31. Jahrgang.
gulöa, Dionlag, den 25. Januar 1904
Auge zu schwinden, worin sie eben noch so voll geglänzt hatte. , u
„Bester Heinrichbegann der Mönch wieder, dessen Stimme »inen feierlichen und zugleich milden Ton annahm. .Sie femten den Beruf eine« Priesters; zu den schönsten Seiten dieses Berufes gehört dos Trösten. Hören Sie in diesem Augenblicke auf meine Stimme, die Ihnen anrät, sich zu fasien und Mut genug zu besitzen, wenn die große Freude Ihres Herrens, woran ich den innigsten Anteil nehme, in nächster Zeit vielleicht durch Erf»hr°ngen gestört wird, die zwar schmerzlich für Sre sein werden, die zu ertragen ab-r ein Truck sch von Wetzhansen park genug sein wird. Heinrich! kehren See mit wir'in die gastliche Wohnung Ihre-OheimS zurück. Sie brauchen nicht nach Haselstein zureiten, er würde ver geblich sein; Röschen kann IhreBraut nicht werden, sie ist einem andern verlobt." — — —
Die Kniee Junker HemrichS toasten; mau sah in seinem Gesichte keinen Blutt tropen mehr; er hielt die Hind d-» Mönch«» ängstlich fest, seine Augenlider schlrsien sich, da» Blut seiner Adern schien erstarrt, bis er plötzlich vufwallte und sein Puls wie der eines Feberh ften schlugt Wohl 10 Minuten blieb brr junge Man« in dieser traurigen Stellung, dann öffnete sich sei» Auge, da» ganze Feuer desselben loderte auf und ein wilder Blick fahr aus demselben. Noch und nach nehm da» Auge seinen früheren ruhig ernsten Ausdruck wieder an, da» gesenkre Haupt des jungen Mannes ertob sich; er st nd aufreckt in gerader Stellung, die in diesem Augenblicke mehr alS je das ritterliche Gch'Sg' seine» ganzen Wesen» trug.
„He.lioer Schutzpatron, bitte für mich, daß ich dieses Lew würdig ertrage!"
Wir diesen Worten setzte sich der Junker unter die Statue res H iiiaen seine» Namen», die auf der Brück- stand. Die Erschöpfung seine» Körper-, welche er vor Freude früher Nicht v-rsptri hatte, schien letzt
Berlin, den 23. Januar 1904.
* Ein mitteleuropäischer Wirtschafts Verein ist am Donnerstag in Berlin von einer, Versammlung gegründet worden, an der etwa 150 Herren, Politiker, Sozialpolitiken, In- dustrielle, Großgrundbesitzer, Kaufleute, aus verschiedenen Teilen des R iches teilnahmen. Der Gedanke, daß das alte Europa, oder wenigstens die mitteleuropäischen Staaten sich zum Schutze ihrer wirtichaftlichen Existenz, namentlich gegen- über Nordamerika, zusammenschlitßen müßten, st bekanntlich im letzten Jahrzehnt in- und außerhalb Deutschlands, amtlich und privatim, vielfach erörtert worden. Die „europäische Zollunion" ist ja auh ein schönes Ideal, aber gerade jetzt erscheint d.eses Ideal in fast unabsehbarer Ferne. Welche Mühe kostet es schon, leidliche Handelsverträge zwischen den größeren Staaten zu Stande zu bringen. Oesterreich u ib Ungarn | können sich nicht einmal über wirtschaftliche Fragen verständigen. Woher soll da sobald ein europäischer Zollbunv gegen Amerika kommen? So unerreichbar er einstweilen erscheint, die wirtschasrliche Lage Europas nötigt gleichwohl, den Gedanken nicht aus dem Auge zu lasten und dem Bunde vorzuarbeiten und wenigstens die Schutzmaßregeln zu ergreifen, die auch ohne den Bund schon möglich sind. Das ist auch der leitende Gesichtspunkt bei dem neuen Verein. Er | will sich „rein auf wirtschaftlichem Boden halten und keine irgendwie gearteten politischen