MdaerM Zeitung
M 213.
Fulda, Dienstaq den 17. September 1907
34. Jahraana.
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BotationsOrud u. Verlag der Fuldaer Ac. tiendr rckerei in Hulda. Hernfprecher Nr.».
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* Der sächsische Wahlrechtskampf hat mit einer Niederlage der Regierung geendigi. Die Parteien, welche für ihre Reformvorschlage eingetreten sind, haben nicht den erhofften Zuwachs erfahren. Zwar sind die Konservativen um 5 oder 6 Mandate geschwächt worden; aber sie sind noch immer so stark, daß sie jede Reform, die nicht nach ihrem Willen ist, vereiteln können. Sie zählen in der zweiten Kammer noch 48 Abgeordnete unter 82 und das genügt. Die Nationalliberalen find von 23 auf 30 gestiegen, dir Freisinnigen haben wieder 3 Mandate erhalten; der Aufschwung wollte also nicht kommen. In den ländlichen Wahlkreisen haben die Konservativen ihre feste Mehrheit; in den Städten holten sie ihre Verluste. Man kann daher schon jetzt sagen, wie die Reform aussehen wird. Die Scheidung zwischen ländlichen und städtischen Wahlkreisen wird beibehalten werden, weil die Konservativen nie darauf verzichten werden; die Wahl von Abge- ordneten durch die Kommunaloertretungen darf als ganz aussichtslos unter den Tisch fallen und es ist kein Schaden darum. Wo die Regierung Erfolg haben kann, das ist in der Frage des Mehrstimmenrechts, da lassen auch die Konservativen mit sich reden, weil sie hierdurch nichts verlieren. Der Ausfall der Wahlen zeigt auch, wie es in Preußen gehen würde, wenn die Regierung mit einer Wahlrechtsreform in den Kampf ziehen wollte; sie würde nicht die besten Geschäfte machen, zumal sie nicht mit einer offenen Parole kommen könnte, sondern nur mit einem Kompromiß, der niemand recht befriedigt. Das Zentrum hätte eine klare Parole in seinem Anträge auf Einführung des Reichstagswahlrechts.
Pflichten, die man nicht vernachlässigen kann. Wir wollen einen
gesunden Fortschritt
für das gesamte Vaterland; wir wollen die Er- Haltung der Rechte des Volkes und seine immer höhere Anteilnahme an den Aufgaben des offen!- Heften Lebens. Um dies zu erreichen, ist eine systematische Schulung geboten. Wir arbeiten an derselben, indem wir über alle Fragen des öffentlichen Lebens eingehend uns auslassen; wtr können dies um so mehr und um so besser tun, als uns hervorragende Mitar- beiter auf diesem Gebiete ihre Feder zur Verfügung gestellt haben. Man braucht gar nicht erst daran zu erinnern, wie ungemein wichtig gerade der kommende Herbst und Winter für unser ganzes politisches Leben sein wird. Wir stehen in der Zeit des großen Zen- trumshasses: man will weder das Zentrum noch die Katholiken im öffentlichen Leben an der Arbeit sich beteiligt sehen. Vielleicht ist seit dem Abbruch des Kulturkampfes keine Zeit fo wich, tig, tote die heutige; da braucht jedermann einen
zuverlässigen Führer
W«r sich im Blätterwald auch nur ein klein wenig auskennt, der wird mit uns übereinstiur- wen, daß die Zeitung für sehr viele Leute das einzige Bildungsmittel geworden ist, daß ihr Einfluß das gesamte Leben und Denken weiter Kreise beherrscht. Die Presse ist bei mehr ws 70 Prozent unseres Volkes entscheidend kur die Weltanschauung. Man denkt zu wenig nach, man läßt sich zu viel von der Presse vorsagen; man will in ihr schon alles und gerecht siudeil und verzichtet zu gerne auf das eigene Urteil. An und für sich wäre das noch kein Schaden, wenn toir nur eine gute und christliche Presse hätten und wenn alle Zeitungen sich ihrer hohen V e r a n t to o r t u n g fte- wußt bleiben würden, daß sie Erzieher des Vol- les sind. Aber wie sieht es in der rauhen Wirk- lichkett aus? Die Mehrzahl der Zeitungen will von diesem Ideal nichts wissen; für fte ist der Gelderwerb das Entscheidende oder sie wollen der bloßen Unterhaltung oder dem leeren Siimenreiz dienen. Mali nehme nur einmal das erste beste Blatt her und mail wird uns beistim- men müssen.. Und doch gibt es noch schlimmere Pet^ltJ?.oen, die tagaus taget» darauf ausgehen, das köstlichste Gut dem Menschen zu rauben, seine Unschuld und seinen Glauben. Ein nur zu großer Teil der Zeitungen hat sich
in den Dienst des Unglaubens
deutsches Keich.
