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Anreisen: Vie ein, fpaiti-e Petit)««« «dar deren Baum 16 psg. Keflamee die Petitzelle 25 pfg.; dei Wiederholungen wir» «ntfjw. Rabatt gewährt.
Druck end Verlag der Zeldaer Artiendrnckerei in Znlda (Qerwowie). Fernsprecher Nr. 9.
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^ulöa, Donnerstag, den 14. Januar 1904.
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Zunächst kam noch ein weiterer Reulina, der fre finnige Abg. Tr. Mugdan, der sich als Arzt für verpflicht t hält, dem Hause seine Meinung über die Wurrnkrankheit gleichfalls ausführlich vorzutragen. Dann wieder ein Neuling, der polnische Abg. Brejski, der die Klagen über die Wurmkrankheit mit Beschwerden der
Berlin, den 13. Januar 1904.
** Die „Reden des dentschen Kaisers" find ix englischer Uebertragung soeben von LongmanS Greene u. Co. in einem stattlichen, mit dem Reichsadler in Golddruck versehenen Band herausgegeben worden. Die Uebertragung rührt von Louis Elkind her und gibt den Wortlaut der Reden, Erlaffe, Telegramme und anderer Kundgebungen Kaiser Wilhelms in tadelloser Form.
** Die Reise des Kultusministers Dr. Stadt nach Weimar bietet der ,Nordd. Allg. Ztg/ abermals Anlaß zu einer offiziösen Erklärung, weil „geroiffe Blätter« sich darüber „immer noch nicht beruhigen können«. Trotz der am 5. Januar erfolgten „Richtigstellung" wollen diese Blätter wifsex, daß die Reise wegen des geplanten Zusammenschlusses der Sezessionen unternommen worden sei, daß über diesen Gegenstand eingehende Verhandlungen mit den maßgebenden Kressen in Weimar gepflogen worden seien, daß di- Reise ursprünglich für einen späteren
amtierenden Fraktions«Genossen Dr. Paasche zuzogen. Gegen l/*7 Uhr stieg noch der sozialdemokratische Abgeordnete Sachse auf die Tribüne, um durch fozialistische Kraftworte das erschlaffte Haus zu ermuntern. Es wurde jedoch leerer und leerer. Um 7 Uhr endlich war alles, sogar die Rednerliste, erschöpft.
Für morgen stehen die drei anderen Interpellationen auf der Tagesordnung. Anscheinend soll die ganze Woche hindurch nichts anderes mehr zur Beratung kommen.
Polen zu verbinden wußte. Darauf der preußische Handelsminister nochmals und Staatssekretär Posadowsky Beide regten die Auf- merksamkeü deS Hauses wieder an, waS auch dem folgenden Redner, Abg. Dr. Rügender^ (Zentrum), zustatten kam.
Aber dann war es nock» längst nicht zu Ende. Der nationalliberale Abgeordnete Becker, der tn Offenbach-Dieburg den Radau-Sozialisten Ulrich verdrängt hat, mußte seine Jungfernrede halten. Erzog so kräftig Register gegen die Sozialdemo-
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Redner immer weniger zu verstehen war. Sichtlich sehnte sich alles müde nach dem Schluß Aber der war so bald noch nicht
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Eine Novelle von 6. Pfaff.
