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34. Jcchrflansi.

Fuld a, Samstag den 28. Sevtember 1907

M 223.

KroßHerzog Isriedrich von Waden f

kirchlichen Aufsichtsrecht erst recht

Deutsches Reich.

Berlin. 27. September 1UU7.

dann aber befürchtet es für das Aufsichtsrecht des fäuc gegen das genannte Institut, den derzeitigen preußischen Kultusministers; aber beide Ge- Ordensgeneral Pater W e r n z und Pater danken vertragen sich doch nicht nebeneinander: > - ' - k -1”' “----r“k~

entweder Freiheit oder staatliches Aufsichtsrecht, aber nicht „Zensur und Preßfreiheit", wie es 1846 politische Kinder forderten. Wenn das Blatt em t a a t l i ch e s A u f s i ch t s r e ch t für u n e n t - lehrlich hält, dann muß es dem

einen Platz gewähren. Aber es ist falsch, daß die Stellung der neuen Theologieprofessoren durch die neue Encyklika eine andere geworden ist; was n dieser verworfen ist, war nie katholisch; was an neuen Vorschriften für Reinerhaltung des Glaubens uiedergelegt ist, engt die wissenschaft­liche Forfchung — und dafür sind die Professoren !>a — nicht im mindesten ein; das Rundschreiben,..... ------

empfiehlt vielmehr das Studium der Na. sten Sonntag der Reichstags-Aogeordnete Erz- turwissenschaften und anderer mobetner berget einen Dortrag über Kolonial - Politik Disziplinen. Das liberale Blatt spricht dann auch verblümt die Drohung aus, daß man die katho­lischen theologischen Fakultäten von der Univer­sität entferne, wenn das bischöfliche Aufsichtsrecht | zu straff angewendet werde und gibt den Bischöfen I einen Wink mit dein Zaunpfahl. Dem gegenüber steht fest, daß die Bischöfe ihre Pflicht tun wer- j den, ganz unbekümmert um Mahnungen und Drohungen der liberalen Presse. Daß die katho­lische Wissenschaft sich aber nicht bedruckt und be­droht fühlt, beweist am deutlichsten der schone Verlauf der G ö r r e s v e r s a m m l u n g zu Pa- derborn und die ausgezeichnete Rede von Bert­ling. Wir wollen den Pfeil nicht zurückschnel­len lassen, sonst könnten wir fragen, wie es denn mit der „Freiheit" in den protestantischen Fakul­täten aussieht; hat nicht gerade die liberale Presse es beklagt, daß man zu viele orthodoxe Dozenten anstelle, daß man an liberalen Fakultäten förm­liche „S t r a f p r o f e s s u r e n" errichte usw. Aber für die deutschen Katholiken ist es sehr lehr­reich, wie der Liberalismus seine begehrlichen Blicke auf unsere Fakultäten richtet.

Hetzenauer, den das Blatt zum Verfasser der neuesten Enzyklika stempelt. Das Blatt muß dre Intelligenz feiner Leser niedrig einfchätzen, daß es ihnen einen solchen Blödsinn, wie er in dem Artikel zutage tritt, vorzusetzen wagt. Aber es kennt offenbar se ne Leute.

* Nationalliberaler Terrorismus. Daß der Liberalismus, der sonst so vornehm tut, mitunter im Kampfe mit dem politischen Gegner zu recht brutalen Mitteln greift, ist bekannt. Neuer- dinqs wird ein solcher Vorfall aus der rheinischen Stadt Rheydt gemeldet. Verschiedene Blätter melden: , Auf Veranlassung des „Deutschen Ver­eins für die Katholiken Rheydts" wird am näch-

halten. Als Lokal war der Hohenzollern- Saal des Bahnhofs-Hotels bestimmt und diesbezügliche Ankündigungen waren in den hie­sigen Tageszeitungen auch schon erlaffen worden, woraus zu schließen ist, daß der Hotelwirt eine feste Zusage zu dem Vorbaben erteilt halte. In letzter Stunde jedoch scheint dem Wirte sein Versprechen gereut zu haben, denn er erklärte plötzlich, daß er seinen Saal dem Vereine nicht zur Verfügung stellen könne. Ob der Wirt dies aus eigener Entschließung getan hat? Allem An­scheine nach ist von dritter Seite eine Beein­flussung des Wirtes vorgenommen worden. Wie verlautet, soll derselbe befürchten, daß, wenn die obige Versammlung bei ihm stattfindet, er in i Zukunft mit dem Wegbleiben der Krieger- vereine rechnen müffe. Diese Saalverweigerung einem Vereine gegenüber, an dessen Spitze Män- ner stehen (Vorsitzender ist Herr Pros. Dr. Schweg­mann von der hiesigen Ober - Realschule, deren loyale, wirklich nationale Gesinnung über allem Zweifel erhaben ist, ist ein starkes Stück. Wie übrigens hier noch weiter gegen die Versammlung, bloß weil in derselben der Abg. Erzberger über' Kolonial - Politik sprechen wird, gearbeitet wird, zeigt ein Eingesandt in der liberalen ^Glad­bach er Ztg/ In demselben entrüsten sich „Meh­rere Mitglieder des Nationalen (liberalen, Red.) Vereins" darüber, daß die hiesige liberale .Rheydter Qtq/ im lokalen Teile auf die Versammtung hm-

