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uldaer WZeitung

34. Jahrgang.

Fulda, Dienstag den 1. Oktober 1907

JV8 225.

ohne

sc-mmlunq geschlossen mit dem Ruse: „Nieder mit dem Protestantismus!' Erneu Beweis konnte er natürlich nicht erbringen; außerhalb des Reichs­tages diese beleidigende Behauptung zu wieder­holen oder seine Gewährsmänner zu nennen, dazu hatte er nicht den Mut, und selbst eine Gerichts- Verhandlung, in welcher durch Zeugen festgestellt wurde, daß jener Ausdruck nicht gefallen ser, konnte ihn nicht bewegen, seinen unwahren Vor- wurf zurückzunehmen. Wir werden nun freilich nicht den Spuren Schmidts folgen und ihn durch einen beleidigenden „offenen Brief" zur-geruht- lichen Klarstellung zwingen, obgleich der Ausgang | erhoben werden.

*"^ „Kulturpolitikec". Die Mationalztg'. leit«

Lrfchemt tS-lich mit Lnrrahme der Son«« »djirlert«-«. viertel« »bri.v«;«g»prei» Shue Vringert'hn vnd Vrkttigtldin.'intdailnd flMT?ärtoIint. Lv psg-

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Zernsprecher Hr. 9.

Manakb-Nag«: „Sutoaet StschlchtrbMer»

da mußte sie doch zeigen, daß sie tn der Residenz wohne und sich deren Geschmack angeeignet., ^hr Kind war ja viel besser, wie die der anderen Leute im Städtchen, deshalb mußte es auch fei­ner gekleidet, vornehmer erzogen werden, damit ein jeder es von weitem sehe und sage: das ist Käthchens kleine Tochter. .

Und wirklich erreichte sie ihren Zweck hierin auch vollkominen; im ganzen Städtchen gab es kein schöner geputztes Kind, wie das ihrige, und sie freute sich, wenn die Freundinnen ihrem guten Geschmack Beifall zollten. Die junge Frau wurde viel bewundert und beneidet. Sie mußte doch wohl über bedeutende Mittel verfugen, und Paul Werner nicht allein bei her $ehat, sondern auch im Geschäft immenses Gluck haben,, sonst wurde seine Gattin hier nicht so auftreten können. Helene sagte dieses auffallende Benehmen der Schwester nicht zu: es empörte sie oft geradezu, wenn sie sah wie Käthchcn die lange Schleppe ihres Klei- des welches aus den kostbarsten Sachen bestand, durch den Schmutz und Staub der Straßen zog. Als Käthchen eines Tages wieder mit einer eben gekauften kostbaren Schärpe für ihr Töchterchen nach Hause fam, konnte Helene sich nicht enthalten, ihr ernste Vorwürfe über diese sinnlose Bersc^ven- dung zu machen.

Sieh her, Käthchen," sagte sie, „dort geht eine arme Witwe, welche fünf unerzogene Kin­der hat. Sie arbeitet so viel sie kann, um sich und die Kleinen redlich durchzuschlagen, welches ihr aber wegen der vielen Kinder sehr besctzverlich fällt. Ihre Wangen werden täglich blasser, fallen immer mehr ehr, wie glücklich wäre sie, em war­mes Tuch für sich, ein warmes Röckchen für ihre Kinder zum Winter zu haben. Mit dem ®elte, welches Du im unnützen Staat und Prunk für Dich und Dein Töchterchen ausgrebst, wre viele arme Kinder könnte man damit warm beeiden? Und Deine Kleine, würde durchaus nichts ent- behren, wenn Du sie weniger kostbar kleldetest.

Durch solche Worte wurde d,e prunksuchtlge junge Frau wohl eingeschüchtert, und sie versprach

ein anderer für uns sein würde als im Prozess« Roeren - Schmidt. Wir möchten aber doch auf dies „zweierlei Maß" Hinweisen.

* Die Dividendensteuer zur Ergänzung der Tantiemensteuer und Erbschaftssteuer. Der.lbg. Erzberger hat kürzlich, zur Linderung der Not der Reichsfinanzen eine Dividendensteuer vorgeschlagen: diese stellt in der Tat eine not- LW Ergänzung der Tantiemensteuer einer- seits und der Erbschaftssteuer andererseits dar. Letztere lastet besonders auf dem Erundve- ! s i tz (das Zentruni hat eine Reihe von Erleich­terungen durchgesetzt), weil hier das Vermögen auf Heller und Pfennig erfaßt werden kann-, anders ist es mit dem beweglichen Kap, taI und dem Aktienbesitz, der viel eher eine Steuerhinterziehung ^stattetzTakanninm eine Dividenden st euer leicht abhelfen, sie trifft nur das bewegliche Kapital, die Aktien, und die Larrdwirtschaft leidet darunter wcht, da es eine Aktiengesellschaft für landwirtschaftlichen I Betrieb noch nicht gibt. Wie ertragsreich, aber eine Dividendensteucr ist, das die ,,Nation-

Deutsches Deich.