Ziele anstreben, sondern will die Aufm« rksamkeit der Bevölkerung und der Regierung auf solche wirtschaftliche Gegenstände l nken, hinsichtlich deren die mitteleuropäischen Staaten nicht einander widerstreitende, sondern übereinstimmende Interessen haben". Proseffor JulmS Wolf aus BreSlau, von dem dec Gedanke der Dereinsgrün- düng aus geht, legte in der erwähnten Versammlung dar, daß es nötig fei, einen Weg zu finden, der die Vorteile der vergebens angestrebtcn Zollunion ohne deren Nachteile biere. Zu den kleineren Ausgaben, denen der mitteleuropäische Wirischastsverein sich widmen werde, gehöre die Verbesterung der ganz rückständigen Zolltechnik, und eine Verbesterung der internationalen Hon- delsstatistik, die Ordnung der gegenseitigen Rechtshilfe, mit besonderer Berücksichtigung der Entscheidungen der obersten Gerichte, Vereinbarungen über einheitliches Scheckrecht, Wechselrecht, Kon- kursrecht, nach dem Must-r der internationalen Vtkeinbarungen über Eisenbahnwesen, weiter über SchiffahrlS- und Wasterrecht, die Schaffung internationaler Recyt bur-aus. Herzog Ernst Günther zu Schleswig-Holstein, der zum ersten Präsidenten des' Mitteleuropäischen Wirtschafts- Vereins gewählt wurde, führte aus, der Verein sei mit zur Abwehr gegen die lrebeischwemmung Deutschlands mit fremden Waren begründet. Es gelte, die deutsche Konkurrenzfähigkeit zu stärken
brand, Rotz, Tollwut, Diphtherie, übertragbare Genickstarre, Kindbettfieber, Köinerkrankheit, Lungen- und Kehlkopftuberkulose, Rücksallfieber. Fleisch-, Fisch- und Wurstvergiftung und Trichinose.
* lieber die Verzögerung m der Be- stelluug von Ttückgüter« durch die Ersenbahnen wird vielfach Klage geführt. In manchen Fällen liegt die Schuld gewiß an den Bahu- Verwaltungen, deren Einrichtungen nicht immer dem Eüterandrange gewachsen sind. Vielfach aber ist die Verzögerung auch zurückzusühren auf die mangelhafte Bezeichnung der Güter Das Publikum kann also selbst wesentlich baz» beitragen, die Fälle der Verzögerung in der Güterbeförderung auf ein Mindestmaß zu beschränken, wenn es sich angelegen sein laste» wollte, die Bezeichnung der Güter in deutlicher und dauerhafter Weise anzubringen. Besonders wünschenswert ist dies bei Ballen, Körben und Eisenwaren. Bei Ballen empfuh t sich das Aufdrucken der Bezeichnung auf die Umhüllung oder das Aufnähen von Signierfahnen aus Leder, Schiriing oder einem sonstigen haltbaren Stoffe. Bei Körben und Eisenwaren, bei denen das Abhandenkommen der ungenügend befestigten Bezeichnungen am häufigsten zu beklagen ist, empfiehlt sich die Verwendung derartiger Signatur- sahnen ebenfalls. Letztere müffen in, diesem Falle mit einer Metallöse versehen fein uns sind am besten mittels Draht an den Stückgut zu befestigen. ,
[*] In der Bewegung für die staatlrche Pensisnsversichernng der Privatauge- stellten wird weiter eifrig gearbeitet. An einer in Berlin abgehalrenen Sitzung des HauplauL- schustes nahmen acht Reichstagsabgeordnete beS Zentrums, der konservativen und der national« liberalen Partei teil. Sie stehm sämtlich der Bewegung sympathisch gegenüber, was sie wiederholt zu erkennen gaben. Man einigte sich au$ ein allgemeines Programm, das in seine» Grund» zögen lautet: 1. Obligatorische _ Invalide»-, Alters- und Hinterbliebenen - Versicherung; 2-, Reichszuschuß von 50 Mark