Maer WZeitung
vrrantworllicher Schriftleiter: A.wetzlrr
«»tationrdruck tu Verlag -er 5«ldaer Ac« tlenbrrckerei in Salb«. Zernsprecher Nr 9.
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J."parze°«"in'fnlda Wochenbeilage: „Illustrierte Zonntagrzeitung"
Erscheint tSgNch «T Auruahme der $oim« «ndHeiertage. viertel- jäh«, vezuyrprei« ohne Brhtgerblin und SefteSgeldinKnIdaund anrwärtr I Hit. kV pfg.
monetsbeiioge: „8«ldaer GeschichftblS'trr"
34. Jahraang.
Fulda, Mittwoch den 19. Juni 1907.
M 138.
Zweites WLcrtt.
s PiidliKm und AntoinoiiiliS.
Eines Mannes Rede ist keine Rede, Man soll sie billig hören alle bebe!
Hn der Samstagsnumnier der „Fuldaer Zerrung" findet sich ein Artikel, überschrieben: „Die Auswüchse des Automobilsportes". Gestatten Sie einem alten Automobilisten, der -schon so lange fährt, als es brauchbare Motortvagen gibt, der als besonnener und rücksichtsdoller Fahrer bekannt ist, auf den Artikel einiges zu erwidern.
Gewiß gibt es unter den Automobilisten eine ganze Anzahl wilder und rücksichtsloser Fahrer, und es ist schade, daß man dieselben nicht immer gleich greifen und für ihr Tun zur Verantwortung ziehen kann. Diese Leute belästigen und gefährden das Publikum ujtb schaden d e in ganzen Automobilwesen sehr. Allein diese Leute bilden dock) nicht die Regel und wenn man so verallgemeinert, wie dies in dem Artkel in Nr. 135 geschieht, so erweckt man im Volke den Glauben, alle Automobilisten seien Wüteriche und man hetzt das Volk gegen alle Motorwagenfahrer a u f. Das Automobil ist nun einmal da und wird nicht mehr verschwinden. Das Publikum muß sich mit dem Erscheinen des Kraftwagens auf den Landstraßen abfinden, ge- radeso, wie es sich mit dein Fahrrade abgefunden hat. Mit welch mißgünstigen Äugen wurden die Radfahrer auf dem Lande angesehen, und es galt als" eine Heldentat, einen städtischen Radler zu Fall gebracht zu haben. Sind doch dem Schreiber dieses oft genug Steine, Stöcke, Holzstückc und einmal ein großer Lunipen unmittelbar vor das Rad geworfen worden. Heute, wo jeder Bursche auf dem Lande selbst radelt, hat man sich mit dem neuen Verkehrsmittel ausgesöhnt. Aehn- lich wird es auch mit dem Automobil gehen. Wenn nun einzelne Fahrer lange Peitschen mitführcn, über die sich der Artikelschreiber so sehr aufgeregt hat, so ist dies gerade nicht schön, allein doch auch den Fahrern nicht zu verargen, wenn sie Vorkehrungen zu ihrer Sicherheit treffen, denn ganz so harmlos und gutmütig sind die Einwohner des K r-ei f e s Fulda auch nicht. Da sind zunächst die Hunde, welche jeden Radfahrer und jeden Motorwagen anbellen und ost lauge Strecken Vörden Rädern des Wagens herlaufen, so, daß der Fahrer gezwungen ist, sehr langsam zu fahren oder anzuhalten, will er den kläffenden Köter nicht überfahren, was ihm erneuten Haß der Dorfbewohner einbringt. So hatte vor längerer Zeit 'ein Landwirt in einem der größten Orte des Kreises seine Freude daran, wenn seine große Dogge die dorüberfahrenden Radler und Automobile anbellte und hetzte den Hund öfters noch vor, bis eines Tages ein schwerer, schneller Wagen den Ort durchfuhr, unter deffen Räder der Hund beim Anbellen geriet und einging: zur Freude aller Fahrer, aber auch der Nachbarn, die das Treiben mißbilligten.
Einen eigenartigen Sport treiben die K i n- d e r auf dem Lande. In der Stadt hat der Sport aufgehört, seitdem Automobile so häufig die Straßen passieren. Der Sport besteht darin, daß die Kinder beim Herannahen eines Kraftwagens sich mitten auf die Straße stellen und so lange stehen bleiben, bis sie glauben noch ungefährdet zur Seite springen zu können, wobei die Mädchen die Knaben noch übertreffen. Welch unbehagliche Situation dies für den Fahrer ist, kann sich jedermann denken. Die Kinder in der Leipziger- und Frankfurterstraße zeichneten sich hierin besonders aus, doch sind sie hier jetzt einsichtsvoller geworden. Schreiber dieses durchfuhr eines Tages die Markt- strahe, um nach der Petersgasse zu kommen. In
ALexcr
oder
Auf geheimnisvollen Wegen.
