34. Jahraana.
Fulda, Dienstag den 27. August 1907
JV8 195.
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Schriftleiter: »• Wetzler
3,'^Ä roodiihbeiiage: „Illustrierte Sonntagrzeitnng
W Rotationrdrucl u. vertag der Fuldaer Ac- tiendrrckerei in 8ulda.
" Zerniprecher Nr.-».
Seinem geliebten Sohne, Dr. Johannes Thaler, Justizrat, dem Vorstand des Vorbereitungskomitees der 54. allgemeinen Katholikenversammlung Deutschlands in Würzburg.
Papst Pius X.
Geliebter Sohn, Gruß und Apostolischen Segen!
Euer Vaterland und die Religionsverhältnisse bei Euch betreffend, ergibt sich die prächtige und angenehme Wahrnehmung, daß die sich mehrenden Katholikenversammlungen eine Erhebung der Religion in Deutschland bedeuten. Auch haben wir selbst durch die Erfahrung erkannt, rote viel Geschicklichkeit in der Abhaltung, wie viel Gewissenhaftigkeit bei Veranstaltung der heilsamen Debatten und Beratungen der jährlichen Kongreffe die Deutschen, zum leuchtenden Beispiel für andere, aufzuroenden pflegen. Darum unterliegt es keinem Zweifel, daß die neue Katholikenversammlung in der Stadt Würzburg, wenn sie anders an den überlieferten Normen der katholischen Lehre und an der alten Ergebenhest gegen den Römischen Stuhl treu festhält, zum besonderen Fortschritt der katholischen Sache bestragen wird. Ja, gerade das tut die Gesinnung der Bürger Würzburgs unserer Hoffnung gemäß in wunderbarer Weise. Denn nach den Vorschriften des katholischen Glaubens sind sie so unterrichtet, daß sie im Denken und Handeln Anerkennung und Lob verdienen. Die althergebrachten feierlichen Gebete und Gelübde für ein glückliches Gedeihen, die wir für den erwünschten Erfolg der Versammlungen alljährlich ausgesprochen haben., bringen wir glühenden Herzens auch bei dieser Veranstallung dar. Wir hegen hiebei das feste Verttauen, daß alle Teilhaber der Mühen und Beratungen, welche sich da versammeln, nicht bloß Eifer zur Förderung katholischer Angelegenheiten, sondern auch Rührigkeit und gehobene Stimmung mitbringen werden. Als Zeugnis Unseres besonderen Wohlwollens und als Wahrzeichen der himmlischen Gnaden erteilen Wir Dir, Deinen Mitarbeitern und insgesamt allen, welche der Versammlung in Würzburg beiwohnen werden, von ganzem Herzen im Herrn den Apostolischen Segen.
Gegeben zu Rom bei St. Peter am 10. Juli 1907, nn vierten Jahre tmseres OberhirtenamteS.
Pap st Pins X.
Erbprinz Löwenstein teilt mit, daß das Lokalkomitee die Anträge, welche die Feier des 50- jährigen Priestersnbiläums Sr. Heiligkeit betreffen, den in Fulda versammelten Hochro. Bischöfen unterbreitet habe. Darauf ist folgende Antwort eingelaufen:
»F ul d a, 21. August 1907. Die unterzeichneten Erzbischöfe u. Bischöfe hat es angenehm berührt, daß das Zentralkomitee die der Generalversammlung der Katholiken Deutschlands vorgeschlagene Resolution über die Pflichten der Katholiken gegen den hl. Vater und über die Veranstaltungen der Feier des Priesterjubiläums Sr. Heiligkeit zuvor uns mitgeteitt hat. Mit dem Ausdruck unserer Anerkennung für die in den Vorlagen von neuem kundgegebene, begeisterte Liebe zum Statthalter Christi verbinden wir unseren herzlichsten Segenswunsch zu der bevorstehenden Tagung der Generalversammlung. So oft im Monat August am Grabe des hl. Bonifatius die Bischöfe zu gemeinsamer Beratung sich versammeln und gleichzeitig an die Katholiken Deutschlands durch die Generalversammlung die Aufforderung zu tteuer Mitarbeit an den hohen Aufgaben der Gegenwart ergeht, empfängt das Band der Einigkeit und Liebe unter den Oberhirten und Gläubigen stets neue Kraft und Festigkeit. Dieser Zuwachs an Einigkeit ist besonders notwendig in solchen unruhigen Zeiten, in denen der heilige Schatz der übernatürlichen Offenbarung und das hohe Gut vollkommener Einigung zwischen Hirten und Herde bedroht wird.
