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Veranlwor1ti»er »chrijtleiter: A.W etiler wochMeiiag«: „Illustrierte Sonnlaqszeiiung

r I der Äufsaugungstheorie und wie alle die Schlager heißen, mit denen man die Masse so e • lange betört hat. Nun ist auch die Maifeier

vorliegt oder nicht. Wenn tatsächlich, wie eS in Greifswald geschehen ist, Katholiken sich katholische Schwestern für Prioatkrankenpflege in den Häusern wünschen, und diese Schwestern keinen Anspruch machen auf staatliche und städtische Beihilfe, dann ollte man den Katholiken dasselbe Recht gewähren, oie den Protestanten. Wovon die Schwestern eben und ob sie genug haben zum Leben, kann )abei den Protestanten doch gleichgiltig sein. Finden sie nicht Arbeit genug, so bemerkt richtig Dr. Gothein als Erwiderung auf die Klage des Pastors Heyn, so wird das Mutterhaus sie schon wieder zurückziehen, denn es sorgt dafür, daß sie nur da bleiben, wo sie gebraucht werden. Treffend wendet sich Dr. Gothein auch gegen die Be­fürchtung konfessioneller Friedensstörung. Er

Tätigkeit der grauen Schwestern. Sie haben mit Aerzten aller Glaubensbekenntnisse zu tun, sie sehen am Krankenbett häufig auch den evangelischen Geistlichen, mit dem sie sich freundlich und im Gefühl gegenseitiger Hoch­achtung begegnen, sie lernen ständig Menschen anderen Glaubens kennen und wertschätzen, sie sind schließlich auf deren finanzielle Unterstützung angewiesen und wissen, daß viele Evangelische und Juden gern und reichlich geben. Dem evangelischen Freiheitsbewußtsein widerstrebt freilich das Gelübde, das die graue Schwester ablegt, aber man kann ihre selbstlose Tätigkeit doch nicht ohne ein Gefühl der Bewunderung ansehen. . . . Und wie die grauen Schwestern ängstlich bedacht sind, niediereligiöseUeberzeugungAnders. gläubiger zu stören, so entwickelt sich auch beim Protestanten durch ihre Tätigkeit das Gefühl der Achtung für das, was das Glück dieser Herzen ausmacht." u. s. w.

Ja, das letztere scheint eben Herr Pastor Heyne verhindern zu wollen, anders kann man sich nicht erklären, wie er mit solchem Eifer gegen ein paar unschuldige barmherzige Schwestern wettern kann. Es offenbart sich darin em Terrorismus, gegen Andersgläubigerer einem protestantischen Pfarrer recht schlecht stehst. Inl einer überwiegend katholischen Stadt wäre em solches Ver­halten gegen protestantische Diakoniffen undenkbar.

* Die begrabene Maifeier. Der Essener Parteitag der Genoffen hat zu der Frage der Maifeier eine Stellung genommen, die zu er- warten war; er hat weder Ja noch Nein gesagt; aber er hat in Wirklichkeit die ganze Maifeier ein gesargt. Damit ist wieder ein Stück des unentwegten Sozialismus in die Rumpelkammer gewandert, die ohnehin schon so reich an solchen Raritäten ist, da findet man das eherne Lohn­gesetz neben der Verelendung der Massen neben

verscharrt worden, wie die role Presse schreiben würde, wenn eine andere Partei sich derartiges gestatten wollte. Man muß sich aber heute doppelt vor Augen halten, welche Unmenge von Elend und Not die Genossen durch die Mai­feier über sehr viele Arbeiterfamilie!! gebracht haben; wer vor Jahren nicht milfeiette, der wurde als Verräter angesehen; wenn ein Betrieb nicht stille stand, dann wurde die Sperre über ihn verhängt; Tausende von Arbeilergroschen sind dadurch verloren gegangen. Da kam vor einigen Jahren schüchtern aus den Reihen der Gewerkschaften der Ruf nach der Abschaffung der Maifeier, deren Kosten in gar keinem Ver­hältnis zu dem Fortschritte stünden, die erzielt würden; zuerst suchte man den unbequemen Mahner zur Ruhe zu verweisen; heute hat er auf der ganzen Linie gesiegt. Diese Wand­lungen muß man den Arbeitern vorhalten, da­mit sie einsehen, wie die wahren Arbeiterinte- reffen bei den Genossen mißhandelt werden.

