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wochLvbeikage: „Illustrierte Zomrtagzzettvng" Monattdeiiage: „Wdaer Geschichtsblatter^

3n$ t igtn: Vie ei» spallige Petitzeit« ob« bereit Baum 15 pfg. Retlamen sie Petitzeit« 25 Pfg.; bei Wiebe» Holungen wirb entspr. Habatl gewährt.

Botatt ombtud n. Verlag b« 5*lbaer 3» tienbr rckerei in KnlbO.

Zernsprecher Ht 9.

M 73.

Fulda, Samstaq den 30. ÄLärz 1907.

34. JahrgMg.

Zweites Atatt

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Im Feuilleton dieser Zeitung erscheint

Hlexa

nwchte? Oder als sie als geliebte Tochter im

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teilten Beifall aller der« finden, die ihn »och nicht gelesen haben. Auch wer ihn kennt, wird ihn ganz gewiß gern noch ein­mal wild« lesen wollen. In seinem Wiederabdruck entsprechen wir einem aus den Kreisen unserer Abonnenten oft ge­äußerten Wunsche. Nur wenige von den Litteratur«Veugmfsen, welche die Zei­tungen not« dem Strich veröffentlichen, hatten iu den letzten Jahrzehnten einen so außerordentlichen Erfolg aufzuweisen, wie „Alexa".

M, M.

hierzu

Bauern ist die elendeste, die man sich denken kann. Dabei ist zu bemerken, daß Rumänien ge­rade in den letzten Fahren sich glänzender Ernten erfreute und der Staat mit Ueberschüssen in seiner Kasse rechnen konnte. Das Stückchen Boden, das der Dauer besitzt, reicht aber kaum für sich und die ©einigen aus. Er ist deshalb auf die Pacht angewiesen, für die er sich auf Gnade und Un­gnade den Großunternehmern ausliefern muß. Tatsächlich üben vornehmlich Spekulanten ein ausgedehntes Pacht Monopol aus. In den Händen von fünf Brüdern befinden sich allein fast 200 000 Hektar Kulturland, das sich auf etwa 80 Gemeinden erstreckt. Ihnen gelingt es, den Bauer sich zum ewigen Schuldner zu machen. Dies sind für die Moldau allgemeine Verhält- niste. Die Folgen davon find jetzt die großen Bauernunruhen, welche sich in der Hauptsache gegen die Pächtertrusts richten. Fast täglich tref­fen schlimmere Nachrichten ein; der Aufstand greift in immer weitere Kreise über, und noch »st nicht abzuseben, wo und wann er Halt machen wird. Freilich fällt er der unverantwortlichen Pflichtvergessenheit der Großgrundbe­sitzer zur Last, welche sich für hohe Renten ihre Aufgabe gegenüber Staat und Volk entziehen.

Heber die peinlichen Ereignisse auf Schloß Stapleton ist längst Gras gewachsen, wenn über­haupt bei der taktvollen Behandlung der Sache leitens der Beteiligten irgendwelche Kunde in die Nachbarschaft gedrungen sein sollte. Man hatte sich daran gewöhnt, das Schloß unbewohnt zu wissen, und wenn Lady Stapleton einmal im Fahre nach dem Schloß kam, fo_fleftüab eS nur, um einer stillen Messe für die «Seelenruhe derer beizuwohnen, die in der Familiengruft den ewi­gen Schlaf schliefen, und den Armen der Nachbar­schaft reichliches Almosen zu spenden. Bei einem solchen Besuche hatte Lady Stapleton die Asche des letzten des Geschlechts mitgebracht. Ter kleine Sarg stand jetzt neben dem Sarge des Vaters. Die bayerischen Behörden hatten der Ausgrabung keinerlei Schwierigkeiten in den Weg gelegt.