Die Stätte, an der wir. weilen, das Grab des hl. Bonifatius, mahnt lebendiger als irgend ein anderes Heiligtum unseres Vaterlandes uns alle an die doppelte Pflicht: sowohl zu wachen über die Glaubensreinheit und kirchliche Treue aller unserer Diözesanen, als auch immer fester das Band gegenseitiger Liebe zu schlingen, das alle Katholiken mit den Bischöfen und untereinander verbinden soll. Diesen Geist der Liebe und Eintracht zu festigen, daö ist stets eine der Hauptaufgaben und Hauptverdienste der Katholikenversammlungen gewesen. Mit Zuversicht bilden wir daher auch auf die diesjährige Generalversammlung hin, indem wir berfelben das Wort der hl. Schrift zurufen: .Vor allem pfleget in euch selbst stete gegenseitige Siebe." In der Epistel des Sonntags, mit welcher die Generalversammlung zu tagen beginnt, lesen wir daS Wort des Völkerapostels: „Die Frucht deS Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Treue." Mögm alle sich bemühen, diese himmlischen Güter im Volke zu mehren. Möge niemand vergeffen, daß die Bewahrung dieser Güter stete Opfer namentlich von denen verlangt, die den hohen Beruf haben, im öffentlichen Leben zu wirken. Das ist unser Segenswunsch, das ist.das Gebet, das wir am Grabe des Apostels Deutschlands für alle Katholiken unseres heißgeliebten Vaterlandes emporsenden.
Kardinal Kopp-Breslau, Kardinal Fischer' Köln, Erzbffchof Thomas-Freiburg, Bischof Felix- Trier, Bischof Augustinus-Kulm, Bischof Hubertus- Osnabrück, Bischof Wilhelm-Paderborn, Bischof Georg Heinrich-Mainz, Bischof Hermann-Münfter, Bischof Dominikus-Limburg, Bischof Adolf-Hildesheim, Bischof Joseph Damian-Fulda, Tttular- bischof Eduard-Posen." (Lebhafter Beifall.)
Hierauf schreitet man zur Wahl des Präsidiums. Auf Vorschlag des Lokalkomitees wird zum ersten Präsidenten gewähft ReichStagsabaeord- neter Rechtsanwalt Fehrenba ch-Freiburg i. Breisgau. welcher die Wahl unter lebhaftem Beifall der
gramm abzusenden. (Lebhafter Beifall und Zustimmung.) Es wird mitgeteilt, daß zu dem österreichischen Kongreß ein Deputierter entsandt werden soll. Zahlreiche B e g r ü ß u n g s s ch r et« b en sind ein gegangen, so eins von dem früheren Reichstagspräsidenten Graf Ballestrem, und vom Essener Lokalkomitee. Letztere-? ist in poetischer Form abgefaßt und lautet:
Sier wird in den Gluten das Eisen gestädlt, ort reift in der Sonne der feurigste Wein:
Auch Esten, das Würzburg zum Erben gewählt. Schickt freudigen Gruß all den Brüdern am Main. tier schoflen die Krupp'schen Kanonen Salut, ort läuten die Würzburger Glöckli so traut;
Ob's donnert, ob's leitet, der Ton ist stets gut. Stimmt froh unser Herz, ein harmonischer Laut.
Es folgt die Beratung der Anträge und zwar zunächst die r ö m i s ch e Fr a g e. In dem Antrag hierzu wird auf das Fest des 50 j ä h r i g e n Priesterjubiläums Pius X. hingewiesen und aufgefordert, zur Veherrlichung desselben beizutragen. Namentlich soll ein außerordentlicher Peters-Pfennig dem hl. Vater übergeben werden. Der Antrag weist darauf hin, daß das Interesse der Unabhängigkeit und Freiheit der Kirche und der päpstlichen Verwaltung es dringend erfordert, zur Bestreitung der laufenden Bedürfnisse des heiligen Stuhles der gewöhnliche Peters-Pfennig zu einer regelmäßigen alljährlich wiederkehrenden Gabe an den hl. Vater zu gestalten, welche diesen in den Stand setzen muß, allen an ihn herantretenden Erfordernissen der Kirche in vollem Umfange gerecht zu werden.
