Suldaer
34. Jahrnaiist
Fulda, Freitag den 27. Sevtember 1907
M 222.
Zweites WLatt
für das vierte Quartal
Wo ist sie geblieben? Die Arbeiter sind be t r o-
L. - .. __—— ...AI A StA
Verentwertiifctt 6»tHUeiter: A. Wetzl«»
ine, Benediktiner, Karmelitengeist usw. sich zu verschaffen. Man hat es verstanden, dein Branntwein feinen Proletarierhaften Charakter zu nehmen, ihn salonfähig, der guten Gesellschaft annehmbar zu machen. Unter der heuchlerischen Etikette eines Magenbitter, Alpenkrauterlrkor, Essentialmelissengeist, Jagd- und Reiselikor ftn- i)et er überall Eingang. Der Kenner,spricht davon mit wahrer Begeisterung und mit Ausdrucken, die uns ganz vergessen lassen, um was es ich im Grunde eigentlich handelt. Das ist auch !ine Partie honten se unserer gerühmten Zivili-
sind gar nicht nach meinem Geschmack; Ihr treibt es zu arg, trinkt bis in den Hellen Morgen hinein, manche werden ja kaum nüchtern."
„Willst Du wieder Moral predigen? Wer niemals einen Rausch gehabt, das ist kein braver Mann. — Uebrigens steht es ja Dir frei, nach Hause zu gehen, wenn der Kommers für Deine philisterhaften Ansichten zu lange dauert."
„Gut denn, ich komme heute abend."
Einige Stunden später war die muntere Gesellschaft in den „drei Kronen" versammelt. An einem Tische in der Ecke, wo Kurt Platz genommen, ging es besonders laut und lustig her. Lachen,' Rede und Gesang vermischten sich mit dem Klappern der Biergläser.
„Hast Du noch nicht in Erfahrung bringen können wer die fchöne Unbekannte von heute nachmittag ist?" wandte sich einer der Studenten an Kurt. •
„Ich kann Dir keine Auskunft darüber geben."
„Nun, dann müssen wir Jeder auf eigene Faust auf die Entdeckungsreise ausgehen, wir müssen doch wissen, wer. das schöne Kind ist."
„Wißt Ihr, welch' schöner Stern des Kunsthimmels unseren Musentempel mit seinem Glanze bestrahlen wird?" erschallte es von anderer Seite.
„Sprich deutlicher, was meinst Du?" riefen mehrere.
„Ihr habt doch gewiß von der berühmten Schauspielerin Fräulein Kühn gehört. Berühmt wegen ihrer Kunst und berühmt wegen ihrer SlHinheit. Der Theaterdireftor hat diese Dame für unsere Stadt zu gewinnen gewußt, um sich dadurch ein volles Haus zu sichern, und ist dieselbe bereits hier angelangt".
„Famos, eine neue Schönheit! Eine Schau- spielerin dazu, davon können wir alle profitieren!"
):( Wemplauderei.
Skizze von L. Fisch.
(Nachdruck verboten.)
Es gibt kein Volk der Erde, das für die sonnigen, wie trüben Stunden des Lebens nicht irgend ein berauschendes Getränk hätte. Das ist Tatsache. Die Kalmüken bereiten es aus Stuteu- niilch, die Patogonier aus Aepfeln, der Neger des Sudans aus Hirse, die Eingeborenen des ost- indischen Archipels aus Palmsaft und wir aus der edlen Frucht der Rebe, aus Hopfen, Mmz und Gerste. Die Seele all dieser Getränke i der Alkohol.
Der Typus des Alkohols ist so eigentlich der Branntwein, das gebrannte Wasser, das Wasser des Lebens, aqua vitae, das für fo viel Tausende ein Wasser des Todes geworden ist. lieber Branntwein zu reden, verschlägt zwar in eines jener dreihundert „Es schickt sich nicht" der Deutschen Anstandskapitel. Und doch gelangt er unter den reizendsten Verkleidungen gerade in jene Kreise, die den proletarierhaften Branntwein nie über ihre Schwelle gelassen haben, würden. Leute, die gerechte Entrüstung und gelindes Schauern überkommt, wenn sie einen aus dem Volk früh sein Gläschen Kornschnaps trinken sehen, lieben es trotzdem, die süße Alkoholnarkose mit Hilfe einer fein klingenden Marke, wie Champagner
Wäre der Kampf ein Jahrzehnt später ausge- lbrochen, hätte der Modernismus unter den französischen Theologen noch länger ungestört sich verbreiten können, so wäre für die Kirche dasj Kampffeld weit ungünstiger gewesen.