I gewiesen hat und dabei bemerkt, daß alle Bür-

„Deutschland ist — von den „offiziellen" Jesuuen ganz abgesehen — mit einer Unzahl geh eruier, nicht-offizieller, aber dem Orden blind ergebener Jesuiten überschwemmt. Diese ge­heimen Jesuiten gehen samt und sonders aus dem jesuitischen Collegium Germanicum in Rom hervor

Es folgen dann noch einige gemeine Aus-

katholisch-theologische« Fakultäten

Front; sie fordert ziemlich unverblümt das Au s- scheiden derselben aus der Universität, da die „zwischen Staat und Kirche vereinbarte Stellung der preußischen Fakultäten durch die Konsequenzen der päpstlichen Weisungeil erschüt- tert ist. Die katholisch-theologischen Fakultäten von Breslau, Bonn und Münster stehen nach ihren Satzungen unter der unmittelbaren Aufsicht des Ministers der geistlichen und Schulangelegenheiten. Die Bischöfe, Preußens werden gewiß sehr bereit sein, die Unmittelbarkeit der ministeriellen Aufsicht als durch die neuen kirchlichen Verfügungen nicht berührt anzusehen; man wird gerne davon reden, daß die geist­liche Aufsicht sich, was die Lehre und Forschung betrifft, nur auf die Recht- gläubigfeit als eine Bedingung der missio canonica beziehe. Aber eine der ernsten Sache würdige staatliche Stellungnahme zu der neuen Wendung der Dinge wird sich die ernste Frage pyrlegen müssen, ob nicht durch die Wucht der neuen Organisationen, die unvermeidlich stark, ja drückend wirken werden, die unmittelbare Auf­sicht des Ministers zu einem bloßen papierenen Recht werden muß." Die Widersprüche des libe­ralen Blattes sind geradezu großartig; in die erste Linie stellt es die Freiheit der Wissenschaft;

reich-Ungarn, Belgien und Holland. Es ist also eine starke Uebertreibung und zeugt von echt liberaler Oberflächlichkeit. Aber es kommt noch ärger. Das Blatt schreibt weiter:

Jinjei« en. Vie ein fpalttge Petitzeile oder deren Baum 13 Pfg. r Reklame« sie Petitzeile

25 Pfg.; bei wieder- gelangen wird entspr. > «adatt gemährt.

I «»tation,druck u

Verlag der Fuldaer Ar» tiendr ickerei in ünlda.

14 Zernsprecher Nr. 9.

sWtholijchtt mWteßKtilchm lichte

Man erlebt in diesen Tagen wieder einmal das seltsame Schauspiel, daß die Protestantische Presse sich des längeren und breiten über ganz innere Angelegenheiten der katholiichen Kirche »usläßt. Die k a t h o l i s ch e P r e s s e hat sich im umgekehrten Falle stets große Zu ruck Hal­tung auferlegt, obwohl es an Stoff nicht gefchlt hätte. Man denke z. B. nur an den Bremer Krr- chenzettel. Es scheint aber für gewisse protestan- tische Kreise nachgerade Lebenspruizip geworden zu fein sich mehr um unsere Angelegenheiten zu kümmern als um die eigenen. Dabei tritt tedoch in der Regel eine solche Unwissenheit zutage, daß man sich nur wundern muß, wie solche noch mög­lich ist. Wenn wir uns heute nun eine bemerkens­werte Auslassung der letzten Zeit näher, ansehen, so geschieht es, um den Katholiken zu zeigen, wo­hin die Fahrt gehen soll. ,

Wollte man all das ungereimte Zeug, Has über die neueste Enryklika zusammenge­schrieben wird, hier wiedergeben, so würden wir unsere Leser beleidigen. Anders aber ist es mit den Schlußfolgerungen, lvelche einzelne Gegner gus derselben ziehen. Die „Nat.-Ztg.' (Nr. 4o3 so. 27. 9. 07.), eines der gehässigsten Blätter gegen die Katholiken, macht bereits gegen die

