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3. Wochenbeilage: „Illustrierte Sonntagszeitung"
Zeitung
Monakbellage: „Fuldaer GeschichtsblStter".
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Druck und Verlag der Fuldaer Aetiendruckerei in Fulda (Harmonie). Fernsprecher Nr. 9.
Jt£ 1.
Hulda, Samstag, den 2. Januar 1904.
31. Jahrgang.
Mdlungeo auf das 1. (Quartal 1904 der .Auldaer Zeitung^ werden noch fortwähre.rd von allen Poftanstalten, Land- briefträgeru und von unserer Expedition (Harmonie) entgegengenommen.
Wachen-Rundschau.
□ Fulda, 2. Jan. 1904.
(Nachdruck verboten.)
Während der WeihnachlSieiertage war in der Politik allgemeine Ruhe. Nur der Streik in Crimmitschau dauert noch an, da auch der un- mitfelb r vor dem Feste von Pros. Viklor Bödmert unternommene Einiciungsbersuch an dem Widerstande der Fabrikanten scheiterte. Jetzt scheint die sächsische Regierung amtlich zwischen den Slreikenden vermitteln zu wollen. Die Crimmitschauer Arbeiter er halten von allen Seiten reichliche Unterstützung, eS sollen schon bis Mitte Februar die Sirsikunter- stutzungsgelder vorhanden sein. Aber auch die Fabrikanten erhalten Unterstützungen von anderen Industriellen. Hcffentlich wird dieser die Crimmitschauer Industrie so schwer schädigende Streik bald beeidet.
Bor b-nt Evangelischen Bunde und seinen Hetzereien warnt jetzt auch die konservat ve Parteileitung die gläubigen P'vtkstonten, da der Bund nur konfessionelle Zwietracht schüre und den kuchlichen und politischen Liberalismus fördere.
Der Kaiser hatte bei den militärischen Fest lich'eiten in Hannover sich geäußert, die deutsche Legion ,abe im Verein mit Blücher und den Pr-uhen bei Waterloo He englisch- Armee vom Unter gange gerettet. Wi wobl diese Ta'ssche geschichtlich feststeht, füblen sich die Engländer durch diese Aeuße- rung des Kaiser- beleidigt und Hetzen fortgesetzt g< gen Deutschland.
In Saarbrücken wurde der Redakteur der Neunkirchner Zevtrumsblattes zu 900 Mark Strafe verurteilt, weil er die Saarbrücker Bergwerks- Verwaltung mit einer Schilderung des auf Die Arbeiter der staatlichen Gruben bei den Wohle« avsge- übten Druckes zu gunsten des nationalliberalen Kan- dldaten beleidigt Haden soll Ausfalls d bei der Ver- .handlung war, daß den als Zeugen vernommenen Beamten die Beantwv'tung der interessantesten Fragen mit Berufung aus das Dienst gehei" niS durch den Minister untersagt war oder der Gerichtshof wichtige Beweisanträge der Verteidigung nist zuließ.
In Bayern verhalten sich die Liberalen der Wahlreform gegenüber abledn-nd, da fie fürchten, das Zentrum werde davon g oß-n Nutzen hoben.
Papst PiuS X empfing am Tage vor W-ih- nachte» das ?ardinalskollegium, welches ihm seine Glückwünsche darbrachte. In einem Morupropno bat der Papst den chrlstlichen Demokraten Weisungen für ihre sozialpolitische Tätigkeit gegeben. — Der .Osser- vatore Romano' erklärt das Wettrecht der Staaten für einen Mißbrauch und eine eigenmächtige Lia- mischung in bi, Freiheit der Kirche.
In Ungarn geqt die Obstruktion gegen die Bewilligung der Rekru'en trotz der Mahnungen deS Mi- nisterpräfidente' weiter.
In Frankreich ist das RevifionSgeiuch für DreyfuS für ruläsfig erklärt worden.
In Italien starb der frühere Ministerpräfident Zanardelli.
Aus O st a s i e n kommen noch immer widersprechende Nachrichten über den Stand der Verhandlungen zwischen Rußland und Japan. Die europäischen Mächte suchen die Angelegenheit auf friedlichem Wege zum äuStrog zu bringen, und eS scheint auch bis jetzt, alt »6 fie mit ihren Vorstellungen Ei folg hätten.
