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Zul-aer M Zeitung
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Rotationsbrud u. Verlag der Fuldaer 2k» tiendr rckerei in Hulda. Fernsprecher Nr 9.
M 107.
Fulda, Samstag den 11. Mai 1907.
34. Jahrgang.
Drittes Wtatt.
O San- uni) Eiimchlnng der neuen chirurgischen Klinik des Lund- krnnkenhuuses jn gnliin.
• Am Mittwoch wird, tote schon gemeldet, die neue chirurgische Klinik des Landkrankenhauses, welche nach den Plänen des Herrn Baurats Rose aus Kassel errichtet wurde, ihrer Be- stinrinung übergeben. Heute nachmittag sand eine Besichtigung der Klinik durch die Spitzen der Behörden, sowie die Mitglieder der städtischen Körperschaften statt. Der Direktor des Landkrankenhauses, Herr Dr. Gunkel, begrüßte die Erschienenen und entwickelte in einer längeren Ansprache die Grundsätze, welche beim Bau und der Einrichtung dieser vollständig modernen Anstalt maßgebend gewesen find. Redner führte etwa folgendes aus:
„Die stetig zunehmende Zahl der Kranken, die innerhalb der letzten acht Jahre sich um das doppelte vermehrt hat, machte eine Erweiterung des Landkrankenhauses nötig. Vor allem war es aber der beispiellos rasche Fortschritt der medizini- schen Wissenschaft, besonders der Chirurgie, innerhalb der letzten Jahrzehnte, welchem durch Erbauung einer mit allen modernen Hilfsmitteln ausgestatteten chirurgischen Klinik Rechnung getragen werden mußte, wenn das Landkrankenhaus seiner Bestimmung gerecht werden wollte. Nach langjährigen Vorarbeüen und 1% jähriger Bauzeit steht nun heute endlich die neue Klinik zum Einzug fertig, da. Ihre Ent- stehung ist in erster Linie zu verdanken der Initiative und dem beharrlichen Eintreten meines Vorgängers Geheimrat Schneider, sowie dem bereitwilligen Entgegenkommen des Kommunal- verbandes. Sie ist erbaut nach den Plänen des Herrn Daurats Röse aus Kassel, bei denen in liebevollster Weise auf meine Wünsche Rücksicht genommen worden ist.
Jn den letzten Jahrzehnteit hat das Kranken- Hauswesen eine fundamentale Umwälzung erfahren. Früher war das Krankenhaus ein Zufluchtsort für Kranke, die so arm oder einsam lebten, daß sich in der Krankheit niemand ihrer annahm. Außer dieseit Armen und Verlassenen waren es vor allem Patienten mit langwierigen oder ekelerregenden Krankheiten, die dem Krankenhause zugesührt wurden. Nicht feiten diente das Krankenhaus auch als Sterbehaus. Wenn die enge Hütte, die den Lebenden kaum reichte, für den Toten keinen Platz bot, so wurde der Schwer- kranke, dem der Tod bevorstand, ins Krankenhaus gebracht. Es war natürlich, daß unter solchen Verhältnissen die Einrichtung eines Krankenhauses meistens sehr primitiv war. Kein Wunder auch, daß der Kranke sich vor dem Krankenhause fürchtete und mir in höchster Not und mit größtem Widerstreben ein Hospital aufsuchte. Die ungeahnte Entwickelung der medizinischen Wissenschaft brachte es mit sich, daß die Ausübung der ärztlichen Kunst komplizierter wurde. Zur erfolgreichen Behandlung vieler Krankheiten ist heute ein großer Hilfsapparat notwendig, der nur in einem Krankenhause bereit gehalten werden kann. Ich erinnere nur an die Röntgenstrahlen, die Entwickelung der Hydrotherapie, die medico- mechanische Lichtbehandlung rc. Dor allem aber ist es die Ausdehnung der Chirurgie gewesen, die zu der Entwicklung des Krankenhauswesens beigetragen hat. Jede größere Operation erfordert io viel Assistenz, Vorsichtsmaßregeln und Hülfs- mittel, daß die Chirurgie im größeren Maßftabe nur in einem Krankenhause ausgeübt werden kann. Und so ist es gekommen, daß das Krankenhaus jetzt nicht mehr nur der Zufluchtsort
Ab'excr
oder
Ans geheimnisvollen Wegen.
