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34. Jahrqanq.

Fulda, Freitag den 20. September 1907

?6 216.

teresse Sache Partei, allzeit

Hn 3t$gen. Vie ein fpaltlye Petlheike obei bereit Raum 15 pfg. Renamen die Petit».eile 25 pfg.; bei wieder« tz-lunzen wird entfpr.

Rabatt gewährt.

unserer hehren Aufgabe, der der ruhmreichen Zentrums- die in der,Fuldaer Zeitung" eine eifrige Vertreterin und

Vorkämpferin gefunden hat.

Hb" Zentrumsleute, werbet sür Euere Presse! Allzeit voran mit Gott, für Wahrheit, Freiheit

im Reichsschatzamt sich auch in dieser Richtung bewegen. Der Bundesrat wird sich bereits im Oktober mit den neuen Vorschlägen beschäftigen, sobald der Geldbedarf des neuen Reichsetats feststeht. Herr, dunkel ist der Rede Sinn!

* Neue Stationen mit drahtloser Tele­graphie werden seit dem Frühjahr von der preußischen Armeeverwaltung an verschiedenen Orten errichtet. Diese Stationen werden jetzt auf ihre Brauchbarkeit erprobt. Es ist geplant, ganz Preußen mit einem Retz von 48 Stationen zu überziehen.

* Bom Arbeiter zum Minister. Ganz wie das seinem Naturell entspricht, hat der englische Arbeitsminister John Burns, der sich vom

Stelle:

Eine eigentliche Gefahr, als könnte die kleine Herde von der Uebermacht Roms überwältigt werden, bieten die deutschen Lande nirgends mehr. Und umfassender noch ist, was im Osten answartet. Zwar eine Freude ist es, wie in Westpreußen, im Weichsellande, den altberühm­ten Burgen ebenbürtig alle die Kirchen zur Seite stehen, die wesentlich mit Hilfe des G.-A.» V.s während der letzten Jahrzehnte gebaut sind, und in den weiten Strecken der Tuchlauer und Schlochauer Heide und des Kassubenlandes hat nicht nur deutscher Fleiß die Heide gelichtet, son­dern auch evangelischer Glaube Stätten seines Lichts gegründet: aber noch nmß Jahrzehnte hier fortgearbeitet werden. Und Posen, trotz seiner mehr als hundert Kirchweihen, und der Gründung immer neuer Kirchspiele, in verhält­nismäßig kurzer Zeit, ist ein schier uner­schöpflicher Brunnen von Diasporaauf­gaben. Zwar für Kirchenbarsten in diesen bei­den Provinzen sorgt gegenwärtig Staat und Ansiedelungskommission mehr als bisher, nirgends aber möge die Kunde hiervon so verstanden werden, als sei darum die Gustav- Adolf-Hilfe entbehrlich. Die Diasporanot die durch das Vordringen des polnischen Katholizis­mus entsteht, gewinnt immer weiteren Umfang. Schon sind die südöstlichen Kreise Pommerns, Bütow und Lauenburg, Gegenstand der Pflege. Das Masurenland in Ostpreußen, noch vor kur­zem zwischen dem katholischen,"wenn auch deut- schon, Ermland, und dem katholischen Polen, ein geschlossenes Gebiet evangelischen Bekenntnisses, wird von beiden Seiten her von katholischen Nie­derlassungen durchsetzt, während die evangelischen Masuren in großer Zahl auswandern. In Schlesien fühlen sich die sogen. Wasserpolaken immer mehr als echte Polen und dabei bedarf die Diaspora nach der österreichisch - schlesischen Grenze hin in deutschem Gebiete noch sehr der $Ury°im ’ stelle man sich einmal vor, daß der Bonifatinsverem in dieser Tonart über feine Leistungen in Pommern, Sachsen und änderest protestantischen Bezirken berichten wollte!

Im neuen Quartal will und soll die ,Fuldaer Zeitung" nicht nur das alte Feld ihres Ver­breitungsbezirkes siegreich behaupten; nein, sie muß auch neues Terrain dazu erobern, neue Leser sollen ihr gewonnen werden im Jn-

veutsches Reich.

Berlin, 19. September 1907.

von Siebert nun schon so ost entwickelt hat, er zum Wahlmacher des Reichskanzlers und zu seinen anderen Stellungen hat bringen können, die er heute in der Politik einnimmt.

