Ausland.
derstappcu, Weihbischof von Mecheln, die Herren Generalvikare und das Domkapitel. Auch für den Jubilar selbst und seine Familie waren Plätze im Chore angewiesen. Unterdessen spielte die Orgel Präludium und Fuge von I. S. Bach. Im Pontilikalamt, das der Senior des belgischen Episkopats der Hochwürdigste Herr Stillemans Bischof von Gent, zelebrierte, wurde von der Schola cantorum unter der geschickten Leitung des Gesanglehrers am Priesterseminar, Herrn Willems, die Missa in festis Beatae Mariae Virginia (cum jubilo) aus dem offiziellen Kyriale Vaticanum aufgeführt.
Znm Offertorium spielte die Orgel die Fuge von Bach über den Choral: „Vom Himmel hoch, da komm' ich her!" Nach dem Amte stimmte der zelebrierende Bischof das Tedeum an. Während I die Bischöfe mit dem Jubilar die Basilika wieder verliefen, spielte der Domorganist, Hr. Depuydt, die Lokkate und Fuge in dmoll von I. S. Bach. Nach dem Pontifikalamt war Festversammlung in dem großen Saale der MSrodestraße, wo den Bischöfen und dem Jubilar bei Betreten des Podiums eine begeisterte Ovation bereitet wurde. Msgr. Mercier, Erzbischof von Mecheln, nahm zv. erst das SBort. Der hohe Kirchenfürst gedachte der Verdienste Tinels als Reformator der Kirchenmusik in Belgien und pries in ihm den christlichen Künstler, den hohe christliche Ideale erfüllten und der diese Ideale auch in die Seelen seiner Schüler hineinsenkte. Edgard Sinei, den Gott mit so hohen Talenten ausgestattet, hat stets sein Leben mit seinen Lehren in Einklang gebracht, deshalb wird es ihm auch mit der Gnade Gottes gelingen, seine Ideale zu verwirklichen. Unter stürmischem Beifall der ganzen Festversammlung überreichte hierauf der Kirchenfürst dem Jubilar im Namen des Pap- steS daS Komturkreuz des St. Gre- goriusordens. Der Generalpräses des belgischen St. Gregoriusordens, Herr Domkapitular Sosson, beglückwünschte den Gefeierten im Namen des ganzen Vereins und übergab ihm
„Unterstützung".
* Zu der neuen Spionageaffäre melden Pariser Blätternder Verdacht, daß der Schiffsfähnrich Ullmo mit der kürzlich in Marseille entdeckten Spionageagentur in Verbindung stehe, sei durch eine bei dem verhafteten AndrS vorgefundene Telegrammabschrift erwiesen, welche lautet: „Annahme angebotener Schriftstücke unmöglich, Preis ist zu hoch."
— Zu Beginn der Versammlung, als der dies- ährigen Generalversammlung, waren die ge- chaftlichen Angelegenheiten erledigt worden. AuS dem Geschäftsbericht des Vorsitzenden, Herrn Oberbürgermeisters Dr. Antoni, entnahm man, daß beabsichtigt ist, im nächsten Jahre eine offene Lesehalle in Fulda zu er-
Ballhauses über, blieb hier aber nicht lange. Der Großherzog Karl von Dalberg, den die Gesellschaft anläßlich seines Namenstages am 4. November 1810 zu einer übrigens ziemlich mißglückten Aufführung einzuladen den Mut gefunden hatte, schenkte ihnen eine Bübne und wies ihnen für ihre Vorstellungen die drei vorderen Säle in der Orangerie an. Hierdurch erhielt das Theater einen höheren Charakter, es bildete sich ein „Verein der Musenfrennde in Fulda", dem alle Honoratiorenfomilien der Stadt angehörten. Herren und Damen der besten Gesellschaft wirkten, bei den Aufführungen mit. Bemerkenswert ist, daß der Applaus streng verboten war, offenbar, weil einzelne minder glückliche Schauspieler die Verteilung des Applauses nicht gerecht gesunden hatten. Ab und zu gab es auch kleinere Revolten unter den Bühnenmitgliedern. Das ,Jahr 1813 brachte infolge der politischen Verhältnisse eine Unterbrechung. Vom nächsten Jahre ab wurde wieder regelmäßig gespielt. Die Einnahmen wurden teilweise zugunsten der Armen verwandt, meist zur Bekleidung von Erstkommunikanten. 1824 mußte der Musenverein die Orangerie räumen und siedelte auf die vom Konditor Pult hinter seinem Hause errichtete Bühne über. Er nannte sich jetzt „Gesel- ligcr Verein" und trat mit dem „Kasino" in Verbindung. Man hatte inzwischen solche Fortschritte gemacht, daß man auch Opern, darunter einmal unter allgemeiner Anerkennung die „Pre- ciosa", ausführen konnte. Nach und nach aber war die Gesellschaft etwas „gemischt" geworden, das Interesse verlor sich und 1836 löste sich der „Gesellige Verein" in Wohlgefallen auf, nachdem er ein Vierteljahrhundert hindurch in dem Kunst- \ leben der Stadt eine nicht unbedeutende Rolle wipielt hatte. Die zahlreichen Anwesenden, die dem Vortrage mit großem Interesse gefolgt, waren, lohnten den Redner mit dankbarem Beifall.