„Was weiter? Glaubst Du, daß es mir gleich' gültig ist, daß ich ruhig dabei bleiben kann, wenn ich täglich mit ansehen muß, wie andere sich um Deine Gunst bewerben, wie man Dir schmeichelt und Dir Huldigungen darbringt."

„Die mich weiter gar nicht berühren, nicht den geringsten Eindruck auf mich machen. Du weißt, daß ich nur Dich allein liebe, deshalb laß die anderen Herren schwatzen, was sie »vollen," sagte das junge Mädchen, sich an ihn schmiegend.

„Und doch möchte ich Dich bitten, den Herren gegenüber nicht so freundlich zu sein ich kann e« nicht leiden."

„Was würde Helene denken, wenn ich ihre Gäste nicht artig behandelte? Müßte sie nicht Argwohn schöpfen? Und ist es nicht gerade Dein Wunsch, daß ihr unser Verhältnis geheim bleibe?"

„Freilich, aber ich leide Folterqualen," seufzte Paul.

„Dann tritt doch offen Dor meinen Schwager und sage ihm, daß wir uns lieben."

„Ich kann es jetzt noch nicht, damit müssen »vir noch warten."

„Nun, dann verschone mich auch noch mit sol­chen Vorwürfen, wie Du mir sie immer machst," sagte sie mit gereiztem Tone.

„Käthchen, vergiebl Nur meine grenzenlose Liebe zu Dir läßt mich so sprechen," bat er, sie fester an sich ziehend.

„Und liebe ich Dich vielleicht weniger?" flü­sterte sie zärtlich.

„Schwöre mir, daß Du mich immer lieben, mir ewig treu bleiben willst," sagte Paul er­regt.

„Ich schwöre es Dir," antwortete sie feierlich.

„Tank, tausend Dank! Nun bin ich beruhigt, und ich will Dir nie wieder Vorwürfe machen." Ein langer, herzlicher Kutz besiegelte das Ver­sprechen.

Christine, welche schon längst in dem großen, alten Lehnstuhl einaeschlummert war, ob wirklich,

schreibt:

. „Wenn Herr Pastor Heyn, w'e ich, fast das ganze Leben in der Diaspora zugebracht hätte, so würde er wissen, daß nichts mehr zur VersöhnungderkonfessionellenGegen. sähe beiträgt, als die charitative

oder nur zum Schein, wollen wir dahingestellt sein lassen, räusperte sich und öffnete die Augen.

Käthchen fand, daß es Zeit fei, nach Hanse zu gehen, und verabschiedete sich. Als Werner sie be­gleiten wollte, hielt die Alte ihn zurück: „Ich hab noch einige Worte mit Ihnen zu sprechen, Herr Werner. Gute Nacht, liebes Kind, Du fin­dest den Weg wohl allein, er ist nicht weit," sagte sie, und schloß die Türe.

„Ich muß Ihnen sagen, Herr Werner," ioandte sie sich an diesen, „daß ich heute abend einmal wieder nicht mit Ihnen zufrieden bin. Bitte, unterbrechen Sie mich nicht. Weshalb quälen Sie das liebe Kind mit Eifersucht? Das tut feine wahre Liebe, die hat größeres Ver­trauen. Wie oft haben ähnliche Szenen wie heute abend hier schon stattgefunden? Sie ver­sprachen jedesmal Besserung, und doch fallen Sie immer wieder in denselben Fehler zurück. Ich sage .Ihnen, Herr Werner, machen Sie mein Kind, mein Herzblatt nicht unglücklich! Käthchen ist mir ans Herz gewachsen, ich liebe sie so, als ob sie mein eigenes Kind wäre. Wird sie durch Sie unglücklich, so mache ich Sie dereinst vor Gott dafür verantwortlich."

„Siebe Christine---"

„Neiu, kein Wort," unterbrach sie ihn, „gehen Sie jetzt, und denken Sie über meine Worte nach."

