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Zultzaer W Zeitung

Mnaisdellage: Geschichtrblättek

Fulda, Freltan den 31. Mat 1907

34. JahrsiüNff.

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Zweites Atatt

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Herz!"

entgegnete Alexa mit Wärme.

D, wenn

zweifelte ich gänzlich. Das Glück scheint mich j das Schicksal sich doch zu unseren Gunsten wendete verlassen zu haben. Ich bin ein Flüchtling und I und Du wieder mit ihr vereinigt würdest!"

lieben gelernt. Bei all' ihrem Stolz und ihrer Kälte bat sie ein warmes und zartfühlendes

Der letzte Schritt wurde beim Bür­gerlichen Gesetzbuch getan. Wiederum auf Antrag des Zentrums wurde die Bestimmung ausgenommen, daß alle wucherischen Verträge nichtig find, fie mögen lauten, wie sie wollen. Dadurch ist der wichtige Satz im Prinzip aner­kannt: „Die Vertragsfreiheit ist nicht das Höchste; sie wird in wichtigen Fragen durchbro­chen durch Bestimungen, welche ein höheres Prin­zip bekunden; sie soll sich nur in den Schranken des Rechtes halten. Beweise für diesen Fort­schritt sind: das Wucherverbot . . . Hier ist dies Prinzip anerkannt: Gerechtigkeit ist das Höchste, nicht Vertragsfreiheit." Also schreibt Gröber in seiner „Bedeutung des neuen Bürger­lichen Gesetzbuches für den Arbeiterstand." Un­ter lautem Beifall konnte er deshalb im Jahre 1897 erklären: „Auf die Entwickelung der Wu­chergesetzgebung kann das Zentrum mit einem gewissen Stolze zuriicksehen."

Der Liberalismus dagegen hat gegen das Wu- chertum ein anderes Mittel. Das „B. T." nennt es am Schluß seines Artikels: „Man muß den jungen Offizieren Gelegenheit geben, die Dinge von einem höheren Standpunkte aus zu betrachten. Dann gedeiht das Schma­rotzergewächs des Wuchers nicht mehr". Gewiß wird kein veruüftiger Mensch den Wert, der in einer Anstrebung höherer Ideale liegt, verkennen, und es kann nur jedermanns Wunsch sein, daß dies geschieht. Wenn aber nicht gleichzeitig der Wucherer selbst von Gesetzes wegen zurückge­drängt wird, hält ihn auch der „höhere Stand­punkt" von unverschämten Forderungen nicht ab. Insofern müßte also dem liberalen Mittel allein jede Wirkung versagt werden. Der Wucherer würde seine Opfer schon selbst auszupürschen wissen.

für mich erwärmt bat. Und ich hab? sie

schlüpfrigem Wege, das Tier mit seiner Last in den Abgrund stürzte. Um an engen, gefährlichen Stellen das Zusammentreffen zweier von ent- gegengesetzter Seite kommenden Karawanen zu verhüten, war jedes Saumroß mit einem Glöck­chen versehen. So poetisch nun wohl ein solcher hoch int Nebel der Wolken kommender Zug von Saumrossen, die mit ihrem Geläut die erhabene Stille des Hochgebirgs belebten, für den von fern zuschauenden Reisenden sein mochte, so war doch das Leben der Säumer ein ebenso rauhes als rohes. In stetem Kampf mit den Hindernissen und Gefahren, die ihnen die übermächtige Natur entgegensetzte, wurden fie unwirsch, gewöhnten sich ans Fluchen und an den Trunk, und brachten es selten auf ein hohes Lebensalter. Das Genie und der starke Wille des ersten Napoleon brach den Kunststraßen der Alpen die Bahn.

