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von 1 Million zur Herstellung des Kgl. Refi- denzschlosses in der Stabt Posen, 3 Millionen (3 Rate) für die Entfestigung der Stadt Posen, sowie 150,000 Mk. für den Neuba.-. eines Stadt- tdeaters in Thorn.
Beider allgemeinen Bauverwaltung sind ebenfalls eine- Reihe neuer Stellen eingerichtet, was eine Ausgabesteigerung um 185,000 Mark bewirkt. Im Etat der Handels- und Gewerbeverwaltung sehen wir ein Anwachsen der dauernden Ausgaben um 1 Million. Für das gewerbliche Unterrichtswe^en werden 850,000 Mark mehr aufgewendet. Davon kommen 400,000 Mk. auf die Förderung der Fortbildungsschulen, 50,000 Mk. auf Zuschüsse zu Fachschulen von geringerer Bedeutung und 30,000 Mark zur Förderung der nicht gewerbsmäßigen Ar beits Vermittelung und der Rechtsberatung für die minder bemittelten Bevölkerungskreise.,'
Die Justizverwaltung richtet 17 Amts- gerichisdirektorstellen ein — eine neue Beamtenkategorie, die un größeren Amtsgerichten die Aufstcht führen sollen. Weiter sind vorgesehen 6 erste Staatsanwaltstellen, 150 Stellen für Richter und Staatsanwälte, 200 für Bureou- beamie. Für allgemeine Ausgaben im Jnteresfe der Polizei (in erster Linie für Fürsorgeerziehung) werden 1427000 Mark gegen das Vorjahr mehr angesetzt.
Bei ler landwirtschaftlichen Verwaltung sind 1381000 Mk. an dauernden Mehrausgaben eingestellt; darin find enthalten 760000 Mk., die bisher im Extraordinarium zur Verstärkung verschiedener Dispositionsfonds ausgebracht waren. Von dem Mehr entfallen auf die landwirtschaftlichen Lehranstalten 525 000 Mk., auf die Förderung der Viehzucht 202000 Mk. DerDisp fitionssonds zuPrämienbeiPferderennen erhält weiter eine extraordinäre Verstärkung und zwar um 1/i Million, doppelt soviel, wie im Vorjahr. Von der Gestütsverwaltung werden für die Verstärkung des Pst rd» anlauf es 335 000 Mark mehr vorgesehen. Auf das Ordmarium entfallen davon 250 000 Mark.
Im Kullusetat erhöht sich der Zuschuß für Universitäten um 311000 Mk., für höhere Lehranstalten um 337000 Mk.» für das Ele mentar Unterrichtswesen .m 2300000 Mk. (4 neue Seminare, 5 neue Präparandenanstalten, 300 000 Mk. zu Zuschüssen an leistungsschwache Gemeinden, ebensoviel für neue Schulstellen. Um fast V* Million gewachsen find die Ausgaben für Kunst und Wisienschaft, um eine halbe Million die für das technische Unterrichtswesen.
Schließlich sei noch erwähnt, daß von dem Extraordinarium 101 Millionen auf die Eisenbahnverwaltung kommen, zirka 13 Millionen auf die sonstigen B etriebe und 60 Millionen auf die eigentlichenStaatsverwaltungen.
„So. so — dar wäre ja ein außerordentlich edler und rührender ßug von dem Mädchen, wenn die Erzählung des Haselsteirer Pfarrers wahr ist; und daran ist wohl nicht zu zweifeln/ sagte Herr von Zobel und seine Schritte verdoppelten sich, während rer Junker schweigsam an de» Pfeiler einer Sonnenuhr gelehnt stand u d wie an den Bode« unter seinen Füßen geft fielt schien, so war er plötzlich In Nach- finnen versunken.
Der Piälat ging rasch den schmalen Pftd längs des Wassers hin und her; er fuhr einmal über das andere Mal mit der Hand über die Stirne, dann legte er wieder den Finger an seinen feingeschnittenen Mund; bald hielt auch er in seinem Spaziergang inne, er pflückte rin Blatt von einer Erle am Soffer und richtete unverwandt seine Blicke daraus, während seine weichgeruudeten Finger da- Blatt zerpflückten. Endlich eilte er auf den Junker mit den Sorten zu: „Aber, lieber Heinrich, da ist mir eben eingefallen, Eure zukünftige Hausfrau ist ja schon ausgesucht: da» Fräulein von Geiffenberg rechnet sicher daraus, daß Ihr, sobald Ihr Oberförster geworden seid, sie heimführen werdet; da« ist ein Mädchen aus alt» adeligem Hause und fein gebildet. Ihre Mutter, die Geheimrätin, sagte mir, a'-s sie zu Besuch in Eurem elterlichen Hause war. -s bestehe eine mehrjährige lieber einLmft zw schen ihr rrrd Eurer Mutter, wonach Ihr die Baronesie heiraten solltet."