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auf den zahlreichen Kircdtürmen, ober bi« Schneedecke auf den Dächern vermochten sie kaum leise zu lüften, ihr Schein hatte eine stark rötliche Färbung, ein Zeichen, daß strenge Kälte am Abend folgen werde. Aber die spärlichen Bitcke des südl chen Gestirn- hatte doch viele Menschen au8 allen Klaffen der Bevölkerung hinaus ins Freie gelockt, ganze Scharen zogen durch das Florentor und kehrten durch dasselbe in d-e Stadt znrück. Man ging nach der Kirche bet Kapuziner auf einer kleinen Anhöhe am südlichen Ende der Stabt, dort wo die schönste Weihnachtskrippe anSge- st llt, auf der heute zum ersten Male die hl. drei Könige eZchieneu. Wohlhabende Bürger, in wette, blaue Mäntel gehüllt, die sie nach Art einer römischen Toga zu tragen wußten, kamen des Weges. Sie hatten nach echt christlichem Brauche der Mittagskirche in in der Klosterkirche beigewohnt und waren nun im Begriffe, nach einem Weinhause zu gehen, um bei einem billigen aber guten Schoppen über Angelegenheiten deS Hauses und des Gewerbes ein Stündchen zu plaudern. Eixe kur e Strecke hinter den ernsten Männern ging eine Schar kleiner Mädchen; die Kinder sprachen rec6t eifrig mit einander.
„Aber Bübchen! Hast Du denn das liebe Jesu» ki.rd in der Krippe recht betrachtet?" fragte das eine der Kinder.
„Freilich," sagte da« andere; aber weißt Du auch, wer der Mann ist, der neben der Krippe stehl'?"
„DaS sollt ich nicht wissen? Ist ja der Seifige Joseph, der Pflegevater von Herrn JesuS, der ein Zimmermann war wie mein Vater; ich hab' ihn ja iu Hause auf dem Bildchen, das mir der Bruder Florian oben aus dem Allster geschenkt hat, als er das letzte Mal bei uns war.
„Euchen, was hast Du dem Schäfer auf seine Schippe gelegt, die er Einem Vorhalt?" fragte ein« andere unter den kleinen Kirchgäage-innen.
„Einen Dreier hab' ich gerpfert, das ist genug fit mich, xnb die Mutter hatte mir auch nicht mehr gegeben, als ich von Hanse weg ging; aber das große Rädchen, welches hinter nns her bmmt und das so
Die Ausführungen Hu88 veranlaßten den preußishen Handelsminister Möller, nochmals das Wort zu ergreifen, um insbesondere die Bergverwaltung zu v rteidigen, die an der Spitze aller Bergverwaltungen der Welt marschiere. Herr Möller versammelte wenigstens eine Anzahl Zuhörer vor sich. Diese verliefen sich aber rasch, als der Geh. Obermedizinalrat Prof. Dr. Kirchner sich vom medizinischen Standpunkte aus über die Krankheit verbrettete. Als Arzt sprach auch der Reichsparteiler Abg. Dr. Höffel. Dem nationalltberalen Abg. Wefiermann, ebenfalls ein Neuling, steht ein kräftiger Baß zur Verfügung. Seine Verteidigung der Grubenbesitzer vermochte jedoch je länger, je weniger das Haus zu feffeln. Die Unterhaltung wurde immer lauter, so daß der
ging eS heute sehr ruhig zu. Die wenigen Re- $er Debatte. SierungSvertreter, die mit dem Grasen PosaSowsky ,u erreichen und dem Minister Möller am Bundesratstische erschienen waren, wären sichtlich lieber and-rswo gewesen. Der fleißige Staatssekretär des Innern läßt sich wenigstens seine Aktenmappe nachbringen und arbeitet während der Sitzungen; die meisten ««deren stehen und drücken sich herum und denken vermutltch, wie viel beffer fie die Zett verwenden Lnnlen, wenn fie in ihrem Bureau säßen. DaS HauS hatte sich gegen gestern bedeuteno gelichtet, womü indessen nicht gesagt zu sein braucht, daß me meisten Reichsboten wieder abgeretst wären. Sie hielten fich nur nicht ständig im Saale auf. Die Tribünen waren gut besetzt, vielleicht w-il draußen schlechtes Wetter herrschte; jedenfalli nicht, «teil die Zuhörer sich für die Wurmkrankheit besonders interesfierten. Die Besprechung der Interpellation über diese Krankheit stand nämlich an erster Stelle auf der Tagesordnung.
