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Maer

Zeitung

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34. Iatzroana.

Fulda, Freüag den 26. Jult Wti7.

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Bot«tlo»s6ti<t m vertag d« Fuldaer Ar» tiendr idtrti te fiefoa. Zerniprecher Ur. n.

Anzeigen. Vir ein« spattige PeUtzeile oder deren Raum IS psg. Rtflemen »te prtttzeilr 25 Pfg.; bei wieder» holnngea wird rntspr. Rabatt aewährl.

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Verantwortlicher

U' modxnbeilagt: „Iluftnerte Sonntagrzeitung

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Fpstkommers des Verbandes der wiffenschaftl. kath. Studenten» vereine U n i t a s im Hutten'schen Garten.

3 Uhr: Albertus.Magn Schrannenhalle, 2. Stock.

3 Uhr: Verhandlung der Kapläne der Ani­ma im Chilianeum (bischofl. Knabenseminar). Nachm. 5 Uhr: II. öffentl. Versammlung in der Festhalle.

Abends 8V» Uhr: FestkommerS der Stu­dentenverbindungen (farbentr.) in der

Vorm. 10 Uhr: Versammlung des akadem. Bonifatiusverein in der Union.

Nachm. 3 Uhr: Sitzungen der Ausschüsse in der Maxschule und Schrannenhalle I. Stock.

2 Uhr: Oeffentl. Hauptversammlung des kath. Lehrervereins in Bayern im Burkardus- hof. Sonntag 9 Uhr, Montag 9 und 2 Uhr und Dienstag vorm. 9 Uhr finden geschloffene Versammlungen des kath. Lehrervereins Bayerns im Burkardushofe statt.

2lA Uhr: Geschäftsversammlung des Verbandes der kath. kaufm. Vereinigungen in der Union.

3 Uhr: EucharistischerPriestervereinim

c) Dem hochw. Klerus werden Altarkar­te n mit der Ordnung für die Zelebration ausge­händigt werden und ist zu diesem Zweck eine Altarkommission während der Festtage mit der Anmeldekommission verbunden.

d) Die Berichter st alter der Presse mögen sich an den Vorsitzenden der Prehkonrmis- fion, Herrn Chef-Redakteur Abgeordneten Ger­stenberger um Preßkarten wenden. Diesel­ben berechtigen nur zum Betreten der für die Presse bestimmten Räumlichkeiten. Zum Besuch der Versammlungen ist noch die Mitgliederkarte notwendig.

e) In das Festblatt der Generalversamm­lung, welches 10 mal, und zwar anr Sonntag, den 25. August, in einer Auslage von 20000 Stück, an den übrigen Tagen von etwa 10 000 Stück er­scheint und für den Preis von 10 £ pro Nummer verteilt wird, werden Anzeigen ausgenommen. Interessenten wollen sich dieserhalb mit der Frän­kischen Gesellschaftsdruckerei in Verbindung sehen. Das Postabonnement beträgt 1 M a r k.

Die Teilnehmerkarte für Damen 6 Jü berechtigt zum Besuche des Be­grüßungsabends, der vier öffentlichen Ver­sammlungen (Damentribüne) in der Fest- Halle mit nummerierten Plätzen. Die Damen- Tageskarte (für den Begrüßungsabend und für die übrigen Tage je 1,50 oÄ) gewährt die gleiche Berechtigung wie die Tageskarte zu c (Damentribüne).

e) Die Teilnehmerkarte z u 5 M und f) die Studentenkarte zu 4 berech­tigt zum Besuch derselben Verhandlungen und Veranstaltungen wie die Mitglieder­karte, nur nicht zum freien Bezüge des Füh­rers und des stenographischen Berichts.

g) Die Karte zum Festmahle zu 4 M muß spätestens Dienstag, den 21. August, abends 9 Uhr gelöst sein.

