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34. ^tihrraun.

Fuld a, Freitag den 19. Juli 1907

M 163.

Sie tun mir unrecht, Großvater!" versetzte

einer Weise beeinflußt, wie es Fernerstehende gar nicht ahnen.

Lnz« 1 een. Die tut spaltige Pellizeik «dri deren «anm 15 pfg RtUfliNt« ji« petitMt 25 Dh-; bei wieder- hoiunaen wird cuiijit Rabatt aew u-ri.

Eröffnungsbeschluß gründet sich darauf, daß Herr Martin sich m der Preffe über feine dienst, lichen Vorgesetzten, insbesondere über den Grafen von Posadowsky, in einer mit der Ain'.s- disziplinnicht vereinbaren Weise geäußert, daß er eine von ihm an den Reichskanzler gc- richtete Eingabe, die sich auf einen ihm vor zwei Jahren erteilten Verweis bezog, in der Preffe auszugsweise veröffentlicht, daß er seiner eine von seinem direkten Vorgesetzten erforderte Auskunft über die Urheberschaft von Preßan- griffen auf den Grafen v. Posadowsky mit Be­merkungen abgelehnt hat, die geoen die Amts­disziplin verstoßen." Gleichzeitig ist Regierungs- rat Marlin vorläufig vom Amte enthoben worden.

♦ Den Fürsten Bülow schon satt sind die sogen. Linksliberalen. Die ,Westd. Post/, das Organ der Hirsch-Duncker'schen Gewerkvererne des Rheinlandes, schreibt im Anschluffe an einen Ar­tikel in der Naumann'fchen ,Hilfe' folgendes: Wir wünschen, daß der Linksliberalismus Herrn Bülow wirklich über die Klinge springen

angehalten."

„Dem Gerede liegt aber Wahrheit zu­grunde? Du liebst ihn?" forschte der Mar-

vom dichten Nebel seinen Blicken beinahe ent­

zogenen Schiffe spielte. Er machte gewaltige

Augen senkend und mit ihrem Armband spielend.

„Lord Glenham hat noch nicht um meine Hand Zrmmer

'trscheiut iä girch «u Aur« hme brr Soim« undHeirrtage Viertel» Mr.Sezuarprei« »hne Bringtrl 'bn und veftellgeldin Hulda und ansroärts 1 mt. so ptg-

Zentrum die einzige Partei

sei, auf die man sich verlassen könne. Es geschah nach der Annahme der Kanalvorlage. Da hat gegenüber allen diesen Zeugnissen niemand von den Konservativen und niemand von den Nationalliberalen protestiert; sie selbst stimmten ja auf das Zentrum dieses Loblied an. In der dazwischen liegenden Zeit hat das Zentrum ganz Hervorragendes auf dem n a t i o n a- len Gebiete geleistet: Annahme der Militär­vorlage von 1905, Annahme der Flottenvorlage von 1905, Annahme der Militärpensionsgesetze von 1906, Beseitigung der schwersten Mißstände in der Kolonialpolitik 1905 und 1906 usw. Da kam im Oktober 1906 die Kamarilla; der Reichskanzler fühlte sich in seiner Stellung be­droht; er wollte und muffte vom Zentrum los, um sich zu retten. Die Trennung erfolgte mit viel Gepolter und unter Beschimpfungen des I Zentrums. Wo blieb nun die Unabhängigkeit

des politischen Urteils von jenen, die noch vor | Jahresfrist das Zentrum ob seiner nationalen

Haltung belobten? Keine Stimme erhob sich; i vielmehr schimpften sie alle mit, an der Spitze j der Zentralvorsiand der nationallrberalen Par- | tei in jenem famosenBettel schr eiben, das in das Ausland versendet wurde. Weil die Offiziösen auf das Zentrum einhieben, darum i taten es Konservative, Liberale und Freisinnige, sie alle folgten wie Kinder dem

politischen Rattenfänger von Hameln.

Man kann solche Erscheinungen nicht mit der \ „Hitze des Wahlkampfes" entschuldigen7 die Ur» l fache liegt tiefer.