Die prächtige, im Jahre 1801 begonnene, im Jahre 1806 vollendete Simplonstraße machte den Anfang. Der alte, nur zehn bis zwölf Fuß breite Saumweg über den St. Gotthard wurde in eine 18 bis 20 Fuß breite Chaussee verwandelt, die mit den schwersten Wagen befahren kanil und im Sommer durchaus gefahrlos ist. Im Winter wird ihr oberster Teil zwischen Andermatt und Airolo mit Schlitten befahren. Bei hohem Schnee­fall und heftigen Schneestürmen geschah es dann wohl, daß der Verkehr auf mehrere Tage gehemmt war. Es rückten dann von italienischer und deut­scher Seite her, boit Airolo und Andermatt oder Hosgental Rutner (rottori cantonniers) aus und starke Ochsen, einen kurzen Balken hinter sich her- schleppend oder in langen Zügen vor den Bahn­schlitten gespannt, machen den ersten Durchbruck. Durch den Bau der Gotthardbahn. sind nicht nur diese Gefahren beseitigt worden, sondern eS ge­wann auch der Verkehr von der Schweiz nach Italien eine neue, ungleich höhere Bedeutung. Für die Schweiz, der die Brennerbahn und die Bahn durch den Mont Cenis, den Durchgangs­verkehr zwischen Deutschland und Italien, größ­tenteils abzuschneiden drohten, war es eine Lebensfrage, sich diesen Verkehr durch Herstellung einer Schweizer Akvenbabu zu erhalten und zu- gleich dem schweizerischen Handel eine kürzere und billigere Linie im Verkehr mit Italien zu er­öffnen. Ebenso mußte auch Deutschland und Italien daran gelegen fein, sich neben den über österreichisches und französisches Gebiet führenden Alpenbahnen eine solche durch einen neutralen Staat zu sichern. Zum erstenmal tauchte der Plan einer Gotthard bahn neben den sonst noch in Frage kommenden Plänen von Bahnen über den Lukmanier, Splügen und Simvlon 1851 aus, aber erst 1863 gewann er durch die Gründung der schweizerischen Gotthardvereintgung festere Gestalt. Am 15. September 1869 trat in Bern die Gotthardkonferenz zusammen. Ans OStunö- lage ihrer Verhandlungen wurde am 15. Oktober zwischen Italien ui*b der Schweiz ein Staatsver­trag abgeschlossen, dem 1871 auch das Deutsche Reich beitrat. Man beschloß, die Bahn durch einen Tunnel Göschenen-Airolo zu führen. Die Baukosten wurden aut 185 Millionen Franks be­rechnet. Ans Grund dieses Staatsvertrages bil­dete sich am 6. Dezember 1871 die Gottbardbahn- gesellschast mit dem Sitz in Luzern. Am 1. Ok­tober 1872 begannen die ersten Arbeiten bei Gö- schenen an dem Tunnel Göschenen-Airolo. Der Tunnel sollte in 8 Jahren für 50 Millionen Frks. vollendet werden, aber schon 1876 erwiesen sich die zugrunde gelegten Pläne und Berechnungen als unzuverlässig, das Kapital als unzulänglich. Am 4. Juni 1877 trat zur Sicherstellung des Unternehmens die Gotthardkonferenz bi Luzuu zusammen. Deutschland, Italien, die Schweiz und die Gesellschaft übernahmen den Mehrbetrag. Tie Bahn sollte zunächst eingleisig hergestellt werden, aber in der Weite, daß die Anlage des zweiten Gleises ohne Störung des Betriebes

Sein Kommen konnte kaum ein zufälliges sein. Ich begab mich in der Nacht auf einem Segel­boot nach Korfu, verkleidete mich und reiste auf großen Umwegen nach England, eiitschloffen, meine Frau zu sehen, ohne ihr meine Anwesen­heit zu verraten, sowie eine Unterredung mit Dir zu ermöglichen und dann nach Südamerika zu geben. Ich bin nicht sicher in Europa; aber Du bist hier sicherer als bei mir."

„Ich will nicht von Dir getrennt sein! Ich will mit Dir gehen, wohin es auch sei! Tu bist alles in der Welt, was ich habe, und ich bin alles, was Du hast! Laß uns zusammen bleiben! Aber weshalb willst Tu so weit fort, Vater? Ich habe eine Spur gefunden, welche ich verfolgen will - "

„Eine Spur von dem Mörder?" fiel der Va­ter ihr hastig ins Wort.

„Ja, Vater. Ich hörte zufällig, wie Pierre Renard Felice einen Heiratsantrag machte. Er erzählte, daß er reich genug sei, ein Gut in Frank­reich zu kauten und wie ein Gentleman leben zu können. Wie kann ein Diener sich so viel Geld erwerben? Er trägt Diamanten und verbraucht viel Geld, wie ich Felice, die Kammerzofe mehrer Mutter, sagen hörte."