Roma» von Wagner.
88J (Nachdruck verböte«.)
Sechs Damen stiegen aus dem geräumigen Gesellschaftswagen und die letzte von ihnen war Lady Wolga. Sie eilte leicht die Stufen hinauf und schien des Marquis angebotenen Beistand nicht zu bemerken, und folgte den anderen Damen in das Garderobe immer.
Als sie etwas später als ihre Gäste in den Salon trat, war der Marquis erstaunt über ihre wundervolle Erscheinung. Stets bezaubernd in ihrer südländischen Schönheit, glich sie heute einem Stern. Aus ihren Augen leuchtete ein ungewöhnliches Feuer und ihre Züge belebte eine seltsame Weichheit, welche den Stolz und die Kälte derselben fast ganz verdrängte. Es schien sie eine Heiterkeit und Hoffnung zu beseelen, die niemand an ihr bemerkt hatte feit der tragischen Begebenheit zu Mont Heron. Sie war gesprächiger als gewöhnlich, hingehender und inniger. Es war, als ob das Feuer, welches seit Jahren auf dem Altar ihres Herzens niedergebrannt schien, plötzlich zu neuer Glut angefc^t wäre.
Alexa beobachtete das Eintreten ihrer Mutter und das fast aufdringliche Benehmen Lord Mont- heron's gegen dieselbe mit Eifersucht.
„Sie sieht aus, als ob irgend ein unerwartetes Glück über sie gekommen wäre," dachte das Mädchen. „Es mutz sein, weil sie den Marquis liebt. Nichts als Liebe konnte sie bei diesem Wetter hierher führen."
Ihr liebes Gesicht verfinsterte sich. Wenn Lady Wolga Roland Jngestre liebte und hei-
der Marktstratze stellte sich ein Junge breitbeinig mitten vor den Motorwagen und wich nicht von der Stelle, bis der Wagen vielt, der Fahrer ab- tieg und dem Jungen nachlief, denselben natiir- ich nicht einholte. Am Schweil'.emarkt setzte sich ein Knabe mitten auf die Straße und rief dem Fahrer zu: „Du motzt em mich crem fohr", was dieser auch gehorsamst tat. In der Friedrichstraße lief ein anderes Mal ein Knabe kurz vor dem Wagen quer über die Straße, stolperte und fiel hin. Der Fahrer konnte eben noch zwischen den Füßen des Jungen und dem Bürgersteig durch- teuern, sonst wären schwere Verletzungen nicht zu vermeiden gewesen.
Hiersollten Schule» »dH auswarnend und mahnend eingreifen.
Aber auch Erwachsene handeln öfter eben o kopflos wie die Kinder. Als in den letzten Tagen sehr viele Automobile durch die Stadt nach dem Rennen zum Taunus fuhren, kamen auch zwei schwere, starke Wage» in langsamem Tempo durch die Mittelstraße. Die beiden Wagen fuhren dicht hintereinander. Trotzdem mußte eine Fran in der engen Straße zwischen dem ersten und zweiten Wagen durchlaufen, und nur die Be- onnenheit des Fahrers verhütete schweres Unglück.
