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Sntea, Dienstag, den 5. Januar 1904

31. Jahrgang

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i erstes Blatt ।

Deutsch esRekl)

Wege« des Feiertags Hl. S Lsxige Wird die nächste R«««er «»serer Zeit««- «ft «w D»»«erstag ansgegebe«.

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wildmeifters Röschen.

Eine Novelle von C. Pfaff.

------ (Nachdruck verboten.)

»Ja, er ist mein Beiter, den« seine Mutter ist ,ahe «it mir verwandt; aber woher kennt Ihr dm Amcker und wisset, daß er ein guter Herr sei?"

„Hab'» selbst erfahren, Sw. Gnaden! Da ist eine en*e Fra« in F«ld', die alte Remmerti« in der OhmMffe, derm Mann hat lange in unserem Kloster Hol, gespalten und in der Küche geholfen gegen Kost und wenig Liedlohn, denn wir baden selbst nichts; «m ist aber der brave Remmert schon seit mehreren m tot und die '•jfeMi ist arm und krank. Ich ' zuweilen gutherzige Menschen um ein Almosen die Arme an, und so ist es geschehen, daß ich kurz vor Portiunkula hinter dem Restd nzschloffe dm Altmhöfer Aeckern vorüberging, da begegnete «ir der junge Herr Baron, und wie er so menschm- jrr*ndlich ist» ging er eine Strecke Weges mit mir Ich erzählte ihm von dem und jenem; so kam ich auch uns dar tzlevd der armen Witwe zu sprechen, das Ehrte dm jungen Herrn gewaltig, er gab mir einen Meruudzwanziger und versprach noch mehr zu tun. Die alte Remmerti« aber weiß dem Herrn Baron «kcht genug Dank, täglich will sie für ibn beten, und & freut sich über die Guttat um so mehr, weil die em des Junker, an« dem Frankenlande find, wo die Arme in ihrer Jugend auch bei einer adeligen Herrschaft gedient hat, die später nach Oesterreich Mögen

,3hm das freut mich, was Ihr mir da von dem Bewn erzählt, zumal weil ich mit seinen Eltern so beframdet bin. Za, er ist em herzensguter Mensch uud^bei Sr. fürstlichen Gnaden besonder, woblge-

Ser litt, den 4. Januar 1904.

** Anknüpfend an einen Aufsatz von Dr. Rade in der .Christlichen Well' über die Stellung deS Evavgelische« Bundes zur »Kreuzztg.' be­merkt das leitende konservative Blatt u. a.: „Zu­treffend wird in der.Christlichen Welt' gesagt, daß in dem Festhalten an dem überlieferten Christen­tum wider alle Neuerungen derGemeinsamkeit kirch­licher Anschauungen zwischen den positiven Kon­servativen und dem Zentrum zum Ausdruck kommen. Gerecht urteilt auch das genannte Blatt, wenn es sagt, daß wir ebenso wie die übrigen auf unserem Standpunkte stehenden Konservativen bei der Anerkennung dieser Gemeinsamkeit doch die durch unser evangelisches Bekenntnis gezoge­nen Grenzen stets beachtet haben. Von der An­erkennung dieser Gemeinsamkeit werden wir nicht abgehen, und zwar nicht nur nicht um des Vater­landes willen, sondern auch um unserer evangeli­schen Kirche willen. Eben deshalb haben wir immer und immer wieder den Satz aufgestellt, daß uns der gläubige Katholik, der auf den Boden des apostolischen Bekenntnisses sich stellt, näher steht, als der evangelische Namens­christ, deffen evangelische Gesinnung sich allein in dem Gegensätze gegen Rom äußert. Wer diesen Satz bestreitet, der trägt zur Verflüchtigung des Begriffes der evangelischen Kirche bei und leistet einer Entwickelung Vorschub, bei welcher der Kampf gegen die katholische Kirche zur För­derung des Kampfes gegen das Christen- tum überhaupt gemißbraucht wird. Wenn die .Christliche Welt' sagt, daß der Evangelische Bund die Gedanken, die wir hinsichtlich jener Gemein­samkeit vertreten haben, nicht wirksam in sein Programm aufnehmen könne, so liegt auch hierin ein für uns sehr wertvolles Zugeständnis."

K Die deutsch russischen Handelsver- tragsverhaudluuge« sollen nach dem,Berl. Tagebl.' jetzt bis auf weiteres vertagt worden sein, wahrend über die Zölle auf Vieh und Ge­treide eineVerständigungsaktion auf diplomatischem Wege eingeleitet worden wäre.