Nach Begründung durch Justizrat P o r s ch wird der Antrag angenommen.
Ferner gelangt zur Annahme ein Antrag, nach welchem in der ersten Maiwoche 1908 ein Pilgerzug die Glückwünsche der deutschen Katholiken und jene außerordentliche Sammlung für den Peterspfennig überbringen soll. Während des Papstjubiläums sollen überall F e st v e r- sammlungen und Vorträge gehalten werden. Laien und die Presse sollen jene Sammlung fördern helfen. Den deutschen Frauen und Jungfrauen wird die Unterstützung des deutschen Damenkomitees für das Jubiläum des Papstes empfohlen. Für jede deutsche Diözese sollen Damenkomitees gebildet werden. Zwecks dieser Komitees sind Paramente, Altargeräte usw. dem hl. Vater als Festgabe zu überreichen. Auch dieser Antrag wurde durch Justizrat Dr. Porfch begründet, indem er darauf hinwies, daß diese Festgaben, von denen der hl. Vater wünscht, daß sie nicht glänzende seien, neuen Kirchen und Missionen zugewendet werden.
Ferner wird angenommen ein von Dr. Porsch begründeter Antrag, welcher die Unterstützung der Michaelisbruderschast fordert. Aus der Begründung der vorstehenden Anträge durch Dr. Porsch heben wir hervor, daß er darauf hinwies, daß die Lage des hl. Vaters nicht so glänzend sei, wie es die nichtkatholische Kirche im In- und Ausland darstelle. Trotz übermäßiger Sparsamkeit sei es ihm nicht möglich, die kirchlichen Bedürfnisse voll zu befriedigen. 6 Millionen seien für die ganze Regierung jährlich nötig, und diese könnten nur aufgebracht werden, wenn regelmäßig drei Millionen von den Katholiken des ganzen Erdkreises als Peterspfennig eingingen. Möchte jeder nach seinen Kräften in der Heimat für diese Vorschläge wirken, damit im nächsten Jahre die Erfüllung dieser Wünsche konstatiert werden könne. (Stürmischer Beifall.)
Wetter wird angenommen ein Antrag, welcher die Bonifatius- Vereine ersucht, die Einsammlung des Peterspfennigs durch ihre Mitglieder mehr und eifriger als bisher besorgen zu lasten. Der Antrag wird begründet durch Prälat Nacken, der ausführt, der Verein habe mit verhältnismäßig geringen Mitteln großes erreicht, indem er überall die Ordnung der Schul- und Kirchenverhältniff« angeregt habe.
Pater Augustinus Graf Galen (mit lebhaftem Beifall begrüßt) macht intereffante Mitteilungen über denBonisatiusverein in Oesterreich. Anstchüich der gänzlich verkrachten Los von Rom- Bewegung, so führt er etwa aus, haben die politischen Vertreter dieser Bewegung vielfach eingelenkt und sind jetzt mehr zu den Christlich-Sozialen hin- übergerüdt. Seit dem Jahre 1901 ist die Zahl der Abfälle um mchr als ein Drittel zurückgegangen, während die Zahl der Kanvertiten um 300 gestiegen ist. Selbst nach protestantischer Schätzung, die eher zu hoch als zu niedrig gegriffen ist, beläuft sich der Nettogewinn der ganzen Attion in den zehn Jahren ihres Bestehens auf rund 30000 Seelen. Zahlreiche leerstehende Kirchen und Predigtstationen legen heute noch Zeugnis ab von den Millionen, die seitens des Evangelischen Bundes und des Gustav Adolf-Vereins dieser Bewegung zur Ver- fügung gestellt worden waren. In welchem Maße das Kirchenbauen betrieben wurde, zeigt u. a. die Tatsache, daß in der westböhmischen Superintendent in den Jahren 1902 bis 1906 die Einwohnerzahl von 31000 auf 40000, die Zahl der Kirchen aber von 25 auf 55 stieg. Jetzt stehen die Kirchen meistens leer, und ein Superintendent hat einmal dm Ausspruch getan, bei so mancher Kirchweihe könne er sich eines gewissen Wehgefühls kaum erwehren,: wenn er sich sagen müsse, daß der schöne Bau wohl kaum jemand anziehen werde. Dagegen erscheint jetzt ein neuer Feind auf der Bildfläche, daS ist die Agitation der Konfessionslosigkeit. Während der Abfallbewegung setzt die Agitation für die Konfessionslosigkeit besonders aus tschechischer Seite in enormen Maße ein, und leider muß gesagt werden, daß der Freidenkerbund dabei eine Anzahl tschechischer, wie deutscher Volksschullehrer auf seine» Seite hat. Gegenüber dieser erschreckenden Gefahr gibt es nur zwei Abhilfzmittel.- Seelsorge und äpo« logettfche Aufklärung.
