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wocheudeilage: „Illuftnerte ZonntagrzeMmg
34. JahraE
Fulda, Donnerstag den 27. Juni 1907
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Katholiken Deutschlands!
Im Ium 1907.
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votatiourdru« & Verlag der Fuldaer Ae> Nendrrckerei in Suita. Fernsprecher Nr 9.
verantwortlicher Schriftleiter: A-Wetzler für die Anzeigen: Z. Parzeller in Fnlta
A«; e igem Vie ei» tpaltige Petitzeil« «W deren Bann 15 Pf» Retlamtn sie Petitzeil« 25 Pfg.; bei Wieden Holungen wird rntspr.
Badatt gewährt.
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„Die Kette ist nicht hier," sagte Alexa, Fach für Fach herausnehmend. „Ahl Was habe» wir da?"
Auf dem Boden des Kästchens, unter einem den Boden bedeckenden Sammet verborgen, lag nun neben einigen Ringen und einer Kette von geringem Wert, — eine Kette, welche, als sie herausgenommen wurde, sich als die gesucht^ erwies.
Mrs. Matthews und Alexa starrten eine Weile
sprachlos auf den Fund; dann rief endlich die erstere, bleich vor Aufregung:
„Jenes Stück, das wir gefunden, gehört dem Mörder! Und hier ist der andere Teil der Kettel Renard muß der Mörder seines armen Herrn sein!" r. ,. r „
„Wir müssen die Kette vorläufig hier lassen und unser Geheimnis streng bewahren. Pierre würde sich nichts daraus machen, uns zu toten, um sich zu retten." . t
Mrs. Matthews ließ die Kette tn das Kästchen zurückfallen, furchtsam und zitternd.
Alexa stand einige Minuten schweigend da. Es schien ihr unglaublich, daß sie wirklich den Gegenstand gefunden hatte, welcher für sie von unermeßlichem Werte war. Der Teil, den sie in deS Marquis Schlafzimmer gefunden hatte, war von Pierre nie vermißt worden. Der Bruch war in London ausgebeflert worden und es war nicht ausgefallen, daß die Kette etwas kürzer geworden war. Renard hatte die Kette behalten, weil er ein großer Liebhaber solcher Sachen war und bei einem Verkauf kaum den vierten Teil ihres wirklichen Wertes erhalten haben würde.
Alexa setzte die einzelnen Fächer wieder em und ordnete alles so, wie sie es gefunden; dann verschloß sie das Kästchen wieder „und gab den Schlüssel an Mrs. Matthews zurück.
„Was wollen Sie nun tun. Miß Strange?" fragte die Haushälterin leise.
„Ich werde den Wagen anspannen lassen, antwortete Alexa ruhig, „da Mrs. Jngestre mir die Erlaubnis -w-wben bat. und in das Dorf sah-:
fcfW Nl-Itch «h Iwuabmt der Sonn» un6 Seiet tagt, viertel- iährl.Ve,«g«»rei, ohne Vrwgerl'lm und SeSeNgeld In Fulda und auswärts 1M. 50 Pfg.
Die 53. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands zu Essen hat allen Freunden der > katholischen Sache dringend empfohlen, sich in die Liste der ständige« Mitglieder der General- Versammlung aufnehmen zu taffen, und zugleich die bestimmte Erwartung ausgesprochen, daß überall im Reich, wo Katholiken wohnen, durch deren Organisationen sowie durch opferwillige und arbeitsfreudige Geistliche und Laien eine systematische Agitation für die Anmeldung zur Liste der ständigen Mitglieder betätigt und wachgehalten werde.
Dieser Beschluß ist nicht, wie die gegnerischen Blätter behaupteten, etwa der Furcht entsprungen, als sei es nicht möglich, die Generalversammlungen auf der großartigen Höhe zu erhallen, welche sie bis jetzt eingenommen haben; vielmehr hat sich gerade auS der unerwarteten und riesenhaften Entwickelung der Generalversammlungen die Notwendigkeit ergeben, Vorsorge zu treffen, um den einzelnen Lokalkomitee's die Arbeit der Vorbereitungen zu erleichtern. Andererseits aber begründet die Schaffung der ständigen Mitgliedschaft eine sichere finanzielle Grundlage für die einzelnen Generalversammlungen, namentlich für den Fall, daß dieselben in mittleren und kleineren Städten stattfinden und daher eine geringere Anzahl von ortsansässigen Katholiken vorhanden find, welche das erhebliche finanzielle Risiko der Veranstaltung zu tragen haben. Es soll dadurch ein Garantiefonds für diese Zwecke geschaffen werden.