Berlin, 80 September 1907.

* Zum Tode des Großherzogs von Baden. Wie dem ,Berl. Tagebl/ ein ^lvat-Telegramm aus Karlsruhe meldet, hat der Kaiser die Nit teilung dorthin gelangen lassen, daß er zu den Beisehunasfeierlichkeiten am 7. d. M. in Karlsruhe eintreffen werde. Als eine Regie- rungshandlung des neuen Großhe^ogS, von Baden wird, wie sich der ,Hann. Konr. aus Karlsruhe melden läßt, der Erlaß einer allge­meinen Amnestie angekündigt.

* Fürst Bülow kehrt, wie das ,Berl. Tagebl. erfährt, von Norderney nicht direkt nach Berlin 'zurück. Er wird vielmehr an diesem Montag im Parkhotel Klein-Flottbeck bei Hamburg erwartet, wo er 14 Tage Aufenthalt zu nehmen gedenkt.

* Der neue Kultusminister und die Schule. Kultusminister Dr. Holle hat am Sonntag bei der Grundsteinlegung des Lehrervereinshauses in Berlin eine Rede gehalten, in der u. a. aus­

druck bekanntlich vom Fürsten Bülow auf den Ministerialdirektor Althoff angewandt wurde. Männer wie Althoff und Schwartzkopff sind aber nach der ,Nationalztg/ durchaus keine Kultur­politiker. Als solche zählt das Blatt vielmehr auf: Friedrich den Großen, Bismarck und — man höre und staune — Napoleon, „der in Deutschland aussegte, was der große Friedrich an morschen Ueberresten einer sterbenden Zeit leider hatte stehen lasten müssen." Napoleon als politisches Ideal der Mtionalztg/ Wenn andere Leute ein solches Urteil aussprechen würden, würden sie sicherlich gar bald als „antipa-i»,«,».» «.„xtuc,.,

tional« festgenagelt werden. Brederecks ganz vorzüglich auf einen Hochsteden

* Zur Reform des preußischen Wahlrechts, den Abgeordneten, der den ^beraten viel näher Die .Dresdener Nachrichten' lassen sich aus steht, nämlich auf den Abgeordneten rr z Berlin melden, daß eine Reform des Präsidenten des Reichstages Dr Paa che, preußischen Wahlrechts ernstlich ins Auge der bekanntlich am d.März d.J. von derReichZ gefaßt sei. Ter sächsische Wahlrechtsentwurf habe tags-Tribüne den Zentrumswahlern ,eines Wahl- bei der preußischen Regierung lebhafte Beachtung kreises nachsagte, tn Kreuznach sei et - gefunden und fei eingehend geprüft worden. Von ' noMilnften nut dem Ruse. „Jtuoe.

einer Ueberttagung des Reichstagswahlrechts auf die preußische Landtagswahl sei keine Rede; es wäre dafür auch in den beiden Häusern des Landtags keine Mehrheit zu erzielen. Fernen soll die öffentliche Abstimmung beibehalten werden. Im übrigen werde das Wahlrecht ein allgemeines und direktes sein, doch sollen Bildung und Besitz einen Zuwachs vom Wahlrecht er­halten. Dagegen beabsichtige man, dem Beispiele der sächsischen Wahlrechtsvorlage inbezug auf Korporativstimmen (an Kommunalverbände) nicht ju folgen. — Dem Vertreter eines Berliner

Jw.chM-i!ag«: „Illustrierte Sonntagrzeitung".