Zunächst sprachen zwei A geordnete aus dem rheinisch-westfälischen Kohlengebiete, der Zentrumsabgeordnete Stötzel und der neugewählte Sozialdemokrat Hus. Beide sind unstrestig in der Materie wohlbewandert; beide find auch sehr ruhige Redner, die keine austegende Szenen Hervorrufen. Genosse Huv ließ es allerdings an agitatorischer Ausnutzung der Wurmkrankheit und an Ausfällen auf die Bergverwaltung, die etnen Ordnungsruf wohl verdient hätten, nicht fehlen, aber es fehlt seinem Vortrage das Leiden- i schastliche und Aufregende, was z. B. den Vortrag Bebels beherrscht, und so gingen auch seine scharfen Worte an dem Hause ziemlich spurlos I vorüber. Der Abg. Stötzel hatte zunächst die Aufgabe, das Zentrum gegen die von sozialdemo- kratischer Seite gekommenen üblichen Angriffe zu verteidigen. Er konnte fich dieser um so erfolgreicher entledigen, als das Verhalten des Zentrums » dieser Frage nicht den geringsten Anlaß zu vo.würsen gegeben ha». Weiter machte der Zentrumsredner eine Reihe von praktischen Vorschlägen, wie der Wurmkrankheit zu begegnen und eine wirtschaftliche und sonstige Schädigung der Arbeiter bei der Bekämpfung der Krankheit zu vermeiden fei
traten, daß einige seiner Freunde sich zu lautem Händeklatschen begeistert fühlten und sich dafür eine Rüge ihres gerade als Vizepräsidenten
Heilige drei Könige! DaS ist ein schöner Fest. Minen in den Winter fällt eS. wo man int Mauten Zimmer beim warmen Ofen fitzt und Bohnen- königs spielt; wer daS Stück Kucken mit der Bohne «hält, ist König. DaS ganze Jahr hinourch freut -ch die Jugend auf diesen Tag, um allen Glück zu wünschen, die Kaspar, Melchior ober Balthasar heißen; wenn eS deren viele gibt, so fallen auch die Epenr en für die Gratulanten reichlich au6. In Fulda war dieser Feiertag vor Seiten bat Knaben besonders lieb. Da vereinigten fich ihrer je drei, kleideten sich, so gut e« gehen wollte, ix morgeulän' bische Tracht, unb einer von ihnen nahm die Farbe «ixe* Mohren art. Auf einem Stocke trugen Re einen Stern von Goldpapier; wenn der Abend kam, gingen die drei Orientalen in die Häuser der Bürger wie der vornehmen Leute und fangen:
Drei Weisen wohlbekannt, Die zogen durch alle Land usw.
Dann wurde die Tür gciffnet, die jungen Sänger herein gerufen, mit Neujahrswecken, A.pseln und «ollnqfen von Den Housbewoynern beschenkt und freundlichst entlassen. Richt in allen Wohnungen fanden die Kernen Pilger diese Aufnahme, eS gab auch Falle, wo fie ihrem sonst so stemmen und sanften Benehmen ganz zuwider aus den Häusern mtt dem i Rufe sprangen: Am Armenhof! DiePllger waren zu einem Knicker gekommen
Tdr schlich- Tag war wieder erschienen, sein Jannarworgen brachte Saite und Duft, die Landschaft von Fulda trug da» volle weiße Gewand des ■ Winters, spät erst bra-t die Mittagssonne axS dem Gewölk hervor, chre Strahlen vergoldeten di« Kreuze I
Zeitpunkt geplant gewesen fei u. bergt Demgegenüber ist die.Nordd. Allg. Zig' zur bündigen Erklärung ermächtigt, baß alle biefe Angaben unwahr sind. Ob man ihr nun glauben wird?
* Die Stelle des zweiten Vizepräsidenten im Abgeordnetenhause wollen, wie aus der.Kreuzzeitung' heroorgeht, auch bie Konservativen wieder dem nat-lib. Aba. Dr. Krause überlassen.
