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34. Jahrqana

' Fulda, Montag den 12. August 1907

M 183.

Kustes Mcrtl.

Millionen Mark erfordern.

wird.

vsrant»«rtliter Scbriftieüer. A.Wetzl«

Lrfaieint täglich wtt Aurnahme der Son» nn)5eierta-e Viertel* tährt. veznnrpreis ohne Sringerlshn unb SeilrligeldinfkNldaund auswärts 1 Bl! sv Pf-.

Deutscher Reich.

Berlin, 10. August 1907.

von Daressalam über Tabora nach dem Viktoria- Nyanza zu betreiben. Das ist ein Plan, der dem Kameruner Projekt ziemlich gleich kommt. Er ist indessen nicht neu; Vorarbeiten sollen schon längst im Gange sein. Ueberraschend ist nur die Plötzlichkeit, mit welcher jetzt seine Durch­führung angekündigt wird. Die Strecke, durch welche die Bahn hindurchgelegt würde, ist länger als die Bahn, die in Kamerun als notwendig hingestellt wurde, lieber 1000 Kilometer würde sie lang werden. Legt man ihrem, Bau dieselbe

hier mit einem Projekt zu tun, das über 100 Millionen Mark verschlingen würde. Das sind Summen, die der Steuerzahler im Augen­blick, wo die Suche nach neue» Steuerquellen im Reich beginnen soll, sich erst zurecht legen muß. 'Im vorigen Jahr hat der Reichstag für die 220 Kilometer lange Eisenbahn von Daressalam nach Mrogoro die Zinsgarantie übernommen. Wenn nun bei dem neuen Projekt ähnlich verfahren würde, müßten die Kosten des Bahnbaues bei einer dreiprozentigen Zinsgarantie seitens des Reiches eine jährliche Aufwendung von über 3

Aufbringung des Baukapitals denkt, bildung tn unserer Flotte. Was das politische, Seinerzeit schon ist er darauf hingewiesen wor- “ ---.....--------,r-

den, möglichst das Privatkapital und unsere Großbanken für seine Kolonialpolitik zu interei- sieren. Er gab im Reichstag als Antwort darauf, daß es im jetzigen Augenblick schwerlich gelingen würde, bei der andauernden geschäftlichen Hoch­konjunktur und dem hohen Diskontsatz das Pri­vatkapital zur Abwanderung in die Kolonien zu bewegen. Nun ist aber der Meldung, welche von Dernburgs Bahnplänen in Deutsch-Ostafrika Kunde geben, die Mitteilung angefügt, daß die­ser Entschluß Dernburgs einen

Sieg der Pläne der Deutsche« Bank bedeutet. Entspricht dies den Tatsachen, so darf man wohl annehmen, daß die Deutsche Bank auch in finanzieller Hinsicht dahinter steht. Es sollte

wurden.

♦ Nationalliberale und Altkathol,z,smus. Das führende Organ der Nationalltberalen, die Natt. Ztg/ (Nr. 363 v. 6. 8. 07) stellt m einem besonderen Leitartikel mit besonderem Be- Hagen fest, wie sehr sich die Nationalltberalen tets der Altkatholiken angenommen haben. Zum Ruhme der nationalliberalen Partei schreibt das Blatt: „Die badische Staatsregierung forderte eit 1874 im Budget einen Staatszuschuß für die Altkatholiken; am 12. Januar 1874 brachte in der badischen 2. Kammer der national- liberale Abgeordnete Kreisgerichtsrat Anton Schmidt von Konstanz mit Staatsanwalt Emil Fieser von Konstanz und noch 14 Abgeordneten »er nationalliberalen Partei einen Gesetz­entwurf ein, zur Regelung der allkatholischen Angelegenheiten, insbesondere zum Schutz der Ansprüche der Altkatholiken auf einen Teil de? katholischen Kirchenvermögens; .der Entwurf wurde am 15. Juni 1874 Gesetz. In Preußen brachte der freisinnige Abg. W. Petri mit 143 anderen Abgeordneten fast aller Parteien 1875 einen ähnlichen Gesetzentwurf ein, für den der