„Wozu ich aber bis jetzt meine Zustimmung nicht gegeben habe, noch geben werde; das Tausendgülcenkraut mag «ach der Champagne gehen und sich den preußischen Off zier holen, den sie so liebenswürdig fand, und nut dem sie so läppisch tändelte, während er bei uns im Quartier lag I», fein gebildet ist das Fräulein nur zu sehr und i<i den französischen Schöngeistern weit besier bewandert als in der Bibel. Mir ist eS eine widerliche Erscheinung; ich bedaure nur, daß meine gute Mutter den Eingebungen der Geheimrätin so zugün-ig war; nie und nimmer werde ich dem Fräulein meine Hand reiche», dazu kann ich mich nicht entsil ließen, und wenn Euer Gnaden Herr Letter Ihren Einfluß bei meinen Eltern auswenden wollen.
Berlin, den 19. Januar 1904.
* Dem am 15. Januar verstorbenen Präsidenten des Kaiserlichen Statistlschen Amtes Dr. Leopold Wilhelmi, widmet der .Reichsanzeiger' einen Nachruf, worin es heißt: Der Tod hat fernem an Arbeit und Erfolg reichen Leben ein vorzeitiges Ende bereitet. Seine Vorgesetzten, Mitarbeiter und Untergebenen bewahren ihm ein dankbares Andenken. Die Reichsverwaltung betrauert in ihm einen ihrer begabtesten Beamten, der seine ganze Arbeitskraft für die hohen Ziele der Sozialpolitik eingesetzt und sich um die ent- wickelung der sozialen Gesetzgebung bleibende Verdienste erworben hat.
* Auch eine Diätenfrage. Angesichts der Hartnäckigkeit, mit der gewisse einflußreiche Stellen sich der Bewilligung von Tagegeldern für die Reichstagsabgeordneten widersetzen, erscheint e8 angezeigt, auf einige interessante Ziffern in der dem Reichstag eben ^gegangenen Nachweisung der durch den vorjährigen Etat erfolgten und im neuen Etat vorgeschlagenen Erhöhung solcher Trtel zu fortdauernden Ausgaben, bei denen im Jahre 1902 Ueberschreitungen vor- gekommen sind, aufmerksam zu machen. Da erfährt man z. B., daß bei der Verwaltung des Reichsheeres in dem Titel Reisekosten und Tagegelder 190z eine Ueberschreitung des Voranschlages um die enorme Summe von 1,190,468 Mk. ftattgefunben hat. In Folge dessen wurde für das Jahr 1903 der Titel um weitere 250,000 Mk. erhöht. Aber auch das reichte noch nicht aus, und fo ist im neuen Etat eine Erhöhung um 891,5( 6 Mk. vorgesehen. Das ist aber noch nicht Alles! unter einem besonderen Titel ist auch sür den Generalstab aus dem Jahre 1902 eine Ueberschreitung der für Tagegelder und Reisekosten angesetzt gewesenen Beträge um 11,821 Mk., und darauf für das Jahr 1903 eine Erhöhung um 14,000 Mk. vermerkt. Man sieht also, daß, wenn und wo das Mili- tär in Frage kommt, Diäten mit vollen Händen gespendet werden. Schon im vorigen Jahre ist bei der Beratung des Militäretats im Reichstage auf die unverhältnismäßig hohen, für Tagegelder und Reisekosten vorgesehenen Summen hingewiesen worden. Mit Rücksicht auf die neuerliche Erhöhung der bezüglichen Beträge wird zweifellos auch diesmal scharfe Kritik geübt werden. Man könnte fast bedauern, daß nicht etwa ein Dutzend Generäle dem Reichstage an gehören, denn wenn diese erklären würden ohne Diäten könnten sie ihr Mandat nicht ausüben, brauchte der Reichstag wohl nicht lange mehr auf Tagegelder zu warten.
* Eine Kabinetsordre Über die fchrift- stellerische Tätigkeit der Offiziere und zwar auch der oeravfchiedeten, soll dem ,Berl.
so Wird aus diesem Projekte nichts, zu dem ich wenigsievs meine Einwilligung nie geben werde."
„Ist das Euer voller Ernst, lieber Heinrich, habt Ihr wirklich eine so große Abneigung gegen das Freisräulein?"
,3a, Herr Vetter, dieses affektierte und verbildete Wesen ist mir in der Seele zuwider," erwiderte mit Nachdruck der Baron.