(-) Der wegen Wechselsälschung verurteilte Abg. Seyboth hat dem Bureau des Reichs­tages mitgeteilt, daß er sein Mandat nie''erlege. Damit kommt er oer Entziehung des Mandats zuvor, die sofort nach Inkrafttreten des Urteils

„Aber Ew. Gnaden wollen an dem Spiel Teü nehmen," sagte nach einer kurzen Pause der Pater zu d.m vor ihm stellenden Prälaten, „und ich werde mich nun über die Berge machen müssen, den» bis ich in die Pfarrei komme, ist die Nacht völlig herein­gebrochen."

„Dann wünsche ich Tuch glücklich überzukommen, auf Allerhelligen aber hoffe ich Euch auf dem Jo- hannesberge zu sehen und eine recht gute Predigt in meiner Propsteikirche zu hören. Ihr versteht ja dem Landvolks dar Herz weich z« machen, wie kein anderer, und war die arme Remmerti« betrifft, so »erde ich dafür sorgen, daß fie Holz und Brot für den ganzen Winter erhält, will auch der Armen einige Flaschen Arznei schicken, die in keiner Apotheke präpariert wftd, aber den Schwächsten auftichten kann."

Der gute Mönch wuß'r augenblicklich keine Worte zu finden, um dem Prälaten zu danken; ehrerbietig küßte er ihm die gnädige Hand, während eine Träne auf den langen gekräuselten Bert fiel. Bald war der Pater hinter den Waldbänmen verschwunden.

Da» Kegelschieben batte bereits begonnen. „Alle Neune!" schrte eben der Kegeljunge au» voller Kehle.

„Herr Oberamtmann! eine Flasche Johannisberger aus dem Hofkeller und Sie tu« diesen Wurf nicht mehr!" ries eine andere Stimme, die ewrs jungen KavallierS. „Die Wette gilt, meine Herren, S.e haben ti gehört! Aufgepaßt jetzt!"---Die Kugel

log und in demselben Auaenb'icke lag der vorher so glückliche Werfer auf dem Bode", der unter der Last des gewichtigen Oberamtmannr» von B. erdröhnte. Schallendes Gelächter tönte von allen ©eiten, der petr hatte die Wette verloren und die Erschütterung eine» wohlgepflegten Leibe» noch dazu gehabt.

„Ader Herr Oberforstmeister von Dammersbach und Wildgraf im Zuckmantel, warum seht Ihr heute o trübselig au» wie eine Nebelkappe; fast sollte ich glauben, Ihr hießet nicht mehr Baumann,loudern Sanerwein!" rief der Propst vom JohamirSberge

einem Oberförster zu, der mit raschen Schritten und fast mürrrschen Mienen längs der Kegelbahn auf-und »iederschritt.

„Ja, Ew. Gnaden haben gut scherzen, da ist auf morgen Treibjagd bestellt durch mein Revier und in das Soselsteiner hinüber; nun ist e» bald vier Uhr und ich weiß noch nicht, wann und wo die Jagd be­ginnen soll, warte nun schon drei Stunden hier auf Befehl und ist noch immer keine Ordre emgettoffen", entgegnete der Waidmana.

„O, da ist Rat zu schaffen. Heinrich! Heinrich!" rief der Prälat.

• Aus dem munteren Kreise trat der Junker hervor, der uns vorhin schon begegnet ist.

„WaS steht zu Befehl, Ew.Liebden, Herr Bett«!

„Geh' doch einmal in'» Schlößchen hinüb« und hole für den ungeduldig harrenden Wild- und Rau­grafen Berhattungsbefehle auf den morgigen Tag."

D« Junker ging.

-Eilen Sie ein bischen- Herr Baron; denn wenn dem Ob-rförst« seine Alte ihren Herrn Gemahl und Gebiet« nach sechs Uhr in den Hof eiureiten sieht, io gibt e» ei« Gewitter im Dammersbacher Forsthause, da» drei Tage dauert k" rief ein and«« Kavali«, d« ehr aufgeräumt schien.

„D, Ihr losen Zeisige, schmähet mir meine Lisbeth nicht, dreißig Jahre leben wir nun unter einem Dache und hat noch feinen Streit gesetzt; freilich sieht fie es nicht gerne, wenn man bi» Mitternacht ausbleibt und einen Schoppen nach dem and«en ««»sticht, wie da» o manche Herren tun; dafür ist aber auch Ordnung in meinem Hause, und die muß sein", wendete der Forstmann ein.

„Höret Ihr, er stichelt; wem gllt er wohl?" sagte der frühere Red««.

