Einzelbild herunterladen
 

34. Jahrgang.

Fulda, Dienstag den 2. April 1907.

30 74.

Zweites Wtcrtt

Rerlamou- r»«S Änzetgenteit.

M

1)

ferent des Wirtschastsausschuffes, Aba. Bittner, beantragte, die Regierung solle im Bundesrare

Sstatio«,druck «. vertag der Huldaer Ac« tiendr rckrrri m Lulda. Fernsprecher ffr 9.

Es ist ja bekannt, daß man den unlauteren Manipulationen gewiss« Geschäftsleute trotz deS Gesetzes nicht beikommen konnte, worauf das Zentrum in der letzten bayerischen Landtags- session in seine« wirtschaftspolitischen Anträgen wieder hinwies mit dem Erfolge, daß der Re­

gewerbe begrüßen diese Wendung der Dinge mit lebbafter Freude. Auch in führenden Kreisen der Arbeitgeber im Gärtnrrgewerbe spricht man sich mit Befriedigung darüber aus.

Weselgt«: vke ein» spaltige petitzeUe oder deren Raum 15 psg. Reklamen sie prtttzeil« 25 pfg.; bei Wieder­holungen wird entspr. Rabatt gewährt.

Unter griechische» Sanbitte.

Griechenland mir seinen Naturschönhriten und zahlreiche» Denkmälern hoher Kultur, auf deren Spitze eine durch innere Zerwürfnisse und fremde Einflüsse herunrergrksmmeae Nation einst st.md, ist eins der Hauptzele englischer Touristen, und die Gefahren, welch,' daS Reisen 'n diesem Lande durch das Räuberwesen, welches hrer, wie in Ita­lien »nd Spanien, noch in voller Blüte steht, bietet, scheint die reiselustige» und abenteuersüch­tigen Engländer nicht mir nicht abzuschrecken, son­der» vielmehr anzulocken. Wir geben dem Leser in den ersten Kapiteln dieser Erzählung soweit dies mit derselben in direktem Zusammen dang steht, ein Bild von diesen den Reisenden drohen­den Gefahren und gleichzeitig von dem Lebe« nnd Treiben bet Stäuber in diesem Lande.

Eines morgens im April ritten drei junge Eng­länder mit ihre» Dienern und Führern von Athen, nach Korinth entlang, welches Letztere sie gegen Mittag 8# erreichen hofften.

Die hervorragendste Person der kleine« Gc- sellschcrit war Alfred, Graf von Kingsconrr, ein Mann von sechs» 'dzwanzig Jahren und bemer­kenswerter Schönheit. Die Züge seines gebräuu- ten Gesichtes waren durchaus regelmäßig, fast streng, aber die Weltweit und Zartheit des von einem wohlgepflcgten Schnurrbart, welcher schwarz wie das Haupthaar war, umrahmten Ant­litzes, verliehen ihm den Ausdruck freundlichen Ernstes. Seine Augen, von jener dunkelbraune»

rrfl eint täglich, mit 8» z «ahme btt Sonn« unbStitrfage viertel« säh- ve;u,rtzretr ohne Brntgttbbn nnt vetteLg«ldin8uldauub auswärts 1 Wit psg

Muster an jedermaaca t

Mur direkt v. Seidenfabrik' Henn »her», Zürich.

* Zur Bekämpfung des unlauteren Wett­bewerbs habe» sich in mehreren Städten eigene Vereine gebildet. Manche derselben lösten sich wieder auf, weil die bisherige Rechtsprechung in Prozessen wegen unlauteren Wettbewerbs den Vereinen die größten Schwierigkeiten machte.

Henneberg-Seide

Farbe, welche man mit schwarz zu bezeichnen pflegt, blickten kühn in die Welt hinein, unc doch hatte sein Blick erneu wunderbar wohltuenden Schmelz, der den Beschauer unwillkürlich fesselte.