Roman von Eouard Wagner.
(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung aus dem zweiten Blatt.)
„Miß Strange!" wandte sich Lady Markham plötzlich mit seltsamer Freundlichkeit an Alexa. „Zu welcher Familie der Strange gehören Sie? Sind Sie verwandt mit dem Herzog von Athola, oder mit den Stranges in Kent, oder denen in Dnrchham?"
. »Mit keinem derselben", antwortete Alexa mit einer Kälte, welche Lady Markham erbitterte. »Ich habe keine Verwandte in England."
„Wie seltsam! Keine Verwandte in England, «nd doch sind Sie eine Engländerin!" rief Lady Markham mit erkünsteltem Erstaunen. „So gänzlich allein in Ihrem Alter, Miß Strange! Hat Ihr Vater, hat Ihre Mutter denn keine Verwandte?"
„Ich habe keine Mutter", erwiderte Alexa mit einer Bitterkeit, die sie nicht verbergen konnte. „Ich habe niemanden in der Welt, als meinen tieben Vater!"
Lady Markham würde eine Bemerkung gemacht haben, aber Lady Wolga kam ihr zuvor.
„Miß Strange macht keine so bemerkenswerte Ausnahme, wenn sie keine Verwandte hat", sagte sie freundlich. „Mir sind mehrere solche Fälle schon vorgekommen. Aber Sie sehen müde aus, meine Liebe. Ich will Sie nicht länger zurückhalten.
. A^xa nahm ihre Entlassung gern an. Sie wünschte Lady Wolga eine gute Nacht, verbeugte sich kalt vor Lady Markham und verließ das Zimmer. Ihr bedeutungsvoller Blick beschäftigte I ßobtj Wolga noch lange, nachdem sie sich schon in ihre Privatgemächer zurückgezogen hatte. 1
verlassener Kranken ist. Heute muß jeder, ob hoch oder niedrig, reich oder arm das Krankenhaus auffuchen, wenn er eine Krankheit hat, die eine größere Operation oder eine komplizierte Behandlung erfordert. Dieser Umstand ist natürlich für den Bau und die Ausstattung der Krankenhäuser, die jetzt höheren Ansprüchen genügen müssen, von ausschlaggebender Bedeutung gewesen. Einen großen Einfluß hat aber auch die soziale Ge- setzgebungauf die Entwicklung der Krankenhäuser ausgeübt.
Was nun die Grundsätze angeht, die beim Bau eines Krankenhauses maßgebend sind, so muß zunächst Sorge getragen werden, daß dem Kranken kein Schaden entsteht. Die Ergebnisse der modernen Wissenschaften, besonders der Bakteriologie, geben uns glücklicherweife die Mittel an die Hand, um der Hauptgefahr, der Uebertragung von Krankheiten, vorzubeugen. Der früher so gefürchtete Hospitalbrand ist eine unbekannte Krankheit geworden, die Wundrose wird in einem modernen Krankenhause fast nie mehr beobachtet. Es ist selbstverständlich, daß beim Bau der neuen Klinik alle Forderungen der modernen Hygiene mit Bezug auf Licht, Luft und Sage der Krankenzimmer berücksichtigt sind. Es ivar vor allem das Bestreben maßgebend, den Kranken nicht nur einen gesundheitlich einwandfreien Aufenthalt zu sichern, sondern nach Möglichkeit alles Unangenehme des Krankenhauses den Kranken zu ersparen. Man hat bisher vielfach die Kranken in großen Sälen bis zu 30 Betten untergebracht; weil hierdurch natürlich die Pflege und Behandlung sehr erleichtert und auch weniger kostspielig wurde. Ich halte dies aber nicht für human. Es führt zu großen Unzuttäglichkeiten, wenn Schwer- kranke und leicht Erkrankte in großen Sälen zusammenliegen. Der Schwerkranke bedarf zunächst der Ruhe, die er in einem Saale, in dem viele Kranke liegen, nicht haben kann. Es müssen deshalb auch für die Patienten III. Klasse Zimmer mit 1, 2 bis 4 Betten für rnhebedürstige Kranken vorhanden sein. Die größeren Zimmer sind für die leichter Erkrankten bestimmt, die sich dann auch ungestört unterhalten können, ohne auf die Schwer leidenden Rücksicht nehmen zu müssen. Den Leichterkrankten soll auch die Seelenqual erspart bleiben, die er beim Anblick der Schmerzen und des Elendes schwer leidender Patienten erleben muß, oder wenn sie gar genötigt find, einen Sterbenden zu sehen. Deshalb ist bei der neuen Klinik durch eine ausreichende Anzahl von kleinen Zimmern die Möglichkeit gegeben, die Schwerkranken von den Anderen zu trennen, Sterbende allein zu legen und Kranke, die das Unglück haben, von einem ekelerregenden Leiden betroffen zu sein, dem Anblick der übrigen Kranken zu entziehen. Derselbe Grundsatz der Humanität war auch bestimmend, ein eigenes Zimmer zu schaffen zum Vorbereiten und Chloroformieren vor der Opera- tion, damtt die Pattenten erst in dem für sie schrecklichen Operattorrssaal kommen, wenn sie in der Narkose sind.
