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uldaerWZeitung

34. Jahraana

Fulda, Dienstag den 14. Mai 1907

JA 109.

Handlung.

>varf sich vor ihrem Vater nieder und flehte ihn

monatstotoge: „guldaer GrschtchKblStter"

Kurz vor Beginn der Versammlung erschien Lxzellenz v. Hahnke, lebhaft am Präfidialtisch begrüßt. Er nimmt seinen Platz zwischen dem Präsidenten, Fürsten Salm und dem Kölner Regierungspräsidenten Steinmeister ein. Links

„Ja, Mademoiselle. Diejenigen, welche sagen, sie verließ ihren Gatten in der Not, tun ihr gro­ßes Unrecht. Sie bat ihren Vater auf den Knieen, er möge ihr erlauben, zu ihm zu gehen: sie wollte mit ihm sterben. Aber ihr Vater hielt sie in ihrem Zinimec eingeschlossen und ließ niemanden zu ihr als mich und die Dienerschaft, welche er besonders dazu beauftragt hatte. Sie war eine verheiratete Frau, aber sie war noch sehr jung und leicht einzuschüchtern, sie zitterte vor ihrem Vater; aber die Liebe und die Besorgnis um ihren Gat­ten gaben ihr Mut, Versuche zu machen, aus ihrem Fenster zu entkommen. Um ihres Gatten willen wagte Mylady dieses. Aber ihr Vater setzte sei­nen Willen durch, wie immer, von jeher bis zum Tode. Er hielt die jungen Eheleute gewaltsam getrennt und sandte grausame Botschaften in My­ladys Nanreu an Lord Stratford Heron. Er kielt ihn für schuldig; er haßte ihn und fluchte rhm. Die Untersuchung wurde geschlossen und das Ge. richt fand Lord Stratford Heron des Mordes schuldig und verurteilte ihn zum Tode. Da wurde

«ftchetnt *h An,nah«« der Seen- vndfiettrta-» viertel- jLhn.veznaeprei« ohne Briitgerh!)* und vettellgtidinriuldgund auewärt» l MI 50 Pf«-

Verantwortlicher rchriftleiterrSwehier

n>od)inbeu«ge: „Illustrierte Sonntagrzeitung

„Wenn Sie den verstorbenen Herzog, MyladyS Vater, gekannt hätten, würden Sie verstehen, was ich Ihnen nicht klar machen kann. Er war stolz und hochmütig und regierte seine Familie

fürchtete ihn. Am, „,lv rauutulc u™

u bem Morde, als Lord Stratford meine arme junge Mylady fast wahnsinnig. Sie

verhaftet worden war frei sie aus einer Ohu- i-.s sich ™ ih«

tn9$rJn ?tc ?n , tourte: ju ihrem Vater i an, er möge das Leben ihres Gatten retten, ihn aeschukt. der sogleich kam und sie mrt sich nach I von der Schmach der Hinrichtung befreien. Der

indem er sich auf die Ausführungen des Präsi denten beruft.

In der Diskussion hielt RkichSjagsabgeord- neter Dr. Streesemann von den Nation al- liberalen eine beifällig aufgenommene Rede über den Wert der Kolonie. Graf D ü r k l e i n meinte, der Verein müsfe dahin streben, daß ein Reichs­tag gewonnen werde, der sich den Forderungen deS Vereins anschließe. Mit Rücksicht auf die „unerhörten Angriffe in der Presse" wurde von einem Borstandsherrn die Annahme der Reso­lution ohne weitere Diskussion beantragt und der Antrag unter tosendem Beifall angenommen. Darauf wurde der bayerische Protestantlag als erledigt zurückgezogen und in einer besonderen Resolution der Leitung die Anerkennung ausge­sprochen.

Die nächste Tagung findet in Danzig statt

Ich vie Rettung schiffbrüchiger.

Von Oskar Nautilus (O. Boljahn).

(Nachdruck verboten.)

