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34. Jahrgang.

Fulda, Freitag den 30. August 1907

M 198.

von

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54. GMrMrsmmlW Her KathMeii Zenlschlmds l» BSrM«. v?0. Würzburg, 28. Aug. 1907. (Nachdruck nicht gestattet.) Die Miffionsvereinigung katholischer Fmum und Jungfrauen

liche Vorsehung über Bord .geworfen hat. steht vor diesem Bilde wie vor einem Rätsel. Dem Menschen aber, der diesen Glauben besitzt, strahlt aus dem Bilde der Natur Gottes> Macht und Weisheit entgegen. Jedem Menschen, das ist abermals Lehre unseres Glaubens ist für diese Welt aus Erden eme besondere Aufgabe zuge­wiesen.

Wie der einzelne Mensch von Gott eine be­sondere Aufgabe für feine irdische Laufbahn be. kommen hat, so hat auch jebe Nation auf ihrem Wege durch die Geschichte eine bestimmte Ausgabe zugewiesen erhalten. Entsprechend dieser, ihrer besonderen Aufgabe ist jede Nation auch m be- sonderer Weise ausgestattet. Keineswegs bloß mit besonderer Sprache, sondern auch mit v e- sonderen Eigenschaften.

Mit Naturnotwendigkeit ergeben sich daraus Rechte und Pflichten für die Beziehungen der Nationen untereinander und zum Ganzen und für die Beziehungen der Nationen zu ihren ein- zelnen Angehörigen. Je mehr die Rechte respek­tiert und die Pflichten erfüllt werden, desto oes- ser ist es um das Wohl der Nationen bestellt, wie auch um das Wohl des Ganzen, dessen Teile sie sind, desto mehr gewinnen auch die einzelnen Menschen davon. Auf der anderen Seite gibt es keine Macht, die ein zuverlässiger Gort dessen wäre, was als Recht bezeichnet wird, als die katholische Kirche, wenn sie auch nicht in der Lage ist, mit materieller Gewalt uch Geltung zu erzwingen. Und keine Macht auf Erden kann mehr darauf dringen, daß -Pflichten auch erfüllt werden, als diefelbe katholische Kirche, wenn ihr auch keine anderen als moralische Mit­tel zur Seite stehen, um auf die Pflichterfüllung hinzuwirken.

Schutz und Förderung der Nationalität hat die katholische Kirche praktisch alle Jahrhunderle hindurch betätigt. Die Nationalität hat ihre wohlbegründete Berechtigung und ist durch alle Jahrhunderte hindurch von der Kirche respektiert, geschützt und gepflegt worden (Bei- fall.) Diefelbe Kirche bewahrt auch am sichersten vor Ausschreitungen in Sachen der Nationalität, und daran hat es nie gefehlt. Die Aus ich r e i- tungen bewegen sich in zwei Richtun­gen, die einander diametral cntgegensteyen. Bezeichnenderweise sind es gewöhnlich Kinder des gleichen Geistes, in welchem die eine tote die an­dere Anhänger und Vertreter findet. Die er ne will von nationalem Bewilsttsein, von nationalen Rechten und nationalen Pflichten nichts wissen; sitz hält am Weltbürgertum fest, wel­ches in der Festhaltung von nationalen Rechten und Pflichten eine Gefährdung und Schädigung allgemeiner menschlicher Bestrebungen erblickt.

Dieses Weltbürgertum, das man mit Recht als vaterlandslos bezeichnen kann, hat sich namentlich als Förderer der Aufklärung im ±8. Jahrhundert und noch tief ins 19. Jahrhundert hinein breitgemacht. Die Aufgeklärten, die Li­beralen jener Zeit, die den lebendigen Ehristus- qlauben vollständig über Bord geworfen hatten, gefielen sich in der Rolle des Weltbürgertums. Heute hat es seine Vertreter am zahlreichsten m dem Reiche der Sozialdemokraten.