für sich in Anspruch nehmen. Der Teil der Ko­lonie, durch welchen die Bahn geplant ist, wird als fruchtbar geschildert. Kautschukgebiete und getreidereiches, gut bevölkertes Land der Wan- goni soll in Betracht kommen. Weiter wird gel- tend gemacht, daß die Bahn den Handelsverkehr vom südlichen Teil des Kongostaates, von Brr- tisch-Nianzaland und Britisch-Zentralafrrka mit der deutschen Küste vermitteln könnte. Es bleibt nur abzuwarten, ob alles das, was jetzt so schön geschildert wird, nachher auch eintrifft. Da Dern- burg seine Reise zur Erforschung des Bahnbau- gebietes erst antritt, ivird die nächste Zeit viel- leicht noch näheres Material zu seinen Planen bringen.

Was das ostafrikanische Schutzgebiet im allge­meinen betrifft, so erforderte es bisher einen Reichszuschuß von 6260844 M. Dieser Be- trag ist im diesjährigen Etat um 400 000 «M her­abgesetzt worden, da die Einnahmen aus Zöllen um den gleichen Betrag auf 2 300 000 M erhöht wurden. Die Zivilverwaltung erfordert fast 5 Millionen, die Militärverwaltung etwas über 3 Millionen Mark. Dagegen sind für Eisenbahnen nur 78 000 JK und für Hafenanlagen 20 000 M ausgeworfen. Die einmaligen Ausgaben stellen sich auf 1 400 000 M.

in Swinemunde vereinbarte Programm also auch enthalten haben mag, es bleibt die Tatsache be- ft eben, daß die ernsthafte Information des Zaren über die deutsche Marine und ihr Material ein wesentlicher Teil des Gesamtprogramn-s war. Der Gewährsmann der ,Mil.-pol. Korrespondenz sagt hierüber: „Diese Informierung hat eine Erledigung gefunden, die in Kürze für die deutsche Industrie einen ebenso schmeichelhaften wie ange. ehmen Widerhall finden

Disite!" setzte er mit rohem Auflachen hinzu.

Die Portugiesin brachte den Gefangenen wie Immer noch einmal das Abendbrot. Als sie ein­trat, saß Alice am Karnin und zufälligerweise begegnete ihr Blick dem der Portugiesin, vor dem sie unwillkürlich erbebte. Als diese wieder hin- ausging, fing Alice noch einmal einen Blick der Portugiesin auf, und deutlicher als viele Worte fcrgte derselbe ihr alles.

Einige Minuten nachdem jene hinaus war, verharrte Alice noch unbeweglich, dann ner sie leise, mit sich zur Ruhe zwingender Stimme: ^Gretchen!"

Die alte Dienerin kam aus dem andern Zim- Wer herbei.

Gretchen!" t _

Und sie eilte in das andere Zimmer und holte einen Haufen Bettzeug herbei. Bettücher und Ueberzüge wurden nun zu Stteifen. zerschnitten und diese zu einem Seil zusammengebunden. Als alles Bettzeug verwendet war, erwies sich das Seil jedoch noch zu kurz. Kurz entschlossen flieg Alice auf einen hohen Stuhl, der ihr zur Arbeit gedient hatte, und riß die Teppiche von der Wand, wobei ein dichter Staub hervorquoll und das ganze Zimmer erfüllte. Die stärksten Stellen wurden herausgeschnitten, und so gelang mw । es, ein Seil herzustellen, welches lang und flat:

diese Nacht wird genug war, um seinen Zweck zu erfüllen.

I Das eine Ende wurde an die schwere, starke

uns freuen, wenn diese Annahme nicht dementiert würde.

In diesem Falle wäre das Risiko, welches da» Reich bei diesem Bahnbau übernehmen sollte, nicht so groß aß es die Tsadseebahn mtt sich bringen würde. Für den Ausbau der Kameruner Bahn haben die freiwillig Offiziösen int Kolo­nialamt lediglich militärische Gründe geltend ge­macht, um den Unruhen rc. besser begegnen zu können. Der Bahnbau in Ostafrika hingegen kann wenigstens

Handelsinteresie«

„Hast Du das Gesicht unserer Gefangenwär- jertn gesehen, als sie hinausging?" fragte Alice. Gretchen schüttelte verneinend den Kopf.