Seine Eltern tvaren tot, und so war er sein eigener Herr, Besitzer großer Güter in England und Schottland, mit einem wahrhaft särststcken Einkommen. Er war ein Liebling der vorne amen Gesellschaft, der Gegenstand deS Wünschens und Trachtens für viele Mütter und Töchter und eins überall gern gesehene und begehrte Perfinlichkeit. Obwohl manche schöne und reiche Erbin auf Grund einer ihr von ihm erwiesenen Artigkest sich mit der Hoffnung schmeichelte, ihm ein größe­res Interesse abgewonnen zu haben, so war sein Herz doch vollständig frei geblieben. Mit Vorliche beschäftigte er sich mit den brennenden politischen und s^ialen Fragen des Tages und versprach nicht nur seiner» klangvollen Namen der-inst Ehrs zu machen, sondern auch, was noch mehr wert war. ein gut Teil beizntragen zur Lösung der verschie­denen bestehenden Wirren.

Seine Begleiter waren fein Freund Berlin Koklys, der jüngere Sohn eines Marauis, und Kapitän Wilbraham, ein Gardeoffizier; teidc sehr angesehene und gebildete Männer, anziehend sc- wohl ihrer äußeren Erschetnang wie ihrer feinet, Manieren wegen.

„Sir können nnS freuen, daß wir der Auf- merffamkest der Briganten entgangen sind", tagte in ernstem Tone Berlin, als die drei Freunde in einiger Entfernung von den Führern nebeueinan. der ritten. „Ich fürMete. daß uns das Los an­derer Reisenden zuteil werden würde; aber daS Vorgefühl der Gefahr hat unserer Reffe etwas Ko- wantiiches gegeben."

-Ich danke für solche Romantik", entgegn* Kapttän Wilbraham. „Auf derfeleben Straße wur­den im vorigen Jahre zwei Engländer von den Räubern gefangen und sechs Monate lang feftge- halten. Sie erinnern sich wohl des Aussehens, welches die Sache machte. Einer der Herrett starb

Alexa

oder

Auf geheimnisvollen Wegen.

Roman wn Eduard Wagner.

sRachbrnck verboten.)

I. Kapitel.

und E-rrtzfeblaugen tauten gut; er venvrach uti-3 Sicherheit vor ben Banditen und ich bin gezivun- gen, ihm zu vertrauen. Aber", fuhr er nach kur­zer Pause fort, „mir gefällt die Art itnb ®t**re nicht, wie er wach allen (Seiten hin in'S Gebüsch späht. Cs ist, als ob er Jemanden $it st Heu er­wartet. Wüßte ich, daß er den Verräter zu spie­len beabsichtigt, würde ich feinen Mcmövern Vor­beugen, indem ich ihn gefangen nehme and binden ite&L*

Sie ritten weiter. Das Benelnn«r ParfloS tourbe immer auffälliger; feine Blicke sftrrch- drangen das die Straße zu beiden Seifen efatfaf- sende Gebüsch und dann und wann blickt? er rittf- wärts.

„Eine einsame Gegend", brach Kapitän Wilbra- ham d-rs längere Schweigen. „Weit und beert ist kein HanS anzutreffen, und rveirn es wäre, würden feine Bewohner doch Verbündete der Ban­diten t«k. Seht nur, wie verdächtig unk’C Füh­rer sich benimmt l"

„Unser guter Paulos beabsichtigt vietlcüht, di» Räuber abzuhalten, wenn er sie sieht", ertet Serie KollqS. „Er versprach uns sicheres Geleit — laßt uns chur vertrauen." f

Obwohl die drei Freunde sich gegenseitig Hofst- rnttrg Ansprachen, wurde in jedem doch das Mrß- tranen gegen ihren Hauptführer tetmer stärk« and fie behielten ihn scharf im Auge.

We kamen fetzt m ein enges Tal, wr lchrs, mit wilden Orangenbänme« und dichte« Gebüsch be­wachsen. sich zwffchen zwei niedrigen^ aber ftettyr Felsen wie ein breitet Hohlweg hwzoa. Da plötz­lich schnitt ein schriller Pfiff durch d« Luft, an» 1 dem Gebüsch dicht neSen ben Weisenden kommend. Diese zogen sich rasch tote auf Kommando nach der entgegengesetzten Felswand zurück, welche sie Baum erreicht hatten, eü» ein Dosend Männer m makerffcher Tracht, oeführt von ement Häuptling, von allen Setten aus dem Gebüfth drangen und ihnen den Rückzug akschnikten.