Es ist eine der hervorragendsten Eigenschaf­ten der Aera Bülow, daß das politische Urteil immer mehr von der Wilhelmstraße abhängig wird. Im Kulturkampf unter Bismarck war es nicht einmal so; da gab es noch viele Männer außerhalb des Zentrums, die diesen Katnpf miß­billigten. Wie aber steht es z. B. heute in der Beurteilung der Auslandspolitik? Ein fremdes Blatt behauptete einst, fast die ganze deutsche Presse sei in der Auslandspolitik offiziös; für die Jnlandspolitik trifft dies jetzt für fast alle liberalen und konservativen Zei­tungen z u. Das politische Urteil wird hier in

zurück.

Er nickte und fuhr fort „Sie schrieb an mich ne sehr stolz, so stolz wie ich sei

Verantwortlicher

z*par;eller in Hulda Wochrnbe lüge! „Illustrierte Soimtagrzestung

sen Sie mich verdächtigen?"

Den Marquis ließen ihre wohlberechneten Worte kalt.

„Du warst arm und Sir Albert Trevor war ein ruinierter Bösewicht, welcher Dich geheiratet hatte, in der Erwartung, mit Dir ein bedeuten­des Vermögen zu bekommen," antwortete er. „Er war ein leichtsinniger Mensch. Du aber erbtest von Deiner Mutter deren Leichtsinn und Gewissenlosigkeit. Verführt tion, Sir Albert Trevor, würdest Du, glaube ich, jedes Verbre­chens fähig gewesen sein. Ich spreche Dich, wie gesagt, frei von dem Verdacht, das Kind ver­giftet zu haben, aber ich glaube, daß Du, um seinen Reichtum zu bekommen, sein Leben wenig- I stens nicht zu erhalten suchtest und daß Du und Dein Gatte seinen Tod verschuldet haben — wis­sentlich und absichtlich!"

Deutsches Reich.

Berlin, 18. Juli 1907.

endlich ein Ende hat. Lieber ein vollkommen reaktionäres Regime, als der jetzige Zustand. Dann würde wenigstens Klarheit geschaffen und dem Volke die Augen geöffnet werden. Mit schönen Worten dürften denkende Arbeiter kaum mehr ge­wonnen werden können, sie wollen Taten sehen. Wir glauben kaum, daß der Reichskanzler sich die Ruhe des Badelebens durch diese fürchterliche Drohung stören lassen wird. Selbst wenn der Linksliberalismus Neigung haben sollte, den Reichskanzler über die Klinge springen zu lasten, so würde ihm, meint nicht mit Unrecht die ,Deut!che Sagesztg/, die Macht gebrechen, diese N.igung. in die Tat umzusetzen. Die Klinge des Links­liberalismus ist nicht scharf und nicht kraftvoll genug, um den Reichskanzler zum Sprunge zu I bewegen. Vorerst sitzt er noch zu gut!

* Das Befinden des Abgeordneten Dasbach. Heber das Befinden des Herrn Abg. Das­bach schreibt die ,Stier. Landesztg/: „Das Leiden bestand darin, daß am Ausgange des Magens eine Wucherung sich gebildet hatte, welche die für die Verdauung nötige Verbindung zwischen । Magen und Dünndarm unterbrochen hatte. Zur Hebung dieses Leidens mußte eine Operation vorgenommen werden, und zwar eine doppelte. Es mußte nämlich jene Wucherung beseitigt und ein neuer Ausgang des Magens nach dem Dünn­darm geschaffen werden. Da das Leiden schon länger bestanden und infolgedessen die Kräfte des Patienten in bedeutcnöem Maße abgenommen halten, trug der Arzt Bedenken, beide Operationen zugleich vorzunehmen. Er hat deshalb am 19. Juni sich damit begnügt, die an erster Stelle notwen­dige Operation vorzunehmen, nämlich eine neue Verbindung des Magens mit dem Dünndarm herzustellen. Diese Operation ist glücklich ver- laufen, Magen und Darm konnten wieder ar­beiten. Infolgedessen haben sich die Kräfte des | Kranken soweit gehoben, daß der Arzt vorgestern zur Vornahme der zweiten Operation (Ausschnei­den der Wucherung in dem Magenausgang) schritt. Die Operation ist schwierig gewesen, ab.r gut verlaufen. Das Befinden des Patien­ten ist zufriedenstellend."

