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monotsbtiiage: „Sulbacr Gejchlchtsblätter
41
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34. :tabrnana
Fulda, Donnerstaq den 5. Dezember 1907
JW 279.
in
Zweites W5att
sind gewählt
Von den 43
KreiS eine Wahlbeteiligung von
eine Beteiligung im
Kreise
1907
1903
Wahl-
Stimmen
12 Abg. 90—10 »/• der abgegebenen gütigen
19ü7
1903
1907: 3,179,743 Stimmen
Zentrum erhielt
zählte man in
In den 105 Zentrumäkreisen
190.3: 1,87 ,273 Stimmen
erhielt
betrugen
Die sozialdemokratischen Stimmen
Mörs-ReeS Germersheim Zweibrücken Osnabrück
37
6
Soziald. Vtatlrd.
Konserv. Zentrum Soziald. Nattib. Kouserv.
3,259,(20 1,63 ',581 1, 60 2< 9
Anzet a en. Vie rtwt .paltigr vetitze ilt cd« deren Raum 15 psg. Reklamen »ie petitzeil« 25 Pfg.; bei wieder- holnnaen wird «ntjpr Rabatt aewährt.
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80—90»'.
70-80»/.
60-70»/.
50- 60»,'.
10,1—15%
15,1—20%
20,0—30%
Kreise
II n
92,2%
94,1 %
93,5 %
95,0% ersten
12,531,210 13,352,880
Davon haben gewählt:
52,2% 60-70% 70-80% 80—90% 90—100%
w
105 Kreisen
3 Kreise mit weniger als 50% Katholiken entsandten 2 Zentrumsabgeordnete und einen Zentrumshofpitanten: Hannover-Soest (53% ev. Bevölkerung), Osnabrück (53%), Göttingen (76%).
Krafle Beispiele der Wahlkreiseinteilung: Brunstermann (Schaumburg-Lippe) wurde > dt 5044 Stimmen tn der Hauptwaht gewäblt. Klost (Bochum) gelangte mit 33 905 Zentrumsstimmen nicht einmal in die Stichwahl. In dieser unterlag Haarmann (natlib.) mit 57 818 Stimmen gegen Hue (So;.). In Teltow-Beskow-Storkow- Charlottenburg genügen 95352 für die 4 bürgerlichen Kandidaten abgegebenen Stimmen nicht um die Wahl von Zubrrl mit 104 104 Stimmen' im ersten Wahlgang zu verhindern.
abgegeben. Hiervon sind
Zentrum.....
Sozialdemokraten . . NationaUiberale . . Konservative. - - -
Rückgang
da fallt es schwer, den Besitz genau zu bestimmen-, die reichen Leute wisien oft selbst nicht, tote viel Vermögen sie haben. Dazu kommen die schwan- kenden Kurse der Aktien. Tie Einführung, der Vermögenssteuer durch das Reich erfordert einen großen Apparat: sie kann kaum gemacht werden, wenn man nicht auch die Einkommensteuer au das Reich überträgt, da beide Steuern unter sich zusammenhängen.
Nun kommen andere und fordern den Ausbau der Reichserbschaftssteuer, d. h. die Ausdehnung derselben auf Kinder und Ehegatten. Für diese Maßnahme ließe sich, unter Umständen eine Mehrheit im Reichstage finden; denn es liegt nahe, erst die schon vorhandenen Steuern auszubauen, ehe man wieder neue ein- führt. Bisher haben sich aber namentlich die landwirtschaftlichen Kreise sehr stark gegen eine solche Steuer ausgesprochen. Diese Opposition ist nicht verstummt und die Rechte steht durchaus ablehnend da. "Das Zentrum aber hat keine Veranlassung, diese Kastanien aus dem Feuer zu holen.
