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Schriftleiter: A-Wetzler
s. wÄ'sli«. wochmieuag«: „Illustriertesonmagszeltung"
■ Rotationsbruck u.
Verlag ber Mbaer Rc« tienbr uckerel in Hulda. " Sernfpreijet Nr.«.
M 194.
Fulda, Montag den 26. August 1907.
34. Jahrgang.
Zweites MLcrtt.
Deutsches Reich.
Berlin, 24. August 1907.
Befinden des Herrenhaus-Präsidenten Ist eine Besserung eingetreten. Fürst zu Inn- und Knyphausen wird sich in etwa 14 Tagen nach Bad Wildungen begeben.
r. In den diesjährigen Kaisermanövern werden zum ersten Male Motorradfahrer als eine geschlossene Abteilung austreten. Sie wird auS einem Offizier, drei Unteroffizieren und 12 Fahrern bestehen. Ihre Uniform ist hellgrau und ihr Schnitt nach Art der Schutztruppen, uniform gearbeitet. Die Motorradfahrer führen Schußwaffen mit sich, damit sie aktiv ins Gefecht eingreifen können.
* Morenga. Nach den neuesten telegraphischen Meldungen hat die Konzentrationsbewegung der unter dem Kommando des Oberstleutnants v. Estorff stehenden Truppen bereits begonnen. Die einzelnen Abteilungen werden in strahlenförmigem Anmarsch gegen den Standort Morengas am Orangefluß vorrücken, wo sie aller Voraus- icht nach Mitte September aktionsbereit ge- ammelt sein werden. Das ist eine sehr erfreu- iche Nachricht, hoffentlich glückt Morenga bis >ahin kein erfolgreicher Ueberfall. Da er noch mmer auf englischem Gebiete sitzen soll und die Kappolizei nicht stark genug ist, ihn unschädlich zu machen, wäre es dringend wünschenswert, wenn unseren Truppen im Notfälle das Betreten englischen Gebietes gestattet würde. Dann würde die neueste Episode voraussichtlich rasch erledigt werden.
Zum Fall Peters hatte auch der Verein Deutscher Studenten seinen Senf geben zu müssen geglaubt. Aber seine Stellungnahme für jenen Kolonialhelden hat sogar in gut „nationalen" Kreisen Anstoß erregt. So spricht sich Dr. E. Th. Förster in den Deutschen Kolonien', dem Organ des Deutschnationalen Kolonialvereins, folgendermaßen aus:
„Sine ira et studio“ möchten wir den Herren vom Geiste des von uns sonst hochgeschätzten Vereins deutscher Studenten rundweg erklären: Der gute Wille allein tut's nicht, und euer Eifern gegen Mission und Negerwelt zeigt nur eure Unreife in wirtschaftlichen Dingen. Ihr hättet wirklich Urfache, auf die Männer der Kilimandscharomisfion ?u hören, deren praktischen, jeder Pietisterei remden Sinn die Anschauungen des Herrn v. Liebert und Peters über die Natur der Neger nur ein Lächeln abnötigen werden. Diese Männer, die seit zwölf Jahren im Lande wirken, wiffen, daß man mit derartigen Anschauungen nur wirtschaftliche Niederlagen vorbereitet.
* Die preußische Wahlrechtsbewegung wird nunmehr von den Freisinnigen stark rückwärts geleitet, seitdem die ,Nordd. Allg. Ztg.' zu dem Vorgehen Naumanns bemerkt hatte: „Wie in der Presse bedeutsam hervorgehoben wurde, könnte auf dieser Jagd nach wilden Gänsen zu Pferde leicht das auf dem realen Boden für den Liberalismus Erreichbare übersehen werden." Der nationalliberale ,Hannov. Kurier' bemerkt dazu: „Der Artikel ist nach allem ein echter Bülow." !DaS war er auch und er tat seine Wirkung. Pie .Deutsche Tageszeitung' und die freisinnige
Sie Perle des SchMMldes.