Das Schloß selbst betrat Lady Stapleton nie wieder, eS waren der schmerzlichen Erinnerungen, die ihrer dort harrten, zu viele. Sie verbrachte die meiste Zeit des Jahres in der Sttaubfchen Familie, von wo aus sie in wenigen Stunden Philomene erreichen konnte. Im Winter machte sie dann eine Reise nach Italien oder Nizza, be­gleitet von Roderich oder Kunigunde, und ge­wöhnlich traf sie dort Karl und seine Mutter. Karl hatte sich inzwischen in Rom niedergelassen, wo er seinen Kunststudien mit einem wahren

Humor zu seinem Rechte kommt: Formukwe und Geschäftsbücher Kanzlei- und Konzeptpapier Briefumschläge Löschpapier Tinte

Schreibfederu und Federhalter Blei- und Buntstifte Schreibzeuge und Tintenfässer Radiergummi

Dureauleim nebst Pinseln Aktendeckel und Aktenschwänze Siegellack und Siegellampen

Küste Marokko«, eine Apotheke eingerichtet hatte, wurde von den fanatischen Marokkanern erschla­gen, weil ein Signalmast, den eine französische Vermessungserpedition vor fernem Hause ausge­stellt hatte, den Eingeborenen verdächtig erschien. Der Arzt wurde mit Messerstichen bearbeitet, bis et tot zusammenbrach, sein Haus wurde geplün­dert. Die Vermessungsexpedition entging mit knapper Not den blutdürstigen Banden. Frank­reich fordert nun von der marokkanischen Regie­rung volle Sühne und Genugtuung. Die französische Deputiertenkammer hat sich mit der Angelegenheit beschäftigt und der Regierung uni« Einigkeit all« Parteien ein Vertrauensvotum ausgestellt. Frankreich verlangt Bestrafung der Mörder, Absetzung des Gouverneurs, Bezahlung einer Buße an die Familie des Ermordeten, Bürg­schaft für die Sicherheit der französischen Staats­angehörigen usw. Gleichzeitig ist aber auch die militärische Besetzung von Udschda be­schlossen worden, um auf diese Weise die Genug­tuung zu erzwingen. Die Besetzung steht auch in Verbindung damit, daß der Maghzen sich wei­gert, frühere Uebereinkommen zur Ausführung zu bringen und den sonstigen Forderungen nach­zukommen. Don neuem wird durch die traurigen Vorgänge aber auch erhärtet, mit welcher Vor­sicht die in Marokko lebenden Ausländer sich verhalten müssen. Braucht doch nur an die Er­mordung des Deutschen Dr. Genthe erinnert zu werden, um zu zeigen, daß der fanatische Eifer der Eingeborenen sich nicht etwa blos gegen die Franzosen richtet. Vielmehr muß damit gerech­net werden, daß das Mißtrauen der Eingeborene« gewachsen ist, weshalb es nicht durch Unvorsichtig­keiten der Ausländer gereizt werden darf.

In Rußland macht sich eine Besserung der politischen Verhältnisse bemerkbar. Die Verhand­lungen des zweiten russischen Parlaments zeigen ein ganz anderes Bild als die der aufgelösten Duma. Zwar können sich noch allerlei Zwischen­fälle ereignen, die neue Volksvertretung sucht aber folgenschwere Konflikte mit der Regierung zu ver­meiden. Auch der Einsturz der Decke im Sitzungs­saale der Duma hat die Geister nicht so sehr er­hitzt, als ursprünglich befürchtet wurde. Alles hängt jetzt davon ab, inwiefern Stolypin die Re- formpläne der Regierung, welche er in ihren Grundzügen dem Parlament vorgelegt hat zu ver­wirklichen trachtet. Ist aber die Aufrichtigkeit und der gute Wille der Regierung vorhanden, dann muß sich die Duma daran gewöhnen, positive Ar- beit zu leisten. Der Anfang der neuen Verhand­lungen ist nicht ungünstig. Zur Zeit hat ab« die Duma allerdings schwere Tage durchzumachen. In der Agrarfrage ist es gelungen, durch einen Vermittelungsantrag einen gefährlichen Kon­fliktsstoff vorläufig beiseite zu schaffen. Fetzt aber kam eine Angelegenheit auf die Tagesord­nung, welche von vornherein scharfe Gegnerschaft im russischen Volle hervorgerufen hat. Sie be­trifft die berüchtigten FeldkriegSgericht e, bereit Abschaffung jetzt gefordert wird. Die Mehr­heit der Duma hat dieses Verlangen stürmisch ge- stellt und energisch befürwortet. Am Dienstag hat sich nun die Regierung auch in dieser Frage einigermaßen entgegenkommend gezeigt, wenn­gleich sie auch die gänzliche Abschaffung nicht zu- sagte. Stolypin scheint einzusehen, daß die Duma arbeitsfähig erhalten bleiben muß. Er weiß, daß das Zarenreich eine Neuauflage der vorigjährigen Revolution kaum noch ertragen könnte.