Welche Sorge auf der Landstraße die begegnenden und die zu überholenden Fuhrwerke selbst dem rücksichtsvollsten und besonnensten Automobilisten bereiten, ist kaum zu sagen. Daß im Sommer bei Nacht die ländlichen Fuhrwerke nie beleuchtet sind, scheint eine berechtigte oder vielmehr unberechtigte Eigentümlichkeit derselben zu sein, obgleich es den Fuhrtverksbefitzern doch klar sein müßte, in welche Gefahr sie sich und ihr Fuhrwerk und ihre Nebenmenschen bringen. Wen» mehrere Wagen auf der Straße dicht hintereinander fahren, so kann mau neunmal in 10 Fällen finden, daß die Fuhrleute nicht, wie vorgeschrieben, bei ihren Pferden sind, sondern gemütlich zusammen plaudernd meist am Ende des Wagenzuges, sich finden. Sehe» sie dann, meist zu spät, den Motorwagen herankommen, so springen sic schnell zu den Pferden und erschrecken diese mehr als gut ist. Meistens haben die Fuhrleute die Zügel nicht in der Hand und suchen diese erst, wenn das Automobil in nächster Nähe ist, wie sie es auch häufig nicht für der Mühe ivert halten, zeitig auszuweichen, sondern bis zum letzten Augenblick wartend. Das Ausweichen ist überhaupt eine mißliche Sache, weil der Automobilist nie weiß, wie er steuern soll. Wenn auch einige der entgegenkommenden Fuhrwerke nach rechts, wie vorgeschrieben, ausbiegen, so weichen die meisten anderen meistens dahin aus, wo es ihnen am bequemsten ist, sodaß es oft vorkommt, daß im letzten Augenblick das Fuhrwerk nach links ausbiegt und dem rechts fahrenden Motorwagen derart entgegensährt. Nur die vollste Entschlossenheit und die große Lenkbarkett der Kraftwagen verhindert in solchen Fällen einen Zusammenstoß. Schlafende Fuhrleute, die selbst die Posaune von Jericho nicht aufwecken würde, geschweige denn die Huppenfignale der Automobile, finden sich zu Dutzenden auf den Landstraßen. Am Sams' tag vor Pfingsten, nachmittags, wo naturgemäß nur wenige ländliche Fuhrwerke auf den Straßen Verkehren, wurden von einem Motorwagenfahrec auf einer verhältnismäßig kurzen Strecke vierzehn Fuhrwerke gezählt, die polizeiwidrig fuhren. Der Führer des ersten Fuhrwerkes schlief, die andern wichen nach der unrichtigen Seite aus oder waren nicht bei den Pferden. Wenn unter solchen Umständen nicht so viel Unglücke passieren, als man annehmen sollte, so kommt dies meist daher, daß die Pferde häufig aufmerksamer und klüger sind wie ihre Führer. Wollte jeder Automobilist alle Fuhrleute zur Anzeige bringen, welche gegen die Polizeivorschriften verstoßen, so würde es Strafmandate auf die Landwirte und Fuhrwerksbesiher
ratete, würde ihr etwaiger Erfolg doch noch von Bitterkeit begleitet sein.
„Wie könnte mein Vater es jemals ertragen, sie mit ihm verbunden zu sehen?" fragte sich Alexa. „Er würde lieber sterben, als sie als Gattin eines anderen sehen. Und doch ist Sie nicht meines Vaters Weib. Sie ist geschieden, und würde er heute in seine Rechte eingesetzt, hatte er doch keine Rechte an sie. Und wenn er keine Rechte hat, habe ich auch keine. Ich würde die Dame, welche von meinem Vater geschieden ist, nie als meine Mutter anerkennenI" und ihre Augen funkelten. „Nie! Es ist eine Kluft zwischen ihnen, die nicht überbrückt werden kann; und ich bin auf meines Vaters Seite."
Lady Wolga's Augen suchten ihre junge Gesellschafterin. Sie kam zu Alexa und begrüßte sie herzlich. v
Dann wurde das Diner gemeldet und die Gesellschaft begab sich zu Tisch. Lord Montberon bot Lady Wolga seinen Arm und Lord Kingscourt war gezwungen, da es an Herren fehlte, Mrs. Jngestre zu führen. Alexa folgte allein den übrigen Damen. Nach dem Esten kehrten die Herren und Damen in den Salon zurück, und nachdem hier der Kaftee eingenommen worden war, schlug Lady Wolga einen Besuch der Ruinen vor. Dieser Vorschlag wurde angenommen und sogleich ausgeführt. Mäntel und Shawls wurden für die Damen gebracht-zum Schutz gegen die Enflüste des Temperaturwechsels, und die Gesellschaft brach nach den Ruinen auf.
Der Weg über den Hof war überdacht, die feuchten Steine mit Matten bedeckt, Lichter und Fackeln verbreiteten fast Tageshelle. Die Beleuchtung der Ruinen war höchst effektvoll. Jeder Raum und jeder Gegenstand zeigte sich in einem seiner ursprünglichen Bestimmung angemestenen Lichte.
Lord Montheron war der Führer. Er gab
hageln. Es ist ja nicht angenehm, aus der behaglichen Ruhe beim Fahren aufgeschreckt zu werden, allein das läßt sich in unserer heutigen hastenden Zeit nicht mehr vermeiden. Geschehen trotz aller Vorsicht Unglücksfälle, so wird f a st immer der Automobilist dafür verantwortlich gemacht: allein ich glaube dargelegt zu haben, daß auch viel Schuld auf der andern Seite liegt. Man urteile also nicht einseitig und verdamme nicht alle. Automobilisten.
vermischter.
