Maer
Zeitung
Monatrbeilage: „Zuldaer Geschichtsblätter"
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31. Jahrgang.
Sulöa, Freitag, den 8. Januar 1904.
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nach den ,Berl. Pol. 91/ auch der im vorigen
trfdKhtt rS-ttch. mit Ausnahme der $otm. »nb Zeiertage. viertel, fährt. vezugspreis «hne vrtagerloh« »ad VeßeLgeldin Zalda «ad auswärts 1 Btt. 50 pfg-
verantwortlicher rchriflleilerrZof.vaum,
u «'.k Wochenbeilage: „Illustrierte Sonntagszeitung
):( Die konservativen Gegner der Sojiakcform.
Der konservative Führer Graf Kanitz Hal in enter Rede, die er in Pr. Holland gehalten Hit, u. a. mitgeteilt, daß er die Interpellation über die Kündigung der Handelsverträge im Reichstage begründen und es dabei an der gehörigen Deutlichkeit nicht fehlen lasten werde Derselbe Graf Kanitz hat, wie wir gestern un seren Lesern mitteilten, eine öffentliche „Bitte an den Herrn Ministerpräsidenten und Reichskanzler", in der sieben Bedenken gegen den Mittelland kanal aufgeführt und die Verkuppelung des Kanalplanes mit einem Sozialisten oder Zucht hausüksetze fordert. Wenn wir diese letztere For derung auch nicht ganz ernst nehmen können, so ist doch die gegenwärtige Haltung der Konservativen ge;en die Re ierung recht beachtens wert. Sie würden wohl nicht so auftreten, wenn sie sic!) nicht einen bestimmten Ersolr davon oer- sprächen Es fräst sich nur: was wollen die Konservativen denn eigentlich? Glauben sie wirklich der Regierung zumuten zu können, eine neue Zuchthausvorlage einzubringen und im Falle ihrer Ablehnung den Reichstag aufzulösen? Sie wissen doch ganz genau, daß die Ablehnung sicher wäre und fie Neuwahlen keine dem Scharfmacher tum günstigere Mehrheit brächten. Wäre ein Zuchthaus-esetz ihnen also mehr als Vorwand zu Angriffen gegen die Regierung, so müßt n sie cs im letzten Grunde auf eine gewaltsame Aenderung des Wahlrechts, also den Staatsstreich abgesehen haben. Es wäre gut, wenn sie sich darüber einmal klipp und klar äußerlen. Der Reichskanzler hat ihnen ja schon er'lärt, daß er keine Mehrh it für ein Zucht- hausgesetz zu finden wiffe. Mögen sie ii^rn doch einmal fa,en, wie er sie schaffen könne.
Vielleicht hat die ganze Scharsmacherei in erster Linie auch nur den Zweck, die Sozial- reform zum Stillstand zu bring er?. Die Koi servasioen waren ja immer nur laue Freunde dieser Ref >rm. In der oben erwähnten Rede hat r.un Graf Kunitz laut erklärt, daß er mit der vom Reichskar zl r angekünttgien Fortführung der Sozialreform nicht einverstanden fei. Man solle endlich einmal ein halten mit dem Ausbau unfetet sozial polit scheu Gesetze. Jntbson bere verwais er den Plan einer Arbeilslosenver- ficherung „wegen der unausdlecklichen B-lastung der Arbeftg der." Ebenso mißfiel ihm, daß nach dem neuen Zolltarifgesetze ein Teil der Mehreinnahmen für die Witwen und Waisenversicherung „in Beschlag genommen" sei. Er hofft, daß es noch gelingen werde, diese Vor- schüst aus dem Gesetz: zu beseitigen. Da die Konservativen auch Gegner eines erweiterten Koalitionsrechtes und einer gesetzlichen Organisation der Arbeiter sind, so bleibt kaum ein sozialpolitischer Fortschritt übrig, mit dem sie einverstanden sein würden.