* Für die Kaiserreise nach England sind nach der »Poff die bisherigen Anordnungen da- hin abgeändert worben, daß die Kaiserjacht „Hohenzollern" mit den beiden Begleitschiffen, dem großen Kreuzer „Scharnhorst" und dem kleinen Kreuzer „Königsberg", am 6. November< <»*. Sank.skian von Kiel durch den Kaiser Wilhelm-Kanal nach ger ohne Unterschred der Konfession I der Unterelbe abzugehen hat, wo sie vom 8. | Zutritt haben. Dann heißt eS welker. „Selbst-

Auf dem Schlosse Mainau, seinem Lieblings- »ufenthalt, ist d:: greise Großherzog Friebnch von Baden heute vormittag kurz vor 9 Uhr sanft entschlafen. Die in der Nacht auf Freitag in dem Befinden des Großherzogs Friedrich von Baden eingetretene Verschlimmerung ließ leider keine Hoffnung auf Genesung mehr zu und man mußte sich mit dem Gedanken vertraut machen, daß das Ableben stündlich zu erwarten sei. Seit gestern morgen befand sich der Groß- Herzog andauernd in einem Schlummerzustand, aus dem er nicht mehr erwacht ist. Die Krank­heit des Großherzogs bestand in einer anfangs schmerzhaften und von Fieber begleiteten Ent- zünduiig des Darmes (colitis). Das Leiden, dem der Hochbetagte ;eht erlegen »ft, bat ijn schon wiederholt in besonders ^werer Sßeife tin Frühjahr 1904 heimgesucht; die Ansälle gingen aber dank seiner kräftigen Konstitution vorüber, ebenso wie ein heftiger Bronchialkatarrh, von dem der Großherzog Ausgang des Jahres l^Oo befallen wurde. .

Großherzog Friedrich von Baden war am 9. September 1826 in Karlsruhe geboren, stand also jetzt im 82. Lebensjahre. Er war. vermah t mit der einzigen Tochter des allen Kaisers Wil­helm, der Prinzessin Luise von Preußen. Ans der Ehe sind hervorgegangen der kinderlose, setzt 50jährige Erbgroßherzog Friedrich von

verständlich handelt es sich um eine rein ultra- montane Veranstaltung, und der Name Erzberger bürgt dafür, daß er die Kolonial-Politik in der einseitigsten Weise „darlegen" wird. Allen nicht ultramontanen Bürgern Rheydts wird dringend empfohlen, den süßen Locktönen nicht zu folgen, sondern, wenn sie sich über deutsche Koloiual- Polstik informieren wollen, die Vorträge zu be« fuchen, welche die Deutsche Kolonial-Gesellschast, Abteilung Rheydt, alljährlich veranstaltet." Durch die es Vorgehen, das sich selbst richtet, wird fü1 die Versammlung nur Reklame gemacht werden. Die Versammlung findet nunmehr in den Sälen des kathol. Gesellenhauses statt. Sie wird sich nun sicher zu einer imposanten Kundgebung ge­

flattert. .