54. StntralDtrjmimilnng Der MHMcn MWMS i« »MG
CPC. Würzburg, 26. Aug. 1907.
(Nachdruck nicht gestattet.)
Zweiter Tag.
Die erste geschloffene Versammlung, welche in der Festhalle stattfand, wies eine sehr starke Beteiligung auf. Die Präsidialtribüne war gefüllt mit den Honoratioren und im Saale selbst drängte sich eine dichte Schar von Menschen möglichst nahe an die Rednertribüne heran, um die Redner bester verstehen zu können. Es mochten etwa 2000 Personen anwesend sein. Die Versammlung wurde gegen 10 Uhr durch den Präsidenten des Lokalkomitees, Justizrat Dr. Thaler eröffnet. Derselbe erteilte nach einer kurzen Begrüßungsansprache das Wort dem Pro- sestor Dr. Henner-Würzburg als dem zweiten Vorsitzenden des Lokalkomitees.
Universitätsprofessor Dr. Henner: Der große Meister christlicher Kunst Friedrich Overbeck hat ein berühmtes Gemälde geschaffen, das den „Triumph der Religion in den Künsten" darstellen will. Oben in den himmlischen Regionen die Gottesmutter, umgeben von heiligen Persönlichkeiten als Patronin der Künste; unten die hervorragendsten Vertreter der einzelnen Künste um einen Brunnen geschart, dessen zwei Becken das Himmlische und das Irdische spiegeln, und alle diese Persönlichkeiten in einer gedankenreichen Unterhaltung über den Zusammenhang dieser Dinge begriffen. Aehnlich diesem allegorischen Bilde will mir der Inhalt und die Bedeutung unserer Generalversammlungen erschei» •ten; in Erörterungen darüber, wie nicht etwa bloß die Künste, sondern das ganze menschliche Leben nach seinen Hauptseiten hin in engem ursächlichen Zusammenhänge mit Religion und Kirche stehen; wie die christliche Religion als ein ewig frischer Brunnquell für das gesamte Menschenleben in lebendiger Wirksamkeit erscheint, vollziehen sich ja diese Versammlungen. (Bravo I) Es ist zur Genüge bekannt, wie eine starke geistige Strömung unserer Tage dahin geht, das Christentum lediglich als eine Erscheinung in der wechselnden Folge großer Religionssysteme anzuerkennen, als eineReligion, die nur noch ein historisches Recht zu beanspruchen habe, die, für eine frühere Zeit verdienstvoll, durch die Fortschritte moderner Kultur nunmehr überholt und abgetan sei. Einer solchen Anschauung gegenüber find gerade unsere Generalversammlungen in hohem Grade dazu angetan und berufen, immer aufs neue darzutun, wie der Inhalt der Lehre Christi von unüberwindlicher Jugendfrische und Lebenskraft, von einem unerschöpflichen Reichtum, insbesondere auf dem großen Gebiete der Nächstenliebe ist, sodaß einer jeden dieser Versammlungen auch eine geradezu apologetische Bedeutung zugesprochen werden darf. (Beifall.) Wir sind eine Versammlung deutscher Katholiken. Als einst der ttolksstamm der Sachsen sich dem Christusg laufen zugewendet hatte, da suchte ein Sänger aus diesem Volke in einer eigenartigen Dichtung diese neue Religion in möglichst lebendiger, leicht faßlicher Gestaltung vorzuführen; als einen mächtigen Volkskönig stellte er den Heiland hin, mit dem ferne Jünger und alle, die ihm folgten, als feine Mannen durch das Band der Treue verbunden seien. Ist aber diese naive Art und Weise der Auffassung nicht in gewissem Sinne auch heute für uns noch vollkommen zutreffend? (Bravo!) Wetteifern wir mit unfern Altvorderen in der,Betätigung einer der edelsten Eigenschaften, wie man sie von jeher unserem Volke nachrühmte, in der Treue gegen den König der Könige, gegen den gött- .ichen Stifter unserer Religion und Kirche. (Lebh. Beifall.) Tun wir das im echten Geiste, so werden wir eben deswegen auch die treuesten Untertanen und Stutzen dec ober« ton weltlichen Gewalt fein. (Lebh. Beifall und Zustimmung.) Deutsches Volk, bewahre dir den Glauben deiner Väter; er ist das kostbarste und edelste Erbe, das du von ihnen überkommen hast. (Beifall.) Wohl fehlt es auch da nicht an Stim-
