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Monatsbeilage:Zuldaer GeschichtrblStter"

Wochenbeilage:Illustrierte Sonntagszeitung

31. Jahrgang

Zulba, Donnerstag, dm 21. Januar 1904.

Reklame«. *n> N«zeige«teil

Z weites ßlatt

Literanscher <

und und Psg.

Idee, untersuchen zu lassen, ob daS Kind am Ende schlecht höre. Die Untersuchung ergab beiderseits eine Schwerhörigkeit für Flüstersprache aus ungefähr einen Meter. Solche Beispiele lassen stch häufen".

Die Eltern glauben häufig, daß solche Kinder nur scheu und zurückhaltend find Und hoffen von der Zeit und dem Schulbesuch Befferung. Da wird es aber immer noch schlechter und der Unterschied von den normal hörenden Schul, kameraden wird umso größer, je mehr geistige Ansprüche an die Kinder gestellt werden. Die Begriffsarmut des schwerhörigen Kindes läßt es erklärlich erscheinen, daß ihm Märchenbücher keine Freude machen, daß es nun teilnahmslos dem Religionsgeschichtsunterricht beiwohnt, und Rech­nen, besonders im Kopf, bereitet die größte Mühe. Die akutischen Eindrücke, welche vom Lehrer aus- gehen, vermögen das Kind nicht zu feffeln; die optischen Eindrücke gewinnen Uebermacht, daher träumen solche Kinder vor stch hin oder sehen oft mit offenem Munde zum Fenster hinaus. Sie wissen ebenso wenig, aus welchem Grund sie gescholten werden, als warum sie nicht gelobt werden; selbst gut beanlagte Kinder mit bestem Willen und Können unterliegen mit der Zeit im Kampfe gegen ihre Schwerhörigkeit.

Wie mit den schwerhörigen verhält es sich auch mit den nervösen Kindern. Dr. Spitzer in Leipzig bringt einige Fälle zur Kenntnis. Das erste Anzeichen der Nervosität, gewissermaßen das Warnungistgnal der Natur, ist die rasche Er­müdbarkeit des Kindes bei Schularbeiten. Die Er< müdung zeigt stch bald in Schwäche, bald in Aufgeregtheit und Unruhe. Nervöse Kinder hat man auch vor der Schulangst zu bewahren; sie zeigt sich beim Auftreten eines neuen Unterrichts­gegenstandes oder eines neuen Lehrers oder auch bei Memorierübungen, beim Heraustretenlassen eines Kindes rc., infolge krankhaften Ehrgeizes oder infolge der Erwartung einer Strafe. Man darf beim Kinde nicht alles als Unart, Faulheit und dergleichen betrachten; man muß sich daran gewöhnen, in dem Schulkind« ein zart organi­siertes Wesen zu sehen, das systematisch für den Kampf ums Dasein erzogen werden muß: körper­lich und geistig. Mit der Entwicklung seiner geistigen Fähigkeiten muß die des Körpers gleichen Schritt halten. Man muß die gleiche Aufmerk­samkeit dem körperlichen Wohlbefinden zuwenden, wie man seine geistigen Fortschritte überwacht. Ohne körperliche Gesundheit keine geistige Fo.t- entwicklung.

VotkSfrenud gegen den AlkohoUsmnS und für Veimldheuopflege", Herausgeber: Pfarrer I. Neumann, «e tag Kamiüushaus, Werden- Stuhr, 80 Pfg. pro Jahr.

Diese rühmlichst bekannte Monatsschrift erscheint seit Januar in neuem Gewände, um die Hülste vermehrt an Seitenzahl. AuS dem reichen Inhalt von Nr. 1 (32 Spalten) sei hingewtesen auf die Artikel nach den Werken des Fürstbischofs Zwergerund des hl.Augustinus, Trinkerfürsorge, Arbeiterkolonien, die zahlreiche» Ber. einSnachrtchren und die MrUeilung, daß die.SobrtelaS' als Bierleljahr-schrift für die internationale katholijche Verewigung «ad den Priesterabstinentendund erscheint. Bolkssreunv" ist das BereinSorgan der deutschen und österreichischen katholischen Antialkoholbewegung und verdient die beste Unterstützung, da eS über d,e ganze Alloholfrag« orientiert und der Ertrag der Trinker« rettuugdient.

