Einzelbild herunterladen
 

Maer

«scheint tSgttch, mit Xurnahme bet Sonn* enb Stiertage. Viertel** Mrl. Bezugspreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Zulda und auswärts 1 Mi. 50 pfg.

Verantwortlicher ZchriftleitenZos-Baum

3. Parzelle» in Sulsa. wochenbriiag«: „Illustrierte Sonntagszeitung"

Zeitung

Monatzbellage: „Fuldaer Geschichtrblätter".

Anzeigen: Die ein» spaltige Petitzeile oder deren Saum 15 Pfg. Seilamen die Petitzeile 25 Pfg.; bei Wieder­holungen wird entspr. Rabatt gewährt.

Druck und Verlag der Zuldaer Acttendruckerei in Zulda (Harmonie). Fernsprecher Nr. 9.

JVi 3 .

31. Jahrgang.

Sulba, Dienstag, den 5. Januar 1904.

ZLdtttLlatt

Römischer wochenbries.

[**] Rom, 1. Jan. 1904.

Kurz vor Schluß des alten Jahres wurden zwei außerordentlich wichtige Dokumente Pius' X. betreffend die Kirchenmusik herausgegeben. Erne ganze Reihe der durch­greifendsten Reformen sollen eingesührt werden. In einem päpstlichen „Motu proprio“ sind die­selben aufgezählt. Pius X. erläßt seine In­struktion, welche in 9 Paragraphen zerfallen: 1. Allgemeine Prinzip en; 2. Arten der Kirchen­musik; 3. liturgische T-xre; 4. äußere Form der Komposittonen; 5. Sänger; 6. Orgel und In­strumente; 7. Umgang der liturgischen Musik; 8. hauptsächliche Mittel und 9. Schluß­folgerungen. In einem zweiten Dokument ordnet der Papst die soforüge strenge Einführung dieser Reformen für sämtliche römische Kirchen, Kollegien, Seminare und Klöster an. Der Kardinalvikar wird beauftragt, bei der Durch führung dieser Reformen weder Nachsicht walten zu laffen noch Verzögerungen zu dulden. In ganz besonders strengen Ausdrücken wendet Pius X. sich gegen die skandalösen M'ßbräuche, welche sich in den hiesigen Kirchen eingeschlichen haben und besonders gegen die theatralischen Musiken bet den Vespern. Der Papst sagt, daß alle kirchliche Musik absolut der Heiligkeit des Tempels angemeffen fein müsse. Dieser Be­dingung entspreche am vollkommensten der gregorianische Gesang und zwar der so genannte traditionelle, welcher durch die neuen und mühseligen Forschungen in seiner ursprünglichen Vollständigkeit und Reinheit wiederhergestellt worden sei. Der Papst sagt wörtlich: In Wahrheit kannten die Meister den gregorianischen Gesang einzig und allein aus un­korrekten, entstellten und verkürzten Büchern. Jetzt sei, dank der Forschung hervorragender und um die geheiligte Kunst hochverdienter Männer, diese Sachlage geändert. Der traditionelle gregorianische Gesang sei milde, lieblich und leicht zu erlernen und von einer so neuen und un­erwarteten Schönheit, daß er überall, wo er eingeführt wurde, einen wahren Enthusiasmus heroorgerufen habe. Auch will der Papst, daß — wie früher — das Volk am Gesänge teil nehmen soll. Der gregorianische Gesang sei das vollkommenste und höchste Vorbild für jegliche Kirchenmusik, daher gerade müffeer auf breiter Basis wieder eingeführt werden. Zu diesem Zwecke befiehlt Pius X. den Bischöfen, eigene Kommissionen einzusetzen, welche die Musik über­wachen sollen; ferner sollen bei den Haupt- kirchen, aber auch — wenn möglich — bei den kleineren und selbst bei den Kirchen auf dem Lande „Scholae eantorum“ eingerichtet werden und ebenso in den Seminaren und Kollegien sowie in anderen kirchlichen Instituten. Besondere Sorgfalt soll auf den Unterricht im gregorianischen Gesang in den Seminaren und Kollegien verwendet werden, damit die jungen Geistlichen, wenn sie nach vollendetem Studium in ihre Heimat zurückkehren, denselben weiter verbreiten könnten. Das ganze Dokument gehl auf den Satz hinaus: Die gesamte Kirchenmusik darf nur den alleinigen Zweck haben, die Er­bauung zu fördern und die Feierlichkeit der gottesdienstlichen Handlungen zu erhöhen. Daher müsse alles sorgfältigst vermieten we-den, was die Heiligkeit des Tempels und die Würde des Gotteshauses stören ober beeinträchtigen könne.