Roman von Ed. Wagner.
47j (Nachdruck verboten.)
„Weil ich meine Neigung nicht einfach von Einem Gegenstand auf den andern übertragen kann!" erwiderte er ihr. „Wenn ich einmal liebe, liebe ich für immer! Und ich habe die Hoffnung, pciß Romberg wiederzufinden, noch nicht aufge- zeben und gebe sie auch noch nicht auf. Meine Sorge ist, daß irgend ein böses Spiel mit ihr getrieben ist: finde ich sie aber und sehe ich die- len meinen Argwohn bestätigt, dann wehe denen, )ie in dieses heimtückische Spiel verwickelt sind! Die sollen es schwer büßen, das habe ich mir geschworen!"
Lady Trevor durchrieselte es eiskalt. Pulsord >6er, der es an der Zeit hielt, sich einzumischen, vandte sich zu Crafton zurück und sprach spöttisch:
. „Sie werden tragisch, Sir! Ich finde aber, vir sind nicht hier, um selber Tragik zu treiben, ondern nur um die tragische Handlung auf der Luhne zu verfolgen. Ich schlage darum vor, daß
Sur Abwechselung derselben jetzt einmal et- vas Aufmerksamkeit schenken."
er Neß den Worten die Tat folgen und t,ret,0*foIOte seinem Beispiel. Aber mit geschärftem Blick beobachtete Mr. Crafton sie wei» ier, bis der Akt zu Ende war und er auf seinen Platz zuruckkehrte.
; Kaum daß Lady Trevor und Pulsord allein varen, flüsterte dieser ihr zu:
. „Du mußt besser auf Deiner Hut sein, Edith! Wäre Mr. Crafton scharfsichtiger, hättest Du Dich i )or ihm verraten!" !
,Vossische Zeitung' erklären jetzt übereinstimmend, Fürst Bülow hätte beabsichtigt, das preußische Wahlrecht zu ändern, aber die Artikel Naumanns, Payers usw. hätten ihn an der Ver- wirNichung seines Vorsatzes verhindert! „ Man ist, schreibt die »Deutsche Tageszeitung', von jener Absicht mehr und mehr abgekommen, und zwar ganz besonders infolgebe§ bekannten Naumannschen Artikels und der durch ihn hervorgerufenen Er- örterungen." — „Die Aussichten der Wahlreform", sagt das freisinnige Blatt, „sind durch diese unzeitige Alarmierung der Rechten eher verschlechtert als verbessert, die Wahltaktik der Freisinnigen durchkreuzt uyd erschwert worden. Wenn Fürst Bülow entschlossen ist, der Linken auch hinsichtlich des Wahlrechts wenigstens ein gut Stück Weges entgegenzukou.men, so hat ihm dieser verfrühte Lärm die Ausführung seiner Absicht mindestens nicht erleichtert." Und dieses Blatt führt dann weiter aus, daß man nicht zu viel von dem Herrn Reichskanzler fordern dürfe, denn je mehr die Wahlrechtsdebatte auf die Frage zugespitzt wird, „alles oder nichts", um so gewisser wird nichts erlangt." Nur ein freisinniges Blatt, das ,Berl. Tagebl.', das oft seine eigenen Wege geht, bleibt noch vorerst fest und meint: „Der Liberalismus in Deutschland sollte von den anderen Parteien lernen und besonders von den Agrariern, die nicht an Genügsamkeit zu kranken pflegen. Wenn einmal ein Liberaler der schläfrigen Gangart müde ist und ein frisches Tempo anschlägt, ertönt gleich der Jammerruf nach dem Hemmschuh, und die Karre soll wieder still stehen. Wir wollen nicht untersuchen, wieviel persönliche Eifersüchteleien und wieviel offiziöse Einflüsterungen dabei mit im Spiele sind —, wir nehmen an, daß nur ein allzu ruhiges Temperament jene Politiker leitet, die man, zum Unterschiede von den „Rittern vom Bundschuh", als die Ritter vom Hemmschuh bezeichnen könnte. Man hat die Freisinnigen lange Zeit hindurch in die „Wadenstrümpfler" und in die „Wasserstiefler" einteilen wollen — 2 Bezeichnungen, die heute noch weniger als früher das Richtige treffen. Der Wadenstrumpf und der Wasserstiefel sind jetzt abgenutzte Requisiten. Aber man hüte sich, wenn man nicht gänzlich auf Popularität verzichten will, vor dem Schlafrock und den Pantoffeln!" Aber all dies wird den Rückzug der Freisinnigen nicht aufhalten.