Ein Krankenhaus muß so ausgestattet fein, daß man dem Kranken diejenige Behandlung zu- kommen lassen kann, deren Wichtigkeit und Heilkraft feftsteht. Man weiß heute, daß viele Kranke nur dann heilbar sind, wenn man ihnen, selbst wenn sie bettlägerig sind, den Genuß der frischen Luft zuteil werden lassen kann. Ich erinnere nur an die englische Krankheit und die Knochentuber- kulose. Es sind daher möglichst viele geschützte Veranden angebracht, wo die bettlägerigen Kranken auch bei trübem Wetter den Tag auf Liege- sesieln verbringen können. Das bedeutet für den Kranken nicht nur die Abkürzung der Rekonvaleszenz, durch eine schnellere Wiederherstellung der Kräfte, sondern der Aufenthalt im Freien wirkt auch erheiternd auf den Patienten, erfüllt ihn mit Lebensmut und neuer Hoffnung. Ten Pa- ttenten, die außer Bett sind, ist durch ausgedehnte.
„Ich denke", sagte sie zu Lady Markham, „das; ich noch niemals eine so große Neigung zu jemandem empfunden habe, wie zu Miß Strange. Ich fühle mich zu ihr hingezogen und ihre Stimme dringt mir in die Seele. Es ist mir fast, als wäre sie ein Teil meiner selbst. Meine Blicke richteten sich diesen Abend unwillkürlich wohl hundertmal auf sie. Ich beabsichtige mit der Zeit mehr aus ihr zu machen als meine Gesellschafterin. Ich will mir ihre Liebe gewinnen und bitte Sie. Lady Markham, mir behilflich zu sein, ihr das Leben bei mir angenehm zu machen."
„Aber, was wissen Sie von ihr, Lady Wolga?" fragte Lady Markham voll Eifersucht. „Sie ist Ihnen jedenfalls gut empfohlen worden; aber, was wissen Sie von Ihrer Familie, "ihrer Vergangenheit und ihrem wirklichen Charakter?"
„Ich werde dies alles mit der Zeit erfahren." „Vielleicht, wenn es zu spät ist, zum Nachteile Ihrer Ruhe und Ihres Friedens. Lady Wolaa Sie haben einen Fehler begangen, dieses Mädchen in Ihr Haus zu nehmen. Sie ist hier zu irgend einem Zwecke, und dieser Zweck ist nicht der, Ihre Interessen nach besten Kräften wahrzunehmen!" Lady Markham hatte diese Worte mit Pathos, in einer Art prophetischer Verkündigung ausae- sprochen.
„Weshalb sagen Sie das?" fragte Lady Wolga. „Wissen Sie etwas Schlechtes von ihr? Ich will keine Verdächtigung; aber wenn Sie bestimmt wissen, daß sie etwas Unrechtes getan hat, so will ich Ihre Aussagen hören."
„Ich glaube, sie kennt —"
„Ich will keinen Glauben, keine Mutmaßungen hören", unterbrach sie Lady Wolga ruhig, aber entschieden. „Wenn Sie nur ein Mißtrauen, einen Verdacht haben, auf Grund dessen Sie M-ß Strange anklagen, muß ich darauf v.czichten. Ihnen Gehör zu schenken."
