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moeotsbeuegt: „Zuldaer Seschichtsblätter"
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Druck und Verlag de» Zuldaer Actiendruckerei in fiulda (Harmonie). Fernsprecher Nr. 9.
8ulöa, Donnerstag, den 7. Januar 1904.
31. Jahrgang.
Deutscher Reich.
Berlin, den 6. Januar 1904.
* Der neue RuutiuS in Münchens Für den nach Siffabcn versetzten päpstlichen NunliuS Macchi wurde Monsignore Taputo zum Nuntius in München ernannt. Der neue Stellvertreter de« hl. Vater« wurde im Jahre 1843 in Neapel geboren, wo er auch studierte. 1876 wurde er nach Rom betufen in die Kongregation für außerordentliche ttrchlicke Angelegenheiten. Leo XIII. sandte ihn 1881 nach Wien als Ablegat zur Ueberbringunq des KardinalsbirettS «n den damaligen Nuntius Zwei Jahre später wurde er zum Bischof von Manopoli geweiht. Diese Diözese vertauschte er 1886 mit der von Aversa. Dieser stand er bis zum Jahre 1898 vor, als ihn der hl. Vater wieder in seine Nähe berief und ihm die Kanonikerwürde von St Maria Maggiore übertrug. AlSdann wurde er in einer wichtigen Mission nach Altamura (Provinz Bari) gesandt, um daselbst eine zwischen der Zivil- und kirchlichen Behörde entstandene Differenz zu schlichten. Es gelang ihm auch zur Zufriedenheit des hl. Stuhles Wandel zu schaffen. Monsignore Caputo ist bereit« in Rom eingetroffen, um sich zur Verfügung der StaatSfekretarie zu stellen. Er b herrscht die französisch Sprache voll- kommen und hat mit der Erlernung des Deutschen begonnen.
* Die Handelsvertrag-Verhandlungen zwischen Deutschland und Italien, deren Beginn schon für den 4. Januar in Aussicht genommen war, haben sich durch persönliche Dispositionen der Unterhändler verzögert und werden erst Ende dieser Woche in Rom ausgenommen werden. Die deutschen Bevollmächtigten wer'en voraussichtlich morgen nach Rom “ab* reffen. Wie der,Berl. Börsen-Kourier' hört, find dieselben Herren, welche die Verhandlungen mit Rußland zu pflegen hatten, zu den Verhandlungen in Rom entsandt worden. Es werden daher die Verhandlungen mit Rußland frühestens anfangs Februar wieder ausgenommen werden können. Die Meldung jedoch, daß die Verhandlungen auf unbestimmte Zeit vertagt feien und zunächst versucht werde« soll, gewisse Schwierigkeiten auf diplomatischem Wege zu heben,' sei durchaus unbegründet. Die Zeitschrift »Rußland und Deutschland' schildert Stand der Dinge als sehr ungünstig. Die 'm Berlin geführten Verhandlungen hätten den Handelsvertrag nickt im Geringsten näher an's Ziel gerückt. Die neuen Zollsätze seien dabei gar nicht gelesen worden. Es sei wenig Aus. ficht aus Verständigung, wenn Deutschland nicht in bezug auf die Mindestzölle, die Industrie- kartelle und die veterinären Fragen u.s.w. den russische« Forderungen entgegenkomme. Diese Meldungen kommen allerdings von intereffierter
rassischer Seite und verdienen nicht ohne weite-es Glauben. Ste wird denn auch non verschiedene» Seiten eit der Versicherung, die Verhandlu gen würden nach den ruff lchen Fasten Ende Januar oder Anfang Februar wieder ausgenommen werden.