* Preisfrage: Wann fand die Nebeuregierung des Zentrums statt? Der Kölner Prozeß hat durch die eidlichen Aussagen des Kolonialdirektors er- wiesen, daß unter dem Kolonialbirektor Stube! eine Einmischung des Zentrums und des Abg. Roeren nicht stattgesunden hat; Kolonialdirektor Dernburg uiid Unterstaatsseki^ tär Loebell haben erklärt, daß sie hiervon auch nichts wissen. Dr. Stübel wird in der libera­len Presse ob seiner Zeugenaussage bös angefah­ren; so schreibt die „Nat.-Ztg." (Nr. 462 vom 26. 9. 1907.) unter der Spitzmarke: „Kronzeuge Stübel": „Mit der „eigenen Wissenschaft" des Herrn Dr. Stübel ist es denn aber doch em „eigen Ding". Wer ein so schwach ausgebildetes Erinnerurigsvermögen besitzt, daß er, wie dies nach seiner kolonialdirektorlichen Lei­de n s z e i t der Fall gewesen ist, in seiner Eigen- schäft als Gesandter in Norwegen vergißt, dem Kaiser das in seiner Tasche befindliche Tele- gramin, das dem Kaiser die Geburt seines, ersten Enkelsohnes ankündigte, auszuhändtgen, wird sich darüber nicht zu verwundern brauchen, wenn g N wisse Zweifel darin gesetzt werden, daß er sich jetzt noch an bestimmte Vorgänge ans dieser feiner verflossenen Amtsperiode mit apodiktischer Gewißheit zu erinnern vermag." Damit wird dem früheren Kolonialdirektor von derfelben Presse, die ihn früher so sehr verteidigte, ein höchst sch tee­re r Vorwurf gemacht; man kann ihn nicht mehr in das Wort „Vergeßlichkeit" kleiden Aber man sieht daraus, wie sehr unbequem der livera- len Presse die Aussage von Dr. Stnbel ist. An den amtlichen Stellen in B e r l r n hat inan denselben Eindruck, denn ein spaltenlauges De- iitenti der „Nordd. Allg. Ztg." sucht den unange­nehmen Eindruck zu verwischen; aber es sind Ilur Wortklaiibereien; das Blatt sagt nicht, wann die unberechtigte Einniifchnng sich vollzo- gen hat. Unter Stübel war es nicht; nach Stnbel kam Hohenlohe, mit dem Roeren ebensowenig der- handelte wie mit Dernburg. Somit konnte aus die Kolonialabteilung auch kein „Druck" auggeübt worden sein; es bleibt somit nur noch die ganz einseitige Notiz des Assessors Brnckner bestehen. Man kann sich aber keiner größeren Lächerlichkeit aussetzen, als iveim man behaup­ten wollte, daß die Abgeordneten gegenüber einem jungen Assessor, der doch im Amte nichts zu ent- scheiden hat, mit einem Druck kommen wurden, mit Recht hat der Abg. Roeren dies tm Reichstag als eine „Eselei" bezeichnet. Es entsteht also nun die Preisfrage: wann hat das Zentrum oder Roeren die imbefugte Nebenregierung ausgeubt^ Tie Offiziösen haben die Antwort nicht gegeben; wir nehmen sie uns, indem wir trotz aller Demen­tis der „Nordd. Allg. Ztg." behaupten, daß eine solche nicht stattgefunden hat.

* Bedenken zur kommenden Flotteuvorlage äußert die „Freis. Ztg." vom 27. 9. 07; sie knüpft an die Meldung an, daß die Neufocderungen tm Rahmen des Flottengesetzes durchzusühren seien und meint dann: Es handelt sich vielmehr um eine der wichtigsten etatsrechtlichen Fragen, die für den legitimen Einfluß des Parlaments auf das Budget von außerordentlicher Bedeutung ist. Die freisinnige Volkspartei wird. Wie sie es stets getan hat, die neuen Marineforderungen, die etwa an den Reichstag herantreteu, sollten, auf ihre Berechtigung und Notwendigkeit eingehend prüfen und sich je nach dem Ausfall der Prüfung dafür oder dawider entscheiden. Auf kernen Fall ober wird die fretfinntg« Volkspartei eine abermalige schränkung des Budgetrechts durch ein neues Flott en gefetz gutherßen. Das hat in nicht mißzuverstehender Weise Abg. Kopsch bereits in der ersten Sitzung des Ber­liner Parteitages der freifinnigeu Volkspartei be­tont, indem er sagte: „Wenn man eine Bindung im Flottengesetz macht, und das E t a t,s r e ch t angreift, so wissen wir, dieses Gesetz bedeutet eine Kriegserklärung für uns, und wir werden nicht warten, bis man uns den <Nnin öor die Türe setzt, sondern erklären: Auf eine Brüs­kierung haben wir nur eine Antwort: ^ann ge­hen Wir wieder unsere Wege, wir haben sie früher gestmden, wir werden sie auch in Zsiftmst findem (Stürmischer, langanhaltender Beifall.) Recht mutige Worte; wir wollen sehen, wie lange sie anhalten. Wenn die Vorlage kommt kann der Freisinn auch a n d e r s denken, er hat dies durch seine Haltung in der Wahlrechtsfrage bewiesen. Wie sehr leicht es ihm ist, nmzufallen. Be» der Flottenvorlage wird es ebenso gehen.