Durch diese päpstliche Kundgebung wird also dem bekannten, namentlich nach dem E> löschen der sogenannten Regensburger Ausgabe (Medicaea) mit so viel Erbitterung geführten „Choral- streit" ein prinzipielles Ende gemacht. Auffallend ist es, daß Pius X. nur allgemein vom traditionellen gregorianischen Gesänge spricht und es vermeidet, irgend eine bestimmte Ausgabe zu nennen. Ec will es einer jeden Nation überlasten, sich selbst die betreffenden Ausgaben zu verschaffen oder eigene anzusertigen. Die speziellen „Instruktionen" der päpstlichen Kundgebung decken sich im großen und ganzen mit denjenigen, welche der damalige Patriarch von Venedig, Kardinal Sarto, im Jahre 1895 für den Bereich seiner Diözese erließ. Im ganzen Motu proprio wie auch im Briefe an den Kardinalvikur fallt ungemein die große Bestimmtheit auf, mit welcher der Papst von allen die ftriftefte Ausführung feiner Vor­schriften verlangt. Auch erwähnt Pius X. die ihm bekannt gewordene Absicht der römischen Kleriker, gelegentlich seines in der PeterSkirche zu haltenden Hochamtes zu Ehren der XIII.

Zentennarfeier des Todes Gregors deS Großen gregorianische Gesänge einzuführen und drück! seine große Freude darüber aus. Pius X. sagt u. a.: Viele würden sicherlich durch diese seine Bestimmungen überrascht sein und sich für unvorbereitet halten. Dies alles werde sich in» dessen mit der Zeit legen. Er ober verlange vor allem einen freudigen, nicht blinden Ge­horsam. Ein Aufschub in der Ausführung der von ihm angeordneten Reformen werde die Lage nicht beffern, sondern könne sie nur verschlechtern. Wenn der Schnitt einmal gemacht werden müste, so solle er sofort gemacht werden.

(!) Allerhand nautische 5prach- dnmmhelten.

Man sagt es den Jägern nach, daß sie mit einer gewisten Eifersucht auf ihre weidmännische Sprache halten, und daß es ihnen weh tue, wenn man z. B. beim Hasen von Ohren statt von Löffeln, von Beinen statt von Läufen, beim Reh bock von den Hörnern statt vom Gehörn rede Das mag wahr sein, aber die Jäger haben in diesem Punkte nicht halb so viel Ursache zur Klage, wie der Seemann. Handelt es sich im ersteren Falle einfach darum, daß einem Gegen stand, über den kein Zweifel existiert, lediglich statt des in Fachkreisen üblichen Ausdrucks die im täglichen Leben landläufige Bezeichnung ge­geben wird, so hat der Seemann viel mehr darunter zu leiden, daß die technischen Ausdrücke seines Fachs, die der Binnenländer auf einer Helgoland- oder Norderney Reise mit der „N je" oder der „Najade" aufgeschnappt hat, vielfach verkehrt, ja geradezu sinnwidrig an­gewendet werden. Einern solchen biederen Zivil- Tirpitz ziemt es natürlich nicht, von der rechten oder linken Seite eines Schiffes zu sprechen, er kennt nur noch Steuerbord- und Backbordseite. Daß er sie mit hartnäckiger Konseq ienz oer- wechselt und beständig von der Sleuerbordseite des Schiffes redet, wo er die linke meint, ist allenfalls noch zu verzeihen, bedenklicher ist es schon, wenn er die Mastspitze, den Top, beharr­lich „Topp" oder gar „Tops" nennt und dem gemäß als gewiffenhafter Chronist getreulich nach Haufe berichtet: „bei Ankunft des Kaisers flaggten sofort alle Schiffe über die Töpfe, und es sah wunderbar aus, wie all die bunten Fahnen lustig im Morgenwinde wehten" (so schrieb 1901 wörtlich ein binnenländisches Blatt). Nun kennt aber der Seemann überhaupt keine Fahnen, denn solche werden nur an Land von Truppenteilen und militärisch organisierten Vereinen (Krieger­und SchÜtzenoereinen) geführt, der Seemann hat mit Flaggen zu tun und versteht darunter zu nächst ein rechteckiges Emblem. Zeigt dieses an der vom Fia^genstock abgekehnen Schmal- feite einen Ausschnitt in Form eines gleich- fd entligen Dreiecks, so haben wir einen Stander vor uns. Wimpel sind ebenfalls in der Form einem gleichschenkligen Dreieck gleich, je­doch ist die Basis dem Flaggenstocke zugewendet, und die von Fürstlichkellen geführte Standarte hat quadratische Form.