Wenn man im Spätherbst oder Frühjahr in der Zeit, in der stets um die Tag- und Nacht­gleiche schwere Stürme, die sogenannten Aequi- noktiql-Stürme, wüten, von den vielen Schiffsun- säÜLN auf hoher See und besonders an der Küste hört, legt sich der ReustngSw-thts, der Bewohner des Binnenlandes, wohl die Frage vor, ob denn mit allen den entmasteten, versunkenen, gescheiter­ten oder gestrandeten Schiffen auch immer die gesamten Mannschaften und Reisenden zugrunde gehen. Gottlob können wir da sagen: Nein, bei weitem nicht alle, und besonders nicht die Besatz- ungen derjenigen Schiffe, die vom Sturm und Wogenbraus an der Küste selbst und gar in der Nähe einer Station der „Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger" ins Verderben getrieben werden. Durchaus nicht alle, so sagen wir frohen und dank­baren Herzens, und daß das nicht geschieht, dafür sorgen eben die internationalen Nettungsgesell- schaften, vor allem aber auch die deutsche Gesell­schaft zur Rettung Schiffbrüchiger, die mit ihrer Ausrüstung, z. B. ihren Booten, allen anderen derartigen Gesellschaften weit voraus ist.

Preußen hat in unserm enger« Vaterlande dke erste Anregung zur Ausgestaltung seiner früher noch recht mangelhaften Rettungseinrichtungen und zur Gründung der allgemeinen deutschen Ge» sellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger gegeben. Ihr zur Seite stand Bremen, und hauptsächlich der Umsicht und der rührigen Tätigkeit der Lei­tung der segensreich wirkenden Gesellschaft, deren Hauptsitz sich in Bremen befindet, ist es zu danken, wenn wir im Rettungswefen allen Völkern vor­aus sind.

Allerdings gehört viel Opfermut, Nächsten- liebe, Erfahrung und Tapferkeit der Rettungs- Mannschaften dazu, wenn sie leisten sollen, was tatsächlich geleistet wird, und es bedarf noch immer weit mehr als bisher der Opferfreudigkeit aller Kreise, um die Einrichtungen dieser edlen Be­strebungen zugunsten des einzelnen und der Ge- samtheit zu unterhalten und auszubauen.

Der Verfasser war int Jahre 1869 an der Ost­seeküste bei Danzig Zeuge, wie in einigen Stun­den während eines wütenden Sturmes nicht toeni- ger als elf Schiffe strandeten, und wie es den Rettungsmannschaften dieser Gesellschaft unter eigener höchster Lebensgefahr und unter den stärk­sten Anstrengungen gelang, alle Besatzungen die­ser Schiffe zu rette». Nur die Rettung der Men­schen auf einem Schiffe vollführten einfache

ei««»: Nir ei» spaltige Petltzeile oder deren Raum 15 psg. Refieme« »je Petitzeile 25 Psg.; bei Wieder* holimgen wird euftpr.

Rabatt gemährt.

»statt onr druck u. Verlag der SitUatt Re­ckende ttferei in Huld«.

Zerr sprechet Nr 9.

mand in der ganzen Welt glaubte jemals an die Möglichkeit seiner Unschuld."

„Da ist Mrs. Goff im Irrtum," unterbrach die Französin Alexas Worte. „Eine glaubte nicht an seine Schuld, ungeachtet der überwältigenden Beweise gegen ihn. Eine war stets von seiner Unschuld überzeugt, obwohl sich alle seine Freunde gegen ihn wandten."

„Sind Sie es, Felice?"

„Ich meine mich selbst nicht, denn Pierce Re- nard beseitigte gleich von Anfang meine Zweifel. Er erklärte Lord Stratford für schuldig. Die­jenige, welche an des jungen Lords Unschuld glaubte, war seine eigene Gattin."

Alexa erschrak und wurde totenbleich.

„Sie hatte Vertrauen zu ihm?" flüsterte sie.

„Stets," antwortete Felice bestimmt. „Es ist sonderbar. Aber, Leute, welche lieben, glauben sich auch gegenseitig alles. Mylady liebte ihren Gatten aus tiefster Seele, und et tvar ihrer Liebe wert, ungeachtet jener schrecklichen, unüberlegt >n Tat, welche für ihn und die ©einigen zum Ver­derben wurde und werden mußte. Er tvar so gut und sanftmütig, Mademoiselle, so schön, so edel, und er liebte sein junges Weib und sein Kind so zärtlich! O, er muß in dem Augenblick, als er die Tat beging, ivahnftnnig gewesen sein! Jeder- mann glaubte, daß er feine Sinne verloren haben mußte."

