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ZernfpreLer Br.

M 202.

Fulda, Mittwoch den 4. September 1907.

34. Iahrnann.

Iweites Matt.

§ Der „Evangelische Bund" und die katholische Airche,

Also der „Evangelische Bund" will den Ka­tholiken nichts zu leide tun; so verkündet wieder einmal die „Tägl. Rundschau" in Nr. 378, und dw „Deutsch-evangel. Korrespondenz" nennt es in Nr. 83 sogar eine „grobe Lüge", wenn man be­haupte, ihr Kampf gelte der katholischen Kirche. Nur die „ultramontaneu Anmaßungen" wolle der Evang. Bund bekämpfen und dgl. Bis zum Ueberdruß haben wir dieses heuchlerische Spiel mit ansehen müssen, das nur der schlauen Berech- nung entspringt, einfältige Katholiken zu täu­schen und kurzsichtige Protestanten einzufangen. Es möge nun endlich einmal eine deutliche An­wort darauf gegeben und klipp und klar der Nachweis erbracht werden, daß der ganze mit den verwerflichsten Mitteln geführte Kampf des „Evang. Bundes" feinem anderen gilt als der katholischen Kirche, ihren Einrichtun­gen und treuen Anhängern.

Was ist der „Evang. Bund"? Er ist eine aus­gesprochene Kampfesorganisation, deren Mitglie­der, mögen sie gläubig oder ungläubig sein, nur den einen Zweck im Auge haben, das katholische Leben und Wirken auf allen Gebieten und mit allen Mitteln zu bekämpfen. Was t u t er zu die­sem Zwecke? Er schickt seine Wanderredner im Lande umher, die in Versammlungen, — meist natürlich geschlossenen, damit man umfo un­genierter schimpfen kann — und Vereinen über die katholischen Lehren, Priester, Bischöfe, Or­densleute, Beicht, Altarssakrament u. dgl. „auf­klären" sollen, wobei natürlich weidlich auf „Rom" und die „Pfaffen" geschimpft wird. Da­neben versendet er seine zahllosen Flugschrif­ten — beinahe hätten wir F l u ch—schrifteu ge­schrieben — seine „vertraulichen Mitteilungen", seine „Korrespondenzen", Monatshefte und der» gleichen. Vor allem aber versieht er durch seine in Halle, dem Sitze des Evang. Bundes, wöchent­lich mehrmals erscheinende „Deutsch-evangel. Korrespondenz", die gratis an ca. 500 Zei­tungen des deutschen Reiches abgegeben wird, die kirchenfeindliche Presse mit den bekannten Hetzartikeln gegen die katholische Kirche. Dabei leisten chm dann noch Blätter wie die „Tägl. Rundschau", „Leipz. N. Nachr.", „Magdeb. Ztg." u. a. als freiwillige Bunüesorgane und Monats­schriften wie die „Wartburg", das „Bundesorgan für die Ostmark", ausgezeichnete Hilfe im Kam­pfe gegen die katholische Kirche.

Doch der „Evangel. Bund" leugnet ja, daß der Kampf gegen die „katholische Kirche" gerichtet sei. Nun, dann nehmen wir einmal einzelne Gegenstände, gegen welche sich Kampf und Hetze des Evangel. Bundes richten, und fragen uns, ob diese Dinge zum sog. „Ultramontanismus" (im Sinne der Kirchenfeinde) oder zur wirklichen „katholischen, Kirche" gehören. Ich greife zu dem offiziellen Organ des Evang. Bun­des, der „D e u t s ch - e v a n g. Korrespon­denz", damit ich sicher bin, daß es sich um echte Artikel des Evang. Bundes handelt. In nicht weniger als vier Artikeln der drei letzten Nummern wird da in der häßlichsten Weife gegen den Eucharistischen Kongreß in Metz gehetzt. Fast keine Nummer vergeht ferner, in der nicht bald dieser bald jener Bischof ange­griffen, kritisiert und verunglimpft wird. P r i e- st e r und Ordensleute, Klöster und ka­tholische Schulen sind in der „Deutsch-evangel. Korrespondenz" die ständigen Themen. Gerade- zu schmachvoll war der gehässige, spöttische An-

Die Perle i>e§ SchMMÜes.