.Berlin, 16. September 1907.
* Keine Kolouialarmce. Unter der Spitz- tnflrfe „Eine Reserve für Kamerun" schretbt die ,Nordd. Allg. Zig.: „lieber die Bereitstellung von zwei Kompagnien und zwei Maschinengewehren in Südwestasrika als eventuellen Küstenschutzes für Kamerun sind neuer- dings in der Presse mannigfache Betrachtungen erschienen. Dabei wurde die Vermutung ausgesprochen, daß mit dieser Maßregel eine dauernde Einrichtung beabsichtigt sei. Diese Ansicht ist unbegründet." , Das Blatt setzt dann auseinander, daß die Zusammenstellung eines besonderen Expeditionskorps in Deutschland für Ka- merun hohe Kosten verursacht hätte, die aus Etatsmitteln nicht bestritten werden konnten. Das Kommando der Schutztruppen habe daher besohlen, aus Freiwilligen der Rücktransporte aus Südwestasrika zwei Kompagnien und zwei Maschinengewehrbesatzungen zu bilden und diese an der Küste zu stationieren, um für alle Fülle zum Abtransport nach Kamerum bereit zu fein. Als Verstärkungen für Kamerun unnötig wurden, da die Ruhe wiederhergestellt war, sei die Bereithaltung der Truppen aufgehoben worden, die gegen den neuerdings ausgetauchten Morenga Verwendung fanden. Die Maßnahme sei daher nur eine vorübergehende Sicherheitsmaßregel gewesen.
monatsbeNage: „Fuldaer GeschlchtsbMer"
ter blieben in der Residenzstadt Fez zurück.
* Venezuela zahlt seine Schulden. Aus Caracas wird vom 10. d. M. gemeldet: Die venezolanische Regierung hat heute die letzte Rate der von der deutsch-venezolanischen gemischten Kommission und von ihr 19i)3 anerkannten Forderungen deutscher Reklamanten von 1673 527 Mark ausbezahlt. Gleichzeitig sind die Rektamationen Englands und Jialren erledigt worden.
* Die Unruhen in Odessa halten noch an. Während der Beerdigung des ermordeten Polizeioffiziers Cha lisch en ko ertönten vielfach Revolverschüsse. Viele Personen wurden verwundet. Die jüdische Bevölkerung des Stadtteils Moldaw an ka ist in größter Aufregung. Es wurden massenhaft Haussuchungen vorgenommen, bei denen 30 Juden verhaftet wurden. Der Stadthauptmann beruhigte die Bevölkerung.