Was in aller West hat aber die Sozial- reform mit der Kanalvorlage zu tun? Vielleicht hofft man durch die Scharfmacherei die Regierung zur Bescheidenheit bei ihren Kanalplänen zu nötigen. Wenn die Konservativen sich sehr un
willig geberden wegen der Sozialpolitik im Reiche, so schüchtert das die preußische Regre^ung ein, so daß sie rnöüÜchst wenig Kanal fordert. Gral Kanitz beruft sich darauf, daß auf die Rot wendigkeit eineSZuchtha!lsgefetzes„vonhoherStelle" hingewieseu worden sei. Aber ist auf d.e Notwendigkeit des Mittellandkanals nicht von derselben Stelle hingewiesen worden? Daß d;e Regierung ihre parlamentarische Niederlage beim Zuchthausgesetze mit solchem Gleichmut ertragen habe, macht Graf Kanitz ihr zum Vorwwfe zund Frhr. v. Zedlitz stimmt ihm in der .Post' bei). Daß sie die Ablehnung der Kanalvorlage daS erste Mal nicht mit Gleichmut Hinnahmen, rechnen ihr aber die Konservativen heme noch als unverzeihliches Verbrechen an; und daß sie das zweite Mal die Kanalvorlage mit Gleichmut scheitern sah, haben fie ihr keineswegs übel genommen. Es scheint danach, daß nach ihrer Ansicht „von hoher Stelle" gewünschte Vorlage durch die Konservativen ungestraft verworfen werden dürfen, durch andere Parteien aber nicht. Jedenfalls können sie die Berufung auf die „hohe Stelle" für die Zuchthausvorlage nicht geltend machen, wenn sie dieselbe nicht auch für die Kanalnorlage gelten lassen wollen. Sie werden damit wohl auch bei bet Regierung viel Glück haben. Ob diese sich im übrigen, nicht ein-- schüchtern lassen werden wir ja nun bald sehen.
Wir finden es durchaus berechtigt, wenn sie in der Kanalfrage auf die Stimmung der Mehrheit des Landtages Rücksicht nimmt und nicht versucht, mit dem Kcpfe durch die Wand zu rennen oder sich für den Widerstand gegen ihre Pläne an einzelner; Parteien oder Abgeordneten zu rächen. Aber ebensogut we die Konservativen i iefe Rücksichtnahme verlangen, kann auch die Mehrheit des Reichstages und das dort ausfchlogtzebende Zentrum Rück sichtnahme fordern. E'n Zuchthausgesetz vorzu- lege. oder ie Sozialreform zum Stillstand zu bringen gegen den Willen dec Mehrheit, blos nur einer konservativen Minderheit zuliebe, wäre ein durchaus unbilliges Tun. Es könnte mich damit nicht gerechlfertigr werden, daß die Kon servättve.i auf diese 'Weise kanalfteundlich ge stimmt werden solle-. Die Sozialpolitik im Reichstage ist eine Sache für sich und die Kanalpolitik im preußischen Landtage ist ebenfalls eine Sache für sich. Jede muß unabhängig von der anderen aus sich selbst beurteilt werden. Das würde sicher auch Gras Kanitz saoen, wenn es dem Zentr. m oder den National- liberalen rinfallen wollte, zu erklären, das Hochwasserschutzgesetz dürfe erst bann im Landtage e nge 'iacht werden, wenn im Reichstage die Vorlage - üb r die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine und über die Arbeitskammern zur Annahme gelangt seien.