* Ein reizendes Kleinbahnidyll trug sich jüngst auf der durch bergiges Gelände führenden Kleinbahnstrecke Hemer — Iserlohn zu. In der Nähe eines Bahnüberganges bei dem Dorfe Sundwing hat der Zug eine nicht allzu bedeutende Steigung zu über, winden, die vom Lokomotivführer im Bewußtsein der geringen Kräfte seiner Maschine in langsamstem Tempo genommen zu werden pflegt. Diese Ge- legenheit, sich etwas Bewegung und der Maschine einige Erleichterung zu verschaffen, läßt der Zugführer nur selten ungenutzt vorübergehen; er steigt aus und geht eine Weile nebenher. Beim letzten Male aber hatte er den Spaziergang etwas zu lang ausgedehnt, der Zug kam, nachdem die Höhe passiert, auf der zu Tal führenden Strecke ins Rollen, und ehe der Herr Zugführer seine gewichtige Person dem Train wieder eüwerfeibeit konnte, war der Zug, nach der „Rh. W. Zt.", bereits auf und davon.
* DaS Schicksal der Brieftauben. Zu den Mitteilungen über das Schicksal der bei der Eröffnung der Berliner Kolonialausstellnng aufgelaffenen Brieftauben wird von dem Verein für Briestaubenzucht in Berlin geschrieben: Die bei der Eröffnungsfeier auf der deutschen Armee-, Marine- und Kolonial- ausstellung aufgelaffenen 2000 Brieftauben waren von den Brieftaubenzuchtvereinen Berlins und Umgegend gestellt. Bou diesen Tauben ist nicht eine einzige verloren gegangen; in zehn bis fünfzehn Minuten waren sämtliche Tauben wieder auf ihren Schlägen. Die aus Wiesbaden vom dortigen Klub „Pfeil" telegraphisch beorderten zwölf Tauben wurden mit Depeschen versehen und sollten dem Kaiser von der Eröffnung der Ausstellung Kunde bringen. Während die Tauben bei ihrem Abzüge ganz gün- stiges Wetter hatten, kamen sie später in desto ungün- stigere Berhältniffe. Gegenwind, Gewitter, Sturm und Regen haben den Tauben den Weg so erschwert, daß am Auflaßtage keine Taube den 450 Kilometer langen Weg am ersten Tage zurücklegen konnte, trotzdem es bestes Material war, das ein Jahr vorher von Hannover und Schwiebus gepflogen war. Dir erste Taube langte am dritten Tage abends 7li» Uhr in Wiesbaden an, nachdem sie tags vorher in Oste- rode a. H. bei einem Brieftaudenliebhaber Pflege und Unterkunft gefunden hatte. Dieser Züchter fügte der Depesche noch einen Zettel bei mit näheren Angaben und Abstieg der Taube. Dem Kaiser wurde die Depesche sowie der Zettel und ein Bericht über die verspätete Ankunft nachgesandt. Am 18. und 19. Mai trafen weitere vier Tauben und bis, zum 22. Mai muh drei Tepeschentauben ein, so daß bis dahin also acht von zwölf Tauben zurückgekehrt sind. Die fehlenden vier Tauben dürsten sich noch ein» finde», da es beste Reisetauben waren.
Marktberichte.
* Frankfurt, 17. Juni 1907. Am heutigen Wochenmarkte waren einheimische Brotfrüchte etwas stärker angebote» und biteben Preise bei mäßigen Umsätzen für Weizen unverändert, wogegen Roggen etwas nachgab. Ausländische Brotsrüchtr bei knappen Beständen nur für dringenden Bedarf gelaust. Gerste umsatzlos. Hafer und MaiS ruhig. — Es notieren: Weizen hiesiger und Wetterauer, neuer, 20.75 bis 21.00M., kurhessischer je nachQualität 00.00—OO.OOSlart, norddeutscher 00.00—00.00 Mk., russ. 20.75—22.00 M., Redwinter 00.00-00.00 Mk., Kansas 00.00-00.00 Mk., La Plata 21.25—22.00 M., rumänischer 20.75-22.00
ausführliche Erklärungen über alles, was ihm einigermaßen von Wichtigkeit schien. Er öffnete eine verborgene schmale Tür und führte fein* Gäste in ein geheimes Zimmer, wobei er eine lange Geschichte erzählte von einem früheren Besitzer des Schlosses, welcher sich hier aufgehalten habe, während feine Feinde weit und breit nach ihm suchten.