* Die Veranstaltung einer Sammlung deutscher Volkslieder hatte bekanntlich der Kaiser auf dem Frankfurter Gesangsweltstreite der Männervereine in Aussicht gestellt. Nachdem nun, so schreibt die .Norddeutsche Allgemeine Zestung', die vorbereitenden Schritte geschehen find, ist zur Durchführung der Aufgabe neuerdings von Allerhöchster Stelle die geeignete Organisation geschaffen worden. Sie besteht aus einer Arbeitskommission und aus einer größeren beratenden Kommission. Neben deutschen und niederländischen Volksliedern sollen auch steirische, Tiroler und sonstige österreichische sowie deutsch-schweizerische Volkslieder in der Sammlung Ausnahme finden. Beide Komisfionen stehen unter dem Vorfitze des Wirklichen Geheimen Rats D. Dr. Freiherrn Rochus von Liltencron zu Schleswig.
die Arbeilskommisston find außer ihm der Musikdirektor Ferdinand Hummel zu Berlin, der Professor der Musikgeschichte an der Berliner Universität Dr. Max Friedländer, der Oberlehrer Professor Dr. Johannes Bolte zu Berlin und der Direktor der Berliner Singakademie Professor Georg Schumann berufen. Der großen, beratenden Kommission gehören außer dem Borsitzenden an: der Kovellmeifter Dr Franz Beier in Kassel, der Hosmusttdireklor M. ClaruS in Braunschweig, der Professor Max Fleisch in Frankfurt a M. -der Professor Dr. Foerstler in Stuttgart, der Komponist Dr. Fri drich Hegar in Fluntern-Zürich, der Tbormeister deS Männergesangoereins »Schubenbund' Adolf Kirchl in Wien, der Komponist Thomas Koschat in Wien, der Musikdirektor Felix Krakamp in Bonn, der Lhoimeister des Wiener Männergesangverein« Eduard Kremser in Wien, der Univerfitätrproftflor Dr. Hermann Kretschmarin Leipzig, der Professor Arnold Krug in Hamburg, der General i. 1» suite des Kaisers, Generalmajor Graf Kuno von Moltke, der Professor Siegfried OchS in Berlin, der Generalintendant der königlichen Hofmufik in München Frhr. von Perfall, der vortragende Rat im Ministerium der geistlichen usw. Angelegenheiten Geheime OberrrgterungSrat Dr. Friedrich Schmidt, der Professor Felix Schmidt in Be Im, der Professor Dr. Bernhard Scholz in Frankfurt a. M., der Generalmusikdirektor Geheime Hofrat Ernst von Schuch in Dresden, der Professor Joseph Schwarz in Köln, der Professor Hans Sitt in Leipzig, der Gymnasialdirektor Dr. Thouret in Friedenau und der Professor Dr. Fritz Bolbach in Mainz.
Der Zusammentritt beider Kommissionen steht unmittelbar bevor. — Wir haben bekanntlich schon zahlreiche und reichhaltige Sammlungen von Volksliedern; man darf gespannt sein, ob die neuen Kommissionen uns besseres liefern werden.
*, lieber die fortwährenden Uniform anberungeu im deutschen Heere wird in den Blättern aller Parteien lebhaft Klage geführt; mehr «IS 30 Abänderungen sollen in den letzten Jahren eingeführt worden sein, die zum Teil recht ansehnliche Forderungen an den Geldbeutel der Offiziere stellten und vielfach keinen praktischen Wert hatten. Es muß wohl etwas mehr als die bloße Sucht zu nörgeln, hinter diesen Klagen stecken, denn sogar die »Kreuz- zeilnng' spricht jetzt, wenngleich möglichst
legonem und zurückhaltend und unter Warnung vor Uebetinnbung'en, ihre Unzufriedenheit mit bcn vielen Neuerungen an den Militär Uniformen au§. Man habe fich nicht auf Seibefferungen in kriegsmäßigem Sinne beschränk!, sondern es feien auch Uniformstücke und Abzeichen eingeführl worden, die dem äußeren Putz dienten, im Kriege zum Teil schädlich wirkten und den Geldbeutel de« jüngeren und ärmeren Offiziers derart belasteten, daß diejenigen schwach bemittelten Gesellschastsschichten, die bisher den Stamm unsere« ausgezeichneten Offizierersotzes lieferten, zu zagen begännen. Die Offiziere der Reserve und der Landwehr lüten unter den Aenderungen fast noch mehr als die Linienoffiztere, denn die Formel, daß die bisherigen Uniformstücke auf getragen werden können, finde auf sie so gut wie gar keine Anwendung. Bis zur wirtlichen Abnutzung könnten ste veraltete Uniformen niemals tragen.