* Die Kasse »verhält nisse der Sozialdemokraten. Der neueste Bericht des sozialdemokratischen Parteivorstandes beweist, daß die meisten Parieigelder aus den Preß Unternehmungen fließen. Die Parteipreffe hat auch im Berichtsjahre große Fortschritte gemacht. Der Abonnentenstand des .Vorwärts' ist von 112 000 auf 135000 gestiegen. Seine Einnahmen betrugen über 1500000 Mark und zwar über 1100 000 Mark aus Abonnementsgeldern und über 400 000 Mark aus Anzeigengebühren. Die Gesamtausgabe betrug etwa 1350 OÖO Mark, sodaß ein Gewinn von 170000 Mark verbleibt. Für die Redaktion und Mitarbeiter wurden annähernd 150000 Mark ausgegeben; außerdem kostete die Wochenbeilage,Neue Welt' fast 60000 Mark. Die ,Neue Zeit', die wiffenschaftliche Wochenschrift der Sozialdemokratie, hat einen Gewinn von fast 5000 Mark erbracht; die Zahl der Abonnenten stieg von 7200 auf 7700. Die Redaktion kostete 11000 Mark, etwas viel für Kautsky. Die ,Gleichheit', das Organ der sozialdemokratischen Frauenbewegung, schloß mit
Die Lady senkte die Lider, wie in der Furcht, daß jeder ihrer Blicke auch Pulsord gegenüber zum Verräter an ihr werden könnte.
„Ich fühle auch eine seltsame Unruhe in mir", flüsterte sie. „Wenn das Mädchen doch erst tot wäre!"
„Sie ist so gut wie tot!" suchte er sie sicher zu machen.
„Das ist sie erst, wenn sie es tatsächlich ist!" gab sie ihm leise zurück. „Solange sie lebt, kann irgend ein Zufall diesen Crafton sie auffinden lassen und-damit alles an den Tag bringen. Du hast Dir jene Menschen auf Black-Nock erkauft. Kommt ein anderer, der ihnen mehr bietet als Du, so verkaufen sie sich auch an denselben. Das ist ohne alle Frage. Und darum — mache ein Ende mit dieser Alice! Erst wenn sie tot ist, bin ich sicher und kann ich wieder frei aufatmen'"
Pulford's ohnehin unangenehmer Blick wurde raubtierartig.
„So gefällst Du mir!" raunte er ihr zu.
Eine heiße Glut schlug ihr doch ins Gesicht.
„Nun, ja", sagte sie dennoch mit aufgetragenem Gleichmut, „was bleibt uns denn für eine Wahl? Nur Handeln kann uns vorwärts bringen! Wie Du sagtest, sind jene Leute aus Black- Nock gänzlich gewissenlos. Warum beauftragtest Tu sie also, das Mädchen gefangen zu halten, während es weit einfacher wäre, sie kurzerhand für immer aus dem Wege zu schaffen? Laß sie beide sterben, das Mädchen unb, ihre Dienerin, — dann ist alles vorbei und wir können jeder Gefahr die Stirn bieten!"
Mr. Pulford neigte sich ihr zu — mit einem geradezu teuflischen Lächeln.
