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Fulda, Mittwoch den 13. November 1907.

JV3 261.

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34. Jahraanff.

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Zweites Wt'att.

s.

= Vie zinanMsir.

Daß der jetzige hohe Diskont sehr schmerzliche Wirkungen für Industrie «nd Handel mit sich bringt lieat auf der Hand. Diese Wirrungen treffen nicht nur den Großindustrlellen d Großhändler, sondern noch viel scharfer oen tiei 7en Fabrikanten und Detailhandler denn drrs sind *um Teil auf die Genossenschafts, und Bor- schußbanken angewiesen, die zur Zeit eures hohen K-^ntsaNe« für ihre Wechselbestande nur sehr SRA fUn. feffltae» 0eO ffi !S- t)ie mittleren Schichten die erste Voraussetzung eines gewinnbringenden Arbeitens. Bei 7% Prozent Zins kann dem Geschäftsmann wohl kaum mehr etwas übrig bleiben, wenn man die anderen Unkosten in Betracht zieht.

Daß der Diskontsatz so hoch hinauf geschraubt wurde, hat seine augenblickliche Ursache bekannt­lich in den amerikanischen Verhältnissen. Erne Krisis drohte aber ohnehin schon. Das wirtschaftliche Leben hat in der ganzen Welt einen Höhepunkt erreicht, wie er bisher wohl niemals in so großartigem, allgemeinem Um­fange zu beobachten gewesen ist. Jetzt sehen wir seit einigen Wollen den unleugbaren Rückgang rn den Verernigtyr Staaten, und neuerdings lehren uns auch'die einheimischen Statistiken so- wie Las Zurückgehen der Preise für industrielle Rohmaterialien, daß a u ch w i r an diesem Rück­gang teilhaben. Man braucht nur die Berichte vom westdeutschen und oberschlesischen Eisenmarkt zu verfolgen, um überall auf bedenkliche Erscher- nungen zu stoßen. Arbeiterentlassungen, Verkür­zung der Arbeitszeit, damit zusammenhängende Verminderung des Verdienstes und deshalb auch der Kaufkraft, sind Faktoren, die in Verbindung mit dem anhaltenden Steigen der Lebensmittel­preise schwere Schädigungen herbeizuführen ge­eignet sind. Wird Lazu noch die Unternehm« ungslust durch teueres Geld eingedämmt, so ist ein weiterer wirtschaftlicher Niedergang die nol- vendige Folge.

Es geht allerdings sehr langsam bei uns. Der Bau unseres Wirtschaftslebens ist ungemein gefestigt. Unsere Industrie weicht in voller Er­kenntnis der Situation langsam Schritt für Schritt zurück und bereitet sich sorgsam auf eine stillere, vielleicht auf eine schlappe, schlechte Zeit >or. Die Grundursachen des Uebels ,'ucht ein Fach.mann, G. H e i l i g e n st a d t, der Präsident der preußischen Zentralgenosscuschafts- kasse, in einem Aufsatz in „Schmollers Jahrbuch für Gesetzgebung. Verwaltung und Volkswirt- schäft" aufzuklären. Er findet sie hauptsächlich tn dem Umstand, daß bei uns das gesunde Ver­hältnis zwischen Anlage- und Betriebs­kapital sich verschoben und das Anlagekapital auf Kosten Les Betriebskapitals sich ungewöhn­lich stark vermehrt hat.

Heiligenstadt schätzt den jährlichen Vermögens­zuwachs im deutschen Reich auf rund 3% Mil­liarden Mark, und weist darauf hin, daß der Ge- samtzuwachs der Immobiliarversicherung, sownt er als neu veranlagtes Kapital betrachtet werden kann, 2 Milliarden Mark jährlich, und die Neu­ausgabe von Wertpapieren annähernd 2% Mil­liarden jährlich ausmachte. Sind diese Angaben richtig, erlangte man also in Deutschland einen VermögenszuwachL von 3% Milliarden Mark, veranlagte man aber für 4y2 Milliarden M jähr­lich, so würde mau mit denk eigenen Kapi­tal nicht ausgekommen sein, sondern fremdes, vielleicht ausländisches, herbeigezogen haben. „Diese Schwächung des nationalen Be­triebskapitals ist die Wurzel unserer wirtschaft­lichen Verlegenheit." Man wird Heiligenstadt im allgemeinen zustimmen müssen: der Anspruch an unseren Geldmarkt wächst rascher als unser Vermögen und das führt zu Geldknappheit, zur Spannung und zum hohen Zinssatz.

