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Fulda, Montag den 1. Juli 1907.

34. Jahrgang.

' JW 147.

Zweites Wtatt

für das -ritte Quartal

stellgeld und Bringerlohn) entgegen.

nehmen fortwährend alle Postanstalten, LandbrieftrSger, Zeitungsträger und die Expedition (Harmonie) Bestellungen auf die ,Fuldaer Zeitung' zum Preise von 1,50 Mark (ohne Be-

tums und wacht, daß die Gläubigen sich nicht von Trug umgarnen lassen. Aber dabei hindert sie in keiner Weise, nein, sie empfiehlt und fördert mit allen Kräften, daß die von Gott ihr anver­traute Wahrheit, zu deren Hut und Schutz sie selbst gegründet wurde, immer klarer dargelegt, immer weiter entwickelt werde, entsprechend den Anlagen und Anforderungen der Zeiten und der Völker, aber in rechtmäßiger Darlegung und Enttvicklung.

Darum liegt es auch auf der Hand, daß für die Verurteilung der Schell'schen Schriften kein an­derer Grund ersichtlich sein kann, als dieser, daß in ihnen das Gift der Neuerung enthalten ist, und Lehranschanungen, die dem katholischen Glaube» entgegenstehen.

Eben deshalb sagen Wir laut, daß Du Dich um die Religion und ihre Lehre höchst verdient ge­macht, und erachten, daß Du Deinem Amt und Beruf als Lehrer der Theologie trefflich enffpro- chen hast, dadurch, daß Du klar und deutlich dar- zulcgen suchtest, was in den Dingen, von denen hier die Rede ist, die Anschauung und Lehre der Kirche ist. damit die Gläubgen darin nicht irre gehen. Von Herzen wünschen Wir Dir deshalb Glück und ermuntern Dich aus ganzer Seele: scheue nicht Tadel und Angriff der Gegner; das soll vielmehr Dir Ehre und Ermunterung sein! Und laß destvegen »licht.daoon ab. Deine Geistes­kraft und Deine Feder der Verteidigung der katho­lischen Glaubenslehre zu weihen.

Als Unterpfand der göttlichen Gnade und als Erweis Unseres 'Wohlwollens erteilen Wir Dir von Herzen den Apostolischen Segen.

Gegeben zu Rom beim hl. Petrus am 16. Juni 1907, im 4. Jahre Unseres Pontifikates.

Pius P.P. X.

An unfern geliebten Sohn Ernst C o m m e r, Professor ic. an der Universität zu Wien.

fchenliebe für alle kommenden Zelten festzuhalteu, und auch von anderen Seiten werden Vorberei­tungen getroffen, diesen Tag durch Schaffung ge­meinnütziger und wohltätiger Einrichtungen zu feiern. - Wir sind zu der Mitteilung ermächtigt, daß Se. Majestät mit hohem Wohlgefallen von diesen Absichten Kenntnis genommen haben und es als das schönste Unterpfand treuer Anhänglich­keit ansehen würden, wenn die freudige Teil­nahme der Bevölkerung bei dem bevorstehenden Erinnerungstage ebenso wie in früheren Fällen vornehmlich in Akten werktätiger Men­schenliebe ihren Ausdruck fände. Insbeson­dere entspräche es dem Allerhöchsten Wunsche, daß von größeren festlichen Veranstaltungen Umgang genommen wird, damit die aus diesem Anlaß be­willigten Mittel möglichst unverkürzt der Allge­meinheit zugute koinmen und den Bedürftigen voll erhalten bleiben.