„Das ist eine Spur, aber kannst Du sie ver- olgen, Alexa?"

„Ich will es versuchen. Ich gehe morgen auf vierzehn Tage nach Schloß Mont Heron zum Be­uch der Mrs. Jngestre, der Witwe von Lord Montherons älterem Bruder. Was vermag ick in diesen zwei Wochen nicht alles zu ermitteln!"

„too hast Du einen Verdacht aus Pierre Nc- nard?" fragte Mr. Strange gedankenvoll.

„Ja, Vater, ich glaube, daß er der Mörder meines Onkels ist", antwortete Alera voller Ueberzengung.

„Manchmal hoffte ich, daß es Dir gelingen werde, die Schatten zu beseitigen, toelche so lange auf meinem Namen lagen, und dann wieder ver­

Mr. Strange stand plötzlich auf; er bemühte sich, eine heftige Aufregung niederzukämpfen.

„Eine Wiedervereinigung zwischen Deiner Mutter und mir würde auf jeden Fall unmöglich sein", sprach er nach einer Weile mit gepreßter Stimme. „Sie wähnt mich fern in einem unbe­kannten Grabe und bat einen andern Mann lie­ben gelernt. Eine unaussüllbare Kluft trennt uns. Und dennoch fühle ich, daß ich sie nie ver­gessen kann, daß ich sie immer lieben werde."

Er bedeckte fein Gesicht mit beiden Händen und gab sich dem ganzen Ausbruch seines Schmer- zes hin.

Alera kniete neben ihrem Vater nieder und umschlang ihn mit ihren Armen voll zärtlichster Teilnahme. Ihre Liebkosungen gaben ihm bald die Fassung wieder.

„Ich habe Dich noch, mein liebes, gutes Kind, und darf nicht verzweifeln", sprach er mit halb erstickter Stimme. „Aber von dem Augenblick an, als ich Deinen Bries erhielt, lebte ich be­ständig in fieberhafter Unruhe. Die glückliche, sorgenlose Vergangenheit, in der noch kein Wölk­chen meinen Himmel trübte, habe ich in diesen wenigen Tagen im Geiste wieder und wieder durchlebt. All' die Jahre hindurch habe ich ge­dacht, sie zürne mir und glaube mich eines ruch­losen Verbrechens schuldig und dennoch habe ich sie geliebt mit einer leidenschaftlichen, tiefen, ver­zweifelten Liebe. Sie trauerte um mich, fie glaubte und vertraute mir, fie war mir treu und liebte mich, — o, und doch sind wir für immer von einander getrennt! Sie wird Roland Jngestre betraten, während ich umherirren muh, ein Flüchtling und Geächteter, ohne eine Schuld aus mich geladen zu haben! Ok Himmel! Wie kann ich es erfragen!"

Wieder durchbrach der furchtbare Schmerz den Tamm der erzirimgenen Ruhe und machte sich in einem krampfhaften Schluchzen Lust. Dieser Ausbruch der Verzweiflung ließ Alera mn

möglich blieb. Auf dieser Grundlage wurde am 12. März 1878 ein Nachtragsvertrag der beteilig­ten Staaten unterzeichnet. Am 29. Februar 1880 wurde der Richtstollen durchgeschlagen, im Dezem­ber 1881 der große Tunnel, zu dessen Herstellung beinahe 9% Jahre nötig gewesen waren und der die beiden Steilrampen, aus denen die eigentliche Alpenbahn zwischen dem Ersffeld im Norden und Biaska im Süden (90 Kilometer) besteht, mitein­ander verbindet. Im ganzen hat der Gotthard- tnmiel 80 Tunitels und Galerien sowie 821 Brücken mit mehr als 10 Meter Spannweite. Er ist 14,9 Kilometer lang und erforderte 59,75 Mil­lionen FrkS. Baukosten außer dem Oberbau, den Telegraphen, Signalen usw. Der Provisorische Betrieb, zwischen Göschenen und Airolo wurde am 1. Januar 1882 eröffnet: am 1. Juni 1882 konnte der Durchgangsverkehr beginnen. Das zweite Gleis wurde 1896 eröffnet. Der Einfluß des neuen Verkehrsweges aus den Güteraustausch der beteiligten Staaten machte sich sehr bald gel­tend. Bereits 1883 war der Wert der Waren- Einfuhr von Deutschland nach Italien gegen 1881 um 47 487 000 Lire gestiegen. Der Wert der Einfuhr von Italien nach Deutschland betrug 1883 88 550 000 Lire gegen 67 985 OCX) Lire im Jähre 1881. Es betrug die Anzahl der beförder­ten Personen 1885 983 386, im Jahre 1900 2 636 341. Gepäck und Güter im Jahre 1885 541 149 Tonnen, 1900 978016 Tonnen. Die Einnahme betrug 1885 10 531 000 Frks., 1900 21 031 000 Frks.