Gegen den Negierungsrat Martin wird jetzt endlich von amtswegen ein geschritten. Es ist noch in aller Erinnerung, welch' wichtige Rolle er sich gelegentlich des Rücktrittes des Grafen Posadowsky beigelegt hat. Seine Aeußerungen darüber sind nun die erste Veran- lasfung, daß, wie die ,Rordd. AUg. Ztg/ meldet, das förmliche Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet worden ist. Zur Begründung gibt das offiziöse Organ nun folgendes an: „Der

weckt und seinen Haß aufs neue entflammt. Aber nur minutenlang. Dann war er äußerlich wie­der ruhig und kehrte zu ihr zurück, mit einem Gesicht, so hart und kalt wie Marmor.

Genug von der Vergangenheit!" sagte er. | »„Dein Anblick brachte mir alles in die Ermne-! ntnq zurück und erregte den ganzen alten GrollI in mir. Es ist ja möglich, daß ich Dir mit mei­nem Verdacht unrecht tue. Wenn Du auch das Blut Deiner Mutter in Deinen Adern hast, so bist Du doch ebenfalls meines Sohnes Kind und solltest doch wenigstens etwas von seiner edlen Natur in Dir haben .... In dem Briefe, in welchem Du mich um die Erlaubnis batest, Castle- Cliff besuchen zu dürfen, erwähntest Du, daß Lord Glenham diesen Monat auf seinem benachbarten Gute zubringen würde. Gleich nach Empfang Deines Briefes härte ich zufällig, daß Lord Glenham um Dich werbe. Ist das wahr?"

Diese plötzliche Wendung des Gesprächs ver­drängte die Furcht der Lady und gab ihr wieder neue Hoffnung.

* Mehr politische voramsetzuilgs- lofiglelt.

Die schreibt- Der einstig- Rus

l i b e r a l er Professoren nach „Voraussetzungs­losigkeit" hat seine Berechtigung auf politischem Gebiete. Wir möchten ihn besonders den Zen­trumswählern zurufen mit der Warnung: L a ßt Euch vom Gegner nicht umgarnen! Die politische Meinung wird m unfern Reihen nicht selten zu sehr von dem Urteil der Gegner beeinflußt. Selbst erprobte alte Zentrumsmän­ner schauen immer noch darauf, was dieses oder jenes gegnerische Blatt sagt; man sieht und hort es gerne, wenn es noch ein wenig Anerkennung für das Zentrum übrig hat. Das Auftreten ein­zelner Zentrumsabgeordneter vollends wird lei­der nur zu oft nach den Worten abgemessen, die der Gegner ihm zollt, und mancher ist noch im­mer der Ansicht, das Auftreten sei nur bann gut und einwandsfrei gewesen, wenn auch der Geg­ner bei aller Kritik noch einige Liebenswürdig­keiten übrig hat. Dieser Standpunkt gleicht dem eines Generals, der seine Taktik nach den Wünschen des Feindes einrichtet; es ist der ,,Bülow"-Standpunkt. Fürst Bülow entrüstete sich im Reichstage, daß sich das Zentrum im Wahlkampfe nicht von ihm schlagen ließ, daß es seinen Hilfstruppen nicht in der Stichwahl bei­stand; es ist jener Standpunkt, den die Zen­trumsredner mit Recht als einen urkindlichen bezeichnet haben.

Die offene Aussprache über diese Schatten­seiten muß aber die Ergänzung dahin erfahren, daß das politische Urteil

int Zentrumslager int allgemeinen weit selbständiger

„Ich toiH zu dem eigentlichen Zweck meine- Besuchs kommen," sagte er dann, wieder vor der Lady stcheu bleibend. „Ich wurde Dich ni« aufgesucht haben, Edith, hafte es nicht der Ladtz Glenham zu Gefallen geschehen muffen!