„Aber ich habe gehört, daß Lady Wolga sich von ihm zurückzog, als et in Not kam."

„Das haben Sie gehört? Nun ja, ich weiß, daß man es sagt, aber es ist nicht wahr."

„Nicht wahr?"

Clyffebourne nahm. Hier wurde Mylady stet- benskrank. Ich dachte jeden Augenblick, sie würde sterben, aber sie genas allmählich wieder. Saun kam die Gerichtsverhandlung. Sie machte sich auf, um zu ihrem Gatten zu gehen, aber ihr Vater hob ihre Anordnungen durch Gegenbefehle auf und schloß sie in ihrem Zimmer ein, schwörend, daß seine Tochter nichts mit einem Mörder zu tun haben sollte. Er hielt in grausamer Weise seine Tochter wochenlang in ihrem Zimmer ge­fangen, Besuchern erklärend, daß sie sich weigere, jemanden zu sehen. Mylady schrieb einen Brief und bat mich, ihn an Lord Stratford zu besorgen, aber ihr Vater hielt mich an, — rr hatte Spione, die ihn gewarnt hatten — nahm mir den Brief ab und drohte mich zu entlasten, wenn ich es wie­der toagen würde, gegen seinen Willen etwas zu unternehmen."

.Also sie schrieb an ibn?"

vom Präsidenten sitzt General Keim. Anwesend sind etwa 220 Mitglieder und zahlreiche Gäste. In seiner Ansprache führt Fürst Salm unge­fähr au«: ES ist eine besondere Ehre für den Flottenverein, daß der Kaiser seinen General- abjutanten v. Hahnke zu unS entsendet hat. Es beweist das das warme Interesse deS Kaisers für den Verein und seine Anerkennung der nationalen Tätigkeit deS Vereins. (Lebh. Bravo!) Ich bitte Se. Ezellenz, dem Kaiser unfern Dank zu Füßen zu legen. Nach einem Hoch auf Kaiser und Bundesfürsien erhebt sich Generalfeldmarschall v. Hahnke, um etwa folgendes auszuführen:

11 Vereins. Noch nie hat sich die Oeffentlichkeit . und die Press« im In- und Ausland fo mit uns > beschäftigt wie in den letzten Monaten. Sie kennen i die Vorgänge der letzten Zeit, die Beunruhigung, - die die an den bekannten Diebstahl anknüpsende i Presse hervorgerusen hat. Ich kann nicht auf i alle Vorwürfe hier eingehen, di« der Leitung ^gemacht worden sind, aber mit Entrüstung muß ich eS als unbegründeten, tenden-

1 jiöfen Vorwurf zurückweisen, wenn gesagt worden ist, wir bekämpften die katholische Kirche und unser.e katho­lischen Mitchristen. Nach wie vor sind wir auf das eifrigste bemüht, alles zu vermeiden, waS geeignet ist, den konfessionellen Frieden zu stören. (Bravo!) Im Flottenverein ist jeder Deutsche willkommen, ob Sachse, Bayer oder Württemberger, ob Protestant, Katholik oder Jude, gleichviel welcher politischen Partei er an­gehört! (Beifall.) Wenn wir uns notwendig mit politischen Fragen befassen müssen, so ist doch jede Partetpolitik ausgeschlossen; keiner Partei zuliebe unternehmen oder unterlassen wir etwas. (Beifall.) Für uns gibt es keine poli- tische Parteien. Nur wenn unS politische Par­teien angreifen, weisen wir sie zurück. Für uns gibt es nur nationale Fragen. Diese werden wir stets, soweit eS unsere Satzungen zulüssen, unterstützen, unbekümmert darum, welche poli­tische Partei bereit ist, für die nationalen Fragen einzutreten. So fasse ich die Frage auf, wie der Flottenverein seine Politik treibt. Lassen uns wir bestrebt sein, alles Parteiliche auszuscheiden und sachlich zu bleiben. (Stürmischer Beifall.)