* Der Papst und die Friedenskonferenz. Der Pariser Figaro hatte berichtet, die Verwendung des Präsidenten Roosevelt und der russischen Ne­gierung behufs Zulassung eines Vertreters des Papstes zur zweiten Friedenskonferenz sei geschei­tert an der Gleichgiltigkeit Pius X., welchen über­haupt die Politik nicht interessiere. Man konnte schon ohne weiteres eine solche Behauptung als den Tatsachen nicht entsprechend erkennen. In Wirklichkeit betrachtet Pius X. es als eine Pflicht seines hohen Amtes, sich um alle politischen, das Papsttum direkt oder indirekt, die Kirche und Re­ligion sowie das Wohlergehen der Völker betref­fenden Angelegenheiten zu kümmern; deshalb interessiert ihn auch die Friedenskonferenz, mit Bezug auf welche Pius X. stets den würdevoll l e n P r o t e st des Heiligen Stuhles gegen dessen Ausschaltung aufrecht hält.

Der Müller schwankte.

„Und wenn die Sache zur Untersuchung kommt, werden Sie als Zeuge vernommen wer­den", erklärte Alexa.

Des Müllers Schreck war so groß, daß er ihn nicht verbergen konnte; er blickte rückwärts auf seine Mühle und sein hübsches Wohnhaus, dann wandte er seinen Blick scheu zu Alexa und sagte trotzig:

„Und wenn ich als Zeuge vernommen werde, kann ich doch nichts sagen."

„Das wird sich finden", entgegnete Alexa. „Warum überläßt Ihnen Lord Montheron die Mühle und das Haus ohne Pacht? Sie sind von einem bedeutungslosen Gärtner zu einem wohl­habenden Müller avanziert. Das muß eine Ur­sache haben und Sie werden vor Gericht diese erklären müssen."

Der Müller stöhnte, antwortete aber nicht.

„Wenn Sie so viel dafür bekommen, daß Sie dre Wahrheit verschweigen", sprach Alexa ernst und eindringlich, „wird es das beste für Sie fein, Sie sagen alles, was Sie wissen. So sicher, als Sie leben, wird der Name Lord Stratford Herons wieder zu Ehren kommen. Wollen Sie mir dabei helfen?"

„Lord Strafford ist tot", murmelte der Mül­ler. „„Der jetzige Marquis wird Marquis bleiben. Es ist zu spät, etwas zu tun.

. »Es ist nie zu spät, ein begangenes Unrecht wreder gut zu machen", sagte das Mädchen. „Sie werden nichts verlieren, wenn Sie die Wahrheit sagen, wohl aber gewinnen. Wenn Sie Ihre Mühle und Ihr Haus behalten wollen, so ist der einzige Weg dazu, die Wahrheit zu sagen. Wenn Sie das nicht tun, werden Sorgen und Unheil über Sie und Ihre Familie kommen. Gehen Sie zu Mr. Dalton, dem Friedensrichter, und sagen Sle rhm

sprechen. Wenn ein Sturm losbricht, muß ich in Sicherheit fein."

Er sah bestürzt aus.

„Ich will das Gewisse nicht fürs Ungewisse preisgeben", fuhr der Müller in seinem Selbst­gespräch fort. „Ich bin kein schlechter Mensch, wohl auf meinen Vorteil bedacht, aber das ist Geschäftssache. Lord Montheron soll mir die Mühle auf 99 Jahre verschreiben. Ich kann einen Druck auf ihn ausüben, daß ich alles erreiche, was ich will."

Ungeachtet dieser Zuversicht kehrte er verdrieß- ich in die Mühle zurück, von einer Unruhe ge­quält, die selbst sein fester Wille nicht zu unter- drücken imstande war.

Alexa erreichte das Dorf und begab sich so­gleich zu Mr. Dalton, der überrascht zu sein schien über ihren Besuch an diesem Tage. Sie teilte ihm ohne Umschweife ihre Entdeckung inbetreff des Müllers mit und Mr. Dalton hörte ernst zu.

„Ich will Mr. Jakob Gregg beobachten lassen", jagte er, als sie ihre Mitteilungen beendet. „Sie haben ihm Veranlassung gegeben, auf seiner Hut zu sein. Miß Strange; aber da er so verwirrt ist, wird er sich in irgend einer Weise selbst betraten."