„Der Lady Glenham?" fragte sie erstaun»

Lady Trevor leise. „Meine Stiefmutter war zogenen Schiffe Mette. ur W so gut gegen mich. Während alle kalt auf mich Anstrengungen, seine Ruhe und ^e bftbeherrsch- herabsahen, zeigte sie sich freundlich und liebevoll ung wiederzugewuineii. ^r Anblick der Lady gegen mich. Als ich von Ihnen und meinem Trevor hatte alle^Bitterkeü n J««« Vater verstoßen wurde wegen meiner Heirat mit Sir Albert Trevor, bat sie für mich um Ver­gebung, wenngleich ihr Flehen auch vergebens war. Und als sie krank in fremdem Lande lag, da schickte sie zu mir und vertraute ihr Kind meiner Fürsorge an. Wie hätte ich alle ihre Liebe mit dem Verbrechen belohnen können, des-

„Ja, ich liebe ihn mehr, als ich jemals je­mand lieben zu können glaubte! Aber das ist auch alles! Er hat mir manche Aufmerksamkeit erwiesen, hat mir aber noch nie erklärt, daß mich er mich liebe. Vielleicht bringt dieser eluseuthalt im schottischen Hochlande ihn zu meinen Füßen!"

Hm" ! äußerte der Marquis. „Wenn Du Dich'gegen früher nicht geändert hast, so möchte ich Lord Glenham lieber tot wissen, als ihn als Deinen Gatten sehen. Wenn mein Verdacht hingegen unrecht war, so ist gerade seine Liebe vielleicht imstande, Dich zu einer guten Frau zu machen. Glenham ist der beste Mensch, welcher den Männern Achtung und den Frauen Ver- ehrung abnötigt. Ihn als meinen Enkel zu sehen, würde mich gleichsam von neuem ans i Leben fesseln, — würde mir eine Freude machen, wie ich sie nie mehr zu erleben dacht^ Wie Du weißt, wird er, der ohnehin sehr reich ist, da er einer entfernten Linie meuter Familie ent­flammt, nach meinem Tode der Erbe meiner Titel und meiner Allodialguter werden. Er wird einst als Marquis von St. Conards und Graf von Glenham einer der reichsten Manner Englands sein. Seiner Gattin wartet also der, mLinstd!» glänaenhfte M im Mcnl-

I „Ich weiß es," sagte Lady Trevor, „und SaT&t ist «rW* N M

amte n", der sich heute Fürst Bülow nennen darf. Eine solche Wahlparole bringt natürlich niemand auf die Beine; darum holte man die große „nationale" Trommel her. Wir treten der politischen Einsicht unserer Gegner nicht zu nahe, wenn wir sagen, daß sie diesen Grund schon im Wahlkampfe erlannt hätten; erst vor einiger Zeil sagte dem Schreiber dieses eine be­kannte liberale Persönlichkeit, daß es in ihren Reihen Gemeingut geworden sei, daß der Kanz­ler den Kampf nur um seine eigene Stellung ge­führt habe; er fügte jedoch die ganz bezeichnende Bemerkung hinzu: „Aberwirdürfenes nicht taut sagen!" Tatsächlich ist es so. _ . „

Das politische Urteil ist nicht unabhängig. Man damit die unehrliche Politik der Gegenwart erinnere sich nur an die früheren Lob- ■"* ' " ' ‘ ---

spräche über die nationale Politik des Zentrums. Herr von Kardorfs legte im April 1904 im Reichstage Zeugnis für diese ab; der Reichskanzler schloß sich ihm an, und später noch hat Fürst Bülow bei einer Tafel dem Kaiser gegenüber offen ausgesprochen, daß das

In der Oeffevtlichkeit wird dieses Vorgetzen nur begrüßt werden; nur rounbett man fid) darüber, daß ein solcher Schritt nicht schon längst unternommen wurde.