In u n s e r-Ln Tagen begegnet man ge­rade in Kreisen solcher Männer, welche das Erbe jener Aufklärung übernoinnien haben, um es weiter zu entwickeln, in Kreisen von Männern, die man als Söhne und Enkel des aufgeklarten Weltbürgertums von ehedem bezeichnen darf, der direkten entgegengesetzten Ausschreitung, beson­ders der Ueberspannung des Begrif­fes der Nationalität in der bedenklich­sten Art. Die Ueberspannung der Nationalität liegt daran, daß sie zu einer Quelle von Recht und Pflicht gestempelt werden soll, die allein an­

Peranttoortliter

Schnftketttr: A. Metzler

xpatj»#’inMda. rvochenbeilage: „Illustrierte Sonntagfleitung

der. Mr. Mac Dougal betrachtete Gretchen mit Mißtrauen; selbst feine Frau hatte sich scheu zu- rückgezogen vor der Alten, die auch ihr Plötzlich völlig umgewandelt erschien.

Jarvis aber trat einen Schritt auf Gretchen zu.und sagte, wie man zu einem Kinde redet, in besänftigendem Tone:

„Meine gute Frau, solche Heftigkeit ers-yrcckt diese guten Leute, — sie sind nicht daran ge- ivöhnt! Gehen Sie hinauf!"

„Damit Sie, und Miß Rarnberg s Todsemd, Mr. Pulford, neue Anschläge gegen uns ersinnen können, nicht wahr?" rief Gretchen voller Ent­rüstung. „Mr. und Mrs. Dougal, Sie werden uns nicht ait diese Elenden ausliefern I" bat sie eindringlich. „O, glauben Sie mir und meiner jungen Herrin doch iiud nicht diesen unseren Feinden! Denn das sind diese beiden, — nem, mehr noch: dieser Mann ist Miß Alicen Tod­feind! Er schickte uns nach Black-Rock, verge­bend, daß die Jacht ims nach DMshire bringen würde. Er dingte diesen Jarvis, uns zu toten. Er ist nicht Mr. Craftom — er ist nicht der Freund, an den ich schrieb!"

Des Bauern Geduld war zum Ende. ~

„Still!" gebot er der Sprechenden rauh, „sie können doch unmöglich leugnen, daß dieser Mann Ihr Freund ist, der ans Ihre Bitte von London hierherkam! Es .geht nur eine Pest in der Woche und diese ging ab, ehe der Doktor.hierherkam. So kann dieser also nicht etwa geschrieben und einen andern hergerusen haben. Was hat dreien Herrn also anders hierherbringen können als Ihr Hrief? Wie hätte er von Ihrer Anwesenheit hier sonst wohl etwas wissen können, wenn nicht durch Ihr Schreiben? Ich fange jetzt selbst an zu den- ken, daß Ihr Gehirn nicht in Ordnung ist. Die­ser ganze Vorgang und alles, _ was Sie sagten, läßt starke Zweifel in mir aufsteigen."

Gretchen's Blick irrte von einem der Anwe­senden zum andern, aber Schreck und Angst war das einaifc" nw ihr aus jedem Gesicht ent­gegensah.

1 Rotationsdruck tu

Verlag der Mdaer RK tiendrsckeret ht Sulba. " Fernsprecher Nr. 9.

Pulford derjenige war, Inf toter all das Unglück über sie und die arme Alice gebracht batte, lind diese Erkenntnis ließ sie alle Vorsicht vergesse» und indem sie sich hoch aufrichtete und indessen ihre Augen Blitze auf ihre Feinde schleudert««, rief sie, ihre Hände auklagend gegen Pulford er­hebend, mit lauter, scharfer Stimme:

„O, jetzt fel)e ich alles — alles! Ich sehe und erkenne, daß Sie mit Jarvis im Bunde sind! Sie sind sein Auftraggeber! Sie, Mr. Pulford, sind der geheime Feind meiner jungen Herrin! Sie haben cs veranlaßt, daß wir nach Black-Rock gebrächt wurden! Sie sind es, der nach ihrem Leben trachtet! Und Sie auch haben diesen Elen­den gedungen, sie zu töten! Aber es soll Ihnen nickt gelingen, so wahr ein Gott im Himmel lebt, der Sie richten und meine unschuldige arme junge Herrin schützen wird!"

Auf Gretchens schwere Anklage gegen Mr. Pulford folgte eine inhaltsschwere Stille.

Die Mac-Dougals, ruhige, friedliche Leute, denen derartige leidenschaftliche Ausbrüche durch­aus fremd waren, starrleii die alte Frau bestürzt an. Jarvis wich einen Schritt vor ihren flam­menden Augen förmlich zurück. Nur Pulford stand fest und unbeweglich. Ihn schienen die Worte der Fran gar nicht zu treffen. Die (eichte Röte auf feinem Gesicht, das Zucken feiner Augen bemerkten die schlichten Landlente nicht. Er nahin alle seine Kraft zusammen, an sich zu halten, bis es ihm sogar gelang, einen mitleidsvollen Aus­druck zu erheucheln.