„Dann müssen Sic die Wahrheit selbst erfahren, Lady Wolga", erklärte Alexa's Anklägerin. „Ich wiederhole es: das Mdchen hiutergeht Sie;
Gartenanlagen, in denen noch Liegehallen errichtet werden sollen, Gelegenheit gegeben, sich möglichst viel im Freien aufzuhalten. Durch das bereitwillige Entgegenkommen der Kommunal-Ver- waltung ist es möglich geworden, die sehr kost- spieligen Apparate und Einrichtungen anzuschaffen, die eine moderne chirurgische Klinik haben muß, damit die Kranken, dem heutigen Stande der Wissienschast entsprechend behandelt werden können. Es darf in einer modernen Klinik nicht Vorkommen, daß ein Kranker feine Heilung nicht finden kann, weil es an den Einrichttmgen fehlt, die zu einer erfolgreichen Behandlung nötig wären."
Heber die Anlage selbst machte Herr Direktor Dr. Gunkel in feiner Rede folgende gaben: „Im Souterrain befinden sich außer dem Laboratorium und der Dunkelkammer für die Entwickelung der Röntgenbilder sowie einiger Jsolierzimmer für unruhige Kranke, die Räume für die orthopädisch-gymnastischen und medico- mechanischen Apparate, von denen leider ein großer Teil nicht rechtzeitig eingetroffen ist. Die Apparate dienen zur Behandlung von Verkrüm- mungen der Wirbelsäule, von Versteifungen der Gelenke, zur Gymnastik zc. Die Benutzung dieser Apparate istauchKrankenzugänglich, die nicht ins Krankenhaus ausgenommen find. Im Parterre befindet sich außer den Krankenzimmern das Aerztekasino, die Sprech- und Wartezimmer des Direktors, Röntgenzimmer, Gipszimmer und Verbandszimmer. Im Anschluß an jedes große Krankenzimmer befindet sich ein Badezimmer, ein Tagesraum und Klosets für die Kranken außer Bett, und ein Zimmer für den Wärter. Im ersten Stock sind die Zimmer erster Klasse, sowie die Operationsräume. Der Operationssaal sowie alle Badezimmer sind so gehalten, daß Wände und Fußböden abgewaschen und leicht desinfiziert werden können. Im zweiten Stockwerk liegen die Räume für die Wöchnerinnen, Kranken- zimmer zweiter Klasse, einige Schlafzimmer für die Schwestern, sowie ein Verfammlungszimmer für die Sitzungen des Aerztevereins. Im ganzen enthält die Klinik 99 Räume, darunter 9 Badezimmer. Die Heizung wird durch eine Niederdruckdampfheizung bewerkstelligt. Zur Erleuchtung dient elektttsches Licht, welches durch eine elektrische Zentrale gewonnen wird. In den Operationssälen und Verbandszimmern befinden sich Nernstlampen von je 350 Kerzen, die so angebracht sind, daß auf dem Operationsgebiet keine Schattenbildung entstehen kann. Die Zentrale gibt auch die elektrische Kraft, welche in einer chirurgischen Klinik heute nicht mehr entbehrt werden kann. Die getoaltigen Fortschritte in der Röntgentechnik, welche nicht nur zur Erkennung, sondern auch zur Behandlung von Krankheiten so ungemein wichtig geworden ist, lassen sich nur da in vollkommener Weise erzielen, wo elektrische Kraft zur Verfügung steht. Ebenso ist sie für die elektrische Massage, für manche Operationen wie Aufmeißelung des Schädels zc. kaum entbehrlich. Die elektrischen Bäder, Lichtbäder, sowie die Vorrichtungen für Behandlung von Lupus mit Fin- senlicht werden in dem alten Gebäude, welches einem umfangreichen Umbau unterzogen wird, eingerichtet werden."