, $a .fögen wollen, Germanentum und Chrrstentum seren Begriffe, die einander im tnncrften Grunde widerstrebten. Sind aber nicht gerade aus der innigen Verbindung dieser beiden in glaubensstarken Zeiten die herrlichsten Bist- ten der Kultur in unserem Vaterlande hervor« gegangen? (Beifall.) Führe man doch die Gegner einer folchen Anschauung vor den wunderbaren Dom in Köln und frage sie, ob dieses ein- «igartige Denkmal der Vermählung christlichen und germanischen Geistes nicht die sprechendste Widerlegung solcher Zweifel ist. (Beifall.) Eine ?er eigenartigsten Kunstformen im Bereiche der Musik ist die Fuge, indem mehrere Stimmen sich aach^ den Gesetzen der Nachahmung und des Kon- Fastes um einen Führer, um ein Thema be- ®e£en- Als ein derartiges kunstvolles Tongch pebe dürfen wohl auch unfere Generalversamm-
Q”9efe£)en werden. Und was ist ihr ^hema? .Christus gestern, Christus heute und Lhristus in alle Ewigkeit. (Beifall.) Und darum aus bolln Kraft der Ueberzeugung und mit der ^"/ben Warme unseres Herzens: Gelobt fei bfus Christus! (Lebh. Beifall.) ! Der Vorsitzende verliest nunmehr das an den hl- Vater grrichtete Huldigungstelegramm, sowie die darauf eingegangene Antwott des hl. Vater«. DaS Schreiben des hl. Vaters lautet:
Versammlung annimmt. Er erinnert daran, daß gelegentlich der braunschweigischen Thronfolgeftage in den Zeitungen die Rede davon gewesen fei, daß zwischen Bayern und Baden staatsrechtlich wegen der badischen Pfalz nicht alles ganz im Klaren sei. (Hetterkett.) Aus dem Vorschlag eines Badensers für Den ersten Präsidenten entnehme er jedenfalls mit lebhafter Freude, daß die Bayern mit den Badensern im besten Frieden leben wollen. (Lebh. Beifall.) Weiter erinnert er an die früheren Präsidenten der Katholikenversammlungen. Der Präsident der ersten Katholckenversammlung sei sein hochverehrter Lehrer gewesen. Er werde sich bemühen, in die Fußtapfen der früheren Präsidenten zu treten. (Stürmischer Beifall.)
Als erster Vizepräsident wird ebenfalls unter stürmischer Zustimmung gewählt der König!. Kämmerer und Regierungsaffessor Freiherr Moritz von Frankenstein-Regensburg, der die Wahl mit dem Hinweise annimmt, daß diese weniger ihm alS dem Namen gelte, den er trage. (Stürmischer Beifall.) Als zweiten Vizepräsidenten wählt die Versammlung Amtsgerichtsrat Äeichstagsabgeordn. Engelen-Osnabrück, welcher die Wahl ebenfalls mit Dank annimnrt.
Bierauf werden folgende Hnldignugstelegramme apft, Kaiser und Prinzregenten versandt. Das Telegramm an den hl. Vater lautet: »Die 54. allgemeine Katholikenversammlung Deutschlands, welche in der bayerischen Kreishauptstadt Würzburg versammelt und bereits von vielen Tau enden wackeren Männern besucht ist, bringt Sr. Heiligkeit Papst Pius X., der alles in Christo dem Herrn erneuern will, die Gesinnung der größten Ehrfurcht, Verehrung und des Gehorsams untertänigft dar und bittet, als Unterpfand der väterlichen Zuneigung und der göttlichen Hilfe für glücklichen Ausgang ihrer Debatten und Beschlüsse inständigst um den apostolischen Segen. Präsident Fehrenbach." (Stürmischer Beifall.)