„Es war schrecklich anzusehen l" fuhr das junge Mädchen fort. „Nur zu deutlich stand

Bettstelle gebunden und das andere zum Fenster hinausgelassen. . _... ...

Wir können uns an entern solchen Strick nicht zum Fenster hinunterlassen", sagte Gretchen. Wir würden unS nicht halten können und hin­unter auf die Felsen stürzen, oder an den Mauern zerschellen. O, Miß Alice, Ihr Plan ist nicht ausführbar l" . „

„Auf jeden Fall laß es uns versuchens, ver­setzte Alice entschlossen. „Lieber mochte ich am Felsen zerschellen, als hier unser Los ruhig ab* warten. Ziehe die wärmsten Klmder an welche Du hast, und dann laß uns auf Gottes Beistand vertrauen und es wagen l" . _ ,

Sie machte sich sogleich ans Werk und. Gret- chen, der jedes Wort ihrer jungen Herrm em Evangelium war, folgte ihrem Beispiel. Bald standen beide fertig. Alice sah nach der Uhr. Es war dicht vor Mitternacht. Sie uittersuchte noch einmal, ob das Tau auch ausreichend de- festtat war, ging dann ins erstere Zimmer, laichte die Lichter aus und trat hierauf noch einmal ms andere Zimmer. . . , ,

Das Feuer im Kamm war niedergebrannt. Nur einige glühende Kohlen verbreiteten noch einen schwachen Schein ttn nächsten Umkreise.

Von einer plötzlichen Eingebung getrieben, kniete Alice nieder und sah in den weiten Kamin hinauf. , .

„Könnten wir uns doch hier irgendwo ver­bergen, während sie, glaubend, daß wir durchs Fenster entflohen sind, nach uns zwischen den Fel­sen suchen!" dachte sie. „Ist denn auch hier nir­gends ein Versteck?" .

Sie schlug mit der Feuerschaufel an dre inne­ren Wände des Kamins. Eine Wolke von staub und Ruß fiel herab. Sie wich zurück und wieder- holte nach einer Weile das Schlagen nach der an­dern Seite hin. Da gab es einen metallenen Klang. Sie untersuchte die Stelle genauer, mid eine Minute später öffnete sich vor ihr plötzlich eine eiserne Tür einwärts.

Eilig holte sie letzt Licht herbei, zündete es an

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zernsprecher Ur. 9.

r. Der Kampf int Berliner Baugewerbe hat nach zwöfiwöchentficher Dauer mit einet Niederlage der Arbeitnehmer geendet. Die Maurer, Zimmerer und Bauhilfsarbeiter haben beschlossen, den Streit abzubrechen, da unter den gegebenen Verhältnissen nichts ssi er­reichen ist. Alle sieben Organisationen ziehen ihre Forderungen zurück und wollen nun mi» Einzelsperren, ähnlich wie im Bäckergewerbe, vor» gehen. Ob diese neue Taktik ihnen Erfolg bringen wird, erscheint fraglich, denn der Verband der Baugeschäfte von Berlin und den Vororten will alles daransetzen, um die Einzelsperren wirkungs- los zu machen. Der Verband beruft zu Anfang nächster Woche eine außerordentliche General­versammlung ein. Am günstigsten schneiden von den Bauarbeitern noch die Zimmerer ab. yafl sämtliche organisierten Zimmerer sollen schon zu den neuen Bedingungen arbeiten. Gegenwärtig befinden sich nur noch 284 Zimmerer von beiden Organisationen im Streik, während 4809 &u den neuen Bedingungen arbeiten. Vor dem Kampfe waren 6700 Zimmerer in Berlin beschönigt, 1200 sind abgereift, 300 arbeitswillig geworden und 400 kommen für den Lohnkampf aus ver­schiedenen Gründen nicht in Betracht. Von den 11,020 kontrollierten Maurern arbeiten gegen­wärtig 7130 zu den neuen Bedingungen, während 2000 streiken. Eine neue Erscheinung hn Bau­gewerbe hat der Kampf jetzt insofern gezeitigt eli neben den Akkordmaurern auch schon Akkord­zimmerer, wenn auch nur in geringer Zahl, auf emMen Bauten arbeiten. Die Zimmererorgani-

