächten.
* Gedankensplitter. Auch der Lumme hat manch* mal einen gefcheidten Gedanken, er merkt'- aber nicht. — Ler Optimist hat einen großen Fehler:daher nämlich auch sich für »irl bester hüll, alS er ist.— Mancher entbehrt leichter da- Notwendigste all den hptf
pariser Vries.
vr. Paris, 22. Jan. 1904.
------(Nachdruck verboten.)
D'e nften Wrcbm des Jahres bringen in Paris stille Tage. Ter Weihnacht« mar!t m.t seinen largen Buderreihen ist von den Boulevards versawunden, in den Theatern gibt es feine Premieren, in drn Sälen der Kunsthändler le.re Ausstellungen, und auf den Promenaden im Bv'S fehlen die Sp'tzen des Tout Paris. Denn eS gehört zum guten Tone, den Monat Januar nicht in Paris zu vertringen. Wer etwas auf sich hält, weilt jetzt an der Azurküste, wie die Franzosen die Riviera nennen. Und wenn das Tout Paris nicht in Paris ist, dann hören auch die Veranstaltungen auf, die ihre Kundschaft eb.n bei dem Tout Paris suchen. Die Kunsthändler, die selber reiche Leute find, g'h'N ebenfalls in den Süden und g ben etwas von dem (Selbe auS, das die Künstler eigentlich hätten verdienen sollen, die Theaterdirektoren aber haben schon vor Weihnachten ihre „Saison gemacht", wie eS im Jargon der Bühnenwenschen heißt. Wer noch kein erfolgreiches Stück herausgebracht hat, das er für den Rest der Saison spielen kann, für den it dir Saison überhaupt verloren. Die Direktoren suchen aljo die Stücke, von denen sie sich mehr oder weniger großen Erfolg versprechen, schon im November oder spätestens im D<zember heraurzubringen. Zieht die Sache, so ist die Arbeit für das Th-aterjahr getan. Allabendlich und dreimal in der Woche an den Nachmittagen wird jetzt das nämliche Stück gespielt, und der Direktor kann ruhig an die Rivie.a gehen. Ist eS ein großer Erfolg, dann schert der 'Direktor seine Schafe doppelt, indem er die schon unerschwinglich hohen Eintrittspreise erhöht. Das ohnehin unverhältnismäßig teure Vergnügen des Theaterbesuches wird also in einem solchen Falle dem bürgerlichen Familienvater ganz und gar verboten. Unverhältnismäßig t-uer ist das Vergnügen deS Theaters, wenn man daneben den billige» Preis der Bücher berückfichttgt und bedenkt, daß man das einmal getaufte Buch mehreremale lesen und so sein Vergnügen wir der holen kann. Es gibt ja freilich sehr wenige Bücher, die mehrfaches Lesen verdienen, aber hier und da findet sich doch so ein weißer Rabe. Damit stehl auch im Zusammenhang, daß die Bücherschreider ungleich wrniger verdienen als die Theaterdichter. Leute tote Gavault, B-ber, Cvurteline usw., die früher Romane, Humoresken, Novellen usw. geschrieben haben, find jetzt ganz dem Theater verfallen, das ihnen bei eimg-m Erfolg für ebenso viel Arbeit zwanzigwal mehr klingenden Lohn abwirst. Maurice Tonnay hat jetzt schon, wo fein Stück erst feit zwei Monaten gegeben wird, über hunderttausend Franken damit verdient, und diese Summe wird sich miridestcns verdreifachen, wenn erst die Bühnen des Auslandes und der Provinz dazukommen. Mit einem Romane aber, und sei es selbst ein so riesiger Erfolg, wie z. B. einige Bücher ZolaS, werden nur in den aller- seltensten Fällen sechsstellige Summe« verdient.