Sotttti md zeiertage. viertei­lt. Bezugspreis

* Der Ausstand -er Hereros.

Tie Reichstagsoerhandlungen übet die (Selb» forderungen zur Unterdrückung des Herero-Auf­standes haben keine Klarheit über die Ur­sachen des Aufstandes gebracht. Der Reichskanzler äußerte fich gar nicht darüber, sondern meinte nur, der Ausstand seiohne sicht- baren Anlaß" ausgebrochen. Der Kolonial­direktor äußerte eimge Vermutungen, ohne stch für deren Richtigkeit verbürgen zu können. Die Redner aus dem Hause, die auf diese Frage em- gingen, konnten natürlich aus eigenem Wissen auch nichts angeben, sondern sich nur aus Be- richte von Reisenden und Missionaren stützen, die die Verhältnisse aus Zeiten vor dem Auf­stande schildern.

Unsere kolonialen Scharfmacher schreiben die ganze Schuld dem Gouverneur Leut wein zu, der eine zu weiche Hand habe. Nach ihrer Meinung müssen dieSchwarzen" mit eiserner Faust, mit der Nilpferdpettsche und dem Hänge­strick regiert werden. Nur der Schrecken und die zitternde Furcht vor der überleg nen weißen Rasse vermag diewilden Horden" in Zucht und Ordnung zu halten. Wer anderer Meinung ist, wird wegen seines HumanilätSdusels aus­gelacht und als ein Schwärmer verhöhnt, der urteile ohne Kenntnis der Verhältnisse.

Man kann sich, ohne in Südafrika gewesen zu sein, nun ungefähr vorstellen, wie Leute mit solchen Anschauungen unter denWilden" Haufen mögen. Ab und zu erfährt man ja auch aus den Berichten entrüsteter Augenzeugen, wie ge­wisseKulturträger" dieSuperiorität der weißen Rasse" in Afrika geltend machen. ES soll nun gar nicht geleugnet werden, daß Strenge gegenüber den ungevandigten, an Ordnung und Gesetz nicht gewöhnten Eingeborenen notwendig ist und allzuviel Gutmütigkeit ihnen gegenüber eine gefährliche Unklughett wäre. Aber damit ist noch nicht gesagt, daß man sie auch als völlig rechtlose Wesen nach Laune und Willkür behandeln und nach Herzenslust aus­beuten und ausrauben dürfe.

Daß in dieser Hinsicht ni.cht alles in Ordnung ist, haben schon die Ausführmgen des Kolonialdirektors durchblicken lassen. JnS- besondere scheinen die Hereros bei Kaufverträgen

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machen, wenn man die Schule schon jahrelang hinter sich hat. ,

Ganz besonders scharf hat es Geheimrat Rubner auf den nur aus einer gewissen Bildungs­sucht gewählten Nebenunterricht in Musik, die weder "dem Musikanten selbst noch dem unfrei­willigen Hörer Genuß bereitet, abgesehen. Und gerade die Klavierklimperei ist es, auf die die eitlen Mütter ganz versessen sind.

Nur außerordentlich begabte und ganz gesunde Kinder sollten eventuell Nebenunterricht erhalten. Dabei darf man den Eltern allein nicht das Urteil überlassen, ob ihr Kind in diesem Sinne ganz gesund ist. Mehr als je erhebt stch überall das Verlangen nach Einführung von Schulärzten. Ihnen öffnlt sich ein weites Feld auf dem Ge­biete der Schulgesundheitspflege und durch sie wird mancher Jrrthum aus dem Schulleben, manches eingesessene Vorurteil beseitigt. Schon jetzt haben 'die Schulärzte in manches Dunkel Licht gebracht; sie wenden ihre Aufmerksamkeit in erster Linie dem Gehör und dem Auge des Schülers zu. Man hat lange nicht das volle Bewußtsein dafür gehabt, wie wichtig diese Frage für die Schule und für die Erreichung des ihr gesteckten Zieles ist.

Der Hörfähigkeit der Schüler ist bisher bei weitem nicht die geeignete Aufmerksamkeit ge­schenkt worden.