Man gehe mit uns an den Anfang des Kampfes, der den O r d en u n d K o n g r e g a t i o n en 'galt und man überblickt heute ein großes Trümmerfeld. Die Orden, die in der Missionsgeschichte der Kirche eine so hervorragende Rolle einnehmen, sind heute nicht mehr in der Lage, die Missionsstationen zu halten; sie haben k eine Zöglinge und kein Geld. Es ist Aufgabe der Deutschen, in diese Lücke zu treten, ehe das große Missionswerk Schaden leidet; namentlich in I n- dien und China treten schon große Lücken Auf; erfreulicherweise haben die deutschen Katholiken diese Aufgabe erkannt. Eine Anzahl von Kongregationen sind in alle Welt zerstreut; die Katholiken der Weltdiaspora (z. B. Norwegen) haben einen Vorteil von dieser Austreibung; denn sonst hätten sie kaum Ordensgesellschaften erhalten. Aber wo bleibt der Vorteil des S t a a- tes an diesem Kampfe? Die S ch u l e hat er nun ganz in seiner Hand; aber die Früchte derselben sind der A n t i m i li t a r i s m u s und eine ganz tziit setzliche Zunahme der Verbrechen Jugendlicher. Aber die
Milliarde der Klöster?
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Staat offiziell keine, Kirchengemeinschaft lernte und sie deshalb in keiner Werse unterstütze. Da man aber auch die Kirche zwingen wollte in staatlich festgesetzten Formen sich ru das Privat- eben nämlich in die Kultusvereine zurückzuziehen, zwingen durch Androhung vermogens- rechtlicher Nachteile für den Fall der Weigerung, so sah man der preußischen Gesetzgebung die im kirchlichen Vermogensvecwaltungs- gesetz vorgesehenen Kirchenvorstande, ab. Diese aber wurden weiter ausgebaut und in „Kultusgenossenschaften" umgestaltet, in die man den Schwerpunkt des ganzen kirchlichen Apparates legte, sodaß nach Annahme des Gesetzes durch den Papst die katholische Kirche Frankreichs eine Art Synodalverfassung erhalten hatte, ^n Preußen hat der Staat einen nicht unerheblichen Einfluß auf das katholische Kirchenwesen aber dafür zahlt er auch, in Amerika zahlt er nichts, läßt indessen der Kirche absolute F r e i h e i t. Die französischen Gesetzgeber glaub- ten nun besonders schlau zu sein, indem sie aus der amerikanischen und preußischen Gesetzgebung zusammensaßten, was für die Kirche am w e n i g si e n günstig war, und nachher beschwerten sie sich lebhaft, daß der Papst in Frankreich nicht zugestehen wolle, was er m Amerika und Preußen anstandslos bewillige." Wir freuen uns, daß man auch auf protestantischer Seite schon einsieht, daß der französische Versuch
für den Staat eine verlorene Schlacht bedeutet, da werden sich manche Leute hüten, es für Deutschland nachzumachen. Oder reizt es sie, weil auch die Kirche ihre Schläge erhalt? Selber gibt es Politiker, die gern dem Staate 100 Hiebe aufmessen, wenn nur dieKirche 25 erhält, jedoch müssen diese bei ihrer Rechnung in Betracht ziehen, daß die deutschen Katholiken im privaten und öffentlichen Leben eine ganz andere Macht darstellen als die französischen; die Glaubenstreue der deutschen Katholiken wurde ute Schlacht für den Staat zu einer Niederlage gestalten und die Kirche als Siegerin hervorgehen lasten. Mit Gottes Hilfe und dem Glaube nsfonds unsere rMitbruder sind wir unüberwindlich, solange wir in Einigkeit z u s am m e listehew
'Erscheint täglich »U Aurnahme der Sonn» studzeieitage viertel» Mrl.vtzngrpreir ,hne vringerl -hn nnb velleNgeld in Hulda und auswärts 1 VN. 50 Pfg.