„Wie nun", zischelte er, „wenn ich Dir sage, daß ich täglich die Nachricht von dem Tode der beiden erwarte? Ich habe von Anbeginn dem Jarvis sowohl, wie feinen beiden Helfershelfe- rinnen eine große Belohnung versprochen, wenn
einem Gewinne von rund 12500 Mark ab, der Abonnentenstand stieg von 44 000 aus 67 000 Mark. Der .Wahre Jakob', das Witzblatt der Partei erzielte einen Gewinn von über 40000 Mark und erfreute sich eines Abonnentenstandes von 230000, das sind 25000 mehr als im Jahre vorher. Die Parteibuchhandlung .Vor- wärts' hatte einen Umsatz von 520000 Mark und überwies der Parteikaffe einen Gewinn von 50000 Maek. Die Maizeitung erzielte im Jahre 1907 eine Auflage von 420000 Exem- plaren.
.-. In der Hochverratssache gegen den Rechtsanwalt Dr. Liebknecht hat der Ferien- senat des Reichsgerichtes beschlossen, die Klage tatsächlich zu erheben. Die Anklage stützt sich nicht auf § 85 des Strafgesetzbuches, der die durch das Ausstellen von Schriften begangene Aufforderung zu einer hochverräterischen Handlung mit Strafe bedroht, sondern auf den § 86, der jede, ein hochverräterisches Unternehmen vorbereitende Handlung mit Zuchthaus ober Festungshaft bis zu drei Jahren bestraft. Beim Vorliegen mildernder Umstände kann auf Festungshaft nicht unter sechs Monaten erkannt werden.
.-. Die in Preußen geplante Mädchenschulreform wird bestimmte Forberungen,die sich an die Durchführung der neuen Lehrpläne knüpfen, im Gefolge haben. Diese werden, ro.e ein berliner Blatt hört, im nächsten Etat noch nicht enthalten sein. Der Ministerwechsel im Kultusministerium bringt es mit sich, daß von neuem der gesamte Gegenstand eingehend durchgeprüft wird. Bei der außerordentlichen Wichtigkeit, die der Reform beigelegt wird und der Fülle anderweitiger Vorlagen wird dies vermutlich längere Zeit in Anspruch nehmen.
* Auch eine Frucht der deutschen Kultur in den Ostmarken. In der Nähe von Rakonie- witz erwarb ein armer Bauer namens Drzy- mella 15 Acker Land, worauf er einen Stall und eine Scheune erbaute. Zum Bau eines Wohnhauses hatte er trotz aller Bemühungen die polizeiliche Erlaubnis nicht erhalten können. Um nun irgendwo sein Haupt nieder- legen zu können, kaufte er, wie die,Köln. Volks- ztg.' mitteilt, von dem dortigen Gastwirte Kin- dermann einen Wagen, ähnlich denjenigen der herumziehenden Karuffelbesitzer, und stellte denselben in einer Entfernung von 40 Metern von den Gebäulichkeiten auf. Zwar erschien eine Polizei - Kommission, mußte aber unverrichteter Sache zurückkehren, da das Wohnhaus beweglich und transportabel ist. Dieses moderne Bauern Wohnhaus im Gebiete der Ansiedelungs-Politik bewohnt Drzymella mit seiner Frau und 3 Kindern.
* Für die gesetzliche Regelung des Automobil- wesens wird' die Wirtschaftl. Vereinigung einen Antrag einbringen. Von dem Grundsätze ausgehend, daß bei den durch Automobile verursach- ten Unglücksfällen nicht das Automobil selbst, sondern die Automobilisten schuld haben, soll die gesetzliche Bestimmung erstrebt werden, daß jeder Äutomobilbesitzer verpflichtet ist, dafür zu sorgen, daß sein Kraftwagen mit einem Verbands- kästen ausgerüstet ist, damit bei Unfällen an Ort und Stelle Hilfe geleistet werden kann, bis ein Arzt eintrifft. Dementsprechend müsse auch jeder Chauffeur einen Kursus in der Kranken- pflege absolviert haben. Dann solle gesetzlich festgelegt werden, daß die Chauffeure nach Mög- lichkeit den Alkoholgenuß meiden. Auto-
sie mir den Beweis von dem Tode ihrer beiden Gefangenen brächten. Jeden Tag erwarte ich nun Nachricht von ihnen oder sie selbst mit den Beweisen von des Mädchens Tode!"