Das Zimmer wurde aufmerksam besichtigt, be- sonders Lady Wolga zeigte ein lebhaftes Interesse für dasselbe.
„Diese alten Räume haben seinerzeit manches Geheimnis geborgen," erklärte Lord Montheron. „Die Seronä von Mont Heron haben hier seit beinahe acht Jahrhunderten gewohnt. In den Feudal- und Kriegszeiten ist hier mancherlei passiert. Große Truppenansammlungen sanden auf dem Hofe oder in der Halle statt, Turniere wurden abgehalten, Gefechte wurden geliefert, die mit Sieg und Niederlagen endeten. Erst vor zwei Jahren entdeckten wir ein Gefängnis unten in der Gruft, aber niemand kannte die damit zusam- men^mgende Legende, wenn je eine solche existiert höben sollte." ,
„Mir ist, als hätte ich von einem geheimen Zimmer in Mont Heron gehört," bemerkte Lady Markham nachdenkend, „wo ein Kavalier des Hauses sich Wochen lang aufhielt, während das Schloß von seinen ihn suchenden Feinden besetzt war."
„Dieses Zimmer, welches als Kavalierversteck bekannt ist, liegt irgendwo hier unten oder in der Nähe der Kapelle," entgegnete der Marquis. „Ich weiß aber nicht, wo es ist oder ob es überhaupt existiert. Es heißt, daß jeder Marquis dieses Hauses das Geheimnis auf seinen Sohn und Erben übertrug. Wenn ein solches Gemach wirklich existiert, mag mein unglücklicher Vorgänger Dasselbe gekannt haben, aber ich glaube nichts daß er jemandem etwas davon sagte. Mir wenigstens
Mack. Roggen, hiesiger 19.75—20.00 Mk., tuntan. 20.50—21.00 Mk., russischer 20.50-21.00 Mk. Gerste ge« chäftskos. Hafer, hiesiger, 19.50 bis 20.50 Mk,. bayerischer 19.05—20,50 Mark, russischer 1925 bis 20.25 M., rumän. 19.25—20.25 Mk., amerikanischer 19.25-20.25 M. Mais (Mixed) 00.00-00.00 M., Donaumais 14.75—14.90 M, La Plata 00.00-00.00 Mack, russischer 14.75—14.90 M. Alles per 100 Kilo, netto effektiv loco hier. — Mehl unverändert. Es notiert e nach Qualität: Weizenmehl, hiesiges, Nr. 0 29.25 bis 29.75 M., feinere Macken 80.00—31.00 M., Nr. 1 27.25-27.75 M., feinere Macken 28.25—28.75 Mack, Nr. 2 26.50-27.00 M., feinere Macken 27.00-27.75 Mack, Nr. 3 25.25—25.75 Mk., feinere Marken 25.78 bis 26.25 M., Str. 4 23.00—23.50 M., feiner« Marken 23.50—24.00 M., Roggenmehl hiesiges Nr. 0 29.00 bis 29.50 M., Nr. 1 27.00 27.50 M., Nr. 2 22.50-23.50 Mack. Alles per 100 Kilo inklusiv Sack. Futterackikel ehr knapp. Weizenschalen 5.50—5.75 M., Weizenkleie 5.50—5.75M.,Rogqenkleie 6.25—6.50M.,Futtermehl 7.50—8.50 M., Biertreber, getrocknet, 5.60—5.70 _ Mk. e nach Qualität. Alles per 50 Kilo netto effektiv loco hier.