Es toar Ballabend: der erste Kasinoball in diesem Winter. Wagen auf Wagen rollte vor daö Portal des Gebäudes und der Saal begann sich allmählich zu füllen. Der Damenflor strahlte in ben geschmackvollsten, elegantesten Toiletten; Käthchen besonders in dem schönen selbstgestickten weißen Tüllkleide erregte Aufmerksamkeit und feierte tvahre Triumphe. Sie war fortwährend umringt, bewundert, und die jungen Herren wagten förmlich einen Sturm, um die Zusage eines Tanzes zu erhalten. Helene blickte biswei­len zu den Gruppen hinüber, die sich um ihre

Schwester bildeten, und ein Lächeln lag auf ihren Lippen. Sie sah, mit wie großem Vergnügen, aber auch wie unbefangen sie die Huldigungen entgegennahm, welche ihr von allen Seiten dar­gebracht wurden.

Auch Paul Werner war längst im Saale, aber sie hatten kaum einige flüchtige Worte nut ein­ander gewechfelt. Er hatte Frau Schmidt und Kälbchen eben begrüßt, als Herr Hellmuth mit feinem Sohne herantrat und die Aufmerksamkeck bp, Damen vollständig in Anspruch nahm. Noch einige andere nähere Bekannte der Damen ge- feflten sich dazu, und Paul, wohl ernfehend, daß er jetzt doch kein Wort von der Geliebten erha­schen könne, zog sich zurück.

Ter Ball hatte eben begonnen. Die Paare ordneten sich zum Rheinländer. Käthchen war von einem Tanz zum andern geflogen; sie liebte dies Vergnügen ganz besonders und genoß oas- selve in vollen Zügen. Die Huldigungen und Schmeicheleien der Herren fanden bet dem jun- oen Mädchen ein geneigtes (Sebor unb sie be- merkte es nicht, wie vorwurfsvoll Pauls Augen sie oft anblickten. Endlich kam der Tanz, welchen sie Paul zugesagt, er reichte ihr den Arm führte sie rn die Reihen und bald schwebte sie beseligt mit ihm durch den Saal. Frau Helene mit bet- «lieber,en anderen Damen und Herren sahen dem Tanze zu. Auch der Gutsbesitzer Herr Franke gesellte sich zu ihnen.

„Fräulein Bruns fft doch eine imposante Er- scheinung. Sieht sie in der weißen Tüllwolke und mit den Silberähren im Haar nicht auS wie eine Nymphe?" sagte er zu ihr.

„Mein Gott, Herr Franke, Sie werden j« noch poetisch," lachte sie.

„Sie begeistert nicht nur mich allein, sonder, auch noch viele andere. Ich glaube. Sie werden Fräulein Käthchen nicht allzulange mehr um sich haben, sie wird Ihnen bald von ihrem künftigen Gatten entführt werden."

(Fortsetzung folgt.)

♦ Was wird aus den Polen? Die Ansiede- lungs-Kommission bat bisher 170 Polen ausge- kaust. Da ist die Frage berechtigt, was nun aus diesen Leuten wird, und Polen und Regierung haben sich in gleicher Weise bemüht, das Schick­sal dieser Leute zu erforschen. Das Resultat ist nach der Deutschen Taqesztg/ ganz überraschend; 22 haben sich im Inlands wieder angefiedelt, 15 zogen auf ihre anderen Güter in Posen, 18 haben sich anderen Berufen zugewendet, 61 haben das Leben des Rentiers gewählt, da sie soviel lösten, daß sie sich dies gestatten konnten, 33 find aus­gewandert und der Rest ist gestorben. Diese Zahlen lehren noch deutlicher, daß Vie Polenpolitik ihren Zweck nicht erreicht hat;, wenn sich ein Test auf seine anderen Güter in der Ostmark zurückzieht und mit dem hohen Kaufpreise diese verbessert, so ist das der reinste Hohn auf die gesamten Bestrebungen der Polenpolitik. Nun halte man sich einmal vor Augen, was erst auS den Polen werden würde, wenn man sie ent­eignen wollte; bann müßten sie sich in Scharen in die Städte begeben, wo sie die gefährlichste Konkurrenz für den deutschen Mittelstand abgeben würden. Was aber dann? So ist die ganze Polenpolitik, wo Macht vor Recht gehen soll, nur eine Kette von falschen Maßnahmen; man kann eine Zeitlang ein Loch zustopfen, nachher bricht an einer andern Stelle wieder em noch größeres auf und der Staat hat alle Kosten zu tragen.