* Die neue Kanalvorlage wird, wie bie ,R P. Ä/ erfahren haben will, vier Teile enthalten. Erster unb Hauptteil: Regulierung der Oder, Havel, Spree. Zweiter Teil: Großwasser- weg Berlin-Stettin. Dritter Teil: Eine anderweitige Stromregulierung. Vierter Teil: Der Mittellandkanal bis Hannover. Die,Poftt deutet diese Meldung geschwind dahin um, daß die Re- gulierungsvorlagen von bet eigentlichen Kanalvorlage getrennt und zum Gegenstände eines besonderen Gesetzentwurfs gemacht werden fallen. Sie begrüßt das ols ein weiteres dankenswertes Entgeg- nkommen gegenüber der Rechten des Ab- geordnetenhaufes, wobei fie durchbücken läßt, daß man die Regulierungsarbeiten rasch anlehnen oder verschleppen werde. Von der Trennung steht aber doch in der Meldung nichts.
• Das Gcherlsche Präneien-Lparsyftern wird von der,Rordd. Allg Ztg/ gegenüber den „Anfeindungen", bie es in einem Teile bet Presse gefunden hat, in Schutz genommen. Das offizielle Blatt weist darauf hin, daß das Spar- system in den beteiligten Ministerien eingehend geprüs worden fei, und bemerkt weiter: „DaS Ergebnis dieser Prüfung bestand in einer Reihe von Abänderungen durch die bisher vorhandene Bedenken b-seitiqt wurden. Im Einvernehmen mit Herrn Scherl hatte fich das Staatsmtnisterium imbefonbete dahin schlüssig gemacht, daß die Konzession zur Vornahme der mit dem Scherl- schen Sparsystem verbundenen Prämienoerlosung einem vom Vorstand des deutschen Sparkaffenverbandes vorgeschlagenen Komitee erteilt werden sollte. Der Vorstand des deutschen Sparkassen- verbandes hatte fich zu dem Scherlschen Spar- system gutachtlich geäußert und in einer außerordentlichen Tagung zu Berlin am 27. Juli 1903 mit Einstimmigkeit bie Billigung des Systems und seine Nützlichkeit für die deutschen Sparkassen ausgesprochen. Was schließlich die geplante Verbandszeitschrift ,Die Sprechstelle im Dienste des öffentlichen Lebens' anbetrifft, so wat durch die bestehenden Vereinbarungen bafür Sorge getragen worden, daß diese Wochenschrift zu einer Konkurrenz mit bestehenden Zeitungsunternehmungen nicht ausgebildet werden konnte. Obwohl die Staatsregierung von der Uneigen- nützigkeit und dem vom Interesse des Gemeinwohls geleiteten Motiven des Erfinders des Systems, Herrn Scherl, überzeugt ist — Herr Scherl hatte als zukünftiger Begründer der Spar- vermittelungs- Anstalt freiwillig eine Reihe von Verpflichtungen auf fich genommen, durch die ihm die Möglichkeit eigenen Gewinnes abge- chnitten wurde, ohne ihn von dem Risiko des Unternehmens zu befreien —, hat Herr Scherl wegen der gegen seinen Plan und feine Person
lange vor dem rinppchen knieie unb betete, hat ein großes Geldstück gegeben, ich hab' es selbst gesehen." Wenige Schritte hinter den Kindern ging wirklich das große Mädchen. ES war eine blühende Jungfrau von überaus sanften GefichiSzügen; ihr Gang, ihre ganze Hal ung verriet hohe Züchtigkeit ni d Bescheidenheit. Die Borübergehenden schienen daS Mädchen ebenso wenig zu kennen, als jene Kinder: das Fräulein chien auch wenig um die Vorübergehenden fich zu ürnmern und noch von der andächtigen Etiniwung durchdrungen zu fein, mit der sie vor der Krippe in der Klosterkirche getmet hatte. Sellen erhob fich ihr Blick, ihre Augen waren auf ein Buch mit Sajfian- rinband und silbernen Schließern gerichtet, daS fie in ihren Händen trug, welche Stauch« mit Otterpelz verbrämt gegen die Kälte schützten.