„Ich denke, das ist alles, was vorläufig not­wendig ist. Er kann also nicht verhaftet und ver- antofet werden, zu erzählen, was er weiß?"

„Wie die Sachen jetzt stehen, nein", erwiderte Mr. Dalton, „obwohl ich nicht bezweifle, daß er mehr weiß, als er zugeben will."

Da es schon spät war, so verweilte Alexa nicht änger. Mr. Daltons Anerbieten, einen Wagen holen zu lassen, entschieden aber dankend ableh- nend, entfernte sie sich und machte sich, auf den Rückweg nach dem Schlöffe. , .

Z ' ' '■ (Sortfefctnta folgt.! »

Ausland.

* Zum 66jährigen Regierungsjubiläum des Kaisers Franz Joseph schreibt die Wiener Abend- post in offiziösem Auftrag: „Dem 60jährigen Re­gierungsjubiläum St. Majestät wird von allen Völkern des Reiches mit dem Gefühle inniger Freude und Dankbarkeit entgegenfehen und die Frage, in welcher Art der Gedenktag am würdig­sten begangen werEn könnte, beschäftigt die toei= testen Kreise. So haben bereits einzelne öffent­liche Körperschaften beschlossen, Sie Erinnerung an den 2. DLZeRöer 1908 durch Werke der Meu-

Veutscher Kelch.

Berlin, 29. Juni 1907.

* Staalsminister Dr. v. Studt verabschiedete sich am Freitag nachmittag 2 Uhr von den Beam­ten des Kultusministeriums und stellte, sie dann seinem Nachsolger vor, der darauf sein Amt über- nahm.

* Verspätete Auszeichnungen. Nachdem in der Presse fast aller Parteien sich lebhafte Ent­rüstung über die Art und Weise kund gegeben hatte, wie man den Grafen Posadowsky ver­abschiedet hat, scheint die Regierung zur Einsicht gekommen zu fein, daß man einen Mann wie Posadowskp nicht einfach ohne Sang und Klang wie einen unbrauchbaren Kommis vor die Türe setzen darf. Am heutigen Freitag, also sechs Tage nach der Verabschiedung, veröffentlicht die ,Nordd. Allg. Ztg/ folgendes Handschreiben: „Mein lieberStaatsminister Gras vonPosadowsky! Ihrem Ansuchen um Entlastung aus den Aemtern als Staatsminister und Staatssekretär des Innern habe ich durch Erlaß vom heutigen Tage ent­sprochen. Ich kann es mir aber nicht versagen. Ihnen für die treuen und erfolgreichen Dienste, welche Sie mit unermüdlicher Hingabe an die Ihnen gestellten großen und schwierigen Aufgaben mir und dem Vaterlande geleistet haben, meinen wärmsten Tank noch besonders auszu- sprechen. Als Zeichen meines unveränderten Wohlwollens verleihe ich Ihnen meine Büste in Marmor, welche Ihnen zugehen wird. Ich verbleibe rc. — Auch Herr v. Studt hat ein Handschreiben erhalten. Dasselbe lautet: „Plein lieber Staatsminister Dr. von Studt! Nachdem ich Ihnen durch Erlaß vom heutigen Tage die nachgesuchte Dienstentlassung in Gnaden erteilt habe, drängt es mich. Ihnen meinen besten

„Ich weiß nichts, und kann deshalb nichts sagen", unterbrach sie Gregg mürrisch. „Sie ha­ben das-Leben meines Kindes gerettet. Miß, und dafür bin ich Ihnen von ganzem Herzen dankbar, aber ich kann nichts sagen. Wenn Lady Wolga die Spur des Mordes verfolgt, werde ich nichts damit zu tun haben."