Hierauf folgte unter Führung des Herrn Direktors Dr. Gunkel ein Rundgang durch das Gebäude, das einen nach dem Korriöor-System ausgebildeten Hauptbau mit drei Obergeschossen enthält. dessen Front dem Edelzellerweg zu gerichtet ist. An den Enden des Hauptbaries schließen fid1 nach Südwesten gerichtete Flügelbauten mit nur zwei Obergeschossen an. Die Klinik, welche einschließlich der inneren Ausstattung und mit den zugehörigen Nebengebäuden etwa 350 000 Jt kostet, ist als Ziegelrohbau mit hübscher Verblendung in den leichten Formen der deutschen
und wenn Sie innerhalb eines Monats nicht selbst herausgefunden haben, daß sie nicht das ist, was sie scheint, will ich Ihnen Beweise liefern. Sie hat die Absicht, etwas gegen Ihren Frieden und Ihr Glück zu unternehmen. Sie mag nur das Werkzeug eines anderen fein, aber ich verspreche, ihren wahren Charakter zu ermitteln und sie zu entlarven."
Lady Wolga machte eine abwehrende Bewegung, die Lady Markham zugleich als ihre Entlassung ansah. Mit einem kalten „Gute Nacht!" verließ sie das Zimmer, enttäuscht über den Mißerfolg ihrer Anklage.
21. Kapitel.
Mutter und Tochter.
Als Alexa nach den aufregenden Erlebnissen deS Abends in ihr Zimmer kam, fand sie ein Licht auf dem Kamingesims brennen und das Gemach von einem hellen Feuer durchwärmt. Obwohl die Luft draußen mild war, erschien es doch not- wendig, alle bewohnten Zimmer beständig zu heizen, weil Clysfebouriie so lange unbenutzt gestanden hatte und deshalb die Räume kalt und feucht toareit.
Alexa vertauschte ihren Gefellschastsanzug mit einem einfachen Hauskleid, dann rückte sie einen Stuhl an den Kamin und vertiefte sich in Ge- danken, im Geiste die Ereignisse des Abends noch einmal durchlebend.
„Ein ereignisvoller Abend!" dachte sie. Ich habe drei Personen gesehen, welche für mein Leben, und meine Geschicke von der größten Bedeutung sind Meine Mutter! Ach! Was würde die stolze Lady Wolga sagen, wenn sie wüßte, daß ihre Ge- sellschasterin ihre eigene Tochter ist? — Lord Monthcron! Was wurde er sagen, wenn er wüßte, daß, da mein Vater nicht in seine Rechte eintreten kann, ich die gesetzliche Eigentümerin der Titel und Güter der Montherons bin? — Und Lord Kingscourt! Er bertrmrt mb* im-vockst-ff *e? Ge-
Renaissance gehalten und malerisch gruppiert, die oberen Giebelenden innerhalb des eigentlichen Dachgeschosses sind Fachwerk mit hell geputzten Flächen. Infolge der günftigen Gruud- rißanordnung liegen die Krankenräume fast sämtlich nach Südosten und erhalten daher eine recht gute Beleuchtung durch das Sonnenlicht, dessen die Säle sich sogar außerdem noch von Nordwest erfreuen. Von den überdachten Loggien aus schweift der Blick über herrliche, höchst anmutige Landschaftsbilder. Die Warmwasserversorgung erfolgt durch zwei Gegenstrornappa- rate, welche ständig auf 60° erhitztes Wasser liefern. Die Heizung geschieht durch eine Nie- derdruck-Dampfanlage mit reduziertem Hochdruckdampf. Die Kessel sind derart angeordnet und bemessen, daß von diesen aus gleichzeitig das alte Hauptgebäude, sowie das Jsoliergebäude mit Heizdampf versehen und die Maschine der elektrischen Zentrale betrieben werden kann. Der Abdampf der Maschine wird in erster Linie für die Heizung nutzbar gemacht und, soweit dieser nicht mehr ausreicht, mit Frischdampf verstärkt, wodurch eine wesentliche Ersparnis bei der Heizung erzielt wird.
Die neue Klinik bleibt am Sonntag den Herren A e r 31 e n aus den Kreisen Fulda, Hünfeld und Gersfeld zur Besichtigung geöff• n e t. An diese wird sich ein gemeinschaftliches Mahl im Landkrankenhause anschließen.
Für Montag und Dienstag, nachmittags von 1 bis 6 Uhr, ist die Bürgerschaft freundlichst eingeladen, die neue Klinik in Augenschein zu uchmen.