Aus dem Geschäftsbericht ist mitzu­teilen, daß die Zahl der Mitglieder gegenwärtig 950 000 beträgt, daß anstößige Bilder aus den Mutoskopen entfernt werden sollen und daß wieder Lehrer- und Schülerfahrten stattfinden sollen. Während der Erstattung des Geschäfts­berichtes diktierte Herr v. Hahnke seinem Adjutanten anscheinend den Bericht an den Kaiser. Mit besonderem Hört! Hört! wird die Mitteilung entgegengenommen, daß der Flotten­verein bet den Wahlen „keinen Pfennig" ausgegebcn habe. Von der Wilhelmstraße wurde nichts gesagt. Mit demonstrativem Bei- fall wurde General Keim als Referent über die Agitation begrüßt. Der Sturm des Beifalls wollte kein End« nehmen. Herr Keim betonte, daß seit den Wahlen der Flottenverein bedeutende Zugänge auszuweisen habe, obwohl die Gegner selbst den Weg des Verbrechens nicht gescheut hätten, um dem Verein eins anzuhängen. Es ist wiederholter schwerer Diebstahl festgestellt worden. Aber Schimpf und Schande ist auf die Täter bezw. Anstifter zurückgefallen. (Lebhafter Beifall.) | Die Abgänge, die uns betreffen, waren nur möglich dadurch, daß in einer gewissen Presse | gelogen wurde und meine Briefe durch Fälschungen und Verdrehungen eine andere Deutung erhielten. Dadurch ist es möglich geworden, zu behaupten, ich bekämpfte die katholische Religion. Das weise ich als infame Lüge zurück. (Lebh. Beifall.) Hierauf begründet Redner die Resolution des Ausschusses, welche sich für einen schleunigeren Ausbau der Flotte ausspricht und wie schon erwähnt, Konfessionalität und Parteipolitik ausschließen will, lieber diesen zweiten Teil gleitet Redner aber schnell hinweg.

Herzog versprach die Befreiung zu bewirken, nicht, weil sie ihn darum bat, sondern weil sein Stolz es nicht ertragen konnte, daß sein Schwiegersohn wegen Mordes gehängt wurde. Sie wandte sich bittend an das Ministerium und an die Königin; aber jedermann glaubte Lord Stratford Heron schuldig, und es sollte durch seinen Tod ein Exem­pel statuiert werden, daß Rang und hohe Verbin­dung nicht vor der gerechten Strafe schützen. Lord Stratford entfloh, wie jedermann weiß. Ich glaube, der Herzog hat den Gefangenwärter be­stochen und die Flucht begünstigt, was eine große Summe gekostet haben muß."

Alexa war im tiefsten Innern erschüttert über diese Enthüllungen.

Ihre Mutter hatte also ihren Vater nicht ver­lassen. Sie hatte stets an seine Unschuld ge­glaubt! Sie hatte ihn stets geliebt!

„Ich würde nicht zu Ihnen von diesen Dingen sprechen, Mademoiselle," sagte Felice, „aber Sie haben falschen Bericht gehört, und, da Sie My- lady dienen wollen, sollten Sie sie kennen, tote sie wirklich ist. Wenn ich die ganze Nacht erzählte, toürbe ich Ihnen ihre ganze große Liebe und Treue zu Lord Stratford Heron nicht klar machen können. Sie hat nach jener furchtbaren Nacht zu Mont Heron nicht eine Stunde ivahren Glückes gekannt. Ich laube, sie beabsichttgt, England zu verlassen und im Auslande nach ihrem Gatten zu )rohte mehrmals, sie in eine Irrenanstalt zu uchen, aber der Herzog bewachte sie scharf und chicken. Als die Nachricht kam, daß Lord Strat- ehr krank. Ihr Vater milderte nun zwar seine ord in Südamerika gestorben sei, wurde Mylady Strenge gegen sie, aber er drang in sie, wieder in die Gesellschaft einzutteten, und als sie es nach Jahren endlich tat, war es nur ans Gehorsam und weil sie des Widerstrebens müde war. Daß Familiendrama und der Tod ihres Kindes zwei Jahre später haben ihr Leben zerstört. Sie 15* Helt und regiert die Gesellschaft wie eine Königin, sie wird umschwärmt und ihr wird gehuldrgt, ober niemand weiß, daß unter all ihrer Fröhlich­keit ein gebrochenes Herz verborgen ist."