Am Florentore blieb bal Fräulein ein« Augenblick stehen
Ein alter Mütterchen, das sein« Kopk ix ein «nkleS Tuch gehüllt hatte, und ihr abgetragenes Mäntelchen recht an fich zog, um den empfindlichen Frost von fich ferne zu halten, trippelte daher.
„Seid Ihr eS nicht, Semmeriin?" sagte daS Mädchen, zu der ärmlich gekleideten Fran.
„Ei, Jungfer Röschen, fast hätte ich Sie nicht gekannt; aber so geht es, wenn man alt wird; daß Sie mich aber gleich wieder erkannt haben — hStt' S nicht gedacht. Wie kommen Sie denn hier her und was macht Ihre gute Frau Mutter?" sagte die Alte, her« Rede häufiger Pusten un:erbrach.
„Ich bin eben für einige Tage zu Besuch bei meiner Tante und da habe ich den Mittag benützt, nm zu den Kapuzinern zu gehen; Ihr wollt wohl auch hinauf gehen?"
„Ja," sagte die arme Frau, „waS kann man besseres tun, als dem lieben Herrgott danken, daß er Ewern ix der Armut so große Wohltäter betcheert; ich will eben sehen, da ich, w>«n die Herren die Vesper gefangen Haber, den Pater Hermann Joseph in bet P,ortenstub' tir.en Augenblick sprechen kann; mxß »ich viel tausend Mal bei ihm bebauten, er sorgt
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gerichteten Preßangriffe docy. gebeten, mit seiner Person bei der Verwirklichung des SparfystemS ausscheiden zu dürfe». Ungeachtet der Bedenk«, die dieser Bille im gegenwärtigen Stadium der Angelegenheit entgegenrtanden, wo die erforderlichen Verträge zur Sicherung bet rechtlichen Grundlage des Systems bereits abgeschlossen waren, ist Herr Scherl bei seiner Weigerung verblieben, hat aber gleich-eilig Mittel unb Wege angegeben, wie auch nach Ausscheiden seiner Person daS Prämiex-Sparsystem verwirklicht werden könne. Wie weit dies möglich fein wird, darüber schweben zur Zeit noch Verhandlungen, die jedenfalls einen Aufschub der zum 1. Januar 1905 geplant gewesenen Einführung des Prämien - SparsystemS verursachen werden." Da werden wir also abwarten müssen. Die Absicht aber, das Sparen mtt dem Lotteriespiel zu verbind«, zumal in der geplanten Form, bleibt immer äußerst bedenklich. Diese Grundlage des ganz« „Systems" soll doch offenbar nicht beseitigt werden.
* Unruhe« in Deutsch Südwestasrika Nach den neuesten beim Auswärtigen Amte in Berlin emgetroffenen Telegrammen eröffneten die Hereros durch Einschließung von Okahandja, durch Zerstörung der Eisenbahnbrücke bet Osona, etwa 5 Kilometer östlich von Okahandja, sowie durch Unterbrechung der Telegraphenoerbindung mit Windhoek dieFeindseligkeiten. Während ein letztes, aus Okahandja eingegangenes Telegramm auch die Telegraphenverbindung mtt Swakopmund als gefährdet hin stellt, wird uw- mittelbar darauf aus Swakopmund gemeldet, daß diese Verbindung ebenfalls unterbrochen ist. Ein Verstärkungslransport von 56 Mann Reservisten aus Swakopmund mit 2 Offizieren, 1 Arzt wurde sofort von Swakopmund nach Okahandja abgeschickt, bei Station Waldau aber an der Weiterfahrt verhindert, worauf ein Angriff auf Waldau erfolgt ist. Wegen der durch den Ernst der Lage sofort gebotenen Maßnahmen schweb« zwischen den beteiligten Ressorts Verhandlungen.