Besserung; denn es lag dieser ZurschausteNuns des Reichtums Tein eigentlicher böser Wille zu­grunde. Es war vielmehr Gedankenlosigkeit wenngleich sie auch nicht ganz frei von dem Wun- sche war: Ich will den anderen zeigen, was sie nicht können, ich aber mit meinem Gelbe kann.

die Befferung war Nicht von langer Dauer, SSaBauSsm* SW»« machte, sagte sie kurz: „Ich finde Vergnügen daran, ich kann das: in fünf Zähren sind tott reiche Leute und können ohne Geschäft nur von unterem Gelbe leben." —

Werner, dem es in der durch Kathcheno lange Abwesenheit so stillen, einsamen Wohnung Nicht aesiel gab sich von neuem dem Wrrtshansleben hin und schloß sich Hugo von Bergenimnt-rme.r an. Dieser war auch unerschöpflich tn fernem Witz seiner guten Laune und seinem gefüllten Geldbeutel und hatte stets eine neue anregende Weise, seinen Freund zu unterhalten. Vaul fiihlt- sich in dieser Gesellschaft sehr wohl und nicht selten fand der ergrauende Moxgen die Beiden noch in der Weinstube ober am «ptel- tifche. Die Folgen dieser ausschweifenden Le- bensaveistz konnten nicht ausblmben. Wenn Pau Werner nach einer durchschwarrnten Nacht nut schlaffen, abgefpannten Zügen, nut rot geränder­ten Augen zu später Morgenstunde ms Kontor kam, machte sein Associe ihn auf das Verwerfliche feinet Nachtschwärmereien aufmerksam, uev es auch nicht an ernstlichen Vorwürfen seylen. daß er das Geschäft immer mehr vernachlässige, und drohte schließlich, sich von ihm zu trennen, wenn er diese Lebensweise nicht aufgebe.

Solche Ermahnungen fruchteten sedoch nicht viel, und dec Associe fühlte sich veranlaßt, Kathchc» und deren Schwester Mitteilung .daruoec zu machen. Die junge Frau entschloß iich^rasch zur Heimreise und trat diese tn den ersten .tuen att Sie erschrak sehr, als sie die Veränderung, tn Pauls Aeußerem bemerkte und machte, uch jetzt selbst Vorwürfe über ihr langes Fortbleiben. Die ersten Abende 6lie6 Paul zu Hau,e, aaer am

führte: . t ,.. ..

„Dem Berliner Lehretverem danke ich für die Einladung zur Grundsteinlegung seines Vereins­hauses. Sie gibt mir eine willkommene Gelegen­heit, es auszusprechen, daß ich den Angelegenhei­ten des weitaus größten Standes der nur anver­trauten Verwaltung mit wärmstemJn- terefse gegenüberstehe. Ich bin gern bereit, die Bestrebungen der Lehrerschaft zu fordern, hie auf die Erfüllung berechtigter Wun- j ch e für ihre Gesamtlage gerichtet sind, soweit sie sich in den Rahmen der Entwicke­lung unseres preußischen Staates einfügen lafsen. In langer Geschichte yar sich die durch zwei hervorragende Fürsten ange- bahnte Bnltsschulpolitik Preußens bewährt. Dis Heranwachsende Jugend im Wissen, im Ducken., . -----------'siü.a

im Gemüt und im Glauben zu tüchtigen art,kett über „K ulturp ol'.t iker", welcher Aus- Menschen zu erziehen, ist die g r o ß e A u f gab e der Volksschule. Nur durch unermüdliche, stil.e, i -pflichttreue Arbeit geschickter Lehrer kann es ge- lingen, diese Aufgabe der Volksschule ju losen.

Der ernste, voir Religiosität und Vater- I a i! d L l i e b e erfüllte Lehrerstand fruherrr Ge- schlechter hat die Arbeit geleistet. Ich habe diel feste Zuversicht, daß es auch seinen jetzigen und künftigen Gliedern, von demselben Geiste erfüllt, gelingen wckd, sie unter den erhöh t e n Au -1 sp r ü chen der Gegenwart zu, vollbringen. I Gegenstand meiner ernsten Sorge ist es. dafür I die nötigen Voraussetzungen zu erhalten imd zu schaffen durch Förderung der bereits begonnenen Vertiefung der Vorbildung sowie auch durch Heb­ung der Gefamtlage des Volksschullehrerstandes in wirtschaftlicher und- sozialer Beziehung, spreche dabei die bestimmte Erwartung aus. daß die erfahrenen und tüchtigen Elemente des Leh­rerstandes in ihm und in seinen freien Organi- ßtionen stets kräftig wirksam seien und ihm das Nepräge geben werden als eines Standes, dessen amtliche Glieder durch ihre Pflichttreue und Be- onnenheit, durch ihre Religiosität und ihre Ba- erlandsliebe, durch ihren Eifer und ihre Tüchtig­keit sich bestreben, rechte Vorbilder und Erzieher der Kinder unseres Volkes ,nnd kräftige Stützen der Staatsregierung zu sein."