§ Die .Welt am Montag' hatte behauptet, von vertrauenswürdiger Seiie zu wissen, der Kaiser habe unmittelbar rach Bekanntwerden der Nachricht, daß sich in Weimar eine neue Künst- lervereirrigurig der Moderne« unter dem Protektorate des Großherzogs gebildet habe, dem preußischen Kultusminister dorthin entsandt, um vor dem Großhsrzog dahin vorstellig zu werden, daß von dem Plane Abstand genommen werde. Der Großherzog habe sich dem Minister gegenüber in sehr kräftigen Worten gegen jede Einmischung in seine Bestrebungen nachdrücklichst verwahrt. Die ,Nordd. Allg. Ztg' ist zu der Erklärung ermächtigt, daß die gesamte Darstellung der .Welt am Montag' aus Erfindung beruht. Demgegenüber bemerkt die ,Nat. Ztg.', daß der Kultusminister Dr. Studt in Begleitung deS Dezernenten für die Kunstangelegenheiten, Geh. Oberregierungsrat Schmidt, allerdings nicht nach der Begründung des „Deutschen Künstler- bundes", aber einige Tage voiher tatsächlich in Weimar gewesen ist und milden maßgebenden Persönlichkeiten der thüringischen Residenz über den in Aussicht genommenen Zusammenschluß der Sezessionen eingehend Rücksprache genommen hat.
* Die geheime« Kovfere«ze« in Halle, über welche die .Saale-Ztg.' vor geraumer Zeit fich in mystischen Andeutungen erging, und von denen sie fich den Beginn der erfolgreichen Bekämpfung der Sozialdemokratie versprach, haben jetzt zur Gründung eines „ReichsverbandeS gegen die Sozialdemokratie" geführt, an dessen Spitze der Generalleutnant j. D. Siebert fleht, der frühere Gouverneur von Deutsch Ostafrika. Der Jahresbeitrag ist auf eine Mark bemessen. — Mir müssen gestehen, daß wir diesem Unternehmen sehr skeptisch gegenüberstehen und sehr wenig davon erwarten. — Dir fozialdemo- kratische Presse veröffentlicht eine Liste von einigen dreißig Namen, deren Träger den „vorläufigen geschäftsführenden Ausschuß" bilden. Cs find Mitglieder der konservativen, freikonfervativen und nationalliberalen Partei. Der .Vorwärts' fragt bo-hast, ob der geschästsführende Ausschuß seins Vereinsgründung auch der zuständigen Behörde angezeigt und feine Statuten usw. über
mittelt bähe. Er hat „die Hüter der Gesetze gegen >u umstürzlerische Sozialdemokratie ein wenig un Verdacht, daß ft? ihre tobefame Tätigkeit mit Gesetzwidrigkeiten emleiren". Da kann er schon recht hoben. Die .Deutsche Tagesztg.' hält nicht viel von dem „Reichsoerdand", meint aber, die Sozialdemokratie scheine thn zu fürchten, sonst würde sie nicht immer wieder Enthüllungen über ibn machen. Daß sie ihn fürchtet, glauben wir nicht. Sie redet von de« „Reichsoerdand" immer wieder, weil ihr daS ein brauchbarer Agitation«stoss zu sein scheint.