2. Wahrend der Versammlung befinden sich die Bureaus der Finanz- Anmelde-, Woh- nungs- und Altar-Kommisston, ebenso auch die Auskunftsstelle, __ , „

im Theaterrestaurant, (Theaterstraße 18), sie sind geöffnet: Samstag, den 18. August, von 2 Uhr nachmittags, Sonntag, den 19. August, von vorm. 10 Uhr und an den folgenden Tagen von vorm. 8 Uhr jedesmal bis 9 Uhr abends. Da- selbst werden auch sämtliche Karten ausgegeben.

3. Es werden folgende Karten ausgegeben:

a) Die Mitgliedskarte zu 7,50 JK, be­rechtigt zur Teilnahme an allen Sitzungen, Veranstaltungen und Unterhaltungen der Ge­neralversammlung (mit Ausnahme des Fest­mahles), ferner zum kostenfieien Bezüge 1. des Führers durch Würzburg und 2. des stenographischen Berichts über die Verhand­lungen der Generalversammlung.

Die Gesamtzuschlags rarte für einen n u m m e r i e r t e n P l a tz bei der Be­grüßungsfeier und in allen 4 öffentlichen Versammlungen ist mit 4 M besonders zu vergüten. Die nicht benutzten nummerierten Plätze werden nach der ersten Rede durch die Ordnungskommission anderweitig besetzt.

c) Die Tageskarten für Herr en zu 1 Mk. berechtigen zum Besuch der Begrüßungs­feier am Abend des 25. August, bezw. zum Besuche der am Tage der Ausgabe stattfin­denden öffentlichen Versammlung in der Fest­halle. Die Tageszuschlagskarte für einen nummerierten Platz kostet 1,50

„ FestkommerS der kath. bayer. Studentenverbindung R h 2 t i a im Caf« Alhambra.

„ FestkommerS der südd. Stu- dentenvereine Normannia, Alemannia, Germania und Ripuria im Platz'schen Garten.

„ Konveniat der Innsbrucker Konviktoren (mit Abendeffen) im Rest. Franziskaner (Domer- schulstraße 8).

Versammlung des Deutschen Vereins v. hl. Lande ver­bunden mit Zusammenkunft der deutschen Jerusalempilger im Schönthaler Hof (bei der Neu­baukirche).

Tteustag, 27. August:

Vorm. 7 Uhr: Männerwallfahrt auf das „Käp- pele" von der Neumünsterkirche aus.

Vorm. 8 Uhr: Pontiftkalmeffe auf dem Käppele, Rückkehr zum Dom.

Vorm. 10 Uhr: IL geschl. Versammlung in der Schrannenhalle I. St.

Vorm. 9 Uhr: Amt für den akadem. Boni- fatiuSverein in der Kirche St. Getraud (Bleich).

»nd Heller Sonnenschein überflutete die Täter und vergoldete die Spitzen der Felsen, welche aus

Grün der Bäume hervorragten. Es war ein herrlicher Herbstmorgen, wie zur Jagd ge­soffen, und die Gäste Lord Glenham's waren auch früh hinausgezogen in den Wald: der Graf selbst jedoch war daheim geblieben bei seiner Mutter, die eine Unterredung mit ihm gewünscht hatte. .

Sie hatten sich zufammengefunden in dem geräumigen Salon, von dem aus sich eine pracht­volle Fernsicht über die Berge und die See bar- bet. Im Kamin flackerte ein Helles Feuer und vor diesem saß Lady Glenham in einem hohen Sessel. ,

Sie war ungeachtet ihrer grauen Haare noch schön zu nennen. Ihre Haltung war stolz imd in ihren blauen Augen und ihren geistvollen Zugen lag große Energie. .

Lord Glenham hatte einen Stuhl in die Nahe des ihrigen geruckt und harrte auf die .lusprache seiner Mutter.^^ $eute Deine Aufwartung in Castle-Cliff machen, mein Sohn," begann die Gräfin „Lord Leonards ließ gestern feine Karle hier zurück und auch Lady Trevor wird deinen Besuch erwarten; sie ist eine sehr hübsche Fra« und ich habe schon lange gehofft, daß Du sie nur als Tochter zuführen würdest, Gordon!'