Der Piälat begann seinen Spaziergang wieder. ,WaS ist da zu tun," sagte er leise vor sich hin und ferne Schritte maßen nochmals den Pfad seiner ganzen Länge nach. Einer der Gartenburschen näherte sich in ewiger Entfernung dem Wassergraben nr>d füllte seine Gießkanne; Herr von Zobel richtete seine Blicke auf den Burschen, rach einer Weile ging er auf den Junker zu und faßte ihn bei der Hand. „Bester Heinrich," sagte er mit bewegter Stimme, »vielleicht läßt sich ein Ausweg in dieser so höchst schwierigen Angelegenheit finden. Sehet, dort steht mein Gnrten- burfche, der Peter, den ich, weil er fo viel Talent für die Gärtnerei zeigte, vor vier Jahren auf meine Kosten noch Frankreich schickte, damtr er sich in seiner Kunst recht anSbilde; er war zuerst in Bollweiler im Elsaß, um die Rosen-, und Obstkultur recht gründlich zu erlernen; dann war er Gärtner bei einer Herrschaft tit der Nähe von Paris, aber diese adelige Familie ist, von den wütenden FreiheiiSwännern ouS ihrem Besitztum Vertrieben, über dcn Rhein geflüchtet, ohne mehr zu retten, als da» nackte Leben. Der Peter kann erzählen, wie in Frankreich gegen die Leute unfere» Herkommens gewütet wird, und er sagte mir, daß die ganze Bewegung sich auch über den Rhein zu uuS nach Deutschland erstrecken werde. Ich fürchte, eS fleht ar8 nichts Gutes bevor gibt es ja in Teut'ch- land Leute genug, die an dem wilden, blutigen Treiben in Frankreich ihre Freude haben; überall bei uns sitzen heimliche Franzosenkreunde, die mit den welschen Rebellen konspttieren und auch hier >u Laude gern bald um den FrecheitSbaum tanzen möchten. Die Illumination und Fr-imam er find nicht s als SeflnnungS- Äbet Frarzosni; in Mainz soll eine förmliche
Srung dieser Leute bestehen, ich habe sehr
Tagebl/ zufolge ergangen sein, die in sehr scharfen Ausdrücken die taifecüdie Mißbilligung über manche Angriffe und Veröffentlichungen der jüngsten Monate ausspricht, und jedenfalls für die Zukunft eine wesentliche Einschränkung in der öffentlichen Besprechung von Heeresangelegen- heiten durch aktive und inaktive Offiziere zur tatsächlichen Folge haben roecbe.
)( Die dem Landtage zugegangene Novelle, betr. Erhöhung der Richtergehälter, hängt mit dem zweiten Gesetzentwurf zusammen, wonach die aufsichtführenden Richter an einer Anzahl größerer Amtsgerichte den Titel „Amtsgerichtsdirektoren" führen uno den ersten Beamten einiger besonders bedeutender land- gerichtlicher Staatsanwaltschaften eine penstonssähige Gehaltszulage von je 300 Mark gewährt werden soll. Diese Stellen sollen in Ansehung des Diensteinkommens denen der-vdex- regirrungsräte bei den Regierungen gleichgestellt werden.
* Von einem Nachspiel zum Kwileeki Prozeß im Landtage wird berichtet: „Die polnische Landtagsfraktion hielt am Samstag ihre konstituierende Versammlung. Zum Vorsitzenden wurde der Senior der polnischen Abgeordneten Dr. Henryk Szvman gewählt. Das Amt des zweiten Vorsitzenden pflegt traditionsgemäß einem polnischen Herrenhausmitgliede übertragen zu werden. Bisher bekleidete Hefen Posten Graf Miecislaus Kwilecki, der Vater des Grafen Heltor Kwilecki. Der polnische Adel kann dieser Linie der Kwileckis nicht verzeihen, daß sie den Skanda Prozeß heraus- befchworen hat, durch den ein Teil der polnischen Schlachta vor aller Welt in einem wenig schönen Lichte erschien. So erhob sich denn bei der Wahl für den bisherigen zweiten Vorsitzende« keine einzige Stimme. Er wurde fang- und klanglos fallen gelassen und durch das Herrenhausmitglied Rittergutsbesitzer von Chlapowski ersetzt “