Sehr häufig kann man ferner die Wendung )ören: „es wurde gelotet und gefunden, daß wir 15Knoten die Stunde liefen." In diesem Satze ind gleich mehrere Fehler aus einmal enthalten. Erstens wird um die Geschwindigkeit eines Schiffes estzustellen, nicht gelotet, sondern geloggt, denn loten heißt so viel wie die Waffertiefe seststellen, und zweitens ist der Ausdruck „15 Knoten die Stunde", streng genommen, ein Unsinn. Man !ann sich die Widerstnnigkeit dieses Ausdrucks eicht klar machen, wenn man berücksichtigt, daß unter „Knoten" niemals em Längenmaß ver­landen worden ist, noch überhaupt verstanden werden kann. Der Ausdruck stammt oielmeyr daher, daß die Sogleine, mit der die Geschwindigkeit deS Schiffes gemessen wird, durch Knoten abge» teilt ist und zwar in dem Verhältnis, daß in einer Siettelminute genau so viel Knoten ans laufen, wie das Schiff in einer Stunde Dee weilen macht. Eine Seemeile sind 18^5 m, und da sich eine Viertelminute zu einer Stunde oer hält wie 1 : 240, fo müssen an der Logleine die Knoten auch in einer (Sntfemung von 1852 : 240 ----- rund 7,5 m sitzen. Smd nun n einer Viertelminute 90 m Lerne ausgelaufen, o sind das 12 Knoten, und das Schiff macht 12 Seemeilen in der Stunde. Gezählt wird also, wie wiederholt bemerkt sei, nicht die Anzahl der knoten, die in einer Stunde abgelaufen, sondern in einer Viertelminute. Der Ausdruck „Knoten in der Stunde" ist demach ein Unsinn, der um so schärfer zu bekämpfen ist, als er unter )er Beschönigung: „man sagt es aber vielfach" bereits in seemännische Kreise zu dringen beginnt.

Ein anderes viel mißbrauchtes Wort ist die Bezeichnung „Tonne", und bei ihrer Anwendung

wird auch von Seeleuten viel gesündigt, indem sie Maßtonne und Gewichtstonne nicht auseinander halten. Der Fremdling, der z. B. den Schnelldampfer „Kaiser Wilhelm der Große" besucht, pfleat mit Erstaunen zu vernehmen, daß ein solcher Ozeanriese täglich 540 Tonnen Kohlen verbraucht Da dem Besucher der Ausdruck „Tonne" nicht recht geläufig ist, e> kündigt er sich nach der Bedeutung und erfährt, daß eine Tonne gleich 20 Zentnern ist, daß also die beiden Maschinen zusammen täglich 10800 Zentner Kahlen konsumieren. „Und wie groß ist der Dampfer?" fragt unser Freund, „14349 Tons" lautet die Antwort. „Dann kann er also 286 980 Zentner fassen", rechnet sich der Besucher aus. Das scheint zu stimmen, ist aber tatsächlich nicht ber Fall, denn bei den 14349 Tons handelt es sich nicht um Gewichtsmaß, sondern um ein Raummaß, und zwar ist hierbei eine Tonne (auch „Register - Tonne" genannt) gl-ich 2,83 Kubikmeter. Der Ausdruck stammt daher, dast man früher die Laoe- oder Tragfähigkeit eines Schiffe« bezeichnete durch Angabe der Tonne- und yäffer, die bei enger Ve ftauung im Schiffe unterzubringen waren. Während die Zahl der Brutto-Tonnen den gesamten Kubikinhalt eines Schiffes angibt, versteht man unter Netto Tonnen- gehalt den Kubikinhalt des nach Abzug der Mannschafts-, Kessel-, Maschinen- und Kohlen­räume zur Aufnahme von Fahrgästen und Fracht­gut verfügbaren Raums. Bei Kriegssch ffn aitb die Giöge in der Regel nach „Tons Deplazement" bezeichnet, d. h. nach dem vom eingetauchten Schiffskörper eingenommenen Raum. Das Ge wicht der vom Schiff verdrängten Wassermenge entspricht dabei genau dem Gewicht des Schiffes und seines Inhalts. Während also der Raum- inhalt eines Schiffes ein für allemal feststeht, wechselt das Deplazement, je nachdem da« Schiff leer oder beloben ist, Kohlen, Geschütze usw. an Bord hat oder nicht.