„Keinem von uns", bemerkte ein Drttt«. Alle lachten, d« Oberförster ab« drohte lächelnd mit dem Finger.

-Morgen früh punkt sieben Uhr beginnt dar

durchgreifende Reformen zu gnnsten der Arbeüer nicht schaffen" wolle und in der Frage des Zehn- stundentagei „gekniffen" habe. Die Sozial­demokratie hat allerdings durch ihre „durch- greifenden" gründlichen Forderungen, d. h. dun i ihre Alles- oder NichtSpotüik es erreicht, da; man ihre Anträge polittsch nicht ernst nimm, und man im Parlament nicht geneigt ist, au Verhandlungen über dieselben einzugehmt. Durc ihre „grürchliche Sozialpolitik" hat fie bisher die Fortsetzung der Sozialreform leid« vielfach „gründlich" verhindert.

Im übrigen würde die vom Zentrum im Reichstage wiederum beantragte Einführung des Zehnstundentages für alle Arbeüeriunen die tatsächliche Folge haben, daß in allen ge­mischten Betrieben infolge der technischen Ver- hältniffe auch die männlichen Arbeiter in den Besitz des Zehnstundentages gelangten. Wird dies, was zu hoffen ist, in nächst« Zeit «reicht, so ist die Einführung des Zehnstundentages für alle «wachsenen Arbeüer nur mehr eine Frage d« Zeit. Das heißt praküsche Polittk treiben Daß aber das Zentrum an der grundsätzlichen Forderung deS allgemeinen Zehnstundentages festhält und mit allen Mitteln auf die Erreichung desselben hinarbeitet, kann nur böswillig Verläumdung in Abrede stellen. In diesem Sinne stellte noch am 12. Februar 1903 be Besprechung der Forderung des Zehnstundentages der Abg. Trimborn fest: die Herabsetzung der Arbeitszeit für Arbeiterinnen würde die indirekte Folge haben:

„daß dadurch für de« ganzen Betrieb, also auch für die männlichen arbeitet die Arbeitszeit sozusagen von selbst herabgleitet. Wir haben «ns gesagt: wenn die Herabsetzung der Arbeitszeit für die Arbeiterinnen von 11 aus 10 Stunden in weitgehendem Maße ein derartiges Herabgleilm auf 10 Stunden dann doch zur Folge hat, dann wollen wir lieber gleich aussprechen, was später die Folge sein wird. DaS ist die Ent­stehungsgeschichte dieses Antrages." __

Diese sozialdemokratische Verdächtigung des Zentrums erhält seine erste Beleuchtung durch die Erinnerung folgender Tatsachen.

Jahrelang sord«te die Sozialdemokratte be­kanntlich stets den Achtstundentag. Wer weniger forderte, galt als Arbeiterfeind. Da brachte Ende Ende 1900 auf einmal die Sozialdemokratie im Reichstage den Antrag auf den Zehnstundentag ein, der in bestimmten Fristen auf den Achtstunden­tag, zu verkürzen sei. Also war es ihr früh« mi dem Achtstundentag, um in sozialdemokratischer Manier iu reben, nich^ernst gemeint gewesen?! Die sozial­demokratische Presse sagte dann auch, man habe zunächst bloß den Zehnstundentag gefordert, um das Zentrum „zu stellen" und beim Worte zu nehmen. Das Zentrum aber wnde jetzt natür­lich „kneifen". Aber das Zenttum „kniff" nicht, wie der vorigjährige Antrag bewies. Darob der Aerger der Sozialdemokratie!

Wenn zum Schluffe die sozialdemokratische Preffe ihre Verleumdung, als habe es dem Zentrum in der Vertretung des Zehnstundentages im Februar vorigen Jahres an Aufrichtig­keit gefehlt, bamit zu stützen sucht, weil die be­zügliche Resolution bie Unterschrift eben des Herrn v. Hertltng trug, bet sich einige Jahre

In dichten Messen lagen die Hrrbflnel cl auf Flur und Wald, ihr Tau netzte die Blätter, welche bereit» einzeln zur Eide raschelten und die tiefe Stille be» Forste s unheiwuch unterbrachen. Mau konnte «sch nicht recht unterscheiden, ob das graue Gewölk sich niedersenken odn in die Hohe ziehen und ein regneri« sch« Tag folgen wnde. Doch der alte Schäf« m Almu», weit und breit M Wetterprophet gerühmt, hatte für heute gute» Wett« vorausgrsogt, als die lustigen Jägersleute am frühen Morgen durch das Dorf zogen und den ans dem Schiebfenfi« feiner Wohnung neugierig blickende« Alten um seine Meimmg über die Witterung fragten. Es wahrte nicht lange und die Jagd war iw vollen Gange. Wie die Horner, so hell und fröhlich klangen durch ben weiten Walt» und dazwischen das laute Anschlägen der Hunde, da» Klopfe« der Treib«, das „Halali" der Jäger, werrn ein Stück Wild wm sicheren Schüsse getroffen siebt®/- sank. (Forts, f.)