In Rumänien ist die Lage sehr ernst. Die Bauernunruhen haben einen ganz bedenklichen Umfang angenommen. Besonders an der Moldau ist es zu schweren Ausschreitungen der bäuerlichen Bevölkerung gekommen, die einen fast revolu­tionären Charakter annahm. Es rächt sich hier eine Mißwirtschaft, deren Wurzeln schon Jahr­zehnte zurückliegen. Die Lage des rumänischen

H. v. Gerlach in der „B. Z. a. Mittag", „steigert fidj das Staunen des naiven Lesers. Wer hätte je gedacht, daß in einer Kolonie, wo die Weißen höllisch rar und bie Schwarzen in noch höherem Maße als bie russischen Bauern des Leiens und Schreibens unkundig sind, so entsetzlich viel schö­nes, reines Papier mit Tinte beschmutzt werden muß!

„Tinte 450 JL\ Es ist ja richtig, daß bei dem Kamerun« Klima die Tinte erheblich rascher ein- trocknet als in den Bureaus der Wrlhclmstraße. Trotzdem versteht man nicht recht, wie so entsetz­lich viel Tinte konsumiert werden kann, da doch kaum anzunehmen ist, daß etwa den schwarzen Bureaudienern mit Recht der Vorwurf gemacht werden könnte, daß sie „Tinte gesoffen'' hätten. Man stelle sich nun vor, wie weit unsereins, bet doch einigermaßen zu schreiben hat, mit einem Fläschchen Kaisertinte für 10 Pfg. reicht. Sollte aber bie Sonne Kameruns wirklich so auSbörrenb auf bie Tinte toirfen, so wird wiederum die Aus­gabe von 400 -F für Löschpapier unerklärlich. Löschpapier für 400 M — du lieber Hinmiel, damit müßte man ja ungefähr die Hälfte der Oberfläche der ganzen Kolonie bedecken können.

„Uebrigens wird doch nicht bloß mit Tinte, sondern auch recht viel mit Bleistift geschrieben. Wenigstens bekommt inan für 280 M eine mäch­tige Quantität Bleistifte, sofern man sich nicht auf die beste Qualität, etwa Kohinor, versteift (und sofern man sie nicht in der Orcmienapotheke in Berlin kauft. Anin. d. Setzers.)

„Für Leim 200 M — damit muß man ja wahre Leimorgien veranstalten können. Und Siegellack nebst Zubehör für über 400 M — ja, wann siegelt denn der moderne Mensch überhaupt noch? .... Radiergummi für 90 <M. - Donner­wetter, müssen sich bie Kameruner Beamten viel verschreiben I Wer sich je des Besitzes eines Ra­diergummis erfreut hat, weiß, daß einem so ein Ding förmlich eklig wird, so langsam nützt es sich ab.

„Doch der Schlussel zu all diesen geheimnis­vollen Ausgaben liegt vermutlich in der „Posi­tion" „Aktendeckel und Aktenschwänze". W> im dafür 580 M verausgabt sind, so bekommt man ungefähr eine Vorstellung davon, welch ungeheure Masse Akten in einem einzigen Jahre in Kam wun entstanden sein müssen. Jedes echte Bureaukra- tenherz muß höher schlagen, wenn es sich in ein solches Aktenparadies versetzt sieht. Den englischen Kolonialpolitikern würde es grausen bei dem Ge­danken, mit so ungeheuren Aktenstößen kolonisie­ren zu wollen. Der deutsche Kolonialasfessoris- rnus aber berauscht sich bei der Ansammlung mög­lichst vieler und möglichst voluminöser Akten­stücke."