Fortbildungsschule. Seit einigen Jahren findet alljährlich in der Woche zwischen Ostern und Weißensonntag eine Ausstellung von Zeichnungen und schriftlichen Arbeiten unserer gewerblichen Fortbildungsschule statt. Im nächsten Jahre soll, wie wir,hören, die 14. Verbandsversammlung des Verbandes der Lehrer und Freunde der gewerblichen Fortbildungsschule im Regierungsbezirke Kassel in unserer Stadt und zwar am 21. und 22. April 1908 abgehallen und gleichzeitig damit die Ausstellung der hiesigen gewerblichen Fortbildungsschule verbunden werden. — Voraussichtlich finden Versammlung wie Ausstellung im Stadtsaale statt.
+ Schreiner-Innung. In der letzten Vorstands-Sitzung wurde als Termin für die außerordentliche Jnnungs»Versammlung, für die als einziger Punkt auf der Tagesordnung der „Antrag Augustin Schneider-Edelzell und Genossen auf Auslösung der Innung" gestellt ist, der 16. Dezember 1907 bestimmt. Die Versammlung findet im Stadtsaale statt, es wird ihr ein Vertreter der Aufsichts-Behörde (Magistrat) beiwohnen. Dem Antrags auf Aushebung der Errichtungs - Verfügung, der bei der ober» Ver- waltungs - Behörde gestellt werden müßte, kann erst stattgegeben werden, wenn 8A der gesamten Mitglieder zugestimmt haben. Die Innung zählt zurzeit rund 360 Mitglieder.
N8 Viehzählung. Die aus Anlaß der am 2. Dezember er. stattfindenden allgemeinen Viehzählung gewählte Zählungskommilsion wird gebildet aus den Herren I. Beigeordneten A. Müller, Stadtrat Veldnng und Stadtsteuersekretär Nenw merk.
try Zur Restaurierung der dompfarrlicheu Friedhofs-Kapelle. Aus Anlaß des Lbjährigen Priester - Jubiläums des Herrn Oberlehreri Kramer am hiesigen König!. Lehrer - Semina? überreichten die Seminaristen den; Jnbilar als Ehrengabe eine ansehnliche Geldspende sür di« | Restaurierung der Kapelle, in der der Gottes, dienst für die Seminaristen abgehalten wird. Di< Geber machten mit dieser Spende ihrem hochw, Herrn Lehrer, dem die Ausschmückung der ge> nannten Kapelle sehr am Herzen liegt, eine groß« Freude. Die durch die Erneuerung der Kapelle entstandenen Kosten sind noch keineswegs gänzlich gedeckt; es fei deshalb bei dieser Gelegenheit darauf hingewiesen, daß Gaben sür die Renovierung ber genannten Friedhofs-Kapelle recht willkommen sind.
— Eine Studienkommission der Kgl. Lehranstalt sür Zoll- und Sleuerbeamle in Frankfurt besichtigte hier heute vormittag verschiedene technische Betriebe, um sich über die Herstellung der Fabrikate zu unterrichten.