Therese Humbert, vo« der sechs Monate lang die Blätter der ganzen Welt erzählten, ist auf ein kleines Weilchen wieder in Paris ausgetaucht. Der.Bankier' Cattaui, der seine Wuchergeschäfte mit der Familie Humbert machte, und dabei seiner Angabe nach beschwindelt worden ist, während er in Wirklichkeit sein Darlehen dreifach zm Ücker halten hat, hatte bekanntlich durch seinen Prozeß gegen die Humberts den Stein ins Rolle» gebracht, der schließlich Humbert und Danrignae in den Abgrund stürzte. In feinem Prozeß spielte er freilich eine recht klägliche Stolle. Man hatte den Eindruck, daß sich hier Wucherer und Gauner gegenüber standen. Einer hatte bin andern betrügen und beschwindel« wollen, und wer dabei am meisten bluten wußte, war nicht Cattaui, sondern Humbert gewesen. Demgemäß wurde den« auch ent* schiede« und dar Urteil der Richters ließ weder an den Humberts, noch an Cattaui viele gute Haare. Nachdem aber später die Humberts und Danrignae verurteilt worden find, dachte Herr Cattaui, die Stimmung werd« jetzt anders sein und legte Berufung gegen da» ergangene Urteil ei«, v» kommt also zu einer «eue« Prozeßverhandlung, die in den nächsten Tage« die Pariser Gertchte beschäftigen wird. Und dazu muß das Ehepaar Humbert «ach Pari- kommen. Therese ist i« Begleitung zweier GrnS- darmen in Pari» eingetroffen. Nachdem ihr die ersten Wochen des SefängniKlebenS sehr zugesetzt hatte«, hat sich ihr Zustand jetzt be6e«te«b gebessert, und sie scheint sich in ihre Lage allmählich zn finde«. Freilich ist diese Lege sehr verschiede« vo» dem Millionärlebe«, da» fie ix dem Palaste der «veune de la Grande Armee führte, aber Therese ist »och nicht so alt, daß fie sich nicht ihre, Jugendzeit erinnern könnte, und ihre Jugend verlebte sie in sehr bescheidene« Bcrhäli niffe«. Die Jugenderinuermige» mögen ihr also jetzt Helse», während di« Erinnerung an ben Glanz der letzten fünfzehn oder zwanzig Jahre bi» zur Eröffnung be» mysteriösen Gelbschranke» ihr allerding» ben Aufenthalt im Gefängnisse bitter genug mache« mag. Ihr Gatte wird dieser Tage ebenfalls in Pari» eintreffen, nm bei dem Proz-ffe Cattaui» gegen das Ehepaar Hmuberr zur Stelle zu fein. Die Pariser haben sich so lang« angelegentlich mit den Humbert, beschäftigt, daß fr jetzt reichlich tarne m
AtdettrverMmnis und Lohnzahlung.
In Ausführung des § 616 Bürgerlichen Gesetzbuches hat der Minister der öffentlichen Arbeiten für den Bereich der Allgemeine« Staatsbauverwaltung folgendes angeordnet:
1. Arbeiter, die mindestens ein Jahr ununterbrochen im Dienste der Verwaltung beschäftigt sind, erhalten bei militärischen Hebungen von nicht mehr als vierzehn Tage zwei Drittel des Lohnes, wenn sie verheiratet oder überwtegmd Ernährer von Familienangehörigen sind. Bel länger als vierzehn Tagen dauernden Hebungen »üb der bezeichnete Teilbetrag des Lohnes nur fit die ersten vierzehn Tage gezahlt.
2. Allen Arbitern wird bei Arbeitsversäum- ni- infolge von Teilnahme an Kontrolloersammlungen, Aushebungen und Musterungen sowie vo« Erfüllung staatsbürgerlicher Pflichten (Schöffen* und Geschworenendienst, Wahrnehmung von Termine« als Zeuge, Sach"erftändrger, Vormund «sw., Feuerlöschdienst auf Grund öffentlich-rechtlicher Verpflichtung, Teilnahme an Reichstags-, Landtags- und Kommunalwahlen) der Lohn für die Dauer der notwendigen Abwesenheit weitergewährt ; die etwa für den Zeitverlust anderweit gewährte« Entschädigungen sind anzurechnen.
». In anderen Fällen, namentlich bet Ar- beitSversäumnis wegen dringender persönlicher Angelegenheiten, bleibt es dem Ermessen der Verwaltung überlaffen, den Lohn zu gewähren; bem Arbeiter wird aber ein klagbarer Anspruch hinauf nicht zugestanden. Als Verhinderungs- fälle dieser Art kommen besonders in Frage: Wahrnehmung gerichtlicher Termine in eigenen Angelegenheiten, Anzeigen beim Standesamt, Eheschließungen des Arbeiters, Geburten und Taufe» in der eigenen Familie, Todesfälle oder schwere Erkrankungen der nächsten Angehörigen.