* Ter politische Berwaltungskünstler Na». mttuB feiert einen neuen Triumph, der alles schon Dagetvesene in den Schatten stellt. In dec neuesten Nummer seiner „Hilfe" schreibt er übet den Parteitag der Freisinnigen: „Als Mitglied der freisinnigen Vereinigung glaube ich sagen zu können, daß alle wesentlicheren Beschlüsse dieses Parteitags auch bei uns hätten gefaßt werden können und vielfach bereits ähnliche gefaßt wor­den sind. Insbesondere gilt das von den Be­schlüssen über Blockpolitik, Vereinsrechte und Landtags Wahlrecht, also über die Ge­samtrichtung der linksliberalen Politik. . . Ter Satz „Alles oder nichts" ist von mir nicht geschrieben, im Gegenteil, er ist von mir schon vor dem Aufsatz im „Berl. Tagebl." abgelehnt worden. DaS konnten die Herren Redner toll- sm. Ich bin für möglichst kräftige Agitation für das Reichstagswahlrecht in Preußen genau in dem Sinne, wie es Abg.F i s ch b e ck im Zirkus Busch ansgeführt hat." Nun halte man neben dieie Worte das, was derselbe Herr Naumann am'31. Juli 1907 im „Berl. Tagebl." geschrieben bat: man liest dort: „Heute nmß einfach ge­fordert werden: das Neichstagswahlrecht für Preußen! .. . Die preußische Wahl- rechtsfrage kann heute schon als Lebens­frage des Blocks bezeichnet werden. Wenn der Herbst kommt, dann muß Fanfare geblasen werden für die Erlangung des Reichstagsivahl- rechts in Preußen". Und int Anschluß an diesen Aufruf hat sich dann all das vollzogen, was unse­ren Lesern bekannt ist. Herr Naumann mag sich täglich sechsmal ändern; das ist sein gutes Recht; aber er soll daun nicht in Ab­rede stellen, daß er sich g e m a u s e r t hat; nicht jeder Vogel wird durch dieses Geschäft schöner. Welchen Wert die Auslassungen Naumanns nach solchen Verkommnissen besitzen, das mag jeder­mann selbst beurteilen. ~

* Die Sozialdemokratie gegen die Börse. T-er sozialdemokratische „Vorwärts" (Nr. 218 vom 13. 9. 07) bringt einen ganz eigenartigen Artikel über die Börse, der mit dem bisherigen Verhal- len der Partei in dieser Frage nicht im Einklang steht. Will die Sozialdemokratie nun gegen eine Abschwächung des Börsengesetzes stitnmen? Der Artikel läßt diesen Schluß zu; vielleicht ist das die Rache gegen den Reichskanz- ler, der damit verhindert werden soll, der Börse das versprochene Geschenk zu machen? Die Bosheitspolitik hat bei den Genossen schon öfters eine Rolle gespielt. Der Artikel knüpft an den Hamburger Bankiertag an und nennt die Börsenjobber die Freunde Bülows; sie wollten jetzt in der neuen Kolonialpolitik ihr Sästifchen scheren. Dann aber fährt er fort: Die Börse möchte vor allem die Hände frei haben zu dem bevorstehenden Beutezug. . . . Der schlimmste Schaden der deutschen Börsengesetz, gebuna wird sich erst zeigen, wenn die Einschrän- kungen des Differenzgeschäftes aufgehoben wer- den. Nirn halte man sich vor Augen, daß die Sozialdemokratie gegen das Börsengesetz ge­stimmt hat, daß sie bisher eine Aufhebung des- selben mitgefordert hat; da wird diese Stimme ganz unverständlich, wenn nicht eine veränderte Haltung der Partei zu erwarten ist. Wir wer- den uns diese Aussprüche vorsichtig merken, um bei gegebener Zeit an sie zu erinnern.

* Dem Geschäftsberichte des Gustav Adolf» Bereins, wie er der Generalversammlung in Jena vorgelegt wurde, entnehmen wir folgende

John Burns einfachen Arbeiter zu ihrem Führer und Minister emporgearbesiet hat, in stiller Bescheide»!)«! Deutschland bereist und überall die Maß»ahmen studiert, welche hier zum Wohle der arbeitenden Bevölkerung getroffen find. Auch fern Aufent- halt in Berlin ist beinahe vorübergegangen, ohne daß jemand von ferner Anwesenheit etwas bemerkt hätte. Jndefleu ist er nm den Empfang beim Oberbürgermeister Kirschner und um ein Festesien bei Herrn v. Rheinbaben doch nicht fortgekommen. Er hat die städtischen Einrich­tungen für die Arbeiterschaft, die neuen Normal­häuser und den städtischen Arbeitsnachweis studiert und wird vielleicht manche Anregung erhalten haben. Seine anetfennenben Aeuße- rungen lassen wenigstens darauf schließen. Zur Zeit weilt er bei dem Pastor Bodelschwingh in Bielefeld. Am Mittwoch abend traf Minister BurnS in Essen ein. Er will hauptsächlich die Arbeiterverhältnisse bei Krupp studieren.