Der schließliche Verlauf der Neichsfinanzre- form wird der fein, daß der „nationale" Reichstag zwar alle Ausgaben bewilligen wird, daß aber die neuen Steuern mit abwechselnden Mehrheiten abgelehnt werden. Dann bleibt es beim alten, d. h. bei den hohen Ma- trikularbeiträgen. Wenn man nun die Sache so darstellt, als ob eine gerechtere Verteilung der Mairikularbciträge das Heilmittel sei, so täuscht man sich selbst und andere. Durch eine andere Verteilung der Matrikularbeiträge erhält das Reich auch nicht einen Pfennig mehr Einnahmen. Die Hansastädte würden etwas mehr bezahlen und die kleinen thüringischen Staaten etwas weniger, aber sonst bleibt alles beim alten. Die Anschaffung eines neuen Kassenschrankes bedeutet noch keine Erhöhung der Einnahmen.
Das Zentrum ist „ausgeschaltet"; es hat in der Steuerfrage zunächst nur den Zuschauer zu spielen. Es wird aber dann eingreifen, wenn eine schlechte Steuer zu Fall gebracht werden soll. Dieser Zustand der „Ausschaltung" läßt sich ertragen.
Rheinprovinz von 530,482 (1903) auf 639,987 (52,3%) Preußen überhaupt von 1,150,339 (1903) auf 1,274,224 (18,5%) Bayern von 422,641 (1903) auf 509,528 (44,7%) (bet in diesen Bezirken abgegebenen gültigen Stimmen.)
von den 105 Zentrumswahlkreisen jst bie Wahlbeteiligung unter dem für das Reich ermitielten Satz von 84,7% geblieben. Bon den 105 Kreisen hatten:
,. parjelet in 8« da. MochLNbeilüge: "
r)re alte Harrte.
Humoristische Erzählung von Gustav Rehs« Id.
171 (Nachdruck vertwten.)
Gegen Abend war es und ungewöhnlich warm. Auf Zureden ihres besorgten Neffen hatte die Baronin das dumpfige Gemach verlaßen und sich, von der boshaften Fanchette wohl in Shawls und Lecken verpackt, auf der Terrasse eingerichier, woselbst Lothar durch Anbringung mehrerer Schutzwände ein — wie er versicherte — vor icdcr Zugluft geschütztes Plätzchen geschaffen hatte.
Nach einer gleichgiltigen Konversation begann Lothar plötzlich:
„Ihr Mädchenname war Thusnelda Vritting, nicht wahr, liebe Tante?"
„Ganz recht!" versetzte die Baronin, unmerk- lich lächelnd.
„Ich denke nämlich soeben an Ihr herrliches PorträtI" fuhr er fort. „Hoffentlich lassen Sie sich erweichen und schenken es mir zum Abschied. Was ich sagen wollte: im Grunde entspricht der sonst ja sehr wohlklingende Name Thusnelda diesem pikanten süßen Gesichtchen, diesem rätselhaften, verschleierten und doch feurigen Blick, dem reizenden, schelmischen Lächeln, das, sich leicht um den kleinen Mund lagert, den würdigen Löckchen, die sich auf der Alabasterstirn kräuseln, nicht. Ich würde eher für Lizzy, Käthe, Hetty, Ilse, Elfe - - —"
»Höre auf. höre auf, ich bitte Dich!" rief die Baronin lachend. „Leider gab man mir nun einmal diesne Namen also mußt Tu Dich bamit gbfinden. Sprechen wir von etwas andermi"
„Tante, geben Sie der Wahrheit die Ehre! Tie Photographie ist ganz neu, und wie ich mich jetzt erinnere, entspricht das, was man vom Kleide sieht, keineswegs der Mode, die aor falt einem halben Jahrhundert herrschte. Wer ist di» Schöne, deren Bild Sie mir so hartnäckig ver- . weigern? Wer ist daS Original?"
„DaS Original war ich einstI" versetzte die Baronin spöttisch. «Damit mußt Du Dich nun
zusammen 91 Abgeordnete mit durchschnittlich 71,7»/, der abgegebenen giftigen Stimmen.
40,0-50% „ soz. Abgeordneten
x Am der Milchen Anlitit der Ne'chstagSWhlen een 1907.