• Frankfurt n. M., 17. Juni 1907. Amtliche No- tierung der Mehiuarkt-Preise. Zum Berkaus standen 527 Ochsen, 46 Bullen, 895 Kühe und Färsen (Stiere und Rinder), 331 Kälber, 156 Schafe und Hümmel und 1736 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfd. Schlachtgewicht: Ochsen: a. vollsieischige, ausgemästete höchsten Schlacht- wertes dis zu 6 Jahren 78—81 M., b. junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 70—74 M., c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere 65—67 M., d. gering genährte jeden Alters 00—00 M. Bullen r x. vollfleischige höchsten Schlachtwertes 69—71 Mark, h. mäßig genährte jüngere und gut genähcke ältere, 66—68 M„ c. gering genährte 00.00 M. Kühe und Färsen (Stiere und Rinder): a. vollfleischige, ausge- mästete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes 70 -73 M., b. vollsieischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes dis zu 7 Jahren 68 —70 M., c. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 60 bis 62 M., d. mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 00—00 M., e. gering genährte Kühe und Färsen i Stiere und Rinder) 00—00 M. Bezahlt wurde für 1 Pfd. Schlachtgewicht: Kälber: a. feinste Mast« (Bollmaft) u. beste Saugkälber (Hanuov.) 95—98 Pfg., b. mittlere Mast- und gute Saugkälber 82—90 Pfg.. c. geringe Saugkälber 63 - 68 Pfg., d. ältere gering genährte Kälber (Fresser) 00—00 Psg. Schafe: a. Mastiämmer und jüngere Masthämmck 82—00 Psg., b. ältere Masthämmel 78—80 Pfg.» c. mäßig genähcke Hammel und Schafe (Merzschase)00—00Pfg. Schweine a. vollsieischige der feineren Raffen und deren Kreu zungen int Alter bis zu l1/* Jahren 58—60 Pfg., b. fleischige 57—00 Pfg., c. gering entwickelte, sowie Sauen imb Eber 50—52 Pfg., d. ausländische Schweine (unter Angabe der Herkunft) 00—00 Pfg. Bezahlt wurde für 1 Pfd. Lebendgewicht: Kälber: a. 57—59 Psg., b. 48 bis 53 Psg. Schweine: a. 45—00 Pfg., b. fleischige 45‘i» Psg. Geschäftsgang in Großvieh mittelmäßig, Ueberftand unbedeutend, in Kleinvieh gut, Markt ge» räumt. Ans Oesterreich standen 126 Ochsen 1 Bulle, 11 Stiere und 2 Rinder zum Berkaus.
Reklamen- n«d Anzeigenteil.
Aach Hchölmd Iw nicht jeder gehen, /Sj. den das Heusieber oder ein Sommerkatarrh ge- ÄBl packt hat. Ist aber auch gar nicht nötig, da man in der ittpothekr oder Drogerie Fays ächte visev Sodener Mineral Pastillen kaufen kann, die jeden solchen Katarrh energisch und dabei auf die angenehmste Art bekämpfen. Natürlich sind sie viel billiger als so eine Reise, denn die Schachtel kostet nur 85. Pfg. UeberaU erhältlich.
Anzeigen o
to i> Ur,M. 31*.' •»« ßchm« 9 XXXK>O OOOOOOO«»<000
hat er nichts gesagt — freilich konnte er. damals nicht an die Möglichkeit denken, daß ich fern Nachfolger werden würde."
Lady Wolga's Wangen erblaßten. Sie wußte, daß das Geheimnis von dem Vorborgenen Zimmer ihrem Gatten mitgeteilt worden war, doch hatte er sie nicht in sein Vertrauen eingeweiht, da eS ihm weder notwendig noch zweckmäßig. erschien. Wie sie nun wünschte, es zu wissen! Dieses Geheimnis schien ihr jetzt von der größten Wichtig- ket zu sein.
„Und Sie haben keine Idee, wo das Kava- lierverfteck ist?" fragte Lady Markham be- dauernd.
„Nein. Die Geschichte ist vielleicht nur eine Sage," antwortete der Marquis.
„Saften Sie «nS in die Kapelle gehen," mahnte eine junge Dame.
Lady Wolga ging voran.
Das fröhliche Lachen und das heitere Geplauder verstummte, als die Gesellschaft die schwelle überschritt und nun in dem matterleuchteten Betbause stand. In den Nischen, unter Altar imb Kanzel lagen gespenstische Schatten, und manches Mitglied der Gesellschaft beschlich ein heimliches Grauen.
Die jüngeren Damen drängten sich zusammen und sprachen flüsternd; Lday Wolga ober schritt den Seitengang entlang, blieb bei dem Altar stehen und sah sich prüfend um.
„Viele Generationen der Herons haben hier gebetet!" sagte sie, und ihre Stimme, Heller lmtz gehobener als gewöhnlich, drang hallend durch den leeren Raum. „Die Kckpelle sollte eigentlich nicht zu den Ruinen gezählt werden. Wir pflegten hier an regnerischen Sonntagen und im Winter Gottesdienst zu halten; es war damals alles in gutem Zustand«"
«Fortsetzung folqtj