* Dresden, 13. Jcnuar 1904. Angesichts des Krimmitschauer Ausstandes beschloß der Ge- samtvorstand des Verbandes der sächsischen Industriellen in seiner gestrigen Sitzung b« Ausbau seiner Organisation dergestalt, daß neben der Zentralleituxg des Verbandes in Dresden in allen größeren Orten des Königreichs Sachs« die Mitglieder zu Ortsgruppen sich zusammex- schließen sollen, welche neben der Vertretung der industriellen Interessen in den Gemeinde-Angelegenheiten gleichzeitig den Charakter von Arbeit» geberoerbänden für die betreffenden Orte trag« und bei unberechtigter Arbeitseinstellung den sofortigen Zusammenschluß der Fabrikanten bewirk« sollen. An den kleineren Orten, wo die Voraussetzungen für die Bildung einer Ortsgruppe nicht gegeben find, sollen aus der Mit e der Ser« bandsmttgliederVer trauensmänner gewählt werden, die mit den benachbarten Ortsgruppen und untereinander in Fühlung bleiben und so ebenfalls in dem obenerwähnten Falle eine Verständigung und ein Zusammengehen der Fabr»kar ten veranlassen sollen.
für mich wie ein Sohn für seine Mutter unb bat mir in meiner schweren Krankbeit zwei Wohltäter verschafft, denen ich eS mit zu verdanken habe, daß ich hexte zum ersten Male wieder ausaehen kann, um ix der Kirche meine Andacht zu verrichten. Gehe doch nirgends lieber hin, als zu den Kapuzinern, feit Jahren b.x ich es gewohnt, und für die Leute in der Ohmgaffe bleibt es immer bie LieblingSkttche."
„Darf ich wohl fragen, tote jene beiden Wohltäter find?" fragte daS Mädchen.
„Ja, gülden Hirzkind! das dürst Ihr W ien: DaS eine ist Se. Hochw. Gnaden der Har Propst auf dem JohanneSbage und der andere sein Bett«,, der H.rr von Trmdseß, des Oberforstmeisters Sohn."
„D« Baron von Truchseß allo," fiel dass Mädchen ein, „ist daS so em gut« Herr, und feft Ihr vielleicht in seines Vaters Hause bekannt?"
„DaS nicht, schönstes Fräulein; früh« habe «| den adeligen Herrn gar nicht gelaunt, ab« tat vorigen Sommer ist der Pat« Bilari aus dem Kloster einmal dem Junker begegnet; fie find «ne Streike mitsammen gegangen und im Verläufe deS Gesprächs hat d« Har Pater dem Junker meine Rot unb Verlassenheit erzählt, so greift d« junge He« in die Tasche, gibt dem Ehrwürden einen Bier undzwanzig« für mich und sagt, « wolle noch mehr tun. DaS hat er nur xu gut gehalten; während meiner ganzen Krankheit, die bis zum Advent dauerte, ist mir jede Woche zweimal ein vollständiges Essen aus dcS Oberforstwe:sterS Hause geschickt mord«, und d« He« Baron ist mit sein« Frau Mult«, die eine so vornehme Dame ist, sogar in mein armseliges Stübchen gekommen. Ich kann Ihnen gar nicht lagen, wie mich die beiden getröstet haben. Ja der Baron Truchsefi ist ein fetter und herzensgut« Herr, er hat nichts von dem Stolze. Wie ihn sonst die Adeligen haben, und beim Fürsten gilt « sehr viel, wie mir gesagt worden ist; eS wird nicht lange dauern, so wird er adeliger Oberförster, unb d« Fräulein ist zu gratulieren, bte einen so bwwen Herrn zum Manne bekommt."