In Deutsch-Sü^westafrika haben WitboiS den Eingeborenen ein siegreiches Gefecht geliefert.
[] 3m Banne -es weiften Todes.
Der schwedische Nordpolfahrer Kapitän Sver- drup gibt in seinem neuesten Werke „Neues Land" (36 reichillustrierte Lieferungen L 50 Pfg., F. A. Brockhaus in Leipzig), folgende ergreifende Schilderung der Leiden, die er mit seinen Gefährten . im Eismeer erduldet hat:
Der Bericht über den Untergang des „Proteus", dmGreely in Brevoort vorfand, war ein harter SHkyg für den kühnen Polarreisenden, bildete aber nur den Anfang der Tragödie, die sich im -Laufe der nächsten neun Monate auf der öden Insel im Eismeere abspielte, einer Tragödie, die es an Schaurigkeit mit den grauenhaftesten Erzählungen über das Martyrium arktischer Reisenden aufnimmt.
In einem Steinhause mit dem letztens Boote als Dach schleppten sie sich hungernd einen hoffnungslosen Winter hin. Nur einige wenige Seehunde, ein paar Füchse und im April ein kleiner Bär, sowie eine Art Eeeflöhe, die sie selbst „Krabben" nannten, bildeten den Zuwachs,
den ihre kärglichen Vorräte erhielten. Sie wachten daraus, was sie konnten, indem sie außerdem Lederriemen kochten, die sie aus Schuhen und Anzügen schnitt-n.
Die offizielle Tatenliste spricht eine fürchterliche Sprache. Von 26 ü erlebten nur 7 die schrrck- liche Zeit. 14 verhungerten, zwei von diesen litten dazu noch an Skorbut und einer an Darmentzündung. Einer starb an Skorbut, einer, Sergeant Elison, an den Folgen von Erfrierung der Glieder. Unter unerträglichen Schmerzen lebte dieser über sieben Monate mit ei freie en Händen, Füßen und Nase, und um den Löffel zum Munde führen zu können, ließ er ihn sich schließlich an den Armstumpf feftbinden. Einer starb auf einer Schlittenfahrt vor Frost und Erschöpfung, einer e>trank bei der Jagd und einer, der Gemeine Henry, wurde auf Greelys Befehl erschossen, weil er von den für alle be stimmten Vorräten stahl und deshalb als gefährlich für das Leben der übrigen angesehen wu'de. Da Henry der Riese unter ihnen und infolge der reichlichen Nahrung mindestens ebenso ftar I wie zwei von den anderen war, wurden die drei Sergeanten, denen der Bef hl erteilt worden war, zugleich beauftragt, aufzupaffen, daß nicht andere dabei verwundet würden.
Mitten in dieser schwarzen Nacht des Hungers und ber Krankheit leuchteten in vollem Glanze die Sterne des Pst chtgefühls, der Selbstaufopferung und der Freundschaft. Die Augen müssen uns feucht werden, wenn wir davon lesen.
Leutnant Lockwood z. B. verhungerte am 9. April; aber bis zum 7. April hat er sein steno- graphtertes Tagebuch geführt und mit großer Genauigkeit Barometer- und Thermometerftano fast ohne Ausnahme von jedem Tag notiert. Um einen spärlichen Fleischvorrat zu holen, den Rares 1875 beim Kap Isabella hinterlegt hatte, zogen vier bet ausgehungerten Unglücklichen auf eine freiwillige Expedition aus. Sie bemächtigten sich des kostbaren Schatzes Aber unbarmherzig fegt der Novembersturm über die Ebenen hin, wirbelt gewaltige Schneemoffen auf, und der Frost packt den unglücklichen Elison. DaS kostbare Fleisch müffen sie opfern, um ihren Freund zu retten, was ihnen aber trotz allem nicht gelingt. Der kräftigste von ihnen, der kühne Sergeant Rice, soll Hilfe holen, während sich die beiden anderen in den Sch'afiack legen und ihren erstarrten Kameraden zwischen sich nehmen, um ihn warm zu halten. Der Sack fror steif, und als die Hilfe kam, halten sie 18 Stunden regungslos in derselben Lage dagelegen!