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hätte stattfinben müssen. D« Wahlkreis Schmal­kalben, ben Seyboth bekanntlich vertreten hat, ist bis jetzt r«ht umstritten gewesen. 1871 bis 1878 wurde « durch Nattonolliberale vertrete«. 1884, 1887, 1896 würbe v. Christen, Mitglied b« Reichspartei, gewählt. 1893 unb 1895 war b« Kreis in der Hand ber Anttsemüen, unter ihnen befand sich b« Schriftsteller Hans Leuß, welch« 1894 sein Manbat niederlegte unb wegen Meineid zu 3 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde.

* Im ,Borwärts' wird mttgeteilt, daß b« verstorbene frühere Minister Schäsfle mit dem Abg. Bebel mehrfach in persönliche Berührung getreten ist. Dabei soll sich in Gesprächen herausgestellt haben, daß Schäsfle die Verwirk- lichurg deS Sozialismus im 21. Jahrhundert erwartete, während Bebel fie bekanntlich viel früh« «hoffte. Spät« ist Schäsfle allerdings von dieser Meinung abgekommen und hat seine Meinungsänderung in dem bekannten Werke üb« „bie Aussichtslosigkeit ber Sozialdemokratie" be­kundet. Der .Vorwärts' beutet an, daß äußere Rücksichten bie Meinungsänderung veranlaßt haben könnten, nämlich bie Hoffnung, von Bis­marck in ein Reichsamt berufen zu werben. Wir glauben bas nicht. Schäsfle hat auch in anderr« Punkten wesentliche Wanblungen durchgemacht.

Alterspräsident im netten Ad- geordnetenhause ist ber Abg. Dr. Szuman. Er ist geboren am 3. Februar 1822, wirb also in einigen Wochen das 82. Lebensjahr zurück­gelegt haben. Nimmt er das Amt des Aters- pr.'sidenten an, so würde zum «stenmale uuferes Wissens ein Pole im preußischen Abgeordneten­hause den Vorsitz führen, wenn auch nur auf kurze Zeit. Ter zweitälteste ist Abg. Schaff«« (natl.) geboren am 25. Februac 18 2, ihm folgt Abg. Hobrecht (natl.), geb. am 14. August 1824. ? * In Betreff der KanfmannSgerichte ist nunmehr die Entscheidung zu gnnsten ihrer An­gliederung an die Gewerbegerichte gefallen, wenn auch die formelle Beschlußfassung des Bundes­rats noch aussteht.

** Die zum Milrtar-Reitinstitut in Han­nover kommandierte« japanischen Offiziere «hielten ben Befehl, sofort in bie Heimat zu- rückzukehren unb sich z»r Verfügung des Kriegs- miniffers zu halten. Auch bie übrigen japanischen Offiziere, die sich in Dienststellen in De tschland befinden, wurden telegraphisch zur Rückkehr nach Japan aufgefordert.

*"♦ Der Zustand des räumlich überaus beengtes, mit ungenügenden Ausgängen und hölzernen Treppe« versehenen Bühnenhauses des »erlittet OperuhattseS entspricht nicht den Anforderungen, die im Jn'.ereffe der Sicherheit des in dem Bühnenhause wirkenden, ost nach Hunderten zählenden Personals gestellt werden müssen. Nach dem Ergebnis ber von den beteiligten ReffortS seit geraum« Zeit und besonders jetzt nach dem Chicagoer Theaterbrand fortgesetzt vorgenommene» Prüf- ngen kann cS keinem Zweifel unterliegen, daß ein gänzlicher Neubau des Bühnenhauses unerläßlich ist, und da die Ausführung auf dem gegenwärtigen Platze nicht möglich, der Frage des Neubaues des ganze« Opernhauses näher getreten werde« muß. Der Kais« hat indeS in der Fürsorge für daS im Opernhaus wirkende Künstlerpersonal auf Vertrag angecrdnet, daß noch in dem jetzigen Bühnenhause unverzüglich Maß­nahmen getroffen werden,drezurErhöhungdesSchutze»