für jede Rente; ö. Beitragsleistung von Arbeitgebern und Angestellte» je zur Hälfte; 4. Eistreckung der Versicherung^ pflicht auf alle Prioatangestellte ohne Unterschied des Gehaltes, Altersgrenze 18 bis 40 Jahre; 5. Berechtigung zum freiwilligen Beitritt für kaufmännische Agenten, Kommissionäre, Bücherrevisoren und nicht festangestellte Buchhalter, für Prioatlehrer, Privatgelehrte, Schriftsteller, Korrektoren, Künstler in nicht festen Stellungen; 6. Betrag der Invalidenrente 70 v. H., Altersgrenze vom 60. Jahre ab, Erziehungsbeiträge bis zum 16. Lebensjahre der Waisen; 7. erwünscht ist, daß die Leistungen der Regierung annähernd die Höhe der Pension und $intetblie6enenbej8|e der Staatsbeamten erreichen; 8. Befreiung solcher Prioatangestellten von der staatlichen Versicherung die bereits einer die Mindestleistungen der letztere» gewährenden Kaffe «ngehören. — Durch dieser Programm soll der endgittigen Ausgestaltung der Versicherung nicht vorgegriffen werde», sus- besondere ist die Einfügung von anderen Berufs« klassen nicht ousieschlsffen.
in vollem Maß- füblbar zu werden. Der Mönch setzte sich neben de» schwer Betrübten.
„Redet weiter, lieber Pater, woher haltet Ihr diese für mich so schmerzliche Nachricht?" sagte nach einer Welle Baron Truchseß.
„Ich war gestern in Haselsteio, wohl» ich tag» zuvor von Schleids gekommen wrrr, dort hatte ich auf Schlurfest die Predigt gehalten. In Haselfleta pie.t ich das sonntägliche Hochamt und da hörte ich, wie der Herr Pfarrer am Schluffe seiner Pced-gt von der Kanzel verkündigte: „8um heiligen Sakrament der Ehe haben sich versprochen der Propsteiiäger itt Holzkirchen, Herr Sebastianu» Wolfmaier, mit der ehr- und tugendsamen Jungfrau Rosa.....U»
Hajelstein und werden hiermit zum ersten und zwestm Male auSgemsen."
„Da» ist nicht meine Schuld---da» ist
nicht meine Schuld'." sagte Baron Truchseß und schwieg Nach einer Weile fuhr er fort: „Sollte diese» Röschen meiner Liebe unwürdig gew seu fein? ich brn tib nicht glauben. Ach, ihr Vater, dies« alte Wildmeister, ist ein gar zu vorsichtiger Mann und dabei zäh wie eine Birke. Er hat immer gefürchtet, weinen Baier zu beleidigen, wen» er meine Zuneigung zu seiner Tochter begünstige; ja der W ld- meister will e» tarnet mit seinen Vorgesetzten nicht verderben. Wahrscheinlich hat er seine Toch er Aber- redet, vielleicht gar gezwungen, diesem Menschen ihre Hand zu reichen. Sonderbare Fügung I Mein Vater bat den Wolfmaier zu der Stelle in Holzkich n befördern helfen; freilich er kannte ihn nicht und ich wußte von diesem Patronate nichts." Tiefes Schweige« folgte abermals diesen Worten; der Junker sah bald seinen geistlichen Freund an. bald starrte er unverwandten Blickes in das weite Wiesental. Plötzlich fuhr er von stimm Sitze auf und rief mit lauter stimme: „Oder sollte ein Zufall, ein unglückliche» Verhängnis die Ursache fein, daß Röschen dieses
wildmeisters Röschen.
Eine Novelle von T. Pfaff.
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veranttoortlicher
„Das glaube ich gerade nicht, aber das Röschen könnt Ihr doch nun einmal nicht heiraten." „
„Warum denn nicht, bin 'roh genug, daß es mir endlich gelungen ist, meine Mutter zu bewegen, daß sie ihre Einwilligung zu der Wahl meines Herzens gab; hätte in der Tat nicht geglaubt, daß ich dieses durchsetze."