(Forffetzung folgt.)

und 4. Vorsitzender ist Landgertchtsrat Grober. Ferner gehören dem Vorstände an dre Abgg. Fritzen, Glowatzki, Herold, Dr -Hctze, Horn Dr. Jäger, MWer-Fulda, Dr. Prchler Speck, Trnn- born und Fehrenbach. Der Vorstand der Frak- tion setzt sich aus Abgeordneten aller Landestelle zusammen. Einen Frakttonszwang kennt das Zentrum nicht; es ist frellrch ganz selbstverständ­lich, daß in allen prinzipiellen Fragen das Zen- triim geschloffen sffmmt, werk alle Abgeordnete auf Grund dieses Programms gewählt wurden. Aber sonst herrscht volle Freiheit. Die Fraktions- sitzuugen haben srettich den ersten Zweck, eine Ein- heitlichkeit im Handeln t -rbeizusuhren und in der Regel gelingt dieses such, aber tttemanb wird wegen seiner abweicheneeu Ansichten scheel ange­sehen. In der ZeutrumZsrattion herrscht das vollendete demokratische Prinzip; da gilt nicht Stand, Adel und Berus, sondern die Arbeitskraft und Fähigkeit. Wer den besten Vorschlag macht, erhält Gefolgschaft. Keine Fraktion ist so sehr demokratisch wie die Zentrumsfraktiou; wenn ein Prinz oder ein Graf spricht, hat das nicht mehr Einfluß, als wenn ein einfacher bayerischer Bauersmann oder ein Arbeiter das Wort ergreift.

Die Zentrumsfraktion ist auch das getreueste Abbild des deutschen Volkes; sie umfaßt alle Stände und Volkskreise. Keine zweite Fraktion weist eine solche glückliche Mischung auf. Adel und Geistlichkeit, Gelehrte und Beamte, Land­wirtschaft und Handwerk, Kaufmann und Arbei­ter, freie Bernie aller Art sind hier vertreten. Gerade diese Mischung ist der beste Beweis, daß nicht einseitige Standesintereffen hier vertreten werden, sondern daß das aCgemeine Wohl zur Geltung kommt. So ist die Zentrumsfraktion in der Tat die beste Volks Partei, die man sich denken kann.

Daraus ergibt sich auch ganz von selbst ihre Haltung zur Regierung. Die Zentrumsfraktion war und ist keine RegierimgSpartei; sie ist viel­mehr vollkommen frei itrtb unabhängig. Alle Ge­setzesvorlagen prüft sie ganz sachlich uub unbe­fangen unb fragt stets nur: was nützt bem Volke und bem Reiche? Nicht ber Regierung zu lieb, nicht berselben zu leib, erfolgt bie Stellungnahme; nur bas Volkswohl ist Richtschnur. Diese ganz unabhängige Stellung allein gestattet es dem Zentrum, bald nach rechts, bald nach links eine Mehrheit zu bilden und in diesem Sinne ist bas Zentrum bie ausschlaggebende Partei. Allerdings kann auch sehr leicht gegen das Zentrum eine Mehrheit sich bilden. Die Zentrumsfraktion ist auch nicht konfessionell, sondern ganz politisch. So bietet die Zenttumsfraktion die beste Gewähr dafür, daß sie eine gute Politik leistet und so wird es stets sein, so lange sie int Geiste Windthorsts eine echt christliche Volkspartei bleibt. Alle Zen- trunisabgeorbneten sind einig in dem Streben, diesen Geist zu erhalten zum Wohl des Vater­landes und seiner Bürger!

Ptnutiroortiiiber

Schriftleiter: JLWefjle

wod)jtM!aae: „Illustrierte8üimtag§zeitRNß

| I I Die zrattionen öes deutschen Reichstages.

Bei der Reichstagseröffnung am 19. Februar setzte sich dieser nach dem Fraktionsbericht wie folgt zusammen: Zentrum 1<K, Kmiservatwe 61, Nationalliberale 55, Sozialdemokraten 43, Freis. Dolkspartei 27, Reichspartet 23, Polen -0, Wirtschaftliche Bereinigung 19, Fraktwnslos, 16, Freif. Vereinigung 14, Deutsche Dolkspartet 7, Reformvartei (Antisemiten) 6. Am 10. April nimmt der Reichstag feine Arbeiten wieder auf. Es sind noch die zweite und dritte Lesung des Etats und im Zusammenhang damit Fragen der Gehaltserhöhung der Beamten zu er­ledigen übrig. Außerdem ist es, wenn auch tue Session kürzer als sonst werden sollte, wahrschein­lich, daß dem Parlament der eine oder andere bedeutsame Gesetzentwurf vorgelegt wird; viel- leicht zähtt auch bie Börsenreform und dre Verlängerung deS deutsch-russischen Handelsprovisoriums zu den Dingen, die den Reichstag noch in diesem Frühjahr be­schäftigen sollen. Außerdem werden namentlich die Kolonialfragen, die Verhandlungen über die Sozialreform einen weiten Raum in den Verhandlungen einnehmen. Angesichts d-S Wiederbeginns der parlamentarischen Verhand­lungen fragt man nach den einzelnen Fraktionen und ihren Führern, nach der Stellung zu anderen Parteien und zur Regierung, weshalb wir in den nächsten Tageit in großen Umrissen ein Bild von den einzelnen Fraktionen geben wollen.

