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34. Jahrgang.

F»ld a, Mittwoch den 12. Juni 1907.

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Anzeigen: Vie eia* fpaltige petitreile ober bereu Kaum 15 Psq. Ketlame# die petitzeile 25 PsK.; bei wieder- belange« wird entfpr. Rabatt gewährt.

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Verantwortlicher rchrrftlelter:A.webler jJXirjelei in 8»lb« WOCffCltbCilagC: §HNNlüg§ZÜ!^UNg

Hierzu treten die oben gedachten Anleihebewitti- gunge» von . . . .

Unser« Schuldenlast ist also reichlich hoch! jetzt erhalten wir ja bereits für 4°/ffge Schatz­anweisungen nur 98 Mark. Wenn die Welt- politik so sortsährt, dann weiß man in der Tat das Ende nicht abzusehen.

FürHeeresoerstärkungen, Stei­gerung der Operations- und Schlagfertigkeit des Heeres, Truppendislokationen uhv., Komplettierung des Waffen - Materials, Aenderungen der Wehrpflicht ufro.....

für Torerweiterungsbauten . für Garnison in Elsaß-Loth-

Rotationsdruck u vertag der Suita« Ack tienbr iderei in $wlba zerrsprecher Hr 9.

für das insgesamt 1,733,8 Mill. Mark genommen werden mußten und zwar u. a.

14. Lebensjahr überschritten haben und entweder im landwirtschaftlichen oder gewerblichen Betriebe des Steuerpflichtigen dauerndtätig sind oder ein eigenes Einkommen von mehr als der Hälfte des ortsüblichen Tagelohns nach ihrer Altersklasse und nach ihrem Geschlecht haben.

Ist nach Absatz 1 Ermäßigung unter de t Steuersatz von 6 Mk. begründet, fo tritt Be« sreiung von der Staatrsteuer em.

:: (Ein wichtiger Antrag der Zentrums.

In der Novelle zum Einkommensteuergesetz vom vorigen Jahre war bekanntlich die Bestim­mung ausgenommen worden, daß die Arbeitgeber verpflichtet sind, der Steuerbehörde über die Lohnbezüge ihrer Arbeiter Mitteilung zu machen. Diese Bestimmung hat mit Recht große 11 n» Zufriedenheit bei Arbeitgebern und besonders bei den Arbeitern hervorgerufen. Die Mit­glieder des Zentrums haben seinerzeit ge­schloffen den Antrag bekämpft und sofort bei Beginn dieser Session die Aufhebung dieser Bestimmung beantragt. Dieser Antrag ist leider im Abgeordnetenhause abgelehnt worden, nur sind einige Erleichterungen im Jntereffe der Arbeitgeber beliebt worden. Jetzt hat mm das Zentrum einen neuen Antrag gestellt, um wenigstens den Arbeitern mit Familie eine we­sentliche Erleichterung zu bieten. Wird dem An-

[) Die Reich-schulden.

Dem Reichstage geht alljährlich eine Denk- ,chrift über die Ausführung der Anleihegesetze zu; leider findet dieselbe zu wenig Beachtung, sodaß es geboten ist, sie m der jetzigen politisch ruhigen Zeit näher zu betrachten. Die Erkennt­nis vdn unserer wachsenden Schuldenlast kann nämlich in nicht genug Kreise gebracht werden, damit der Entschluß wächst: So kann es nicht . mehr weiter gehen!

Schulden auf Schulden!

Wo ist das Ende?

Nehmen wir nur zunächst die letzten beiden Jahre. Seit 18. Oktober 1905 bis 13. November 1906 sind nur 300 Millionen Mark neue Schulden gemacht worden; aber seit 13. November 1906 sind die Schulden wieder gestiegen und zwar zunächst durch die Nachtragsetatsetats um rund 40 Millionen und durch den Etat für 1907 um 253 Millionen Mark. Wir haben somit in V/e Jahren eine Steigerung der Schuldenlast von 600 Millionen d. h. zu 3Vs% jährlich 21 Millionen Mark mehr Zins als zu­vor. In IV» Jahren! Wie hoch aber stehen unsere Gesamtschulden?

Der Gesamtbetrag der Anleihekredite belief sich nach der Denkschrift von 1905 aus:

3.358.863.577.93 Mk.

Militärverwaltung....

Neben dem Reichsheer tritt die

Marine

Deutsches Reich.

Berlin, 11. Juni 1907.