„Hnrrah, eiuite Salamander zu Ehren der neuen Schönheit!" jubelte es von allen Seiten.
„Ihr irrt Euch!" rief der Erste dazwischen, „Fräulein Kühn ist nicht nur schön, sondern auch chr tugendhaft. Sie empfängt keine Herrenbesuche und lebt in Gesellschaft ihrer Mutter."
„Bah, eine Schauspielerin und tugendhaft!" entgegnete ein junger Mann mit blassen, abgelebten Zügen, „man kennt das schon. Eine Theaterprinzesstn ist nur so lange spröde, bis fte den gewünschten Goldfisch an der Angel gefangen bat. Aber woher weißt Du das alles so genau?"
„Meine Philöse ist mit der Frau des Thea- terdirektors bekannt, und diese hat es ihr erzählt. Sie soll sehr jung und liebenswürdig sein. In einigen Tagen wird sie als „Maria Stuart auf- treten und wird uns allen dann Gelegenheit geben,' ihr Talent wie ihre Schönheit zu be- wundern." c . .
Nach einigen Abenden war das Schauspielhaus angefüllt von Menschen. Der Ruf von Fräulein Kühns Talent, Schönheit und Tugend- haftigkeit hatte sich bald in der Stadt verbreitet, und alles wollte diefes Wunder bei seinem ersten Auftreten hierselbst begrüßen. Auch Kurt und seine Kommilitonen hatten sich dort etngefunben und harrten mit Ungeduld des Beginnes der Vorstellung. Endlich wurde der Vorhang aufgezogen, eS herrschte eine lautlose Stille, man Erwartete mit Sehnsucht das Erscheinen der Mana Stuart. Langsamen Schrittes, mit gesenktem Haupte, den Blick ans das in ihren Armen ruhende Kruzifix geheftet, trat sie vor das Publikum und wurde von diesem mit einem sturmi- scheu Applaus begrüßt. Ein liebliches Erröten und ein freudiger Schimmer überflog das Gesicht der jungen Künstlerin, und mit dankbarem Blick schaute sie auf die Beifallspendenden.
Kurt war jeder ihrer Bewegungen gefolgt, und als sie die Augen erhob, erkannte er sofort in der gefeierten Künstlerin feine schone Unbekannte. Mit steigender, Begeisterung folgte er der Handlung und als in der Gaktenszene Ma»
erfreut sich einer guten Wirksamkeit und allgemeiner Hochschätzung. Das genannte Blatt gibt wohl die richtige Antwort mit den Sätzen: „Wenn man der Kirche jede Hilfe entzogen und sie entstaatlicht, aber sonst völlig in Ruhe gelassen hätte, so waren alle Franzosen zufrieden gewesen. Daß man aber die G o t t es h ä us er be sch lagnah m t e, war schon zuviel, und daß man unter dem Vorgeben, die Kirche besonders zu schützen, KOV .........., ihr allerhand Fesseln an legte, war erst
«n e n worden um die Altersoersicherung, die man! recht „roüenwidrig". So entnahm man der ame- /damit einführen wollte; das Geld floß in die l rikanischeu Gesetzgebung den Grundsatz, daß der
Taschen der Rechtsanwälte, welche die Liquidatton zu vollziehen hatten. Da eine Milliarde Vermögen nicht vorhanden War, so ergibt die Schlußrechnung, daß nicht nur nichts übrig bleibt, sondern daß der Staat noch 6 M i I I. Franken darauf legen muß, damit alle Liquidatoren ihre Honorare erhalten können. Das ist die traurige Bilanz des Vorgefechtes zum großen Kampfe.