In seinem Aufsatz macht Heiligenstadt Vor­schläge zur Reform der Krcditorgani- lation, die verhindern sollen, daß alljährlich Las neu erzeugte Kapital ganz oder zum größ­ten Teil als Anlagekapital festgelegt wird. Zn diesem Zwecke will er die Kapitalvarwendung bis zu einem gewissen Grade der Privatwilllür entziehen, er will Len Umlauf des Betriebskapi­tals -erleichtern und beschleunigen, um dadurch dessen Vermehrung zu bewirken. Für die Sr- lelchtarung und Beschleunigung des Umlaufes des Betriebskapitals empfiehlt er eine, zweck­mäßige Ausgestaliung des Depositen- und Scheck- Verkehrs in dezentralistischer Weise. In jedem Dorfe müßte eine Depositenstelle sein. Die ört­lichen Stellen müßten sodann durch die erforder­liche Anzahl von gleichfalls selbständigen Mittel- gliedern, Banken, genossenschaftlichen Verbands­kassen usw. in irgend einer Form mit einer zen- traten Spitze in Verbindung stehen. Die Aus- bildung Les Depositenverkehrs im allgemeinen und nach seinen Vorschlägen im besonderen hält Heiligenstadt für immer wichtiger, weil immer mehr Personen Gehälter, Löhne, Dividenden und Zinsen beziehen. Für diese Geldempfänger ist die Sparkasse nicht vorteilhaft benutzbar. Daher bewahren sie zeitweilig überflüssige Geldbeträge entziehen sie der Volkswirtschaft zum f Gesamtheit. Durch die Ausbildung . könnte ein erheblich gtö- fee^er des volkswirtschaftlichen Kapitals, be- »onders Les neu erzeugten, in der Form des Be­triebskapitals erhalten bleiben

Nach Heiligenstadts Vorschlag soll ferner allen Leiten, die fremde Gelder annehmen, verwalten und aus leihen, die Unterhaltung eines Mini­mums von Bar-Reserve, etwa in Höhe von 2 Pro- zent, bei Sparkasjen in Höhe von 1 Prozent der

hinterlegten Gelder auferlegt werden. Diese Reserve soll der Reichsbank übergeben werden, der dadurch alsbald 250 Millionen Mark zu­fließen würden. Die Leistungsfähigkeit bet Reichsbank würde, wie Heiligenstadt be- rechnet, wenn alle seine Vorschläge ausgefuhrt werben sollten, um 1500 bis 1800 Millionen Mark gesteigert werden. Es wird dadurch ein entsprechender Teil des neuerzeugten Kapi­tals in der flüssigen Form des Betriebskapitals erhalten, und verhindert werden, in festen An­lagen Verwendung zu finden.

Mit diesen Vorschlägen kann man sich einver­standen erklären. Von einer Erhöhung des Ak­tienkapitals der Reichsbank, die jetzt verschiebens, lich vorgeschlagen wird, versprechen wir uns nicht viel, weil damit keine neuen Umlaufmittel ge­schaffen werden. Man darf bei dieser Frage schließlich nie vergessen, Laß es die hohen An­leihen der Staaten und Gemeinden in erster Linie sind, die das Geld teuer machen. Wenn aber jetzt für Heer, Flotte und Kolonien neue Millionen aufgewendet werden sollen dann wird die Spannung noch geraume Zeit anhalten. In dieser Zeit des wirtschaftlichen Rückganges noch neue Steuern dem Volke auferlegen, hat darum schwere Bedenken.

NMsmrWstlichkS «O Sii’.inltö.

* Essen (Ruhr), 10. Nov. 1907. Anfang vo­rigen Jahres brach in der Druckerei der „Rhei­nisch-Westfälische Zeitung" ein Streik der Setzer aus. Ein Teil der Streikenden war daraufhin von dem Verleger Dr. Reismann-Grone auf Er­satz des Gesamtschadens etwa 5y2 Tausend Mark, verklagt und vom Gewerbegericht sowie vom Berufungsgericht zur Zahlung verurteilt mor­den, doch machte letzteres die Zahlung von der Leistung des Eides des Klägers abhängig. Dr. Reismann-Grone hat nunmehr t>en’ Eid gelei­stet. Danach hat jeder der ausständig Gewese­nen 340 <Al zu zahlen.