Die Stimme der Lady klang bet den letzten Worten leise bewegt. „, r .

„Hast Du sie so lieb, Mutter?" fragte der Graf und es lag ein Anflug von Verwunderung und Zweifel in seiner Stimme.

Lady Glenham sah etwas verlegen vor sich niebct»

„Es würde eine höchst passende Verbindung wn," antwortete sie ausweichend, „^breit Groß­vater wird diese Heirat mit ihr aussöhnen, und da Du ohnehin der Erbe seiner Titel und Guter bist, halte ich eine Verbindung mit seiner Enkelin für die passendste Partie, welche Du schließe, Bnnteft." W-)

Festhalle.

Abends 8 Uhr: Oeffenlliche Versammlung des Verein-abstinenterKatholiken im Lieder- taselzimmer (1. Stock der Theaterrest).

Abends 8 Uhr: Festverjämmlnng des Verbandes katholischer kaufm. Vereinigungen Deutschlands in der Schrannenhalle, 1. Stock.

Mittwoch den 28. August:

Vorm. 8 Uhr: Poutifikal-Requiem in der Pfarr­kirche Stifthaug.

Vorm. 9Vi Uhr: Generalversammlung des Volks­vereins für das katholische Deutschland in der Festhalle.

Norm. 11 Uhr: Dritte geschlossene Ver­sammlung in der Schrannenhalle, 1. Stock.

Nachm. 3 Uhr: Ausschuß-Sitzungen in der Maxschule und Schrannenh alle, 1. Stock.

i Nachm. 2* 1/» Uhr: Versammlung der soz. chari- tativen Vereinigungen für Akademiker im Schrannensaale, 2. Stock.

Nachm. 2V* Uhr: Versammlung der französischen Teilnehmer imMittelsaale des alttzn Bahn­hofes (Festhalle).

Nachm. 3 Uhr: Versammlung des Borromäus- Vereins in der Union.

Nachm. 5 Uhr: Dritte öffentliche Ver­sammlung in der Festhalle.

Abends 8 Uhr: Kellerfest auf dem Brauhaus- Keller.

Donnerstag den 29. August:

Vorm. 7 Uhr: Hl. Meffen nach der Intention des Bonifatius-Vereins.

Vorm. 8 Uhr: Vierte geschlossene Ver- sammlung in der Schrannenhalle.

Vorm. 10V, Uhr: Vierte öffentliche Ver­sammlung in der Festhalle.

Nachm. 2V, Uhr: Festmahl im Saale der Har­monie.

-t. Warum ist das Seniiuni nötig?

„Den Katholiken wird die Parität verweigert; sie werden als Staatsbürger zweiter Klaffe be- handelt. So oft ein Katholik zu einem höheren Justiz- oder Verwaltungsamt befördert wird, so stellen die evangelischen Christen aller Schattie- -ungen, von denen des„Reichsboten" bis zu denen des „Berliner Tageblatt", Erörterungen über dieses Unglück an und beweisen dadurch, daß so etwas ihrer Ansicht nach ungehörig sei, daß also die Katholiken grundsätzlich ihrer Religion wegen von allen höheren Staats- ämteru ausgefchlofsenbleibensollen. Gelangt einmal ein katholischer Mann zu einem solchen, so wittert man alsbald Jesuttenranke und Nebenregierung des Zentrums. Diesem haben ja nun allerdings die Katholiken bte Beförde­rung einiger Glaubensgenossen in höhere Stel­lungen zu verdanken, aber nicht auf dem Wege illoyaler Protektion, sondern nur deshalb, weil es unmöglich ist, allen Mitglie­dern einer Partei, deren Hilfe die Regierung 25 Jahre laug nicht entbehren konnte, grundsätz- lich die Beförderung zu versagen. Narren wären die deutschen Katholiken, wenn sie vor gründlicher Sinnesänderung ihrer protestanti- chen Mitbürger die zur Wahrung ihrer Rechte geschaffene polittsche Organisation Preisgeben wollten. Wenn morgen dec Zentrumsturm zer- rümmert wird, dann wird es nach wiederumJo Jahren keinen katholischen Reichsgerichtsrat, Re- gierungsrat, Landrat mehr geben; katholische Präsidenten find auch heute noch -Seltenheiten.