\ I.

Die Zentrumsfraktion.

Beginnen wir mit der ersten und größten Fraktion, so steht das Zenttmn an der Spitze, das am 25. Januar und 5. Februar um mehrere Mandate verstärkt aus den Wahlen hervorge- gangen ist. Ein süddeutsches Witzblatt hat die Lage nach ben Wahlen köstlich gezeichnet, indem es den Fürst Bülow als einen der Kämpfer dar- stellt, der den schwarzen Drachen, baS Zentrum, besiegen will, aber ben roten Drachen am Schwän­ze trifft, unb mit dieser „Siegestrophäe" nach Hause zurückkehrt.

Die Zenttumsfraktion besitzt in ihren Reihen eine ganze Anzahl hervorragend tüchtiger Arbeits­kräfte, unter denen der Abgeordnete Müller- Fulda mit an erster Stelle steht. Die Zen- trumSfraftion kann aber auch arbeitsfähige unb anbei tSfreubige Parlamentarier sehr gut gebrau­chen. Bei ihrer Stärke muß sie viele Rebner und Referenten fteffen; sie muß zu jeder Frage Stellung nehmen, wo eine kleine Partei sich aus­schließen kann. Die Hauptlast bringen die vielen Referate mtt sich. Das Zentrum trägt einen sehr hohen Teil der Verantwortung für, die Reichsge­setze; den größten Einfluß auf die Gestaltung derselben hat zweifelsohne der Referent; schon deshalb fallen so viele Berichte an das Zentrum; daß aber diese gut unb gediegen ausfallen, hat bei mehr als einem Anlaß selbst die gegnerische Presse ausgesprochen. Wie bequem und angenehm hat es dagegen z. B. die Sozialdemokratie! Als bloße Oppositionspartei ist sie von fast allen Refe­raten, die so viel Arbett kosten, befreit. Aber das Zentrum leistet diese Arbeit im Interesse des Vol­kes gern; die Fraktion wünscht nur, daß die Wäh­ler immer recht tüchtige Arbeitskräfte nach Berlin senden mögen. An der Spitze der Fraktion steht der verdienstvolle Graf von Hompesch, zweiter Vorsitzender ist Prälat Dr. Schädler, 3. Vorsitzen­der ist Oberlandesgerichtspräfident Dr. Spahn

vermischtes»

* Darf ein Schankwirt einen lutuütteu Gast gewaltsam an die Luft fetzen? Mit dieser Frage mußte sich kürzlich das Reichsgericht beschäftigen. In 9L. kamen einige Personen angeheitert in eine Schankwirtschaft unb betrugen sich dort nach spate­rer gerichtlicher Feststellung „mehr als unnütz". Der eine warf ein Glas zu Boden, de? andere zerbiß ein solches. Wie jeder andere brave Mann an feinet Stelle, machte auch der handfeste Wirt nicht viel Federlesens. Den Burschen das Lokal zu verbieten, sie aber auch schon packen und nach bei Tür gewaltsam befördern, war eins. Die Burschen wehrten sich aber und brachten sogar einem Gaste, der dem Wirte Beistand leistete, eins erhebliche Verletzung bet Infolge ihres Wider­standes wegen Hausfriedensbruch angeklagt, wur­den sie wider Erwarten freigesprochen. DaS Recht, einen Gast, der sich unnütz benimmt, ohne weiteres aus der Wirtschaft gewaltsam zu ent­fernen, fei einem Wirte baut Gesetz nicht zugestan­den. Das bloße unnütze Benehmen eines Gastes sei immer noch kein Bruch des Hausfriedens. Also, lieber Wirt, erst das Lokalverbot, ein ein­maliges Verbot genügt, bann eine entn-rechende Frist zum Verlassen des Lokals gestellt und dann erst das Hansrecht wahren.