* Eine Feststellung Bebels. Aus den Be­richten des sozialdemokratischen Parteitages wollen wir einen Satz des Abg. Bebel doch besonders herausheben, nicht weil derselbe etwas Neues enthält, sondern weil er eine Bestätigung der Ausstellungen gibt, die wir schon ost gemacht haben. Während der Wahlzeit und auch nach derselben ist viel vom schwarz-roten Kartell und Bündnis die Rede gewesen; der Reichs­kanzler hat sich nicht gescheut, diese Behauptung auch im Reichstage auszusprechen; wir haben stets dagegen protestiert; nunmehr erklärt auch der Abg. Bebel, daß dies Behauptung nach jeder Richtung unzutreffend sei, daß nie eine Ab machung zwischen dem Zentrum und der Sozialdemokratie getroffen worden sei. Man darf also wohl annehmen, daß diese Unwahrheit ersten Grades endlich aus der polstischeu Dis­kussion verschwinden wird oder aber über­schätzen wir das Gefühl der Ehrlichkeit bei den Gegnern des Zentrums?

* Macht geht vor Siecht. General Liebert ist mit der Abfertigung, die er von allen Seiten erhalten hat, nicht zufrieden: er plaudert weiter aus, was andere in ihres Herzens Schrein ver­schließen; er hält au seinem Satze fest und sucht ihn noch zu verteidigen. Alles Zureden feiner Freunde, sich doch nicht noch mehr bloszu­stellen, hat nichts geholfen; er jagt offen, waS viele seiner Leute denken. Zunächst zieht er eine Parallele mit den Fragen der auswärtigen Politik und fragt ganz stolz, ob denn Friedrich H. Schlesien erobert hätte, ob wir die Reichs­lande wieder erhalten hätten, wenn wir nicht seinem Satze gefolgt wäre. Diese Beispiele mögen auf denkfaule Leute einen Eindruck machen und werden eS auch tun; aber zunächst weiß jedes Kind, daß der Krieg ja gerade die Anwendung des Liebertschen Satzes ist, daß er somit als Beweis für seine Ansicht gar nicht verwendet werden kann; ferner weiß jedermann, daß ein Unterschied zu machen ist zwischen den Fragen der AnslandSpolitik und der inneren Politik; aber darum kümmert sich der Wcchlmacher des Reichs­kanzlers absolut nicht; er hat irgendwo einmal gehört, daß man diesen Satz — K. 6. in der Notwehr anwenden dars und dann geht er her und überträgt ihn auf die Fragen des geordneten Rechtes. Er scheint nicht zu wiffen, daß für die Behandlung der Bürger eines Landes die Ver­fassung maßgebend ist uvd daß diese die Bürger gleichberechtigt behandelt. Man muß nur feiner Verwunderung Ausdruck geben, daß ein Manu mit solch mangelhafter Logik, rote sie Herr

Zustände i» Frankreich

in erster Linie die Abfassung des Rundschreibens erfordert haben; damit sei aber nicht gesagt, daß das Rundschreiben nicht auch im gleichen Umfange für uns deutsche Katholiken Geltung haben müsse. Wenn man näher zusieht, so find es im wesentlichen Lehrmeinungen von Theolo- gen, die verworfen iverden, auch die Vorschriften, die der Papst erlassen hat, gehen in dieser Rich­tung. Für die große Masse der katholischen Laien kommt das Nundschreibeu kaum in Be­tracht, weil sie diese Irrtümer entweder gar nicht kannten oder doch solchen Schulmeinungen nicht viel Wert beilegten. Freilich läßt sich nicht verkennen, daß mit der Zeit eben solche Irr» Himei sich durchfressen und auch in die breiten Schichten gehen; dem hat Rom nun vorgebeugt. Wie überhaupt die meisten Maßnahmen vor­beugender Art sind. Die einzelnen Bestiminun» . gen an dieser Stelle aufzuzählen, ist nicht er­forderlich.