Endlich sei noch auf die häufig vorkommende Verwechslung der Aust rücke „Schiffsmannschaft" und „Schiffsbesatzung" bmgeroiefen. Die letztere umfaßt alle auf dem Schiffe beschäftigten Per­sonen, die erstere scheidet Kapitän und Offiziere aus, ein Unterschied, der in juristischer Beziehung von roeithagenber Bedeutung ist mb deshalb sorgfältiger beachtet werben sollte, als es jetzt vielfach geschieht.

Eine arme Witwe.

Es war am Samstag abenb, und eine arme Witwe saß mit ihren 5 in Lumpen gehüllten Kinbern im Zimmer vor bem Herbe. Sie hörte dem unschulbigen Geplauber ber Kinber zu in ber Hoffnung, sich dabmch von bem ängstlichen Gefühle zu befreien, welches schwer auf ihrer Seele ruhte.

Schon feit einem Jahre hatte sie mit ihren schwachen Hänben den Unterhalt für ihre hilflose Familie beschaffen müssen, benn sonst hatte sie keinen Ernährer; sie konnte sich keines einzigen Freunbes in ber weiten, unfreundlichen Welt ent­sinnen. Jene geheimnisvolle Vorsehung, deren Weisheit und Absichten bem menschlichen Ver­staube unergründlich sind, hatte sie mit einer ' wer en Krankheit heimgesucht, und ihre geringen Ersparnisse waren fast gänzlich aufgezehrt. Dazu war es auch noch Winter und tiefer Schnee be- )eckte rings umher die Erde, während draußen ber Sturm heulte unb die kleine ärmliche Hütte ast umwehte.

Der letzte Fisch lag vor ihr auf den Kohlen; es war dies bas einzige Nahrungsmittel, bad sie noch hatten, unb es ist baher fein ÜBunber, baß ich ber armen, unglücklichen Mutter bange Ge- ühle bemächtigten, wenn sie ihre Kinber betrach tete. Auch wäre es ihr fast nicht zu verargen gewesen, wenn sie sich der Verzweiflung anheim gegeben hätte, obwohl sie wußte, daß Er, ber versprochen, sich ber Witwen unb Waisen an neh­men zu wollen, auch Sein Wort nicht brechen änn. ,

Die Vorsehung hatte ihr vor vielen Jahren bren ältesten Sohn genommen, welcher seine Heimat verlassen hatte, um fein Glück als Matrose zu versuchen, unb von bem sie feitbem mchls ver­nommen hatte. Unb später hatte ihr bie Hand )es Todes ihren Gefährten unb Beschützer auf >er irbischen Pilgerfahrt in ber Person ihres Mannes geraubt. Doch bis zu bieier Stunbe jatte bie so schwer Geprüfte stanbhaft alle- er­tragen ; sie war nicht nur imstande gewesen, für die Ihrigen zu sorgen, sondern auch nach Kräften den Armen und Verlassenen beizuspringen.

Der Sorglose mag wohl leicht Armut ertragen, o lange ihm noch Aussicht auf Erwerb bleibt. Eine Person, bie allein steht, mag wohl bie Strenge unb Not eines Winters ertragen: benn ie hat ja nur für sich zu forgen unb braucht sich nicht mit ber Not anderer zu quälen. Die Aller­

ärmsten in einer großen Stadt können noch hof­fen, benn es finben sich bort noch immer mild- reiche Menschen, bie sich ihrer annehmen.

Ader eine fleißige Mutter von hilflosen un­mündigen Kmdcrn, welche allein wohnt auf bem Lande, hat niemanb, auf den sie sich verlassen kann. Erne solche war bie Witwe, von welcher hier die Rede ist; aber al- sie den litzien Bissen vom Feuer nahm, um ibn unter bie Kinder zu verteilen, schien sich ihr Geist plötzlich auszuhei- tem, unb sie gab sich ber Hoffnung hin, baß es halb besser gehen werbe.

Kaum war ber Fisch auf den Tisch gebracht worben, als ein teile« Klopsen an ber Türe und das laute Bellen eine« Hundes die Aufmerksam­keit der Familie auf sich lenkte Die Kinder be­eilten sich, bie Türe zu öffnen, unb ein müder Wanderer in ä>mlidjer Kleidung und anscheiner b schlechter Gesundheit trat in das Zimmer. Er flehte um eine Nachtherberge und etwa N chrung,

„ES find schon volle ourunbzwanzia Siunden verstossen, seitdem ich Brod gekostet habe', sagte er.

Das Herz ber armen Witwe blutete von neuem. Sie zögerte richt, sondern hot b m Fiemden ein Unterkommen für bie Nicht an, und lud ihn darauf freundlich ein, an ihrer kargen Mah'zeit teilzunehmen.