„Armes Geschöpf!" sagte er, wie von ihren Anklagen völlig unberührt. „Was tun Sie in der Regel mit ihr, wenn sie, so in Raserei aus­bricht wie jetzt?"

Der Gleichmut seines Auftraggebers gab auch Jarvis rasch feine Fassung zurück. .

„Wir schließen sie gewöhnlich in eine enge Zelle ein, wenn sie in eine solche Stimmung ge­rät," erwiderte er. „Sie wird zuweilen sogar sehr gefährlich!"

Vulsord's Blick richtete sich auf den Hochlän-

6ert von St. Ottilien betonte den Wert der eifrigen Mitarbeit der Frau int Apostolate vorzüglich durch Gebet und Opfer und insbesondere durch die Para- mentenarbeit.

Zum Schlüsse dankte Herr Pfarrer Forschner den Rednern und entrollte nochmals ein farben­reiches, anziehendes Bild der Tätigkest des Frauen- Mifsionsvercins und bat die Anwesenden, an der Verbreitung des so herrlichen Werkes eifrigst mit« ] zuarbeiten.

Versammlung des Albertns-Magnus-BereinS.

Die Generalversammlung des Albertns-Magnus- Vereins, die am Dienstag nachmsttag in der Schrannenhalle tagte, leitete Herr Lyzealrektor Prof. Dr. Schenz (Regensburg). Er bedauerte in einer einleitenden Rede, daß der Albertus-Magnus-Ver- eln noch nicht so bekannt sei, wie er verdiene, und »vies den gegen den Albertus-Magnus-Verein ge­richteten Vorwurf zurück, als ob derselbe den Kon- fessionalismus fördere, durch den die Andersdenkenden herausgefordert würden. Man wendet ferner ein, das Gelehrtenproletariat würde durch solche Ver­eine gefördert, das sei falsch, da neben der Be­dürftigkeit und Würdigkeit die Leistungen in Betracht gezogen werden. Lyzealrektor Prof. Dr. Schenz hofft, daß die Versammlungen des Albertus- Magnus-Vereins eine ständige Einrichtung der Katholikentage tverden.

Unwersitätsprofeffor Dr. Henner geht näher auf den Vorwurf ein, daß der Albertns-Magnus- Verein den Konfeffionalismus fördere. Dieser Vor­wurf komme von derselben Seite, die stets auf die geringe Anzahl von Katholiken in hervorragender Stellung hingewiesen und die Katholiken der In­feriorität geziehen habe. Als die Katholcken sich zu- fammenrafften und diesem Uebelstande abhelfen wollten, da habe man über die Förderung des Konsesstonalismus geruse». Man könne derartiges Benehmen nur als Pharisäertum bezeichnen. In der sehr anregenden Diskussion wurde u. a. auch auf die Notwendigkeit einer en ger en Ver­bindung zwischen den einzelnen Diözesanverbänden, vielleicht vorerst durch Austausch der Ersahrungen,

des bayerischen Verbandes, begrüßte die Hunderte pon Damen, die aus allen Kreisen, hoch und niedrig, erschienen waren. Als Gäste waren u. a. anwesend die Herren Bischöfe Henninghaus (Süd-Schan- tung und Geyer (Sudan) und der Herr Abt Nor­bert (St. Ottilien).

Pfarrer Forschner aus Mainz eröffnete bte Ver­sammlung, indem er die Herren Bischöfe und die Anwesenden herzlich willkommen hieß. Er bat Herrn Bischof HenuinghanS, einige Worte an die Versammlung zu richten. Derselbe dankte für alles was die Miffionsvereinigung schon für seine chinesische Mission getan. Wie er die Nachricht von der Gründung dieses Liebeswerkes mit einem innigen Deo gratias begrüßt habe, so sage er auch jedesmal „Gott sei Dank" aus Herzensgrund, wenn er von dessen Wachstum höre. Zum Schluffe rief 'er der Miffionsvereinigung herzliche Wünsche für das Gedeihen zm Bischof Geyer sprach dann von dem elenden Los des Weibe? in Afrika. Abt Aar»

durch gegenseitige Uebersendung der Jahresberichte usw. hingewiesen.