Wahlberechtigte
„Was Du willst morgen schon abrcHen?" r*ef die Baronin aus. „Das geht nicht. Tu mußt noch einige Zeit, wenigstens einige Tag? h'er bleiben! Hast Du denn einen so kurzen Urlaub genommen?"
„Das nicht!" sagte Lothar sehr schwermütig. „Aber ich müßte mich hier vor Sehnsucht nach meinem unerreichbaren Ideal verzehren, — id) würde vor lauter Sehnsucht ein zweiter Werther werden, und können Sie das einem Gardeleutnant Minuten, beste Tante?"
„Gottloser Mensch," stellte die Baronin sich erzürnt, ..Du ziehst Deine alte Tante auf! Warte nur! Aber Scherz beiseite. Du bleibst noch, — wir müssen uns doch etwas näher kennen lernenI"
„So? Ich soll wobl halt a bissel erb sch'ei- dien?" sagt«. Lothar so drollig, daß die Baronin in ein Helles Gelächter ausbrach, dessen jugendlicher Klang Lothar zu der Bemerkung ver- anlaßte: „Ihr Lachen ist auch noch recht Wohl konserviert, Tantchen!"
„Wer kann dafür?" erwiderte sie heiter, mäßiate aber ihre Heiterkeit doch sofort.
„Apropos, Tante, haben Sie warme Schuhe an?" sprach der junge Mann plötzlich.
„Wie sagst Du — warme Schuhe?" rief die Baronin verblüfft. „Wie meinst Tu das?"
„Ich wollte Ihnen eine kleine Promenade durch den Garten proponieren, möchte aber nicht, daß Sir sich einen Nheiknatismus zuziehen, falls Sie zu leickst bcllchuht sind!" war die Antwort.
„Wie gut Tu doch bist!" versetzte die Baronin spitz. „Pelzstiefel habe ich allerdings nicht an! Deine Rücksichtnahme ist etwas übertrieben!"
„Finde ich nicht! Es taut bereits, und nasse Füße zu -bekommen, ist für Ihre Jahre gefährlich!"
„So? Nun, desto eher würdest Du mich doch beerben 1" entschlüpfte es der Baronin unwillkürlich.
„Tantel"
Tief verletzt erhob sich der junge Offizier und machte Miene, sich mit kurzer, steifer Verbeugung zu entfernen, als sie, ihre Unzartheit schnell bereuend, sich erhob und begütigend sagte:
29
21
9
9
2
4
2,179,7 '4 (19,4%) 3,259.0 9 (24,9%) 1,630,581 (14,5%) 1,06 ,209 ( 9,4%)
1903 1907
Die Zentrumsstimmen stiegen in Provinz WestjalkN
von 229,037 (1903) auf 270,130 (39,9%)
Abg. in Streifen mit mehr als 50% eo. Beo. „ „ ......50% lach. „
1
4
31
52
17
In den vom Zentrum im gange gewonnene» Kreisen erhielten
„Verzeih', es war nicht bös gemeint! Komm' laß uns ein wenig promenieren!"
Schweigend reichte er ihr den Arm, in den sie den ihren legte und dann stiegen sie langsam die Stufen hinab, durchschritten das Blumen- pcnterre und wandten sich nach dem hinter der Villa liegenden Garten, Lothar über die zahl- reichen Widersprüche in dieser sonderbaren alten Frau nachgrübelnd, deren kleine Hand leicht wie eine Feder auf seinem Aermel lag, und die Baronin klopfenden Herzens, das Blut gegen die Schläfen hämmernd, in einer Stimmung, die ibt neu, unbegreiflich, fremd erschien. Es war mittlerweile fast völlig dunkel geworden. Die Lust war lau, fast schwül, unbewegt und erfüllt von den köstlichen Wohlgerüchen der blühenden Syringen. des Jasmins und zahlloser Blumen; im Gebüsch klagten mit schmelzenden Tönen die Nachtigallen. Welch gefährliche Poesie für zwei junge Herzen!