... Der Bund der Landwirte macht in seiner Korrespondenz in der schärfsten Weise gegen die „freisinnigen Zirkusreden'' Front; mir wissen nicht, ob das aus Konkurrenzneid oder aus an­deren Gründen geschieht; denn bisher hat diese Korrespondenz auch fest zum Blocke gehalten. Jetzt wendet sie sich in der schärfsten Werfe gegen diese Versammlung der Börse und der Äutomobilbesiher, wie sie schreibt. Ganz besonders aber bat es die Korrespondenz ge- kränkt, daß man bei der freisinnigen Versamm- lang Männlein und Weiblein durcheinander sitzen lieft während bei der Versammlung des Bundes der Landwirte die Frauen in einem be- sonderen Abteil untergebracht werden mußten. Jedenfalls wird nun Fürst Bülow sich beeilen, bei der nächsten Versammlung des Bundes nicht nur dieselbe Freiheit zu gestatten, sondern noch eine besondere Aufmerksamkeit demselben dadurch erweisen, daß er eine Vertretung hinfendenwird. Es ist auch vielfach beachtet worden, daß die freisinnige Versammlung diesmal mit einem Hoch auf Kaiser und Reich geschloffen wurde, was in früheren Jahren nicht der Fall war.

* Hegen die Fahrkartensteuer macht mau nun auch rn amtlichen Zeitschriften indirekt mobil; wir haben die „Zeitschrift des Veremv deutscher Eifenbahnvcrivackungcn" im Auge. Diese untersucht, woher es komme, daß sich eine Ab­wanderung von den höheren Klassen in die niederen vollziehe rind sie kommt zu dem Schlüsse, daß hieran nichr die Personentarifreform fchnld fei, sondern nur die Fahrkartenstener. Woher die Herren diese Kenntnis haben, sagen sie nicht. Wir stehen aus dem Boden, daß es gar nicht möglich ist, die Ur­sachen dieser Abwanderung, sofern sich eine solche überhaupt vollzieht, festzustellen; man mü^e nur eine Umfrage bei allen Reisenden aiistellen und das ist nicht geschehen. In erster Linie bestreiten wir, daß überhaupt eine merkliche Abwanderung sich vollzogen &L*o cibct eine Äblvnnberung

Deutsche Reich.

Berlin, 20. September 1907.

* Die Reihe der Parlamentarier, welche Norderney besuchen, ist durch einen hohen Reichs­beamten unterbrochen worden. ffmiral ^ir- pitz hat sich nach Beendigung seines Urlaubs von St. Blasien direkt zum Reichskanzler be­geben.

* Ein Erlass des Finanzministers, der dem ,Berl. Tageblck zufolge in den nächsten Tagen allen Gemeindevorstehern zugehen wird, beschäf­tigt sich mit den Steuernarbeiten der Ge­meindevorsteher. In den Landkreisen ist es üblich, daß Gemeinde- oder Ortsvorsteher die ihnen obliegenden Steuernarbeiten, wie Anferti­gung der Listen der Steuerzahler, der Beträge re., und die UeberweisungSbelege durch die Sekretariatsbeamten des Vorsitzenden der Ein- kommensteuerveranlagungskommission anfertigen lassen und diesen eine Vergütung dafür zahlen. Der Finanzminister hat dies nun in feinem neuesten Erlaß untersagt. Gleichzeitig ordnet tr an, daß die erwähnten Arbeiten, wenn zu deren Erledigung die Gemeindevorsteher nicht in der Sage sind, von den Sekretariatsbeamten unentgeltlich auszuführen sind.

* Die Handelsbeziehungen zwischen Deutsch­land und den Bereinigten Staaten kennzeichnen folgende Zahlen. Der Wert der Ausfuhr deutfcherWarennachden Vereinigten Staaten ist im Jahre 1907 auf die bisher nie erreichte Summe von 161,544,552 Dollars ge­stiegen. Das bedeutet gegen das Jahr 1906 eine Zunahme von 26.4 Mill. Dollars oder 19.5 Proz., gegenüber 1905 eine Zunahme von 43 Mill. Dollars oder 36 Proz. Die Zunahme der Ausfuhr amerikanischer Waren nach Deutschland betrug von 1906 auf 1907 dagegen nur 9,4 Proz. Der Gesamtwert der amerika­nischen Ausfuhr nach Deutschland ist immer noch erheblich hoher als derjenige der deutschen Aus- fuhr nach den Vereinigten Staaten; doch yat sich das Verhältnis wesentlich zu Gunsten Deutsch­lands verschoben. Deutschland exportiert in der Hauptsache Gegenstände eines höheren Ar« b-ifZLrozeffes, also'Halb- und Fertigfabri- ta.nach den Vereinigten Staaten, während diese in der Hauptsache Rohmate­rialien und unbearbeitete Erzeugnisse des Acker­baus nach Deutschland senden.