. Dre Annahme des Ausgleichs ist nun auch rn Ungarn gesichert. In einer Konferenz der Kossuthpartei bekämpften zwar Polony und zwei andere Abgeordnete die im Ausgleich enthaltene Ouotenerhöhung, die Mehrzahl war jedoch für die Annahme des Ausgleichs.
* Die Königin von Italien ist am Mittwoch von einer Prinzessin entbunden worden, die den Namen Johanna erhalten soll. Das italienische KönigSpaar besaß bisher drei Kinder: Prinzessin Jolanda, Prinzessin Mafalda und den Kronprinzen Humbert.
Der Besuch wird streng privat sein, da ter Kaiser 14 Tage in Ruhe zu verleben wünscht.
* Die Enthüllungen des Nasi-ProzefieS. Die Dienstags-Sitzung des Nasi-Prozesses ruft u n- geheueres Aufsehen hervor. Großen Eindruck machte es, als Marquis Capelli dem früheren Unterrichtsminister unwiderlegbar nachwies, daß bei seinem Weggänge alle Akten und Schrift st ücke des Sekretariats vernichtet wurden. Mit Recht schreibt „Messaggero", angesichts der fürchterlichen Genauigkeit der Ziffern, mit denen Marquis Cappelli als Vorsitzender des Fünferausschusses die Beschuldigungen belege, könne der Senat unmöglich sortfahren, nur über Bagatellen wie Spesenüberschreitmng zu verhandeln, während die Angelegenheit der U n t s r st ii tz- ungsgelder vom eigentlichen Prozesse aus- geschaltet sei. Es handle sich nicht mehr um die verhältnismäßig kleinen Beträge für Reisespe- sen, sondern um Veruntreuungen von Hundertausenden unter der Etikette der
Aus Airche und Schule.
„ Johannesberg, 14. Nov. 1907. Nächsten Sonntag, den 17. d. Mts. wird der Hochwürdigste Herr Bischof Joseph Damian dahier die hl. Firmung spenden.
(**) Hersfeld, 13. Nov. 1907. In der Zeit vom 31. Oktober bis zum 10. November wurde in der St. Sturrniuskirche eine hl. Mission abgehalten, die erste seit den Tagen der Reformation. Mit gespannter Aufmerksamkeit lauschten die vielen Andächtigen, die von nah und fern erschienen waren, den Predigten des Missionärs, der klar und verständlich, gewinnend und begeisternd die großen Wahrheiten unserer hl. Religion vortrug.
z. Naturheil-Verein Fulda. Zu der gestern abend im „Ballhause" angesehten Monats- Versammlung des hies. Raturheil-Vereins hatte sich eine ansehnliche Zahl Mitglieder ein- gesunden. Die Versammlung wurde eingeleitet durch eine Vorlesung über das Thema: „Gesundheitspflege". Es entspann sich darüber eine rege Diskussion. Der Schriftführer teilte mit, daß zum Bau des Bundeskrankenhauses bei Berlin nunmehr ein Grundstück gekauft und auch schon verschiedene Stiftungen für den Bau vorhanden seien. Auch die Bundesspar- kasse wurde wieder empfohlen, sie nimmt Spargelder schon von 50 Pfennig zu 4 Prozent an. Der Bund hastet für die Spareinlagen mit seinem gesamten Vermögen, welches über l1/» Million beträgt. Die angelegten. Gelder werden dazu verwendet, um armen Naturheilvereiien bei der Erbauung eines Licht-Luslbades finanziell zur Seite zu stehen, ferner auch zum Bau des Bundeskrankenhauses u. f. w. Am Freitag, 22. November wird im Ballhaussaal Herr Dr. Lindner aus Kassel-Wilhelmshöhe einen Vortrag halten über: „Wesen und tieferer Sinn derNaturheilmethode". Es wurde beschlossen, dem Bunde deutscher Jmpsgegner beizutreten. Das diesjährige Stiftungsfest wird in der ersten Hälfte des Monats Dezember stattfinden. Mit den Schrebergärten hat man im Verein gute Erfolge erzielt. In diesem Jahre waren die Parzellen an zehn Pächter vergeben, die pro Parzelle 80 Pfennig zahlten. Aus den Reihen der Versammlung wurde ber;