Mehr und mebr schlug ihr Herz, ihr selbst bisher unbewußt, diesem erst seit so kurzer Zeit gekannten Neffen, an dem alles ihr Interesse fesielte, — von seiner hohen, ritterlichen, geschmeidigen Gestalt und seinem schönen, männlichen Gesicht bis zu seinem offenen, freien, liebenswürdigen Wesen, — entgegen. Und daß sie nun ver- urteilt war, — durch ihre eigene Laune, — ir diesen schweren Röcken, deren Gewicht sie förmlich niederzwang in diesen entsetzlichen Schuhen die ihr zentnerschwer erschienen, mit diesem entsetzlichen Umhange, dessen Wärme ihr Höllenqualen verursachte, mit dieser fürchterlichen Haube und der abscheulichen Schminke im Gesicht gleich einer Greisin an feiner Seite dahinzuwanken, sie, die am liebsten die ganze verhaßte Maskerade von sich geworfen und ihn verspottet und über sein verblüfftes Gesicht sich geweidet hätte! Ihre Jugend stieg ihr in den Kopf, sie fühlte es und schwieg, aus Furcht, eine Dummheit zu begehen. Sie hatte es sich vorgenommen, sie wollte ihre Rolle zu Ende führen, — sie wollte ihren Willen durchsetzen!
I (Fortsetzung folgt.)
9,533,828 11,303,537.
Wahlbeteiligung: 1903 : 76,1% 1907: 84,7%
Also in den - ----- _ .
Durchschnitt von 82,3% alfo 2,4% unter 84,7%.
Es wurden 11,262,329 gültige Stimmen
Deutsches Reich.
• Urbcr die „Deutsche Verrinigung" schreibr man der „Köln. Volksztg.": In vertrauliche.. Schreiben, die auch an katholische Würdenträger ohne Erfolg verschickt wurden, wird um Unterstützung der „Deutschen Veremi- gung" gebeten und dabei ausgesührt, der Kampf richte sich nicht gegen das Zentrum als olches, sondern nur gegen die u n nationale (nicht atm- nationale!) Haltung des Zentrums und die träger dieser Haltung. Unter den mir zu einem sehr großen Teil bekannten Unterzeichnern des Aufrufes finden sich vereinzelt auch Anhänger des Zentrums. Es sind weiße Raben, die unter dem Druck der Verhältnisse oder dieser oder icnet Persönlichkeit (oder durch Täuschung) sich haben bestimmen lassen, dem Aufrufe beizutreten. Die meisten übrigen Unterzeichner sind in ihrer engeren Heimat als eingefleischte Z e n t r u m s g e g« ner dieser oder jener Richtung sattsam bekannt. Ein sehr wachsames Auge wird, auf den bald bemerkbaren Druck auf abhängige Zeutrumsan» Hänger zu richten sein. Hier wird die Zentrumspartei Äugen und Ohren offen halten müssen, um derartige Vorgänge rücksichtslos offen zu legen. Bor der Landtagswahl im nächsten Jahre beabsichtigt man, jedem Zentrumskandidaten einen „nationalen Fragebogen" vorzülegen. Wie dieler Fragebogen ausfallen wird, kann man sich denken. Wenn naturgemäß jeder Zentrumsmann ein solch unwürdiges Anerbieten zurückweisen .virb. so wird alsdann die Gegenaktion der „Ver- söhnlichen" ernteten. Dann ist ein Scheingrund gesunden, Kriegervereine, Turnvereine usw. gegen den angeblich unnationalen schwarzen Mann auflrctcn zu lassen. Bei dieser Gelegenheit fet die Leitung der neuen „Deutschen Vereinigung gebeten, die Antwort eines hochangesehenen Zentrumsabgeordneten auf die Em« tadiing. mitzutun, doch in der ersten Nummer des angeküudigten Organs der Vereinigung zu veröffentlichen. Gutem Vernehmen nach ist bieje Antwort so erschöpfend, daß durch deren Veröffentlichung viel Klarheit geschaffen würde.