Im übrigen findet ein Anspruch aus § 616 Bürgerlichen Gesetzbuches auf Vergütung bei Unterbrechung der Arbeit nicht statt, auch wird eine Anwendung dieser Gesetzesoorschrift auf Er- trankungs fälle ausgeschloffen; in letzterer Beziehung kommen die Satzungen der Betriebs- und Baukrankenkaffen zur Anwendung.
Die Dienstverträge mit ben Arbeitern sollen zukünftig nur unter Berücksichtigung der vorstehenden Bestimmungen abgechlossen, bestehende Arbeitsordnungen aber entsprechend abgeändert «der ergänzt werden.
Die Bestimmungen des Erlasses erstrecken sich auf alle Arbeiter, die nicht ausdrücklich nur zu vorübergehenden Zwecken (als Gelegenheitsarbeiter) angenommen worden sind. Als Arbeiter im Sinne dieser Bestimmungen gelten auch die außeretatsmäßigen HUfSkräfte im Bureau- «nd Außen-(Betriebs-)Dienste mit und ohne Be- amteneigenschaft.
Soweit durch frühere dienstpragmatische Bestimmungen für die Arbeiter günstigere Festsetzungen getroffen find, bleiben diese auch für die Zukunft ungeschmälert in Kraft.
dieser berübmtkN Familie haben, und dis ferner« Sck'ck'ale der Crawsstderbe» lassen das Publitu« ziem! ch kalt.
W-e Sie wissen, hat die Teputiertenkctower be* schloffen, die Orden abzuschassen. Im Auslande scheint dieser Beschluß eiliges Aufsitzen gewacht z« haben, jedenfalls mehr al» in Frankreich selbst. $aB kommt wohl daher, daß man im AuSlande nicht recht weiß, was ein solcher Beschluß der Kammer zu bedeuten hat, nämlichgar nichts. Eisters weiß man, daß die M-Hrzahl der Leute, die fi-r die »bschcffung gestimmt haben, selber ein buntes Bändchen im Knopf« lkch trage-, zw-itens weiß man, daß eine solche Ab- siiwwurg nur eine hohle Phrase ist, drittens, daß d« Senat den Beschluß vergraben wird. Der Senat wird überhaurt niemals über die Seche abfiimm«. Bon der Kammer wird ihm die Sache geschickt unb im Senat legt man sie zu den Akten. Vielleicht besinnt sich nach Jahr und Tag ein lautierter auf die Sache, bringt fie neuerdings zur Sprache und »äßt die Kammer beschließen, der Serat aufzusorder«, sich endlich mit der Angelegenheit zu beschäftigen. Der Senat aber wird über diese Auff.rderung tchweigend zur Tagerordnung übergehen, und dieses Spiel tei« sich ruhig zehn oder zwanz-gmal piedr rbole«.
An die wirkl che und tatsächliche Abschaffung bec Orden denkt in Frankreich keine Seele. Tah-vgege« denken etwa zwei oder drei Millionen Seele» iw Frankreich beständig daran, wie schön < s wäre, wen« man auch ihren gestattete, ein buntes Ländchen tiu Knopfloch zu tragen. Jedes Jahr laufen in de» vev* chiedenen Miv'stcrie« etwas mehr als hunderttausend Gesuche um Ehrerzeichen irgend welcher Art ei«. Wer einen Orden haben will, meldet sich in eine» schönen Schreiben, worin er seine Verdienste um da» Vaterland in beweglichen Wendungen darstellt. Macht er das gut, und besitzt er, was die Hauptsache ist politischen Einfluß, fei >8 auch durch dieBekanrttlchaft mit der Köchin einig Mimst.rs, fo ist er seiner Sache ziemlich sichen, wenn er n cht allzuviel verlangt. All zuviel verlangen würde er, wenn er das tote Bändchen der Ehrenlegion wünschte. DaS wird Verhältnis- mäßig nur wenigen Z vilisten gegeben. Bo» be« rund sechzigiauiend Mitglieder« der Ehrenlegion sind gut 45660 Militär p.-rsonen.