-T- Im Geschichtsverein bot gestern abend Herr Oberbürgermeister Dr. Antoni mit seinem Vortrage über das Fuldaer Liebhabertheater im Anfang des 19. Iahrhun- berts einen höchst lehrhaften Einblick in das Reich der Bretter, die damals in Fulda die Welt I bedeuteten. Aus dem weiten Gebiet der Fuldaer Geschichte nut ein kleiner Abschnitt, aber wie sah man darin die damalige Zeit sich widerspiegeln mit ihrem Denken und Fühlen, ihren künstlerischen Empsindungen und Bestrebungen, mit ihrem ganzen Tun und Treiben. Ans fernen Tagen schallte die Lust und auch das Leid einer längst Heimgegangenen Generation an unser geistiges Ohr, man sah, wie die Menschen sich, liebten und sich ärgerten, sich harmlos belustigten und, dabei ihre kleinen Ränke svan- nen, ahnte, wie auch damals die Leidenschaften gährten, der Ehrgeiz angespannt wurde und Hoff-, nung und Enttäuschung brachte, wie auch damals mit dem höchsten Aufgebot der persönl. Eigenschaften gekämpft wurde, um etwas zu bedeuten auf den Brettern und in der Welt, die sie vor- stcllen. Die bisher. Veröffentlichungen über das Fuldaer Liebhabertheater sind Bruchstücke, die sich auf einzelne Abschnitte beziehen. Herr Oberbürgermeister Dr. Antoni konnte, an der Hand einer kürzlich vön ihm erworbenen Auszeichnung eines Mitgliedes der Bühne, Dr. Dorsch, die durch eine Sammlung alter Theaterzettel und einen Katalog der aufgeführten Stücke ergänzt wurde, die ganze Geschichte der Liebhaberbühne berfolgen. Die Anfänge reichen in das Jahr 1809 zurück, wo eine kleine Gesellschaft Studierender des Lyzeums zum Zwecke ihrer Weiterbildung in der Wohnung eines Mitgliedes, im Hause des Seifensieders Herbst am Severiberg znsammeukam, selbstgefertigte Aufsätze vorlas und deklamato- rtfdre Hebungen veranstaltete. „Gelehrte Gesellschaft'- nannte sie sich. Die deklamatorischen Hebungen, die sich auch auf Bruchstücke aus Dramen erstreckten, machten den Wunsch rege, auch wirkliche Ausführungen zu veranstalten. So wurden zuerst Teile aus der „Jungfrau von Orleans", dann einaktige Lustspiele aufgeführt, allerdings in allerbeschrLnktesten Verhältnissen und mit einer Ausstattung, die an die Bühne zur Zeit Shakespeares erinnert. Nach und nach fand sich auch Publikum ein, bis schließlich der Hausherr, der an den „vollen Häusern" weniger Gefallen fand, die Wohnung kündigte. DaS. Theater siedelte dann 1810 in einen Saal des
Lokales.
Fulda, den 14, November 1907.
* Mit der Beitreibung der Steuern und des Waffergeldes wird nächsten Montag be- gönnen.
>Qi Beginn des Schulunterrichtes. Von Montag den 18. d. M. an beginnt der Schulunterricht bis auf weiteres eine halbe Stunde später, und zwar um V-9 Uhr, der Pfarrgottes- dienst sowohl im Dome als auch in der Stadtpfarrkirche gleichfalls eine halbe Stunde später, nämlich um s/«8 Uhr.
Q Edgar Tinel,
der Komponist des nächsten Sonntag hier zur Aufführung gelangenden „Franziskus" feierte am 15. Oktober v. I. sein 25jähriges Jubiläum als Direktor der interdiözesanen Musikschule in Mecheln.