l. Was ist der Block? Ans die,e Frag« antwortet die ,Deutfche Tageszeitung' in einer Polemik gegen einige Zeitungen, die dem Reichskanzler zum Vorwurf machten, daß er in seiner
«scheint tag ich mit Ausnahme ft« Son«« inft.deieOage. viertel« äbri. vrzna»orei» ftjnt Btinetrbln und -tüellgelftiaüu tountz «nrwärtr I Ml 5. Psg-
eben abfinden! Und was Deine sinnreiche Be-| merkung betreffs der Mode anbclangt, — ei nun. sollte es Dir nicht bekannt sein, daß die ewig wechselt? Wir trugen uns in jenen alten Zeiten wie heute! Bist Du nun zufricdcngestellet?"
„Nein, denn ich weiß genau, daß die Haar- tracht damals ebenfalls eine andere war! Tante, Sie mokieren sich über mich!"
, Schrecklicher Mensch! Wirst Tu bald auf- hören, mich zu quälen? Du langweilst mich! Ich kann Dir nur sagen, daß ich das Original bin und daß das Bild sehr alt ist! Begnüge Dich doch damit und sprich nun endlich von etwas an- denn!"
„Von etwas andermi Sie haben gut reden! Jeder spricht von dem, was ihn interessiert, und mich interessiert momentan nun einmal dieses Bild!" entgegnete Lothar lachend. „Kann ich dafür, daß dieses Gesicht mir nun einmal ?o ausnehmend gefällt? Uebcrdics — Sie tragen die Schuld!"
„Ich? Inwiefern?"
„Sie haben gestern gesagt, Sie beabsichtigten, mir eine Frau zu verschaffen, nicht häßlich, gutartig, vermögendl Tantchen, ich fasse Verdacht'"
„Und ungefähr so alt wie Tn, batte ich noch hinzugefügt!" spöttelte die Baronin. „Und Dein Verdacht, wenn man so fragen darf?"
„Taute, jenes Bild — es ist jenes junge Mäd- eben, Ivelchcs Sie für mich bestimmten, und Sie streiten jetzt nur dagegen, um mich später desto mehr zu überraschen! Habe ich recht!"
„Nein, Tu neugieriger Mensch! Jetzt aber verschone mich endlich mit Deinen Fragen und Anspielungen!"
„Gut, — wie Sie wünschen!" erwiderte Lothar mit scheinbarem Ernst, während es in feinen Augen vor Mutwillen leuchtete. „Schließlich ist es ja auch gleich, da ich morgen früh ab in reifen gezwungen bin! Jenes Bild, — es wird mir immerdar vor Augen schweben. Ich fühle, ich weiß es: — nut das Original könnte ich lieben' Da es nicht mehr für mich zu haben ist,, sterbe ich einst unbeweibt, — ich schwöre es hiermit!"
bei Zentrum . . von 19,7% auf 19,4% „ Konservativen . „ 10,0% „ 9,1%
„ Sozialdemokraten „ 31,7% „ 29,0% Steigerung bei den Nationalliberalen von 13,9% auf 14,5%.
Die Gründe für den Rückgang beim Zentrum waren wohl der Ausgang der Wahlen im Regie- rungsbezi' k Oppeln, wo di polnischen Stimmer, von 44,175 (1903) auf 115. 90 (1907) an- ichwollen und dem Zentrum 50% feiner Wähler pertoten gingen; ferner der Verricht auf viele Kandidaturen in Kreisen, wo 1903 erhebliche Ltimmenmhl zu verzeichnen war, insgesamt etwa 80 Ui 0 Stimmen.
In den 1« '5 Zentrumskreiien war die Wahlbeteiligung im Durchschnitt 82,5%. Starke Be- teiligung war z. B. im
Direkte Reichssteuern.