Billiger als das rote Bändchen der Ehrenlegion st das violette der Akademie. Einen fogenanuteu O fizier de l'Academie darf man beileibe nicht »it einem Mernbre de lBcatömieverwechsel«. Migli.der der Akademie gibt eS in FrankreiL nur gerade vierzig, aber die Offiziere der Akademie zählen nach hnnd-rb» tausenden. Tie meiste» Echauspi.ler, Jomnal'ste», Lehrer beiderlei Geichleck iS und gemeiniglich jedermann, der das rote Bändchen verlangt hat und be« man aus irgendwelchen Gründe« nicht ganz leer au»* gehen kaffen wollte, trägt das violette Bändchen. Tann aber gibt es gelbe, trikolore, blaue, grüne, weiße, schwarze und aus allen möglichen verschiedene« Farben zusammengefitzte Bändchen, dene» man i» d« Rockknopslöchern der Franzosen begegnet. ES gilt hu ganzen in der französischen Republik nicht weniger al» vierunddreißig verschiedene Ordere, und in de» letzten Wochen, gleich nach der Abstimmung der Kam»«, ist noch ein sönsunddreißigfier hirizuge kommen. Alle bürgerlichen und m litärischen Tugenden find bei diesen fünf» unddreißig Orden bedach'. Lebensretter und Land* wirte, Kaufleute und Schullehrer, Förster und Go* sängniSbeamte, Wobltäter der Armen und gegenseitige Unterstützungsvereinler, Krloniste» und freiwillige Feuerwehrleute, fie alle haben ihren besonderen Orde» mit seinem besonderen Bändchen. Sicherlich gibt e» in Frankreich eine runde Million Menschen, die sich durch irgend ein buntes Bändchen vor ihre» Nachbar auSzeichne«. Und der grtßie Teil dieser Million stimm: bei den Wahle«. Dieser Umstand allein genügt, um zu zeigen, daß an rine wirkliche Abschaffung der französischen Orden nicht gedacht wird. Ließe fich ein Ministerium so etwas im Ernst einfvlle», so gäbe es ganz einfach eine Revolution, beim da würde die empfindlichste Stelle des französischen Charakter», die Edelkeit angepackt. So etwas ist in Frankreich nur möglich in Zeiten der allerhöchsten Exaltation, also wie in der große« Revolution, wo sämtliche Mitglieder der Nationalversammlung freiwillig auf alle ihre adlige« oder sonstigen Vorrechte verzichtete«. I» gewöhnliche« Zeiten aber ließe sich der durchschnittliche Franzose lieber in Stücke hacke», al» aus sei« bunte» Bändchen zu verzichte». Ganz im Gegentell steckt er eS auch an seine« Schlafrock und an sei» Nachthemd, damit feine Würde unter allen Umstände« gewahrt und offenbar bleibe.
direkiors dahin beizusüqen, daß der Bewerber zur nächsten Lehrerprüfung zugelaffen und das Befähigungszeugnis im Falle des Bestehens der Prüfung Nachfolgen wird. Die Prüfungskommission sucht sodann nach Benehmen mit der zu- ständigen Ersatzkommission die Entscheidung der Ersatzbehörde dritter Instanz nach. Diese Entscheidung ist vorbehaltlich der Beibringung. des Befähigungszeugniffes so zeitig zu treffen daß nach Vorlage des Zeugnisse bei der Prüfungskommission die etwaige Ausstellung des Berechtigungsscheines zum einjährig-steiwilligen Dienst umgehend erfolgen kann."
Der preußische Kriegsminister hat dre Bundesstaaten um Einführung desselben Verfahrens ersucht. — Der Reichskanzler hat der jüdischen Lehrerbildungsanstalt, die sonst lediglich den staatlichk» Schuüehrerseminaren zustehende Befugnis eingeräumt, Zeugmffe über die wiffen- schaflliche Befähigung für den einjährig-freiwilligen Militärdienst auszustellen.