* Wiesbaden, 10. Nov. 1907. Abermals macht der Magistrat den Versuch, eine Wert- zuwachssteue r einzuführen. Die Wertver­mehrung, bte noch nicht 10 Prozent des früheren Erwcrbspreises erreicht, soll unbesteuert bleiben. Die Steigerung von 10 bis 15 Prozent, von 15 bis 20 Prozent, von 20 bis 25 Prozent und so fort bis zu 115 bis 120 Prozent und von 120 Prozent ab toll in Stufen von 3, 4, 5 u. f. f. bis zu 25 Prozent im Höchstfälle besteuert werdm. Sind weniger als zwei Jahre seit Erwerb ver­flossen, so wird bereits die Steigerung von 5 bis 10 Prozent erfaßt, und zwar mit 4 Prozent der W--rtsteigerung als Zuschlag zur Umsatzsteuer; bei bebauten Grundstücken sinken diese Sätze auf die Hälfte, wenn der letzte Besitzwechsel mehr als 15 Jahre zurückliegt. Die Umsatzsteuer wird von 2 Prozent auf 1 Prozent ermäßigt.

X Sozialdemokratischer Schwindel. In der sozialdemokratischen Presse, u. a. auch im „Vor­wärts", Nr. 259 wird die Nachricht verbreitet, bei einem Streik auf der Maximilianshütte (Oberpfalz) hätten sich die christlich organisierten Arbeiter von der Direktion beurlau­ben lassen, um sich nicht am Streik beteiligen zu müssen. Hier handelt es sich wiederum um eine fein ausgeklügelte raffinierte Mache der sozialdemokratischen Streikleitung, die sich für eine etwaige Niederlage schön im voraus einen Blitzableiter für die genasführten Arbeiter sichern will. Im Sommer dieses Jahres hat der sozialdemokratische Metallarbeiterverband auf demselben Werk mit einem unverantwortlich vom Zaun, gebrochenen Streik den Arbeitern schon eine schmähliche Niederlage bereitet und da­bei als praktisches Resultat noch eine gelbe Ge- tocrWft auf dem Kampfplatz zurückgelassen. Jetzt haben die Führer des freien Verbandes einen neuen Kampf inszeniert, um das verlorene Ansehen wieder zu gewinnen. Der sozialdemo- kratischen Leitung wird nun wahrscheinlich um ihren neuen Feldzug unheimlich zu Mute, und da sollen dre Christlichen als der Sündenbock her­

halten. Das Spiel wird den sozialdemokratischen Führern nicht gelingen. Die christlich organisier- ten Arbeiter werden sich durch Verleumdungen nicht davon abhalten lassen, das zu tun,.was sie als' gerecht und im Interesse der Arbeiter ne- gend anerkennen.

Ausland.

* Der französische Einfluß im Orient, beson- ders in Kleinasien, beruht einzig und allein auf der Tätigkeit der religiösen Kongregationen. Das hat neuerdings Mons. Gasparri festgestellt, der das Heilige Land selbst bereiste und dieser Tage nach Rom zurückkehrte. Der „Osservatore Romano" hat den Prälaten über seine Wahr­nehmungen befragt und hörte von ihm, daß man z. Z. Syrien geradezu als französische Provinz bezeichnen könne. Allerdings sei die einflußreiche Stellung Frankreichs nur den Or­densleuten zu danken. Die Regierung Frank­reichs sei allerdings auf dem besten Wege, ihren Einfluß zu untergraben. Durch den Entzug der staatlichen Unterstützungen bei den Kongrega- tiousschulen und Zuweisung an die Laienschulen würde ein nützliches Werk beseitigt, ohne daß etwas Brauchbares an seine Stelle träte. Die Annahme, daß die Laienschulen jeweils den Ein­fluß der Ordensschulen ersetzen könnten, sei falsch. Die Laienschulen genössen kein Ansehen bei den Eingeborenen.

* Die Mitglieder der dritten Duma. Das Bild der dritten Duma ist nun klar. Im ganzen sind jetzt 416 Deputierte gewählt worden, welche sich nach den Parteien wie folgt verteilen:

Sozialdemokraten . . . - . 10)

Volkssozialisten ....... 11

Linke...... . - 141

Kadetten und ihre Anhänger . 53?