Dann kam 1905 die Trennung von Kirche und Staat, der entscheidende Schlag. Wie ging eS hier? Auch nur Trümmerfelder überblicken wir; der Liberalismus war ja immer groß im Zerstören. Schreibt doch felbft die Konservative „Kreuzzeitung" (Nr. 447 v. 24. 9. 07.):
I „Die heutige Situation läßt sich in dem Satze 1 zusammenfassen, daß der Staat die Partie verloren, die
Siirdje fte aber nicht gewonnen
k Die dichenpoWchc fugt in Frankreich.
Mehr als 6 Jahre sind verflossen, seitdem der französische Radikalismus und Sozialismus im Dienste der Freimaurerei -en Kampf auf Leben und Tod gegen die Kirche ausgenommen hat. Da ziemt eS sich, einen Rückblick zu halten und er bietet kein erfreuliches Bild, weder für die Kirche noch für den Staat. Gesiegt hat keine von beiden Parteien; der Staat hat. freilich die Schlachten verloren,, aber die Kirche hat sie nicht gewonnen; freilich ist für ihre Zukunft höchst bedeutsam, daß sie nicht unterlegen ist; denn das Ueberwinden, der ersten harten Schläge gibt Hoffnung auf die Zukunft. Doch darf man diese nicht übertreiben; weil nie zu vergessen ist, daß die Masse in Frankreich tben nicht nur der katholischen Kirche den Rücken gekehrt hat, sondern vom
positiven Christentum überhaupt nicht- mehr wissen will.
hat. Wem das widersinnig erscheint, den machen wir auf die ungeheuren Nachteile aufmerksam, die der Kirche durch das Gesetz zugefügt worden sind. Alle nicht unmittelbar für den Gottesdienst bestimmten Güter von 60Ö Mill. Frcs. Wert hat sie schon jetzt definitiv verloren. Die Gotteshäuser sind ihr zwar noch nicht tatsächlich weggenommen, aber rechtlich in den Staatsbesitz übergegangen. Dann sind ihr 50 Mill. Francs jährliche Zuschüsse für Kultus- zwecke, Gehälter usw. entzogen. In vielen Gemeinden hat der Gottesdienst ganz aufhören müssen, da sich niemand fand, die Priester zu besolden. Eine solche Lage ist gewiß nicht als ent „Sieg" zu bezeichnen. Die Kirche hat ihre Selbständigkeit gereitet, aber ihre gesamte Habe verloren und befindet sich dadurch in der schlimmsten Bedrängnis. Beiläufig bemerkt, hat sich der i Staat nicht einmal „nobel" gegen diejenigen Bi- schüfe (Staatsbischöfe) benommen, welche vom Papst wegen ihrer Zustimmung zur Politik der Regierung zum Rücktritt gezwungen wurden, beim er gibt ihnen nur 1500 Frcs. Pension. Wie der Wirrwarr enden wird, kann niemand wissen, denn die Lage ist so, daß beide Parteien keinen Schritt zurücktun können. Genaue Kenner der Verhältnisse nehmen aber an, daß noch viele Jahre vergehen werden, bis Frankreich und der I Papst sich wieder verständigen — wenn es über- I Haupt jemals der Fall sein wird. Denn da keiner I von beiden Parteien in der Sage ist, den anderen I niederzuzwingen, haben sie es beide n i cht eilig mit dem Friedensschlüsse und dem Einlenken. Zu einem offenen Kampfe dürfte es nur kommen, wenn die Regierung in eine fri- tische Sage geriete oder gar die Republik selbst bedroht würde. Denn dann wäre mit Sicherheit I auf eine Mobilmachung des ganzen Klerikalis- !muS zu rechnen, um der gegenwärtigen Regierung das SebenSlidjt auszublasen, vorläufig I sitzen aber die Regierung und der, Radikalismus I noch sehr fest im Sattel." Man wird dieses Bild I des protestantischen Blattes als zutreffend cmer- I kennen müssen und es ist um so bedeutungsvol- I ler, als es von dieser Seite stammt. Weshalb aber der Mißerfolg für den Staat?
I In Amerika haben wir auch Trennung I non Staat und Kirche und letztere blüht und
fation! — .