Geaen das Frühjahr 1884 machten zwei von diesen Vieren, d e Sergeanten Rice und Frederick, wieder einen Versuch, sich des Fleisches zu bemächtigen. Doch wieder sollte er mißlingen Sie wurden von einem heftigen Schneesturme überfallen, und Rice wird sch.verkrank Um seinen sterbenden Freund zu erwärmen und zu schützen, zieht Frederick seinen Timiak, seine Eskimojacke aus Vogelbälgen, aus und deckt ihn damit zu. Umsonst, R-ce beginnt von seinen Lieben in der Heimat und oon all dem guten Essen, das er bekommen würde, wenn er nach Hause tarne, zu phantasieren. In einem klaren Augenblicke nimmt er seinem Freun e das Versprechen ab, seinen Nachlaß mit heimzunehmen und feine Manuskripte an ein bestimmtes Blatt zu senden.
Halbentklei^et, in einem fürchterlichen Schnee- sturme bleib' Frederick mit seinem Freunde im Arme mehrere Stunden auf dem Schlitten sitzen, bis Rice ausgelitten hat. Er kann selbst nicht mehr, ober das dem entseelten Fieunde gegebene Versprechen und die Pst cht gegen sein Land und feine Kamercden stählen seine Willenskr, ft. Er tastet sich dorthin, wo sie den Schlafsack zurückgelassen hatten, um das Fleisch schneller transportieren zu können, und ruht sich bis zum nächsten Tage aus. Dann kehrt er nach dem Schlitten zurück, nimmt das, was er nach Rices Bitte mit heimnehmen soll, an sich und hacki und gräbt mit einem Beile und feinen bloßen Fingern dem Toten im Eise ein Grab.
Im Jahre 1884 zog eine Entsatzflotte von drei Schiffen unt-r Führung des Kapitäns zur See W. S. Schl»y, deS jetzigen Admirals, i wischen Grönland und Elles mereland nach Norden. Sie legten Depots an verschiedenen Stellen an, und am 22 Juni kamen zwei Schaffe nach Kap Sabine. Schon waren Partien an Land gesandt, um Depots anzulegen, als die an Bord Gebliebenen trotz des Heulens des Sturmes Hurrarufe hörten und gleich darauf Signale sahen, welche meldeten, daß ein Bericht von Greely gefunden worden fei.
Die Mitteilung verbreitete sich mit Blitzes chnelle, und es erweckte unermeßliche Freude, als man hörte, daß es Greely gut gehe, er aber nur noch 40 Rationen habe. Leider folgte sofort
die Entiäulchung, denn als sie an die letzte Seite kamen, lasen sie mit Bestürzung das Dalum — des 21. Oktober 1883, das war also vor 8 Monaten!
In größter Spannung wurde eine Schaluppe nach Noiden geschickt. Sie spähen und spähen, und endlich sehen sie in der trüben Luft oben ar einem kleinen Bergrücken die Umrisfe eines Menschen. Es wird signalisiert; die Gestalt ant woitet und kommt herunter, sie gehi aber wie ein Trunk-n-r und fällt zweimal. Sie sicht aus wie ein Gespenst mit eingefallenen Wangen wilden Augen und zottigem Bane und Hamen. Leutnant Cvlwell, der Führer des Bootes, füll! seine Taschen mit Brot u d Pemmikan und eilt mit mehre en Begleitern in Gieelys Zelt.
Doit wartete ihrer ein grauenhafter Anblick. Der Tür zunächst lag ein Mann, der tot zu fein schien, mit herabgesu> kenemUnt>rkieser und off-nen, starrblickenden Augen. Ihm gegenüber lag einer ohne Hände und Füße, ein Löffel war ihm an den rechten Armstumpf gebunden. Zwei hatten gerade eine Kauifchukflasche von ber Z-ltstanae heruntergenommen und goffen daraus in eine Blechtaffe.