Der Mönch stand kopfschüttelnd vor dem Junker; plötzlich fuhr er mit der Hand über die Stirne; es war, als wenn ihm ein Licht in dieser bisher so dunklen Sache aufgehe und eine Rückerinnerung in ihm erwache. Er maß den Junker Truchseß von Kopf bis zu den Füßen, faßte seine Hand, als wenn er fühlen wollte, ob der Pulsschlag dieses pingen Mannes ihn nicht hindere, das feierliche Schweigen zu brechen, welches in diesem Augenblicke auf den Lippen des Ordensmannes ruhte. Nach einer Weile sagte er, indem er dem Baron scharf in'S Auge sah, mit ruhiger Stimme: „Lieber Heinrich I ich kenne Sie als einen Mann von größter Entschiedenheit des Willens, Ihr ganzes Wesen hat e'waS Ritterliche» und Festes; Sie besitzen ein Herz, da» sich für alles Edle zu begeistern weiß und innigen Anteil an den schweren Prüfungen nimmt, welche über Ihre Nebenmenschen I ergehen, die niemals daS Glück gekannt haben, welches Sie bis jetzt niemals ver ietz. Ich zweifle nicht, daß der Mann, in dessen Brust ein solches Herz schlägt, selbst schwere Prüfungen zu bestehen weiß, die für niemand ausbleibeu, mag ec noch so hoch gestellt, mit allen Glücksaütern gesegnet und von Allen, die ihn kennen, geliebt und geachtet sein. Ich zweifle um so weniger, daß Sie stark genug sein werden, auch manches zu ertragen, was man lieber von sich weg- genommen sähe, da ich Sie als einen frommen Christen kenne, der sich in alle» fügt, selbst wenn es herbe und 6‘lt”$Ba» soll Eure Rede, hochwürdigster Vater?" fragte Baron Truchseß, und seine Gesichtszüge nahmen I eine tlästere Farbe an; die Freude begann au» dem
unb vor allem, bet amerikanischen Union zu trotzen. Weiter aber würben die Anschauungen üb r Deutschlands Wirtschaftsverhaltmsse bei ich tiqt werden. Der persönliche Verkehr der Deutschen mit Ausländern werde auch die gegenseitige Veiständigung fördern, und das werde sich beim Abschluß von Handelsoetträgen gellend machen. Dem Vorstände und Ausschüsse des Veretr.s gehören eine Reihe bekannter Parlamentarier und sonstiger hervorragender Persönlichkeiten an. Von Zentrumsabgeordneten wurden tn den Ausschuß berufen Prinz v. Arenberg, Dr. Bachem, Dr Porsch und Dr. Spahn. Wan wtrd auf den ersten Blick vielleicht versucht sein, den neuen Verein für ein Erzeugnis der berühmten deutschen Vereinsmeierei zu halten, unb feine praktrscheBe- beutung etwa mit der interparlamentarischen Friedensliza und ähnlichen utopistischm Veranstaltungen auf dieselbe Stufe zu stellen. Wir ich>aaen feinen Wert jedoch höher an und glauben r icht daß so viele ernste Männer sich an dem I Verein beteiligen würden, wenn sie nicht die Ueberzeuzung hätten, daß es sich hier nicht um eine Äusgeburt d utscher Vereinsmeierei handle.