* Besuch des Deutschen Kaiserpaares in Kopenhagen, Nach einer amtlichen Kopenhagener Meldung werden der Deutsche Kaiser und die Kaiserin am 3. Juli nach Dänemark kommen. Der Ausenthalt erstreckt sich auf einige Tage. Die Abreise erfolgt möglicherweise am 5. Inti. Ur­sprünglich waren bekanntlich die Tage vom 5. bis 8. Juli als Termin des Besuches genannt worden.

* Wieder eine Verleihung des Schwarzen Adler-Ordens. Der ,Reichsan;eiger' meldet, daß dem Prinzen Friedrich Christian von Sachsen, dem ziveiten Sohns des Königs von Sachsen, der Schwarze Adler-Orden verliehen worden ist.

* Der Reichskanzler und die Landwirt­schaft. Fürst Bülow hat an den Vorstand der Deutschen Landwirtschaftsgesell- schäft ein Schreiben gerichtet, in dem er mit- teilt, daß er die Einladung zum Besuch der diesjährigen Wanderausstellung in Düsseldorf wegen geschäftlicher Behinderung dankend ab- lehnea müsse. Dann schreibt der Reichskanzler weiter:

„Daß darum mein Jntereffe an dem Erfolge der diesjährigen Wanderausstellung nicht geringer ist, brauche ich wohl nicht erst zn versichern. Sie alle wissen, wie mir die deutsche Landwirtschaft am Herzen liege, und mit wie lebhafter Ge­nugtuung ich jedes Unternehmen begrüße, das ihre Entwickelung zu fördern geeignet scheint"

Die freisinnige Presse ist über diese neueste Auslassung Bülows über sei» Verhältnis zu Landwirtschaft nicht sonderlich erbaut.

* Sozialdemokratische Verdächtigung des Abg. Gröber. Der /Vorwärts" schreibt über eine Verhandlung im wüttembergischen Landtage: „Bei der vor wenigen Tagen im Landtage ge­pflogenen Debatte über die Gewerbeinipektion hatte der Minister auf dir das Maß des Er­laubten denn doch überschreitende Ausbeutung jugendlicher Arbeiterinnen in der Strumpfwaren- sabrik von Ferdinand Gröber in Neufra, Br- zirk Riedlingen, dem Wahlkreis des gleich­namigen bekannten Zentrums abgeordneten hingewiesen, einer Fabrik, der die jugendlichen Arbeitskräfte mit 14 Jahren bereits durch die katholischen Geistlichen zugewiefen melden und in der katholische Ordensschwestern die Funktion von Aufsichtsbeamten ausüben, lieber diese Bloßstellung ist das Zentrum in Aufregung ge­raten." Diese Schilderung enthält eine halt l ose Verdächtigung des Abgeordneten Gröber, der mit jener Firma nicht das geringste zu tun hat; der eine Besitzer derselben, Ferdinand Gröber, ist nämlich Mitglied der V olksPartei und der andere ein Tübi nger Protestant, ebenfalls. Da diese Darstellung noch bei Wahlen und anderen Gelegenheiten eine Rolle spielen

mit 668,7 Mill. M. ans und dann folgt Reichseisenbahnverwaltunq mit 216,4 Mill. M., hierauf erst die Reichspost mit 176,9 Mill. M. Diese Schuldenlast wäre aber noch erträglich, wenn nicht die Expeditionskosten hinzutreten würde», so für Ostasieu 278,4 Mill. Mk. und für Südwestafrika 217,9 Mill. M.; aber letztere Summe ist noch gewaltig angewachsen. Der Nordostseekanal kostete das Reich 106 Mill. M. und nun sollen noch 221 Mill. M. neu hinzu­treten. Der Zollverschluß von Hamburg und Bremen belastet das Schuldenkonto mit 52 Mill. Mark unb die höheren Zuschußanleihen zum or­dentlichen Etat mit 81,7 Mill. Mk.

ringen........

für Feftungsanlageil . . .

5. für strategische Eisenbahnen .

6. für eiserne Vorschüsse an die

trag Folge gegeben, so kommt das übrigens nicht blos den Arbeiterfamilien, sondern auch den Familien des gewerblichen und bäuer­lichen Mittelstandes, der Beamten rc. zugute. Zur Deckung der so verursachten Ausfälle können zunächst die großen Mehrerträge, welche durch die Änzeigepfiicht der Arbeitgeber herbeigesührl werden, verwendet werden. Weiterhin soll aber durch stärkere Heranziehung der größeren Gin« kommen — schärfere Ausgestaltung der Prc- aression — ein Ausgleich geschaffen werden. Insbesondere ist es eine Ungerechtigkeit, daß die Steigerung des Prozentsatzes (höchstens 4»/,) bet einhunderttausend Mark Jahreseinkommen auf- hört, während die höheren Einkommen die Steuer doch leichter tragen, als die Mitteleinkommen.