* Eröffnung des bayerischen Landtages. Der bayerische Landtag wurde Freitag mittag 2 Uhr durch den Prinz-Regenten eröffnet. Die Landtag-- Thronrede hebt hervor, daß das Budget dank der günstigeren Entwicklung der Wirtschaftsverhältmsie ohne Erhöhung der direkten Steuern mit einer Reserve abschließt, welche eine durch g r et s e nd e Aufbesserung der Gehälter der staatlichen Beamten und Bediensteten in Aussicht zu nehmen gestattet. Die Thronrede spricht die zuversichtliche Hoffnung aus, daß diese für das gesamte Staats-,

B a d e n, der mit der Prinzessin Hilda von Nassau vermählt ist, sowie die Gemahlin des Kronprin- zen von Schweden, Viktoria. Da aus der Ehe des Erbgroßherzogs Kinder nicht mehr zu erwar­ten find, so ist der nächste Agnat der Prinz Maximilian von Baden (40Jahre alt), der Sohn, aefe^, trots siuruarung, wog oes ueiuM>u«.. einesBruders deS verstorbenen Großherzogs. Prinz tzchulmeisters von anno Dazumal." Maximilian ist mit der Prinzessin Maria Cum- Das „protestantische Deutsche Reich ist g.ü, berland vermählt und hat bereits einen Sohn, die rm deuischen Reiche lebenden 2 0 w.lltion en den Prinzen Berthold Friedrich, der das erste Katholiken scheinen für den freisinnigen Herrn Lebensjahr vollendet hat. v nicht zu existieren. Ganz erschreckt berichtet er

Der verstorbene Großherzog hat mit an der dann, daß Deutschland mit 43 3b Jefuiten Wiege des Reiches gestanden. Neujahr 1871 an der Spitze aller Länder marschiere, ^n hielt er bei der Abendtafel in Versailles, zu der Wahrheit entfällt nur ein Drittel dieser Zahl über 100 Personen, darunter viele fürstlichen auf das deutsche Reich, und diese Jesuiten sind Standes, geladen waren, eine denkwürdige An- ganz überwiegend in den Missionen in spräche über die „neue Gestaltung der Dinge". । Indien, China, in Sansibar, Nordamerika usw. Er war es auch, der im Spiegelsaale des Schlosses tätig. Mit der „Gefahr der Ueberflutung des zu Versailles daS erste Hoch auf den neuen deut Reiches" durch die Jesuiten ist es also gar scheu Kaiser ausbrachie, nachdem er in den vor- nichts. Die anderen verteilen sich auf Oester­hergehenden Verhandlungen alle seine Kräfte ein-1«------ is'ä ’fl

gesetzt hatte, um die Einigung Deutschlands zu sichern und die Schwierigkeiten, die sich nament­lich hinsichtlich der Titelsrage ergaben, aus, dem Wege zu räumen. Seine hohen Verdienste wurden von den deutschen Bundesfürsten und dem deutschen Volke freudig anerkannt und mit dem badischen Volke trauert ganz Deutschland an der Bahre des entschlase>ien Großherzogs.

November ab dem Kaiser zur Verfügung stehen sollen, der am folgenden Tage von dort die Eng­landreise antritt.

* »um Wechsel im Kultusministerium. Der »Deutschen Tagesztg/ ist neuerdings be- stätigt worden, daß es bei dem Wechsel im Kultusministerium sich lediglich um einen Personenwechsel gehandelt habe. Es sei nicht anzunehmen, daß der neue Kultusminister tn grundsätzlichen und wesentlichen Fragen eine andere Haltung einnehmen werde als sein Vor- gänger. Die Herren Liberalen würden auf das sogenannte Morgenrot der neuen Zeit noch em wenig warten müssen. Das gleiche gelte von dem Ersätze des Ministerialdlrektors Alt hoff durch Geheimrat Naumann. Betreffs der orqanifatorischen VeränderungenimKult u s- Ministerium erfährt der ,Lokalanzeiger' noch, daß außer dem neuernannten Ministerialdirektor Lr. Naumann noch Geh. Oberregierungsrat Dr. Elster in der Universitätsabteilung tätig sein wird. Ihm fällt als Personenreferenten die wichtigste Ausgabe in dieser Abteilung zu.

n. Die jesuitische Durchdringung Deutsch­lands. Unter dieser Spitzmarke läßt sich das berliner Tageblatt' von seinem römischen Korrespondenten folgende Schauermäre mittcilen:

.Eine neue Jesuttenperiode soll gewißen Blättern zufolge Deutschland bevorstehen, der neue Ordensprovinzial führe große Dmge rm Lchild, kurz, eine allgemeine Invasion von Loyola-söhnen sei beschlosiene Sache. Aber was da alles »bevor­stehen" soll, ist längst vollzogene Tatsache, die Tat­sache steht fest — die Talsache, daß das protestan­tische Deutsche Reich schon längst das haupt­sächlichste und beliebteste Betätigungsfeld und der Tummelplatz des Jesuitenordens ist—trotz Jesmten- -irseh, trotz Aufklärung, ttotz des berühmten preußischen

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Schriftleiter: A. Westler

3-^parrrtler in Mda- WochMeilage: „Illustrierte Sonntagsjdtung'