Jetzt veröffentlicht der Dozent für Ohren­heilkunde an der Berliner Universität Dr. Gustav Brühl in der ZeitschriftDie Krankenpflege" einen höchst bemerkenswerten Aussatzlieber die Pflege des Gehörs in der Schule". Hervor­ragende Gelehrte haben die Ansicht ausgesprochen, daß die Erregung der Gehörnerven viel mehr zur geistigen Entwicklung beiträgt als die Seh­nerven. Wenn auch das Auge von hervorragen­der Bedeutung für den Schüler ist, die nach­haltigsten Eindrücke, welche ein Kind in der Schule empfängt, gehen vom Ohr aus. Ist doch das erste, was den kleinen Schüler empfängt, ein freundliches Begrüßungswort, eine ernste Er­mahnung, und fast ein jeder wird sich noch an das erinnern, was er an seinem ersten Schul­tage gehört hat.

Daß Schwerhörige zu den guten Schülern gehören, ist selten. Harte Strafen zu Hause, Spott der Geschwister und Milschüler verkümmern den Rest von Ehrgeiz und Lebensfreude in dem kindlichen Gemüte. Und endlich werden sie zu den Zerstreuten, Unaufmerksamen, Dummen, den Schwachbegabten, ja sogar zu den Idioten ge­zählt. Und wie großes Unrecht geschieht diesen Kindern; liegt doch bei ihnen nicht wie bei den Idioten die Unfähigkeit des Gehirns vor, Ge­hörtes überhaupt richtig zu verarbeiten; ihr geistiges Zurückbleiben wird verursacht durch die mangelnde Erregung der Gehirntätigkeit, nicht wie bei den Idioten durch die mangelnde Er­regbarkeit.

Wie ungeheuer groß die Zahl der Kinder ist, die kein normales Gehör haben, ist durch Unter­suchungen bewiesen. Bis auf 50 von Hundert ist festgestellt worden. Die Eltern selbst können eine solche Prüfung ohne viel Umstände vor­nehmen. Sie müssen stch dazu der Flüstersprache bedienen. Als normalhörig kann das Kind be­trachtet werden, wenn es auf beiden Ohren min­destens auf acht Meter weit die Flüstersprache versteht. Ein ganz normales Ohr wird die Flüstersprache allerdings noch auf 20Mrter Ab­stand wahrnehmen, aber die Hörfähigkeit auf acht Meier genügt wenigstens für alle Anforde­rungen des täglichen Lebens. Dieser mindeste Anspruch wird aber, wie gesagt, von einer über­raschend großen Zahl von Schulkindern nicht erfüllt.

Die häufigste Ursache der Schwe'Hörigkeit bei Schulklndern bestehl in einem Mittelohrkatarrh, der sehr allmählich einsetzt und schließlich mit einer hochgradigen Schwer Hörigkeit oder völliger Taubheit endet, aber in vielen Fällen geheilt werden kann, wenn er zeitig zur Behandlung kommt. Es ist, wie jeder einsehen muß, geradezu ein Verlust an Nationalvermögen, wenn eine weitverbreitete Krankheit so lange vernachlässigt bleibt, bis ihre Heilung unmöglich geworden ist. Als vorbeugende Maßregel empfiehlt Tr. Brühl zunächst das Tragen von Walle im Ohr, ferner die Vermeidung eines unzweckmäßigen Schneuzens der Nase (es darf nur jedes Nasenloch einzeln ausgeblosen, aber nicht beide Nasenlöcher zugleich zugehalten werden), sowie eine besondere Be­rücksichtigung ohrenkranker Kinder beim Turn­unterricht und vor allem die Abstellung einer Züchtigung durch Ohrfeigen.

Aus seiner Praxis erzählt er folgenden Fall: Ich behandle jetzt ein Kind, welches im Eltern­hause wie in der Schule oft an den Kopf ge­schlagen zu werden klagt, weil es nicht in der Schule mitkommt. Eine verständige Tante, bei welcher das Kind zu Besuch ist, kam auf die

mit den Weißen arg übers Ohr gehauen zu werden. Man scheint solche Kaufoerträqe zu be­nutzen, um ihnen eine unerschwingliche Schulden­last auszubalsen, um sie dann ihrer wirtschaft­lichen Selbständigkeit zu berauben, d. h sie zu Sklaven zu machen. Ein Reisender, der vor einigen Monaten das Hereroland besuchte, schil­dert in der »Franks. Ztg.' sehr anschaulich, wie die Hereros über die weißen Händler und die rücksichtslose Schuldeneintreiburg erbittert wären. Man hat ja auch, wie Herr Direk'or Dr. Slüdel mitteilte, für die Kaufverträge eine kurze Ver­jährungsfrist einführen müssen, damit die Einge­borenen nicht gar zu sehr ausgebeutet würden. DaS will doch sehr viel sagen.