Die starren Eisenschienen sind ungleich den Ketten, die Despoten geschmiedet, indem sie die Völker wider ihren Willen bereinigt und getrennt haben, sanfte Bindemittel, Bänder des Friedens und der Eintracht, berubenb auf dem einen und gleichen Streben der Völker nach Bildung, leib­licher und geistiger Wohlfahrt, gesichert durch Arbeit mit vereinten Kräften. Durch die St. Gotthard-Eisenbahn, unter den Wundern der Neuzeit sicher nicht das kleinste, ist der Gebirgs­knoten St. Gotthard zu einem Kulturknoten ge­worden für Italiener, Schweizer und Deutsche, und wie von seinen Gipfeln die Onellströme nach allen Weltgegendetl rinnen, so verehren auch die Völker, die in ihren Flußgebieten wohnen, im St. Gotthard einen Schutzheiligen des Friedens, der von seiner Felsenhöhe das schöne Wort „Seid einig!" nach Nord und Süd. Ost und West hinabruft.

ö Die St. Gotthard-alM.

Von I. Maria u x.

(Nachdruck berbo!?;i.)

Am 1. Juni dieses Jahres werden es 25 Jahre, daß die Eisenbahn durch den St. Gotthard dem Verkehr übergeben wurde. St. Gotthard! Um das Haupt dieses Alpenpasses schwebt ein Glorienschein des Alt-Ehrwürdigen, der Kraft und Milde zugleich. Wir denken bei diesem Na­men an die Schrecknisse wilder Felstrümmer imd einsamer Bergwüsten, in die Lawinen hinab­donnern und zugleich an die Stätte der Wohl­tätigkeit, an das menschenfreundliche Hospiz, das die verirrten Wanderer sucht, sie unter das schü­tzende Obdach geleitet, sie nährt und Pflegt. Aber auch ein großes kulturgeschichtliches Interesse knüpft sich an den Gotthardi>aß, der schon seit vielen Jahrhunderten einen der wichtigsten Über­gänge nach Italien bildete, den Handel und Wan­del zwischen der Lombardei, der Süd- und Zen­tralschweiz vermittelte und seit 1882 die erste Schweizer-Alpen-Eisenbahn trägt, die durch sei­nen Felsenleib hindurchgesührl Ivorden ist.

Der Verkehr über den St. Gotthard war vor Erbauung des Gotthardtunnels ein sehr schwieri­ger und gefährlicher. Die Warenballen und Fäs­ser mußten auf starkknochige, eigeits dazu geübte Packpferde oder auch auf Maultiere geladen wer­den, über deren Rücken ein langer hölzerner Sat­tel gelegt war, auf dessen beiden Seiten mau das Gepäck im Gleichgewicht aufhing. Die Last von drei Zentner hieß ein Saum, das damit beladene Tier ein Saumtier oder Saum roß, der Eigen­tümer desselben, der deren 6 bis 12 hielt, der Säumer. Wegen der geringen Breite der Lkraße gingen die Saumtiere einzeln hintereinander und toegett der an einer Seite der Straße oft über hängenden Felsen hielt sie sich, um nicht mit ihrer Last anzustoßen, hart an dem Rande des Weges, wo dann ein kleiner Fehltritt, namentlich bei

Vernnschtes.