* Reichssilbermüuzen. Der.Frankfurter Zeitung' wird aus Berlm geschrieben: „Nach den nunmehr sür das ganze Jahr 1903 vorliegenden Feststellungen über die stattgehabte Ausprägung von Reichsmünzcn sind namentlich auch Silbermü izen in starkem Umfange zur Ausprägung gelangt. Zm Laufe dieses Jahres wurden in Gold 81« Mill. Mk. ausgeprägt. Abzüglich der wieder eingezogenen Stücke waren bis zum Jahresschluß insgesamt ausgeprägt: 3299.78 Mill. Mark in Doppelkronen, 639.45 Mtll. Mk. in Kronen, 3 7a Mill. Mk. in halben Kronen; zusammen 3942 s« Mtll. Mk. Goldmünzen. In Silber wurden im Laufe des Jahres 6O.10 Mill. Mk. Münzen ausgeprägt. Abzüglich der wieder eingezogenen waren bis zum Jahresschluß überhaupt 668.04 Mill. Mk. Silbermünzen geprägt, von denen 220 z, Mill. Mk. auf Einmarkstücke entfielen, 187.8, Mill. Mk. auf Zweimarkstücke und fast ebentoviel nämlich 182.97 Mill. Mk. auf Fünfmarkftücke, da im letzten Jahre die Neuprägungen havvtsächlich auf diese Sorte sich erstreckten. Die Fünfzigpfennigstücke betrugen 71.4» Mtll. Mk.,diestlbernen Zwanzigpfennigstücke unverändert 5.47 Mill. Mk. Von Nickel-Münzen waren insgesamt 11m Mill. Mk. ausgeprägt (l.„ Mill. Mk. mehr als vor einem Jahre), von Kupfer-Münzen ins- gesamt I6.1* Mill. Mk. (O.io Mill. Mk. mehr). — Die stärkere Ausprägung von Silbermünzen erklärt sich durch die in der Münznovelle vom 1. Juni 1900 angeordnete Einziehung der Talerstücks, für die ein Ersatz geschaffen werden mußte. Zugleich wurde bekanntlich die zuläffige Höchstgrenze an Silbermünzen für den Kopf der Bevölkerung von 10 auf 15 Mk. erhöht. In welchem Umfange man bereits den Bestimmungen dieses Gesetzes Rechnung getragen hat, das geht daraus hervor, daß die Quote des Silberumlaufs für Ende 1903 bereits auf etwa 11,3 Mk. sich berechnet, während sie int vorigen Jahre nur 10,5 Mk. und vor zwei Jahren etwa 10 Mk. betragen hatte. Schon rOr einiger Zeit war daraus hinzuweifen, daß die vor Monaten plötzlich hervorgetretenen Klagen über Mangel an Silbergeld zweifellos stark übertrieben waren. Die Reichsbank kam dem an pe herangetretenen Drängen schließlich soweit entgegen, daß fie die Einziehung der Taler vorübergehend inhibierte. Der Erfolg aber hat bereits erkennen lasse«, daß ein derartiges Bedürfnis, wie eS von gewissen Seiten immer wieder geltend gemacht wurde, tatfächlich nicht vorhanden ist. Die Ausprägungen haben in dem ohnehin gesteigerten Umfange, wie fie im vorigen Jahre erfolgt find, durchaus genügt, und die Reichsbank dürste sich wohl bald wieder zur Aushebung der erwähnten Maßregel entschließen."
[*] Eiseudahnmarkeu. Sine ganz neue Sorte von Marken wird es vom 1. Februar ab gebe«. Vo« diesem Tage ab gibt die Eisenbahn* Verwaltung für das gesamte Gebiet der preußisch* hessischen Eisenbahngemeinschaft Marken a«S, die zur Frankierung von Stückgutsendungen im Etl* und Frachtverkehr dienen sollen. Die Marke« werden demnächst von der Reichsdruckerei ab- geliefert. Die Marke« sind wesentlich größer, als die Briefmarken der Reichspost, 28:22 Millimeter groß, und werbe« je 50 Stück auf einen Bogen vereinigt. Die Bogen find in der üblichen Weise perforiert. Da» Bild der Marke ist recht gefällig und vor alle« Dinge« sehr zweckmäßig, da der Wertdetrag besonder- deutlich zu erkennen ist. In jeder der vier Ecken befindet fich ein Stern. Sin Band läuft elipsenförmig um die Mitte der Marke; an dessen unterem Ende fieht man ein geflügeltes Rad. Der Wert der Marke ist in dunkler Schrift, aber von derselben Farbe der Marke in großen Zahlen auf der Mstte de- Bilde- au-gedrückt. E« werden jetzt neun Sotten hergefiellt. Entsprechend dem kleinsten Fracht*
Man M Zeitung
woch-nbellage:„IllustrierteSomttagsjdhing" monatrdriiag-: „Mimer Geschichtrblätter".