Derjenige, der das geschrieben hat, ist keines­wegs ein Anhänger des Zenttums, sondern et« Mann, der über den leisesten Verdacht von „Ul- tramomanisrnus" erhaben ist, der von sich selbst noch kürzlich bekannte: „Nie zog mich Neigung zum Zentrum"; es ist der bekannte Herausgeber der „Zukunft", Maximilian Harden, und obiges Zitat findet sich in der „Zukunft" 1907 Seite 242. Das Urteil ist deshalb um so bemerkens­werter und wohl geeignet, diejenigen Katho­liken, welche die Bedeutung des Zentrums fm die staatsbürgerlichen Rechte des katholischen Volksteiles im Deutschen Reiche verkennen und deni gewaltigen Ringen der Parteien müßig zu» sehen oder gar den Gegnern Hilfe leisten, zum Nachdenken zu bringen und an ihre Pf Itcht zu erinnern. Weitere Betrachtungen unlerer- feits an diese Harden'sche Ausführungen anzu» knüpfen halten wir für überflüssig; sie würden nur ihre Bedeutung für die Katholiken aus solcher Feder abschwächen.

Programm d-r 54. Generalversammlung der Ualho- ltten Deutschlands zu Würzburg vom 25. bis 29. August 1907.

Sonntag, den 25. August:

Vormittag- V.9 Uhr- Predigt »nd vormittags 9 Uhr: Hochamt zur Anrufung des hl. Geistes im hohen Dome.

Nachmittags V»2 Uhr: Festzug der katholischen Ärbeüer- und Gesellenvereine. Anschließend daran um

3 Uhr: Oessentliche Festversammlungen für die- selben in der Festhalle und eventuell anderen Sälen.

Nachm. 6 Uhr: Feierliches Glockengeläute von allen Kirchen der Stadt.

Abend- 8 Uhr: Begrüßungsfeier m der Festhalle.

Montag, den 26. August:

Vorm. 8 Uhr: Pontifikalamt zu Ehren der aller-1 seligsten Jungfrau Maria im hohen Dom.

Vorm. »V.Ubr: I. geschloffene Versamm- lung in der Festhalle.

Nachm. 3 Uhr: Sitzungen der Ausschüsse in der Maxschule und Schrannenhalle, 1. Stock.

2 lchr: Priesterverein „Pax" in der Schrannenhalle 2. Stock.

2 Uhr: Akad. Piusverein Deutschlands. — Alter Bahnhof Mittelsaal.—(Festhalle.) 3 Uhr: Kathol. Preßverein in der Union. Nachm. 5 Uhr: I. öffentliche Versamm­lung in der Festhalle.

Abend- 8 Uhr: Gesellige Zusammenkunft deS kathol. Lehrervereins in Bayern im BurkarduShof.

Abends 8*/t Uhr: FestkommerS der kath. Stu- dentenvereine in der Fefthalle.

Bemerkungen zum Programm.

1. Anfragen und Mitteilungen allge­meinen Inhalts sind an den Vorsitzenden des Lokalkomitees, Justizrat Dr. Thaler, Hof­straße 14% zu richten.

„Ja, er sagte noch, daß, als der Lord diesen Sommer nach Schönau kam, derselbe frei war, zu heiraten, wen er wollte," erklärte Gretchen. „Darum glaube ich nun auch wieder, daß Mylord doch kein so schlechter Mensch war, als er Ihre Liebe zu gewinnen suchte und den Herrn Pfarrer fragte, ob er Sie heiraten dürfe."