Wenn der Antrag wegen Schlusses der Session auch nicht mehr zur Verhandlung kommen kann, so wissen doch Parteien und Staats- tegierung, daß sie bei Beginn der nächsten Session sofort dazu werden Stellung nehmen müssen. Und wenn der Finanzminister die an- gekündigte Steuernovelle dann schon bringen sollte, so wird ihm hoffentlich der Antrag schon Anlaß bieten, dem Ziele desselben gleich im Ent­wurf Rechnung zu tragen.

Der Antrag des Zentrums (Dr. Hitze, Herold, Kirsch und Trimborn) geht dahin: .

Die Königliche Staatsregrerung zu ersuchen, in der nächsten Session einen Gesetzentwurf zur Abänderung des Einkommensteuergesetzes vorznlegen, durch welchen die Bestimmimgen des § 19 betreffend Ermäßigung der Sten erzähl je nach Zahl der Familien- angehörigen erheblich weit er ausgebaut werden, insbesondere

a) die Grenzen, innerhalb deren Steuer­ermäßigungen vorgesehen sind, erweitert werden;

b) der pro Kopf der Familienangehörigen abzugsfähige Betrag von 50 Mark, den Kosten der Lebenshaltung enlsprechend. wesentlich erhöht und die Zahl der Fami- lienangehörigen in weiterem Maße berück­sichtigt wird.

Der § 19 des Einkommensteuergesetzes lautet: Gewährt ein Steuerpflichtiger, dessen Ein­kommen den Betrag von 3000 Mark nicht übersteigt, Sinbern oder anderen Familien­angehörigen auf Grund gesetzlicher Verpflich­tungen Unterhalt, so wird ihm von dem steuer­pflichtigen Einkommen für jedes derartige Familienmitglied der Betrag von 50 Mark in Abzug gebracht mit der Maßgabe, daß in jedem Falle eine Ermäßigung statt findet, nm eine der im § 17 vorgeschriebenen Steuer­stufen bei dem Vorhandensein von drei oder vier, um zwei Stufen bei dem Vorhandensein von fünf oder mehr derartigen Familienmit­gliedern.

Bei Einkommen von mehr als 3000 Mk., aber nicht mehr als 6500 Mk. wird der in § 17 vorgeschriebene Steuersatz ermäßigt

um eine Stufe, wenn der Steuerpflichtige drei oder vier, um zwei Stufen, wenn der Steuer- pflichtige fünf oder mehr

Kinder ober anberen Familienangehörigen auf gründ gesetzlicher Verpflichtungen gewährt.

Bei der Feststellung der für die Ermäßigung maßgebenden Personenzahl werden nicht mitge- rechnet die Ehefrau des Steuerpflichtigen und diejenigen Kinder und Angehörige, welche das

sehr, daß die Titel und Güter an eine andere Li»je übergehen. Lord Stratford war einst ihr Abgott, und obwohl sie ihn schuldig glauben, su- cheu sie doch fein Verbrechen auf alle mögliche Weise zu mildern.

Man spricht noch täglich von dem Drama m den Wirtshäusern und wo sonst sich die Bewohner des Dorfes zusammenfinden; und mau erzählt von der Güte und Offenheit Lord Strattord's, und die Liebe zu ihm wird dabei immer frisch erhal­ten. In solcher Weise spricht man von Ihnen nicht"

„Wenn Lord Stratford den Leuten sich im Dorfe zu erlernten gäbe, würde niemand sich ein Gewissen daraus machen, ihm zur Flucht behilft lich zu sein. Ihre Heirat mit Lady Wolga wird Ihnen mehr Halt geben. Deshalb müssen Sw sich beeilen und nicht länger mit sich spielen lassen."

..Wenn aber Lord Stratford zu rhr gehen sollte?" fragte der Marquis besorgt.

„Das wird er nicht ivagen. Sie fft von ihm qe'chieden. Aber ich will Spione engagieren und ihn in Sicherheit bringen taffen und werde es so einrichten, daß er vor Ihrer Hochzeit dem Gesetz nicht überantwortet wird. Dann können Sie Ihre Frau ins Ausland bringen, aus dem Be­reich des Skandals."

„Und das Mädchen?"