§ Dem verstorbenen ehemaligen Eisenbahn- I Minister v. Maybach widmet der .Reichsanz/ l einen längeren Nachruf, worin es he'ßt: „Als nach dem Scheittrn des Reichseisenbahngedankens der Erwerb der preußischen Prioalbahnen durch den Staat vom Fürsten Bismarck ins Auge gefaßt war, fand er in dem Verewigten den geeigneten Mann zur Lösung dieser Ausgabe. S-paq bachs reiche Erfahrungen in dem praktischen Eisenbahndienst, sein großes Verständnis für die Aufgaben des Staats ar f dem Gebiete des Eften- bahnrvesens, verbunden mit den persönlichen Eigenschaften eines mutigen und lauteren Charakters, verliehen ihm die Kraft für die Uebernahme und Durchführung des schwierigen und wichtigen Auftrags, den ihm die Huld des Kaisers Wil- Helms .des Großen auf den Rat des großen Kanzlers zugewiesen hatte. Fest und stark, wo die Eichen seiner Heimat ungebeugt von der Last der Geschäfte seines weiten, vitlumsssienden Refforts, unbeirrt durch die hochgehenden Wogen der politischen unb wirrschaftlichen Kämpfe um ihn her, legte er die Hand an das große W rk unb führte es in kurzer Zeit glatt und glänzend durch. In mostergilliger Weise ordnete und ? leitete er sodann die Verwaltung des nunmehr j geschaffenen einheitlichen StaatSbohrmetzes, ces größien damals bestehenden gewerblichen Unternehmens, zur wirtschaftlichen Förderung des Landes und zu dauernder Befestigung ver Finanzkraft deS Staates. Zugleich wußte er den stets wachsenden Anforderungen der seiner Fürsorge unterstellten anderen großen Verwaltungszweigen des Staats, insbesondere der Staatsbauverwal- tung in nie versagender Kraft in vollstem Maße gerecht zu werden. Auch auf diesem Gebiet seine» ausgedehnten Ressorts verdanken viele Schöpfungen seiner Anregung und Förderung ihr Entstehen. Treu ergeben seinem König und Herrn, das leuchtende Vorbild eines preußischen Beamten, ein Staatsmann von wett- m Blick, besonnener Erwägung und krastooller Tat, ha er in seinem langen, arbeitsreichen Leben dem
©taute unschätzbare Dienste geleistet und seinen Namen mit der Geschichte des Vaterlandes für alle Zeit verknüpft, -vn seiner Gruft trauert das Land um einen seiner besten Söhne."
* Dem Abgeordnetenhaufe ist die lieber- icht der Eutsrhlieftuugrn der Regierung auf die vorjährigen Beichlüsse des SLbgeorbneitn- tausis zugegangen. Wir heben daraus folgende Einzelheiten hervor:
Bsiüolich des geforberten Befähigungsnachweises ffttbie setbiländige Ausübung des Baugewerbes wirb erklärt: baß gutachtt'che Aeußerungen der Handwerkskammern urb Proowzialbehörden emgezogen seren, die jetzt den beteiligten Ressorts zur Prüfung vo,lägen.
Za dem Beschlüsse auf Einfühlung der staatlichen Schlachtviehverfrcherung wrrb bemerkt: dre Ermittelungen seien noch nickt zum Abschluffe ge-anct.
Ebenso wird auch bezüglich der Abänderung der Bes->ldungsverhältnisse usw. der Semrnar- und PrSparandenlehrer gesagt: die Erwägungen eien noch nicht abgeschlossen. , ... , , . „
der Forderung des wirksamen Schutzes der Bauarbeiter wird folgende Umschließung angegeben: Eine schärfere, außerterminliche Ueberwachung der Bauausführungen im Jutereffe eineS erhöhten Schutzes der Bauarbeiter gegen Krankheiten und Unfälle tfl an» geordnet, und, soweit erforderlich, die Vermehrung der örtlichen Ueberwachung? oigane veranlaßt worden. Abgesehen von den zahlreichen örtlichen Verordnungen (über Baugerüste usw.), sind die einschlägigen Verdält- ntffe allgemein durch die Unfallv.rhütung-vorfchrrflen der Baugewerksberufsgenoffenschafien geregeli. Ber Verfehlungen hiergegen wir» auf Grund § 367 Sir. 14 des Strafgesetzbuches eingeschrilten werden. Auch ist bei dem Herrn Reichskanzler eine Berbefferung des berufegenoffenschaftlichen Lnssichtsdienstes in Anregung gebracht worden. .... „
Zu dem Beschlüsse auf gesetzliche Regelung des Schutzes von Baudenkmälern wird gesagt: die Erwägungen schweben noch. m
Betreffend die Grstüts schulen, deren Verhält- niffe bekanntlich im vorigen Jahre in einer Inter pellat-on besprochen wurden, wird erklärt, doß die zwischen den beteiligten ReffortS eingeleiteten Verhandlungen zur Berbefferung der Verhältnisse noch nicht abgeschlossen seien. , m .... . _
Schließlich sei noch erwähnt, daß der Petition des Magistrats zu Lippstadt, die der Regierung zur Erledigung überwiesen worden ist, in so wert Rechnung getragen ist, doß ein besonderer Baubeamter mit Vor- nahm« der zur Aufklärung erforderlichen Waff-rmeffun- gen beauftragt worden sei. Nach Erledigung dieser längere Zeit umfassenden Arbeit würben bie Verhandlungen weitergeführt werden. , .