„Der Graf war diesen Sommer frei!" wieder­holte Alice und wie ein Ruf der Befreiung klan­gen ihre Worte. „O, ich wußte es ja, daß er nicht mit einer andern verlobt fein konnte, als er mir von Liebe sprach! Ich werde ihn Weiterlieben, wenn ich auch entsagen muß! Ich wünsche, daß er glücklich werde, aber ich fürchte, er wird es nicht, da er an mich und unsere Trennung den­ken muß und weil er weiß, daß er mein Herz gewonnen hat!"

„Wenn Sie nicht wollen, daß er das nicht glauben soll, warum heiraten Sie dann nicht einen anderen?" entgegnete Gretchen wie son­dierend.

„Ich werde niemals heiraten!" erklärte Alice mit Emphase. „Wer würde mich denn auch be­gehren, mich, die Namenlose?"

„Ich weiß jemand, Fräulein Alice, der Sie liebt und den Boden verehrt, den Sie betreten," versetzte Gretchen wieder wie zuvor. „Er hat keine swlzen Verwandten, die ihn zu beeinflußen

i versuchen könnten; er kann also ohne allen Zwang der Stimme seines Herzens folgen. Sie werden erraten, wen ich meine, Fräulein Alice. Es ist Herr Grafton."

Alices Gesicht überschattete jählings ein tiefer Ernst. „Herr Grafton!" sprach sie der alten Die- | nerin nach. „Unmöglich! Ich liebe ihn nicht und auch er liebt mich nicht!"

„Er liebt Sie, Fräulein Alice," bekräftigte Gretchen, „und ich wollte, Sie wären mit ihm verheiratet. Er würde alles für Sie tun, was ein Mensch nur imstande ist! O, Fräulein Alice, ich wollte. Sie wären feine Gattin!"

„Ich dachte. Du hättest ihn nicht gern?" I wandte Alice ein.

Roman von Ed. Wagner.

16] (Nachdruck verboten.)

Hätte das alte Gretchen dieses Selbstgespräch hören können!

Sie war inzwischen ins Haus zuriickgekehrt, indem sie zu sich selber sprach:

„Wie wir Herrn Grafton doch falsch beurteilt haben! Wir nahmen das Glänzende für echtes Gold und warfen das Gold der Schlacke weg! Er ist jedenfalls herzensgut und ich werde alles aufbieten, um Fräulein Alice zur Heirat mit ihm zu bewegen, wie ich es ihm versprochen habe!"

Grafton hätte sich keine treuere Verbündete wünschen können; dem Arglisttgen war die Täu­schung nur zu wohl gelungen; Gretchen glaubte ihm. Ob auch Alice?

Zu ihrer Verwunderung fand Gretchen bei 'ihrer Zurückkunft Alice am Fenster bei ihrer Ar­beit sitzend. Sie war bleich und ihre lieblichen Züge trugen den Ausdruck schwerer Sorge, aber sie war ruhig und gefaßt, ja, sie lächette sogar, als Gretchen leise zur Tür hereintrat.

„Sie hier, Fräulein Alice?" rief die alte Dienerin.

■■ „Ja! Wo bist Du denn gewesen?" fragte Alice, um weiteren Nachforschungen der alten Frau vorzubeugen.

„Unten an der Straßenecke," antwortete Gret­chen affen, „wo ich mit Herrn Grafton gesprochen gäbe. Wir haben ihm großes Unrecht getan, Fräulein Alice. Er erbot sich, alles für Sie zu tunt was nur für Sie getan werden könne. Er sagte, wenn Sie einen Freund gebrauchen sollten, mochten Sie nur zu ihm schicken; er würde Ihnen beistehen tote ein Bruder."