Man kann nur wünschen, daß die Bürger von dieser Einladung fleißig Gebrauch machen, um sich von der Großartigkeit der Anlage zu überzeugen, um die uns manche Universitätsklinik beneiden dürfte und von der zu erhoffen ist, daß sie reichen Segen bringen werde allen, die in ihr Heilung fachen und allen, die in ihr zu wirken berufen sind. Die erste Operation findet am Donnerstag statt.
Ter Umbau des alten Hauptgebäudes, welcher in der ersten Woche nach Pfingsten in Angriff genommen wird, ist so gedacht, daß nach Beseitigung des Mittelteils vorn hinteren Querbau der jetzt eingeschlofsene Hof nach der Gartenseite zu geöffnet wird und eine dem Neubau der Klinik ; ähnliche Anlage mit zwei nach Südwesten vor- s gestreckten Flügeln entsteht. --
In sehr kurzer Zeit ist die neue Klinik vollendet worden. Am 20. August 1905 wurde mit dem Rohbau begonnen und bereits am 20. Januar 1906 konnte das Richtfest gefeiert werden. Die «Bauleitung lag in den Händen der Herren i SKar Wengenroth, Karl Friedrich und Adolf I Albig von hier.
vermischtes.
~ * Realismus. Schauspieler (zum Direktor der Schmiere):. „Aber Herr Direktor, Sie müffen mir einen Vorschuß geben, meine Stieselsoh'eu sind durch; heute abend knie ich doch auf der Bühne : bei der Liebeserklärung, da würde es ja das Pnb- : likum sehen!" — Direktor: „Ach nee, mein Bester, ; das is Sie nämlich richtig realistisch.....es hat
den Emdruck, daß Sie sich wegen der Angebeteten die Stieselsohlen schon durchgelaufen haben !"
* Durchschaut. „Lieber Onkel! Leider kann ich heute zu deiner Damengesellschaft nicht kommen, da ich die fürchterlichsten Zahnschmerzen habe. Dein Neffe." — „Lieder Neffe! Komme nur im einfachen Gesellschaftsanzuge, wie deine Vettern Richard und Karl, welche auch ihre Fracks versetzt haben. Dein Onkel."
* Ein armer Kerl, „'s ist schrecklich! .... Meine Frau raucht, meine Töchter rauchen, ja sogar mein Ösen raucht — nur ich darf nicht rauchen!"
heimniffes, welches mich umgibt und welches in einem weniger edelwerzigen Manne Mißtrauen erwecken würde. Er will mich nicht aufgebenI O, wird die Schranke zwischen uns jemals beseitigt werden? Wird mein Vater jemals von seinem Bann erlöst werden und in seine Rechte eintreten können?"
Sie mußte sich gestehen, daß die Aussichten wenig Hoffnung gaben zu einer befriebigenben Beantwortung der aufgeworfenen Fragen.
„Ich will an meinen Vater schreiben", sprach sie halblaut. „Ich weiß, daß er sich daach sehnt, von mir zu hören, und mit jeder Post einen Brief von mir erwartet. Und obwohl er bitter einpfin- bet, daß sich sein Weib in der Stunde der Not von ihm getrennt hat, so wünscht er doch, daß ich ihm von ihr erzähle."
Sie stand auf, stellte einen kleinen Tisch an beit Kamin, setzte das Licht und ihr Schreibzeug darauf, und begann zu schreiben. Kaum hatte sie einige Zeilen flüchtig auf bas Papier geworfen, als an die Tür geklopft wurde und Lady Wolga ins Zimmer trat.
Alexa stand auf und schob den angefangenen Brief in die Schreibmappe.
„Entschuldigen Sie mein Einbringen, Miß Strange", sagte Laby Wolga freunblich; „aber ich wollte mich überzeugen, ob es Ihnen auch an nichts fehlt und Sie mit Ihrem Gemach zusrie- ben sind."
„Ich baute Ihnen", erwiderte Alexa, rasch ihre Fassung gewinnend, „es fehlt mir an nichts, und ich bin so zufrieden, wie ich es ohne meinen Vater nur sein kann."
Sie stellte einen Stuhl an den Kamin und Lady Wolga nahm daraus Platz.
„Es ist eine harte Notwendigkeit, welche Sie von Ihrem Vater trennt, Miß Strange", sagte die SJabg teilnehmend. „Weshalb kehrt Ihr Vater nicht nach England zurück?"
(Fortsetzung folgt)