So weit Herr v. Gerlach nach dem „Türmer". Freilich besteht jetzt die Hoffnung, daß mehr nach englischem Muster kolonisiert wird. Steht ia an der Spitze unserer Kolonialverwaltung nicht mehr ein Bureaukrat, sondern ein Kaufmann unb ba werden bie Erfolge der Kolon ialvolv-k

a. Das Rechnungswesen.

in den Kolonien liegt bekanntlich sehr im Argen. Rechnungen, die 10 Jahre zurückliegen, find jetzt der Genehmigung d's Reichstages erst unterbreitet worden. Wenn nicht unser Erzbera« auf diese Mißstände hingewiesen hätte, wäre die Schlampe- rei noch weit« so fortgegangen trotz des blühen­den Bureaukratismus, dessen wir uns sonst er­freuen. Gemeinde- und Kirchenrechnungen müs­sen alljährlich den Behörden zur Prüfung eilige» reicht ioeiben, sonst aibt es Rüffel. Auch lie Rech­nungen der Reichsämter werden einer genauen Kontrolle unterworfen. Was der Reichstag be­willigt bat, dürfen die Aemter ausgeben. T« oberste Rechnungshof prüft dann, ob bie Gelder richtig verwendet sind, und bet Reichstag halt bann noch einmal eine Revision durch seine Rech- nungsprüfungskommisfion, damit keine Unregel­mäßigkeiten Vorkommen und nicht mehr ausgege- ben wird als bewilligt ist. Es bandelt sich da bst um das wichtigste Recht des Reichstags, um fein

Etatsrecht oder Geldbewilligungsrecht.

Die Herren in den Kolonien haben sich darum nicht sonderlich viel gekümmert. Sic dachten Afrika ist groß und der Reichstag weit weg und darum haben sie es mit dem Einliefern der Rech­nungen nicht so genau genommen; daß es aber 10 Jahre dauern konnte, das sollte man kaum für möglich halten.

Es war wirklich Zeit, daß hierin enbgifttg Wandel geschaffen wurde. Hoffentlich geht es aber . nicht wie gar oft im öffentlichen Leben: <_? werden Mißstände ans Licht gezogen, erregen großes Aus­sehen, die Zeitungen schreiben in allen To na r;en der Entrüstung, die Behörden versprechen Ab­stellung — und schließlich bleibt alles beim Akten.

Wie in den Kolonien mit dem

Selbe der Steuerzahler

gewirtschaftet wurde, baff so schnell nicht ver­gessen werden. Der „Türmer" schrieb darüber:

„Für uns« Schutzgebiet Kamerun hatte der Reichstag zur Befriedigung der laufenden „Bu- reaubebürfniffe" des Etatsjabres 1902 einen Fonds von 5000 M bewilligt. Nun rügt der Be­richt der Rechnungskommiffion bie — je nach Stimmung und Temperament — befremdliche ober ergötzliche Entdeckung, daß für diese Zwecke rund 37 000 M ausgegeben wurden, der bewil­ligte Betrag also um mehr als das Sieben­fache überschritten worden ist.

leton. „Er würde es nicht übci neben, eiu zrveites- nutt entsagen zu müssen. Ich kenne Lilian. Sie hat ein gutes Herz und ein kindliches Gemüt, aber sie hat auch ihre Vorurteile. O wie schwer habe ich gefehlt! Ich habe das Glück beider in der Knospe zerstört!"

„Tröste Dich, meine Tochter, Du hast gebüßt genug", sagte Lady Stapleton. „Aber Tu, mein Sohn, Du mußt Deine Anlagen sich entfalten lassen, auch wenn Du nicht mehr auf Lilian hoisin willst. Werde ein berühmter Künstler, werde es wenigstens um Deiner Mutter und meinet« willen!"

6800 M, 2850 M, 2500 M, 400 M, 450 Jl, 450 M,

als ihr Sohn die Lordfchaft antrat und das Herz eines liebreizenden Mädchens gewann?

O nein, wett hinter ihr lagen die Tage des Glückes k Auf dem Sstoße der Mutter, da war Philomene glücklich gewesen. Lang, lang ist's her!