Gerade vor ihnen log auf den Händen und Knien ein dunkler Mann mit einem langen, ret fitzten Barte und mit Augen, die in eigenlüm licfcem Glanze funkelten. Er war mit einem schmutzigen, zerrissenen Schlasrocke bekleidet und trug einen kleinen, roten F,ß auf dem Kopse. Als er Colwell sah. erhob er sich ein wenig und setzte sich eine Brille auf
Der Leutnant ergvff seine Hand und fragte ihn, ob er Greely sei.
„Ja", antwo'lete er mit schwacher Stimme, abgebrochen und schleppend, „ja — sieben von uns übrig — hier sind wir sterbend — wie Männer. Getan, was zu tun — ich ausgeschick war — gebt mir das beste Zeugnis."
Dann fiel er erschöpft zurück.
Es war eine rührende Szene, als Colwell den Unglücklichen ein paar Stückchen Speise und abwechselnd ein wenig Pemmikan auf einer Meffersp tze gab. Sie konnten nichi stehm, sondern lagen auf den fluten, streckten die Hände en por und baten um mehr; aber man war so vernünftig, ihnen dies abzuschlagen
Ais Greely n erfte, daß er keinen Pemmikan mehr erhielt, griff er nach seiner Büchse mu Absud von Seehundshaut; dies sagte er, dürfe er verzehren, da es ihm selbst g höre. Man nahm die Büchse fort; aber als C,Iwell damit beschäftigt war, die uv gefallene & Marge wieder aufzurichten, halten sie die haldgeleerte Pemmikanbüchse ergriffen und kratzten sie leer
Ihr Haus baten sie im Mai, als der Schnee aufzutauen begann uns da' SB ff er durch ta? Dach drang, verlassen müssen und ihre Zuflucht zum Zelte genommen. Fünfzig Sckritie vom Zelte waren zehn Tote begraben. Emer, der vor einigen Tagen gestorben war, lag unne« graben am Fuß« des Landrückens. V,r r cren am Strande nieder gelegt und von den Weller ln's Meer gespült w rben. Der ersch, ssene Soldat lag auf einer Schneewehe in 'ber Näh. bes Zelts. Als man bie Leichen zur floi ser werung während ber Heimreise mit A kohol präparieren wollte, sand m m, daß von sechsen das Fleisch teilweise abg>schnitten war!
Die Schrecken und Leiden der letzten drei Wochen biauchen n chi geschildert zu werden, agt Schley: wenn ihre Gectichie je er>äbli werden wird, mag es von den Ueberlebenden elbst geschehen.
vermischtes.
* AuS dem Leben Kaiser Friedrichs werben olgerrbe E innerugin aufg.fri'chl. Die gerade sttzi, da die Frage des Luxus in der Armee soviel von ftti zu reden machr, von desondeiem Inter, sie find: Kaisee Friebrick pflegte al« Kronprinz alljährlich roch Oeis in Schlesien zur Jagd zu reisen, wo nach fein Enkel, der Kronprinz Wilhelm, jüngst zu gleichem Zwecke geweilt Hai. Das Gr>nadi,r Regiment Nr. 11 mB eilau Halle seinen erlauchten Chef einmal p, beten peligenl- sich der Dui chreise nach Oels das Frühstück d> im Regiment einzunehman. Der Kronprinz lam. Besichtigung des Regiments auf dem Kaserne, Hof, Vorstellung des Olfipeiko-ps, Eintrilt in das Kasino. 4 oii trat mu großem Aufwande eine kostbare Frühstückstafel herg». richtet Lieferung von Bo-chardt in Berlin, alles in t-ahlender Tadellostgk-ir. Als der Kronprinz an der Seite des Kommandeurs den Saal b treien,l-eß erden Blick lange über die Tafel schweifen, wandte sich dann zu dem Kommandeur und den umgebenden Öftreren: „Meine Herren, so bin ich nicht gewohnt zu rühftücken. W>nn ich einmal w'ederkomme, bitte ch um ein Butterbrot mit Kalb-braten und ein GlaS Bier. Adi u!“ Bei ein er späteren G,- l'genheit war dem Wunsche deS hoh<n Herrn Rechnung getragen. — Von gleicher Einfachh.it war Kaiser Friedrich auch in feinem Hause Solange der da malige Prinz Wilhelm, unser heutiger Kurier, noch im elterlichen Hause unterrichtet wurde, war e'ngefüdrt daß während der Frühstückspause im Unterricht derErz-eder, der jetzige Geheimrat Hrntzpeter, eine warm« P at e, der Prinz Obst und We.ßbrot erhielt. Der Erzieher halte