* lieber die künftige Ostmarkenvorlage werden zur Zeil in der Presse allerlei Andeutungen gemacht. Daß Schwierigkeiten in der Bebandlung der i'Jlaterie für die Regierung entstanden sind, geht allein 'chon daraus hervor, daß die für die letzte Session schon angelündete Vorlage noch znrückgestellt worden ist, und wenn nicht alles trügt, sitzt die Negierung mit ihrer Polenpolitik fest imd weiß sich nicht mehr zu raten und zu Helsen. Während noch die Deutsche Tagesztg/ am Mittwoch aulünd-igen wollte daß die Vorlage" über das Enteignungsrecht nunmehr so gut wie gesichert gelten tönne und nur noch über ihre Formulierung Dteinungsvei schieden' heilen bestehen, wollen die halbosfistöieu ,Berl. Pol Rachr/ es anders wissen. Hiernach hat die Re­gierung von der Einbringung einer solchen Vorlage überhaupt Ab stand genommen und anstelle dee Enteiqnungsrcchtes der Landkommission einen anderen Weg zur Förderung ihrer LanvpolMt im Osten gewählt. Schade nur, daß dieser andere Weg noch "nicht näher angegeben worden ist! Tas Verl. Tagedl/ bezeichnet es als wünschenswert wenn die ,Nordd. Allg. Ztg/ einmal in die er An­gelegenheit den Mnnd auftnn würde. Schließ­lich meldet sich auch noch die frei konservative Host' zum Wort. Sie bezeichnet die Angaben der ,Deutsch. Taqesztg/ als auf einem Mißverständnis be ruhend und schreibt: „Richtig ist, daß für du nächste Landtaqssessiou, die ichon in der letzten Thronrede angekündigtc Vorlage in sicherer Aussicht steht, uns es ist auch sehr wahrscheinlich, daß in dieser Vorlage eine Erweiterung der Befugnisse bei mit dem Ansiedlungswerk betrauten Behörden vor­gesehen werden wird. Allem es ist nicht an- zu nehm en, daß dafür der Weg der Gewährung eines weitgehenden Entcignungsrechtes an die Au- siedlungskomnnssion gewählt werden wird; denn die Gründe, welche im Frühjahr dazu geführt haben von der Verfolgung dieses Gedankens abzusehen, bestehen noch in voller Stärke fort. Ins­besondere hat sich an der Tatsache, daß derselbe int Herrenhause auf den entschiedensten Widerspruch stößt, nicht das mindeste geändert." Diese Auf­fassung deckt sich im allgemeinen mit den Mitteilungen der halboffiziösen Korrespondenz. Schließlich tritt die Posb noch der Behauptung entgegen, daß der Herzog von Trachcnberg den Kaiser zur Ent- I eignungsvorlage bestimmt habe. Rach ihr gehört der Herzog vielmehr mit anderen hervorragenden Gesinnungsgenossen zu den entschiedensten Gegnern des Enteignungsrechtes. Aus diesen Gründen halt die ,Post' an der Annahme fest, „daß die im Herbft zu gewärtigende Vorlage auf einer anderen Grundlage als der des Enteignungsrechtcs sich aufbauen wird". Nun darf man erst recht daraus gespannt sein, welche Wege die Negierung mit der neuen Vorlage einfchlagen wird, nachdem sie mit

ist, als in aiiberen Parteien. Es gißt_ in der Zentrumspartei mehr als anderswo selbständige Männer, die sich nicht durch Tagesereignisse wie | ein Rohr hin und her bewegen lassen und dem Schlagwort der Phrase keine Huldigung bereiten. | Der letzte Wahlkampf hat noch außer ordentlich ! erzieherisch gewirkt; je länger die Block- Politik andauert, desto besser für das Zentrum in | dieser Richtung. Alle seine Anhänger, werden • , sich hiedurch immer wieder klar, daß die Kraft s des Zentrums in den breiten Volksschichten liegt, i und daß die Arbeit des Zentrums nur ihrem Wohle gilt. Eine solche erzieherische Periode, die unsere Partei vor dem Einlullen, dem politi­schen Nichtstuen und dem ungesunden Schielen 'nach Regierungsgunst bewahrt, ist nicht hoch 1 genug zu bewerten. Die Unabhängigkeit der politische Meinung zu pflegen, ist eine Haupt­aufgabe der heutigen „z e n l r u m s l o s e n Zeit.