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schloffen habe. Na« ertläri Abg Thiele, der Antrag auf Unterbrechung de.- Verfahrens habe im Rerchsiaa nicht gestell! werden könnet!, we.l die Zustellung der Boilt'duna zum Termin erst in der Weihrach'.sfeier etfo'iie. Ader ehe der Termin zur Hauploerhandlung anbcraum! wurde, muß Herr Thiele dock schon verantwortlich vernommen sein, also erfahren Habers daß ein Strafverfahren gegen ihn schwebte. Somit wäre es seine Sach? gewesen, die Unterbrechung des Verfahrens beim Reichstag schon vor den Ferien zu beantragen und zu erwirken. Wenn Thiele eine Verletzung der Immunität annahm, so kalte er sich auf die Anklage nicht einlaffen und jede Erklärung in der Sache ablehnen müffer. Tas hat er nicht getan. Er stellte vielmehr nach dem Bericht des .Vorwärts' Beweisanträge. In dem Blatle heißt eS: »Zur Anklage stand ein am 24. Juni unter der Spitzmarke: „Das verbotene Morgenständchen" veröffentlichter Artikel, in dem mitgeteilt worden war, daß der Kastellan Meißner in einer gegen ihn stattgehabten Gerichtsverhandlung gesagt hatte, der Ob?r-Polizei- Jnspektur Weydemann haben den Kriegerver- e.n »Germania» bei der Nichtgenehmigung eines Morgenständchens für eben alten Krieger zurück- gesetzt. Meißner wurde s. Z. wegen Nichtamnel- dung des Ständchens mit 1 Jfc bestraft. Genosse Thiele beantragte nun, da er zu dem Termine doch nicht vorbereitet gewesen sei, den Kastellan Meißner als Zeuge zu laden, um feftstellen zu können, daß seitens des Herrn Weydemann der Kriegerverein „Germania", dessen Ehrenmitglied W. früher gewesen fei, nicht korrekt behandelt worden sei Das Gericht lehnte aber diesen, wie auch ar bere Beweis-Anträge ab. Nm der Belastungszeuge Weydemann, der durch den Artikel beleidigt fein sollte, wurde vernommen. Er sagte, die Polizei habe immer objektiv und korrekt gehandelt. Der Staatsanwalt beantragte dann gegen Thiele 14 Tage Gefängnis, und das Gericht erkannte auf einen Monat.
♦ Die .Post' hat wiederholt in polternde» Tor geborgt, daß gegen die sozialdeWokrati- schen Wuhlmänuer, die sich bei der Land- tagswah! im Steife Teltow so rüpelhaft be- nomaten harten, aus Grund des Groden-Unfug- Paragraphen eingeschritten werden sollten. I» .Teltower Kreisdlatt' wurde das Verlangen (allem Anschein nach vom Landrate v. Stuben- rauch) als aussichtslos bekämpft. Ze» t hat die ,Post' die Genugtuung, von dem Ersten Staatsanwalt die Mitteilung zu erhalten, „daß Ermittelungen darüber im Gange find, ob anläßlich der Nbgeordnetenwahl im Kreise Teltow am 20. November 1903 strafbare Handlungen vor gekommen sind".. Das Blatt ist entzückt und wünscht nun, daß auch in bezug auf andere gröbliche Wa lausschreitungen, z. B. in Vernon, Ermittelungen angestellt mütben, inwieweit Anlaß zu einer strafrechtlichen Sühne geboten sein würden. Strafe haben die Rüpel allerdings verdient. Wenn nur bei der Ermittelung im Teltower S eife etwas herauskommt! DaS Blatt erwartet dies allerdings bestimmt und stellt der Staatsanwaltichaft seine Augen- und Ohrerzeugen zur Verfügung.