§ Der Ausstand in Crimmitschau ist ganz unerwartet zu Ende gegangen. Am Montag verbreiteten die Führer der Arbeiter ein Flugblatt, worin sie rieten, am Dienstag die Arbeit bedingungslos wieder aufzunehmen. Offenbar ist nicht etwa die Not unter den Ausständigen bereits so groß, daß sie sich auf Gnad« oder Ungnade ergeben mußten. Die Unterstützungen flössen noch immer reichlich und eine Weile hätte man es sicher noch aushalten können. Die Führer werden aber eingesehen haben, daß die Fortsetzung des Kampfes doch zu nichts Gutem führen könne, da die Unternehmer entschloss« waren, unter keinen Umständen nachzugeben. Die Arbeiter hätten sich über kurz oder lang also doch fügen ober sich anderswo nach Arbeit umsehen müssen. Es wäre zwecklos gewesen, die Sorge und dm Mangel, die doch immerhin mit dem Streik für die Arbeiter verbunden waren, weiter zu tragen und die übrige Arbeiterschaft Opfer bringen zu lassen. Daß die Führer die Einstellung des Kampfe- empfahlen, währmd
gute und sichere Nachrichten darüber; auch wi-d gemunkelt, daß die Herren, welche abends in der obere« Stube des Storchenwirts zu Fulda zufemimenkomm«,, ähnliche unsaubere Pläne im Schilde führte« «u» immer auf das Genaueste unterrichtet seien, waS demnächst in Frankreich voraehen werde. Ob die deutsch« Fürsten den auS dem Nachbar lande herüber flutend« Strom werden cufhalteu können? Ich möchte ei bezweifeln ; wenn fie eS nicht vermögen, bann wird ei mit den geistlichen und weltlichen Fürsten, mit d» uralten Stiftern und Prälaturen, mit den Vorrechte« des Adels und so vielem Anderem zu Ende sein Dann wird Niemand mehr nach einer Ahnenprobe fragen, die EtiftSfähigkeit wird oufgehört habe«. Bürgerliche werden sich zu den höchst« Stelle» hw Staate aussLwingen, und dai Kind einer «alt« adeligen Familie, die nie mit bürgerlichem Blut örr« mischt worden ist, wird keinen Vorzug hab« vor dem Sohne des Bauern und TaglöhnerS. Ja, mir ist ei, als sähe ich diese Zustände schon vor mir; -st habe ich eine Ahnung, alS wenn ich der letzte Propst auf dem Johannisberge feto oder höchst«- noch ®toet mir folgen würde, dann aber dies kostbare Kleinod im Erbe bei hell. Bonifatius in weltliche Hüude übergehen werde. Ja, lieber Vetter, Ihr seid «och jung und fiant viel erleben; gebet Acht, ei teirb einttiffen, wie ich vermute, dann dürste ei freilich am Ende gleichzeitig fein, ob Eure Gattin eine Adelige oder eine Bürgerliche wäre, zumal Ihr nicht der zulünstige Stammherr der Familie seid, soude« Euer älterer Bruder Swand, mein Pate. WaS macht er doch, ich habe lange nichts von ihm gehört, ist er noch wohl und ist er zum Hauptmann im Pfalz- baheischen Kontingent avancirt?"
.Letzteres nicht, Ew. Gnade»; er steht noch *a> Oberleutnant bei dem Reiterregiment, welches La. königliche Hoheit der regierende Kurfürst Karl Lhom bot errichtet hat, und liegt g-genwürtig zu Neubmq an der Ton« in Garnison, aber, wie aus dem Briefe hervvrgeht, d« wir — ei find vierzehn Tage her,— von ihm erhalten haben, ist er noch gesund «rd munter."
Marr
Zeitung
verantwortlicher
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31. Jahrgang
8ulda, Mittwoch, den 20. Januar 1904.
Druck und Verlag der Zuldaer Sctiendruckerei in Zulda (Harmonie). Zemsprecher Nr.».
monatsbeilage: „Hulda« Gefchichttblütter"
«rfcheim rSgUch.mit Ausnahme der $onn= »nd Zeiertage. vkertel- jährl. Bezugspreis ohne vringerlohn und VeftellgeldinZuldaund «urwärtrlMt.sopfg.
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rchriftleitenZos.Saum,
tz. parzeller "in^ulda. Wochenbeilage: „Illustrierte Sonntagszeitung
Wildmeisters Röschen.
Sine Novelle von E. Psafs.
16 ------ (Nachdruck verboten.)