* Warnung für ZentrnmSabgeordnrtr. Der Abg. Dr. Spahn hat in Kiel einen Toast auf die Kaiserin ausgebracht; dafür wurde er in der freisinnigen Presse angebellt. Der Abg. Dr. Spahn legte in Rheinbach seine Ansichten über die nächsten Flottenforderungen dar; die „na­tionale" Presse wollte als Gegenlohn demStaats- sekretär vow Tirpitz die s e i d en e Schnur schicken und Dr. Spahn wurde verdächtigt, als

versuche er eilte Annäherung an den Fürsten Bülow. Es ist somit in der neuen Situation Sentrumsabgeordneten verboten, Toaste auf das errscherhaus auszubringen und sich für, die

Wchrbaftigkeit des Vaterlandes zu interessieren. Jetzt geht man schon einen Schritt weiter und nimmt es Zentrumsabgeordneten furchtbar krumm, wenn sie einen politischen Scherz sich gestatten. Der Abg. Erzberger machte in seiner Küllstedter Rede die scherzhafte Wen­dung, „daß eine Erhöhung der Repräsentatwns- zulage des Reichskanzlers in Aussicht genommen fei; er selbst würde für eine solche stimmen, weil so viele freizügige Besuche niemand aushalten könne." Die Versammlung verstand die Pointe; die Bauern, Handwerker irnd Arbeiter brachen in große Heiterkeit ans ob dieser nicht unzn- tref feilten Charakterisierung der Situation. Im Lager des Blocks aber ist man hochgra­dig nervös geworden: da hat man den Scherz nicht verständen und nahm diese Wendung als die tatsächliche Ankündigung einer Gehalts? erhöhung des Reichskanzler auf. , Die „Freis. Ztg." fiel zuerst auf die Sache herein und nannte den Satz „demagogis ch", sonderbar, da der

I Redner hinzufügte, daß er selbst die Notwendig­keit einer solchen Gehaltserhöhung zugebe. Die I „Deutsche Tagesztg.", welche in Norderney nichts

| von dieser Erhöhung gehört hat, ist noch unwir­scher; sie setzt ihr ernstes Gesicht auf und spricht van „Altweiberklatsch" und „einem sel- teilen Tiefstand des Taktgefühls". Den nervösen

I Leuten des Blocks ist der Hereinfall auf ine- fett Scherz sehr zu gönnen; aber Zentrumsabge- ordnete müssen sich hüten, noch in einer Rede eine humorvolle Wendung anzubringen; so ist beute die Situation. Im übrigen verzeichnen wir gerne, daß das politische Verständnis der Bauern auf dem Eichsfflde ein weit höheres ist,

I als in den Redaktionen der führenden Block-

sollte: Käthchen genas eines kleinen Töchterchens. In den angstvollen Stunden trat die alte Liebe wieder voll zu Tage, und als Paul das zarte, kleine Wesen in seinen Armen wiegte, erfüllte eine innige Liebe zu diesem und der Gattin fein Herz.

Auch bei Käthchen hatte eine vollständige Ver­änderung stattgefunden; bislang hatte sie nur immer an sich, an ihr Vergnügen gedacht, jetzt aber wurden die Gedanken der jungen Mutter von sich ab auf einen anderen Gegenstand gelenkt. Das kleine menschliche Wesen, welches die Augen kaum dem Lichte erschlossen, welches von sich selbst noch nichts wußte, bedurfte ihrer ganzen Sorg- falt und Aufmerksamkeit. Sie war glücklich, wenn Paul mit dem Kinde tändelte, wie früher mit ihr — wenn er schaffte und arbeitete, schaffte er doch für die Tochter. Helene, die herüberge- kommen war und die Kleine aus der Taufe ge- hoben hatte, freute sich herzlich über das glückliche Verhältnis zwischen den beiden Gatten, und gab sich der Hoffnung hin, daß ihre früheren Befürch­tungen unbegründet seien. Sie tadelte zwar den übermäßigen Luxus, welchen Käthchen sowohl in ihrer Garderobe, wie in der ganzen häuslichen Einrichtung zur Schau trug.

Gönne mir doch dieses Vergnügen, Helene", antwortete die junge Frau darauf, „Du weißt selbst, daß ich mich in solcher Umgebung am be­haglichsten fühle. Und warum foll ich mir dieses nicht erlauben? Mein Mann verdient Geld ge­nug, wir sind ja reich."