Renard antwortete mit Entfaltung eines Planes zur Beseitigung Alexas und der Marquis hörte anfangs ruhig zu. Er wurde aber immer ängstlicher und unruhiger und rief endlich: „Ge­nug, ich will nichts mehr hören. Tue, was Du willst, Pierre, nur belästige mich nicht. O, die verwünschte Notwendigkeit des Verbrechens. Einer von uns beiden — sie oder ich — muß weichen, und ich kann nicht! Ich kann meine Titel, Güter. Ehre und Ansehen nicht aufgeben; die Unterwürfigkeit der Mäimer, die Koketterie der Frauen, die Annehmlichkeiten des Reichtums, dies olles ist mir jetzt Lebensbedürfnis,, und ich

„Tatsächlich noch nicht; aber sie hat mich nicht abgewiesen. Sie hat sogar versprochen, mich zu heiraten, ioemt ich den Namen ihres Gatten, den sie tot toühnt, von der ans ihm haftenden Schmach befreie."

Der Diener machte ein ernstes Gesicht unb pfiff leise vor sich hin.

„Sie muß ivahnsinnig sein!" tief er.

„Ja. es scheint so," stimmte der Marquis bei. „Lord Stratford wurde der Tat überführt. Nichts war klarer, als feine Schuld an dem Verbrechen. Lady Wolga ist die einzige Person in der Welt, welche jemals Lord Stratsord's Schuld bezweifelte." „Sie müssen Ihre Bewerbung etwas rascher be­treiben. Lady Wolga wird Clyfiebourne in einer Woche verlassen; vor dieser Zeit müssen Sie sich ein bestimmtes Versprechen sichern und werden dieses auch durchsetzen; denn ich weiß besser, als fönst Jemand, daß Sie bei all Ihrer Sanftmut und Liebenswürdigkeit einen eisernen Willen be­sitzen, Roland Ingestre."

Der Marquis errötete.

„Ich bin der einzige Mensch, der Sie kennt, das heißt gründlich kennt," fuhr Pierre fort. Da ist zum Beispiel Orrin, der Landverwalter, ver­haßt bei den Pächtern wegen seiner scheinbaren Härte, verwünscht wegen seiner angeblichen Tyrannei. Er preßt den letzten Pfennig aus den Leuten heraus und quält sie bis auf's Blut. Der arme alte Narr kann es nicht ertragen, fortge- schickt zu werden und einen andern in seiner Stellung zu sehen, die er so lange inne gehabt; sonst würde er die Wahrheit sagen können, daß er nur ein Werkzeug Ihres eisernen Willens ist. Daß Sie der eigentliche Tyrann sind, welcher den Pächtern ihren letzten Pfennig abpreßt. Er könnte erstaunliche Geschichten von der Habgier feines Herrn erzählen. Und auch der Anwalt —"

„Genug davon. Ich will es nicht hören."

„Die Pächter und Dorfbewohner würden eS als eine Wohltat ansehen, wenn Lady Wolga Her­rin von Montberon werden würde. Sie bedauern

2.

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Mill. Mark Schulden getilgt und zwar 1895: 13 Mill., 1896 : 50 Mill., 1897 : 37,5 Mill, und 1898: 42,4 Mill. Mark. In den guten Jcchren hat somit das Zentmm für Sparsamkeit gesorgt und nicht alle Gelder aufgehen (affen. Auch in der neuen Reichsfinanzreform findet sich eine jährliche Tilgung von Vs'/,, was jetzt schon 24 Millionen im Jahre anSmacht.

Wozu hat nun das Reich diese Millionen verwendet? Die Antwort hierauf ist sehr lehr­reich. In erster Linie marschiert das

Reichshcer,

ALexcr

oder

Auf geheimnisvollen Wegen.

Roman von Eduard Wagner.

’ßl] (Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung aus dem zweiten Blatt.)

,,Jch kann es nicht ertragen, dies alles zu hö­ren", unterbrach er endlich den Diener, mit Mühe seine Fassung bewahrend. „Was wird aus mir werden?"

„Und aus mir?" fügte Pierre hinzu. „Ich shabe von dem Mädchen nichts zu erwarten, als mit Entrüstung hinausgewiesen zu werden. Wenn Sic den Wanderstab ergreifen und, als Bettler hinausziehen ans dem Schloß, muß auch ich mei­nem Einkommen, dem Luxus und anderen An­nehmlichkeiten Lebewohl sagen. Nein, das soll nicht geschehen, — sie soll nicht in den Besitz des Schlosses kommen! Pierre Renard nimmt feine Interessen zu sehr wahr, als daß et zugeben könnte, daß das Mädchen Marquise von Mont­beron wird!"