Wir wollen uns vielmehr noch mit einer anderen Erscheinung befassen; ein Teil der pro­testantischen Presse rechnet damit, daß nun die liberalen Katholiken aus der Kirche ausscheiden ivürden; die „Kreuzzeituug" spricht es offen aus. Wer das tut, der verkennt nach jeder Rich­tung hin, um was es sich hier handelt «nd fetzt den Wunsch an die Stelle der zu erwartenden Tatsachen. Irgend ein Grund zu einem solchen Schritt ist für den gläubigen Katholiken doch nicht vorhanden; wer sich in Uebereinstimmung mit den Lehren der Kirche befindet, der weiß, daß der Papst die Pflicht hat, gegen Irrtümer cmszutreten. Selbst im Protestantismus sind schon Stimmen laut geworden, daß man froh sein würde, wenn man eine Art unfehlbares Lehramt haben würde, obwohl sich ein solches mit dem Satze von der freien Forschung nicht vereinbaren läßt. Aber wir erinnern daran, daß der Senat von Bremen vor nicht langer Zeit die Lehren eines dortigen Pastors als falsch be­zeichnete und desien Taufen als ungillig erklärt hat. Ta fei man also nur ruhig; denn es ist uns viel lieber, die von Christus als Hüterin der Wahrheit eingesetzte Kirche entscheidet, als der bremische Senat, an den Christus kaum ge­dacht haben dürfte, als er dem Apostel- Petrus die Weide der Lämmer und der Schafe übertra­gen bat. Mit mehr Erheiterung als Berwun» deruug aber haben wir in einem liberalen Blatte gelesen, daß die neue Enzyklika in der ganzen gebilbeten Welt einen Sturm der Entrüstung auslöseu werde, daß sie einer leiblichen Ver­brennung der Modernen gleichkomme, daß ihre Vorschriften an der Mauer des freien Gedankens scheitern würden und wie alle diese Phrasen beißen; damit kann man nur oberflächliche Leute locken; denn die Enzyklika empfiehlt ge­rade

das Studium der Theologie

Nach modernen Grundsätzen; was sie verwirft, das ist das ungesunde und Falsche in dec Mo-

ff R»tati»nrdruck » Verlag 6« §uldarr Mo« tlenbr idtrei in §«lda.

" z-erv.spretzer Ur. y.

* Beförderung des Kronprinzen. Der ikronprinz ist, wir gestern bereits gemeldet, am 18. September zum Major besördert worden; chon längst hat man diese Beförderung erwartet. Er war 4 Jahre laug Hauptmann beim 1. Garderegiment zu Fuß; seit einiger Zeit aber befehligte er die Leib-Eskadron im Regiment der Garde du Corps. Der Kaiser war im Alter des , kronprinzeu in der militärischen Karriere schon weiter voran; aber er soll geäußert haben, daß er hohen Wert darauflege, daß derKronpriuz gerade in den Dienstleistungen der unteren Grade gut ausgebildet werde.

* DaS neue Reichsvereins - Gesetz soll nach dem ,Berl. Tagebl/ folgende Bestimmungen ent- Men: „Von allen Versammlungen, in benen öffentliche Angelegenheiten besprochen werden ollen, ist 21 Stunden vorher der Ortspoli- zei-Behörde Anzeige zu machen. Vereine, welche eine Einwirkung auf öffentliche Angelegenheiten bezwecken, sind anzumelden und müssen ihre Statuten eiureichen. Dagegen wird nicht ver­langt, daß sie ein Mitalieder-VerzeichniS einreichen. Die Unterscheidung zwischen Vereinen, die eine Einwirkung auf öffentliche Angelegen­heiten bezwecken und den im engeren Sinne poli­tischen Vereinen soll wegfallen. Von allen Ver­einen und Versammlungen, die solche Einwirkung bezwecken, find Lehrlinge uvd Schüler ausgeschlossen, Frauen dagegen der Zutritt gestattet. Eine Auf­lösung der Versammlung soll erfolgen können, wenn die polizeiliche Anmeldung nicht vorgelegt werden kann, und wenn ein Redner zu strafbaren Handlungen auffordert. Die Berufsvereine, für die ein besonderes Gesetz bekanntlich in Vor­bereitung ist, sollen von dem Vereinsgesetze ganz ausgenommen sein."