Treiben bei d« Rotbuche oberhalb dem Dorfe Al»«», geht durch den Zuckmantel in den Nüstgrund hinab, an den SämgeShöfen vorbei und endigt mit Absnchrmg des Echloßb«ge» bei Haselstein. Se. hochfürstliche« Gnaden werden selbst d« Jagd beiwohnen nab nach Beendigung derselben bei dem Herrn Wildmeister yt Haselstein da» Mittagsmahl einnehme«, woz« die Herrn Revierjäger und die sonst en der Jagd be­teiligten Herren oll«gnädigst eingeladen find. Der Herr Oberförster von Dawmer»bach wird mit feinen Treibern und den Federgarnen bei ber Rothduche er­wartet." So meldete ber eben zurückgekehrte Jagd- Junker.

„Das laß ich mir gefallen", sagte Banman« ruck sein Gesicht verklärte sich. Einige Minute« Nachher trabte er mit seinem Rößlem de« Waldweg hinauf, der «ach Dammersbach führte, « batte de« Kopf voll großartiger Entwürfe zur Verherrlichung d«morgig« Jagd.

[] Sozialdemokratische Manöver gegen dar Zentrum.

Eine neue Entdeckung, wie das Zentrum durch seine „unehrliche Haltung bie Arbeiter- intereffen schädigt", hat neuerdings die sozial» demokrattsche P effe gemacht. Im Februar v«° gangenen Jahres hatte das Zentrum zum Etat «ne Resolution auf Einführung des zehn­stündigen Maximalarbeitstages für die ba Gewerbeordnung unterstellten Betriebe ein« gebracht Diese Resolution fiel bei der Ab­stimmung am 24. März glatt durch; für dieselbe stimmte außer dem Zentrum nur die Sozialdemokratie. Dir Resolution war vor den Dahlen eingebracht. Aus dem Umstande, da», «ach d nfelben, das Zentrum die Resolutton nicht sofort roieb« von neuem gestellt hat, glaubt bie sozialbemokratifche Presse mit ber ihr eigentümlichen Fertigkeit schließen zu dürfen, daß die Forderung des Maximalarbeitstages lediglich ein wahltaktisches Manöver des Zentrums gewesen sei; dieser Umstand „beweise, wie wenig ernst es ihm damals mit seinem Anträge war." Also wieder das alte Manöver der Sozialdemokratie, die Sozialpolft k des Zentrums dec Unehrlichkeit, des Verrates an den Arbeiter- toteren en zu zeihen.

Wie liegen nun die Verhältnisse tatsächlich? Die sozialdemokratische Presse gibt selbst zu, baß für len zehnstündigen Maximalarbeitstag im Februar im Reichstag k ine Mehrheit S finden war; «st recht würde bann bie egierung sich zur Einführung desselben nicht verstehen. Das Zentrum hat nur klug gehandelt, inbem e? jetzt bei Eröffnung bes neuen Rei i stages, nachdem eben ein halbes Jahr abgelaufen ist, jenen Antrag nicht wieder sofort einbrachte. Daß nämlich in dieser kurzen Zeit in der ablehnenden Stellungnahme keine Aenderung eingetreten ist, liegt auf der Hand. Das Zentrum hat auch jetzt wieder nur solche Anträge eingebracht, die sowohl nach den bis­herigen Erfahrungen und der Diskussion in der öffentlichen Meinung für eine gesetzgeberische Behandlung spruchreif gelten können, als besonders ab« auch einer parlamentarischen Mehrheit gewiß sind. Eine Partei, welche mit ihren An­träge« ernst genommen werden will, muß so handeln. Bei der Sozialdemokratie, der indessen vor allem daran gelegen ist, durch hochgespannte Forderungen ihre Anhänger in Atem zu halten, inbetimmert darum, ob ihnen auch tatsächlich entsprochen wird, wird man es nunmehr ver­gehen, daß fie bie kluge Taktik bes Zentrums dahin auslegt, als ob das Zentrum „ernsthafte, qMWMW^^^^MWWWWWWM^MWWWWW^WWW^^WW

vorher abweichend von seinen Frokttonskollegen S obige Forderung ausgesprochen hatte, so st dies gar nichts. Es wird dadurch höch­stens konstatiert, daß Herr v. Hertling infolge weiterer Erfahrungen seine Sonderstellung auf- gegeben, sich der Ansicht d« Fraktion angeschloffen hat. Hieraus jedoch dem ganzen Zentrum einen Strick drehen zu wollen, steht am wenigstens der Preffe einer Partei zu, die vor lauter Mau- seruugSpolitik aus dem Mausern nicht herauskommt.