* Die bestraften Junggesellen. Der Bürger- meisteG Nennet von Fort Dodge in Iowa, Ber- et trigte Staaten, hat ein Radikalmittel ergriffen, um endlich einmal dem verderblichen Jnngg-Zel- lenleben ein Ziel zu fetzen; Beunet hat in seine» Swdtrat einen Antrag ringebracht, der für alle Unverehelichten des fchönen Städtchens ein drohendes Nktimatum bedeutet. Die Jnnggefel- len und die Jungfrauen stehen plötzlich vor ber Alternative zu zahlen oder zu heiraten. Und man erwartet daher, daß in diesem Frühjahr die Ehe­schließungen in Fort Dodge kein Ende nehmen Werdern Denn Bürgermeister Beunet bringt darauf, daß jeder heiratsfähige Unverehelichte bestraft werde, und feilt Vorschlag ist vom Stadt­rat bereits notiert. „Alle Personen im Alter von 25 bis 45 Jahren, die geistig und körperlich nor­mal und trotzdem ledig geblieben sind, werden aufgefordert, binnen 60 Tagen ht den heiligen Ehebund zu treten, widrigenfalls sie mit einer Geldstrafe von 40 bis 400 <M belegt werden." So besagt bas neue Gesetz, und als es angenom­men wurde, ertönte von allen Seiten begeisterte Zustimmung.

* Unschuld tarn Lande. Die Hausfrau einer kleinbürgerlichen Familie weist ihr neues Dienst­mädchen an, zu Ehren eines Besuches doppelte Teller zu decken und zwar den flachen unten und den tiefen cSenbraitf. Als man zu Tisch gehen ; will, sieht die Hausfrau zu ihrem Erstaunen, daß nur je ein Teller auf dem Tische steht, während neben jedem Stuhle je ein flacher Teller auf bet ' Erde steht. Auf die ernannte Frage, was das zu bedeuten habe, erwidert die holde Unschuld vom Lande, sie habe geglaubt, dec zweite Teller ; fei für die Knochen bestimmt.

dahin wirken, doch die Bestimmungen des Wett- bewrrbgesetzeS strengstens durchgeführt und ent Gesetz erlassen werde, durch welche bte schäd­lichen Auswüchse des Ausverkaufswesens be- festigt werden können. Auch im wirtschaft?- politischen Antrag der ZentrirmSfraLtron des neuen Reichstages findet fich die For­derung nach einem Gesetzentwurf, der das Gesetz über den unlauteren Wettbewerb ent­sprechend erweitert. Diese Forderungen sind notwendige Folgen der bisherigen mangelhaften Judikatur. Es ist deshalb von Interesse, daß sich die Rechtsprechung des Reichsgerichtes tn letzter Zeit für die Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs günstiger gestalt^ hat. So wurde in der letzten Generalversammlung des Vereins rmn Schutze für Handel und Gewerbe in Angs- ! urg festgestellt, daß nach Anschauung deS Reichs­gerichtes nunmehr marktschreierische Angaben, rote z. B. .größtes Lager», „spottbrUlg" ufw. Angaben tatsächlich« Art sein können nud unter das Gesetz gegen den ttntanteren Wettbewerb fallen. Falsche Angaben über die Preisbemessung bet Waren, die im Schau­fenster ausgestellt find, find im Gegensatz zu früheren Urteilen nun ebenfalls als unlauter« Wettbewerb bezeichnet worden. Zur Ankündigung eines „Konkursmassen-Ausverkaufs" ist nach der neuesten Rechtsprechung nur mehr der Konkursverwalter berechtigt, nicht aber der Er­werber einer Konkursmasse. Auch dem Miß­brauch mit dem Worte „Ausverkauf" ist man in letzter Zeit energifcher auf ben Pelz gerückt. Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Karlsruhe darf das Wort nur dann gebraucht werde», wenn die Veräußerung der vorhandenen Vorräte zum Zwecke der Beendigung des Ge­schäftsbetriebes im ganzen oder des Verkaufes einer bestimmten Warengaltung beabsichtigt sei. Hoffentlich gelingt es dem Reichstag, für ben Begriff „unlauterer Wettbewerb" eine Fassung zu finden, die für alle Zeiten Mißdeutungen bei der RechtsprechiaW der Gerichte ansfchließt.