Es wird gewiß weitere Kreise interessieren, näheres über diese großartige Feier zu erfahren. Das Gregoriusblatt, Organ für katholische Kirchenmusik, berichtet (in Nr. 11, 31. Jahrg. 1906) u. a. folgendes:
Der Umstand, daß der Gesamtepiskopat 23el-, giens sich persönlich an dieser Feier beteiligte, verlieh derselben eine besondere Bedeutung und einen ganz außergewöhnlichen Glanz. Die Kundgebung wurde morgens eingeleitet durch ein feierliches Pontifikalamt in der altehrwürdigen Basilika. Gegen 10 Uhr erschienen die Kirchenfürsten in Prozession und nahmen Platz im Chore. Auf der Epistelseite die Hochwllrdigsten Herren Walravens, Bischof von Tournai und Rutten, Bischof von Lüttich; auf der Evangelien- feite die Hochwürdigsten Herren Waeselaert, Bischof von Brügge und Heylen, Bischof von Namur;, auf dem bischöflichen Throne der Hoch- würdigste Herr Mercier, Erzbischof von Mecheln; in den Chorsiühlen der Hochwürdigste Herr Wan-
richtig« Freude sind sowohl für dir Königin und -für mich wie auch für mein ganze« Volk. Ich hege nicht nur innige Hoffnung für das Gedeihen und das Glück de- großen Reiches, über das Eure Majestät herrschen, sondern auch für die Erhaltung des Friede»-. Ich trinke nun auf die Gesundheit Seiner Majestät des Kaisers und Ihrer Majestät der Kaiserin und bitte dabei noch einmal der aufrichtigen Freud« Ausdruck geben zu dürfen, die unS dadurch gewährt wird, daß wir Eure Majestäten als unsere Gäste empfangen.
f Der Kaiser antwortete mit folgendem Trinkspruch:
Die überaus freundlichen Worte deS Willkommens die Eure Majestät an die Kaiserin und mich gerichtet ' haben, haben mich tief gerührt. Bande enger Ver- ■ wandtschast und viele teure Erinnerungen an vergangene ' Tage verbinden mich mit Eurer Majestät Familie. , Unter diesen Erinnerungen steht an erster Stelle die , Gestalt meiner verehrten Großmutter, der großen i \ Königin, deren Bild meinem Herze« unauslöschlich ein- t gegraben ist, während die Erinnerung an meine ge-1 , liebte Mutter mich zurückversetzt in die frühesten Tage j ' einer glücklichen Kindheit, die ich unter dem Dach und i innerhalb der Wälle dieses alten großen Windsorer , Schloßes zugebracht habe. Die RÄze alter Erinnerungen sind jetzt erhöht durch den warmen Empfang, den Eure ; Majestäten uns aus Anlaß unseres gegenwärtigen Be- (such es bereitet haben. Es ist auch mein ernstester , Wunsch, daß die enge Verwandtschaft, die zwischen (unfern beiden Familien besteht, sich widerspiegeln möge ,in den Beziehungen unserer beiden Ländert und so den Frieden der Welt bekräftigen möge, I dessen Aufrechterhaltung ebenso sehr Eurer Majestät beständiges Bestreben wie es mein eigenes ist. In diesem Sinne danke ich Eurer Majestät sehr warm im Namen I ' der Kaiserin und für mich selbst für die freundlichen ' und huldvollen Worte, mit denen Sie uns begrüßt , haben, und in diesem Sinne erhebe ich mein Glas auf < das Wohlergehen Eurer Maiestät und Ihrer Majestät ( der Königin und auf das Wohlergehen aller Mitglieder (des königlichen Hauses, meiner nahenundgeliebten ( Verwandten.