0 Die Freikons rvattven haben lmAb- geordnetenhause ben Antrag zum Schulmrter- halttrngsgesetze bereits eingebracht. Er lautet: „Die Königliche Staatsregierung aufzu- forbern, ohne Verzug, jedenfalls noch im Laufe der gegenwärtigen Tagung, einen^Gesetzeutwurf einzubringen', durch welche bie Schulunterhaltungspflicht behufs Beseitigung der viel- fach schwer empfundenen Ungerechtigkeiten bei der Verteilung der Schullasten innerhalb des Schul- verbandts gemäß Artikel 25 der Verfassung neu geregelt unb zugleich für die Beseitigung der Ungleichheiten in der Belastung der verschiedenen Schuloerbände unb in der Höhe des Diensteinkommens der Volksschullehrer gesorgt wird." — Inzwischen hat der Kultusminister bereits erklärt, daß die Vorlage in dieser Tagung nicht mehr kommen wird.
t [) Dem Abgeordnetenhause ist das im vorigen Jahre nicht erledigte Se«che»gesetr zugegangen. Dasselbe fordert die Anzeigepflicht unter anderem für Scharlach, Typhus, Milz-
„Jcht geht Bitt ein Licht auf; nun diesen Bund Möge der Himmel segnen, also au3 den Töchtern des elterlichen Hennotlande» hobt Ihr Eine ausgesucht. Nun da» ist geto ß die beste unb frömmste unter den SdelfrSulein Fraukonien». Aber, was wollt Ihr in Hafelstei», ist vlllle cht heute der Herr Vater dort in Ge chiitten feines Amte«?'
.Nein, aber daS edle Fräulein, das ich auS den Töchtern meine» Heimatlandes ausgesucht und dem | ich die frohe Botschaft bringen will, daß meine Mutter endlich ihre Zustimmung zu meiner Verbindung mit der besten unb frömmsten Tochter BuchomenS gegeben hat," sagte der Junker, der gerne das Gespräch abgebrochen hätte.
^Jch weiß nicht, mir klingt alle» rätselhaft, toaS der Baron Heinrich heute sagt, deffen Reden mir sonst so klar waren, wie der Schein der Sonne. In Haselstein wohnt doch kein Edelftäulein?" fragte mit zweifelndem Blicke der Pater.
.Um kurz zu sein, gibt ei wohl ein edleres Mädchen, als des WildmeisterS Röschen, da» Ihr ja auch kennt," entgegnete Herr von Truchseß.
„Da» kenne ich recht wohl, aber die kann Eure Gemahlin doch nicht werden!" erwiederte der Mönch und schaute verwundert den Junker an.
„N»n auf dem ganzen Wege freute ich mich meines Sieges über ein Vorurteil unb auf dieser Brücke begegnet wir daS Gespenst schon wieder; glaubt Ihr denn auch, lieber Vater, zur glücklichen Ebe eines Adeligen sei unumgängliches Erfordernis, daß seine Frau ein vergilbte- Pergament mit dem großen Reichssiegel als Heiratsgut mitbringe?"
gutoaer W Zeitung
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