* Räuberbanden auf Kuba. Bei Eien» fuegos auf der Insel Kuba überraschte der Landmilizkapitän Mayato den früheren Major der kubanischen Armee Gil Calderon, der eine starke Räuberbande befehligte. Calderon wurde verwundet, konnte sich aber durch die Flucht in Sicherheit bringen, dagegen wurde feine Bande so gut wie vollständig auf- gerieben. Bei dem Kampfe wurden 20 Milizsoldaten und 37 Banditen getötet oder verwundet. Calderon gab sich für den Führer einer Rebellion gegen die Vereinigten Staaten aus, war aber in Wirklichkeit nur ein gewöhnlicher Räuberhauptmann.
der Heranziehung des ReichsfiskuS zu den Gemeinde-Abgaben für das nächste Jahr nicht stattfinden, es sind vielmehr in den Etat für 1808 die Positionen wieder eingestellt, die an verschiedene Gemeinden als Beihilfen von der Militär- und Marine-Verwaltung gezahlt werden, um deren durch die Reichsbetriebe u n g ü n sti g bcein- flußten Finanzen aufzubessern." — Diese Beihilfen reichen aber bei weitem nicht aus. Es ist hohe Zeit, daß die Frage endgültig erledigt wird, denn die Reichsbetriebe legen manchen Gemeinden ganz unerträgliche Kommunallasten auf, die ihre städtische Weiterentwickelung in Frage stellen.
* Die Eisenbahnverwaltung hat den verschiedenen Bedenken der Presse über die geringe Belohnung für die Entdeckung der Strausberger Bahnfrevler Rechnung getragen und diese Belohnung von 2000 auf 5000 Mark erhöht.
* „Der Mönch auf Reisen" hat es wieder einmal dem freisinnigen „Berliner Tageblatt" angetan. Mit Gruseln meldet das edle Mosseblatt: „Sicherem Vernehmen nach sollen zurzeit Verhandlungen schweben zwischen dem preußischen Eisenbahnministerium und der Ordensleitung der norddeutschen Franziskaner Mönche, um den reisenden Ordensbrüdern gegen staat- licherseits anerkannte, vom Orden ausgegebene Gutscheine die Lösung von Fahrkarten zu ermöglichen. Nach einem alten und überlebten Brauche, der sich trotz der vollständig veränderten Lebens- und Verkeftrsverftältnisie mit dem dem Katholizismus eigentümlichen starren Konservatismus noch ans dem Mittelalter erhal- ien zu haben scheint, ist den Mönchen das M i t- i ch s u ft r e n und Berüftren des Geldes untersagt. Man hat bäufig Gelegenheit, zu beobachten, wie reisende Mönche mit Briefmarken zahlen; Briefmarken, vielleicht auch Cou- wns oder gar Schecks zu gebrauchen, scheint ihnen demnach erlaubt zu sein, nur nicht die staatlich festgesetzte Münze." Es folgen dann noch weitere Ausfälle gegen diese Institution im Franziskanerorden. Man kann kaum begreifen, wie ein Blatt noch ernst genommen fein will, das ans solchen Kleinigkeiten eine Haupt- und Staatsaktion zu machen sich nicht schämt. Freilich ist das „Berl. Taaebl." bei seinen eigenen Gesinnungsgenossen schon längstens „unten durch".
Parteitag.
[:] ®ffen, 15. Sept. 1907.
(Unberechtigter Nachdruck untersagt.)
Am Sonntag Abend um 7 Uhr nahm der Parteitag seinen Anfang mit einer
Begrüßungsfeier.
Im Namen der Essener Genossen begrüßte niemand von den Essener Genossen, sondern Ge- nasse Redakteur Gewehr aus Elberfeld die Tagung. Ihm oblag es, den Gästen klar zu machen, warum die Partei hier dem Parteitage nicht eine bessere Aufnahme und eine stärkere
Parteibetoegung bieten könne. Daß hier in Rheinland und Westfalen so schwere Arbeit entstehe, das liege an der ’
Demagogie des Zentrums hier im Weste».
Besonders die religiöse Hetze, die sowohl voll den Schwarzen als auch von den Blauen betrieben werde, wirke in diesem Sinne. Zur Zersplitterung der Arbeiter habe man die christlichen Ge- werrschaften begründet. Aber das genüge nicht. Auch auf andere Weise treibe man diese Demagogie, .so jetzt in der Wahlrechtsfrage; da treibe das Zentrum ein Doppelspiel. Im Herzen fei das Zentrum gar nicht für das allgemeine Wahlrecht, nicht für das Abgeordnetenhaus, auch nicht für den Reichstag. Aber man verstehe es, ben J*''"' ten klar zu machen, daß das Zentrum das airge«
für die Anzeigen:
3.»--,-««i« »«»•- »odKitbeiioge: „Illustrierte Sonntagszeitung
Q Das EM der Made.