schon länpf; beobachtet, daß sein fürstlicher Zögl np a. f Di* warme Platte mit einiger Sehnlucht zu bilden pfl. gte- während Weißbrot und Obst ihm weniger mun ebn' ls eines Tages ein Beefsteak aufgetragen wurde g- wa>n der Erzieher drn gleichen -Indreck, er fühlte >in gutmütiges Ruh-en und saote P-inz, ich habe heule großen Appetit auf Obst Wolle» Sie das Beefsteak nehmen, dann esie ich das Obst. Der Prinz ließ sich dos nicht zweimal sogen, griff eihtg -u und war rm besten Schmaus n b gr ffen, als eie Tür sich öffnete und — Papa ein trat. „WrShalb dekomn t mein Sohn Beefsteak und Sie Obst, Herr Prof-sfcr?" Kaiserliche Hoheit, da? Beefsteak mar eigentlich für mich, aber mir schien, der Prinz hatte großen Appetit darauf und da habe ich mit ihm getauscht.* „Tas darf nicht wieder vorkommen. Wenn mein Sobn seht ichon B-efneak frühstückt, was soll er mit zwanzig obren frühstücken?" Der Pädagog sah ein, baß der strenge Herr Papa recht l alte
Hygienischer Zahnstocherbehälter. Die heute allgemein benutzien -zahnstocherbehäilir, wie sie in Restaurationen ufro. in grvß-r Anzahl zu finden find, geben fast durchweg in l ygienischer und ästhetischer Hinsicht zu Bedenken Anlaß Tenn da die bisherigen Zahnstocher behälter fast ebne Ausnahme aus offenen G> faßen bl stehen, so ist die Möglichkeit gegeben, d»ß die darin b'findlichen Zahnstocher von fremden Händen ang faßt werden oder daß sogar ein gebiaucitei »u den ungebrauchten hinernpelegt wird. Ta schließlich der Staub unpellindert sich aus den Zahnstochern nieder- schl^en kann, dürft n derartige Bebälter, selbst wenn das oben erwähnte Anfaffen von fremden Händen nicht möglich wäre doch das ästhetische Gefüdl manches Menschen beleidigen und nicht minder das sanitäre des Arzti s. Kürzlich wurde nun ein Zahnstocherdehätter zum Patent angemeldet, w-lcher die Einzelenti ahme orn Zahnstochern ermöglicht und die Wiedereinfüh>ung eines bereits benutzien Zahnstochers verhindert Der Behälter wird gegen eine mit Naht versehene feststehende Wand auf und abbewegt T a diele Wand in der Rohe- ftellur g des Gehäuses über dasselbe hrnwegragt, wird dreies vobstä drg staubdicht abgeschlossen An ihrer oberen Randfl-iche trägt dre erwäinte WandeineNuht, in welche, beim Anheben ins Gehäus c ein Zahnu ocker herabfällt, Wilcher bei der Abwärtsbewegung des Gehäuses dann freipegeben wird. Um zu verhindern, daß ein bereits b,nutzter Zabnstoch r wieder zur Benutzung gelangt, ist an dem G häufe ein Auswerferangebracht, welcher beim Andeben unter den r och etwa in der Naht der f,ftn Wand tu findlichen Zahnstocher greift und diesen entfernt so daß beim weiteren Anheben des Gehäuses ein nicht benutzter in di. Nagt gelang,nn ust. Ta bei «us weiser aus einem im Innern d-s Behälters angebrachten Greifer t eftebt, der von außen nicht bewegt w-.rden kann, ist das Einlegen eines pebr achten Zahnstochers nickt n ög- lich. Tas stüllen der Z ihnstocherbebältei geschieht durch eine auiklappdar ang ortn ete Nopffläche der B hätte's, die gewöhnlich durch Schrauben geschloss n gehal en wird und nur mittelst eines paffenden Schraubenziehers geöffnet werden kann (Technische Berichte Bruno Heinrich Arendt, Berlin.)