Lady Trevor atmete tief auf.
„Wären diese Beweise doch erst dal" versetzte sie leise. „Wäre ich vor fünfzehn Jahren weniger gewissensängstlich gewesen, so würde ich heute glücklicher' fein. Hatte ich damals Srr Albert Trevor feinen Willen gelassen, so brauchten wir den Fehler jener Zeit nicht jetzt zu verbessern. Könnte man Jarvis nicht eine Botschaft senden, daß er alles beschleunige, — daß er cs jetzt tun soll —"
„Unmöglich!" unterbrach Pulford sie. „Er kann nur auf außerordentlichem Wege erreicht werden, einen Extraboten aber darf man nicht zu ihm schicken, es könnte sonst alles verraten werden. Nein, Edith, wir müssen es geduldig abwarten, bis wir Nachricht aus Schottland erhalten. Länger als diesen Sommer werden Jar- vis und seine beiden Genossinnen sicher nicht auf Black-Rock bleiben. Kommen sie aber, so wird auch ihr Werk getan sein!"
Lady Trevor erbebte innerlich. Um jeden Preis mußte sie sich ja von Pulford befreien, bevor der Tag kam, den dieser zum Hochzeitstag bestimmt hatte. Ehe sie sich seiner jedoch entledigen konnte, mußte er Alice Romberg beseitigt haben.
Der Vorhang hob sich wieder und Lady Trevor und Mr. Pulford blickten wie alle im Theater nach der Bühne. Sie sahen die Bewegungen der Schauspieler und hörten die gesprochenen Worte, aber sie begriffen nichts von alledem, ihre Gedanken weilten bei ganz anderen Dingen: finstere Pläne beschäftigen ihr Hirn.
Nach beendeter Vorstellung fuhren sie wieder heim. Daselbst angekommen, sprach Lady Trevor zu ihrem Begleiter:
Mobilbesitzer, welche diesen Genuß fördern, sollen bestraft werden.
Ausland.
* Ausweisung aus der Schweiz. Der schweizerische Bundesrat hat den Deutschen Karl Gruber, der in Zürich verhaftet wurde, aus der Schweiz ausgewiesen, weil er zu Gunsten der Berliner Kriminalpolizei in Zürich und Genf Spionage gegen ein Monatsgehalt von 100 Mark trieb. Gruber gab sich in der Schweiz als Anarchist aus.
* Englische Flottenmanöver. Am 15. Ost. d. Js. werden den neuesten Bestimmungen zufolge in der Nordsee große taktische Uebungen der britischen Flotte stattfinden, und zwar werden zu diese»! Zwecke mehrere Geschwader untei das Kommando des Führers des Kanalgeschwaders, Lord Charles Beresford, treten. Diese Uebungen werden anstelle der ursprünglich beabsichtigt gewesenen strategischen Manöver treten, die alljährlich im Herbst von den einzelnen Geschwadern der britischen Flotte abgehalten zu werden pflegen; sie werden einen Zeitraum von zehn bis zwölf Tagen in Anspruch nehmen. Außer dem Kanalgeschwader werden noch das gesamte Atlantische Geschwader und die Nore- Division der Heimflotte zu diesen Uebungen unter das Kommando des genannten Admirals, treten. Das sind zusammen 25 Linienschiffe, 15 Panzerkreuzer und 6 geschützte Kreuzer, ferner 48, d. i. vier Divisionen Torpedboot- zerstörer, von denen allerdings einige sich gegenwärtig in den Reparaturdocks befinden.