Eine herbe Schule ist Unglück ttnb Leiden, aber süß find auch die Früchte. Philomene ist ihrem Gott wieder näh« getreten, oft und lange unterhält sie sich mit ihm, wie einst in den Tagen der Jugend, und im Gebet findet sie Trost. Und wenn dann Karl zu Betuche kommt, so lebt sie n seiner unveränbetten Zärtlnkckei: wieder neu auf. Nur ein Schatten betrübt dann ihren Frieden: sie ahnt, wie sehr sich auch Karl bemüht, es zu verbergen, daß er nicht glücklich ist, daß er Lilian noch immer liebt.

Eines Tages war auch Lady Stapleton zu Besuch von Straubs herüber gekommen. Karl sah blaß auS. „Du solltest eine Reise zur Erholung machen", sagte bekümmert die Mutter.

„Ja, laß uns teilen, fort von hier!" ging Karl auf den Vorschlag ein. „Ich muß Bewegung Haden und möchte mich am liebsten in das ge- ränschvolle Leben einer Großstadt stürzen."

„Mache eine Kunstreise, mein Liebling!" wandte sich Lady Stapleton an Karl.

Et schüttelte den Kops. „Wozu murmelte er. „Für wen soll ich eine Berühmtheit werden? Und wo sollte ich den nötigen Mut und die unerläßliche Anregung finden. Meine Flügel sind lahm!"

„Der Schmerz ist für den Künstler wie für ben Dichter ein befruchtendes Element", ertoiberte Lady Stapleton.. „Feber Mensch findet im Schmerze nicht nur die Mithilfe zu innerlicher, sittlicher Vervollkommnung, sondern er wird für ihn auch eine Fundgrube erhabener Gedanken.. . Und warum willst Du ben Hoffnungsstrahl nicht sehen, der in Dein Dasein leuchtet? . . . Straub denkt so großmütig und liebt Dich nach wie vor, nur will er Lilian Zett lassen, ihre Gefühle zu erproben."

wochen-Rundschau.

X Fulda, 28. Mär, 1907.

Die Zeit der parlamentarischen Fe­rien wird in allen Lagern fleißig zu Betrach­tungen über die verflossene Zeit und die zukünf­tige Politik benutzt. Die leitenden Staatsmän­ner aber haben es vorgezogen, den Osterurlaub außerhalb der Reichshauptstadt zuzubringen. Der Reichskanzler weilt in Rapallo an der tia- lienischen Riviera, wo « am Mittwoch mit dem italienischen Minister des Auswärtigen zusam- mentraf. Daß bei dieser Zusammenkunft nur über das Wetter gesprochen wurde, wird niemand behaupten wollen, obgleich man ofsiziöseffeits be­strebt ist, der Unterredung der beiden Staats­männer jede politische Bedeutung abzusprechen. Mit dem Fürsten Bülow ist der Staatssekretär deS Reichsmarineamtes nach Riva abgereist, der Kultusminister weilt in Dresden, der Kolonial- bireftor hat sich an die oberitalienischen Seen begeben. Erst mit der Wiederaufnahme der ReichstagSverhandlungen werden bie Minister unb StaatSfekretäre wieder in Berlin fein.

In Südwestafrika ist der Aufstand nun gänzlich beendet. Auch der letzte noch im Felde stehende Kapitän der Hottentotten, Simon Köp­per, hat sich unterworfen. Mit dem 31. Marz tritt nach einer kaiserlichen Ordre der Kriegszu­stand außer Kraft. Für bie Truppen, die an der Niederwerfung des Aufstandes mitgearbeitet ha­ben, hat der Kaiser eine Denkmünze gestiftet, um ihnen „in Anerkennung ihrer hervorra­genden Tapferkeit und bewunderung swürdi- gett Ausdauer im Ertragen von Anstreng­ungen und Entbehrungen" eine Auszeichnung zu verleihen. Die Beendigung des Aufstandes hat auch einen Wechsel in der Kommandogewalt ein­treten lassen. Der bisherige Kommandeur, Oberst von Deimling, ist zum Generalmajor beför­dert und zum L April seines Amtes enthoben worden. Er wurde durch den Oberstleutnant von Estorfs ersetzt. Von Deimling gilt nun als Anwärter auf bie Stelle des Leiters derjeni- gen Abteilung, welche in dem neu zu «richtenden Kolonialamt bie Angelegenheiten der Schutztruppe unter sich haben wird. Was nun die Uebergabe der Hottentotten selbst betrifft, so ist sie bekannt­lich wesentlich, wenn nicht ganz ausschließlich, ben Bemühungen der katholischen Mission, besonders des P. Malinowski von ben Oblaten zu verdanken. Diese Bemühungen reichen aber weit hinter den 13. Dezember zurück und eröffneten schon die besten Aussichten, als der Reichskanzler die Volksvertretung nach Hause schickte. Diese Tatsache rechtfertigt also nochmals das Verhalten des Zentrums, wie es bereits geschehen ist, als zu Weihnachten das Telegramm von der Unter­werfung des Häuptlings Johannes Christian an­kam. Die Unterwerfung Köppers versetzt aber die Kolonialverwaltung von neuem ht die Lage, die Truppen im Schutzgebiete merklich zu verringern und damit die horrenden Kosten zu verringern. Gleichwohl dürfen wir uns nach den letzten Erklärungen des Kolonialdirektors keinen großen Hoffnungen hingeben, sonst könnte ja auch da- Zentrum mit seinem Antrag bas Richtige getroffen haben!