„Aber ich will keine Gewalttat, — ich will nicht, daß ihr ein Leid geschehe," rief der Mar­quis rasch.

„Vielleicht möchten Sie sich lieber dem Hun- igertode preisgeben?" höhnte sein Diener, „lieber- kaffen Sie die Sache nur mir. Ich bin kein ner­venschwacher Narr, kein sentimentaler Idiot. Ich kann die Sache schon ordnen, wenn mir freie Hand gelassen wird. Es darf durchaus kein Auf­sehen gemacht werden und Lady Wolga darf nicht erfahren, daß das Mädchen ihre Tochter ist."

Der Marquis rang verzweifelt die Hände, Schweißperlen zeigten sich auf seiner Stirn.

„Wie steht Ihre Sache bei Lady Wolga?" fragte Pierre vertraulich. „Sind Sie wirklich 'verlobt?"

Maer MZeitung

msnakbMg«: 1,8u!daer GeschichtrbMrr"

zusammen

Diese Summe ermäßigt sich um die Ersparnisse, welche im Rechnungsjahr il905 bei den ans Anleihe­mitteln zu deckenden Aus­gaben gemacht sind, so- ■ wie um die den Etat über« 1 schreitenden Einnahmen, soweit solche auf die An- leihekredite in Anrechnung kommen, das sind . . 1.401.397,76 Mk.

sodaß zur Zeit die An­leihekredite sich tut ganzen

ans ....... 3.633.841.795,17 Mk. beziffern. Dazu treten die 300 Millionen Mark neue Schulden seit November 1906, sodaß

will es nicht fahren lassen eines schwachen Mäd­chens wegen. Sie hat ihr Geheimnis gut b.- wahrt, selbst Lord Kingscourt vermutet nichts. Maa denn ihr Geheimnis mit ihr untergeben!"

Er ging ans Fenster und sah hinaus in die finstere Nacht, in welcher es stürmte und tobte, aber in seinem Innern stürmte und wogte es weit heftiger, als draußen. Renard machte noch einige Bemerkungen und zog sich, dann zurück. Der Marquis warf sin wieder in seinen Stuhl.

„Fluch biefeut Vampyr!" zischte er durch die zujanimengcbissenen Zähne, an seinen Diener denkend. „Wäre er tot, so könnte ich freier atmen. Er hat mich gequält und gepeinigt bis zum Wahnsinn. Ich würde ein Vermögen darum ge­ben, ihn los zu werden. Aber ehe er geht, mag er noch dieses Werk aussühren. Törichtes Mas­chen! Sie hätte besser getan, in Griechenland zu bleiben. Sie hat die Züge ihres Geschlechtes; wie kann Lady Wolga so blind sein, dies nicht zu beachten? Stratford am Leben und hier? Bricht das Verhängnis über mich herein? Wohlan! Ich werde meine Feinde vernichten oder mit ibueu untergehen."

39. Kapitel.

In Todesgefahr.

Der folgende Morgen brach hell und klar an. Es wehte ein frischer Wind von der See her, welche im Sonnenschein glitzerte, als wäre die unendliche Wassermasse mit Goldstreifen durch- flochten.

Lord Kingscourt' war nach dem Frühstück in Privatgeschäften ins Dorf gegangen und Mrs. Ingestre und Alexa befanden sich im Balkonzim­mer. Mrs. Ingestre war wieder voller Klagen wie gewöhnlich. Ihr Kopf und ihr Herz und all' ihre Glieder waren in Unordnung, und diese hörte geduldig zu und äußerte zeitweilig ihr Bei­leid, während ihr Blick ernst auf den goldig schim­mernden Wellen des Ozeans ruhte» J

(Fortsetzung folgt.)

wir jetzt

rund 4 Milliarden

Schulden haben. Ja, im Nennwerte ist diese Summe schon überschrilten, wett die 3°/„igen Papiere unter sJtennroert abgegeben werben mußten. Das gesamte Schuldkapital betrug nämlich am 1. Oktober 1906;

an 3l/V7oiaett Schuldverschrei­

bungen ....... 1.860.000.000 Mk.

an 3%igen Schuldverschrei­

bungen ....... 1.783.500.000 „

an 3Ve°/oigen Schatzanwei-

sungen ....... 160.000.000 „

zusammen 3.803.500.000 Mk.

Diele Schuldenlast aber würde noch höher sein, wenn nicht das Zentrum seinerzeit auf Schuldentilgung hingearbeitet hätte; so wurden nach der lex Lieber insgesamt 142,9