Die Hereros haben als Eigentum nur Lrnd und Vieh. Nimmt man ihnen das, so sind sie wirtschaftlich ruiniert. Wir können den Ver­dacht nicht unterdrücken, daß diesuperiare" weiße Rasse diesem Eigentum gegenüber nicht allzu skrupulös ist, sondern namentlich Land nimmt, wo und wie ihr gut scheint. DaS magoffiziell" nicht erlaubt fein, aber wir kennen uns nicht denken, daß man einer so verachteten Rasse gegenüber viel Umstände macht. Wo die höhere Kultur" es verlangt, müssen die S4>warzen weichen und wenn sie klagen, werden sie wohl auch nicht immer recht bekommen. Daß sich ihrer die Wut bemächtigt, wenn sie sich fnvol um ihre Existenzmittel gebracht sehen, w rd man begreiflich finden, auch wenn sie nurWilde" sind.

Und was werden sie bei den Kaufgeschichten mit den Händlern für Kulturgüter eintauschens Vo zugsweise allem Anschein nach SchnapS, Pulver und Gewehre. Daneben lernen sie dann die besten Sitten der Zivilisation auch nicht gerade immer kennen. In einem Missionsbericht, der in der amtlichen Denkschrift über unsere Kolonien zitiert ist, heißt es: * Besonders Unzucht und Trunkenheit herrschen in hohem Grade. Leider sind oft Weiße nicht allein schlechte Vor­bilder in dieser Beziehung, sondern auch direkte Verführer. Venerische Krankheiten haben in be­sorgniserregender Weise um fich gegriffen. Sehr bedauerlich ist es, daß es hier in weiten Kreisen üblich ist, den eingeborenen Arbeitern den Genuß von Branntwein regelrecht anzugewöhnen."

Falsche Nachrichten über die Erfolge der Bondelzwarts werden die Hereros zu dem Auf­stande ermutigt haben. Ihr ungebundener Sinn wird das ©einige dazu beigetragen haben. Aber damit sind die Ursachen unmöglich er­schöpft. Es wird schon die ihnen widerfahrene Behandlung und die Besorgnis, daß ihnen mit der Zeit all ihr Landbesitz genommen würde, das Ausschaggebende gewesen sein. Wie unsere Konquistadoren mit ihnen umspringen, davon kann man sich auch ein Bild machen aus Dar­legungen der »Täglichen Rundschau' über daS, was jetzt zu geschehen habe. Man müffe, heißt es da, nunmehrganze Arbeit" machen. Die bei den bevorstehenden Kämpfen gefangenen Hereros müßten nach Kamerun gebracht werden, um dort in den Plantagen zu arbeiten. Im übrigen müffe das La d der Hereros als Kron- land erklärt und Reservisten der Truppen ge­schenkt, ihr Vieh ihnen genommen und an die Farmer verteilt werden. Sie selbst müsse man inabsoluter Abhängigkeit" erhalten. Also die Hereros sollen vollständig ausgeraubt und zu Sklaven gemacht werden. GlücklicheKolonien" und beneidenswerteWilde", die mit unserer Kultur" begnadigt werden!

Schulhqgiemsches M Die Schweizerische Monatsschrift für Medizin, Chirurgie"bringt folgenden beachtenswerten Artikel üherbi?GLsundheitsoerhältnisse der Schul- kinder: **3

H Sehr ost kann man hören, mit der Schule ziehe bie/Äinfttl)eit ins Haus, die Kinder brächten alle Krankheiten aus der Schule mit. Das ist nun freilich sehr übertrieben und nur ein Körn­chen Wahrheftfieckt darin insofern, als die Mög- lvchkeft, durch den Verkehr und die Berührung mit anderen Kindern Krankheitskeime aufzu­nehmen, grWsr ist als im Hause selbst. Einer der hervorraqÄdsten Hygieniker der Gegenwart, Geheimrat Professor Rubner in Berlin, weist darauf hin, daß die beste Vorbeugung gegen diese Uiöglichkeft in der Reinlichkeit und in der Er- pehung zur Minstchkeit ist. Man soll bei Kin- Mtn in der Schule und zu Hause auf absolute Reinlichkeit der Kleider und der Hände sehen, .Hnen das Spucken auf den Boden abgewöhnen, .chnen verbieten, hie Finger, Federhalter und Bleistift in'deMMund zu stecken und' die Blei­stifte mit der Zunge oder den Lippen anzu- feuchten.