nationalliberale Abg. v. Schulte die roefent- ichen Vorarbeiten geleistet hatte; der Entwurf wurde am 4. Juli 1875 Gesetz, nachdem auch hier 1874 ein Staatszufchuß bewilligt war. In Hessen ist kein besonderes Altkatholikengesetz er- . chienen; das Notwendigste war gelegentlich bet Anerkennung des Bischofes auf dem Verwaltungs­wege geordnet werden. Die bayerische Staats­regierung hat 1890 den Altkatholiken bte Zugehörigkeit zur katholischen Kirche abgesprochen und sie nicht als eine öffentliche, sondern nur als eine private Kirchengesellschaft anerkannt. In den übrigen Bundesstaaten ist eine grund­sätzliche Entscheidung bisher nicht herbe,geführt worden. Die Altkatholiken erhalten den Anspruch aufrecht, aUein die Rechtsnachfolger der katho- fischen Kirche vor 1870 zu sein; die Swatsre- gierungen von Preußen, Baden und Mfen nahmen einen Standpunkt em, als habe sich die eine katholische Kirche mit 1870 in eine tomiich» katholische und eine altkatholische geteilt. Aehn- fich die nationalliberale Partei zu den Altkatho- fiken; sie ist stets dafür eingetreten, ihrer Kirche die staatsrechtliche Stellung emzuraumen wie der römisch-katholischen Kirche. Hervorragende nationalliberale Politiker wie Völck in Sapetn, Deinhardt in der Pfalz, Fieser w Baden bekannten sich als Altkatholiken. Die altkaiho- lische Kirche zählt gegenwärtig in Deutschland 50 Pfarrämter mit rund doppelt soviel Gemeinden. Die Nationalliberalen dürfen sich mit Recht rühmen: für sie war der Altkatholizismus stets ein Schoßkind. Für die Katholiken selbst hatten sie stets nur die Peitsche, wie es der Kulturkampf beweist. In derselben Zeit, in welcher die Nationalliberalen die Altkatholiken verhätschelten, behandelten sie die Katholiken als Bürger 2. Klasse; das wollen wir nie ver-

]:[ 100 Millionen für (Dftafrita.

Als jüngst die beunruhigenden Nachrichten aus Kamerun kamen, baß «n Norden der Ko- lonie nahe der Grenze des französischen uno englischen Gebietes, Unruhen ausgebrochen seren, Zeigte man sich im Kolomalamt sehr gesprächig. Vor allem wurde der schleunrge Bau einer Eisenbahn von der Küste nach dem Tsadsee als ganz notwendig hingestellt und die Ausfrager haben sich bereit gefunden, diese Empfehlung tn ihren Blättern getreulich wiederzugeben. Kerner von ihnen hat es aber für nötig gefunden, dar­auf hinzuweisen, daß es sich um ein Projekt, han­delt, das mindestens 100 Millionen verschlingen und eine ganze Reihe von Jahren in Anspruch nehmen würde. Nach Kamerun kommt jetzt Ost­afrika an die Reihe. Dort sucht Dernburg seine Pläne zu verwirklichen. Auf seiner Kolonial­reise weilt Dernburg zurzeit in Deutsch-Ostafrika. Wie nun die ihn begleitenden Spezialkorrespon- denten den Berliner Blättern berichten, ist Dem- bürg der Meinung, daß vor allen Dingen der Handel der Kolonie entwickelt werden muß. Des­halb will er hauptsächlich das für den Bahnbau in Betracht kommende Gebiet kennen lernen. Nach einem Telegramm eines Berliner Morgenblattes Kat Dernburg beschlossen, die

baldigste Durchführung der Zcntralbahn

und leuchtete in die Oeffnung, die etwa zwei.Fuß breit war und in einen finsteren Raum führte von ungefähr sechs Fuß im Quadrat und so hoch wie das Schlafzimmer.

Leise rief Alice nach Gretchen.

„Gretchen," empfing das junge Mädchen sie und ihre Sttmme zitterte vor freudiger Erreg­ung, „da habe ich doch noch ein Versteck gefunden, in dem wir uns verbergen können, bis unsere Feinde fort sind!"