Roman von Ed. Wagner.

68] (Nachdruck verboten.)

Siebenunddreißigstes Kapitel.

Maldred Grafton legte die Reise nach der schottischen Hauptstadt zurück, ohne die leiseste Ahnung, daß der Graf ihm folgen könne und obendrein so schnell schon. Er war so aufgeregt, daß er nur wenig während der Fahrt schlafen konnte. Er hoffte, sich durch die Befreiung Ali­ce s aus den Händen ihrer Feinde ihre Dankbar- fett zu gewinnen, und war entschlossen, sie jetzt unverweilt zu seiner Frau zu lnachen, ehe er noch nach London zurückkehrte. Er wußte, daß sie ihn nicht ohne alles weitere heiraten würde, selbst nicht aus Dankbarkeit für rechtzeitig gelistete Hilfe.

"Aber sie soll dennoch schon die Meine wer- 6en, sprach er halblaut vor sich hin. „Sie wird M'N e-a nö($ London kommen, als bis sie mein “ s wenn sie unwiderruflich mein ist,

onls v ^der mit Glenham zusammentreffen.

vf @rafm mir versprach, wenn ich Alice w.*cd ste unbedingt auch erfüllen, und ■ Aa”n mit meiner jungen Frau auf mein Gut zuruckzrehen und es mir zu meiner Le-

'm. sma%"' mir ihr Herz zu gewinnen.

nuA nachgeben, bis es mir gelun- ich sie ganz und gar die Meine nennen kann.

, „ Und er beschäftigte sich mit dem Entwer- fen von Planen, tote er am sichersten ans Ziel ge- saugen konnte, und kam so endlich zu einem Ent­schluß.

„Nur ein wenig Geduld und Energie " fuhr tt in seinem Selbstgespräch, fort, „und ich werde siegen I List siegte noch immer! Ehe Glenham

griff (W. 74 der D. E. K.) gegen den 73jährigen Fürsten Löwenstein wegen seines Eintritts in den Dominikanerorden. „Nur religiöse Ueberspanntheit", so schrieb das Blatt, „kann einen Mann, der sich durch seine Werke tausendmal den ultramontanen Himmel verdient hat, in dem Alter noch ins Kloster trei­ben." Für den Evang. Bund scheint also schon der Eintritt in ein Kloster eine „ultramontane Anmaßung" zu sein!