Verband katholischer kaufmännischer Bereinigungen.

Der kath.-kausm. Verein „Konstantia" zu Würz­burg hat sein llOjähriges Bestehen als Anlaß be­nutzt, die kath.-kausm. Vereine zu einer Fe st Ver­sammlung auf Dienstag abettd in die Schrannen­halle einzulochen. Der Vorsitzende Stumps der „Konstantia" begrüßte die zahlreich Erschienenen, unter denen sich der Erzbischof von Bamberg, die Bischöfe von Würzburg und von Süd- schantung, fowie der Präsident des Katholikentages Fehrenbach befanden. Auch sah man manchen Abgeordneten. PfarrerH ergenröte r-Aschaffenburg überbrachte die Grüße des Vereins zu Aschaffenburg. Der BischofvonWürzburg beglückwünscht den Verein „Konstantia". Er habe vor einiger Zest in einer nicht kleinen Stadt ein sehr großes Lob aus den Würz­burger Kausmannsstand aussprechen hören. Er nehme an, daß der Verein „Constantia" dazu bei­getragen habe. Möge „Constantia" weiter so wirken! Die Festrede hielt Niederwipper- Dortmund, der die Existenzberechtigung der katho­lischen kaufmännischen Vereine nachwies. Die katho­lischen Kaufleute könnten nicht beiseite stehen, wenn ihre heiligsten Güter in den Schmutz gezogen würden; darum müßten sie zufammenhalten. — — Abg. Fehrenbach überbrachte die Grüße des f,räsidiums des Katholikentags, die der bayerische andtagsabgeordnete Held mit einem Hoch auf den Präsidenten erwiderte. Mit den Reden und Ansprachen wechselten Vorträge eines Soloquartetts der „Konstantia". Dr. W i n t er st e i«- Würzburg brachte das Hoch auf den Papst, den Kaiser und den Prinzregenten von Bayern aus. Es folgten noch verschißene Reden.

* ♦ *

Die dritte öffentliche Versammlung welche um 5 Uhr in ter Festhalle eröffnet wird, zeigt wiederum eine solch starke Beteiligung, daß der weite Saal vollständig gefüllt ist. Als der erste Redner, Geistlicher Rat Wacker, die Red­nertribüne betritt, erhebt sich ein wahrer Sturm des Beifalls. Sein Thema lautet:

Katholizismus und Rationalität.

Wo immer ein größerer oder kleinerer Bruch­teil der Menschheit längere Zeit unter der Ein­wirkung der Kirche verblieb, da find bte Spuren ihres Geistes unübersehbar. Je reicher und man­nigfaltiger im Leben des einzelnen Menschen Ir­disches und Ewiges miteinander verbunden ist, desto mehr wirken Religion und Kirche auch ein auf die Gestaltung der irdischen Verhältnisse. Auch nach dieser Richtung hin bedeutet der Ein­tritt des Christentums einen großen Wendepunkt in der Geschichte der Menschheit.

Das Christentum, das vor allem in der katholischen Kirche rein und unverfälscht in die Erscheinung tritt, gibt Aufschluß besonders auch darüber, wasdieWorteNationund Nationalität in sich schließen. Die Kirche gibt genaue und sichere Aufklärung über Bedeutung und Tragweite dieser Worte, wie auch über die Fo l g e r u n g e n, die als Pflichten auf der einen und als Rechte auf der anderen Seite daraus zu ziehen sind. Hätte die Welt jederzeit ausgesprochene Bereitwilligkeit gezeigt, dies sich ! zu eigen zu machen und zu verwirklichen, was über diese Dinge unsere Kirche lehrt, dann hätte ' die Geschichte der Völker mehr als einmal einen anderen Weg genommen. (Großer Beifall.)