Seitdem der Reichskanzler von dem Gebot der Zeit gesprochen hat, wird diese Bill oft angewendet; wir wollen es heute auch einmal tun; glauben aber, daß es am richtigen Platze geschieht. Was für uns im öffentlichen Leben die Stunde heischt, das ist nichts anderes als eine
gut verbreitete Presse
in allen Ortschaften und in allen Häusern. Wir stehen vor dem Wechsel des Quartals und es dauert nur noch wenige Tage, dann kommt der Briefträger und will das Geld für die Zeitung einziehen. In diesen Tagen muß man sich doppelt darüber klar sein, was wir als Christen, Bürger und Angehörige eines Standes der Presse schuldig sind. Dabei dürfte allge- toetne Ueftereinftimmung darüber bestehen, daß die Presse nicht Selbstzweck ist, sondern Mittel zum Zweck. Auch wird niemand mehr sich darüber im unklaren fein, welche große Bedeutung der Zeitung inne wohnt. War sie schon unter Napoleon die
fünfte Großmacht,
so ist dies heute noch in erhöhtem Maße der Fall. Man kann es aus manchen Gesichtspunkten bedauern, daß die Presse einen solchen großen Einfluß gewonnen ftat; die Schattenseiten zeigen sich auch schon im Volksleben; aber man darf bei diesem Bedauern nicht die Hände in den Schoß legen, sonst wird man von den vielen Gegnern einfach über den Haufen gerannt. Gerade toeil der Einfluß der Presse ein so gewaltiger ist, deshalb erwachsen uns ganz besondere Pflichten, dre im anderen Falle nicht mit solcher Schärfe Auftreten würden.
tn den politischen Fragen; ohne jede Selbster- Hebung dürfen toir sagen, daß toir bestrebt sind, etn solcher zu fein. Durch einen Mitarbeiter in Berlin sind toir in die Lage versetzt, stets aus dkr ersten Hand zu schöpfen und mit den Absichten und Bestrebungen der Zentrumsfrak- fronen damit aufs beste vertraut. Die Gegner machen es sich zur besonderen Aufgabe, über das Zentrum falsches zu verbreiten; dort kann man feine Aufklärung sich holen. Die Zentrums- Presse nur gibt diese; ein weiterer Grund zur Verbreitung unseres Blattes.
Endlich
* Blasse Jesuitenangst. Fürst Bismarck sagte bekanntlich einmal im Reichstage: „Wir Deutsche fürchten Gott und sonst nichts auf der Welt". Die ,Nationalzeitung' fürchtet aber auch noch etwas anderes, nämlich die Jesuiten, r C (dad. Beobachter' halte angeregt, die brach- lregende Kraft der Jesuiten bei der durch die Aushebung von § 2 des Jesuitengesehes neuge- schaffenen Lage dadurch besser auszunützcn, daß sich die Jesuiten mehr in den Dienst der Arbeiterorganisationen stellten, da der Klerus m den Industriezentren überlastet sei. Diese Anregung hat der /Rationalzeitung' einen gewaltigen Schreck in die Glieder gejagt. Das Blatt sieht die Jesuiten sich schon in den Märmer- und Arbeiterorganisationen an größeren Pfarr- irchen „einnisten", denn daß es den Jesuiten hierzu an Kräften fehle, glaube der ,Bad. Beod/ doch wohl selbst nicht.