Und was leistet sich erst die „W a r t b u r g", die „amtliche Zeitschrift des Deutsch-evang. Bun­des für die Ostmark" in ihren Angriffen! Bald spottet sie über den Cölibat, bald beschimpft sie die Einrichtung der Ohrenbeicht, und in der „Wochenschau" wird jeder Abfall vom Katholi­zismus gewissenhaft mit einem belobigenden Begleitwort registriert und zur Fortsetzung die­ser „löblichen" Tat ermuntert Dann möchte noch die „Monatskorrespondenz für die Mitglieder des Evangelischen Bundes" Erwäh­nung finden, die in jedem Aufsatz eilten syste­matischen Kampf gegen die Einrichtungen und Personen der katholischen Kirche führt. So schrieb z. B. die „Augsb. Postztg." in Nr. 255, 1906: „Beim Durchlesen dieses Machwerkes hat man unwillkürlich das Gefühl, als ob man bis zum Hals in einen scheußlichen Morast hinein- geraten fei, so ekelerregend und hetzerisch gemein wird hier der Kampf gegen die katholische Kirche geführt." Das wird dann an zahlreichen Pro­ben niedrigster Hetze gegen Papst, Jesuiten, Prie­ster, Mutter Gottes usw. nachgewiesen. Was aber erst in den „vertraulichen" „Mitteilungen", die mit äußerster Vorsicht nur an die Mitglieder des Evang. Bundes persönlich abgegeben wer­den, an Hetze geleistet wird, ist schier unglaublich. Da wird die Mutter Gottes eine „Moudgöttin" und „Königin der Nacht" genannt, da wird von „römischer Perfidie und List", von „ultramon- tanem Geschmeiß", von „Ungeheuern in Prie­stergewändern", von der -„vatikanischen Kirche, die zur Verbrecherin geworden ist" und bergt geredet. Solcher Bnndesblätter werden nun monatlich 340 000 ifnter das deutsche Volk geworfen. Nehmen wir endlich noch die be—- rühmten Reden und Schriften der Wcmderred- ner des Evangel. Bundes unter die Lupe, eines Meyer-Zwickau, des ebenso rührige» wie un­gläubigen Bundesvorsitzenden; eines Lic. Everling, Bräunlich, Költzsch usw., ferner der vielen freiwilligen „Bimdes"-Genossen wie: Böhtlingk, Hoensbroech, Thiimmel, Bachstein, Schwarz usw. Was bildet denn den Gegenstand all ihrer Reden? Sind es nicht Dinge, die zum unveräußerlichen Bestände der katholischen Kirche gehören? Oder ist nicht das Papsttum und Prie­stertum, der Priestercölibat und Beichtstuhl, das Allerheiligste Altarssakrament, das Klosterwesen und die Mutlergottesverehrung durchaus „k a - tholisch"? Vorläufig wird doch wohl noch die katholische Kirche selbst zu entscheiden haben, was zu ihrem Wesen gehört und nicht der Evangel. Bund.

Doch wir können noch deutlicher werden. Der Evang. Bund hat es ja zu Zeiten selbst ausge­sprochen, daß sein Kampf der katholischen Kirche gelte. So sagte der Geh. Kirchenrat Dr. Lipsius ans Jena auf der Generalversamm­lung in Eisenach 1889: „Veranlassung zur Grün­dung des Bundes war die traurige Waffen­streckung des preußischen Staates vor der r ö m i- fchen Kirche." In der Generalversammlung zu Speyer 1893 erklärte man sogar: „Aufgabe des Bundes ist es, im Kampfe mit Rom mutig die Schlachten zu schlagen." Allen Zwei­fel aber, wer unter „Rom" zu verstehen sei, hat Konsistorialrat Dr. L e u s ch n e r in der Gene­ralversammlung zu Hagen am 8. Oktober 19 0 2 (also noch vor 5 Jahren) gehoben, indem er er-

noch Gewißheit erlangt, daß sie wirklich am Le­ben ist, wird sie für ihn verloren sein!"

In Edinburg löste er sich sofort ein Dillet nach Jnverneß und fuhr ohne Aufenthalt weiter. Er hatte lediglich deshalb ein Billet nur bis Edinburg genommen, um den Grasen über das Ziel seiner Reise zu täuschen.

In Jnverneß war er genötigt, zu übernach­ten; mit Tagesanbruch aber nahm er sich ein Pferd und ritt nordwärts. Trotz aller ange­wandten Vorsicht aber verfehlte er seinen Weg und geriet auf eine Straße, welche ihn nach meh­reren Stunden nach Jnverneß zurückbrachte. Rach dieser Erfahrung wagte er es nicht, sich wieder auf sich selbst zu verlassen, sondern nahm sich lie­ber eilten Wagen und setzte seine Reise in dem­selben, obgleich es bereits spät am Nachmittag war, dennoch vor Einbruch der Nacht noch fort. Obwohl er selber gern ohne Unterbrechung bis an sein Ziel gefahren wäre, erklärte der Kutscher jedoch für ihn nur zu bald, bei dem schlechten Wege nicht die Nacht hindurch fahren zu können, und so sah er sich wider seinen Willen gezwungen, in einem einsamen Gasthause an der Landstraße zu übernachten. Mit Tagesanbruch aber fuhr er bereits weiter. Seine Ungeduld wurde immer größer und als er an die Stelle kam, wo Pul- ford sich beim Nahen des Wagens versteckt hatte, war es nur seine schier zügellose Ungeduld, die ihn den Kopf aus dem Wagenschlag strecken ließ, um auszukundschaften, ob denn immer noch nicht das Dorf und damit das Ende dieser qualvollen Fahrt zu erblicken sei.