Das Telegramm anbenRaif er lautet: „Euerer Kaiserlichen und Königlichen Majestät legt die 54. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands in der alten Frankenstadt Würzburg ihre ehrfurchtsvollste Huldigung zu Füßen. Mit den Gefühlen aufrichtigsten, wÄmsten Dankes erinnern wir uns dabei der goldenen Worte, mit denen Euere Majestät schon wiederholt der Bedeutung und den Wert des christlichen Glaubens in so erhebender Weise Ausdruck gegeben haben. Diesen Dank glauben wir nicht besser betätigen zu können, als mit der Versicherung größter Ehrfurcht und Treue gegenüber dem erhabenen Oberharrpt des Deutschen Reiches und mit dem Wunsche, daß Gott der Allmächtige Euere Kaiserliche und Königliche Majestät mit einer langen, glücklichen und segensreichen Regierung begnaden möge." (Erneuter lebh. Beifall.)
Das Telegramm an den Prinzregenten Luitpold von Bayern lautet: „Eurer König!. Hoheit legt die 54. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands in Würzburg den Ausdruck ehrfurchtsvollster Huldigung zu Füßen. Gerade hier in dem schönen Würzburg, der Geburtsstadt Euerer König!. Hoheft, fühlen wir uns heran- laßt, des erhabenen Regenten der Bayerischen Lande mit besonderer Liebe und Treue zu gedenken und uns dabei mit dem Gefühl unauslöschlichen Dankes an den Schutz und die Förde- rung zu erinnern, wie sie Religion und Kirche durch Euere Königs. Hoheit, wie auch seit Jahrhunderten von Seiten des Wittelsbach'schen Herrscherhauses in so reichem Maße erfahren haben. Darum richten wir unsere innigsten Bitter: zum Throne Gottes, daß auf Euere König!. Hoheit, den chrwürdigen Senior der deutschen Fürsten, die Fülle des Segens herabkommen möge." (Erneuter lebhafter Beifall.)
Präsident Fehrenbach: Ich fühle mich gedrungen, schon in dieser Stunde Kenntnis zu geben von einem Telegramm, das an uns gekommen ist aus Kaldenkirchen. Es lautet: „Der in seinem ftänkischen Heimatlande tagenden Generalversammlung gedenkt mit wärmsten Wünschen Frater Raimund und mit ihm das ganze Kloster. (Stürmischer langanhaltender Beifall.) Daß der Frater Raimund, der hochverdiente langjährige Kommiffar unserer Katholikenversammlungen, der Vater des jetzigen stellvertretenden Vorsitzenden des Zentralkomitees ist, brauche ich Ihnen wohl nicht zu sagen. Wir schlagen Ihnen vor, das folgende Antworttelegramm abzuschicken: „Es drängt uns, dem hochverdienten edlen Kommissar der Katholikenversammlungen, der der Welt ein so erhebendes Beispiel edler Entsagung und Geistesgröße gegeben hat, unseren tiefsten Dank und unsere Huldigung darzubringen. Gott schuhe Se. Durchlaucht den ehrwürdigen Frater Raimund und segne höchst- dessen Lebensabend." Der Herr Sohn hat gemeint, daß in dem Telegramm das „Durchlaucht" weggelassen werden solle. Ich denke, wir lasten es stehen. (Lebhafter Beifall und Zusttmmung.) Er wird deswegen aus dem Kloster nicht wegge- jagt werden. (Heiterkeit und stürmischer Beifall.)
Hierauf erstattete Se. Durchlaucht Erbprinz von Löwenstein den Bericht über die Tätigkeit des Zentralkomitees. Er gedentt zunächst des Hinscheidens des Mitbegründers und des hervorragenden Mitglieds des Zentralkomitees Prinzen von Arenberg und macht ferner die Mitteilung, daß Justizrat C u st o d i s-Köln sich ausGe-, sundheitsrücksichten genötigt sehe, aus dem Zentralkomitee auszuscheiden. Im weiteren konstatierte er eine erfreuliche Zunahme der Zahl der ständigen Mitglieder der Katholiken v e r s a m m l u n g e n, die sich auf rund 3000 belaufe.
Endlich schlägt er vor, dem am 8. bis 10. September stattfindenden österreichischen Katholikenkongreß ein Begrüßungstelegramm und an den Bischof von Naumur als dem Präsidenten des e u ch a r i st i s ch en Kongresses in Metz ein Danktele»