Aber wie sieht es denn in dieser Hinsicht bei den Gegnern aus? Wir nehmen von allen Blockparteien nur einzelne konservative Kreise aus, und wir müssen konstatieren, daß im zanzen Block nur

wenig Unabhängigkeit des politischen Urteils gu finden ist. Da gibt die Negierungspfeife den Ton an. Man erinnere sich doch nur an den letz­ten Wahlgang und an die früheren Zeiten. Der Zweck des Wahlkampfes war, wie Abg. Herold in Wiesbaden kurz sagte, der Kampf um die „Stellung eines einzelnen Be

Lady Trevor preßte die Hände vor ihr Ge­sicht, um den Schrecken und die Furcht zu verber­gen, die sich auf demselben ausprägen mußten und so deutlich ihre Schuld verrieten, daß sie die Notwendigkeit fühlte, dieses nur zu beredte Zeug­nis für die Bestätigung seines Verdachtes den w.

forschenden Blicken des allen Lords zu entziehen, cheln vertiefte,

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Lady Trevor errötete, tn ihren Augen leuch­tete es auf und um ihre Lippen schwebte ein sanfter Zug, der sich zu einem Artlichen La- menoen «naen ue» mwi wlu» 8u hu.0»-9<-“- I cheln vertiefte, als sie nach einer Weile mit er- Der Marquis trat an ein Fenster und sah künsleller vertrauensvoller Offenheit antwor- hinaus auf die schäumende See, die mit dem l tete:

Hotationsötud u Verlag Oer Huldaer 21c« tienOr iderei in Hulda. Huldaer GefchichkblS Irr" s"rl»"te ••

Iie Perle lies SchUMMAS.

Roman von Ed. Wagner.

’.BJ (Nachdruck verboten.)

Lady Trevor stockte unwillkürlich der Atem und so starrte sie ihm ins Antlitz, der forlfuhr:

„Und dort nahmst Du eine andere Wärterin an, eine flämische Frau, die, wie ich feftfteHen konnte, eben erst von ihrer bisherigen Herrschaft entlassen worden war, weil sie beispiellos trüge und einfältig war, welche sich also für die Pflege eines zarten Kindes durchaus nicht eignete. Du gingst alsdann nach Paris und stürztest Dich hort in Vergnügungen, während die kleine Ade­line im Sterben lag. Mein Bevollmächtigter, der mir das Kind überbringen sollte, kam zu spät; denn es starb gerade am Tage seiner An-1 kiinft. .. Der Verdacht, daß Du das Kind ver­giftet hast, Hal sich mir oft aufgedrängt!"

Der Lord hatte die letzten Worte langsam und betont gesprochen.

„Großvater, wie können Sie nur so grau­same Worte zu mir sprechen?" rief Lady Tre­vor, sich aufrichtend, als wäre plötzlich eine schwere Last von ihr abgewälzt. „Sie könnten mich wirklich beschuldigen wollen, meine kleine Stiefschwester vergiftet zu haben?"

„Ich sagte, daß der Verdacht sich mir oft lufgedrängl Hal," versetzte der alte Herr, „aber ch muß Dich von diesem Verbrechen doch wohl reisprechen. Der Totenschein und die Unter- uchung, welche ich nach der Ankunft der Leiche in England vornehmen ließ, bewiesen, daß Ade­line an der Schwindsucht starb. Dennoch aber bleibe ich bei dem Glauben, daß Du schuld an ihrem Tode bist. Du hast sie durch schlechte Be- Handlung absichtlich dem Tode enlgegengeführt, damit Du ihr Vermögen erben konntest!"