„Ich muß doch jetzt bald am Ziele sein!" murmelte er vor sich hin. „Aber wie werde ich sie finden? Dieser rätselhafte Brief deutet auf einen geheimen Feind hin, welcher sowohl Herrin wie Dienerin monatelang gefangen gehalten hat und welcher nach ihrem Leben trachtet. Der Brief spricht auch von Verfolgern, die auf ihrer Spur find und von denen ich sie befreien soll. Das alles bestätigt nur meine Vermutung in

klärte, im evangelischen Lager breche immer mehr die Ueberzeugung durch, daß der Bund einen Auftrag von Gott habe, nämlich den Auf­trag des Kampfes gegen die katholische Kirche (11).

Der^ klarste Beweis jedoch, daß der Kampf des Evangel. Bundes gegen die kathol. Kirche gerichtet ist, liegt in der Tatsache, daß der Evang. Bund die Abfallsbewegung in Oesterreich auf jede Weise, nicht zuletzt mit gewaltigen Geldmit­teln, unterstützt und sogar offen in der scham­losesten Weise durch Verbreitung von Schriften wie durch persönliche Agitation die Katholi­ken zum Abfall von ihrem Glauben zu verleiten sucht. Vor uns liegt z. B. ein Zirku­lar des Lic. Bräunlich-Halle vom 12. Juli 1907 an die deutschen Arbeitervereine Böhmens, in welchem u. a. heißt: „Das Mittel, welches für alle Zeit gründlich röntifch-priesterlichen Herrschaftsgelüsten ein Ziel setzt, ist zweifellos die Tat Los von Rom." Diele vergiftende, schmachvolle Tätigkeit des Evangel. Bundes ist ja auch jüngst noch vom Universitäts- Professor Labanka in seinem Buche „Die Zu­kunft des Papsttums" festgenagelt worden. Er schreibt dort wörtlich: „Seine zahlreichen Mit­glieder sind von wundertätigem Eifer (I). Aus ihren Reihen entstehen immer neue Vorkämpfer des Protestantismus. Ihnen ist es zu danken, wenn aus der Erregung der Katholiken in Oesterreich eine „Los von Rom-Beweg- u n g" wurde. Ueberdies schwebt dem Bunde als letztes Ziel, das er mit deutscher Zähig­keit verfolgt, die Trennung der Katho­liken in Frankreich, Belgien, Jta- lien (!) von Rom vor." Diese Ausführungen Labankas werden dann zum Ueberfluffe noch von der „Wartburg" als „zutreffend" und „beher­zigenswert" bezeichnet, sie geben also die Absich­ten des Evangel. Bundes richtig wieder.

Nun, wer da noch die Stirne hat, zu behaup­ten, der Kampf des „Evang. Bundes" gelte nicht den Katholiken, mit diesen wolle er in Frieden leben, der erklimmt den Gipfel der Heu­chelei und Unwahrheit und verliert den Anspruch, überhaupt noch ernst genommen zu werden.

W Die Zuldaer Mundart.

Von Dr. I. Wiegand.

III. (Schluß.)

Wortschatz.

Mundarten sind nicht reich an Wörtern. Gei­stige Begriffe fehlen meistens; aber auch nahe­liegende Begriffe haben andere Bezeichnungen. Statt zeigen sagt man wohl meistens weisen, statt sprechen schwätzen, scherchen für schieben, dinsen für ziehen, schmeißen für werfen, flennen ober schreien für meinen, Gaul für Pferd, Korn für Roggen; Schlafzimmer heißt Kammer, auch wenn es sehr groß ist. Für dieser steht stets der, als Relativum ebenso für welcher. Von Voll­ständigkeit kann auch hier keine Rede fein. Zum Schluffe gebe ich noch eine Zusammenstellung von Wörtern, die der Schriftsprache fehlen, ohne be­haupten zu wollen, daß sie sämtlich nur im Ful- dischen heimisch sind. In vielen hat sich altes Sprachgut erhalten, worauf ich durch Angabe der mittelhochdeutschen (mhd.) oder althochdeut­schen (ahd.) Form gelegentlich Hinweise.