* Gegen die Opiumhöhlen in China geht die englrsche Regrerung energisch vor. Der Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt Lord Fützmaurice machte dem Oberhause davon Mitteilung, daß die Regierung die Munizipalräte aller englischen Niederlassungen aufgeforbert habe, die Opiumhöhlen zu schließen. . Die Regierung habe den Vorschlag Chinas, die indische Opiumausfuhr nach China um ein Zehntel zu verringern, angenommen und sich mit einer Erhöhung der chinesischen Einfuhr- und Likinzölle auf ausländisches Opium einverstanden erklärt. Ein chinesischer Zollbeamter soll in Calcutta stationiert und die Anbaufläche für Opiumkulturen solle in Indien beschränk werden.
* Amerika und Japan. Amtlich wird in Washingto n bekannt gegeben, daß die Flotte, welche nach dem Stillen Ozean geht, im Dezember auslaufen wird. Sie wird aus 16 Schlachtschiffen bestehen und durch dieMagel- haenstraße nach San Francisco geben und voraussichtlich auch den Pugetsund besuchen. Die Torpedobootszerstörerflotte geht zu berielben Zeit nach dem Stillen Ozean; sie wird aber nicht di Schlachtflotte begleiten.
NMsVirWMches und Soziales.
* Die deutschen Kaufmannsgerichte. Bit zum 1. Juli waren im Deutschen Reiche ins- gesamt 245 Kaufmannsgerichte ins Leben getreten. Davon entfallen' auf Preußen 157, auf Bayern 24, auf Sachsen 17, auf Württemberg 9, aus Baden 6, auf Hessen 5, auf Mecklenburg- Schwerin 3, auf Sachsen-Weimar 4, auf Olden bürg 3, auf Koburg-Gotha 2, auf Anhalt 3, auf Bremen 2 und auf Elsaß-Lothringen 4. Auf
„Komm mit ins Gesellschaftszimmer, ich habe Dir noch etwas zu sagen!"
Pulford folgte der Einladung, und als sie sicher war, nicht belauscht zu werden, hob Edith an: ,
„Harare, Du mußt mir ein Opfer bringen! Ich kann nicht ruhig werden, solange das Da- moklesschwert über meinem Haupte hängt. An dem Tage, den Du zu unferm Hochzeitstag be- stimmt hast, darf das nicht mehr der Fall sein. Sieben Monate lang hast Du jetzt nichts von Black-Rock gehört. Was kann sich da nicht ereignet haben! Du kannst niemand hinschicken, weil uns das betraten könnte, wie Du ganz richtig sagst. Wie ober wäre es, wenn Du Dich selber aufmachtest und Dich an Ort und Stelle von dem Stand der Dinge überzeugtest? Was könnte uns wohl größere Sicherheit geben, als wenn Du selber das Mädchen tot gesehen hast!
In Pulford's Zügen verriet sich nichts von dem was ihre Worte in ihm weckten; nur seine Augen glühten satanisch.
„Gut, ich will gehen!" sagte er entschlossen. „Morgen früh will ich abreifen, — wie es heißen muß: um Greycourt zu besuchen. Es gibt so viele wachsame Augen, daß man sich vorsehen muß."
Sie besprachen sich noch lange, ehe Pulford sich erhob, um sich zu verabschieden.
„Du wirst nicht eher etwas von mir hören, als bis ich zurückkomme", sagte er noch zum Schluß. „Sei in allem auf Deiner Hut und vergiß keine Sekunde, daß dieser Schritt uns erst vollends aneinander schmiedet, wie eben nur das Verbrechen das tut: — mit Ketten — mit unwiederlösbaren Ketten!"
Und mit diabolischer Siegesgewißheit verließ er sie, um die ihn kein Preis zu hoch dünkte und die doch einzin nur Hatz für ihn hegte, — tödlichen Haß