»Er ist sehr gütig," sagte Alice, „aber ich hoffe, seine Freundschaft nicht nötig zu haben. Hat er noch etwas gefügt über — über Lord Glenham?"

Allgemeine Bemerkungen.

a) Wohnungsgesuche werden mög­lichst frühzeitig erbeten mit der Angabe, ob Hotel- oder Privatwohmmg erwünscht (im letz­teren Falle, ob bezahlt oder unentgeltlich). Die Preise bewegen sich zwischen 1—3 M ohne Früh­stück. Besondere Wünsche können nur berücksich­tigt werden, wenn die Gesuche bis l ä n g st e n s 15. August eingelaufen sind. Wohnungsgesuche sind zu richten an Herrn Rechtsrat Brand, Weingartenstraße 27 ober auch, wenn mit Anmel­dung als Mitglied verbunden, an Herrn Lothar Seuffert, Petersplatz 4. Wohnungskarten werden nur verabreicht an die Löser von Mtt- glieder- (oder Teilnehmer- und Studentenkar­ten). Es wird deshalb die Bestellung einer Woh­nung zugleich als Anmeldung betrachtet.

b) Die ständigen Mitglieder erhalten ohne besondere Bestellung ihrerseits in der nächsten Woche Mitgliedskarte und Führer gegen Nach- nähme zugestellt. Die anderen Besucher werden gebeten, bei der Anmeldung oder Wohnungsbe- fteHung anzugeben, ob die Drucksachen (Mitglieds­karte, Wohnungskarte und Führer von Würz­burg) ihnen gesandt, oder hier zur persönl. Empfangnahme in Würzburg reserviert werden sollen.

„Das habe ich wohl früher gesagt," antwortete Gretchen eifrig, „aber jetzt würde es für mich der glücklichste Tag fein, an dem Herr Crafton Sie als feine Gattin heimführte."

Alice schüttelte den Kopf.

„Es kann nicht sein!" sprach sie schwermütig. „Kennte er meine Geschichte, so würde er auch gar nicht mehr nach mir verlangen. Und im übrigen, Gretchen — in meinem Entschluß kann mich nichts irre machen. Wir beide wollen im­mer beisammen bleiben. Niemand soll zwischen nutz treten. Ich habe mich selbst besiegt und mir borgenommen, standhaft zu fein und nicht mehr zu klagen. Hilf mir diesen Vorsatz ausführen, Gretchen! Sprich nicht wieder von Lord Glenham zu mir, bis ich, seinen Namen zu hören, bester er­tragen kann. Ich will mich jetzt ganz meiner Ar­beit widmen. Es heißt, daß Arbeit das beste Heilmittel für wunde Herzen ist!"

Und siem achte sich entfchloffen mit erhöhtem Eifer wieder an ihre Stickerei, welcher sie sich nun Tag für Tag vom frühen Morgen bis zum späten Abend widmete. Ihre Wangen wurden habet immer bleicher und ihre Augen zeugten von nachts geweinten Tränen. Gretchen's scharfem Blick entging nichts von alledem, aber sie verriet es mit keinem Wort, denn sie wußte, daß nichts den Schmerz ihrer jungen Herrin zu lindern im­stande war, daß es vielmehr das beste 'war, wenn er austobte, damit dann die Wunde.vernarben könnte.

Maldred Crafton kam fast eine Woche hin­durch Tag für Tag. Allein Gretchen sorgte da­für, daß er vorsichtig zu Werke ging, und so end­lich glaubend, daß feine Abwesenheit seiner Sache mehr nützen könne, als feine Anwesenheit, machte er eines Tages seine Abschiedsvisite und kehrte nach Glenham-Lodge im schottischen Hochlande zurück, entschlossen, aus der Ferne einen Coup anszuspielen, der ihn alles gewinnen lassen mußte — mit einem Schlage alles.

Es war am Morgen nach Lady Glenham'3 Ankunft zu Msnbew-Lodge. Die Lust war rein