Was hat man sich denn zu denken unter Na­tion und Nationalität? Nationalität ist das, was den größeren oder kleineren Bruchteil des ganzen Menschengeschlechtes zu einer eige­nen Nation stempelt und von andc- r e n Nationen unterscheidet. Ter Mensch, der den Glauben an Gott und die goit-

iagte Montag nachmittag im Kilianenm. Freifrau und zu Frankenstein, die.Vorsteherin ayerischen Verbandes, begrüßte die Hunderte

deren vorangeht, unter allen Umständen zur Gel tung kommen muß und durch keinerlei andere Rechte und Pflichten eingeschränkt oder modi­fiziert werden dürfe. Es tritt hauptsächlich tn dem viel zitierten Nationalitätsprinzip zutage, welches den politischen Itmtoäfeungen der letzten Jahrzehnte zur Unterlage gedient hat, und tn seiner konsequenten Durchführung etne vollstän­dige Umwälzung in dem Bestände der Staaten des alten Europa herbeiführen mußte.

Eine Revolution, wie sie die Welt größer noch nicht gesehen, mußte die. unausbleibliche Folge sein, und wäre sie überstanden, hätte dre politische Welt eine ganz andere Gestaltung erhalten und wären keineswegs Ruhe und gesicherte Zustand- der neuen Verhältnisse zu erhoffen. Tte Uni- wälzung von heute, die davon ausgeht, was der Nation nach ihrer Meinung von Nutzen ist, mußte naturnotwendig die eigenen neuen Umstande in sich tragen. Die Rücksicht auf Nutzen und Wog - fahrt kann manches erstrebenswert erscheinen Ul­fen. Und stehen keinerlei andere-Ruckstasten ver­bietend und hindernd mehr im Wege, so ist der Moment für eine neue Umwälzung gekommen, (Lebhafte Zustimmung.)

Es ist darum ein sehr gefährliches Spiel vor. Fürsten oder Völkern oder beiden zusammen, mit dem Nationalitätsprinzip sich einlasfen zu sollen. Wohin es führt und wie cs endet, ist nicht abzu- sehen. Deshalb ist es ein Glück für Volker und Fürsten, daß das lebenskräftige Christentum, vor allem repräsentiert durch die katholische Kirche, dem heidnischen Nationalitätsprinzip das ent- gegenhält, was nach Lehre und Slttengesetz des Christentums der Nationalität gut und stattya't ist. Ohne jede Einbildung und, Uebcrycburrg sprechen wir ans, was die Geschichte tourt. Außerordentlich viel hat die deut |d)e Nation der katholischen Kirche zu verdanken. (Stürm. Beifall.) Biele lympa» thisicren nicht mit ihr, viele stehen ihr sogar mit ausgesprochener Feindseligkeit gegenüber. Aber auch heute noch kommt ihre Macht über die Ge- müter der Nation zustatten. Zu den Faktoren, welche zu guten Hoffnungen auf dre deutsche Na­tion berechtigen, gehört auch dieser Geist. (Gro­ßer Beisall.) Je mehr unsere Haltung mntiden der Nation diesem Geiste entspricht, umsomehr sördern wir das Wohl der Nation. (Großer Bei- fall.) Wir erheben den Anspruch darauf, als vollwertige Mitglieder der Nation zu gelten, die ihr llicht znr Uneyre gereichen. Wir sind treue Söhne deS Vater­landes und machen das Recht geltend, auch so taxiert zu werden. (Lebhafte Zustimmung.)

Was wir der Nation schuldig zu feilt glau­ben, das beruht für uns keineswegs auf Men- fchenfatzungen, sondern auf Gottes Wille und An­ordnung, desselben Gottes, der uns geleyrt und uns besohlen hat: Du sollst Vater und Mutter ehren! (Langanhaltender Beifall.) L-er selbe Gott befiehlt uns int gleichen Gebote: Du sollst den König ehren und das Vaterland lieben. ,vas gibt den Bezeichnungen Nation und Vaterland eine höhere Weibe und der Pflicht erful- lnng das solideste Fundament Tie. ser Geist erzieht Untertanen, wie das bekannte Lied sie preist, welche bett Grafen Eberhard im Barte als den reichsten Fürsten erscheinen lagen. Wenn dem so ist, dann ist es nicht unbescheiden und durchaus nicht zu weitgehend, den Geist, der ans der Lehre unserer Kirche über diese Dmg« spricht, als den richtigen Sauerteig für alles zu bezeichnen, was unter den Millionen deutscher Katholiken au Liebe zur Nation, an Treue gegen Fürst und Vaterland lebt und wirkt. (Ran- schcnder, langanhaltender Beifall.)