Friedliche Erneuerer .... 81

Progrefsisten....... 21

Volkssrennde. . . . ... 17)

Gemäßigte ....... 15

Oktobristen ....... 82

Rechte...... 153

Verband des russischen Volkes . 35

Unparteiische.......8

128 linker Flügel

293 rechter Flügel

Unter den Gewählten befinden sich ünter anderen 34 Adelsmarschälle, 9 Mitglieder von Gouvernementsverwaltungen, 3 Landeshauptleute, 4 Beamte aus dem Ministerium des Inneren, 5 Mitglieder der Argrarkomitees, 4 Kammer- Herren 2 Mitglieder des Staatsrates u. s. w. ^Außerdem sind unter den Gewählten eine große Anzahl von Geistlichen, und zwar 45 Geistliche und 2 Bischöfe. Andererseits sehen wir nur 72 Bauern unter den Deputierten, von denen 51 obligatorische Vertreter der Bauernkreise sind. Sonst sind also nur noch 18 Bauern durchge­kommen. Viele Gouvernements haben nicht einen einzigen Bauernvertreter gewählt. Das gilt meist von den Gouvernements mit äußerst reaktionären Elementen. In diesen Gouverne­ments sehen wir dagegen Vertreter der Bauern­schaft, welche mit Grafen- und Fürstentiteln glänzen. Nach dem Bildungsgänge verteilen sich die 334 neuen Deputierten wie folgt:

Mit Hochschulbildung sind 60 ober 47,9°/.

„ Mittelschulbildung „ 86 „ 25,9°/0

„ gewöhn!. Schulbildung „ 62 , 18,5°/0

Von den ehemaligen Deputierten sind 47 wiedergewählt worben, und zwar 44 aus der zweiten Duma und 3 aus der ersten. Die meisten wiedergewählten Deputierten gehören den rechten Parteien an.

Marktberichte.

* Frankfurt, 11. Nov. 1907. Die Stimmung am heutigen Markte war eine ziemlich gedrückte. In in­ländischen Brotfrüchten fanden kaum nennenswerte

Umsätze statt; die Verkäufer zeigen sich den seitens der Mühlen gebotenen Preisen gegenüber sehr zurückhaltend und bis zur Stunde konnte ein richtiger Preis noch nicht festgestellt werden. Ausländische Brotsrüchte sino fortgesetzt knapp und verloren gegen die Vorwoche nur wenig. Hafer wurde viel gehandelt und mußte bet dem fortgesetzt großen Angebote etwas nachgeben. Im Einklang mit den anderen Artikeln war auch Gerste etwas abgeschwächt. Mais knapp und fest.— Es notieren je nachQualität: Weizen, hiesiger u.Wetterauer, 22.00—22.25 Mark, kurhessischer je nach Qualität 22.00—22.25 Mark, norddeutscher 00.00—00.00 Mk., ritff. 26.00—27.00 M., Redwinter 26.00—27.00 Mk., Kansas 26.90—27.00 Mk., La Plata 26.00—27.00 M., rumänischer 26.00—27.00 Mark. Roggen, hiesiger, 20.75—00.00 Mk., rumäu. 00.00-00.00 Mk., russischer 00.00-00.00 Mk. Gerste hies. u. Wetterauer20.50—21.25, Pfälzer 21.00- 22.00 M., Ried 21.00—22.00 M. Hafer, hiesiger, 18,50—19.00 Mk., bayerischer 18.50—19.00 Mark, russischer 19.00 bis 20.00 Mk., rumärt 19.00—20.00 Mk., amerika- nischer 19.00—20.00 M., Mais (Mixed) 00.00-0 >.00 M., Donaumais 16.75—17.00 M , La Plata 16.75-17.00 Mark, russ. 16.75—17.00 M. Alles per 100 Kilo netto effektiv loco hier. — Mehl stetig. Es notiert je nach Qualität: Weizenmehl, hiesiges, Nr. 0 32 50 bis 33.00 M., Nr. 1 31.50—32.00 M., Nr. 2 31.00 bts 31.50 M., Nr. 3 30.50—81.00 Wt, feinere Marken 0.50—1.00 M. höher. Roggenmehl Nr. 0 31.00—31.50 M., Nr. 1 29.00 - 29.50 M., Nr. 2 25.00—25.50 M, Alles per 100 Kilo inklusiv Sack. Futterartikel fest. Welzenschalen 12.25—12.50 Mark, Weizenklest 12.25—12.50 M., Roggenkleie 13.00—13.50 M., Futter­mehl 15.00—16.00 M., Biertreber, getrocknet, 13.50 bst 14.00 Mk. Alles per 100 Kilo netto effektiv loco hier.