(Hampshire) an der südlichen Küste Englands l die Prachtausgabe bet gesamten Werke von @ gSSj jUnnbtmSm seines Bach als Festgeschenk des Vereins. Tiefbewegt
Besuches m Windsor am nächsten Montag reisen, dankte hierauf der Jubilar den hochwürdigsten "-------- r':- v- H»ren Blschösen für ihre hohe Teilnahme an der
ÄÄ/ier und richtete an die verfammeltn Schü- ler das Wort, mit der Aufforderung, daS Chri- stentum m der Kunst stets hoch zu halten und auch m der Kunst zuerst Gott und seine Gerech- trZeit zu suchen. Gegen 3 Uhr war im katho- nschen Vereinshause Festessen mit 200 Gedecken Den Vorsitz führte der hochwürdigste Herr Erzbischof. Hochdenselbs toastete auf den großen Reformator der Kirchenmusik, Seine Heiligkeit! Pius X., auf den greifen Bischof von Gent, der am vorhergehenden Tage sein 50jähriges Prie- fterjubtläum gefeiert, und auf den Jubilar selbst. Musikprofessor De Smet, vom Brüsseler Konser- vatorium, der als erster Schüler aus der neu- gegründeten Kirchenmusikschule hervorging, begrüßte seinen verehrten Lehrer im Namen aller früheren Schüler und übergab ihm als gemeinsames Festgeschenk eine prachtvolle, zur Auf. nähme der Bach'schen Werke bestimmte Biblio- thek. Nachdem Tinel noch einmal allen Festteilnehmern gedankt hatte, hob der Vorsitzende die Tafel auf, während die ganze Festversammlung dem vubtlar seine letzte begeisterte Ovation be-1 rettete. F
Een, für die nicht nur die Bibliothek bei SZ KWre'^, °uf 800 Bände angelaufen i? LKrn auch andere Bücher zur Verfügung gj werden sollen lieber den Inhalt der VÜ chtt der Vereinsbibliothek soll ein Katalog er Wtet toerben.. Mit besonderem Nachdruck^ wil sich der Verem tm nächsten Jahre auf die Flur I tLe " s" rfchung verlegen, er rechnet dabe I Kauders auf die Unterstützung seitens der Leh I ??rfchaft. Der Mitgliederbestand ist im verflos nunä bortv9 ?uf 11,1 gestiegen. Die Rech qÄ mit einem Ueberschuß von 990,9s a»arr/?rn^niena°£()'32 *£' Ausgaben 1092,0* I Z:a i Dem Kassierer, Herrn Jos. Schmitt ^urde Decharge erteilt und der Vorstand bis au ^,.» ^,.^I'E^^^ücksichten ausscheidendch I H^rn Sanbesbiblwtöefar Dr. Scherer Wiederae wählt. An seiner Stelle trat Herr Prosessv Dr. Haas ui den Vorstand, dem außerdem noe folgende Herren angehören: Oberbürgermeister Dr. Antom, Prof. T«. Richter, Geh. Bnurw Hoffmann, Weinheindler Jos. Schmitt urü
I Hauptlehrer Vonderau.
.H In der Reinhardt'schen Kunsthaudlun, find 2 Gemälde ausgestellt, die ihrem Meister v- Kreyselt in Kleinfasfen, zu höchsten Ehre gereichen. In zwei Landschaste; führt er uns ein, deren Schönheiten er uns ir einer herrlichen Sprache preist. Das eine „Sonnen aufgang", welche Macht weht uns aus diesen, Stück Erde entgegen! Mit welcher Farbenpracht schildert Kreyselt hier das Erwachen des Tages! Welches Feuer ergießt sich über Felder, Wiesen. Walder! Das andere: „Abend". Die Sonn? steht schon tief, der Bäume Schatten werden schoi lang. Das Grün der Wälder und Wiesen nimm, schon jenen kalten, fröstelnden Ton an. liebel allem eine klassische Ruhe. In diesen Werke« liegt etwas von dem Geist der Maler vor Fontainebleau.
Der Besuch des Kaiferpaares in London fand am Mittwoch statt. DaSKaiser- paar fuhr mit ber Eisenbahn bis zum Paddington Bahnhof in London, wo der Bürgermeister von ^Paddington eine Adresse überreichte. Von hier auS begab sich das Kaiserpaar in feierlichem Zuge, der eine halbe Stunde in Anspruch nahm, durch jdie glänzend dekorierten Straßen nach der Guildhall, dem Londoner Rathaus. Ein zahl- .löse Menge füllte die Straßen, die von ehellem ! Sonnenschein durchflutet waren.