* Reichsbetriebe und Gernemde - Abgaben. Ein Entwurf, der die Beitragspflicht der Reichsbetriebe zu den Gemeinde-Abgaben regelt, ist bekanntlich seit längerer Zeit in Arbeit. Db der Entwurf aber so zeitig wird fertig geteilt werden können, daß er dem Reichstage nach im kommenden Tagungs-Abschnitt zugehen kann, st ungewiß. „Vorläufig wird eine Neuregelung
„klerikalen" Belgien jedermann, auch der liberale, so frei wie ein Fisch im Wasser ist und beide, Kirche und Schule, volle Freiheit genießen. In Fr a n f r e i <ft herrscht Versal- gungswut, in Belgien wird an eine Verfolgung Andersdenkender nicht einmal gedacht. . . ."
* Die Heeresreform in England. Der englische Kriegsminister Haldane hat sich in öffentlicher Rede über die bevorstehende Reform des englischen Landheeres näher ausgesprochen. Die militärischen Streitkräfte der Krone sollen in zwei Linien ein geteilt werden, nämlich in eine Expedit io ns truppe, die vorgeschobene Posten in den fernen Teilen des Reiches, ihren Kern aber in den regulären Truppen des Vereinigten Königreiches hat, und zweitens in eine Territorialtruppe, deren Hauptaufgabe in der Verteidigung des Vaterlandes beruht. Neben sechs Divisionen regulärer Truppen sollen 14 Territorialdivisionen geschaffen werden, zwei davon in Schottland. Die Gebirgsbatterien sollen wieder ins Leben gerufen werden, und die Jnfanteriebalaillone sollen 1000 Mann zählen. Zwischen Friedens- und Kriegsstärke soll kein Unterschied gemacht werden; sie soll bei der Kavallerie und Artillerie die gleiche fein. Großbritannien werde in sechs große Territorialkommandos kingeteilt werden. Er schlage vor, daß für die Territorialtruppen 3 Millionen Pfund ansaegeben werden.
* Der Waffenstillstand vor Casablanca. Nach einer amtlichen Meldung des Generals Drude befinden sich nur noch drei kleine Abteilungen Marokkaner in der Umgebung Casablancas, und zwar in einer Entfernung von 20 bis 25 Kilometer von der Stadt. Die Zenata haben an den General Drude einen Boten geschickt mit der Bitte um Verlängerung des W affenstillstand es, damit die Delegierten aller Stämme Zeit haben, bei Drude einzutres- feii oder sich vertreten zu lassen. General Drude hat in eine Verlängerung des Waffenstillstandes eingewilligt. Es bestätigt sich, daß die meisten Stämme um Frieden bitten. — Muley Ha- f t d soll die Absicht haben, am 23. September mit einer Gefolgschaft von 30 000 Mann von Marrakesch direkt nach Rabat zu marschieren, wohin am Donnerstag der rechtmäßige Sultan Abdul A z i s -aufgebrochen ist. Vier Regimen-
daß es sich mit Sozialpolitik befaßt, ein besonderer Ruhm der Zen- trumspresse bleiben, daß sie von Anfang an sich die Aufgabe gestellt hat, das Verständnis für die Sozialreform zugunsten aller Stände zu heben. Wir treten nicht nur für einen ©tanb etn und lassen den anderen nicht zu Worte kommeil.
Ausland.