Wenn wir darin aushalten können l erwi­derte die alte Dienerin. „Ich fürchte, wir wer- den darin ersttcken müssen!" .

Alice flieg auf den Herd und trat tn den fin­steren Raum hinein.

Es war dort allerdings warm, aber doch nicht unerträglich heiß, und Alice gewann die Ueber- zeugung, daß zwei Personen eS hier wohl einige Zett würden aushalten können, ohne die Gefahr, ersticken zu müssen. Sie untersuchte jetzt die Tur genau und fand, daß sie mit einem Springschloß versehen war, welches nur von außen durch einen unscheinbaren Schieber eröffnet werden konnte, den sie vorhin wahrscheinlich mtt der Schaufel be­rührt hatte, wodurch die Tür aufgesprungen war.

Wir müssen die Tür offen lassen und dürfen sie nur anlehnen," sagte Alice, „das wird von un­seren Feinden nicht bemerkt werden, selbst wenn sie in den Kamin sehen sollten. Wir müssen uns ja in acht nehmen, die Tür nicht zuzumachen, merke Dir das, Gretchen, sonst haben wir unS selbst gefangen und sind verloren!"

Gretchen untersuchte nun gleichfalls den dunk­len Raum und mußte ihrer jungen Herrin jw- stimmen. ___'

„Wenn wir Schritte vor der Tur Horen, stei­gen wtt in dieses Versteck," sagte Alice, das Licht, nachdem es auch Gretchen zur Besichtigung ge­dient hatte, wieder auslöschend. „Wir haben hier weiter nichts zu tun, als zu warttn."

Und sie ließen sich am Herde nieder und horch­ten auf ein Geräusch von außen her ....

^Fortsetzung folgt.)

„Was wünschen Sie, Fräulein Alice?" fragte Re, um bestürzt gleich darauf hinzuzufügen: „Wie blaß sehen Sie heute aus! Sind Sie krank?"

Tages mit den Prinzen Versteck spielle, kam er i in das Schlafzimmer des Raifeti, wo sich der Krimmfim vÄeckt hatte. Da sah -* auf^bem Tif^ neben dem Bett nur ein Bach, bte Btbtt. Und die war von vorn bis hinten mtt Bleistift- strichen versehen, der Kaiser liest sie ganz. Morgens lesen Kaffer und Kaisenn stets zusammen in dn Bibel und den Losungen, mag der Kaiser noch so früh aufstehen, die Kaiserin läßt sich wecken, sie will ihrem Gemahl auch m diesem Stück eine getreue Gefährtin fern.■**"’*£ geschieht dasselbe, wieder wird Gottes Wort gelesen und dann - kniend gebetet .... Am Sonntag versäumt das Kmserpaar nie den Gottesdienst; kommt der Kaffer irgendwo früh an, muß der Wagen bereit sein, um ihn tn die Kirche zu bringen. . ..

Intendanturleistungen in Südwc Mrtta. Von Offizieren, Die längm Zeit während Der kriegerischen Ereignisse in Südwestafrifii geweilt haben und aus eigener, reichen Erfahrung sprechen, erfährt die ,Mil.-pol. Kort. einige Daten von Interesse über die Leistungen der Intendantur dort. Die Urteile über die Tätig­keit dieser für die Existenz der Truppenim Felde so wichtigen Einrichtung lauten eigentlich durch­weg abfällig. „Gewürze und Kaffee , so er­zählt ein Südwestasrikaner, „haben wir immer im Uebermaß gehabt; an den übrigen viel not- wendigeren Lebensmitteln aber ost Mangel ge­litten und zwar durch die Schuld der Feld- intenbantur, bie sich ihrer Aufgabe nicht ge­wachsen zeigte.« Es ist, nach bem »enAt: jene« Offiziers, keine „Schauer- ober gute Geschichte foltern reine Wahrheit, baß ber Kommanbant einer entfernten Station auf bte heliographische Anfrage, wie es mit ber Verpflegung ber Station aussehe, antwortete: „Kaffee unb Gewürze auf 20 Jahre, sonst aber rein nichts vor Hauben.« Die Schwierigkeit ber Verhält­nisse in Südwestafrika für bie Tätigkeit bet Felbintenbanrur soll nicht verkannt werben. Man muß sich aber fragen, ob unsere Inten- ; bantur z. B. bas leisten könnte, was bte ja- : panische vor Mulden fertig gebracht hat, wo . bei ber Verschiebung mehrerer Divisionen : weit seitwärts einfach bie Intendanturen einiger । Divisionen an ganz andere Truppen überrollen