Die Vorberei'ungen, die London zum Be- jsuche des Kaiserpaares getroffen hatte, Übertreffen an Pracht alles, was in den letzten Jahren nach dieser Richtung in London geleistet wurde. Deutsche und englische Vearüßungsworte sind überall in langen Girlanden von Haus zu Haus über die Straße gezogen. Die Stadtteile West-1 minster und Holborn hatten besonders kunstvolle 'und ornamentale Dekorationen anbringen lassen.
In der Guild hall überreichte der Lord- : mager (Bürgermeister von London) dem Kaiser eine in einer wertvollen Kassette liegende Adresse namens der städtischen Verwaltung. Der Kaiser erwiderte mit vernehmlicher Stimme:
, »Ich bitte meinen Dank für die Adresse und die prächtige Kassette, sowie den glänzenden Empfang entgegennehmen zu wollen. Inmitten all' der Ausschmückungen sah ich eine Inschrift: Blut ist dicker als Wasser. Möge dies immer so zwischen den beiden Ländern bleiben und möge die große Stadt London sich unter den Auspizien meine« geliebten Onkels, den Gott schützen möge, immer erfolgreich weiterentwickeln.«
Bei dem Festmahl wurden zwischen dem Lordmayor und dem Kaiser Trinksprüche ge-1 ^wechselt. Kaiser Wilhelm sagte u. a., er fei I ; stolz in dem Gedanken, durch ein enges Band mit der Weltstadt London verbunden zu fein. ®r erinnerte daran, daß ihm gelegentlich seines ersten offiziellen Besuches im Sommer 1891 das Bürgerrecht Londons verliehen worden sei und fuhr fort:
»Als ich an dieser selben Stelle vor 16 Jahren zu p Sir Joseph Savory sprach, sagte ich, daß mein Bestreben vor allem darauf genchtet sei, den Frieden ,u erhalten. Die Geschichte wird mir, hoffe ich, die Gerechtigkeit widerfahren lassen, daß ich dieses Ziel seit jeher unerschütterlich verfolgt bade. Die Hauptstütze und bi« Grundlage des Weltfriedens ift aber die Aufrechterhaltung von outen Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern. Ich werde auch fernerhin dieselben stärken, soweit die» in meiner Wacht liegt. Di« Wünsche der brutschen Nation decken sich hierin mit b«n meinigen. Dann wird di« Zukunft glänzend« Aussicht zeigen, und der Hand«! zwischen den Nakwnen, die sich gegenwärtig zu vertrauen gelernt haben, sich weiter entfalten.«
Seinen Kuraufenthalt wird der Kaiser mm doch nicht auf der Insel Wight, sondern ta Highcliff Tast!« bei Christchurch|i
' , Rede und Gegenrede lasten an Herzlichkeit ' nichts zu wünschen übrig. Sie sind auf den j nämlichen Ton gestimmt. Sie tragen das Ge- > präge freundlicher Gesinnung nicht nur für das i Herrscherhaus, sondern auch für das Vaterland, des Gastgebers drüben, des Gaststeundes hüben. 'Die Trinksprüche bestätigen, daß die Spannung 'zwischen Onkel und Neffen nachgelassen hat und 'die Beziehungen wieder freundlicher geworden (sind, was dann auch nicht ohne alle Rückwirkung {auf die Beziehungen zwischen den beiderseitigen (Regierungen und Völkern bleiben kann. Die Fürsten und Völker, roeit entfernt, sich zu schlagen, , haben sich vertragen. König Eduard hat seine Zuversicht in die „Erhaltung des Friedens" be» i kündet, und der Kaiser Wilhelm stimmt in diese \ Zuversicht ein mit dem Wunsch, daß die Innig- :eit zwischen beiden Reichen den „Frieden der .Welt" bekräftige. Man darf in den Kund- güntngen den guten Willen erkennen, alles aus»!
\ z> schalten, was fernerhin als Moment des Miß- s trwens die Beziehungen zwischen den beiden 1 großen Reichen unsicher gestalten könnte. Aller- 'biiig8 darf man nicht überleben, daß dies erst .geschieht, nachdem England so ziemlich alles er- reicht hat, waS es wollte, und zwar unter Schwächung ber Stellung Deutschlands im französischen Konzert.