* O diese F. kindÄörltr! (Die gnädige Fran leidet au Migräne und bat daher den Diener zum Arzte geschickt.) Arzt: „Also Sie kommen von Frau von Saldern, welche um meinen Besuch bittet; was fehlt ihr beim?' — Diener: „Ach, Herr Doktor, sie leidet so fürchterlich an Margarine.^

* Eine seine Firma. Kompagnon (pfiffig): „Da ist n' Reisender, Herr Maie? . . . Wollen wir n' „reinfaüeu lasten oder 'rausschmeißen?'

Ich mörfjie mchi im ZchiMenliMd fein, Ä denn wie gut die Leute es dort haben mögen — was rangen sie denn an, wenn sie erkülket sind 1 Fays ächte Sodener Mmeral-Patzillen haben sie dort doch nicht und ich kann mir nicht denken, wie man Erkältungen der Luftwege, Affektionen der Rachenschlernchäute, Heiserkeit und Hünen bequem und schnell los werden will, wenn man keine Fays ächte Sodener hat Dieselben kosten 85 Psg. per Schachtel und sind überall zu HtzAe haben.

ein Geächteter gewesen so viele Jahre lang, daß ich nicht daran glauben kann, je wieder zu Ehreu und Ansehen zu gelangen. Doch davon wollen wir nicht sprechen. Erzähle mir von meinem Vetter, Roland Jngestre, dem Margnis."

„Er ist geehrt und geachtet von jedermann und auch beliebt. Er ist freundlich in seinem Wesen, aber er scheint etwas schwermütig und von schwacher Gesundheit zu fein."

„Wann wird er sich verheiraten?" fragte Mr. Strange stockend.

„Ich glaube, sehr bald", sagte Alexa traurig.

„Er liebt fie?"

„Von ganzer Seele; er hat sie schon seil Jah­ren geliebt."

„Und sie liebt ihn auch?" fragte Mr. Strange weiter; aber nur mit Anstrengung brachte er die Worte hervor.

„Ich weiß nicht, Vater. Ich denke, sie achtet ihn, aber sie kann Tick nicht bergeffen haben, dessen bin ich gewiß. Sie meint. Du seist tot."

„Ich bin tot für sie. Wir müssen sie bei dem Glauben lassen, bis ich einst gerechtfertigt fein werde. Ist der Tag der Hochzeit festgesetzt, Alexa?"

„Ich glaube es. Lady Markham, eine Freun­din der Lady Wolga, sagte mir, daß die Hochzeit bald fiattfinben werde."

Mr. Strange seufzte schwer.

„Ist sie glücklich?" fragte er weiter.

„Sie ist io stolz, daß man nicht erkennen kann, ob sie wirklich glücklich ist; aber sie ist immer freundlich gegen mich."

„Sie ist Dir zugetan. Alexa?"

„Es scheint, als ob eine innere Stimme ihr

3U‘exa

ober

Auf geheimnisvollen Wegen.

Rom«, »olt Eduard Wagner.

(Nachdruck verboten.)

):( Wucher uni Muchttschtzedmig.

Als am 23. April d. I. im Reichstag die Be­ratung des Militäretats begann, wurde auch die

Bewucherung der Offiziere

in die Debatte gezogen. Kriegsminister v. Einem erklärte, daß manche Fälle, in denen die jungen Offiziere „hineingelegt" würden, „zu dumm" .wären, um nur eine Schilderung davon zu geben. Ein Gegenstück zu den vom Kriegsminister ange­deuteten Fällen ist die Wucheraffäre, welche sich tut Zeit vor dem Schwurgericht in München ab- spielt. Aus einem Artikel, welchen das „Berliner Tageblatt" in Nr. 247 der Affäre widmet, grei­fen wir folgende zwei Sätze heraus: „Man sieht zum mindesten aus dem Münchener Wucherpro­zeß, daß es einigeMühe macht, dem Wucher auch mit den härtesten Strafbestimmungen zu Leibe zu gehen. . . . Nichts wäre Verkehr- ie r, als wenn man nun nach neuen Mit­teln suchen wollte, um dem Wucher auch seine letzten Schlupfwinkel zu verlegen." Ob aus An- laß der Münchener Fälle der Wunsch nach neuen Mitteln gegen die Bewucherung laut geworden, lassen wir dahingestellt. Bezeichnend ist es aber, daß das „Berl. Tagebl." jetzt schon auf deren angebliche Verkehrtheit hmweffen zu müssen glaubt. Im übrigen offenbart sich in den von ihm zum Ausdruck gebrachten beiden Gedanken nur der alte liberale Standpunkt. Ein Rückblick aus die Geschichte unserer Wuchergesetzgebung wird dies beweisen.