* Frankfurt a. M« 11. Nov. 1907. Amtliche No­tierung der Viehmarkt-Preise. Zum Verkauf standen 456 Ochsen, 40 Bullen, 984 Kühe und Rinder (Stiere und Färfen), 314 Kälber, 435 Schafe und Hämmel und 1743 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfd. Schlachtgewicht! Ochsen: a. vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlacht­wertes bis zu 6 Jahren 80—83 M., b. junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 72—75 M., c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere 63—67 M., d. gering genährte jeden Alters 00—00 M. Bullen: a. vollfleischige höchsten Schlachtwertes 70—72 Mark, b. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere, 66—68 M., c. gering genährte 00.00 M. Kühe und Färsen (Sttere und Rinder): a. vollfleischige, ausge­mästete Färsen (Sttere und Rinder) höchsten Schlachte wertes 73—75 M., b. vollfleischige, ausgemästete Kühl höchsten SchlachtwetteS bts zu 7 Jahren 66-63 M, c. ältere ausgemästete Kühe und wenig aut entwickelt« jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 58 bis 60 M., d. mäßig genährte Kühe und Färsen (Sttere und Rinder) 48—50 M, e. gering genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 00—00 M. Bezahlt wurde pir 1 Pfd. Schlachtgewicht: Kälber: a. feinste Mast- Bollmast) u. beste Saugkälber (Hannov.) 92—95 Pfg., b mittlere Mast« und gute Saugkälber 80—92 Pfg « o. geringe Saugkälber 65—70 Pfg., d. ältere gering genährte Kälber (Fresser) 00—00 Pfg. Schafe: a. Mastlämmer und jüngere Masthämmel 80—00 Pfg., b. ältere Masthämmel 70—72 Pfg., c. mäßig genährt« Hämmel und Schafe (Merzschase)62—64 Pfg. Schweine: a. vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreu­zungen im Alter bis zu l1/« Jahren 65 —00 Pfg., b. fleischige 63—64 Pfg., c. gering entwickelte, sowie Sauen und Eber 54—57 Pfg., d. ausländische Schweine (unter Angabe der Herkunft) 00—00 Pfg. Bezahlt wurde für 1 Pfd. Lebendgewicht: Kälber: a. 51—r>7 P,g., v. 48 bis 5. Pfg. Schweine: a. 51 Pfg., b. fleischige 50 Pfg. Geschäftsgang in Großvieh mittelmäßig, Ueberstand un­bedeutend, in Kleiiwieh gut. Markt geräumt. Aus Oesterreich standen 88 Ochsen zum Verkauf.

Reklamen- und Anzeigenteil.

Koche mit „Knorr".

Würstchen ä 10 PFg.

enthalten alle Nähr- und Geschmack« Stoffe einer guten Fleischsuppe. Man braucht nur mit Wasser zu kochen. Ein Würstchen gibt 3 Teller gehaltreiche Suppe.__

Schloß ©sbonte.

Kaiser Wilhelm gedenkt feinen Aufenthalt in England auf einige Wochen auszudehnen, um in dem milden Klima der Insel Wight Hei­lung von einem lästigen Husten zu finden, der ihn schon feit einiger Zeit quält. Zum Aufenthaltsort ist das einstige Lustschloß der Königin Vik­toria, Osborne, auserschen, das zur Ausnahme des Kaiserpaares herge­richtet worden ist, da allem Anschein nach auch die Kaiserin noch einige Zeit in Osborne bleiben dürfte. In Osborne hat die Königin Viktoria einst die schönsten Jahre ihres ehe­lichen Glücks verlebt, hier ist sie auch gestorben und von hieraus hat sie ihre letzte irdische Fahrt ange­treten. Das Schloß bietet also dem Enkel der Königin eine Fülle von Erinnerungen.

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