Aern — Hausflur, mhd. ern Fußboden, Tenne. Aank, ahd. anka — Nacken.

ballee — beinahe.

Betz — Mütze, vgl. mhd. bezel.

betreff des Geheimnisses. Der Mann, welcher Miß Romberg in das Pfarrhaus im Schwarz­walde brachte, ist ihr auf die Fährte gekommen und versucht nun, sie zu vernichten. Wie, wenn es ihm schon gelungen wäre? Wie, wenn ich zu spät käme?"

Es war ihm, als säße er auf glühenden Koh­len. Er rief dem Kutscher wieder und wieder zu, schneller zu fahren, und in nicht ganz zwei Stunden ward das Dorf denn endlich auch er­reicht.

„Fragen Sie in dem erstbesten Hause, wo Mac Dougal wohnt", rief Grafton dem Kutscher zu.

„Ich. kenne das Haus Mac Dougal's," ant­wortete dieser ihm. „Es liegt am Ausgange des Dorfes."

Nur wenige Minuten noch und der Wagen hielt vor der Brandstätte. Graf ton blickte mit starren Augen auf die noch immer rauchenden Ruinen.

„Das ist der Hof Mac Dougal's, Sir", sagte der Kutscher, „oder vielmehr: er war es, das Haus ist ja abgebrannt! Es muß hier Feuer gewesen sein!"

Grafton öffnete mit zitternden Händen die Tür und sprang aus dem Wagen. Die Leute, welche bei den umherstehenden Möbeln und bei den Trümmern des Hauses hantierten, oder auch nur müssig zusammen sprachen, wandten sich um und sahen auf ihn hin, während er sich ihnen näherte.

„Ist dies der Hof Mr. Mac Dougal's?" fragte er.

„Ja, Sir", lautete die Antwort.

„Wo ist Mr. Mac Dougal?" fuhr Grafton zu fragen fort.

Der Genannte trat mit verwundertem Ge­sicht vor.

„Ich fehe, daß Ihr Haus niedergebrannt ist", fagte Grafton. „Wann ist das geschehen?"

„Diese Nacht, Sir", erwiderte der Hochlän­der. „Es raucht noch, wie Sie sehenl"

Schnorrbeezel — Kreisel.

Berzel, Hinterteil eines Vogels.

Bern, Roodbern — Schieb karren, mhd. rade- ber, mit Bahre zusammenhängend.

Blüse, die Fackeln am Hutzelsonntage, mhd. blas — Fackel.

Boeck — Tannenzapfen.

Botze — Klumpen.

denfe — ziehen, ahd. dinsan, heute nur er­halten in aufgedunsen.

doppen — abprallen, z. B. vom Ball; davon abgeleitet Depper, Tonkugel zum Spielen, und das Spiel heißt Doppen.

Deet, Deete, auch Dett = Pate.

Dreemel von mhd. dremel — Pfahl, Stande.

dubbern — wanken. Davon: dubberich.

Eller = die Aeltere, d. h. Großmutter. Eller« votier — Großvater.

Färwes, Fuß am Strumpfe.

Gärn — Schoß, mhd. g6re.

Schwortegeinter — Schwartemagen; ebenso Flurgemter.

Gickel — Hahn. Gluck — Henne.

Gischet — Peitsche und Deichsel.

Gezick — Zeug, mhd. geziuge.

grapsche — ergreifen. Dazu in die Grapsch werfen.

Huidel — Lappen. Handhuidel ----- Handtuch.

Katz, Waschkatz, Gerät zum Reibender Wäsche Key — Kiepe, mhd. koetze.