Zu den vielen lieblichen Bescherungen der neumodischen Blockpolitik gehörte auch die Ge- fahr, daß das geldbedürftige Reich auf die di- retten Steuern, die bisher den Einzelstaa- ten überlassen waren, üb er greife. ,
Tie Generaldebatte zum Etat bat nun bereits entschieden, daß für direkte ReAssteuern k e l n e Mehrheit vorhanden ist. Der Reichskanzler versuchte zwar nach seiner bekannten Manier den Streit an das Wort zu kleben und meinte, es sei nur eine Meinungsverschiedenheit darüber, wa- na« als direkte Steuer ansehe. Die Sache liegt aber doch tiefer. Der Bundesrat hat sich sowohl durch den Reichsschatzsekretär wie ganz besonders durch den preußischen Finanzminister gegen di- rekte Reichssteuern aussprechen lasten; die Konservativen wählten für ihren Protest die Feierlichkeit einer parteioffiziösen Erklärung und ihre Abneigung gegen direkte Reichssteuern geht so weit, daß sie sogar die ganze Steuerreform ver- werfen, wenn sich darin auch nur eine direkte Steuer findet. Tas Zentrum ließ erklären, daß es nach feiner ganzen Vergangenheit gegen eine direkte Steuer fein müsse. Damit ist auch tm Reichstag eine Mehrheit gegen eine solche vor- Händen, nicht nur im Bundesrat; denn National- liberale, Freisinnige und Sozialdemokraten, die für direkte Reichssteuern sind, sind die Minder-
Wenn man sich vor Augen hält, welche direkte Reichssieuern in Betracht kommen könnten, so scheidet die Re ich se i nko mm e n steue r von vornherein aus; selbst der demokratische Herr v. Payer will diese Kuh nicht ganz ausmelken; höchstens in den Kreisen der Sozialdemokraten besteht hierfür Sympathie. Die Grunde gegen eine solche Steuer sind ebenso auf finanziellem wie auf politischem Gebiete zu suchen. Tie Ern- kominenstener wird von den Einzelstaaten, Gemeinden, Bezirken, Schule und Kirche ausgebeu- tet; ivenn da der schwere Reiter Reich noch hin- zutritt, kann die ganze Steuer zusammenbrechen, weil das Reich sehr viel fordert. Wir müßten mindestens die bestehenden Steuersätze verdoppeln, wenn man dem Defizit auf diesem Wege ab helfen wollte. Wenn das Reich sich erst satt ißt an der Einkommensteuer, was soll dann für die Einzelstaaten übrig bleiben? Sie wurden dem finanziellen Bankerott entgegeneilen. Dazu kommt, daß die Einkommensteuer in den einzelnen Bundesstaaten nach ganz verschiedenen Grundsätzen erhoben wird und ganz verschiedene Beträge abwirft. Es geht also nicht,, wie man jetzt eine Gemeinde-Umlage auf die Einkommen- fteucr bat, auch eine Reichszulage zu erheben. Eine eigene Reichseinkomniciistcuer nach eigenen Grundsätzen begegnet noch größeren Schwierigkeiten.
Als eine andere direkte Reichsstener käme die R.e ichs ver m ö gens steu er in Betracht. Zuerst hat sie der Freisinn verlangt; die Nationalliberalen tuten jetzt in dasselbe Horn. Aber beide Parteien bleiben nur beim Schlagwort. Es ist ein großer Unterschied zwischen Vermögens- steuer und Vermögenssteuer; bisher hat man diese als eine Art Ergänznngssteuer zur Ein- kommensteuer den Einzelstaaten überlassen; man hat sie sogar in manchen Staaten gar nicht ein- geführt, weil man davon eineBenachteilignng der Landwirtschaft befürchtete. Vom festen Besitz kann jeder Pfennig nachgewiesen werden, jeder Gockelhahn, jede Kuh, jedes Quadratmeter Land. Beim mobilen Kapital aber ist es ganz ander?;
41 Zmtrumskr. 0,0—5 % der adst. Wähler,
5,1-10% „ „
21
Kreisen
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