* Arbeitsnachweis und Eisenbahnverwal- trtngen. Wie der Mrbestsmarkt' (Nr. 12), Halb­monatsschrift der Zentralstelle für Arbestsmarkt- Berichte, mitteilen kann, soll entsprechend einer Eingabe, welche die süddeutschen Arbeitsnach­weis-Verbände im September 1906 an die deut­schen Eismbahnverwaltungen gerichtet haben, innerhalb der deistscheu Regierungen eine Eint- gung dahin erzielt worden sein, daß mit bem i. Mai auf allen beutschen Bahnen ben burch die öffentlichen Ardeitsnachweirstellen vermittelten Arbeitern eine Fahrpreis­ermäßigung zu dem erbetenen Satz von 1,5 Psg. das Kilometer gewährt werde.

* Die Reform der öffenttich - rechtlichen Stellung der Gärtner, die feit verschiedenen Jahren von den Gärtnerorganffakionen mrt großem Eifer an gestrebt wirb, ist durch den Ab­schluß der preußischen Gärtnerei-statiftischen Er­hebungen in ein neues Stadium eingetreten. Die .Deutsche Gärlnerzeitung', das Organ des Deirtschen (nationalen) Gärtnerverbandes, bringt in ihrer neuesten Numrmr einen beachtenswert en Artikel zu bene Stand der Rechtsfrage, m welchem darauf hingerotesen wird, daß eine reichsgesetzliche Regelung des Arbests- Verhältnisses iw. Gärtnereigewerbe in Aussicht stehe, daß jedoch die Gärtnerei al« solche nach wie vor dem LrMdroirtfchaftsmimsterium unter­stellt bleibe. Die Arbeitnehmer im Gäriner- während der Gefimginschift infolge der Fenehtig- feit unb schlechten Lust ber Hohle, d-r anbire zahlte ein enormes LösegÄd und kehrte Wro-rsich und geistig krank in seine Heimat zurück. Rern, lieber möchte ich nie nach Griechenland gekommen sein, als bie Bekanntschaft ber Baifl iten z» machen.

„ES ist feine Gefahr Vorhauben", bemerkte Lord SirrgScorrrt. Jtnfere Führer haben, mit Rüchicht auf Sie Bezahlung, versprochen, un3 sicher nach Sorinth x» geleiten und uns vor jeder Belästigung zu bewahren. Unser Konsul in Athen sagte, daß wir uns diesen Führern ohne Beforg- ms anvertrauen könnten, — dadurch, daß wer ihnen so viel gegeben, haben wir ben Wegelage­rern Tribut gezahlt"

„Die Führer und die Banden sind Verbün­dete", tagte Berlin. „Da wir mit beit Stform einen Vertrag geschlossen, werden tote vor den Letzteren sicher firn. ES ist Ebrstchfett unter bat Dieben, heißt eS, imd ich hoffe, daß b«S auch unter den griechisch-n bet Fall ist. Hätte ich Vertrauen zn den Perfichermraea des Kokste, und toaren nicht auch andere Reizarde 'chcm mch«- helligt durch unsere Führ« an ihr Ziel gefeite*, worden, würde ich ernste Besorg ni« hegen, «nßer Haupffähr« hat em Gesicht, welches niK sehr verttauenerweckend ist."

Der Gral blickte ans ben Hanvfführer. welcher mit fernen Kameraden vorausritt und in dietznn Momenr sich gernd» nmfah, so laß sein Gflilst voll zu sehen war. Es war ein finsteres xu6ern- liches Äeficht. welches, wäre fax Träger nicht i» gut vor» dem «tglischeu Konfnk ttrb anderen Tou­risten empfohlen worden, unserer Gesellschaft M- netgnng und Mißtrauen «ngefiößt haben würde.

„Ich gestehe, daß PankoS ein nicht sehe an­sprechendes Seibert besitzt", sagte KingScmttt. „aber Ihr werdet zugeben, daß er ein wnlerffcher Bettler P. Zsth hatte schon gestern abend meine Zweifel an ihm. aber rch kann mir nicht denken, daß er wirklich verräterisch ist. Seine Zeugnisse