(Fortsetzung folatj

Regierungspräsident Steinmeister-Köln brachte ein Telegramm des Oberpräsidenten, des Freiherrn v. Schorlemer-Lieser, zur Verlesung, n Erscheinen ver-

„Die begeistette Huldigung werde ich dem Kaiser sogleich übermitteln. Er wird hocherfreut sein über diesen sympathischen Ausdruck der Ergeben­heit und Dankbarkeit. Der Kaiser schätzt Ihren Verein hock ein. Sieht er doch in ihm die Ver­körperung des idealen Gedankens, bent deutschen Volke das Verständnis und Jntereffe für das Bedürfnis und die Aufgabe der deutschen Flotte zu wecken, zu pflegen und zu stärken. (Lebhaftes Bravo!) Daher hat er mich beauftragt, der Tagung nicht nur seinen kaiserlichen Gruß zu entbieten, sondern auch Ihnen allen, die Sie opferwillig und umsichtig den Mühen im Verein sich unterteilen, seinen besonderen herzlichen Dank auszusprechen. (Lebh. Beifall und Händeklatschen.) Was deutscher Geist, Fleiß und Wagemut zu leisten vermag, das ist unter der umsichtigen Leitung Ihres Präsidenten vom Flottenverein in erfreu­lichste Weise erreicht worden. (Erneute Bravo- rufe). Der Kaiser ist daher erfüllt von Freude und Stolz über den deutschen Flotten verein. (Stürmisches Bravo!) Innere Schwierig­keiten in versö hnlicher Weise nach dem alten Grundsatz „Einigkeit macht stark" über­windend, werden sie ein großartiges Beispiel deutschen Wirkens und Wesens geben. Unter solchem Ausblick läßt der Kaiser dem deutschen Flottenverein eine weitere segens- und erfolgreiche Zukunft wünschen. Ich bitte, mit mir einzu­stimmen, wenn ich im allerhöchsten Auftrag ein Hoch dem Flottenverein ausbringe aus Nord und Süd, Ost und West und dem Ausland (freneti- scher Beifall).

miß erscheinen mußte. WaS im einzelnen im Ge- samtausschusse vor sich gegangen ist, entzieht sich unserer Kenntnis, offenbar aber war seine Ten­denz die gewesen, jeden Eklat dem In- und Aus­lande gegenüber zu vermeiden, und nach diesem Rezept hat die Hauptversammlung gearbeitet. Innerhalb kurzer Zeit war die Sitzung beendet und kein Wort bet Opposition ift laut geworben. Inwieweit die Anwesenheit des General-Feldmarschalls v. Hahnke, der im Aus- trage bei Kaisers erschienen war, auf diesen Gang der Dinge hingewirkt hat, müssen wir da­hingestellt sein laffen. Herr General Keim fühlte sich als Sieger, er war aber nichts weniger als das, denn die Resolution des Gesamtausschusses, die in der Hauptversammlung auch zur Annahme gelangte, bringt zum Ausdruck, daß der Ver-1 in welchem dieser bebauerf, am .......

ein „fioeS den Gegensätzen der Kaufes- hindert zu sein und begrüßte die Versammlung sionen und Parteien stehen müsse". Da- namens der preußischen Regierung. Erwünschte mit ist Herr Keim zurechtgewiesen worden. t besten Erfolg und meinte: „Wenn Sie jemand

An dieser Zurechtweisung kann matt der kW» Ihren Verein gewonnen haben, so wird er Bayern wegen nicht vorbei und infolge derselben auch fein Wahlrecht in Ihrem Sinne hatten diese auf ihre in der Presse bereits bekannt- aus««,- Oberlandesgerichlspräsident Ro ntj en gegebene Resolution verzichtet. Im übrigen aber betonte hr jefcgr Ansprache, es sei die Aufgabe hatte man den Eindruck, baß die diesjährige des Vereins, nicht zu trennen, sondern die in ver- Tagung einen demonstrativen Charakter gegen- schiedet» Lager getrennte Kräfte zusammenzn- über den Angriffen haben sollte, die in der Presse führen. (Bravo!) Namens des rheinischen Ver- auf de» Verein erfolgt sind, und daß man dieser bandes betonte Herr Deichmann die Notwendig- Tendenz zuliebe alles hinter den Kulissen abge- kett der Einheit des Vereins gegenüber dem Aus- macht habe. Wir geben im folgenden eine ge- lande. An den Kaiser wurde ein Hulbigungs- drängte Ueberficht Über den Verlaus der Ver- telegramm gesandt, in welchem es heißt, daß der Verein eine starke Flotte erstrebe, „die in der Hand Ew. Majestät die sicherste Bürgschaft für die Erhaltung des Friedens bietet." Sodann machte Fürst Salm einen Appell der Ein­mütigkeit an die Versammlung. Die heutige Sitzung ist die wichtigste seit dem Bestehen des