Die ständigen Mitglieder erhalten jedes Jahr von dem Lokalkomitee ohne weiteres ihre Mitgliedskarte gegen Nachnahme von 7.50 Mk. durch die Post zugestellt, später sämtliche Druck- fachen (auch den stenographischen Bericht), und sie werden in der ständigen Liste des steno- graphischen Berichtes jedes Jahr aufgeführt. Die Verpflichtung, alljährlich zur Generalversammlung persönlich zu erscheinen, folgt daraus nicht.
Ein Beweis dafür, daß die Katholiken Deutschlands dieser Einrichtung volles Verständnis entaegenbringen, ist die Tatsache, daß sich die Gesamtzahl der bis zur letzten Generalversammlung gewonnenen ständigen Mitglieder auf 2164 beziffert, und daß diese Zahl auch in der Zwischenzett erheblich gewachsen ist. Unter den ständigen Mitgliedern befinden sich 15 deutsche Bischöfe, an ihrer Spitze Se. Eminenz Kardinal Fischer, Erzbischof von Köln.
Allein, diese Zahl reicht bei weitem noch nicht aus, um die durch die Einrichtung der ständigen Mitgliedschaft verfolgten Zwecke zu erreichen und zu sichern. Es ist notwendig, daß immer weitere Kreise aus allen Gauen unseres deutschen Vaterlandes sich an dieser so höchst wertvollen Einrichtung beteiligen.
Katholiken Deutschlands! Wir brauchen Euch nicht auseinanderzusetzen, welche hehre Aufgaben sich unsere Generalversammlungen gestellt haben. Wir wollen uns würdig erweisen des hohen Lobes, welche Se. Heiligkeit Papst Pius X. den deutschen Katholiken in seinem Antwortschreiben an dm Herrn Vorsitzenden des Lokalkomitees in Essen gespendet hat, indem er sagte: „Unsere Söhne in Deutschland sind — wir wissen es — zu solcher Glaubensfestigkeit und Tat- kraft herangebildet, daß wir nicht zweifeln, eS werde von ihnm fortschreitmd Gutes für die Religion gewirtt werden."
Und so bitten wir alle Katholiken Deutschlands, denen es nur irgendwie möglich ist, sich »lS ständige Mitglieder der Generalversammlung der Katholiken Deutschlands anzumelden
Insbesondere richten wir die Bitte an di« hochw. Geistlichkeit und die Vorstände der katholischen Vereine, nicht nur selbst die ständige Mitgliedschaft zu erwerben, sondem auch ihrerseits eifrig für Gewinnung neuer ständiger Mitglieder mitzuwirken.
Anmeldungen nehmen entgegen
1) Der Schriftführer des Lokalkomitees Würzburg, Rechtsanwalt Dr. Then I-Würzburg, 2) Der Generalsekretär Kaplan Donders-Münster i. W.
kann, ist mir unbegreiflich. Allerdings, Lord Moncheron ist ein Sonderling," bemerkte sie. „Mylord ist gegen andere ebenso generös gewesen, tote gegen Pierre Renard. Da ist z. B. Jakob Gregg, der Müller von Mont Heron. Er hat di« Mühle auf Lebenszeit gepachtet, und es wurde für ihn ein hübsches Wohnhaus gebaut, ein großes Stück Weideland eingehegt und ein großer Garten angelegt. Dabei hatte der Mann keinen Pfennig zum Anfang. Mylord gab ihm alles, selbst die Ausstattung des Hauses."
„Wer ist Jakob Gregg, der Müller?
„Er war zur Zeit des ermordeten Marquis Gärtner auf dem Schloß und hatte, wie ich mich noch erinnere, zur Zeit diefes Mordes ein Liebesverhältnis mit einem Hausmädchen namens Nancy Bright. In der Nacht, als der Mord geschah, war er in der Dienstboten-Halle. Ich habe vergessen, warum er nicht als Zeuge vor Gericht geladen wurde. Als Mylord tn den Besitz des Schlosses kam, begünstigte et den Gärtner gar sehr und ist den GreggS em gütiger Beschützer gewesen."
„Und sie wohnen im Dorfe Montheron?"