Am 14. November 1867 trat ein Gesetz in ftraft, das die früher in Deutschland übliche Zmsbeschränkung sowie das Wucherverbot euffcol und damit die schrankenloseste Wucher f r e i h e i t proklamierte. Es kam zustande un­ter öer Herrschaft des von Lasker geführten Libe- ralismus. Infolge dieses Gesetzes war allen Mißständen Tür und Tor geöffnet. Der erste, ber sich auf raffte und all seine Kräfte einfetzte, «m an der Heilung der durch die verderbliche libe­rale Gesetzgebung dem Volksleben geschlagenen tiefe« Wunden zu arbeiten, war das Zentrum das überhaupt von allem Anfang an vor der Be­seitigung der Wuchergesetze dringend warnte. Le­diglich dem unerinüdlichen Bestreben des Zen- trumsabgeordneten Peter Reichensperger ift es zu verdanken, daß man dann auch in libe­ralen Kreisen wieder zu den Wuchergesetzen ge­griffen hat, nachdem die Rechtszustände nachge­rade skandalös geworden waren. Dank dem Zentrum kam so am 24. Mai 1880 das Geietz gegen den Darlehns-, d. h. gegen den Kredit- Wucher zustande, welches diesen Wucher für bürgerlich rechtlich nichtig und strafrechtlich fiir strafbar erklärte.

Das Gesetz genügte aber noch nicht. Gleich- wohl hat man nichts davon gehört, daß der Libe­ralismus sich gegen die Schäden gerührt hätte. Nach dem „Berl. Tagebl." macht es eben „einige Mühe", dem Wucher zu Leibe zu gehen. Und die­ser Mühe wollen sich die liberalen Herren nicht unterziehen. Das Zentrum ruhte aber nicht und erreichte, daß es endlich am 19. Juni 1893 zu er nein verschärften zweiten Wuchergesetz kam, durch welches auch der Sachwucher ge­froren wurde, d. h. jener Wucher, welcher sich auf Waren ic. bezieht, bei Verträgen, Verkäufen rc begangen wird. Nur mit knapper Not setzte das Zentrum dieses neue Gesetz gegen die noch mach, tigen liberalen, unbeschränkter Vertragsfreiheit huldigenden Anschauungen durch. Aber auch die­ses Gesetz genügte noch nicht: es enthielt zu viele Anforderungen und Voraussetzungen, bevor ein Einschreiten gegen das Wuchertnm möglich war.

„Willst Du nicht nach Griechenland zurück- kehren?"

mein Kind. Ich habe unser Grund- rt r kau stund die Zahlung bereits er-

bon einem Engländer, Cr^ besuchte und die alte Aminka Ausfragte. Sein Benehmen war auffällig genug, ko^daßrch ihn für einen Spion hielt; doch et- fuhr ich, daß er nach Griechenland geschickt wor- 'P0*' um Zeichnungen für eine Londoner iünitnerte Zeitung von den Gegenden zu machen in welchen Lord Kingsconrt mit den Banditen jufammentraf. Er hatte gehört, daß Lord Kings- rourt einige Monate in meinem Hause zubrachte Und wünschte eine Unterredung mit mir."

»Ich bin froh, daß er kein Spion war."

„Eine Woche später, nachdem er fort war", «Höhlte Mr. Strange weiter, „erschien ein ande­rer, mehr verdächtiger Mann, welcher in der Nachbarschaft Erkundigungen über mich einzog Mnb mich auch besuchte. Dieser Mann war ein Franzose, und ich glaube, ihn in früheren Jahren schon mehrmals gesehen zu baden."

„O, Vater!"

, „Ich glaube, er ist der Bruder Pierre Re- tzdrrds, des Dieners von Lord Montheron " --..?clexa war bestürzt; ein beängstigendes Ge­fühl beschlich sie.

„Mir scheint", fuhr Mr. Strange fort, „daß {Jean Renard, der mich früher gekannt hat und der ein scharfsichtiger Mensch ist, als Polizeispion «mgestellt worden ist, um nach mir zu suchen.