Doch wollen wir vom Wein plaudern, dem edelsten und ältesten Genußmittel. Bei dessen Nennung schon umgaukelt uns eine ganäc Welt voll lebensfroher Bilder. Ein poetischer Zau- der, den die Dichter aller Völker aller Zeiten besungen, umgibt dies Naturprodukt, und sohnl uns mit dem Gedanken aus, daß vom Gruno des Glases, und sei es auch mit dem kostbaren Rebensaft gefüllt, uns dennoch die Fratze des Alkohols entgegengrinst. ,
Wie in der Blumenwelt, schafft , die, Natur auch hier in wunderbarer Mannigfaltigkeit. Die Eigenart der Rebsorte, der Boden und Klima, in dem die Traube reift, die meteorologischen Verhältnisse des betreffenden Jahrganges, die Düngung und Bearbeitung des Bodens, der Grad der Reife der Traube macht lebe Sorte, ja jede Flasche Wein zu einem Einzelwesen, während menschliche Kunst — man denke andre Bierbrauereien — meist nur gleichartige Massen schasst. Und der feine Gaumen emeS geübten „Weinslechers" findet selbst da noch „Nuancen und Apercus", wo die Retorte des Chemikers versagt, so daß der Chemiker Orfila ehrlich eingestand: „Die besonderen Eigenschaften der besseren Weine hängen von keinem der darin entdeckten Stosse ab, sondern von einem bis jetzt noch unbekannten Körper."
Gegenüber dem Branntwein, der bis 50 Pro- zent, ja, wie Kognak bis zu 55 Proz., Rum sogar bis zu 77 Proz. Alkohol enthalten kann,, ist der Wein ärmer an Geist. Man nimmt jetzt allgemein an, daß kein Natuttvem mehr als ,12 Proz., im äußersten Falle 15 % Alkohol enthalt. Das Minimum kann bis auf 5 Proz herabsinken. Die Zahlen sind nicht uninteressant. Es enthalten im Durchschnitt: Cherry 17 Proz, Port- wein 16,4 Proz., Marsala 16,3 Proz., Madeira 15,6 Proz., Tokayer 12 Proz., Moselweine 12 Proz., Malaga 11,5 Proz, Rheingauweme 11,5 Proz., Pfälzerweine 11,5 Proz., französische Rotweine 9,4 Proz., Champagner 9,2 Proz., Fran- kenweine 8,8 Proz. Diese Durchschnittszahlen nach König beweisen, daß Cherry, Portwein^ Marsala, Madeira die stärksten Weine sind. Nur die Sonne des Südens vermag den Saft der Reben mit solchem Feuer zu durchdringen. Neuerdings hat man griechische Werne importiert die den obenerwähnten iberißchen Wernen an Stärke und Körper nichts nachgeben. Sol- eher Art müssen die Weine des klaspschen Altertums gewesen sein, jener Falerner und Massiker/ den Horaz besingt, jene durch langes Lagern m porösen Tongesäßen zum Syrup, gewordenen Sekte Griechenlands und Campaniens, die es leicht begreiflich erscheinen lassen, warum dis Alten ihren Weinen stets eine betradjtl«^ Menge Walser beimischten und es als ent Zeichen sittlicher Verkommenheit galt, verum, d. h. un- - gemischt zu trinken. Porto, Cherry sind die : Weine der britischen Fuchsjäger, der Seeleute , und professionellen Boxer, Leute, die für ihre außerordentlichen Muskelanstrengungen die star- i ken Reize dieser Fenerweiiie nicht missen moch- ; ten. — An Alkoholreichtum ziemlich nahe kom- । men die sogenannten Süßweine des Südens. : Für uns Nordländer haben diese dicken, schweren
ria voll königlicher Hoheit zu Elisabeth die Worte sprach:
„Nicht um dies ganze reiche Eiland, nicht Um alle Länder, die das Meer umfaßt, , Möcht' ich vor Euch so steh'n wie Ihr vor mm da fühlte sich der für alles wahrhaft Schöne unk Künstlerische so sehr empfängliche Junglmg ganz hingerissen. Er vergaß seine ganze Umgebung, hatte nur Äugen für sie, hörte nur ihre Stimme, und als Maria zur Hinrichtung bereit die Buhne verließ, hielt es auch Kurt nicht langer im Zn- schauerramn. Er stürmte hinaus, um in der kühlen Abendluft die hochgehenden Wogen fei- ner Phantasie zu beruhigen. Planlos schrttt er den großen Theaterplatz auf und nieder unb beamtete es nicht, wie der Wind ihm den Regen in das Gesicht peitschte. Plötzlich stand er an der anderen Sette des Gebäudes, wo sich der Eingang für die Mitwirkenden befindet. Auf der hohen Treppe vor demselben erschienen zwei Gestalten, der herniederströmende Regen beran- laßte sie, wieder unter, baS Portal zu treten. Kurt hatte beim Scheine Gaslichtes die Künstlerin erkannt, rief den Kutscher der,gerade vorüberfahrenden Droschke an und bat, die Damen, diese zu benutzen, welches Anerbieten mit Freuden angenommen wurde. . Wahrend die Damen einstiegen und Kurt habet behulsttch war, versicherten diese ihm ihres Dankes.