„Wenn Sie mir dankbar sind für den Dienst, ■ den ich Ihnen heute erwiesen", erwiderte Alexa, „können Sie mir denselben dadurch reichlich be­lohnen, daß Sie Mr. Dalton die ganze Wahrheit mitteilen. Ich überlasse sie Ihrem eigenen Gewis­sen; nur bedenken Sie, Mr. Gregg, daß ein offe­nes Bekenntnis Ihnen mehr Vorteil als Nachteil bringen wird, daß Sie mehr gewinnen, als ver­lieren werden.*

„Das sehe ich nicht ein, Miß. Wenn ich etwas wüßte, wodurch Lord Straffords Unschuld errate-, fen werden könnte; er ist tot und kann meine Aussage nicht belohnen. Lord Montheron ist Herr und das Schloß mit allem, was dazu gehört, ist in feinen Händen. Und was Recht und Ge­rechtigkeit bestimmt haben, läßt sich gar nicht ändern. Denken Sie nicht, daß Sie mehr wiffen, als die hohen Gerichtsherrn und alle Leute in England."

„Wir wollen nicht darüber streiten", sagte Alexa ernst. „Sie wiffen, wer Lord Montheron ermordete. Ich glaube jedoch nicht, daß Sie im Herzen ein schlechter Mensch find. Wenn Sie einst vor dem Richterstuhl Goftes Gnade zu finden hoffen, so tun Sie nun, was recht ist."

Sie nickte leicht mit dem Kopfe und ging dann langsam weiter, jedoch nicht durch den Park, son­dern schlug den Weg nach -em Dorfe ein.

Der Müller fah ihr nach wie aus einem Traume erwachend.

„Da ist etwas im Anzuge", murmelte er. „Wer ist diese junge Dame? Weiß Lord Montheron, was Sie hier treibt? Ich muß sogleich mit jhm

Dank für die treuen Dienste auszusprechen, die Sie in den langen Jahren Ihrer ehrenvollen Laufbahn mir und dem Vaterlande geleistet haben. Um aber Ihre reichen Erfahrungen und staatsmännische Einsicht dem Staate auch ferner zu erhalten und Ihnen ein Zeichen meines be­sonderen Vertrauens zu geben, habe ich Sie aus Lebenszeit in das Herrenhaus berufen. Ich verbleibe rc." Das Handschreiben wird Herrn v. Studt nicht darüber hinweghrlsen können, daß man ihm einfach den Stuhl vor die Tür gesetzt hat, daß man ihn entließ, ohne auch nur, wenn auch nur der Form wegen, sein Abschiedsgejuch abzuwarten.

* Graf Ballestrem erhielt bekanntlich anläß­lich feines fünfzigjährigen Offiziersjubikäums ein Glückwunschtelegramm des Kaisers, welches die Verdienste des Jubilars rühmend hervorhob. Es wird jetzt die Frage aufgeworfen, ob auch der Reichskanzler den Grafen Ballestrem be­glückwünscht habe. Man glaubt, so schreibt die «Schles. Volksztg/ dieses verneinen zu müffen, im Hinblick darauf, daß Graf Ballestrem zwei Tage vor der Auflösung des Reichstages den Reichskanzler gefragt ‘ hat, ob es richtig fei, daß der Reichstag aufgelost werden solle. Der Reichskanzler hatte das in Abrede gestellt.