Durch diese Worte beruhigt, schied sie, froh über das Glück, welches der geliebten Schwester beschieden, vergnügten Herzens aus der Residenz.

Die junge Mutter fühlte sich so überglücklich in der Beschäftigung und der steten Sorge um das Kind. Es mußte schöne Kleidchen, ferne Mützen, einen kostbaren Hut haben. Aber leider ging es bei diesem wieder wie bei ihrer eigenen Ausstattung, sie konnte es nicht schön genug be- kommmen. Sie wollte, sobald sie sich vollständig erholt, mit ter Kleinen nach ihrer Heimat reisen, wollte dort das Kind gleichsam präsentieren, und

Rücklagen zum ^servefonds - "Abschreibungen-- und „Tantiemen" usw. - durch eine Drvrden senf u m m e von rund 686 Je r 111 o ne n L du°«I«nit.Iich°B°r,.nfun« «on «54 Prozent erzielt worden, ^m ^ahre ivvv stellte sich trotz des Inkrafttretens der angeblich industrieverderblichen" Handelsverträge die von denselben Aktiengesellschaften und neben den wiederum sehr erheblichen "Rucklagen zum Re fervefonds", „Abschreibungen und Tantiemen erhielte Gesümtdividende aber auf 744 on irr w n r f die Dnrchschiiittsverz i n* Ung aufWWwnt. dieser Derbes,> runn des Dividendenerträguisses um rund 08 Mill. o4t und eine durchschnittliche LMssteigerung । lim rund % Prozent nehmen sämtliche Branchen unseres Großgewerbes teil. Am serrngsten war sie bei den Großbanken mit 8,32 gegen 8,8 Prozeick; wesentlich höher lin eigentlichen Grokaewerbe, so z. B. in der Huttenikldu- st r i e mit 12,01 gegen 10,92 Proz., "n Bergbau mit 11,05 gegen 8,68 Proz., der der Maschinen­industrie mit 9,56 gegen 8 Proz., in der Textil­industrie mit 9,08 gegen 8 Proz. Die chemische Industrie mit ihren bekanntlich ganz besonders hoben Reinerträgnissen ist hier noch gar nicht einmal mit in Rechnung gestellt. Trotzdem kon ftatiert die „Nationalzeltung nut Recht, daß di« I absolute Höhe ter im Jahre 1906 verteilten Di­videnten durchaus dein Charakter eines t) e t *

Ivorragenden Aufschwungs,ahre > entspricht. Nun halte man sich vor Augen, datz

I der Landwirt nur mit 3—3tzHprozentlger Derzm. I jung rechnen kann, ebenso ter Besitzer der Spar- I knsienbücher; der Handwerker kommt viel über den landesüblichen Zinsfuß hinaus Das Groß- kapital aber erhält 9,24 Proz. Zms; im Hantel ist noch nrehr verdient, wie ter Reichskanzler

I durch seine Erbschaft beweisen kann. Liegt da nicht nahe, hier die Steuerschrai'be einzusttzen? Wenn das Reich von den 744 Mich M der xsu dustrie dauernd auch nur 5—10 Prozent Steuer

I ei hebt, und die kleinen Anteile sogar noch frei läßt, fo sind mit Leichtigkeit in ganz Deistschland

I 70-^80 Millionen Mark zu holen. Es muß dann besondere Fürsorge getroffen werden, daß man die Familienaktrengesellschaf. t e n (Krupp, Tietz u. a.) aua, fr i f f t und ebenso jene wenigen Großbetriebe, die noch rm Besitz eines einzelnen sich befinden. Hier kann Die I Divitentensteuer nach der Größe des Betriebes

Blatte? wurde an zuständiger Stelle mitgeteilt, I daß wegen der Wahlrechtsreform Vorarbeiten in die W^e geleitet seien, daß die Sache selbst noch nicht spruchreif wäre.