In Frankreich schickt man sich an, energisch gegen Marokko vorzugehen. Die Ausschrei­tungen der Eingeborenen gegen französische Staatsangehörige hat Entrüstung hervorgerufen. Ein junger französischer Arzt, Dr. Mauchamp, der in Marakesch, nicht weit von d« atlantischen

nmchte? Oder als sie als geliebte Tochter im „Machen Sie Karl keine Hoffnung in dieser Schloß zu Stavleton im Ueberfftiß lebte? Ob« j Hinsicht!" wandte sich Philomene an Lady Stav-

Grüne Augen.

Roman von Dr. F. X. Eß.

33) (Nachdruck verboten.)

„Die Sonne, die früh morgens lacht. Sieht man am Mittag weinen!"

So heißt es im Liede. Unb wie wahr! Gar mancher, der gestern iwch auf dem hohen Rosse saß, beneidet von Tausenden, schleppt sich heute arm und verkannt bie Straße dahin.

Welcher Gegensatz zwischen der luxuriösen Ein­richtung de§ Lordsitzes in Stapleton unb dem be­scheidenen Hänschen in einem Vororte der schwä­bischen Residenz, dem heutigen Heim von Lady Philomene.

„Gefällt es Dir auch sicher hi«?" hat nun schon zwanzigmal im Tage fett acht Wochen Kuni- gunbe ihre Nichte gefragt.

„Ja doch, Du Gute!" aittn ortete Philomene nun er wieder. Wie sollte sie auch nicht zufrieden sein? Kunigunde setzte alles daran, der Nichte den Aufenthalt so angenehm zu macken, als es nur in dem engen Rahmen dieser bescheidenen Häuslich­keit möglich war. Uebrigens verlangte Philomene auch gar nicht nach Pracht und Ueberfluß. Lange genug hatte sie beides gehabt unb dabei doch un« äglich gedarbt. Wonach? Nach der Ruhe des Gemütes und dem Frieden des Herzens.

Jetzt war ihr Darben zu Ende. Die schwere Last, die sie über zwei lange Jahrzehnte gedrückt, war von ihr genommen. Sie atmete wieder auf, und wenn auch ihre Selbstdewuttgung eine bittere Pille war, der Kern war doch süß.

Wie lange war es doch her, daß Philomene glücklich gewesen war. Als si zum erftenmale Mutterfreuden kosten durfte? Als sie die Hand dem jungen Manne reichte, dw sie, die Witwe, um ihres Besitzes willen zu feiner Gemahlin

Es lohnt sich, die spezifizierten „Bureaube- biirfniffe' näher zu betrachten, damit auch der

§ flut geheimnisvollen Wegen |

voll Eduard Wagner.

rr D« Roman, der einem Teile unserer

Ix Leser bereit! aus ein« früheren Verbffent- v rj lichung »or 23 Jahren bekannt ist, wird in y p- sein« vom ersten bi! zum letztenKapitelüber- y ot! spannenden Handlung, sowie in sein« m hochdramatischen Entwickelung ben unge-