Kipp — Tasche.

Kipper von Kiepe, die in Fulda ansässigen Gemüsehändler, im Gegensätze zu den fremden.

kniire — drücken.

Knooetsch — Schmutz.

Kräbbel, Verkleinerung auf el, zu Krapfen.

Krack, alles mageres Pferd.

Kräh, mhd. krezze, unten runder Korb.

Kreezelfleiich — Quellfleisch.

Leime für Lehm, w. Ich letzteres niederdeutsch ist.

Motze, ein Kleidungsstück, mit Mütze zusam­menhängend.

Muitch, Lager für Früchte, um sie zum Reisen zu bringen.

Näätersche — Näherin.

Nächte — vergangene Nacht; eenichnächte ----» vorgestern.

Ort, mhd. ort (Sp'he), jetzt — vierter Teil von Maß, Gewicht und Geld.

Orze, Neberbleibsel von einem Festmahle, von mhd. tirez «überdrüssig). Näheres bei Vilmar, Hess. Zestschr. IV, 88.

Petter — Pate, mhd. pfetter, von patrinus.

reit — fertig mit einer Arbeit, vgl. bereit.

schäpp — schief.

scherche — schieben.

scherzen, den Dienst wechseln; davon Scherztag.

Schisser, Steinkügelchen zum spielen, von schießen.

schoore, Tabak kauen; davon „Schäärche", ein Stück Kautabak.

Schlepper, Pantoffel ohne Ferse, wohl zu schlüpfen gehörig.

Schmetz, Ende der Peitschenschnur, zu schmeißen gehörig.

schnappen — hinken.

Schneppel — Schnitzel, schneppele — schnitzen.

Gänsschnepper, ein Knochen der Gans.

Schnärwel, Ende der Wurst, überhaupt etwas kleines.

Schnutt — Schnauze.

Schorn, Weizengebäck von eigentümlicher Form; Neujahrsfchorn.

„Das tut mir leid, aufrichtig leid", versicherte er dem Erstaunten. „Ich kam hierher, Mr. Mac Dougal, infolge eines Briefes, den ich von einer alten deutschen Frau, namens Gretchen Heinrich, erhielt. Sie teilte mir in diesem Briese mit, daß ich sie und ihre junge Herrin, Miß Alice Romberg, in Ihrem Hause finden würde. Ich bin Mr. Grafton — Maldred Grafton!"

Der Hochländer wich auf diese Worte hin um einen Schritt zurück und starrte feinen Besucher mit geradezu stieren Augen an.

„Sie — Sie wären Mr. Grafton?" stam­melte er.

Grafton, der das Erstaunen des andern nicht begreifen konnte, sah diesen etwas forschend an und antwortete:

„Ja, ich bin Mr. Grafton, — Maldred Graf­ton, wie ich Ihnen bereits sagte. Aber ich sollte meinen, Sie hätten mich doch wohl, erwartet? Warum überrascht Sie mein Erscheinen denn so sehr?"

Der Hochländer öffnete ein paarmal den Mund; er mußte sichtliche Anstrengungen machen, entgegnen zu können:

„Mr. Grafton war bereits diese Nacht hier; er verließ uns vor kaum zwei Stunden!"

„Mr. Grafton?" wiederholte dieser, der ja in Wirklichkeit den Namen trug, geradezu ver­ständnislos. „Was wollen Sie damit sagen? Was meinen Sie damit?"

„Was ich sage, Sir!" versetzte der Hochländer. „Ich meine damit: daß Mr. Grafton gestern abend hierherkam und in diesem Hause schlief und heute morgen fein Frühstück mit mir bei einem Nachbar einnahm, bevor er wieder ab« reifte."

Grafton hatte kopfschüttelnd zugehört.

«Das ist ein sonderbarer Irrtum", erklärtes er jetzt. „Ich bin Maldred Grafton und hier ist zu meinem Ausweis des alten Gretchens Brief an mich."

(Fortfekuna folatt