Zahrc nicht zustande gekommene Entwurf eines Ausiührungsgesetzrs zu dem Reichsseuchen- oesetze gehören. Manche b-r in ter vorigen Session gegen den Entwarf geltend gemachten Bedenken sind in dem neuen Entwürfe beifid sichtigl worden. Weiter wird sich der Landtag, abgesehen von der großen wasserwirtschaftlichen Vorlage und der Eraänzung. des schlesischen Hochwasserschutzgesetzes auch noch mit anderen Vorlagen wasserwirtschaftlicher Natur zu beschäftigen haben. Es liegt in der Absicht, durch ein besonderes Besitz die rechtlichen Grundlagen für die dem Bedürfnis entsprechende Freilegung des Ueberschwimmungsgediets der Oder zu schaffen. Aber auch in den übrigen Flüssen rnd Strömen haben sich die geltenden gesetzlichen Bestimmungen über die Freihaltung der Hochwafferavflußgebiete als nicht mehr aus reichend erwiesen. In-besondere reicht die Bestimmung des § 1 des Deichoesetzes von, 31. Januar 1848 fc:e hierfür vornehmlich in Betracht kommt, fei >eswegs mehr aus, um das Entstehen von gefährlichen Hinderniffen des Hochwasser- adflusses mit Sicherheit zu verhüten Es wird' daher erforderlich sein, den Grundgedanken dieser gesetzlichen Vorschrift, wonach alle künstlichen Veränderungen des HochrvasserabflußgebieteK einer wasserpolizeilichen Genehmigung bedürfen, ent sprechend auszubilden, wie dies übrigens auch bereits in dem Entwürfe eines p'eußeschen WaffergefetzLs in Aussicht genommen war. Ein für das gesamte Staatsgebiet geltendes Gesetz über die Freihaltung der UeberschwemwungS- gebiete wird daher dem Landtage in oer nächsten Tagung "zugeh^n.
** Die Heeresverwaltung beabsichtigt, wie der ,Berl. Lokal-Anz/ berichtet, einen Teil der zur Heeresausrüstung erforderlichen Ma schinengewehre, die bisher ausschließlich von einer inländischen Privatfabrik geliefert worden sind, künftighin in eigener Regie Herstellen zu lasten. Es soll zu diesem Zwecke, in Angliederung an eine der bestehenden Milüärwerk- stätten, eine entsprechende Fabrikanlage errichtet werden lieber den Sitz dieses neuen Industrie .zwe.iM der Heeresverwaltung ist noch keine Bestimmung getrosten
)( Alterspräsidium des Abgeordnetenhauses. Da§ älteste Mitglied des neuen Abgeordnetenhauses, Dr. S zum an, hat auf die Ausübung des ihm ia t § 1 der Geschäftsordnung zustehenden Rechtes, bis zur Konstituierung des Hauses den Vorsitz zu führen, verzichtet. DaS Ami des Alterspräsidenten ist auf das im Lebensalter ihm am nässten stehende Mitglied, dem Nationaüiberalen Abg. Wilhelm Schaffner (4. Wiesbaden, Unterlahnkreis) Übertrags.
§ Hebet die zwangsweise Vorführung des Abgeordnete» Ad. Thiele in Halle zu einem Termin in feiner Straffachs werden jetzt im .Vorwärts' nähere Mitteilungen gemacht. Thiele weigerte sich, der Vorladung zum Termin zu folgen, unter Berufung auf Artikel 3, 1 der Reichsoerfaffung. Das Gericht beschloß auf Antrag des Staatsanwalts die zwangsweise Vorführung, da der Reichstag die Einstellung des Verfahrens für die Dauer der Session nicht be-
veutsches Reich-
Berlin, den 7. Januar 1904.
* Zu den gesetzgeberische« Ausgabe«
bevorstehenden Landtagstagung wird
sich das Dorf an dem östüchen Abh nge des Haselstein hin, zwei Herrenhäuser geben ihm ein stattliches Aussehen, und um bie freundliche Pfarrkirche ziehen sich, wie um ihren Mittelpunkt, die Höf der Bauen?, in deren Gärten der Kirschbaum zahlreich und besonders wohl gedecht und um Jod au ni b'el Besuch aus dec Nachbarschaft in den sonst stillen Ott zieht
An dem Mittage jenes Septembertages, den wir schon ofi erwähnt haben, bewegte sich aus dem Walde über die kleine Ebene nach dem Hssrlsteme hin em recht stattlich.r und lustigkr Zug. Es war die Jagd ges-llschaft, die ihr mühsames Tagewerk .vollendet batte und nun sich erquicken wollte. Da ritten auf edlen Reffen und lebensmüdkn Mähren die Jägers leute über den weichen, schwellenden Rasen, das Gewehr über die Schulter gehängt. Der eine sang ein lustiges Waidmannslied, der andere pfiff einen fröhlichen Trill'r, ein dritter blatete, als wenn er das Reh aus dem Dickichr locken wollte. Zu Fuß neben und hinter de-^ Reitern gingen die Jägerburschen und Ehrten Sie zahlreiche Meute ter ermatteten Hunde. E uer von den Rüden fehlte, der Feldmann des Wildmeisters von Haselstein, aber auch von den Jagdgenoffen sohlte einer, der Oberamtmann von B. Zwe mit je vier kräftigen Pferden bespannte Bauernwagen surrte,» die Beute des heutigen Tages; fie war stolz und reich, obenauf der Keuler mit Eichenlaub und Fichtenzw igen geschmückt, das Siegeszeichen des Wlldmeifier?, der ernst und schweigsam hinter dem Zuge ritt und diffen Augenbiauen einen furchtbaren Sturm verkündeten. Jetzt nahm einer der Reiter, und wohl der jüngste von ihnen, fein Hüfthorn und begann s-in schönstes Siädiein zu blff-n, es schmetterte so luftig durch die Waldland schüft.