„Gott wird uns nicht verlassen, unb wir werden noch mehr darben müssen, weil wir frei­gebig sind", bemerkte sie dabei.

Der Fremde näherte sich bem Tische, als er aber bie ärmliche Mahlzeit sah. erhob er mit Bewunberung seine Augen zum Himmel unb legte: „Unb ist bas all' Euer Vorrat? Unb von diesem wollt ihr noch einem Unbekannten mit teilen? Ja wuklich, bann habe ich noch nie Nächstenliebe gesehen! — Aber, gute Fran", fuhr er fort, „tut Ihr Euer» Kinbern nicht Unrecht, wenn Ihr einem fremben Menschen noch ben letzten Bissen reichet?"

„Ach," sagte die arme Frau, unb bie Tränen trahn ihr in bie Augen, „ich habe einen lieben Sohn in ber weiten Frembe, wenn er nicht schon gestorben ist, unb ich behanble Sie so. wie ich wünschte, baß anbere Leute ihn auch bebanbeln sollen. Gott, ber Manna vom Himmel fanbte, kann auch für uns sorgen, wie er für die Jsrae- liten gesorgt hat; unb sollte ich ihn jetzt beleidigen dadurch, daß ich Sie fortschickte, während viel­leicht mein Sohn zur selben Zeit auch ein Wanderer, hülfebedürftig wie Sie, ist?"

Als bie gute Frau dies gesagt hatte, sprang der Fremde auf, umarmte sie mb tief: Gott hat wirklich Euerm Sohne eine Heimat bereiset unb ihm Reichtümer gegeben; bamit er bie Milbtätigkeil feiner Wohltäterin belohnen könne! — Mutter, meine Mutter!"

E« war ihr lange verlorener Sohn, welcher von Ostindien zurückgekehrt war. Er hatte bie Verkleidung oewählt, damit die Heben aschung um so größer fei, was er auch bezweckt hatte.

Jene ärmliche Hütte wurde bald mit einer gemütlichen Wohnung in ber nahen Stobt ver­tauscht, unb b>e Mutier lebte noch lange bei ihrem braven Sohne. Nun war sie aller Not enthoben; aber in ihrem Glücke vergaß sie Nicht der Armen und Notlerbenben, sonbern ipenbeie ihnen reichliche Almosen.

vermischte.

Theaterbrand in Chicago. Selbstoer- ttanolid) werden nun diejenigen, die an dem AuSbruch de« Feuers fdmlbig sein sollen, zur Rechenschaft ge­zogen Donnerstagabend wurden sieben Ai-gestellte deS JioquoiStheai er- unter der Anschuldigung )et fadrlchsigen Tötung verhafet Untei ihnen be rnden sich der Bühi-enleiler, der Bühnenzimmermanu und mehrere Kulissenschieber. Freitag früh rom be der Assistent des ÄuhnenleiterS Plänkelt und vier Chor­sänger ebenfalls verhaftet. Plunkelt ist des Totschlags angeklogi Zwanzig weitere Berhaflungen von Mit- gliedern dri Chors und der Balletts fleben bevor Zahl eich» andere Angehörige deS rheaierpersonals wurden polizeilich otrnonimen

* Gegenseitiger iv dauer». Advokat: „Er tut mir sehr leid, Herr Muller, ober Schneider Scheer bat mir jere R«ch unz »um Einkass-er n gegeben." — Muller: Unb S:. «ollen fie eiiik^ssleren? Sie tun mir wirklich sehr leid."

Sottesdlenftordnmig in §ulda.

Mittwoch, 6. Januar. 'Fell ber heil. 3Könige.) Dow. l/>6, ti unb 7 Utir hl. Messen, 8 Uhr . farramt unb Predigt, >/» 10 Uhr Satbebrataait, 12 Uhr hl. Neffe, 10. Uöt ü,wacht, 4 Abendandacht. — Ltodtpfarr- fn-Ae. 5‘« Uhr heil. Messe und Predigt, 6 Uhr heil. Messe und Kommunion der Mitglieder deS Mutler- verttnS, 7 Utix hl Messe, 8 Uhr hl Messe und Predigt, ' Uhr Amt und Predigt, 2 Uhr Predigt und Andacht sur den Multerverein. 3 Uhr Andacht. — Pfarrkirche zum hl- Geiste. 8 Uhr Horbamt mit Predigt 5 Uhr ttnba-tt mv Segen. — Krauenberg. Heil Messen von 6 bis 7 Uhr; 8 Uhr Nosentranzmeff e; 9 feser. Amt für ben katholischen M. N. Verein, 2 Uhr Prebigt und Andacht mtt Umgang für die AnloniuS-Bruderschast.