K. Nicht Intoleranz, sondern Terrorismus. Das ist die richtige Bezeichnung für die Art, wie die Protestanten in Greifswald den katholischen grauen Schwestern die Niederlassung zu verbieten suchen. Bekanntlich hatte der Magistrat sich gegen eine Niederlassung ausgesprochen und u. a. dafür angeführt, daß das Deutschtum durch sie gefährdet würde.-Dieser Grund wurde nicht bloß von der Generaloberin des Klosters, sondern auch von dem freisinnigen Abg. Dr. Gothein als unzu­treffend hingestellt. Nun erhebt aber auch der protestantische Pastor I. Heyn aus Greifswald im Meüswalder Tageblatt' Einspruch gegen die Niederlassung, weil kein Bedürfnis dafür vorliege. Dabei wiederholt er die törichte Legende, daß die Schwestern an den Kranken sehr häufig Bekehrungsversuche machen und dadurch den Frieden stören würden. Wir wollen hier einmal ganz davon absehen, ob tatsächlich ein Bedürfnis

und die katholischen Zeitungen.

Der bl. Vater hat an den Erzbischof von Quebec einen Brief gerichtet, in dein er faßt, ein charakteristisches Merkmal unserer Zeit

fei, daßOsie ihre praktischen und theoretischen Eingebungen

ans der Tagespresse schöpfe.

Wenn die Katholiken also Einfluß auf die Uebel des Tages gewinnen wollen müssen sie auch die geeigneten Mittel anwenden. Den schlechten Büchern muffen gute, den nylechlen Zeitungen auf rnoralifchen Prinzipien fußende Blätter gegenübergestellt werden. Gegen bav Gift der schlechten Literatur hilft nur das Gegengift der guten. Es wäre

ein großer Irrtum aus katholischer Seite,

wollte man diese Mittel vernachlässigen, ja gleichbedeutend mit

Verzicht aus allen Einfluß

auf das Volk und die heutige Zeitströmung. Der Papst schließt mit Worten £obe$ für alle, die fich um die katholische preffe verdient machen.

Lebenswege.

Roman von Klara Wilhelmt.

8] (Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung aus dem zweiten Blatt.)

Hätte Paul Küthchens Worte gehört, er würde um vieles ruhiger gewesen sein, nun aber wälzte er sich ruhelos auf seinem Lager, bis end­lich der Schlaf seine Augen schloß und der Engel des Traumes sich zu ihm niedersenkte und ihm seine Braut in den schönsten und anmutigsten Bildern zeigte.

Am folgenden Abend ging Paul zur bestimm- ten Stunde zu Jungfer Christinens Wohnung. Käthchen eilte ihm im Hausflur entgegen und hing fich an feilten Hals. Nun er die Geliebte umschlang und an sein Herz preßte, waren die Gedanken und Regungen der Eifersucht, welche ihn gestern abend und die Nacht so gequält, ver­schwunden.

„Habe ich Dich, mein liebes, böses Mädchen?" sagte er liebkosend, „o, warum hast Du mich ge­stern abend so warten lassen?"

„Lieber Paul, ich konnte die Einladung nicht ablehnen, ohne den Argwohn meiner Schwester zu wecken. Sei versichert, ich wäre tausendmal lieber hierher zu Dir gekommen, wie zu Hellmuts gegangen."

, . »Käthchen, sprich den Namen nicht aus, er ist

nur verhaßt," sagte er finster.

„Warum denn, was fehlt Dir?" fragte fie be* ’0r raJm^rem ih" ins Zimmer geführt.

„Glaubst Du, ich wüßte nicht, was die Ein­ladungen dort bezwecken? Nicht ich allein, die ganze Ltadt weiß davon zu erzählen. Gestern vbend wurde in Eurem Gastzimmer öffentlich Dem Name mit dem des jungen Hellmut in Ver­bindung gebracht."

„Nun, und weiter." sagte sie, verwundert zu Mm aufschauend.