„Ra, da» ist recht; so tut der Herr Leopold uns wieder den Gefallen. Ja. n er n -ch ihr. blasen bö-e:
„Schönstes Hiiscklew üver die ließen, Horst du nicht den Jäger blasen"
Haselstein, auch ein Bmberq des Rhöngebirges. Aus einet kleinen vom frischen Giün der Wesen bedeckten, ringsum vom herrlichsten Hochwald eingr- schttfftnen Ebene erhebt sich frei und küb» jener Felsen, dessen Anblick den ganz ermüdeten Wanderer auimuntert, seine Kräfte zu sammeln und den Bergkegel zu ersteigen. Buch n und Ahorn vom üppigsten Wüchse drängen fich zwischen seinen Basattstettren hervor und von den kräftigen Waldläumen geschätzt, gedeiht bescheiden die wohlschmeckende Hasemutz und die Bozelkirsche. Von der Spitze des Berges blicken die Burgtrümmer von Haselstein ernst und trotzig in die Lar dschaft nieder, ein unrergleichlicher Anblick! Ein runder Warttnrm auf der Felsenspitze ist noch wohl erhalten, Turmfalke und Habicht ziehen um den feiben ihre kühre» Kreise und daS Käuzchen läßt in rem Gemäuer feine unheimliche Musik zur Nachtzeit ertönen. Noch mögen die Geist r Ottv's rnd Gerlach's von Haselstein — gefürchtete Raubritter — in dem zerfallenden Mauerwerk umgehen und sich dem Auge zeigen, das an solchen Spuk gewöhnt ist; m S find sie bei dem Besuche des Berber ebenso wenig regegnet, als die geisterhaften Gestalt! n neckischer Burgftäuein. Aber freundliche Kinder, redselige und muntere Mädchen sahen wir den schattenreichen Weg hinab- eilen, der zum Torfe, welches am BcrgeSabharge liegt, führt; eS waren die Töchter les Försters im Dorfe. Ob die Fräulein wohl gewußt habe», daß schön RöSch-n einst im elterlichen Hause wahrte, glaub' es schwerlich, sonst hättc die Eine jener Watd- sräulein gewiß deS WildmeisterS Tochter in den artigen Gedichten btiuiten, welche ans der Feder dieser jungen D ch llin gifloffen fin\ ff Recht friedlich streck
ff Tie junge Dichterin war Amalie Denner, Tochter dee kuriafsischeu R-viettörfieiK Derrer zu H eselstein. Sie war ’päiei verhe ratet an d n Ob-r- sörster Kctkhvf in Geisfeld. Tort liegt fie arch begraben.
Wil-meisterr Röschen.
Sine Novelle von C Pfaff.
6 ------ (Nachdruck verboten.)