* Interessante Beobachtungen über die Schlangen uiit oer amerikanriche Raturforicker A. W. Ratter in einer Plauderei, die er im .Windsor Magazine' veiöffenllichi, mit. Im modernen R p- tiliei Haus kommt >s här fig vor, daß man den B<dars einer Brillensü lange nach großen Schwaizschlangen nicht dick.n lann. Ta b erbt d-m Schlarg'Nwär'e, nur em Mittel: er muß eine Schwär.schlänge künstlich paffend machen. In fei em Schwär,schlang > käsig
häng.n oben an der Spitze des Küfigd umes em großes Blind,l Reptilien, die sich w>e Regenwürmer in,inander verfchlunpen baden, um sich gepenfett'g zu wärmen. Der Mann wählt die größte Schlange und begrnrt das Bündel zu entwi ren. Zoll um Zoll w'id das Opfer auS dem Haufen herausgezogen. D-rnn wird es wie eine Peitsche darch de Luft geschwungen, es gibt em Sckm ppen. und da? Reptil bä gt leblos mrt gebrochenem Grnck da Dann fon mt das Aus- ivpfen In bie Reble bee toten R- pt ls hinab wird ein F osch gezwängt. Es folgt ein zw-iter, ein br tter Frosch usw., bis der glänzevbe schwarze Körper, ber erst ziemlich bünn war, so dick wie bas Ha> dgelenk eines Mannes geworben ist. In bieten v'ilock.nden Dimension,n wirb bie Schlange von b<r Brillen- f(Hange gierig verschlungen unb ist ibr Nahiung g nug ür zwei Woci en, obgle ch bie Biillenfcklange das „Innere" tes T eres sonst nrcht v,hmea würbe anher m Form einer „Schlangerpill," LXanckmal streiten bie Schlangen auch um rbr> Nahrung unb in bem bar» auffolger den Kampfe verlcklrnvt die ei' e ihre Gegnerin lebendig. Fn e ner N n A rfr> R pt'tte famm lung eie gnete sich lüizl'ck > n d rartig,r Vorfall. Gwe Pinfch'nfchlange butte bei Kopf einer Sck warzichlange rm Rachen unb war dab,i^ sie zu v'i'chiuck n iie Echworzschlange war schon halb te'un'er, als »in kchlangenn älter bazukam. E ergr ff j des R plil am Schwänze unb zog eines aus dem a b,in betau«, unb da fand man daß die Schwarzfchlange in ihrem Mui de noch einen kleinen Froick hi lt, b r das Strertoij kt gewesen war. Ta tie Peitichentchlange ihrer ®,gnerm den F'oich nicht fortnehmen körnte, hatte sie sich ei - sack enifchloffen, bas Ganze zu verfchiuckei, Frosch und Schlarpe. Lie Schwär,schlänge aber letzte ihre Mai l zeit ba fort wo sie unterbrochen worden war. Die jungen Tre>e der Giftfcklangen, die von Anfang an von chien Eltern oeiluffen werden, sind vom Augen dick ihrer Geburt an «benfo giftig wie bie ausgewachsenen Tie e. Das mußte vor einiger Zeit ber Besitzer eines Museums in Philabelpdia zu fernem e gen en Sä ad»n erfahren In emem großen Glas käsig, ber in bei Mitte burck ei Tiahtgitt.r geteilt ro. i. lebten eine elf Fuß lange Anakoi ba (von bei Familie Konstriktor) unb eine Kolonie giftiger Molafsinschlangen nebtNerrar der. Tie l,tzl,r,n lor nten unn öglick durch die bicktrn " oschen des G-fl,ckts lindtn oder at ck nur eu ।n Verbuch n achen ihre große unb s,redliche Rachda n zu fliegen. Aber n ähr-r d ber Slackt erschien un.rw net eine Brut junge r Mokassi s bte noch nicht ö Zoll lang ro. ren. S,e war bleu sich burck die Mafchin de G tters hindurch, und ehe sie noch zwei Stunden in dieser Welt hbun, tirctm fie fr,ibig Iber den hbltfen Kö'p.r b,r Riis.n'ü ar ge, die von den Gistjähnen ba jrngtn Schlangen getötet worden war.