♦ au hem Prozeß Roeren-Schmidt schreibt die Kn Volksz^ Bei der Föln Ztg.' (Sir 1011) schrumpft die Streitfrage, die sie mit der,Köln. Volksztg.' ausfechten zu müßen glaubte, auf die Frage zusammen, wie dick die Knüppel waren, nut denen die Aveieleute blutig geschlagen wurden. Unsere Leser werden es verstehen, daß wir auf diese Frage des nationalliberalen Blattes nicht werter -mgehen Politisch ist das ganz belanglos; da kommt es lediglich auf die Frage an, ob der Prozeß die „Nebenregierung des Zentrums bezw. des Abg. Roeren, die den Kem der Wahlhetze deS letzten Winters ausmachte, er­wiesen hat. Und aus diese Frage antwortet das am SamStag bekanntgegebene Urteil mit Nein! ejne Divitendensteuer ist, das hat dre »NatwMl

♦ Flottenverein und deutsche Tageszeitung. I sprach. . Sie

Die in „nationalen Fragen" 8ewtß unverdächtige i Aktiengesellschaften mit einem

Deutsche Tageszeitung- fällt über den Flotten- ^ab« 2097 Aktiengei Betracht,

verein folgendes Urteil: „Daß. dn Flottenverei.i dieses Kapital war im Jahre 190o ohne I ftetä eine besondere Sachkenntttchkett m Flotten-! - — — aihtrhrprfninaen

ragen vertreten hätte, können wir bei wohl- wollendster Beurteilung feiner Tätigkeit ihm nicht zugestehen. Er hätte gut getan sich manchmal, statt eine nicht ganz ausreichende Sachkunde zu prästieren, mit dem zu begnügen, was er jetzt als eine „l a u e M i l ch f u p p e zu bezeichnen beliebt." Zu diesem Urteil kommt das Blatt freilich nur, wett ihm der Rotten«

I verein etwas auf die Hühneraugen getreten hat.

8 An die unrichtige Adresse. Im Prozesse Roeren-Schmidt sagte nach den Berrchten liberaler Blätter der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwa t B e ed ere ck: „Em Reichstags- Abgeordneter darf doch nicht krast seines hoyen Amtes, weil er nicht bestraft werden kaun,ietes Zeug in die Welt schleudern... Em höheres Recht legt auch höhere Pflichteu aus, und ein Reichstags-Abgeordneter darf nicht alles mögliche in die Wett schreien wie irgend einer aus der Straße." Herr R. A. Bredereck hat sich offen- , bar in der Adresse geirrt, denn den Abg. Roeren : können diese Vorwürfe nicht treffen, da, wie die ; Beweisaufnahme und das ihm entsprechende Urteil ergeben haben, seine sämtlichen im Reichstage ge- machten Angaben in allen wesenllichen Punkten richtig waren. Dagegen paffen die Worte

Lebenswege.

Roman von Klara Wilhelmi.

19] (Nachdruck verboten.!

Käthchen versprach alles, und das junge Ehe­paar war wieder in einem Geleise. Das frühere glückliche Verhältnis kehrte aber nicht wieder zu- rück, die reine Harmonie war nun einmal ge­stört. Es war etwas zwischen sie getreten, was man nicht sieht, aber fühlt. Zudem hatte Paul, welcher seit der Trauung ausschließlich dem Ge­schäfte und seiner Gattin lebte, von neuem Ge­fallen an den Wirtshausbefuchen gefunden. , Er hatte in dem Restaurant die Bekanntschaft eines jungen Herrn gemacht, dessen Gesellschaft ihm sehr zusagte.

Hugo von Bergen, so hieß Hugos neuer Be­kannter, war der einzige Sohn eines reichen, an- gesehenen Bankiers der Residenz. Er war sehr eitel und bildete sich auf teil vollen Geldbeutel feines Vaters, wie auf seine eigene, äußere Er- scheinung nicht wenig ein. Bei einigen Damen zweifelhaften Rufes hatte er Glück gehabt, diese lagen ihm oder seinem Gelde zu Füßen; seit die­ser Zeit glaubte er, eine jede Dame, welche lerne oft faden Schmeicheleien nicht immer ganz ent­schieden zurückwies, sei von ihm, dem Unwider­stehlichen, besiegt. Jedoch besaß er einen heiteren Humor und Witz, und das verwandte Element tn den beiden Charakteren fand sich bald und schloß sich einander an. Anfänglich brachte Paul wö­chentlich einige Abende in der Gesellschaft seines neuen Freundes zu, bald aber ging er jeden Abend hin, und wollte er einmal einen Abend bei seiner Gattin zubringen, so war diese so un- liebenswürdig, daß ihm das Weinhausleben im- "mer angenehmer wurde. Fast alle Tage fielen verdrießliche Auftritte vor und der dunkle Schat­ten, welcher sich zwischen sie gestellt, wurde immer größer, der Riß immer tiefer, trat ein Ereignis ein, waches die beiten Gatten wieder vereinigen