", Der Abg. Dr. Szvma« (Pole) soll der,Praca'zuso!ge aus dem Bureau des preußischen Landtag« die Aufforderung erhalten haben, alS Alterspräsident den Landtag zu eröffnen. Die .Praca' meint dazu, .,eS fei selbstverständlich (?). daß der Abg. Szuman verzichten (!!) werde, da diese Funktion eigentlich nur ein Mitglied der Regierungspartei vornehmen könne. Falls Dr. Szuman fich dieser Fraktion aber unterziehe, so könne es höchsten« zu dem Zwecke geschehen, um dreist den Wunsch zu äußern, daß der Landtag in feiner künftigen Sesfion nicht nur keine antipolnischen Gesetze beschließen, sondern alle frühere Ausnahmegesetze aushrben und in den Weg der Politik der Gerechtigkeit einlenken werden. Einzig zu diesem Vorbehalt könnte ein polnischer Abgeordneter als AtterSoräfident auf treten und in diesem Sinne redend ein Hoch auf die Verfassung aus- bringen.“ Warten wir ab, ob Herr Szuman ablehnen oder „dreist den Wunsch äußern" wird, den chm die .Praca' in den Mund legen möchte. Es ist bei uns nicht Üblich, daß die Alterspräsidenten politische Programmreden galten oder ein Phrasenschwall los lassen, wie in Frankreich. Herr Szuman würde, wenn et die Mode einführen wollte, nur auf lebhafte Proteste stoßen ohne den Polen etwas qenützr zu haben, thtf der Aenßermtg der ,Praca' ersteht man wieder einmal, wie weit die Verhetzung der Polen ge trieben wird
* A«f dem sechste« allgemeine« Poft- kovgretz, der in Rom am 21. April d. I». statifiadet, werden auch die bisher dem Weltpostverein noch nicht angehörenden Staaten China, Afghanistan, Marokko und Abessynien durch Delegierte eertreten sein. Aus der großen Zahl der Beratungsgegenstände find zu erwähnen: die Handhabung des postalischen Verkehrs von Briefen und Paketen mit Wertangabe, von Postausträgen und Zeitungsbestellungen. Es wird eine nach einheitlichen Grundsätzen durchzusührende Behandlung der Dienstsachen angestrebt. Als Vev- handlungsfprache für bte Dauer des Kongresses und für die Führung deS Protokolls usw. ist das Französische gewählt worden.
8 Ffir Zollstr eitigkcite« i» Frankreich, namentlich für solche, bei denen es sich um Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Importeur und der französischen Zollbehörde übet die Art und Beschaffenheit, den Wert ober Ursprung der Ware handelt, besteht daS sogen. Sachverstän- digen-Veffahren (txpeiiiee legale). In derartigen Fällen wird dem Importeur eine Liste von Sachverständigen mügeteilt, aus denen der Importeur
Statut erhielte tote der Wolfmater, von dem ich früher, als er noch in der Lehre wer, auch nicht viel Erb u- liche4 gehört habe."
So plauderten die beiden Wachmänner, von betten der Revierjäger unterdessen einen kleinen Imbiß aus der Jagdtasche hervorgeholt hatte und eben den Pfropfen von seiner Jagdflasche löste, um auch einen Schluck zu tun; daS Frühstück aus der fürstlichen Küche ließ etwa« lauge auf fich »arten.