„Nein. Die Mühle liegt am Heronfluffe, welcher in die See mündet. Sie ist ungefähr eine Meile vom Dorfe entfernt Gregg liefert alles Mehl für das Schloß, und es heißt auch, daß er heute schon ein reicher Mann ist, Dank der großen Güte des Marquis."
Alexa entschloß sich, dem Müller bei der ersten Gelegenheit einen Besuch abzustatten.
„Lassen Sie uns zu Pierre zurückkehren", sagte sie nach kurzer Pause. „Wenn die Kette, von welcher ich ein Stück fand, ihm gehört, wird der an- dere Teil noch in seinem Besitze fein. Ich möchte mir durch die Besichtigung feines Zimmers Ge- toißheit verschaffen. Wollen Sie mir dabei helfen, Mrs. Mathews?"
Die Haushälterin machte anfangs Einwendungen, gab aber schließlich den Vorstellungen und Bitten Alexa's nach und begab sich mit dieser hinauf in das Zimmer Renard»
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Dieses war früher ein Fremdenzimmer gewesen, groß und luxuriös ausgestattet. Der Geschmack und die Gewohnheiten seines Bewohners waren augenscheinlich die eines Mannes, der Geld im Ueberflutz besaß und auch reichlich von diesem Ueberslutz ausgab.
„Sie sehen, das ist kein Zimmer für einen Be- dienten, Miß Strange," sagte die Haushälterin, die Gardinen zurückschiebend. „Er hatte sein eigenes Feuer und Licht, gerade wie die Gäste, und einer der Diener muß ihm auch noch aufwarten."
Sie brachte die Schlüssel, welche ihr als Haushälterin zu Gebote standen und mittels derselben wurden Kästen und 'bladen geöffnet. Es fanden sich viele kostbare Sachett vor, aber der gesuchte Gegenstand nicht, auch keine anderen Juwelen.
„Es wird in dem Schmuckkästchen fein, wenn die Kette noch in seinem Besitze ist," sagte Alexa.
„Aber wie sollen wir nun dieses Schmuckkästchen öffnen? Sehen Sie nur die Unverschämtheit dieses Menschen. Das Kästchen ist kostbar, wie das des Mylords. Es hat dasselbe kunstvolle Schloß — ah, da fällt mir ein, Mylord hat zwei Schlüssel, und ich weiß, wo der zweite Schlüssel ist. Es kann sein, daß er Renards Kästchen aufschließt"
Die Haushälterin holte den Schlüssel, der auch wirklich das Schloß öffnete. Der Deckel wurde aufgeschlagen und Alexa und Mrs. Matthews blickten begierig auf die vor ihnen sich entfaltenden wertvollen Sachen, als Hemdknöpfe, Tuchnadeln und Ringe mit den kostbaren Edelsteinen, so. wie auch schwere Uhrketten von massivem Gold und mehrere andere Gegenstände.
„Wie ist es möglich, daß ein Bedienter mit fünfzig Pfund jährlich — oder wie viel er bekommt — solche Juwelen haben kann!" rief Mrs. Matthews. „Der gemordete Marquis konnte nicht schönere in seiner berühmten Sammlung tiabeu!"
Der Vorsitzende der Zentralkomitee;:
Graf Droste zu Bischering.
Der vorfitzende der Lokalkomitees Würzburg
Justizrat Dr. Thaler.
.Deutsches Reich.
Berlin, 26. Juni 1907.
... Der Kaiser besuchte Montag morgen das im Kieler Hafen liegende japanisch« Geschwader und sprach dabei an Bott» des Kreuzers „Tsu- luba" folgende Worte:
Meine Herren! Ich heiße Sie und Ihre Schiffe in meinem Namen und im Namen meiner Flotte und meines Landes in diesem Hafen* herzlich willkommen. Ich weiß die gütige Absicht Seiner Majestät deS Katsers von Japan bei der Enffendunq dieses Geschwaders nach Kiel in hohem Maße zu würdigen. Ich beglückwünsche Sie zu dem AuS- sehen Ihrer Schiffe und Ihrer vortresflichen Mannschaften, und ich vertraue und hoffe, daß die japanische und die deutsche Flotte stets als gute Freunde und Kameraden zusammen wirken mögen, sowie daß ihre Flaggen stets Seite an Seite wehen mögen zur Erhaltung von Frieden und Ordnung in'der Welt.