%
* Das „klerikale" Belgien und das „antiklerikale" Frankreich. Das große protestantische Blatt der Niederlande, der „Standart", bringt folgenden Vergleich zwischen Belgien und Frankreich: „Beide Länder sind rein äußerlich genommen katholisch. Protestanten gibt es in beiden Ländern nur wenige. In beiden Ländern wird in den höheren Ständen dieselbe Sprache gesprochen. Tie französische Literatur fand ihren Absatz auch in Belgien. Brüssel, Belgiens Haupt- stadt, ist ein kleines Paris. Der wesentliche Un- terschied liegt nur darin, daß seit 55 Jahren in Frankreich die „Antiklerikalen" und in Belgien die sog. „Klerikaleit" am Ruder sind. Und was ieht man in beiden Ländern? Belgiens Wohlfahrt macht auf überraschende Weise Fortschritte, und das auf jedem Gebiete, während in Frankreich Versumpfung eingetreten ist. In Frankreich nimmt die Be-' völkerungszahl ab, während das kleine Belgien, schon etwas mehr als siebe» Millionen Einwohner zählt. Noch viel bemerfenStoerter aber ist, daß in dem sozialistisch-radikalen Frankreich die Freiheit mit Fußen getreten wird, sodaß es dort für einen sog. „Klerikalen" fast kein Leben meftt gibt, während umgekehrt im
bestellt und wie klein ist die Zahl jener, die sich die Befestigung im Glauben zu ihrer Aufgabe gesetzt Haden? Rian gibt Hunderte und Tausende aus, um den Heiden die Wohltaten des Christentums zu bringen. Man scheut keine Kosten, um tn der Diaspora für die Glaubensbrüder Gottes- hauser und Schulen zu erstellen; aber man scheu oft die kleinste Ausgabe, wenn es sich darum bandelt, im eigenen Hanse und bei dem Nach- bar» tu der geschlossenen katholischen Genieinde ben Glauben zu erhalten. Das Lesen der g I a u- benSfe1nbIi£ben Schriften und Zeitungen ist em s ch w e r e r V e r st o ß gegen den Glau- ?Jns 1,1,0 wie sehr erst gegen den Glauben der
m,rJ^nn rfo-im nicht sagen, daß man sich f 1 £ Ä^en Iahe; wir könnten ganz ergrei-
%^HC e xbabon. erzählen, wie das Lesen s lcher Biatter der erste Schritt auf die schiefe
Östliche predigt einmal in J S erscheinen nicht alle Männer; die Presse aber kommt leben Tag alsPrediaer ms Haus und sie wird oft mit größerer Andacht ßelefen als man der Predigt zuhört; da kann man an den Fingern abzählen, wer schließlich der Jni Kampfe um die Weltanschau- ung braucht man ganz moderne Mittel der Bil- mn^dp^^r Abwehr; da reicht der Katechis- torn^Anle Nicht mehr aus; die Weiterbil- HnTHrfrp erforderlich. Die ka-
^Ä^e Presse hcst sich dies zur Aufgabe ge- Sm»« s n e ^nue sich einmal ein gegnerisches m htoaS e§. W religiösen Erbau-
f»^en W!fteit Fällen muß man Ä fein, wenn es unseren Glauben
ich mptn ßurVh.V «na6arJoI[ sch jemanden, dem Ich.mein Geld ins Haus trage dafür nocb Dank Leshch'b^mr^fck>on dn?^leiöigt? Gewiß nicht; oesyaib muß schon das Gebot der Selbst, ochtung mich davor bewahren ein qegncrifdU Z E zu halten und zu unterstützen " Wicht als Katholik ober ist cä.
dlus allen diesen Gründen rufen wir unfern geehrten Abonnenten zu: Werbet neue Truppen für die großen Kämpfe, d i e u n s b e v o r st e h e n; g e b t i h n e n d a s beste Gewehr in die Hand, indem ihr sie mit einer katholischen Zeitung Versorgt, indem ihr die Zentrums- presse verbreitet.
für die Verbreitung
Acholischen Presse tätig zu sein, wie ich die Hc demms„o„ und den Bonifatiusverein m un- KuteS'-- V'Ä W
iT? "lcht m alle unsere Kreise gedrungen- toorb‘’nIr-£rrcnwen ""ch an' daß vieles besser ne.’- lm”e™ d-n 1. ertöt«, kam, dLr
"chabe nur sein, nicht nur selbst auf Zf, k°ch°lnches Blatt zu abonnieren? sondern ten Ma?^ Bekanntenkreisen dafür einzutre- s-rnftsn damit ein gutes Werk im nio- ner erfmVni?e^ Wortes. Aber auch als Bür-' s rbert dre Macht der Presse gewisse