Au dem einen Ende der lichten Waldstelle, wo die Jäger saßen, befand fich in dem Boden eine kleine Berti sung; früher mochte eine Kölflerhütte da geständen haben, die aber eingelegt war; jetzt machte« nur die Bauernjungen, wenn sie mit dem Bieh zn- w ilen auf der Waldblöße hüteten, fich ein Feuer in der Bertiefung an und konnten zuverlässig auf eine tüchtige Tracht Prügel rechnen, fall« sie der Oberförster von Dammersbach ober einer feiner Wald- schütze« in ihrem Bivak überraschte. Heute loderte in der ÄuShöhlung ein lustiges Feuer, drei Baumstämme teuren darüber zusammengestellt, von denen an eiserner Kette ett\ Kessel herabhing, den d e Flammen recht freundlich beleckten, und dessen Inhalt einen überaus würzigen Drft verbreitete. Mehrere Flasckeu lagen in der Nähe auf dem Boden mtd streckten fchelmffch ihre roten Siegelköpfe aus de» Riedgrase und den Farrenkräutern hervor. Aus einem Sandsteine neben der Bertiesuua war eine Nummer d«S „Journals von und für Deutschland') hingebreiet, ein recht schmackhaft ans sehender gebratener Kapaun prangte auf dem fleckenreichen Papiere; verschiedene andere Eßwaren vetvollständ gten dieses Bild eines böchst onzieh-nden Stilllebens. Um das Feuer bewegte sich mit großer Geschäftigkeit und viele» Anstande ein Mann, der fich über sein Embonpoint zu fieuen schien. Er trug eine weiße Zipfelmütze, und auch
’) lieber das »Journal von und für Deutschland' siehe „Fuldaer GeschichlSUatter". 1. Jahrgang. S. 41.
darüber m inen Rat einholen. Nun, Euch darf ich es sagen, hab' ja nieMalS ein Hehl gegen Euch gehabt und zumal da Ihr ein so guter Bekannter vom Hffelstemer seid. Da ist ein Forstgehilfe beim alten Bogel in Schleid, der Wolf maier, ein junger Geck, dessen Jägetbrief nicht einmal ganz in Ordnung ist, aber et kann ein par Kreuzer sehen lassen und steigt einher wie ein ReichSgrsf, der geht dem Röschen zu Gefallen und hat fich bei dem Alten n Haselstein so eingeschmeichelt, daß dieser meint, sein Kind könne ihr Glück nicht besser machen, als wenn sie einmal den grünen Jungen nehme, der sich jetzt schon mehr dünkt, als ein Revierjäger, obschon er immer noch drei ober vier Jahr warten kann, b s er es vozn bringt, wenn er nicht etwa Ptobsteijiiger in Holzkirchen wird, wozu er Aussicht haben soll. DaS Mädchen klagte mir nm ihr Leid, wie sie ar. dem zudringlichen Menschen kein große» Gefallen habe, ihr Baler aber ost schelte, daß sie gegen den „wackeren, jungen Mann", so nennt er bett Wolfmaier, unfreundlich sei; ein Baron oder ein Hofrat komme nicht nach Haselstein und werde um sie freien. So und ähnliche Reden führt der alte Brummbär, und da fragte mich das Mädchen, waS ich ihr dazu rate "
„Nun, was habt ihr denn für einen Rat erteilt?" fiel Kaufholz ein.
„Ich hab' Ihr Karen Wein eingeschenkt; laß von dem Lassen, hab' ich gesagt, er ist deiner nicht wert; e« gibt roch rechtschaffene Männer genug von bürgerlichem Herkommen, die froh sein werden, wenn sie deine Hand bekommen. Ich habe da« Mädchen nicht weiter betrüben wollen, sonst hätte ich ihr erzählt, tote der Herr Wolfmeier überall Händel anföngt; vor acht Tagen erst ist er beim Scheibenschießen in Botten tüchtig aulgeklopft worden. Wenn Ihr einmal mit dem Hasel einer zusammen kommt, könnt Ihr ihm auch einreden, denn et hält ein großes Stück auf Such."