Hauptversammlung des deutschen Klottenvereins.

(Nachdruck verboten.) cpc. Köln, 12. Mai 1907.

Man durfte angesichts des Protestes, welchen oie Tätigkeit des FlottenoereinS bet den letzten Wahlen in seinen eigenen Reihen hervorgerufen hatte, auf den Verlauf der diesjährigen Haupt­versammlung, welche auf den 12. Mat nach Köln einberufen war, gespannt fein, umsomehr, als der bayerische Verband eine Resolution einge­bracht hatte, welches eine Verleugnung deS Herrn General Keim und feiner Gesinnungsgenoffen dar­stellte. Die erwartungsvolle Spannung erfüllte nicht nur diejenigen Kreise, die außerhalb deS Flottenvereins stehen, sondern auch seine eigenen Mitglieder, denn die Kölner Tagung wies eine Teilnahme auf, wie sie seit dem Bestehen deS Vereins noch nicht zu verzeichnen war. Indessen konnte derjenige, der bei Beginn der Hauptver­sammlung mit kritischem Blick die Drucksachen Sudierte, keinen Moment im Zweifel sein, daß ie Hauptversammlung glatt verlaufen werde, da man den Schwerpunkt der Beratung in die nicht­öffentliche GesamtauSfchuß-Sitzung vom Samstag verlegt hatte. Denn eS tag eine Resolution des Gesamtausschusses vor, welche als ein Kornpro-

Alexa

oder

Auf geheimnisvollen Wegen.

Roman von Eduard Wagner.

*7] (Nachdruck verboten.)

„Ich weiß, wen Sie meinen", sprach Alexa ernst. „Ich hörte die traurige Geschichte im Gasthause zu Mont Heron."

„Erzählen die Leute den Gästen die Geschichte noch immer?" fragte Felice etwas unwillig. „Es kind fchon mehr als achtzehn Jahre vergangen seit jenem schrecklichen Ereignis! Aber solche Dinge fchsinen nie alt zu werden; man wird die Ge- noct> hundert Jahren noch erzählen, glaube J5?* T Sp"He" die Dorfbewohner etwa Uebles über mir sro?s das ist nicht möglich. Sagen Sie mir, Mademotselle, toaS die Dorfbewohner reden." o /^rachen mit der größten Achtung von Lady Wolga und sagen, daß sie sich bald mit dem Marquts von Montheron verheiraten wird."

„Sie sprechen, was sie wünschen," sagte Felice „Sie möchten sie gern im Schloß von Mont Heron als Herrin sehen."

„Mrs. Goff sagte das!"

„Nun, ihr Wunsch mag in Erfüllung gehen. Ich hoffe. Mylady wird den Marquis von Mont­heron heiraten; ich glaube, sie wird es tun, ob­wohl die Verlobung noch nicht veröffentlicht ist. Sie ist sehr verschwiegen; nicht einmal zu mir, dte ich doch stets um sie bin und ihr Vertrauen besitze, spricht sie von ihren Plänen und Absichten. Und was tagen sie sonst, Mademoiselle, von dem Drama ton Montheron? Wir sind so lange von hier fort gewesen, daß ich nicht mehr weiß, wie die Leute über dres Ereignis denken."

„Mrs. Goff sagte, daß es keinem Zweifel muerlrege, daß Lord Stradfort der Mörder seines Bruders tvar," bemerkte Alexa mit unglaublicher Ruhe, sie tvar entschlossen, die Gelegenheit zu

imb d" Dienerin mls-mkorschen. , Nie-1