-•»er Suaden reben von der großen L ebe meiner Ämter, von der Aufopferung, womit diese mir so überaus teure Mutter mich in den schweren Leid« meiner frühen Jagend pfl-ete. Sollte die Liebe einer solchen Mutter zu ihrem Kinde nicht so groß sein, daß fie mir auch gestattet, ein Mädchen zum Selbe zU erwählen, dessen edleS Gemüt gerade in der un- «mtbeten Pfl-ge der Armen und Berlossenen, der Krank« und Presthast« sich im dollsten Maße zeigt? Roch erinnere ich mich — eS war in meinem sechsten Lebensjahre — wie meine Mutter neben meiner Siege kniete; das Zimmer, worin ich lag, war matt erhellt durch d« Schein de- düster brennend« Nachtlichts, da- auf dem kleinen Tische neben meinem Schmerzenslager stand; auf dem Fußboden kniete meine gute Mutter, die Hände gefaltet, den Blick empw gerichtet, mit innigster Andacht meinen Schutzengel anrefenb und die Fürsprache der göttlichen Mutter um meine Genesung au siedend. Dieser Augenblick ist mir unvergeßlich; ich könnte wohl nichts finden, waS ich damit vergleichen dürfte und was nvd) «bento tief ergriffen hat al« die Erzählung deS Pfarrers zu Hafelstein^), wie dieser Herr eines Tages Röich« »or dem Seite'einer atmen Hirtenfrau kniend fand und unbemerkt zuhörte, wie das fromme Mädch« die Seele der Sterbenden dem Schutze des Himmels empfahl U'd der arm»n Frau bie letzten Augenblicke durch ihren tröstenden Zuspruch erleichterte. Laßt Euch dies erzähl« gnädiger Herr, toew Ihr einmal Gelegenheit habet, ben Mar rer von Hasetstein zu sprechen; je metoc Mutier könnte keine Ihrer würdigere Schwiege 'achter find«, als bitftl Röschen, wenn es gleich Nicht aus aceliger Familie stammt"
*) Pfarrer zu Haftlsteiu war dama'S Herr Ignaz Welle.
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§ Der preußische Staatshaushalts« etat M4
balanciert in Einnahme und Ausgabe mit 2 800 805 050 Mk Auf das Ordmarium der Ausgaben entfallen 2 626 260 668 Mark auf das Extraordinarium 174 544 382 Mk. Der Etat ist fast 200 Million (191) Mark höher als ber vorjährige.
Die staatlichen Betriebsverwaltungen soll« einen Mehrüderschuß von 983/< Millionen bringen. Von den Mehrausgaben der Eisenbahnoerwal t u n g sind hervorzuheben 6 300 000 Mk. für höhere Besoldungen, insbesondere für 3246 neue Stellen, 6 600 000 Mk für Hilfsarbeiter, 1460 000 Mk. für Wohlsahrtszwecke. Nächst dem Eisenbahnetat weißt der Forstetat einen großen Mehrüberschuß auf. Während dieEisen bahnverwaltung 82'/. Millionen bringt, ist hier der Mehrüderschuß auf IVh Millionen berechnet.
Zur Besserung der Anstellungsverhältnisse find in der Forstoerwaltung 3 Oberförster und 23 Försterstellen neu eingerichtet. Der Grundflückoerkauftfonds ist für dieses Jahr von 1 4ti0 000 Mk. auf 4 Millionen erhöht worden. Die Verwaltung der direkten Steuern rechnet mit einer Erhöhung der Emkommensteuererträge um 5 Millionen. Die aus Anlaß des neuen Zolltarifs zur Personalvermehrung und zur befferen Ausbildung der technischen Steuerbe- «mten geplanten Maßnahmen kosten 3h Million. Bei der Neuverpachtung der Domänen hat sich wieder ein Minderertrag ergeben (172 000 Mk ), wenn die Domänenverwaltung gleichwohl auf einen Mehrüderschuß rechnet, ist dies aus die Vermehrung der Domänen und die erweiterte Eelbstbewirtschaftuiig zurückzuführen.
Dec Etrt der Bergverwaltung zeigt ein Minus von 41,'» Millionen Mark. Zum Teil ist dies begründet durch die steigenden Aufwendungen für den Weschulischen Bergwerksbesttz zum Teil durch eine Steigerung der Löhne.
Zur Verzinsung der Staatsschulden und Schuldentilgung find notwendig 1,394,000 Mk. Bei den eigentlichen Staatsverwaltungen erhöhen sich die dauernden Ausgaben um 221/» Millionen Mark. Bei Oberpräsidien und Regierungen sollen neu zur Anstellung gelangen 30 Räte, 150 Bureaubeamte, 25 Kanzlisten, der Affeffor- diätenfonds wird um 100 000 Mk. verstärkt, der Ostmarkensonds um 500,000 Mk. Die Ausgaben für Zivilpensionen sind um 2 Millionen in diesem einen Jahre gewachsen, die für die gesetzlichen Witwen- und Waisengeider um 1,200,000 Mark. Im Extraordinarium der Finanzverwaltung find vorgesehen 1 Rate
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Deutsches Reich