eigener Prägung" für ihre Zwecke, für die Annäherung des Katholizismus an den Pro­testantismus, große Hoffnungen setzen, muß jeden treuen Katholiken bedenklich machen. Wenn erst die Willkür des Einzelnen an die Stelle der allgemeinen verbindlichen Lehrautorität getreten ist, wenn die „eigene Präge" anstelle der von Gott der Kirche übergebenen „Hinterlage des Glaubens" gesetzt ist, so sind unendliche viele Abstufungen möglich, von einigen kleinen Zu- geftändnissen an Protestantismus und Unglauben bis zum völligen religiösen Skeptizismus und Nihilismus (Zweifel und Leugnung aller reli­giösen Wahrheit), der vom Christentum und Kirche nur noch inhaltslose Wortformeln mit sich schleppt. Anknüpfend an so nichtige Schlag­worte wie „Kultur", „Wissenschaft", „Fortschritt", „Entwickelung", „Bildung", „Zusammenwirken der Konsesfionen", „Nationalwohl" schwirren diese Reformideen in einer Menge von Abhand­lungen, Romanen, Aufsätzen allüberall herum und richten in katholischen Kreisen, besonders unter den Gebildeten, eine nicht ungefährliche Verwirrung an. Jedenfalls verdient die Kund­gebung des hl. Vaters auch, in Deutschland an­gelegentliche Berücksichtigung. Daß der hl. Vater selbst dabei auch an Deutschland gedacht hat, zeigt wohl ein Brief, den er kürzlich an den Professor Sommer in Wien gerichtet hat. Dieser hat ein Buch über den Professor Schell und seine Werke versaßt. Pius X. schreibt ihm dazu: Geliebter Sohn! Gruß und apostolischen Segen-

Höchst erfreut waren Wir über das Werk, das Du in einer für unsere Zeit wie für Deine Lands­leute höchst nützllchett-Uvfichr-Hs^Löt. hast, nämlich um die in den Schriften des jüngst derstordmrn Hermann Schell vorgetragenen Irrtümer in kur­zem Auszüge ans Licht zu ziehen und in ihrer Verwerflichkeit darzustellen.

Es ist allen wohlbekannt, daß Hermann Schell sich in seinem Leben durch Sittenreinheit, Fröm­migkeit, Eifer für die Verteidigung der Religion und andere Tugenden hervorgetan hat. Freilich nicht so durch unverdorbene Lehre. So kam eS, daß mehrere feiner Werke als mit der katholischen Wahrheit nicht genügend in Uebereinstimmung von dem Apostolischen Stuhle öffentlich abgelehnt und verworfen worden sind.

Bei dieser Sachlage dürfte ohne Zweifel von den Katholiken erwartet werden, daß niemand einem im übrigen lobenswerten, aber von der katholischen Lehre abirrenden Manns folgen und eine, nach vorsichtiger Aufdeckung der Gefährlich­keit, in dieser Richtung unbesorgt fortarbeitende Lehre als rein betrachten, geschweige als dem Fortschritt dienend ansehen werde.

Aber im Gegenteil. Es ist zu Unserer Kennt­nis gelangt, daß es Leute gibt, die kein Bedenken tragen, feine Lehre zu empfehlen und ihn selbst mit Lobsprüchen so zu erheben, als ob er ein Hauptverteidiger des Glaubens gewesen fei, ein Mann, den man sogar mit dem Apostel Paulus vergleichen J*ürfe, und durchaus würdig, daß seinem Gedächtnis durch Errichtung eines Denk­mals die Bewunderung der Nachwelt gesichert werde.

Freilich, die so denken, müssen als Leute gelten, die von Unkenntnis der katholischen Lehre befan­gen sind, oder der Autorität des Apostolischen Stuhles Widerstand leisten, unter dem verleumde­rischen Vorwande, daß derselbe längst veralteten Anschauungen anhäuge, dem Fortschritt der Wis- . senschaften entgegen fei, allen und gerade den fcharfsinnigsten Talenten die Flügel stutze und ' denen entgegenstehe, die die volle Wahrheit kraft- ! voll zu lehren suchen. Kann doch nichts Falscheres 1 und Unbilligeres ersonnen werden, als dieses. 1 Freilich verwirft die Kirche die Freiheit des Irr- 1

s Sine bedeutsame Kundgebung der hl. vaterr.