Der Kaiser schenkte dem japanischen Ge- schwaderchef feine Photographie mit eigenhändiger Unterschrift im Rahmen und verlieh den japanischen Kapitänen, sowie dem japanischen Marineattachs in Bersin hohe Orden.
* Graf Posadowsky wird, dem »Berliner Tageblatt' zufolge, seinen Wohnsitz von Berlin nach Naumburg a. d. S. verlegen und sich in das Privatleben 'urückziehen. Während der nächsten Jahre gedenkt er sich auf Reisen zu begeben, um die wirtschaftspolitischen und vor allem sozialpolttischenBedingungen ftemderStaaten eingehend zu studieren. Sein Weg wtrd ihn nach Frankreich, Italien, England u..d vielleicht auch nach Amerika führen. — Natürlich find derlei Meldungen mit Vorstcht aufzunehmen. Graf Posadowsky dürfte schwerlich schon endgiltige Entschließungen gefaßt haben. — Der bisherige Staatssekretär Graf Posadowsky verabschiedete sich Mittwoch früh mit einer Ansprache von den Beamten seines ReffortS. Namens der Beamten widmete ihm der Unterftaalssekrelär herzliche Abschiebsworte. Kurz nachher übernahm in gleicher Weise Herr o. Bethmamr-Hollweg die Amtsge- schäfte des Reichsamls des Innern und ließ sich die Beamten des Ressorts vorstellen.
* Zur Frage der Teilung des Reichsamts des Innern schreibt die ,Post': „Ueber die Art und Weise, wie die Teilung bewerkstelligt werden soll, ist noch nichts bestimmt Hier werden die Eindrücke, welche der neue Staatssekretär in seinem neuen Ressort gewinnt, abzuwarten fein.
♦ Studts Berufung ins Herrenhaus veranlaßt die ,Äreui,Leitung' zu folgender Bemerkung: „Die Berufung des nunmehrigen inaktiven Staats- Ministers Dr. v. Studt in das Herrenhaus wird in weiten Kreism mit freudiger Genugtuung begrüßt werden. Ist sie doch ein schlagender Be- weis für das unveränderte Fortbestehen deS Allerhöchsten Bettrauens zu dem verdienten Manne."
j. Die Auszeichnung des Freiherrn von Rheinbaben mit dem Schwarzen Adler-Orden hat das »Berl. Tagebl/ ganz aus dem Häuschen gebracht Das Blatt schreibt: „Herr v. Rhein- haben ist der Typus des preußischen Reaktionärs. Daß er nicht als geheimer ober anerkannter Lenker der Reichspolitik in Betracht kommen konnte, das wußten selbst die politischen Kinder.
Seine Anwattschast auf den Posten eines Reichskanzlers wurde von uns nie ernst genommen, er wäre im Reichstage nach dm ersten vier Wochen ausgepfiffen worden. Aber in Prmßm gibt er weiter den Ton an, und durch Preußen wirkt er auf das Reich. Dafür gibt der Schwarze Adler das Siegel ab. Diese Auszeichnung reißt )em Ministerwechsel in Preußen und im Reich das letzte Mäntelchen ab. Bethmann, das ist der Mann der reaktionären Taten. Hier Bülow, dort Rheinbaben. Das „gute Einvernehmen" bedeutet den Sieg der preußischen Reaktton ober bie Einleitung -einer neuen Krise. Wir sinb noch nicht am Enbe." Rheinbaben wirb vor Schreck ob biefer Epistel in Ohnmacht fallen.