W°r beschreibt die Berber Seit des Mundkoches, die -vehmüiigen Klagen, welche er geg.it die herdei- geeitten Forstleute aussprach, denen es Mühe kostete, ein ernstes G«ficht zu behalten und hm Kochkünstler ihre Teil ahme an seinem Unglücke auSzudrücken. Der sorgfältig zubereite e Bogel sollte die Zierde deS Frühstücks für die Herren in der ersten Hütte sei», und nun war diese Hoffnung schnöde vernichtet.
Die übrigen Bestandteile des Fcühmahles wurden jetzt den Herrschaften und dem Jagdgefolge serviert, es fiel immer reichttch aus; vortrefflich mundete den Forstmännern, die schon ftüa und in der empfindlichen Morgenkühle aufgebioch-n waren, der warme Wein. Auch die Treiber und Waidschützen erhielten ihren Anteil an dem Frühstück und einen tüchtigen Trunk anS den Beträten bei fürstlichen Kellers
Rach Beendigu g deS Imbisses und nachdem die Geschicklichkeit Buche^thal« volle Anerkennung und reichliches Lov geerntet hatte, so daß der Schmer; über den von Feldmann verübten Raub in her Brust bei KochkiiustlerS sich etwas legte, wurde bie Jaad fortgesetzt. Unter dem Olmensteine, wo eine herrliche Eichelmast zu finden war, hauste «in Keuler, den man bis zu diesem Tage gehegt batie. Die Aufgabe, dieses Wild kunstgerewt abzufangen, war der Glanzpunkt des heutigen Festes, und der W.Ibme ster von Haselste-. ö e w q<n von dem Fürsten übertragene Aufgabe m.t gewvhnler Meisterschaft und unter dem lautesten Jubelruse der ganzen Jagdgesellschaft.
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Z > den schönsten Punkren bei an landschaftlichen Schönheiten so reichen Fu'daer Landes gehört der
dann freue ich mich aus ganzer Seele, daß ich eie Jäger bin; aber wie der Leopold einer geworden ist, das muß er Euch erzählen, meine Herren, wenn sei» Stückchen zu Ende ist," sagte der Redicrjäger vm» Schwarzvach zu ferner Umgebung.
Die letzten Klänge aus dem Home des ;ung« , Mannes verhallten.
„Ist eS denn eine so merkwürdige Geschichte, wie Ihr znm Handwerk gekommen seid, Leopold? Wen» dem io st, erzählet einmal, bin auch neugierig daraus, und wir können die Pferde langsam gehen lasse», denn wir kommen doch noch zu rechter Zeit an; Sr. hcchfürstlicheu G-aden, die uns vorautgeeilt sind, kleiden sich erst um", bemerkte der Oberförster Ha» wann von Dammersbach.
„Wenn die Herren erlauben, will ich erzählen, wie ich ein Jäger geworden bin", begann der geschickte Horrblöser. Sie wissen, daß unsere Familie ntnt schon in der dritten Generation das Wlldweisteramt tu Uttrichshausen hat. Da wollte aber «m meta Baier haben, eS sollte kein.'s von »ns Kindern Jager weiden. .Leopold", fag'e mein Vater, „Du mußt geistlich werden, und wenn ch Dich zum erste« Male Gloria in excelsis fingen höre, so wird eS der sek»- dißsti Tag meines LebmS fein, dann soll eS ein Fest in meinem Haufe geben, tote UttrichShaulen noch keines gffchen hat." Ich war damals in Hawmelburg tat den Franziskanern auf dem Ghmnastuw, und oh« mich rüdmei! zu wollen, immer unter den Erste« i» der Klasse. Wie ich nun die Poetik und Rhetorik absolviert h.ttte, — sind nur gerade sünf Iahte '.er — und ich tarn nach Hause und brachte meinem Later daS schöne Zeugnis, welchem mr uns r Direktor, tat gute Pater Bonifatius, auSgestelk hatte .. ."
.Hob Vas Zeugnis gelesen: optimae spei juvenia wurdet Ihr dann genannt", muerbrach der Schwarze dacher, der auch noch eiwos Lat. in übrig halte, ta» jungen Mo»«.
(Forttetzung folgt.)