Nachdem der raufchende Beifall verklungen war, beteten die anwesenden Bifchöfe den Ange-

„Bis diesen Abend war sie immer ganz ruhig," lieh auch Mrs. Mac Dougal sich nun ver­nehmen. „Ich hätte nicht geglaubt, daß sie sich so weit vergessen könnte gegen einen Freund, wie sie sagte, der auf ihre Bitte hierher gekom- men ist."

Gretchen ferrfzte schwer.

„Es nützt alles nichts, was ich auch sage, das sehe ich ein," sprach sie hoffnungslos. „Sic wol­len mir nicht glauben! Nun, wohl denn! Aber das jage ich Ihnen," wandte sie sich gegen Pul­ford unb Jarvis, „es soll Ihnen nicht etwa ge­lingen, mich von meinet Herrin zu kennen 1 Wenn Miß Alice sterben muß, so werden sie und - ich zusammen sterben! Aber nicht leicht werden wir unser Leben verkaufen!"

Und nicht vermögend, länger an sich zu halten, floh sie aus dem.Zimmer und hinauf zu Alice.

Pulford wechselte mit Jarvis einige rasche Worte, dann wandte er sich an die Mac-Dougals.

„Doktor Graham ist der Ansicht, daß cs mich gar nicht gut sei, die alte Frall von meiner Vn,stc zu trennen," sprach er. „Diese Befürchtung der Frau fällt also in die Kategorie ihrer fixen Ideen. Sie ist jedenfalls eine arme, höchst be­klagenswerte Kranke. Welchen Eindruck ihre An- schuldiguugen gegen mich auf Sie gemacht haben, weiß ich nicht, aber Ihr gefüllter Verstand hat Sie. das unparteiische Urteil schon finten lassen, h>ie Ihre Worte mir dartaten. Wenn die Post nur ■ einmal wöchentlich von diesem Orte abgeht und der Doktor erst nach Abgang dieser Post hier ankam, liegt es wohl klar auf der Hand, daß ich nur infolge des Brieses ter alten Frau hierhcr- kommen konnte. Wie anders hätte ich er­fahren können, daß meine Nichte hier war? Doch obwohl somit Beweise genug vorliegen, daß ich Mr. Craston und ter Onkel Miß Romberg s bin. will ich mich doch von jedem etwaigen Verdacht und von der Anklage der Irrsinnigen rechtferti- gen. Ist kein Arzt in der Nahe?"

(Fortsetzung folgt.)

Roman von Ed. Wagner.

53] (Nachdruck verboten.)

„Ich verstehe Sie nicht, meine gute Frau," unterbrach Pulford sie mit überlegener Rübe. „Sie befinden sich auch, in betreff meines Namens in einem Irrtum. Ich bin Mr. Craston!"

Gretchen prallte wie von einer Viper gestochen zurück.

„Wie, Sie wollen Ihren Namen verleugnen?" rief sie aus. „Sie wollen in Abrede stellen, daß Sie Mr. Pulford sind, der Herr, den wir bei Lady Trevor fahen und der uns zu Gravesend an Bord der Jacht brachte, in der wir bann statt nach Aorkshire nach Schottland fuhren und an der öden Küste von Black-Nock ansgcfetzt wurden, um in diesem traurigsten aller Erdenwinkel einen ganzen Winter hinzubringen? O, es ist ja nicht möglich, daß Sie das alles in Abrede stellen kön­nen!"

Pulford gebot ihr mitunter heftigen Beweg- ungschweige».

„Meine gute Frau," fagte er, sie durchboh­rend anfeheud, mit geradezu starrer Ruhe, „ich habe Sie nie zuvor in meinem Leben gesehen!"

Gretchen griff sich mit der Hand an die Stirn; sie fühlte sich wie betäubt.

„Armes Geschöpf!" fagte Pulford. „Sie ist wirklich vollständig wahnsinnig, Doktor 1"

„Unheilbarl" bestätigte Jarvis.

Gretchen war sprachlos. Pulsord's Leugnen, sic je zuvor gesehen zu haben, tote diese ganze Szene überhaupt machte sie allerdings fast Wahn- sinnig. Sie sah, daß die Mac-Dougals anfingen, sie mit Scheu zu betrachten, und sie begriff, daß ihre und ihrer jungen Herrin Lage eine geradezu verzweifelte geworden war, nun Pulford die An­gaben von diesem elenden Jarvis bestätigte. Ebenso klar aber wurde es ihr immer mehr, daß