„Will eS tun," sagte Saufholz, „denn es sollte mir sehr leid fein, wenn das gute Röschen einen
seine fiirige ebenso zweckmäßige a S saubere Kleidung hotte die weife Farbe. Wtr den Manu ia der Kalb- wndschost sah, seine geschästtge Tätigkeit, die WLrtie aller seiner Bewegungen, daS geheimnisvolle Schwei- gen, welche« er beobachtete und nur zuweilen unfreiwillig durch ein heftiger Pusten und Keuchen unterbrach, hervorgerufen vom cu,wirbelnde» Rauche dos Feuers, fürwahr ter wäre versucht Worten, ihn fit einen Ao über er zu hallen. Ein Altertümler mit lebhafter Phcuiafie hätte mindestens geglaubt, du« Priester der Druiden vor fich zu sehen, welcher die Zurüstungen zur Opferfeier im heilige» Harne betrieb. Ach nichts von allem de«; jener Geschäftige toar ein sehr nüchterner und prosaischer Mann ohne alle Romantik, er kannte nicht einmal den „Sigteart", bei vielgelesensteu sauersüßesten Roman seiner Zeit; aber welche die besten Saucen seien und wie «an eiee Hammelsk,ule auf daS Täuschendste ä la Wildpnt zubereite, das wußte jener geheimnisvolle Zauberer. Es war der kürstliche Mundloch Anton Bucheu- that,ff der aut der ganzen Höhe seiner Kunst stand, unverwandten Blicke« ihre Fortschritte verfolgte und fich zu eigen wackle. Der Mundkoch toar eben bemüht, feinem fürstlichen Herrn und den JagdgSsten das Frübstück zu bereiten. Jetzt trat er an das Feuer und henke le den Kessel, w-lcher darüber hig, ab, um ihn bei Seite zu setze«. Mit einer Keinermiene, die keine Feder beschreibt, tffnete er den Deckel de» Gesäße« und kostete mittelst eine« hölzernen Löffett
ff In den 90er Jahren deS 18. Jahrhunde« bestand das Personal der fürstlichen Hofküche aus de» Hofküchenvertoalter Jos. Höf le, (er wohnte in der NonncngaffeRr. 11), dem Hofküchenmeister Änt. Ritzel und den Mund- und Hofköchen Straub. Buchenthal, Weiß. Helder, (letzterer »ar der Schwiegersohn de» Malers Andreas Herrleiu) Franz und Ignaz Za hu. Da«« tauen, noch einige Küchenjungen und Küch nmägde.
Wilömeifters Röschen.
Sine Novelle von C. Pfaff.
4 --; (Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung au« dem zweiten Blatt.)
„Ja, es ist ebi strenger Mann, aber dabei eine ebrnche Seele; da« Merkwürdigste ist, daß der rauhe Mann eine Tochter hat wie eht Engel ; ein so schönes und gut« Mädch-n wie de« «ildmeisters Rüschen findet man im Fuldaer Ländchen nicht wieder, und wenn man von einem Ende bis zum andern geht," sagte der Wildmeister von Marbach.
„Das ist wahr," erwiderte der Revierjäger; „ach, ich denke noch baraa, wie vor sechs Jahren auf weißen Somttag da» Kind zum ersten Male zum Tische deS Herrn ging, da hatte mich der Lite eingeladen, well «eine Fran bte Patin vom Röschen ist, und da hab' ich geglaubt, ich sehe einen Engel, so lieblich und uusckuldig kam mir daS MLdch n vor. Damals hat der Wildmeister, an dem ich sonst mein Lebtag noch sei» nasse» Auge gesehen habe, geweint wie ein Kind. Wenn nur der Himmel dem Mädchen auch einen recht braven Mann beschert, denn fie verdient es toirllich; die armen Leute im Dorfe und der ganzen Umgegend könn« nicht Gutes genug von ihr erzählen. Wenn 5™ «rmeS krank barnieberliegt, so geht da» Mädchen hiu, bnngt ihm Sp-iS und Trank und betet Stunden laug n«t den Prefthaften, die Sonntags nicht zur Kirche gehen können. Es ist aber auch eine wahre Freude n» unserem Hanse, wenn da» Röschen einmal nach Sck-var.ckaSi s»mmt"
„Kommt fie manchmal zu Such hinüber?" fragte Kauf Holz, au« d-sft» Pfesse lustig die «auchwölkchen aufstiegeu.
„Ja, das Letzte Mal war sie auf Sommerfrauentag bei w», fie hatte eine Herzensangelegenheit unb wollte