,— --------- ... ' * Unmittelbaren Vorteil von der Swine-

Berechnung zugrunde, tote ;ie für die Kameruner .. . ©nnerfirnrnnuun wird wie bie Mil •

Strecke ausgestellt wurde, so hätten wir es auch mundet Kaiserbegegnungwitv, wie vte ,utt hier mit einem Projekt zu tun, das über 100 pol. Korrelpor-.benzvon^^^"^rttch eter Sette erfährt, bte beutsche Schisfsbauindusttie haben. Grunblegenb für den Plan bet Zu- fammenfunft war der Wunsch bes Zaren vor ber enbgiltigen Durchführung ber Reformierung und des umfangreichen Ausbaues bet rufsischen Flotte, die in Rußland als muftergittig geltende deutsche Flotte in ihren verschiedenen Schiffstypen und im Geschwaberverbande besichtigen zu können. Diesem Wunsche Nikolaus II. ist tn weitgehendster Weise Rechnung getragen worben. Das Urteil des Zaren über das Gesehene wat gleich schmeichel-

Noch'steht aber dahin, tote Dernburg sich dtp I hast für bie deutsche Industrie wie für die Aus-

Roman von S d. Wagner.

#5j ^Nachdruck verboten.)

| (Fortsetzung au- bem zweiten Blatt.)

„Sv, nun sind wir fertig”, sprach Jarvis, sich 6ie Hände reibend. „Diese Nacht verlaffen wir diesen öden Felsen für immer!"

„Wie ist es mit den Hunden?" fragte seine Frau. „Was fängst Du mit denen an?"

„Die habe ich unter dem Wagen angebunden", lautete die Antwort. „Es ist alles zur Abfahrt bereit, nur die Ponies sind noch anzuspannen und bas werde ich tun eben vor unserer Abschieds-

* „Ans dem Alltag des Kaisers" hat Pastor Kuhlo bem Westdeutschen Jünglingsbunb nach dem Stöckerschen Reich u. a. folgendes erzählt: Als bet Hofprediger Keßler eines

„O, kann der Himmel uns denn wirklich ver­lassen haben!" rief das alte Gretchen, und sie sank auf einen Stuhl und bedeckte das Gesicht mit beiden Händen und schluchzte laut.

Alice saß regungslos; nur ihre Augen redeten von dem ungebrochenen Mut, der sie beseelte.

„Verzage nicht, Gretchen!" sagte sie endlich in festem Tone. „Der liebe Gott kann und wird uns nicht verlassen!"

Sie stand auf und schritt mehreremale im Zimmer auf und ab. Plötzlich blieb sie am Fen­ster stehen, öffnete es und sah hinab in die Tiefe. Die Nacht war dunkel und raub, ein frischer Wind wehte aus Westen und ein dichter, regenartiger Nebel erfüllte die Lust. Leise schloß Alice das Fenster wieder und trat zu dem alten Gretchen.

„Es gibt nur einen Weg des Entkommens für uns", sagte sie. „Wir müssen uns aus dem Fenster hinablassen. Ein ©eil können wir uns selbst anfertigen."

„Und wenn wir wirklich glücklich hinunter­kommen, werden uns die Hunde zerreißen!" ant­wortete Gretchen.

„Wir wollen tun, was wir können, und das übrige dem überlaflen, ohne besten Willen fein Haar auf unserm Haupte gekrümmt wird und kein Sperling vom Dache fällt!" versetzte Alice glaubenstreu. „Laß uns keine Zeit verlieren.

darin: die Geduld unserer Feinde ist erschöpft, sie wollen fort von hier und diese Nacht wird Vielleicht untere letzte fein!"

Zeitung

moedsMiegt: „Mdaer GeschichtsbMef