'Auf den neuen Minister des Innern Grafen v. Moltke, obschon er konservativ ist, setzt die freisinnige „Königsb. Hart. Ztg." große Hoffnungen, da er sich als Oberpräsident von Ostpreußen gut bewährt habe. Seinen Bemühungen verdanke man die Sicherung und Durchführung des masurischen Schiffahrtskanals. Der Selbstverwaltung und ihren Aufgaben habe Herr v. Moltke große Wertschätzung entgegengebracht. Neben den landwirtschaftlichen Bedürfnissen Ostpreußens habe er auch die städtischen Interessen voll zu würdigen verstanden und insbesondere auch die Bedeutung des Handelsstandes anerkannt. Herr v. Moltke schätze die Tätigkeit des Kaufmannes so hoch ein, daß er seinem einzigen Sohne eine Ausbildung in einem Bankhause habe zuteil werden lassen. Charakteristisch sei die Rede, in der er bei dem Festmahl der Hundertjahrfeier des Armenstiftes der jungen Kaufmannschaft in vorgerückter Stunde selbst hierauf wie folgt angespielt habe: „Wir stehen auf volkswirtschaftlichem und politischem Gebiete weit hinter England und Amerika zurück, wo fast in jedem Manne ein Kaufmann steckt. Wir brauchen es, wir haben auch das Zeug dazu, denn unser Handel, man gehe nur ins Ausland, genießt die größte Achtung in der ganzen Welt. Den kaufmännischen Geist, den wirtschaftlichen Sinn möchte ich allen unseren Staatsbürgern wünschen, namentlich unserer Landwirtschaft, die vom Kaufmann lernen kann. (Lebh. Beifall.) Und wer einen Sohn hat, der nicht Kaufmann werden soll, sondern den er auf die Universität schickt, damit er Verwaltungsbeamter werden soll, der schicke ihn, wie ich es mit meinem einzigen Sohn gemacht habe, zuerst zum Bankier. Darin liegt unsere wirtschaftliche Stärke, und ich trinke aus vollem Herzen auf das Wohl der deutschen Kaufmannschast." Der Minister hat sich gestern von Königsberg nach Berlin begeben.
* Zur Versetzung von Lehrern nach der Ostmark. AuS Dorlmunb wirb bet »Tägl. Rdsch. gemeldet: Die für Seplember angeorbnete Versetzung von abermals 54 Lehrern der Provinz Westfalen nach der Ostmark ist durch eine gestern zugestellte Verfügung aufgehoben worben. Grünbe für die Zurückziehung ber Versetzungs« orber werben in dem amtlichen Bescheibe nicht angegeben. — Sehr wahrscheinlich liegt ber Grunb biefer Anordnung dann, baß mit Erlöschen deS Schulstreiks bie Versetzung von Lehrern nach bew Osten überfiüssig würbe.
* Ergebnisse des polnischen Schulstreikes. Anläßlich des zu Ende gehenden polnischen Schulstreikes ist nachfolgende Statistik bet .Pädagog. Ztg/ von Interesse: 280 Gemeindevorsteher und Schöffen wurden ihres Amtes entsetzt. Aus den Gymnasien würben 80 Schüler entlassen und 35 Geistliche sind insgesamt zu 20 Monaten Gefängnis und Festungshaft verurteilt
oder
Auf geheimnisvollen Wegen.
Roman von Eduard Wagner.
97) Oltachdruck verboten.)
„Aber die Ehre des alten, erhabenen Namens würde wieder hergestellt werden," wandte Alexa #in.
,Za", pflichtete Mrs. Matthews bei, „und dabei ist der jetzige Marquis intereffiert. Er würde sich freuen, wenn ber Name seines Verwandten wieder zu Ehren käme. Gewiß würde er ein Vermögen darum geben, wenn der Flecken von dem Namen Heron gelöscht werden könnte."
„Er darf jetzt noch nichts von meiner Ent- deckung toiffen," sagte Alexa: „nicht eher, als bis es ihm Lady Wolga selbst sagt. Ich habe eine Idee, wer der wittliche Mörder ist."
„Darf ich es wissen, wen Sie in Verdacht haben?" fragte die Haushälterin.
„Ja; ich glaube, daß Pierre Renard der Mör- der des Marquis ist."
„Pierre Renard! Mylords Kammerdiener?"
„Ja. Er hatte starke Gründe zu der Tat, Mrs Matthews. Er war an jenem Abend aus dem Dienste enttaffen worden. Der Marquis warf ihn die Treppe hinab, ttwvon er sein ganzes Leben gezeichnet wurde. Er sieht finster und rachsüchtig aus."
„Er kann den Mord begangen haben," bemerkte Mrs. Matthews. „Nur bedenken Sie, es sind feine Beweise gegen ihn vorhanden, während gegen Lord Stratford so viele vorliegen. Niemand hatte gegen Pierre Renard Verdacht. Ich weiß, er mochte Lord Stratford nicht leiden; abe„ er mochte niemanden leiden auffer sich selbst, uns, niemand außer dem ermordeten Marquis und Felice Dupom hatten Gefallen an ihm. Er ist anmaßend und beleidigend, ein frecher, schlechter Mensch. Wie Lord Montheron ihn um sich haben