Gegen den „modernen Kulturkatholizismus" hat der hl. Vater sich bekanntlich im öffentlichen Konsistorium am 7. April sehr scharf ausge­sprochen. In italienischen, belgischen und eng­lischen Blättern wurde diese Anrede als die ge­wichtigste Kundgebung bezeichnet, welche bis jetzt von PiuS X. ausgegangen sei. In Deutschland Schnur man ihr weniger Beachtung, weil man annahm, daß sie fich haüptsächlick oder gar aus- schließlich aus italienische Verhältnisse beziehe? Allerdings paßt die Schilderung der neuen „Ber- wirrung der Geister" und der neuen „Empörung", »von der der hl. Vater darin spricht, Zug um jZug auf die von dem italienischen Senator und Momanschreiber Antonio Fogazzaro infee« nierte italienische Reformbewegung, deren Pro­gramm dieser in seinem Tendenzrovian „J1 Santo“ entwickelt hat.

Der Roman wurde bekanntlich von der Jndexkongregation verurteilt, nachdem er freilich schon in wetten Kreisen großes Unheil angerichtet hatte. (In deutscher Uebefietzung erschien er aumteit im ,Hochland'). Einen Monat bevor der Roman erschien, begann eine französische, reformerische Zeitschrift ,Le Demain‘ in Lyon ihm die Pfade zu ebnen. Auch mit fortschritt­lichen Reformern in England stand Fogazzaro in Verbindung' ebenso hatte er sich schon früher 'in einem Artikel für die Notwendigkeit seiner Resormvorschläge auf den bekannten im vorigen Jahre verstorbenen Würzburger Professor Her­mann Schell berufen, der seinerseits die Wochen­schrift ,Le Demain‘ in warmen Worten will­kommen hieß und von ihr hinwiederum be­geistert gefeiert und hochgepriesen wurde. Wenn sich also auch die päpstliche Kundgebung zunächst gegen Erscheinungen und Verhältniffe in Italien richtete, so sind es doch solche, welche sich in weite internationale Beziehungen hinüberspielen. ES handelt sich da um die Kreise, welche ver­meinen, der Kirche durch möglichst viele Zuge­ständnisse an die sogenannten Bedürfnisse und Forderungen der Gegenwart aufhelfen zu müssen, Zugeständnisse, die vor keinen altehrwürdrgen Rechten, nicht vor der Autorität der Kirchenväter und der Bibel, nicht vor der jahrhundertealten Ueberlieferung der Glaubenslehre innehalten. Schon der Umstand, daß Männer wie Harnack und Paulsen auf diese Reformbewegung, auf diesen „Katholizismus

2U'exa

oder

Auf geheimnisvollen Wege;,.

Roman von Eduard Wagner.

»"j (Nachdruck verboten.)

„Ich denke," fuhr das Mädchen ruhig fort, „öafj Sie, als Sie die Dienststube verließen, etwas bemerkt haben, was, wenn Sie es gesagt hätten, r des Verbrechens auf einen anderen gelenkt haben würde, als auf Lord Stratford 5; an- s fogar, Sie kennen den wirkli­chen Mörder des Marquis."

®er starrte das Mädchen an, als wäre fie em überirdisches Wesen und hätte ihn völlig durchschaut. Sein Atem stockte und feine Knie schlotterten. Die Angst schien ihn seiner Kraft „berauben und er lehnte sich schwer an das iörimengelän&er, um nicht umzusinkeu.

Alexa erblickte in diesen Symptomen ein voll- ffandlges Bekenntnis. Der Müller kannte den Ä bes Marquis; er konnte den Namen chres Vaters wieder zu Ehien bringen. «?iirr^rbu3trKtf0rLHeron ist tot", sagte der starb in einem anderen Weltteile unö die Ermordung des Marquis ge- ft L’°Än «'->>' d°» es M „i«8 fü6d, *id’tnunnpfAr^en‘ 3)08 Geschehene kann doch •ongenSÄ" $5?“$ werden, und die Ver- nieiuand, to^r aufgerügt; c§ ist Licht bringen wird"^" ®efWen wieder ans

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