M Nicht die Schule soll grundumstürzenden Äenderungen unterworfen, die häusliche Gesund­heitspflege muß in erster Reihe darauf berechnet sein, dem Kinde Kraft zu verleihen. Die Klage besorgter Mütter geht hauptsächlich dahin, daß die Kteinyi-zufK^ausstehen müssen und über­bürdet such.

Was'däsArühaufstehen anbelangt, so ist die Frage, ob man den Schulbeginn nicht nach acht Uhr früh verlegen soll, wiederholt erörtert worden und so ziemlich allgemein hat man stch für die Beibehaltung der achten Morgenstunde ausge- fprochen. ® Freilich muß das Kind bann um sieben Uhr aufstehen; es bleiben ihm bann auch nur knappe.60 Minuten, um bie Schlaftrunken- heft -zu überwinden, fich zu waschen, anzukleiben, zu frühstücken, und den Weg zur Schule zurück­zulegen. Und da kommt es nicht selten vor, daß das Kind mitunter, nur um nicht zu spät zu kommen, das Frühstück, den siedend heißen Kaffee öder Kakao, im Stiche lassen muß, und atemlos nach der Schule rennt. Hier haben die Mütter Vorsorge zu treffen. Berücksichtigt man, daß die Ddlksfthule -esuchMde Kinder zum mindesten einen zehn- bis elfftünbigen Schlaf brauchen, dann ergibt sich von selbst, daß die Mutter darauf bringe# muß, tzaß die Kinder zeitig genug zu Bette gehen. Das.nicht allein, die Ernährung muß hier ebenfalls berücksichtigt werden. Ein Schulkind soll mit leicht verdaulichen, kräftigen­den Speisen genährt werden und vor allem sollen ihm alkoholische Getränke vorenthalten bleiben.

Und was die Ueberbürdung anbetrifft, so liegt sie zumeist weniger in den Schulgegenständen als in den Nebenfächern. Darüber schreibt Ge­heimrat Professor Dr. Rubner:

Dft Handarbeit., die Nachhilfestunden, frei­

lich wird mitunter auch der Schlaf gekürzt, um nur brtt gestellten Verpflichtungen nachzukommen. Die Ruhezeit und der Schlaf sind aber die Sicherheüsventiie, durch die die sonst nachteiligen Wirkungen geistiger nue körperlicher Arbeit in naturgemäßer Weiss wieder ausgeglichen werden. Wenn aber Ruhe- und Schtaszett schon nicht hinreichend genüzende Erholungspausen für bie geistige Arbeit geoen, so ist natürlich bei einer solchen Lebensweise gar kein Raum für bie ver nünstige Körperpflege, die ohne einen Aufenthalt im Freien und ohne körperliche Bewegung sich nun einmal nicht erzielen läßt.

Je mehr tzeistiU Arbeit gefordert wird, um- somehr gleicht ein solches Leben dem des Stuben­hockers. Der Schüler bleibt dem ungünstigen Einfluß, einer mehr oder minder verdorbenen ©rnbenluft ausgesetzt; sie ist schlecht für die Lunge, wirkt störend auf den Appetit, den jeder junge Mensch hoben sollte, damit er genug Nahrung ssür einen normalen Körperbau auf­nimmt. Es fehlt an Bewegung, die das Herz rasch- pulsieren läßt, die Lungen kräftig btähr und.zugleich bie Muskeln harmonisch auSbilbrt. DaS ruhige Sitzen, Lesen unv Schreiben preßt den Brustkorb zusammen; er entwickelt sich nicht richtig im Verhältnis zmn Längenwachstum. So entsteht neben der bleichen Gesichtsfarbe, ber schwächlichen, fabenscheinigen Muskulatur die schlechte Vorwärtshaltung und bie Engbrüstig, keih- deren schlimme Folgen sich oft geltend

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