* Die deutschen mittleren Postbeamten. Der Verbandstag des Verbandes mittlerer Reichs- poft- und Telegraphenbeamten faßte inbezug auf die Besoldungswünsche einen Beschluß, worin er zunächst fordert, daß die Assistenten- stelleu in Sekretärstellen und die Sekre» tärstellen inO bersekretär st eilen umzuwandeln sind und erHärt ferner eine namhafte Gehalts­aufbesserung für ein dringendes Bedürfnis. Er schlägt eine Mindesterhöhung der Ge­hälter vor: 1) der Oberpost- und Obertelegraphen- Asfistenten, Post- und Telegraphen-Asfistenten, Kanzlisten und Postverwalter von 1500—300k Mark auf 1800—3600 Mark; 2) der Post- und Telezrapheufekretäre von 1700—3500 Mark au 2200—4200 Mark; 3) der Oberpost- und Ober- telegraphensekretäre und Postmeister von 2100 bis 4200 Mark auf 2500—4800 Mark. Weiter spricht er sich für angemeffene Erhöhung der Tagegelder der nicht eingestellten Assistenten und der Gehilfen aus. Auch eine Erhöhung des Wohnungsgeldzuschusses sei eit dringendes Bedürfnis. Gegenüber der mehrfac > befürworteten unterschiedlichen Behandlung der unverheirateten, sowie kinderlosen und kinderreichen Beamten inbezug auf Gehalt und Wohnungsgeld, zuschuß nimmt der Verband einen ablehnenden Standpunkt ein, ist jedoch sür Gewährung von Erziehungsbeihiffen an Familienväter. Aus den Wahlen ging als Verbandsvorfitzender Ober- telegraphen-Asfistent Rehländer (Berlin) hervor.

* Zur Frage der Beschaffung neuer Geld- mittel für das Reich erfahren Berliner Blätter, daß der Staatssekretär des ReichsschatzamtS grundsätzlich auf dem Standpunkte steht, in erster Linie zu versuchen, bereits vorhandene aber un­gerecht verteilte und darum unergiebige Steuer­quellen durch gerechte Verteilung in er­tragreiche umzuwandeln, ehe man neue Steuer- k quellen als neue Einnahmequellen erschließt. I Man kann daher annehmen, daß die Vorarbeiten

(*) Die neue päpstliche EncpMa.

Das neue Rundschreiben des Papstes, das wir am Dienstag auszugsweise wiedergegeben, kam für die Katholiken, die sich um die kirchlichen Bewegungen kümmern, nicht überraschend. Sern Inhalt hat nichts Aufsehenerregendes an sich, wie es ein Teil der Presse darzustellen beliebt. Es entspringt ganz allein dem Bestreben des päpstlichen Stuhles, die Reinheit des Glaubens den künftigen Geschlechtern zu, bewahren. In einem zusammenfassenden Schreiben wendet sich der Papst gegen all die neuen Irrtümer, die er unter dem Namen „Modernismus" verwirft. Es wäre aber falsch, aus dieser Bezeichnung den Schluß ziehen zu wollen, als ob Rom" nun alle modernen Bestrebungen verworfen habe. Der Umfang der einzelnen Jrtümer ist

ganz genau u,»schrieben.

Es ist die große Predigt des Papstes, die wir in dem Rundschreiben erhalten haben. Aus den Maßnahmen aber, die er zur Reinhaltung des Glaubens getroffen hat, ist klar ersichtlich, daß an manchen Stellen die falschen Meinungen sich doch schon tief eingefreffen hatten. Wir denken da in erster Linie an Frankreich, wo es katho­lische Theologen gibt, die hinter dem Protestan­ten Haruack in fast nichts znriickstehen in der freien Auffassung der Quellenauslegung der Bücher der heiligen Schrift. Man hat auch schon vor der Publikation der Enzyklika gehört, daß die

W xuioaer

verantwortNütk

Schriftleiter: »Wetzler

t'KÄÄ»«. wochM-nagc „Illustrierte Sonntagzzeitung

berncn; das ist die Ueberspannung des Indivi­dualismus, als gäbe es keine Wahrheit, die an und für sich feststehe, als sei alles dem Person» »chen Empfinden des einzelnen untergeordnet. Drefe Lehre der Modernen, die mtt dem Wesen ^?^.Klrche selbst im Widerspruch stehen, die eine kirchliche Autorität gar nicht mehr ertragen, die sm öie „verworfen wurden. Wenn der Mensch dazu übergeht, auch in religiösen Fragen leinen Willen als den entscheidenden zu protta- mieren, dann ist für die Kirche kein Platz mehr vorhanden; dann aber wäre die ganze Mensch» jverdung Christi überflüssig gewesen. Gegen den modernen Unfug daß der Inhalt der Religion Nicht vom Schöpfer und unserem Herrn festge- v.eut werde, sondern von dem Geschöpf und dem Erlösten, dagegen wendet sich im Kerne das Mndschreiben.