„Erlauben die Damen, daß ich mir den Dank morgen vormittag persönlich hole", wagte er zu sagen, „mein Name ist Kurt Werner, Student der Rechte", fügte er, sich vorstellend, bei.
„Es weicht eigentlich von unserem Grund- fatze ab", entgegnete die ältere Dame, „meine Tochter nimmt sonst keine Herrenbesuche entgegen, aber da Sie uns in den paar Tagen unseres Hierseins schon zweimal zum Danke verpflichtet haben, wollen wir eine Ausnahme machen. Unsere Wohnung ist . . <> . straße a), und erwarten wir Sie um 12 Uhr.
e ’ (Fortsetzung folgt.)
Ly BetattoHibtMi u,
Verlag der Sulbaer Nr« tie«>r4d«ei in SuM fflomrtsbdlag«: „WiMk Geschichteter"
Lebenswege.
Roman von Klara Wilhelmi.
J4j (Nachdruck verboten.)
„Jst's vielleicht dieser hier?" fragte er, seinen Fund der jungen Dame überreichend.
' „Ja, es ist der meinige", sagte diese, und eine Seine weiße Hand faßte danach, ein errötendes eflchtchen neigte sich dankend unb ein Paar blaue Augen blickten unter schwarzen Wimpern ifo freundlich ihn an, daß es ihm ganz eigen zu Mute ward. Die Dankesworte, welche Mutter itnb Tochter sprachen, überhörte er, so war sein Blick auf die lieblichen Züge gebannt. Erst nachdem sie weiter gegangen, fragte er: „Wer sind diese Damen? So viel ich weiß, sah ich sie hier (nodj nie."
„Oho! hat Dein Herz plötzlich Feuer gegangen? Du schautest das hübsche Kind so ^bewundernd an, und fragst jetzt, wer sie sind?"
„Possen, meint Ihr denn, ich wäre blind, oder ich sähe nicht auch lieber ein schönes Mädchen, wie ein häßliches?" verteidigte sich Kurt Errötend. „Unb wenn ich ben Namen der Damen zu wissen wünsche, so ist dies doch fein Beweis dafür, daß ich notwendig Feuer gefangen (haben muß."
' Keiner der jungen Leute konnte ihm sagen, 'toer die Damen waren und sie kamen zu der Annahme, eS müßten Fremde sein, deren immer sehr viele dort waren.
- Das Gespräch wurde allgemeiner und drehte «ich hauptsächlich um einen am heutigen Abend tatifinbenben Kommers. Endlich in der Stadt
1 oiebet angelangt, löste sich die Gruppe unter Händeschütteln und freundlichem Zunicken auf.
t „Werner, Kerl, Du kommst doch heute abend?" tönte eS noch.
ft „Wenn Ihr versprecht, daß die Sitzung nicht IN lanae dauern toll. Diele ewiaen Trinkereien